Kategorie-Archiv: Mousonturm

Das Literaturforum im Mousonturm Frankfurt mit spannenden Jungautoren im Februar 2017

Der Februar 2017 beginnt im Hessischen Literaturforum im Mousonturm ganz klassisch mit drei jungen Autorinnen und Autoren. Fabian Hischmann, dessen Debüt 2014 für den Preis der Leipziger Messe nominiert war, liest aus seinem zweiten Roman Das Umgehen der Orte vor, während Isabelle Lehn und Shida Bazyar jeweils ihre Erstlinge im Gepäck haben. Und weiter geht’s mit der zweiten Ausgabe von Acting Out!, diesmal mit Nora Gomringer und dem Jazz-Schlagzeuger Philipp Scholz. Den Abschluss bildet eine Kooperation mit dem Philosophischen Kolloqium: Kritische Theorie. Jessica Nitsche und Nadine Werner stellen einen Sammelband von Texten des renommierten Benjamin-Forschers Burkhardt Lindner vor, der an der Goethe-Universität Frankfurt gelehrt und sich einen Namen gemacht hat.

Mittwoch, 8. Februar 2017, 20 Uhr:
Fabian Hischmann: Das Umgehen der Orte
Das Umgehen der Orte, der neue Roman von Fabian Hischmann, ist nicht weniger als ein Kaleidoskop aus Sehnsüchten, Verlusten und die Hoffnung darauf, dass doch irgendwann alles noch einmal anders werden kann in einem Leben: Samuel ist aufstrebender Jungautor und nach wenigen Seiten tot. Niklas ist schwul und Mitarbeiter in einer Seehundstation. Anne rebelliert zuerst gegen ihre Eltern und Jahre später gegen ihr Leben. Lisa ist dick und friert daher nie. Zwischendurch stirbt Matt Damon, und Nick Cave wird nach einem Segeltörn vermisst gemeldet.

Von 2004 bis 2020 erstreckt sich die Handlung des Romans, knapp ein Dutzend Figuren lernt man dabei in längeren und kürzeren Episoden kennen: Menschen, deren Wege sich im Verlauf des Romans immer wieder kreuzen werden zwischen Island und Australien, zwischen Hessen und dem Grund des Zürichsees. Eindrucksvoll stellt Fabian Hischmann unter Beweis, dass die Nominierung für den Preis der Leipziger Messe 2014 für sein Debüt kein Versehen war, sondern ein Versprechen.

Fabian Hischmann wurde 1983 in Donaueschingen geboren. Der Wahlberliner studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und Leipzig. Sein Romandebüt „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ war 2014 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Moderation: Björn Jager
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Donnerstag, 16. Februar 2017, 20 Uhr:
Debütantenball mit Isabelle Lehn & Shida Bazyar

Albert ist ein junger Journalist, der sich in einer Kriegssimulation verloren hat und nun nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann. Behsad und Nahid sind überzeugte Kommunisten im Teheran der 1970er Jahre. Das sind die Startpunkte zweier beeindruckender Debüts, die 2016 erschienen sind. In radikaler Gegenwärtigkeit schildert Isabelle Lehn in Binde zwei Vögel zusammen die Geschichte eines Mannes, der sechs Wochen lang in einem Ausbildungscamp für Soldaten die Rolle eines afghanischen Cafébesitzers spielen musste und diese Rolle danach nicht mehr abstreifen kann. Shida Bazyar erzählt in Nachts ist es leise in Teheran über fast 40 Jahre und in verschiedenen Perspektiven von einer iranischen Familie, die nach der Machtübernahme der Mullahs nach Deutschland flüchtete. So unterschiedlich die beiden Romane auf den ersten Blick wirken, ist ihnen doch etwas gemein: Während der jüngeren Literatur oftmals ein Rückzug ins Innerliche vorgeworfen wird, positionieren sich Lehn und Bazyar dezidiert politisch. Während Isabelle Lehn der Frage nachspürt, in welchem Verhältnis Realität, Fiktion und Narrative in unserer Gegenwart zueinander stehen, steht bei Shida Bazyar neben dem Migrationsdiskurs noch ein ganz anderes Thema im Mittelpunkt: Was muss man aufgeben, wenn man für ein anderes Leben kämpfen will?
Isabelle Lehn, geboren 1979 in Bonn, wurde 2011 im Fach Rhetorik promoviert. Seit 2013 ist sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig in einem Forschungsprojekt tätig, das sich „Literarischen Schreibprozessen“ widmet. Ihrem Debütroman sind mehrere literarische Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien vorausgegangen.

Shida Bazyar wurde 1988 in Hermeskeil geboren. Sie studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und lebt in Berlin. Dort betreut sie junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren. „Nachts ist es leise in Teheran“ ist ihr erster Roman. Er wurde kürzlich mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis 2016 ausgezeichnet.

Moderation: Björn Jager
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Dienstag, 21. Februar 2017, 19.30 Uhr:
Acting Out!
Nora Gomringer & Philipp Scholz: Peng Peng Peng!
Philipp Scholz lauscht. Nora Gomringer atmet ein, Scholz holt aus, Gomringer setzt an, Scholz trommelt, Gomringer spricht und PENG PENG PENG. Es entsteht alte Magie in neuem Gewand: Jazz & Rezitation. Die Mixtur: das Wort und der Takt, gleichermaßen Humor und Tiefsinn, ein Mikrofon, ein Schlagzeug und zwei begnadete Künstler: Nora Gomringer rezitiert eigene Texte sowie Zeilen aus der gesamten Weltliteratur – von Dorothy Parker zur experimentellen Literatur des 20. Jahrhunderts und großen Klassikern. Der Jazz-Drummer Philipp Scholz gibt den Takt an, begleitet Gomringers wilden Wortritt, leitet, stört die Sprecherin und pointiert sie. Gemeinsam sorgen sie auf der Bühne für einen fatallyrischen Knall der Extraklasse.

Präsentiert von Deutschlandradio Kultur und Das Magazin. Mit freundlicher Unterstützung der Dr. Marschner Stiftung, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und Pro Helvetia.
Nora Gomringer, geboren 1980, leitet das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg. Sie schreibt Lyrik, Opernlibretti und Kolumnen. Live auf der Bühne kombiniert sie auf experimentelle Weise Text und Sound miteinander. Ihr Werk wurde zahlreich ausgezeichnet, so auch 2015 in Klagenfurt mit dem Bachmannpreis.

Philipp Scholz, Jahrgang 1990, studierte Jazzschlagzeug in Leipzig. In wechselnden Formationen ist er deutschlandweit und international unterwegs. 2014 gewann er den Jungen Münchner Jazzpreis. Gemeinsam mit Nora Gomringer wird er 2018 die Poetikprofessur der Universität Klagenfurt übernehmen.

Ort: Studio 1 im Mousonturm
Eintritt: 10,-/5,-*
*Vorverkauf erfolgt über www.mousonturm.de

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Dienstag, 28. Februar 2017, 20 Uhr:
„…eine Lektüre, die auf eigene Rechung vorgenommen wird.“
Burkhardt Lindners Studien zu Walter Benjamin
In Kooperation mit dem Philosophischen Kolloquium: Kritische Theorie

Burkhardt Lindner (1943-2015) ist eine Schlüsselfigur der Benjamin-Forschung. Im Zuge der Studentenbewegung gehörte er zu den Pionieren, die Benjamin wiederentdeckt haben. Über vier Jahrzehnte hinweg hat Lindner ihn originell erforscht, ohne sich von den Moden der Benjamin-Rezeption leiten zu lassen. Als Professor an der Goethe-Universität prägte er Generationen Studierender und begeisterte zahlreiche Nachwuchswissenschaftler/innen für Benjamin. Lindner las mit Neugier, Genauigkeit und Offenheit: „Es gibt zum Beispiel einen Eintrag, den zitiere ich gern. Da steht nur, diesmal sogar ohne Quelle: Lyon ist für seinen dichten Nebel bekannt. So – was ist das? Wofür braucht er den dicken Nebel von Lyon für das Paris-Buch? [lacht] Aber irgendwas ist da dran. Wir können es nicht von vornherein herausfinden, aber wir spüren: Da ist was.“ (Lindner im Interview mit Alexander Kluge) Der Band Burkhardt Lindner: Studien zu Benjamin versammelt eine Auswahl seiner wichtigsten Texte zu Benjamin.

Im Gespräch mit Andreas Becker, Felix Lenz, Anja Nowak und Timo Skrandies stellen die Herausgeberinnen Jessica Nitsche und Nadine Werner den Band vor und diskutieren Lindners Thesen mit besonderem Blick auf das ‚Paris-Buch‘, Benjamins unabgeschlossene Passagen-Arbeit.

Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

Die Berliner Gewinner des 24. open mike lesen im Literaturforum Mousonturm e.V. Frankfurt

Der Dezember steht im Literaturforum Mousonturm  ganz im Zeichen des wichtigsten Nachwuchswettbewerbs für deutschsprachige Literatur: Die Gewinner des 24. open mike, die am 13. November in Berlin gekürt werden, kommen am 8. Dezember zu uns in den Mousonturm. Eine bessere Gelegenheit gibt es kaum, um sich ein Bild davon zu machen, was die junge Literatur hierzulande zu bieten hat.

Wer sich beim „open mike“ durchsetzt, hat gute Aussichten für die Zukunft. Das hat sich in der Vergangenheit ein ums andere Mal bewiesen, denn für nicht wenige namhafte Autor*innen markiert der open mike den Beginn ihrer schriftstellerischen Laufbahn. Ein paar von ihnen (u.a. Björn Kuhligk und Tilman Rammstedt) hat das Frankfurter Literaturforum Mousonturm  eingeladen, mit Kolleginnen und Kollegen, die auf einen ähnlichen Werdegang zurückblicken, über die dabei wirksamen Mechanismen und Unwägbarkeiten zu sprechen – und natürlich auch über ihre neuesten Texte, die sie mit im Gepäck haben.

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

Termine und Autoren

Donnerstag, 8. Dezember 2016, 20 Uhr:
‚open mike‘-Preisträgerlesung

Einmal beim ‚open mike’ mit von der Partie sein! – Diesen Wunsch hegen hierzulande viele junge Autor*innen. Denn der wichtigste literarische Nachwuchswettbewerb, der alljährlich in Berlin ausgetragen wird, gilt als „Türöffner“ und „Talentschuppen“. Wer hier gewinnt, bekommt einen Fuß in den Literaturbetrieb. Für so manche Karriere war der ‚open mike’ ein regelrechter Startschuss. Jedenfalls machen sich die Sieger erstmal auf den Weg: nach Wien, Frankfurt und Bern, um aus den prämierten Texten zu lesen und über sie zu sprechen. Dass die preisgekrönte Reisegruppe in diesem Jahr bei uns im Literaturforum ihren Zwischenstopp einlegt, ist eine Premiere. Wie gut, dass das Lokal im Mousonturm eine große Auswahl an Getränken zum Anstoßen hat.

Die Namen der Teilnehmenden sind ab dem 13. November auf unserer Homepage zu finden.
Moderation: Björn Jager und Malte Kleinjung
Eine Veranstaltung des Haus für Poesie und der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Hessischen Literaturforum im Mousonturm.
Ort: Lokal im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (VVK*+AK)

*Der Vorverkauf erfolgt über den Mousonturm

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Freitag, 9. Dezember 2016, 20 Uhr:
Verena Güntner & Björn Kuhligk
Gemischtes Doppel I

‚open mike’ ist, wenn 15 Minuten über die berufliche Zukunft entscheiden können. So lange haben die Teilnehmer*innen beim wichtigsten literarischen Nachwuchswettbewerb Zeit, um ihre Text vorzutragen. Die Gewinner machen von sich reden. Nicht selten winkt danach ein Vertrag mit einem Verlag – und die Aussicht auf eine schriftstellerische Laufbahn. Aber wie geht das konkret vonstatten? Was muss passieren, damit das Debüt druckfrische Realität wird? Inwiefern kann eine Viertelstunde die künstlerische Entwicklung beeinflussen? Wer könnte solche Fragen besser beantworten als diejenigen, die all das schon selbst erlebt haben. In einer Reihe von gemischten Doppeln tauschen sich sechs Autorinnen und Autoren darüber aus, was durch den ‚open mike‘ aus ihnen wurde. Probe aufs Exempel inklusive: Denn ihre jüngsten Texte haben sie mit im Gepäck.

Den Auftakt machen Verena Güntner, geboren 1978 in Ulm, und der gebürtige Berliner Björn Kuhligk, Jahrgang 1975. Sie arbeitet nach einem Schauspielstudium in Salzburg als freischaffende Schauspielerin. Er ist im Hauptberuf Buchhändler. Während ein Auszug aus ihrem späteren Debüt Es bringen Verena Güntner 2012 in die Endrunde des ‚open mike’ brachte, gehörte Björn Kuhligk 1997 zu den Preisträgern. Seit dem sind mehrere Gedichtbände von ihm erschienen, zuletzt jener, der die Hauptrolle an diesem Abend spielen wird: Die Sprache von Gibraltar (2016).

Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Mittwoch, 14. Dezember 2016, 20 Uhr:
Tilman Rammstedt & Saša Stanišic
Gemischtes Doppel II

Das zweite gemischte Doppel betrachtet den ‚open mike’ aus unterschiedlichen Richtungen. Tilman Rammstedt, geboren 1975 in Bielefeld, kennt die Anspannung und den Druck, der mit einer Teilnahme einhergeht – aber auch das schöne Gefühl, sich durchzusetzen. 2001 konnte er die Jury mit seinem Wettbewerbsbeitrag überzeugen. Dass das alles andere als Zufall war, belegt eine ganze Reihe von Auszeichnungen, unter anderem der Haupt- und Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Mit seinem unlängst erschienen Roman Morgen mehr, über den er mit Saša Stanišić sprechen wird, erkundet er nun die Möglichkeiten von Literatur im digitalen Zeitalter.

Saša Stanišić hingegen, der 1978 in Bosnien Herzegowina geboren wurde und 1992 nach Deutschland kam, sitzt in diesem Jahr auf der anderen Seite: Als Juror muss er über die Qualität der vorgetragenen Texte entscheiden. Was ein guter Text ist, weiß er aus eigener Erfahrung. Seine Romane Wie der Soldat das Grammofon repariert (2006) und Vor dem Fest (2014) sind dafür eindrucksvolle Beispiele. Er stellt an diesem Abend seinen Erzählband Fallensteller (2016) vor.

Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 20 Uhr:
Ulf Stolterfoht & Tristan Marquardt
Gemischtes Doppel III

Im dritten gemischten Doppel kommen zwei Generationen von Lyrikern miteinander ins Gespräch. Als Ulf Stolterfoht, der 1963 in Stuttgart geboren wurde, 1994 beim zweiten ‚open mike’ zum Kreis der Gewinner zählte, war der Göttinger Tristan Marquardt gerade einmal sieben Jahre alt. 2011 sowie 2012 stand er dann selbst im Finale des ‚open mike‘. Ist der Wettbewerb im Laufe der Jahre derselbe geblieben? Hat sich die Literaturszene in der Zwischenzeit gewandelt? Nur eines ist sicher: Ulf Stolterfoht, seit 2014 Mitglied der ‚Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung‘ und in diesem Jahr mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet, wird mit Tristan Marquardt, der 2013 sein Debüt das armortisiert sich nicht veröffentlichte und nun auch Veranstaltungskonzepte für junge Lyrik entwickelt, einige Fragen zu klären haben.

Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Das Literaturforum im November 2016 Mousonturm Frankfurt

Kurzüberblick

Donnerstag, 3. November 2016, 20 Uhr:
Terézia Mora
Die Liebe unter Aliens
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Donnerstag, 10. November 2016, 20 Uhr:
Reif Larsen
Die Rettung des Horizonts
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Donnerstag, 17. November 2016, 20 Uhr:
Isabelle Lehn
Binde zwei Vögel zusammen
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Samstag & Sonntag, 19.-20. November, 10-18/10-16 Uhr:
Seminar mit Rainer Weiss
Schreiben und Arbeit am Text
Teilnahmegebühr: 100,-/50,-

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Dienstag, 22. November, 20 Uhr:
Joshua Cohen
Solo für Schneidermann
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Mittwoch, 30. November, 20 Uhr:
Schimpf & Schande mit Christoph Schröder

Ort: Literaturforum im Mousonturm

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Die Veranstaltungen im Einzelnen:

Donnerstag, 3. November 2016, 20 Uhr:
Terézia Mora
Die Liebe unter Aliens

Zurück zu den Wurzeln: Nach ihrem Debüt Seltsame Materie (1999) legt Terezia Mora mit Die Liebe unter Aliens erstmals wieder einen Band mit Erzählungen vor. Konzentrisch ordnet sie die Figuren der elf Geschichten um das an, was wir als gesellschaftliche Mitte bezeichnen. Manche sind weiter von dieser Mitte entfernt als andere, gemeinsam ist ihnen aber: Keine gehört so recht dazu. Sie alle sind durchzogen von feinen oder deutlich sichtbaren Rissen, der Marathonmann, das jugendliche Paar, die Fotografin, die viel zu selten ihr eigenes Kind sieht, die polnische Künstlerin, die sich als Putzfrau verdingt. Sie alle haben etwas verloren, im schlimmsten Fall sich selbst. Und doch gibt keiner von ihnen die Hoffnung auf das Glück auf – und sei es nur ein kleines Glück. Man reckt das Kinn. Man läuft weiter, denn: Es macht einen Unterschied, ob man überlebt oder einfach nur nicht stirbt. Sie mögen beschädigte Außenseiter sein, die „Aliens“ in Moras Geschichten. Aber sie wissen, dass man sich mit Selbstbehauptung einen Rest von Würde bewahren kann.

Moderation: Beate Tröger
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Terézia Mora, geboren 1971 in Ungarn, ist eine der prägenden Autorinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Davon zeugen unter anderem der Ingeborg-Bachmann-Preis für ihr Debüt Seltsame Materie (1999) sowie der Deutsche Buchpreis, mit dem Das Ungeheuer ausgezeichnet wurde (2013). Ein weiteres Arbeitsfeld bilden – neben Drehbüchern – Übersetzungen aus dem Ungarischen. Seit 1990 lebt sie in Berlin.

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Donnerstag, 10. November 2016, 20 Uhr:
Reif Larsen
Die Rettung des Horizonts

Die Verblüffung ist groß, als Radar Radmanovic das Licht der Welt erblickt. Denn im Gegensatz zu seinen Eltern ist die Haut des Jungen tiefschwarz. Der Fall ist nicht zu erklären, auch die medizinische Fachwelt bleibt ratlos zurück. Praktischerweise meldet sich da eine Gruppe norwegischer Physiker. Die hat zwar ein Faible für Puppentheater, verspricht dafür aber auch, Licht in die Sache zu bringen. Doch ist es ein gutes Zeichen, dass die Skandinavier bevorzugt an postapokalyptischen Katastrophenorten auftauchen? Und was bedeuten eigentlich diese obskuren Vogelroboter?
Ob dadaistische Zwillinge in New York, Miniaturelefanten in Bosnien oder Kleist-lesende Quarks-Forscher im Ewigen Eis – Reif Larsens neuer Roman nimmt uns mit auf eine skurrile Reise rund um die Welt, deren Ziel nicht weniger ist als der Ursprung von Raum und Zeit.

Moderation (engl./dt.): Hans-Jürgen Balmes
Lesung der dt. Texte: Anna Böger
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Mit freundlicher Unterstützung des S. Fischer-Verlags.

Reif Larsen, Jahrgang 1980, stammt aus Cambridge, Massachusetts. Mit seinem Debüt Die Karte meiner Träume hatte er 2009 auf Anhieb einen internationalen Erfolg gelandet. Texte zu schreiben, die unter anderem in der ‚New York Times‘ und dem ‚Guardian‘ publiziert werden, ist nur eine seiner Interessen. Er macht darüber hinaus auch Dokumentarfilme, für die er die USA, Großbritannien und Afrika bereist.

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Donnerstag, 17. November 2016, 20 Uhr:
Isabelle Lehn
Binde zwei Vögel zusammen

Was wissen wir eigentlich über uns und über die Welt, in der wir leben? Heißen wir Alladin und leben als Besitzer eines Kaffeehauses in der afghanischen Provinz? Oder heißen wir Albert Jacobi und arbeiten als freier Journalist in Deutschland? Oder spielen wir für ein wenig Geld als Albert Jacobi einen Kaffeehausbesitzer namens Alladin in einem oberpfälzischen Trainingscamp für Soldaten, die sich auf ihren Kampfeinsatz am Hindukusch vorbereiten? In Isabelle Lehns Debütroman ist das alles richtig. Als Albert nach sechs Wochen diesen kafkaesken Job beendet hat, findet er nicht mehr in die Realität zurück: Er und sein gespieltes Alter Ego Alladin verschmelzen.

Binde zwei Vögel zusammen leistet weit mehr, als man von einem Debüt erwartet: Es ist ein Roman über die Zumutungen und die Fremdbestimmtheit prekären Lebens, ein Text über unsere Verstrickungen in die Kriege im mittleren Osten und nicht zuletzt eine Geschichte, die fragt, in welchem Verhältnis Realität, Narrative, Fiktionen und Wahn in unserer Gegenwart zueinander stehen.

Moderation: Björn Jager
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Isabelle Lehn, geboren 1979 in Bonn, wurde 2011 im Fach Rhetorik promoviert. Seit 2013 ist sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig in einem Forschungsprojekt tätig, das sich „Literarischen Schreibprozessen“ widmet. Ihrem Debütroman sind mehrere literarische Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien vorausgegangen.

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Samstag & Sonntag, 19.-20. November, 10-18 bzw. 10-16 Uhr
Seminar mit Rainer Weiss
Schreiben und Arbeit am Text

Sie haben eine Geschichte geschrieben, sind einer Erinnerung nachgegangen, einem Sie beschäftigenden Moment, haben ein Märchen erfunden, etwas ganz Besonderes, Ihnen Wichtiges erzählt – und sind damit noch immer nicht zufrieden. Wie könnte der Text anders aussehen, lebendiger sein, überzeugender, persönlicher, „eigener“? Schreiben heißt immer wieder und unablässig: Arbeit am Text.

In diesem Kurs geht es darum, Texte auf die Höhe ihrer (ihnen innewohnenden) Möglichkeiten zu heben. Darum, dem Schreibenden einen Zugang zu seinen Fertigkeiten zu eröffnen. Darum, in harter Arbeit am Text herauszudestillieren, was am Ende „gültig“ bleibt.

Anmeldungen mit den Texten, die im Seminar behandelt werden sollen, bitte an bjoern.jager@hlfm.de.
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Gebühr: 100,-/50,-

Mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

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Dienstag, 22. November, 20 Uhr:
Joshua Cohen
Solo für Schneidermann

In der New Yorker Carnegie Hall sitzt man im falschen Film. Anstelle des Violinbogens, wie es dem Programm entspräche, ergreift der jüdische Musiker Laster das Wort – um im Konzerthaus eine Nacht lang die Erinnerungen an seinen engsten Freund widerhallen zu lassen: den verschollenen Komponisten Schneidermann. Die sprachlichen Register, die Joshua Cohen in Solo für Schneidermann zieht, haben Orgeldimensionen. Vom „masturbierenden Erfüllungsäffchen“ bis zum „Auschwitz-/Lubjanka-Tod“ reicht die Tonlage. Lasters Wort- und Satzkaskaden trotzen dem Schweigen, das dem Zeugnis der Shoa-Überlebenden droht. Im Zeichen der Katastrophe entfaltet Cohens nun endlich auch auf Deutsch erschienener Debütroman die Geschichte zweier Freunde, die die Liebe zur Kunst und Kultur miteinander verbindet – über das Verschwinden des einen hinaus. Indem Laster mit Lust am Sprachwitz erzählt, hält er, so Jan Wilm im Tagesspiegel, „den Tod immer auf einer Satzlänge Abstand“.

Moderation: Jan Wilm
Lesung der dt. Texte: Isaak Dentler
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

In Kooperation mit Kultur & Bahn e.V.

Joshua Cohen wurde 1980 in New Jersey geboren und studierte an der ‚Manhattan School of Music‘. Er schreibt nicht nur Erzählbände und Romane, sondern auch Kritiken für renommierte Zeitungen wie die ‚New York Times Book Review‘. Zu den Auszeichnungen, die er für sein literarisches Schaffen erhalten hat, zählen der ‚Pushcart Prize‘ (2012) und der ‚Matanel Prize in Jewish Literature‘ (2013).

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Mittwoch, 30. November, 20 Uhr:

Schimpf & Schande mit Christoph Schröder
„Das muss man doch gelesen haben!“ – Ertappt? Kleinlaut kramt man im Allgemeinwissen nach den kläglichen Resten, die einst bei der Lektüre des Wikipedia-Artikels über diesen Klassiker der Literatur hängenblieben sind, um die öffentliche Schande vor dem gebildeten Gegenüber vielleicht doch noch irgendwie abwenden zu können…
Es wird Zeit, den Spieß umzudrehen. Bei „Schimpf & Schande“ schlägt die Stunde der Unbeleckten. In den Hauptrollen: Ein/e bekannte/r Autor/in, ein Moderierender, zwei Klassiker, die die beiden bis dato nur vom Hörensagen kannten. Dazu Fragen: Was hat das alles mit uns zu tun? Ist das jetzt eigentlich Kunst oder kann das weg? Denn wo steht denn geschrieben: einmal Kanon, immer Kanon?

In der dritten Ausgabe der Veranstaltungsreihe bekommen es Literaturkritiker Christoph Schröder, der diesjährige Sprecher der Jury für den Deutschen Buchpreis, und Malte Kleinjung mit Wolfang Koeppens Tauben in Gras zu tun. Bevor die beiden die Lektüre nachholen, müssen sie Statements formulieren: Um was geht’s ihrer Meinung nach? Was erwarten sie vom Text? Dabei gilt: kein Pranger ohne Publikumsbeteiligung! Die Zuschauer sind herzlich eingeladen, mit zu lesen und zu schimpfen.

Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Lesung & Workshop mit Ulrike Almut Sandig Literaturforum im Mousonturm Frankfurt

Freitag, 23. September 2016, 20 Uhr:
Poetische Positionen
Ulrike Almut Sandig liest aus ich bin ein Feld voller Raps…

Sandig, Ulrike Almut © Ludwig Rauch
Sandig, Ulrike Almut © Ludwig Rauch

Es gibt viele Doppelexistenzen in der deutschen Gegenwartsliteratur, Autor*innen also, die sich in Lyrik und Prosa gleichzeitig tummeln. Ulrike Almut Sandig ist dabei eine der herausragendsten Vertreterinnen in der Disziplin des Genrespagats, ihre Erzählungs- wie Gedichtbände werden von der Kritik gleichermaßen gefeiert. Es gibt dabei ein Merkmal, dass sich durch ihre Texte zieht wie ein roter Faden: Allesamt sind sie fest im Hier und Jetzt verankert, in das plötzlich das Surreale Einzug hält.
In den Gedichten ihres neuen Bandes ich bin ein Feld voller Raps, verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt führt sie uns durch ein Foltergefängnis inklusive Waterboarding, auf die A14, vorbei an einem verunfallten Tiertransport, und lässt das Ich in einem sich wiederholenden Vexierspiel mit Identitäten immer wieder auf Ulrike und Almut treffen – bis wir schließlich in den grausamen-komischen Welten der Grimms landen: „wir befinden uns tief in der Zukunft der Märchen“, schreibt sie da, und transportiert auf der Höhe ihrer Fähigkeiten die unheimlichen und verstörenden Märchen in die Albträume unserer Gegenwart.

Moderation: Malte Kleinjung

Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Ulrike Almut Sandig, Jahrgang 1979, ist eine Klang-Virtuosin. Davon zeugen vor allem ihre Hörbücher, Hörspiele und preisgekrönten Gedichtbände. Aber auch in Sachen Prosa hat sie sich mit FLAMINGOS einen Namen gemacht. 2012 erhielt sie dafür unter anderem den Droste-Förderpreis der Stadt Meersburg. Ulrike Almut Sandig lebt in Leipzig und Berlin.

Samstag & Sonntag, 24.-25. September, 10-18/10-16 Uhr:
Lyrik-Workshop mit Ulrike Almut Sandig
‚It wasn’t me und du warst es auch nicht‘. Über das Eigene und das Fremde im Gedicht
Was passiert, wenn wir in einem Gedicht „ich“ schreiben? Wen meinen wir mit „du“? Lyrik steht wie keine andere literarische Gattung im Verdacht, nicht mehr als ein Tagebuch in gebundener Sprache zu sein. Was ist dran an diesem Vorurteil? Und wo liegen seine Möglichkeiten für das eigene Gedicht? In dieser Werkstatt untersuchen wir die Sicht auf das Eigene und das Fremde, Autobiografie und Fiktion, Ansprache und Personifikation. Immer auf der Suche nach dem eigenen, unverwechselbaren Ton im Gedicht lesen und diskutieren wir die Texte der Teilnehmenden.

Anmeldungen mit den Texten, die im Seminar behandelt werden sollen, bitte bis zum 15. September unter bjoern.jager@hlfm.de
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Gebühr: 100,-/50,-
Mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Clemens Berger: Im Jahr des Panda – am 14.09.16 Literaturforum im Mousonturm Frankfurt

Mittwoch, 14. September 2016, 20 Uhr:
Clemens Berger: Im Jahr des Panda
Moderation: Björn Jager
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Voverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Pia und Julian sind Angestellte einer Sicherheitsfirma und befüllen nachts Geldautomaten – bis sie realisieren, dass ihnen eine Wagenladung Geld in den eigenen Taschen einen Neuanfang irgendwo in der Fremde finanzieren könnte. Kasimir Ab ist Künstler, dessen Werke Rekordpreise bei Auktionen erzielen – bis er von einem Tag auf den anderen sein altes Ich ablegt und sich für ein Leben auf der Straße entscheidet. Rita ist Tierpflegerin im Wiener Zoo und sozial vereinsamt – bis im Tierpark ein Pandababy geboren wird, das ihr Leben auf den Kopf stellt.

Anhand dieser vier zwischen Europa und Asien angesiedelten Figuren stellt Clemens Berger in seinem neuen Roman Im Jahr des Panda die wichtigen Fragen unserer Zeit: Wie gerecht ist das System, in dem wir uns bewegen? Was bedeutet uns Geld? Und was können wir tun, um unsere Existenz wirklich als ein gelungenes Leben zu erfahren?

Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf) | 8,-/5,- (Abendkasse)

Moderation: Björn Jager

Clemens Berger wurde 1979 geboren. Nach einem Studium der Philosophie lebt und arbeitet er als freier Autor in Wien. Sein Werk umfasst mehrere Romane und Erzählbände.

Hessisches Literaturforum im Mousonturm e.V.
Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

Psychogramm eines Einzelgängers – Aljoscha Brell liest aus „Kress“ am 3.Mai im Mousonturm Frankfurt

©  Marcel-Brell
© Marcel-Brell

Aljoscha Brell hat im vergangenen Herbst mit Kress eines der schönsten Debüts des Jahres vorgelegt – einen Roman, der es verdient, einem breiteren Publikum bekannt gemacht zu werden, nachdem die Literaturkritik ihn allseits gelobt hat. Nächsten Dienstag, am 3. Mai, ist er im Hessischen Literaturforum zu Gast, um über Kress sprechen und aus ihm zu lesen. „So einen unhippen Berlin-Roman hat sich bisher noch kein Autor, keine Schriftstellerin getraut“ – wie es in einer Rezension hieß.

Dienstag, 3. Mai 2016, 20 Uhr:
Aljoscha Brell: Kress

Man geht nicht in die Uni. So reden nur die Kretins, mit denen er notgedrungen zusammen in den Seminaren sitzt. Nein, Kress geht in die Universität. Wenn er nicht in der Bibliothek liest, schreibt er auf seiner Schreibmaschine Hausarbeiten über Goethe. Die anderen Studenten, die draußen den Berliner Frühsommer genießen, können ihm gestohlen bleiben. Schließlich hat er seinen Freund Gieshübler, einen Tauberich, der ihn in seiner heruntergekommenen Neuköllner Einzimmerwohnung besucht. Kress träumt davon, ein renommierter Goetheforscher zu werden und auf seinen zukünftigen Vortragsreisen nachts im Hotel Tomatensauce ohne Nudeln bestellen zu können. Doch dann begegnet er Madeleine und Mona. Was als spätpubertäre Liebesgeschichte beginnt, gerät allmählich außer Kontrolle.
In seinem Debütroman Kress zeichnet Aljoscha Brell mit feinem Humor das Psychogramm eines Einzelgängers, den man aufgrund seiner Schrulligkeit schnell ins Herz schließt. Je weiter man sich in dieses Schicksal aber verstricken lässt, desto größer wird das Unbehagen. Kress ist kein Sonderling. In seiner latenten Wut und seinen verzweifelten Versuchen, dem eigenen Leben Bedeutung zu verleihen, verdichten sich vielmehr die Ängste und Wünsche eines Milieus, das in Großstädten wie Berlin sein Glück sucht.

Moderation: Malte Kleinjung
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Voverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Aljoscha Brell, Jahrgang 1980, wechselte vom Studium der Philosophie und Neueren Deutschen Literatur in ein Berliner IT-Unternehmen. Parallel zu seiner dortigen Arbeit schrieb er sein Debüt, für das er 2009 das Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Künste erhielt.

Das Literaturforum Mousonturm Frankfurt im April 2016

Am 23. März erprobt das Hessische Literaturforum mit der Reihe „Schimpf & Schande“ ein neues Format: Klassiker der Weltliteratur werden mit unbefangenen Blick (zum ersten Mal) gelesen. Zum Auftakt geht es um Kleists Michael Kohlhaas und Fontanes Effie Briest. Das Publikum ist herzlich dazu eingeladen, mitzumischen.

Mittwoch, 23. März 2016, 20 Uhr
Schimpf & Schande
Mit Inger-Maria Mahlke
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Moderation: Björn Jager
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf) | 8,-/5,- (Abendkasse)

Aprilprogramm

Im vergangenen Jahr war die mediale Aufregung um Ronja von Rönne groß. Es ist an der Zeit, weniger über sie, als vielmehr mit ihr zu sprechen – und zwar über ihr literarisches Debüt Wir kommen. Am 12. April ist dafür die Gelegenheit bei uns im Hessischen Literaturforum.

Zudem haben wir mit Thomas Glavinic und Etgar Keret zwei renommierte Autoren zu Gast, die ihre Neuerscheinungen vorstellen werden. Und wir feiern den Auftakt unserer Veranstaltungsreihe Poetische Positionen mit niemand Geringerem als Ann Cotten.

Montag, 4. April 2016, 20 Uhr:
Thomas Glavinic
Der Jonas-Komplex
Ort: Studio 1 im Mousonturm
Eintritt: 12,-/6,-

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Dienstag, 12. April 2016, 20 Uhr:
Ronja von Rönne
Wir kommen
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Dienstag, 19. April 2016, 20 Uhr:
Poetische Positionen
Ann Cotten liest aus Verbannt!
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

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Dienstag, 26. April 2016, 20 Uhr:
Etgar Keret
Die sieben guten Jahre
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,- (Vorverkauf)| 8,-/5,- (Abendkasse)

Auftakt zur neuen Tanzplattform Rhein-Main 2016- 2018 am 2. u. 3. März im Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt

(vl.) Dr. Helmut Müller Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, Anna Wagner, Dramaturgin Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Tim Plegge, Ballettdirektor Hessisches Staatsballett, Bernd Fülle, Geschäftsführender Direktor Staatstheater Wiesbaden, Karsten Wiegand, Intendant Staatstheater Darmstadt, Dr. Katharina Uhsadel, Stiftung polytechnische Gesellschaft, Matthias Pees, Intendant und Geschäftsführer Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Mareike Uhl, Leitende Projektkoordinatorin Tanzplattform Rhein-Main, Bruno Heynderickx, Kurator Hessisches Staatsballett, Foto © Gabriele Müller
(vl.) Dr. Helmut Müller Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, Anna Wagner, Dramaturgin Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Tim Plegge, Ballettdirektor Hessisches Staatsballett, Bernd Fülle, Geschäftsführender Direktor Staatstheater Wiesbaden, Karsten Wiegand, Intendant Staatstheater Darmstadt, Dr. Katharina Uhsadel, Stiftung polytechnische Gesellschaft, Matthias Pees, Intendant und Geschäftsführer Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Mareike Uhl, Leitende Projektkoordinatorin Tanzplattform Rhein-Main, Bruno Heynderickx, Kurator Hessisches Staatsballett, Foto © Gabriele Müller

Gemeinsam mit dem Hessischen Staatsballett – einer Kooperation der Staatstheater in Darmstadt und Wiesbaden – startet das Künstlerhaus Mousonturm im Februar 2016 die dreijährige Initiative „Tanzplattform Rhein-Main 2016-2018“. Zum ersten Mal kooperieren damit über mehrere Jahre ein internationales Produktionshaus der freien Tanz- und Theaterszene und eine Staatstheaterstruktur, die mit festem Ensemble, wechselnden Residenzkünstlern und verschiedenen Gastproduktionen in zwei Städten gleichermaßen beheimatet ist. Mousonturm und Hessisches Staatsballett wollen gemeinsam ein großes Spektrum innovativer Aktivitäten entwickeln, um den Tanz in der Region nachhaltig zu stärken und zu dessen verbesserter Sichtbar- und Wirksamkeit beitragen.

Zentrales Ziel der Tanzplattform Rhein-Main 2016 – 2018 ist  es, vielfältige professionelle Produktions-, Aufführungs-, und Vermittlungsformate für Tänzer, Tanzschaffende, Studierende  bis hin zu speziellen Tanz-in-Schulen-Programme zu entwickeln und zu vernetzen.   Dabei knüpfen die Akteure  nicht nur an die Erfahrungen des von 2006 bis 2015 am Mousonturm ansässigen Tanzlabors 21 an, sondern auch an erste Erfahrungen, die das Hessische Staatsballett in den vergangenen anderthalb Spielzeiten im Bereich von Künstlerresidenzen, Partizipation und Vermittlung gemach hat.

Geplant sind neben städteübergreifenden Residenzen für Künstlerinnen und Künstler unter anderem mobile Tanzproduktionen, die urbane und ländliche Räume jenseits konventioneller Theaterräume erobern, und ein gemeinsames Festival für Choreografie, das die Präsentation von regional produzierten Stücken mit internationalen Gastspielen verbindet. Mit diesen und weiteren gemeinsamen Angeboten und Aktivitäten möchten die Kooperations-partner Tanzschaffende und den Tanz in der Region nachhaltig stärken, Akteurinnen und Ak-teure, Institutionen und Zuschauerinnen und Zuschauer im Bereich Tanz regional und überre-gional miteinander vernetzen und ein immer breiteres Publikum für den Tanz im Rhein-Main-Gebiet gewinnen.
Während der Laufzeit der Tanzplattform Rhein-Main werden unter dem Titel Ensemble Mobil Produktionen entwickelt, mit denen Künstlerinnen und Künstler durch die ganze Region touren und Tanzaufführungen an ungewohnte Orte (z.B. Klassenzimmer, Turnhallen, Sitzungssäle oder Gemeindezentren) bringen. Städteübergreifende Residenzen geben Tanzschaffenden, Choreografinnen und Choreografen die Möglichkeit, ihre Arbeiten jeweils mehrere Wo-chen in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden zu proben. So können das Hessische Staatsbal-lett und das Künstlerhaus Mousonturm die komplette Entstehung freier Tanzproduktionen in der Region unterstützen. Zahlreiche weitere Residenzprogramme und Stipendien, u.a. für Produktionen, Forschung und Probenräume, ergänzen das Angebot für Tanzschaffende, die sich und ihre Arbeit künstlerisch weiterentwickeln und vernetzen wollen. Das Festival für Choreografie präsentiert alljährlich in Frankfurt und Darmstadt oder Wiesbaden regionale und internationale Positionen und bringt diese miteinander in einen künstlerischen Austausch.
Zudem entstehen in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden mehrere Tanz-Klubs, die sich an neben Jugendlichen auch an Erwachsene und Senioren richten. Bei Klub-Festivals sollen die Klubs aller Städte zusammenkommen und sich und dem Publikum ihre Arbeitsergebnisse präsentieren. Ein Residenzprogramm für Vermittlung bringt junge Tanzvermittlerinnen und Tanzvermittler sowohl an das Hessische Staatsballett als auch an das Künstlerhaus Mouson-turm um neue Strategien und spannende Formate zu erfinden und zu entwickeln. Verschiedene, regelmäßig stattfindende Plattformen wie das Forum Tanzvermittlung und das Forum Choreografie ermöglichen regionalen Akteuren und Tanzschaffenden den Austausch mit renommierten Spezialisten und Fachleuten aus ihrem Feld.

Einige vom Tanzlabor 21 initiierten Angebote, die für professionelle Tanzschaffende unab-dingbar sind, werden fortgeführt – so das werktags im Mousonturm stattfindende Profitraining, die tanzmedizinische Beratung und das Tanz-in-Schulen-Programm. Hinzu kommt ein internationales Workshop-Programm.

Tanzplattform Deutschland 2016 ist Auftaktveranstaltung für Tanzplattform Rhein-Main 2016 – 2018

TPLF-2016-log
Zum Auftakt der Tanzplattform Rhein-Main richtet das Künstlerhaus Mousonturm vom 2. bis 6. März 2016 die Tanzplattform Deutschland aus, deren Hauptspielorte Frankfurt und Darmstadt sind.

pros-tanzpf,jpgDas große Feuerwerk, das die fünftägige Tanzplattform Deutschland mit ihren über 30 Vorstellungen darstellt, soll dafür genutzt werden, nachhaltige und langfristige Basisarbeit für den Tanz in der Region zu initiieren und bekannt zu machen. Denn ohne solche Basisarbeit kann es keine Spitzenereignisse geben.

Das umfangreiche, vielfältige Angebot, Termine und Orte entnehmen Sie bitte per Klick auf nebenstehenden Prospekt-Cover.

Zentraler Veranstaltungsort ist das Künstlerhaus Mousonturm, von wo aus ein Shuttle-Service Besucher zu anderen Spielorten hin- und zurückbringt.

Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt
Waldschmidtstraße 4,
60316 Frankfurt am Main

Lesungen mit Claude De Demo u. Oleg und Daniel Jurjew am 4. u. 10. Dez 2015 im Literaturforum im Mousonturm Frankfurt

Zofia Posmysz: „Die Passagierin“ Lesung mit Claude De Demo

Freitag, 4. Dezember 2015, 20 Uhr:
Zofia Posmysz: „Die Passagierin“
Lesung mit Claude De Demo

15 Jahre nach Kriegsende befindet sich Lisa mit ihrem Mann Walter auf einer Überfahrt nach Südamerika, wo Walter eine Stelle als deutscher Botschafter annehmen soll. An Bord entdeckt sie eine Passagierin, die sie sofort zu erkennen glaubt: Könnte es sich bei der Frau um die totgeglaubte Martha handeln, eine KZ-Inhaftierte, die Lisa, einer Aufseherin, unterstellt war? Lange verdrängte Erinnerungen werden lebendig: In Rückblenden reflektiert sie ihr altes Leben, jenes als KZ-Wärterin, die ein perfides Spiel aus Nähe und Distanz, aus Zuneigung und Manipulation zu Martha pflegte.

Zofia Posmysz war selbst Auschwitz-Überlebende und verarbeitete die Idee, nach Kriegsende jener Wärterin zu begegnen, die sie einerseits quälte, die andererseits aber auch eine schützende Hand über sie hielt, zunächst in dem Hörspiel Die Passagierin, später auch im gleichnamigen Roman. Es folgten eine Verfilmung sowie schließlich eine Oper, die 2015 auch in Frankfurt aufgeführt wurde. An diesem Abend liest Claude De Demo, lange Zeit festes Mitglied im Ensemble des Schauspiels Frankfurt, aus Zofia Posmyszs Roman.

Organisation: Samuel Weinberger

Zeit: 20 Uhr
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 15,-/12,-

Anna Radlowa: „Tatarinowa. Die Prophetin von St. Petersburg“ Lesung mit Oleg und Daniel Jurjew

Donnerstag, 10. Dezember 2015, 20 Uhr:
Anna Radlowa: „Tatarinowa. Die Prophetin von St. Petersburg“
Lesung mit Oleg und Daniel Jurjew

Russland im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Gemeinsam mit den westlichen Alliierten hat der Zar Napoleon besiegt. Doch im Inneren des Landes droht noch Gefahr: Geheimgesellschaften wie die Skopzen werden als Bedrohungen für den Staat angesehen und verboten. Die Novelle folgt Tatarinowa, einer Vorsteherin einer dieser Gruppen, in denen religiöse Eiferer sich zusammenfinden, Enthaltsamkeit predigen, sich gar selbst kastrieren, um mit Hilfe ihres Glaubens für geistige Reinheit und gegen menschliches Leid zu kämpfen.

Es ist eine so faszinierende wie abstoßende Welt, in die die Leser der Novelle Tatrinowa. Die Prophetin von St. Petersburg der russischen Autorin Anna Radlowa eintauchen. 1931 verfasst, lag der Text der 1949 in einem Arbeitslager verstorbenen Radlowa über Jahrzehnte im Giftschrank und wurde erst Ende der 1990er wiederentdeckt. In der Übersetzung Daniel Jurjews und mit einem einordnenden Nachwort von Oleg Jurjew liegt dieses Kleinod der St. Petersburger Literatur nun auch erstmals in deutscher Übersetzung vor.

Zeit: 20 Uhr
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: 7,-/4,-

Ein Abend für Harry Oberländer. Abschiedsfeier

Freitag, 18. Dezember 2015, 20 Uhr:
Von Abschieden und Neuanfängen. Ein Abend für Harry Oberländer.

30 Jahre lang hat Harry Oberländer die Geschicke des Hessischen Literaturforums zunächst als Mitarbeiter und später als Geschäftsführer mitbestimmt – am Ende des Jahres fügt er seinem Leben ein neues Kapitel hinzu, nämlich das des Ruheständlers.
Zahlreiche Überraschungsgäste haben sich für den Abend angekündigt, um diesen Abschied gebührend zu feiern – Namen nennen wir nicht, sonst wären es ja keine Überraschungen mehr, aber Hinweise können wir geben: Mit dabei sind u.a. Büchner-, Bachmann- und Huchel-Preisträger, ehemalige Stadtschreiber aus Bergen und viele, viele Trägerinnen und Träger der Frankfurter Goetheplakette. Anschließend laden wir alle Gäste ein, bei Wein und den Köstlichkeiten eines opulenten Buffets mit uns zu feiern.

Ebenfalls verabschieden werden wir uns vom Literaturforum, so wie Sie es kennen – denn Anfang kommenden Jahres werden wir unsere Tore für einige Wochen schließen und für Sie renovieren. Da Renovierungen immer auch Geld kosten, würden wir uns über Unterstützung in Form großzügiger Spenden sehr freuen.

Um Reservierung bis zum 11. Dezember unter malte.kleinjung@hlfm.de oder 069 – 2444 9941 wird gebeten.

Zeit: 20 Uhr
Ort: Literaturforum im Mousonturm
Eintritt: frei

Nach Renovierung öffnet das Literaturforum Mousonturm Anfang März 2016 wieder

Im Anschluss an diese Veranstaltung schließt das Hessische Literaturforum seine Pforten bis Anfang März: Diese Zeit wird das Team nutzen, um „endlich auch unseren Veranstaltungsraum in ästhetischer Hinsicht ins 21. Jahrhundert zu überführen.“

Verleihung des Sondermann 2015, Oscar der Komischen Kunst, an Michael Sowa am 11.11. im Mousonturm Frankfurt

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Anlässlich der Verleihung des „Bernd Pfarr Sondermanns für komische Kunst“ in Höhe von 5.000 Euro an Michael Sowa veranstaltet das Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt a.M. die große SONDERMANN-Gala 2015 mit Pausen und Trompeten am
Mittwoch 11.11.2015
Beginn mit der Lesung 20.00 Uhr

Preisträger Michael Sowa, © Hans Georg Gaul
Preisträger Michael Sowa, © Hans Georg Gaul

Prachtvoll wird die gigantische Glitzer- und große SONDERMANN-GALA 2015 mit Pausen und Trompeten (11.11.) begangen. Der Oscar der Komischen Kunst geht dieses Jahr an den Berliner Maler, Zeichner und Wanderprediger Michael Sowa und wird inklusive Scheck und Statue mit einer Mons-tergala und echten Superstars zum Anfassen und Zuhören.- Vorlese-Stargast ist Horst Evers, Livemusik kommt von Jens Friebe und dem Preisträger Michael Sowa – garantiert pappnasenfrei, aber umso begeisterter gefeiert. Mit weiteren Figuren wie Oliver Maria Schmitt, Andreas Platthaus, Leo Fischer, Leo Riegel, Hans Zippert u.a.

Weitere Infos über: SONDERMANN
Verein zur Förderung, Erforschung und Verbreitung der Komischen Kunst und Literatur e.V.
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piepenZeit
Mittwoch 11.11.2015
LESUNG
20.00 Uhr,
Eintritt: VVK € 17,50 / AK € 19,-.

ORT
Künstlerhaus Mousonturm
Saal
Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main