Kategorie-Archiv: MMK Museum für Moderne Kunst

FAVN – Eine Performance von Florian Hecker im Rahmen des Musikfests „Nachmittag eines Fauns“ in der Alten Oper Frankfurt

nachmittag-eines-faunsFAVN – Eine Performance von Florian Hecker

Im Vorfeld seiner Ausstellung „Formulations“ (26. November 2016 – 5. Februar 2017) im MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main zeigt Florian Hecker seine Performance „FAVN“ am 5. Oktober um 20 Uhr im Rahmen des Musikfests „Nachmittag eines Fauns“ in der Alten Oper Frankfurt.
Mit der Performance begibt sich Hecker zum ersten Mal aus dem Zusammenhang der bildenden Kunst heraus hinein in ein klassisches Konzerthaus.

In seiner neuen Arbeit nimmt Florian Hecker Bezug auf Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune“ wie auch auf die dichterische Vorlage Stéphane Mallarmés und die choreografische Umsetzung durch Vaslav Nijinsky aus dem Jahr 1912 – drei Werke, in denen für Hecker die Erwartungshaltungen des Publikums und deren Nichterfüllung in spannungsvollem Kontrast stehen. Diese Kluft wie auch die Frage der eigenen Wahrnehmung von Realität und Fiktion beschäftigten Hecker in seiner Arbeit. Inmitten der computergenerierten Klänge wird der Zuhörer keine zielgerichtete Erzählung erleben, sondern einen überflüssig gewordenen Zeitbegriff erfahren.

Die Arbeiten des international agierenden Sound-Künstlers Florian Hecker waren unter anderem auf der documenta, zahlreichen internationalen Ausstellungsorten sowie im MMK zu erleben. In der Sammlung des MMK ist Hecker mit der Arbeit „Event, Stream, Object“ (2010) vertreten. Seine „sound-pieces“ sind Klangereignisse, die sich im Raum und in der Bewegung der Rezipienten erschließen.
Das MMK Museum für Moderne Kunst wird vom 26. November 2016 bis zum 5. Februar  2017 unter dem Titel „Formulations“ eine umfassende Sequenz von Florian Heckers Klangwerken zeigen.

Eine Koproduktion der Alten Oper Frankfurt mit dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt.

Eintritt 19 Euro / Tickets über Alte Oper: 069 / 13 40 400 oder www.alteoper.de

Fiona Tan „Geografie der Zeit“ – ab 17.09.2016 im MMK1 Frankfurt

© massow-picture
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17. September 2016 — 15. Januar 2017 im MMK 1

Die Künstlerin Fiona Tan zählt zu den herausragenden Künstlerinnen der Gegenwart. Im Mittelpunkt der Werkschau „Geografie der Zeit“ stehen neben Hauptwerken aus ihrem filmischen Œuvre – wie die Doppelprojektion „Rise and Fall“ – die neueste Entwicklung in ihrem Werk hin zu installativen Environments. „Mit diesem Projekt setzt das MMK seine programmatische Ausrichtung fort, ‚mid-career’-Ausstellungen internationaler Künstler gemeinsam mit neuen Arbeiten zu zeigen und diese mit der Architektur des Museums in Beziehung zu setzen“, so Prof. Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK Museum für Moderne Kunst, über die Ausstellung.

Fiona Tan hat das Erdgeschoss des MMK 1 in einen Parcours verwandelt, auf dem sich Videoprojektionen, Audio- und skulpturale Arbeiten zu einer dichten Reflexion über das Individuum in einer aus den Fugen geratenden globalisierten Welt verbinden. Zentrale Fragen zur Identität des Menschen im 21. Jahrhundert werden dabei aufgeworfen: Wie sehen wir uns selbst und was bestimmt unsere Perspektive auf das Andere? In filmisch eindrucksvollen Bildern und Installationen erzählt Tan davon, wie die eigene Erinnerung unser Verständnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft prägt. In ihren Bildwelten lösen sich die Grenzen zwischen persönlichem und kollektiven Gedächtnis, Innen und Außen, Fiktion und Wirklichkeit auf.

Zeit, Erinnerung und Identität waren von Beginn ihrer künstlerischen Karriere zentrale Themen in Fiona Tans Œuvre. Die sieben im MMK 1 gezeigten Werke folgen diesen Leitmotiven, wobei die Künstlerin in den letzten Jahren ihre Arbeit von filmischen und fotografischen Werken auf objektbasierte Installationen ausgeweitet hat. „Mit Interventionen in die Architektur, Objektinstallationen und Archivmaterialien dehnen sich ihre filmischen Welten in den Ausstellungsraum aus. Das MMK freut sich, diese neue Entwicklung in Fiona Tans Œuvre einem breiten internationalen Publikum zu präsentieren“, erläutert Peter Gorschlüter, Kurator der Ausstellung.

Den Anfang macht die Arbeit „1 to 87“ (2014), eine weitläufige Modelleisenbahn-Landschaft, die sich über die zentrale Halle des MMK erstreckt. Der Titel steht für den Maßstab 1:87, in dem das Werk angelegt wurde. Die auf den ersten Blick idyllisch erscheinende Szenerie bekommt bei genauerem Hinsehen Risse. Der Betrachter wird Zeuge von Begebenheiten, die mit der scheinbaren Arglosigkeit des Panoramas brechen: So ereignet sich beispielsweise ein Zugunglück, während die Bewohner einer Kleingartenkolonie Gemüse ernten. Dem beschaulichen Charakter von Modell-Landschaften setzt Tan Szenen einer komplexen Realität entgegen, die sich nicht mehr durch simple Erklärungsmodelle beschreiben lassen.

In ihrem Filmtriptychon „Ghost Dwellings I–III“ (2014) rückt Fiona Tan hingegen die ökologischen und ökonomischen Folgen der Globalisierung in den Fokus. Sie besuchte drei Orte, die von Verfall und Verwüstung gezeichnet sind: Cork (Irland), das unter den Auswirkungen der internationalen Immobilienblase von 2008 leidet, die einst prosperierende Autostadt Detroit (U.S.A.), die langsam in den finanziellen Bankrott glitt, und die Sperrzone in Fukushima (Japan), die nach dem nuklearen Unglück 2011 errichtet wurde. In diesen Gegenden spürte die Künstlerin Anzeichen einer Wiederbelebung nach, einem Phänomen, das als ‚Nachernte’ bekannt ist. Der Begriff bezeichnet das Wachstum neuer Triebe, nachdem die Ernte erfolgt ist. Die filmischen Porträts dieser melancholischen Schauplätze kontrastiert die Künstlerin mit einem scheinbar behausten Environment, das den Anschein erweckt, als könne sein geheimnisvoller Bewohner jederzeit zurückkehren.

Wie ein roter Faden zieht sich die Beschäftigung mit dem Menschen und seinem Blick in eine ungewisse Zukunft durch Fiona Tans neueste Produktionen. In ihrer Arbeit „Apocalypse“ (2014) verwendet Tan eine Kamera, um Szenen des im französischen Château Angers ausgestellten mittelalterlichen Wandteppichs „L’Apocalypse d’Angers“ (1373–83) abzutasten. Der Zyklus gilt mit seinen fast fünf Metern Höhe sowie über hundert Metern Länge als die größte erhaltene Webarbeit des Mittelalters. Ihren Aufnahmen fügte die Künstlerin einen das Bild durchlaufenden Text hinzu, welcher verschiedene Ausschnitte des Zyklus beschreibt. Gleichzeitig erinnern die vorbeiziehenden Zeilen an den nicht abreißenden Informationsfluss von heutigen Börsen- und Nachrichtentickern und stellen eine Verbindung zu Ereignissen unserer Gegenwart her, die sich in Form von Aktienkursen, Opferzahlen und Wahlergebnissen manifestieren.

Der Traum von einem utopischen Idyll und dem Streben nach Glück findet sich in einem von einer altertümlichen Legende inspirierten Hörstück. „Brendan’s Isle“ (2010) berichtet von den Abenteuern des irischen Mönchs Sankt Brendan, der sich im 6. Jahrhundert mit einem Fischerboot auf eine Seereise begab, um das Paradies auf Erden zu finden, das er nach sieben Jahren erreichte. Obwohl der genaue Ort der von Sankt Brendan entdeckten Insel nie ermittelt werden konnte, wurde sie auf historischen Landkarten vermerkt. In Tans Nacherzählung eröffnet die Geschichte Raum für Imagination, indem sie auf das Unsichtbare anspielt.

Neben der Auseinandersetzung mit dem Lebensraum des Menschen fokussiert sich Tan in ihren Arbeiten „Rise and Fall“ (2009), „Nellie“ (2013) und „Diptych”( 2006–2011) auf das Individuum, indem sie die Verflechtung von persönlicher Identität und kultureller Prägung untersucht. In ihren filmischen Installationen greifen Sehen und Gesehenwerden, Blick und Gegenblick ineinander und verschmelzen zu einer Einheit.

Für „Rise and Fall“ filmte Fiona Tan an den Niagarafällen sowie in Belgien und den Niederlanden. Eine jüngere und eine ältere Frau scheinen denselben Raum zu bewohnen, ohne jedoch jemals aufeinanderzutreffen. Ob sich die ältere Frau ihres jüngeren Selbst erinnert, die junge Frau ihr künftiges Selbst ersinnt oder aber beide Frauen unabhängig voneinander in der Gegenwart existieren, bleibt offen. Das filmische Doppelporträt der Frauen wird durch Bilder von Wasser in verschiedenen Bewegungszuständen verbunden. Die raumgreifende Doppelprojektion bietet die Möglichkeit der Reflexion über den Fluss der Zeit sowie die Unschärfe von Erinnerungen und verweist auf das Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft, Erinnern und Vergessen.

Die Videoinstallation „Nellie“ versetzt den Betrachter an einen anderen Ort in eine andere Zeit. Inspiriert ist die Arbeit vom Leben der Cornelia van Rijn, Rembrandts unehelicher Tochter, die im Alter von sechzehn Jahren nach Batavia (dem heutigen Jakarta) emigrierte. Über Cornelias Leben ist kaum etwas bekannt; von ihr existieren keine Porträts. Diese Leerstelle in den Geschichtsbüchern ermöglichte es Tan, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen. Die bewegende Arbeit bildet eine Hommage an eine vergessene Frau, deren „offene Geschichte“ wiederbelebt wird.

Für „Diptych“ filmte Fiona Tan über einen Zeitraum von fünf Jahren – zwischen 2006 und 2011 – auf der schwedischen Insel Gotland Porträtaufnahmen von 15 eineiigen Zwillingspaaren Tan selbst sagt: „Dieses Projekt begann als Studie zu Synchronität und Dauer. Ich war interessiert an der visuellen Messung von Zeit. Paradoxerweise sehe ich diese Arbeit mittlerweile eher als eine Erforschung von Gleichheit, vom Konstanten und Unveränderlichen.“

Präsentiert werden die Werke in einer faszinierenden, von der Künstlerin entworfenen Ausstellungsarchitektur. Die rolltorähnliche Struktur erinnert an gewerbliche Lagerräume, kann jedoch auch als Anspielung auf die in aller Welt entstehenden Zollfreilager für Kunst und Luxusgüter verstanden werden oder als Reflexion über die Themen des Transits, der Entgrenzung und des Verlustes von Verortung und Identität.

Fiona Tan wurde 1966 in Pekanbaru (Indonesien) geboren. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam (die Niederlande) und Los Angeles (U.S.A.). Ihr Werk wurde in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt. 2002 nahm sie an der documenta 11 in Kassel teil. 2009 vertrat sie die Niederlande auf der 53. Venedig Biennale.

Eröffnung: Freitag, 16. September 2016, 20 Uhr im MMK 1

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem National Museum of Art, Architecture and Design, Oslo (Norwegen), dem MUDAM, Luxemburg, und dem Tel Aviv Museum (Israel).

Die Ausstellung wird gefördert durch den Mondriaan Fund mit Unterstützung des Niederländischen Außenministeriums und des Niederländischen Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft, die Stiftung Ammodo und die Botschaft des Königreichs der Niederlande, Berlin.

Veranstaltungstipp: Donnerstag, 29. September 2016, 20.30 Uhr, Fiona Tans erster Kinofilm „History’s Future“ (2016) im Deutschen Filmmuseum

Katalog: Zur Ausstellung ist eine Publikation bei Koenig Books, London erschienen. Im Museum erhältlich für 24,80 Euro.

Laure Prouvost „all behind, we’ll go deeper, deep down and she will say:“ MMK3 Frankfurt, 3.09.2016

Video Installation, Courtesy of the artist and MOT International, London & Brussels, Foto: Tim Bowditch
Video Installation, Courtesy of the artist and MOT International, London & Brussels, Foto: Tim Bowditch


3. September – 6. November 2016 im MMK 3

Laure Prouvost (*1978) verwandelt das MMK 3 mit der Ausstellung „all behind, we’ll go deeper, deep down and she will say:“ in ein raumgreifendes Environment. „Das MMK Museum für Moderne Kunst freut sich sehr, die Turner-Preisträgerin mit ihrer ersten umfassenden Einzelpräsentation in Deutschland zu zeigen, in der sie mehrere Neuproduktionen mit filmischen Arbeiten der letzten Jahre sowie mit skulpturalen Elementen und Malerei zu einer neuen Erzählung verbindet“, so Prof. Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK.

Ausgangspunkt der Ausstellung im MMK 3 ist die fiktive Geschichte der Großeltern der Künstlerin. Der Großvater – eine Persiflage der heroisch männlichen Künstlerfigur – gräbt im Rahmen eines Kunstprojektes einen Tunnel, verschwindet darin und ist seither nicht wieder aufgetaucht. Die Großmutter wird unterdessen im Bericht der Enkelin zur eigentlichen Protagonistin, die sich die zurückgelassenen Kunstwerke des Großvaters zu eigen macht, sie umfunktioniert und so ihr eigenes künstlerisches Schaffen entfalten kann. Diese Geschichte, die Prouvost bereits 2013 in ihrer mehrfach preisgekrönten Arbeit „Wantee“ angelegt hat, dient der Künstlerin als Motiv für die Beschäftigung mit dem Thema Eskapismus und der damit verbundenen Abwendung von gesellschaftlich etablierten Rollenbildern, Werte- und Ordnungssystemen sowie der Hinwendung zu alternativen, fantastischen Weltvorstellungen.

Bereits vor Betreten der Ausstellungsräume fordert Prouvost die Besucher mit dem monumentalen Schild „IDEALLY YOU WOULD LEAVE EVERYTHING BEHIND“ (2016) auf, alles hinter sich zu lassen, um in ihre bizarre Vorstellungswelt einzutauchen. Diese Aufforderung wird durch die eigens für die Frankfurter Ausstellung entworfenen Installationen „On Our Way“ (2016) und „Deep Travels Ink.“ (2016) im Eingangsbereich aufgegriffen. Der Besucher findet sich in einem Reisebüro wieder und wird zum Akteur in einem surrealen Szenario, das ihn auf die zentralen Themen der Ausstellung einstimmt: die Sehnsucht nach dem Unbekannten und das Abtauchen in ferne Welten, Alltagsflucht und das bewusste sich Verlieren, in der Hoffnung, am Ende wieder zu sich selbst zu finden. Die Eingangsinstallation dient als Prolog für den Hauptteil der Präsentation im zentralen Saal des MMK 3. Nacheinander werden hier auf fünf großen Screens Videoarbeiten projiziert. Die Choreografie der Bilder umfasst zudem Licht- und Soundinstallationen. Erstmals löst Prouvost die einzelnen Filme aus ihren individuellen, räumlichen Inszenierungen und lässt sie in einer Art Traumwelt ineinandergreifen. Sie erzeugt ein Setting, das den Betrachter auf unterschiedlichen Sinnesebenen in seinen Bann zieht. Requisiten, die Prouvost in den Videos einsetzt, tauchen im Ausstellungsraum zusammen mit exotischen Pflanzen, von Erde und Kunstharz umfasst, wieder auf. Es entsteht eine dystopisch erscheinende Gesamtinszenierung, in der zusehends die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwimmt. 

Prouvosts Filme gehen immer über die erzählerische Ebene hinaus. Die Künstlerin erforscht die Verführungskraft von Bildern, deren Illusionspotenzial und die unmittelbar räumliche Dimension. Sie verbindet den filmischen mit dem realen Raum der Ausstellung und untersucht das Zusammenspiel von Bild, Ton, Schrift und Sprache. Besonders mit „Feeling the Wall“ (2014) schafft sie ein Bewusstsein für den Ausstellungsraum, der zum Hauptakteur dieser Sound- und Lichtinstallation wird. „Für Prouvosts vielschichtige Videoarbeiten ist eine surreale Grundstimmung sowie die Verwendung skurriler Wortspiele charakteristisch. Sie untersucht die Vorstellung von Fiktion und Wahrheit und regt den Betrachter dazu an, Wahrnehmungskonventionen zu hinterfragen“, erklärt Anna Goetz, Kuratorin der Ausstellung.

Im MMK 3 wird das zweite und zentrale Kapitel einer dreiteiligen Überblicksausstellung erzählt. 
Sie begann Ende Juni 2016 unter dem Titel „Dropped here and then, to live, leave it all behind“ in einer labyrinthischen Struktur im Le Consortium, Dijon (Frankreich). In Frankfurt gleitet die Geschichte nun in eine zeitlose Welt, die bestimmt ist von parallel verlaufenden Erzählsträngen. Ende Oktober 2016 kommt die Erzählung im Kunstmuseum Luzern (Schweiz) aus der Dunkelheit wieder ans Licht und trägt den Titel „and she will say: hi her, ailleurs to higher grounds…“. Obwohl die drei Ausstellungsorte einem übergreifenden thematischen Faden folgen, steht jede Präsentation für sich und bietet den Besuchern eine in sich geschlossene und eigenständige Ausstellungserfahrung. 

Ermöglicht durch: Jürgen Ponto-Stiftung
Mit Unterstützung von: Instiut Francais
In Kooperation mit Le Consortium, Dijon und Kunstmuseum Luzern
Ausstellungsdesign: Diogo Passarinho

Ort:
MMK3
Domstraße 3,
60311 Frankfurt am Main

Museumsuferfest 2016: Museum für Moderne Kunst

© massow-picture
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Im MMK 1
Vor 25 Jahren wurde das MMK eröffnet. Aus diesem Anlass können Besucher bei einer Rallye das Tortenstück und seine Kunstwerke Revue passieren lassen oder
auch neu entdecken. Zusätzlich finden regelmäßige Führungen durch die Sammlungspräsentation statt.

Im MMK 2
Besucher des MMK 2 können die aktuelle Ausstellung „Das imaginäre Museum“ in regelmäßigen Führungen kennenlernen. Ausgerüstet mit rätselhaften Details von Kunstwerken gilt es, diese zu finden und bestmöglich zu memorieren. Die Erinnerungen können am Ende der Ausstellung in Wort und Bild festgehalten werden und aus dem Werkdetail kann ein Button zum Mitnehmen angefertigt werden.

Ausführliches Programm

Museum für Moderne Kunst

Absolventenpreis des Städelschule Portikus e.V. im MMK 3 Frankfurt

Franziska Wildt, Ruin, 2016  © Franziska Wildt, Foto/photo: Thomas Schröder © MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
Franziska Wildt, Ruin, 2016 © Franziska Wildt, Foto/photo: Thomas Schröder © MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main

Im Rahmen der Eröffnungsfeier der Ausstellung „Croissant“ Absolventen der Städelschule 2016 im MMK 3 des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main fand am 13. Juli 2016 die Verleihung des Absolventenpreises statt.

Die Fachjury freut sich, den diesjährigen Absolventenpreis in Höhe von Euro 2.000 an Stuart Middleton verleihen zu können.

Dank der großzügigen Unterstützung des Fördervereins Städelschule Portikus e.V. wird zum 14. Mal ein Preis für die beste Absolventenarbeit verliehen.

Die Jury tagte am 12. Juli 2016:
Anna Goetz, Kuratorin, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
Philippe Pirotte, Rektor Städelschule
Kolja Reichert, Autor & Journalist
Philip Graf Solms, Vorstand Städelschule Portikus e.V.
Christian Spies, Professor für Kunstgeschichte Goethe-Universität Frankfurt

Begründung/Statement:
Die Jurymitglieder, bestehend aus drei Fachleuten, dem Rektor der Städelschule und einem Vertreter des Städelschule Portikus e.V., sind zu der Entscheidung gekommen, dem Künstler Stuart Middleton den Preis zu verleihen. Diese Entscheidung fiel der Jury sehr schwer angesichts der vielen herausragend guten Arbeiten in der Ausstellung.

Der Status von Stuart Middletons Arbeiten ist offen. Seine Objekte sind sowohl eigenständige Skulptur im Raum als auch Protagonisten in minutiös gebauten Stop-Motion-Filmen. Als verstörend banale Widergänger unserer Gegenwart, rufen sie ein dystopisches Grundgefühl auf und rütteln an der brüchig gewordenen Grenze zwischen Realität und Modell.

Stuart Middleton *1987, Crewe, GB
studierte freie Bildende Kunst an der Städelschule in der Klasse von Prof. Michael Krebber von 2013–2016. Von 2006–2009 Studium der Malerei, Camberwell College of Art, London

Werkinfos: Stuart Middleton, „Puppet 02“, 2016, Verschiedene Materialien

 

Das imaginäre Museum Filmreihe von Donnerstag, 14., bis Samstag, 30. Juli 2016 im Filmmuseum Frankfurt

Imaginäres Museum - MMK 2 Fogo:  © massow-picture
Imaginäres Museum – MMK 2 Fogo: © massow-picture

Begleitend zu der Ausstellung „Das imaginäre Museum“ im MMK 2 zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums ein Filmprogramm, das sich mit dem Thema Erinnerung beschäftigt. Inspiriert von Ray Bradburys Science-Fiction-Roman Fahrenheit 451 und der Verfilmung von François Truffaut (GB 1966), entwirft die Ausstellung ein düsteres Zukunftsszenario, in dem Kunstwerke nur noch in Erinnerungen bewahrt werden.

Donnerstag, 14. Juli 2016, 20:30 Uhr
Samstag, 16. Juli 2016, 22:30 Uhr
FAHRENHEIT 451
Großbritannien 1966. R: François Truffaut
D: Oscar Werner, Julie Christie, Cyril Cusack. 113 Min. DCP. OF

Fahrenheit 451 ist der Hitzegrad, an dem Papier angeblich Feuer fängt. Die eigenwillige Verfilmung des Romans Fahrenheit 451 von Ray Bradbury ist angesiedelt in einem autokratischen Polizeistaat, in dem Bücher verboten sind und Lesen unter Strafe steht. Statt mit futuristischen Klischees zu hantieren, zeichnet François Truffaut diese Welt gleichgeschalteter Untertanen mit tückischer Normalität: Die Bücherverbrenner treten in Gestalt biederer Feuerwehrmänner auf. Einer von ihnen fängt irgendwann an, sich aus der lethargischen Anpassung zu befreien und Befehle zu hinterfragen. Eine Hommage an die Literatur, die Kultur und die Phantasie.

Freitag, 22. Juli 2016, 20:30 Uhr
Samstag, 30. Juli 2016, 22:30 Uhr
THE TIME MACHINE
USA 1960. R: George Pal
D: Rod Taylor, Alan Young, Yvette Mimieux. 103 Min. Blu-ray. OF

Ein junger britischer Wissenschaftler reist um die Jahrhundertwende mit einem Zeitschlitten ins Jahr 802.701, wo er zwei gegensätzliche Lebensformen findet: Die Eloi sind sanfte Paradiesbewohner, während die unter der Erde hausenden Morlocks sich als teuflische Ausbeuter und Kannibalen erweisen, gegen die sich ein Aufstand der Unterdrückten formiert. THE TIME MACHINE besticht mit atmosphärischer Dichte und einem humanistischen Kern, der Themen wie Vergänglichkeit und Zeitenwandel unaufdringlich in seinen Erzählfluss einbettet.

Freitag, 22. Juli 2016, 22:30 Uhr
Treppe 41 präsentiert:
TOTAL RECALL
USA 1990. R: Paul Verhoeven. D: Arnold Schwarzenegger,
Sharon Stone, Michael Ironside. 113 Min. 35mm. OF

Einen Film wie TOTAL RECALL (1990) wird es kein zweites Mal geben: Er strotzt vom Flair der späten Achtziger, von Arnie-Sprüchen, radikaler Verhoeven-Ästhetik und Mindfuck nach Philip K. Dick. Seine Kinematografie ist üppig und drastisch, seine Geschichte zeigt Wahrheit als Schein, das Schöne im Hässlichen und das Monströse in Machtstrukturen. TOTAL RECALL ist ebenso ambitionierte Science Fiction wie genüssliche Schwarzenegger-Action.
Vorgestellt von: Eva Szulkowski
Nach dem Film: Treppengespräch mit Wein und Bier

Dienstag, 26. Juli 2016, 20:30 Uhr
Freitag, 29. Juli 2016, 22:30 Uhr
TWELVE MONKEYS
USA 1995. R: Terry Gilliam
D: Bruce Willis, Madeleine Stowe, Brad Pitt. 129 Min. 35mm. OF

Nach einer weltweiten Virus-Epidemie arbeitet eine Gruppe von Wissenschaftlern an der Rettung der Menschheit durch Zeitreisen. Ein von einer Kindheitserinnerung besessener Mann wird in die Vergangenheit geschickt, um die Ursache der Katastrophe ausfindig zu machen. Dort landet er in einer Psychiatrie und kommt mit einem (scheinbar) Verwirrten in Kontakt. Dieser gehört den „12 Monkeys“ an und berichtet von Experimenten mit Tieren. Terry Gilliam inszeniert den Stoff als apokalyptischen Fiebertraum, der mit dem subjektiven Fokus auf den Helden geschickt die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verwischt.

Direktorin des MMK, Susanne Gaensheimer, erhält Honorarprofessur an der Goethe-Universität

Direktorin des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main will Studierenden internationale Gegenwartskunst vermitteln

Die Direktorin des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, Dr. Susanne Gaensheimer, ist neue Honorarprofessorin der Goethe-Universität. Die renommierte Kunsthistorikerin und Kuratorin ist der Goethe-Universität bereits seit 2013 mit einem Lehrauftrag in Kunstgeschichte verbunden. Ihre Professur möchte sie nutzen, um ausgehend von der Sammlung des MMK die Geschichte der Gegenwartskunst mit den Schwerpunkten Pop Art, Minimalismus, Konzeptkunst und neue Medien in den Fokus zu rücken. Dabei bietet sie den Studierenden die Möglichkeit, in den Museumsräumen und anhand der originalen Werke ein tiefes Verständnis für die Gegenwartskunst und ihre Kontexte zu entwickeln. Studierende können im Rahmen einer intensiven Kooperation mit dem Masterstudiengang „Curatorial Studies“ auch kuratorische Praxiserfahrungen im MMK sammeln und damit eine konkrete Vorstellung für künftige Berufsfelder entwickeln.

„Susanne Gaensheimer lehrt unsere Studierenden – und implizit auch andere an der Uni – über das zu sprechen, was wir sehen, nicht nur über das, was wir lesen“, sagte die Präsidentin der Goethe-Universität, Prof. Birgitta Wolff. „Das ist eine unendlich wichtige Ergänzung unserer Arbeit in Lehre und Forschung und gelebte Third Mission im besten Sinne. Toll, dass sie nun auch Professorin bei uns ist.“
Susanne Gaensheimer betont: „Ich freue mich sehr über die enge und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Goethe-Universität und dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und die ehrenvolle Aufgabe, die internationale Gegenwartskunst den Studierenden näherzubringen.“

Gaensheimer studierte Kunstgeschichte in München und Hamburg. Von 1995 bis 1996 absolvierte sie das Independent Study Programme des Whitney Museum of American Art in New York. 1998 wurde sie mit einer Dissertation über Bruce Nauman promoviert. 1998 bis 1999 absolvierte sie ein wissenschaftliches Volontariat an der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München. 1999 bis 2001 war sie Direktorin des Westfälischen Kunstvereins in Münster. Von 2001 bis 2008 leitete sie die Sammlung für Gegenwartskunst in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Seit Januar 2009 ist sie Direktorin des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main.

Susanne Gaensheimer kuratierte den deutschen Pavillon der Biennale di Venezia 2011, der ursprünglich von Christoph Schlingensief gestaltet werden sollte. Der von Gaensheimer postum eingerichtete Pavillon erhielt den „Goldenen Löwen“, die höchste Auszeichnung der Biennale. Auch 2013 kuratierte sie den deutschen Beitrag zur 55. Biennale. Anfang 2012 wurde sie u.a. in die Ankaufskommission der Bundesrepublik Deutschland, in den Sparkassen-Kulturfonds, in die Turner Prize-Jury 2013 und in die Findungskommissionen für den Kurator der 7. und 8. Berlin Biennale 2014 sowie der 14. documenta in Kassel 2017 berufen. Seit 2013 hat sie einen Lehrauftrag am Kunstgeschichtlichen Institut an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Im Dezember 2014 wurde ihr der Hessische Verdienstorden verliehen.

MMK Museum für Moderne Kunst – Programm zum Museumsuferfest 2015

Museum für moderne Kunst

Im Rahmen des diesjährigen Museumsuferfestes können Besucher im MMK 1 und MMK 2 am 29. und 30. August an spannenden Führungen und Veranstaltungen zu den aktuellen Ausstellungen teilnehmen.

Programm MMK 1 (Domstraße 10)
IMAGINE REALITY

Die RAY Fotografieprojekte vereinen herausragende internationale Positionen der zeitgenössischen Fotografie in einer einzigartigen Kooperation in Frankfurt und Umgebung. Die Übergänge zwischen dokumentarischer, fotojournalistischer, angewandter und künstlerischer Fotografie werden in der Hauptausstellung „Imagine Reality“ in den Fokus gerückt. Die Künstler und Künstlerinnen bilden nicht nur die Wirklichkeit ab, sondern schaffen neue Realitäten. Ob Zukunftsutopie, Horrorszenario oder Wohlfühloase- zum Museumsuferfest können Sie selbst eine neue Realität kreieren. In einer Fotobox entstehen Fotos vor Ihrem selbst gestalteten Hintergrund. Zusätzlich finden regelmäßige Führungen durch das MMK 1 und MMK 3 statt.

Samstag, 29. August
11.00 Uhr Führung „Imagine Reality“
14.30 Uhr Führung „Imagine Reality“
16.00 Uhr Führung „Imagine Reality“ (Englisch)
14.00 – 18.00 Uhr Fotobox „Imagine Reality“

Sonntag, 30. August
11.00 Uhr Führung „Imagine Reality“
14.30 Uhr Führung „Imagine Reality“
17.00 Uhr Führung „Imagine Reality“
14.00 – 18.00 Uhr Fotobox „Imagine Reality“

Programm MMK 2 (TaunusTurm, Taunustor 1)
Tuchfühlung. Kostas Murkurdis und die Sammlung des MMK
Der Modedesigner Kostas Murkurdis arbeitet an der Schnittstelle von Mode und Kunst. Durch neue Präsentationsformen, die traditionelle Standards der Modewelt unterlaufen, und Entwürfe, die auf performative, skulpturale und konzeptuelle Fragestellungen eingehen, verändert er unsere Vorstellung von Mode. Während des Museumsuferfests können Besucher die Verschmelzung von Kunst und Mode bei Kostas Murkudis in Führungen kennenlernen. In der Fashion Factory können Sie anschließend selbst aktiv werden und Ihre Kleidungsstücke mittels Siebdruck umgestalten. Es werden Stoffe vorhanden sein, Sie können aber auch gerne eigene Kleidungsstücke mitbringen.

Samstag, 29. August
12.30 Uhr Führung „Tuchfühlung“
16.00 Uhr Führung „Tuchfühlung“
14.00 – 18.00 Uhr Fashion Factory

Sonntag, 30. August
12.30 Uhr Führung „Tuchfühlung“
16.00 Uhr Führung „Tuchfühlung“
14.00 – 18.00 Uhr Fashion Factory

Kontakt

MMK 1|2|3 Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
MMK 1 und MMK3: Domstraße 10, 60311 Frankfurt am Main
MMK 2: TaunusTurm, Taunustor 1

Tel.: 069/21 23 04 47
Fax: 069/21 23 78 82

Öffnungszeiten:
Fr. – So.: 10.00 – 18.00 Uhr

Internet:
E-Mail: mmk@stadt-frankfurt.de
www.mmk-frankfurt.de

MMK Museum für Moderne Kunst

Ausstellungen

Museum für moderne Kunst„Das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main gehört zu den weltweit bedeutendsten Museen für Gegenwartskunst. Mit seinen großen Einzelausstellungen und seiner über 5.000 Werke umfassenden Sammlung internationaler Gegenwartskunst ist das MMK seit seiner Eröffnung im Jahr 1991 ein großer Anziehungspunkt für Kunstinteressierte.

museum für moderne KunstDie Erweiterung des MMK im Herbst 2014 markiert einen Meilenstein in der Geschichte des Museums: Eine zusätzliche Fläche von rund 2.000 Quadratmetern in dem neu errichteten Hochhaus TaunusTurm mitten im Frankfurter Bankenviertel ermöglicht es dem MMK größere Teile seiner Sammlung, als bisher möglich, zu präsentieren. Das MMK ist damit an drei Ausstellungsorten präsent.“ (Text MMK)

Öffnungszeiten MMK 1|2|3

Dienstag – Sonntag: 10 – 18 Uhr
Mittwoch: 10 – 20 Uhr
Montag: geschlossen

Standorte
MMK Museum für Moderne Kunst
Telefon +49 69 212 30447
Fax +49 69 212 37882
E-Mail: mmk@stadt-frankfurt.de

MMK 1
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main

MMK 2
TaunusTurm
Taunustor 1
60310 Frankfurt am Main

MMK 3
Zollamt
Domstraße 3
60311 Frankfurt am Main