Kategorie-Archiv: March for Science

March for Science Professor Dr. Frank E.P.Dievernich: Ohne Fakten kommt anwendungsorientierte Lehre nicht aus

Professor Dr. Frank E.P.Dievernich – Es geht um die Freiheit unserer Gesellschaft

Professor Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurter University of Applied Science Foto: Diether v. Goddenthow
Professor Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurter University of Applied Science Foto: Diether v. Goddenthow

Als nächster Redner wies Professor Dr. Frank E.P.Dievernich, Präsident der Frankfurter University of Applied Science, darauf hin, dass wir, was wir hier gerade heute alle zusammen machen, nichts Geringeres sei, „als dass wir in die Demokratie einzahlen, die die Grundlage für unser Wirken und Arbeiten ist.“ Es sei toll zu sehen, wie viele Menschen sich beteilitgen, nicht nur in Frankfurt, sondern deutschland- und weltweit an der Stelle. „Und ich glaube und ich hoffe sehr, dass dieses Zeichen über den Atlantik hinüber schwappt“, so Professor Frank Dievernich.

Als Vertreter der Hochschulen für angewandte Wissenschaften unterstrich der Hochschulpräsident die Bedeutung von faktenbasierter Wissenschaft für die tägliche praktische Studien- und Zusammenarbeit mit seinen Hochschulpartner aus Wirtschaft, Medien und Sozialbereich. „Eine Lehre, die nicht auf Fakten basiert, bedeutet, dass wir Studierende in eine Gesellschaft entlassen, die sie ein Stück weit nicht einordnen können“ „Was für eine Gesellschaft produzieren wir, wenn wir nicht auf Fakten letztendlich achtgeben? so Professor Frank Dievernich.  „Wir müssen uns einsetzen, dass diese Wissenschaft tatsächlich faktenbasiert ist, und es ist wichtig, mitzunehmen, dass wir heute ein Zeichen setzen (…) denn es geht um die Freiheit unserer Gesellschaft!“, so der Hochschulpräsident.

Aus Dokumentation March for Science in Frankfurt gegen Fake-News u. Religionsfundamentalismus für eine aufgeklärte, pluralistische Gesellschaft auf Rhein-Main.Eurokunst von Diether v. Goddenthow

March for Science: Professorin Brigitta Wolff sorgt sich um Freiheit von Wissenschaft und Wissenschaftlern

Professorin Dr. Brigitta Wolff –   „Die Erde sei eine Scheibe? – so geht das nicht!“

Professorin Dr. Brigitta Wolff, Präsidentin der Universität in Frankfurt. Foto: Diether v. Goddenthow
Professorin Dr. Brigitta Wolff, Präsidentin der Universität in Frankfurt. Foto: Diether v. Goddenthow

Zwar sei das Methodenrepertoir der Wissenschaft riesig und pluralistisch, aber „auf die Straße zu gehen, gehört normalerweise nicht dazu“, begann  Professorin Dr. Brigitta Wolff, Präsidentin der Universität in Frankfurt augenzwinkernd ihr Statement, in dem sie interne Einblicke in den weltweiten Wissenschaftsbetrieb gab und aktuelle konkrete Fehlentwicklungs-Beispiele aufzeigte: „Wir sorgen uns um die Freiheit der Wissenschaft. Und wir sorgen uns auch um die Freiheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Uns als Goethe-Uni erreichen in den letzten Monaten in der Tat besorgniserregende Anfragen aus Ländern, mit denen wir bislang extrem eng und in Freundschaft wissenschaftlich, das heißt in Forschung und Lehre, kooperiert haben. Es erreichen uns Anfragen und Nachrichten von ganz konkreten bedrängten, bedrohten, teils entlassenen und vertriebenen Wissenschaftskollegen: Es geht um Freiheit. Es geht um Menschenrechte. Und diese Anfragen haben alle einen besorgniserregenden Inhalt, und auch Ton.“, so Professorin Brigitta Wolff.

Die Freiheit der Wissenschaft sei, daran würden sie aktuell immer wieder in drängender Weise erinnert, nicht überall selbstverständlich, obwohl die Wissenschaftler und Forscher das ganz lange geglaubt haben und glauben wollten. „Und darauf müssen wir aufmerksam machen liebe Freundinnen und Freunde der Wissenschaft. Und danke, dass wir das heute hier gemeinsam tun! „Ich will ganz konkrete Zahlen und Daten und Fakten nennen“, so die Unipräsidentin.

Erstes  Beispiel: „Aus Ungarn schrieb uns eine unserer Absolventinnen, die aktuell ihren Master an der Central European University macht. Sie schrieb von jenem inzwischen berühmten Gesetzesvorhaben der Regierung, dass im Wesentlichen eine Universität betrifft, und zwar eine, die sich ganz besonders der offenen Gesellschaft verpflichtet fühlt: Und sie hat darum gebeten, dass wir mit ihr kommunizieren, was da passiert, natürlich nicht in der Hoffnung, dass wir das eins zu eins verhindern können. Aber wir können wenigstens darauf aufmerksam machen. „

Weitere Beispiele: Schon unmittelbar nach der letzten Präsidentschaftswahl in den USA bekamen wir Anfragen per E-Mail und auf anderem Weg, ob wir kurzfristig Kolleginnen und Kollegen bei uns beschäftigen, bei uns unterbringen könnten. Eine unserer Studierenden aus der Theologie, deren Vater aus Syrien stammt, und die eine doppelte Staatsbürgerschaft hat, durfte auf einmal nicht zu einer Exkursion nach Princeton (Privatuni im US-Bundesstaat New Jersey) mitfahren und dann am Ende, nach ganz viel Hickhack nur mit einem Sondervisum.

Erasmusaustausch bricht im Moment faktisch zusammen

Noch mehr Beispiele: Fakten, liebe Freundinnen und Freunde! Die Goetheuniversität hat 20 Erasmus-Partnerunis in der Türkei. An 12 davon wurden laut der Beobachterseite turkeypurge,com Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entlassen. Stand April 2017: schon über 800.

Nächstes Beispiel: Die Studierendenmobilität nimmt ab: Im Jahr 2015 /2016 gingen noch über 30 Studierende der Universität an unseres Partnerunis in die Türkei. Jetzt für 17/18 sind nur noch weniger als 10 angemeldet. Das Bild der aus der Türkei zu uns kommenden Erasmusstudierenden ist ähnlich. Auch da kommen wir von einer Größenordnung von fast 30 noch letztes Jahr, jetzt angekündigt für’s nächste akademische Jahr auf gerade noch 4. Das heißt: Der Erasmusaustausch der Studierenden, einer der besten Erfindungen der EU, bricht im Moment faktisch zusammen. Und das macht uns verdammt große Sorgen. Das meine Damen und Herren sind Zahlen, Daten und Fakten, nicht irgendwelche gefühlten alternativen parafaktiven oder postfaktischen Auffassungen.“

Professorin Brigitta Wolff verdeutlichte, dass man es sich ja leichtmachen und all diese „Beispiele als individuelle Schicksale oder kleine Betriebsunfälle abtun“ könne. „Ich kann und will das aber nicht!“, so die Unipräsidentin ganz im Sinne der Anwesenden. Denn „freie Bildung und Wissenschaft sind die Voraussetzung für das Gelingen, nicht nur des persönlichen Lebens von Menschen, sondern auch für die Lebens- und Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaften.

Freie Wissenschaft, Freie Bildung, sei die absolute Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit offener, pluralistischer und demokratischer Gesellschaften, so Professorin Brigitta Wolff: „Wenn wir den Herrschenden es überließen, alleine zu bestimmen, was geforscht wird, was wahr ist, und was falsch, müssten wir heute alle noch glauben, die Erde sei eine Scheibe. So geht das nicht!“
Aus Dokumentation March for Science in Frankfurt gegen Fake-News u. Religionsfundamentalismus für eine aufgeklärte, pluralistische Gesellschaft auf Rhein-Main.Eurokunst von Diether v. Goddenthow

Deutscher PEN unterstützt „March for Science“

march.of.scienceDas PEN-Zentrum Deutschland unterstützt den „March for Science“, bei dem am kommenden Samstag, den 22. April, Menschen in über 500 Städten weltweit für die Freiheit der Wissenschaft, für die Vielfalt von Forschungsperspektiven, für den Wissenstransfer in die Gesellschaft und für die Stärkung evidenzbasierter Entscheidungen in der Politik auf die Straße gehen.

Wenn Emotionen die sachliche Diskussion verdrängen und wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden, um daraus politisches Kapital zu schlagen, und wenn Entscheidungsträger nicht mehr auf Grundlage der Datenlage, sondern auf der Basis diffuser Gefühle entscheiden, bedroht dies unsere Gesellschaft insgesamt. Jedem konstruktiven Dialog wird die Basis entzogen. Konstruktiver Dialog aber, Debatte sowie das Streben nach Konsens sind unabdingbar für die Demokratie.

„Schriftsteller lieben Spiel, Phantasie, Experiment.“, so PEN-Generalsekretärin Regula Venske. „Wir verstehen uns sogar auf ‚Fake News‘ und ‚alternative Fakten‘. Aber sie gehören ins Reich von Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung, ins Reich der Literatur! Es ist schon verrückt, dass man sich im 21. Jahrhundert noch und wieder dafür einsetzen muss, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses ernst genommen werden.“

Weitere Informationen finden Sie unter http://marchforscience.de.

Wissenschaftsfreiheit in vielen Ländern gefährdet Deutsche UNESCO-Kommission zum weltweiten „March for Science“ am 22. April 2017

march.of.scienceIn zahlreichen Ländern ist die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden bedroht, gegängelt und der Wert wissenschaftlicher Forschung wird grundlegend in Frage gestellt. Dagegen demonstrieren Menschen weltweit am 22. April im Rahmen des „March for Science“. Auch in Berlin, Hamburg, München und über zehn anderen Städten setzen Demonstranten ein Zeichen für die Wissenschaftsfreiheit.

Ulla Burchardt, Mitglied des Vorstands der Deutschen UNESCO-Kommission, erklärt zum Science March: „Wissenschaftsfreiheit ist für Gesellschaften auf der ganzen Welt wichtig. Wir stehen vor globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel, die nur mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnis und über Ländergrenzen hinweg gelöst werden können. Dazu brauchen wir eine freie und politisch unabhängige Wissenschaft. Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit in einzelnen Staaten betreffen uns alle. Wissenschaftliche Ergebnisse müssen frei geteilt und transparent veröffentlicht werden können. Wissenschaft darf nicht zum Erfüllungsgehilfen von Machtinteressen werden.“

Obwohl die Wissenschaftsfreiheit in nationalem und internationalem Recht verankert ist, stellen heute Regierungen auch in der EU und Nordamerika wissenschaftliche Methoden grundsätzlich in Frage. Sie entwerten die erzielten Erkenntnisse, streichen öffentliche Fördermittel, beschlagnahmen Forschungsergebnisse und besetzen wissenschaftliche Positionen politisch. Datenmaterial wird zensiert und Presseauskünfte verboten. Manche Regierungen auch in der EU und Nordamerika fördern Wissenschaft primär, wenn sie Zwecken wie der wirtschaftlichen Verwertung oder der inneren Sicherheit dient, und vernachlässigen dabei die Grundlagenforschung.

Freie wissenschaftliche Zusammenarbeit und Mobilität von Personen und Ideen sind wichtige Grundlagen für Partnerschaft und Frieden zwischen den Nationen. Doch Ausreise- oder Einreiseverbote für Forscherinnen und Forscher sowie für Studierende stehen zunehmend auf der Tagesordnung. Der internationale Forschungsaustausch wird dadurch erschwert.

Hintergrund

Die Wissenschaftsfreiheit ist nicht nur in Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes, sondern auch im Völkerrecht verankert. Der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte bestimmt in Artikel 15: „Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die zu wissenschaftlicher Forschung und schöpferischer Tätigkeit unerlässliche Freiheit zu achten“. Der Pakt wurde von 167 Staaten ratifiziert. Auch in Artikel 13 der Grundrechtecharta der Europäischen Union ist die Wissenschaftsfreiheit verankert.

Weitere Informationen!

„Marsch für Wahrheit und Freiheit“ – March for Science für eine offene Gesellschaft am 22.April 2017 ab Bockenheimer Warte Frankfurt

„Die Erschaffung Adams“ Michelangelo, zwischen 1508 und 1512, Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle, Petersdom Rom,    Mittels seines Zeigefingers lässt Gott den Lebensfunken auf Adam überspringen.
„Die Erschaffung Adams“ Michelangelo, zwischen 1508 und 1512, Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle, Petersdom Rom, Mittels seines Zeigefingers lässt Gott den Lebensfunken auf Adam überspringen, bevor er aus dessen Rippe Eva erschafft.

Am 22. April werden weltweit Forscher, unter anderem auch in Frankfurt am Main, mit einem „Science March“ gegen alternative Fakten und die Schikanen der neuen US-Regierung  demonstrieren. Die US-Forscher sind entsetzt über die Wissenschaftsfeindlichkeit der neuen Regierung von Präsident Donald Trump.  „Mike Pence, Trumps Vizepräsident, kritisiert die Evolutionstheorie, die wissenschaftlich anerkannt und tausendfach bewiesen ist, als lediglich eine weitere Theorie neben der biblischen Schöpfungsgeschichte.“ (Kathrin Zinkant, Süddeutsche Zeitung 13. April 2017). Katholik Pence konvertierte zur evangelikalen Grace Evangelical Church. Diese erzkonservativen Protestanten legen Wert darauf, „dass jedes einzelne Wort in der Bibel wahr ist. Pence ist demnach ein radikaler Katholik, der jedes Bibel-Wort für die Wahrheit hält.“ (Thorsten Denkler, Süddeutsche Zeitung, 10. November 2016)

Auch in Europa geraten Wissenschaftler zusehends unter Druck:“‚Wir erleben derzeit weltweit einen politischen Angriff auf die Wissenschaft‘, sagt Craigie. Die Chirurgin nennt vor allem die dramatischen Umwälzungen in Ungarn – und in der Türkei, wo Hunderte Wissenschaftler an den Universitäten entlassen oder sogar verhaftet wurden, weil sie unabhängig forschen wollten. ‚Wir können nicht zulassen, dass die Wissenschaft, anstatt objektiv zu bleiben, politischer Subjektivität unterworfen wird.'“ (Kathrin Zinkant, Süddeutsche Zeitung 13. April 2017)

FreeWordsTurkey_Pressebildw

Science-March Frankfurt:

march.of.scienceAm 22. April werden weltweit in über 514 Städten Menschen auf die Straße gehen, um für die Freiheit von Wissenschaft und Forschung sowie deren Bedeutung als Grundlage unserer offenen und demokratischen Gesellschaft zu demonstrieren. In Deutschland findet der Science March in 20 Städten statt. Eine davon ist Frankfurt am Main.

Wissenschaft ist kein Selbstzweck! Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den Anspruch, dass ihre Forschungsergebnisse einen Nutzen für die Gesellschaft erbringen. Sie erwarten aber auch, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in die gesellschaftliche und politische Entscheidungsfindung ein‐ gehen. Politische Entscheidungen sollten nicht auf diffusen Bauchgefühlen und persönlichen Meinungen Einzelner beruhen.

Wir sehen mit Sorge, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Ländern der Welt, in Bedrängnis geraten und dass die Forschungsfreiheit vielerorts gefährdet ist – daher ist es ein Ziel des Science March, unsere Solidarität auszudrücken.
Wir sind außerdem besorgt über zunehmende Tendenz zur Abschottung einzelner Nationen, deren Folgen auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler spüren. In kaum einem anderen gesellschaftlichen Bereich sind die internationale Zusammenarbeit und ein gleichberechtigtes Miteinander von
Menschen aller Nationalitäten schon heute so sehr Alltag wie in Forschung und Wissenschaft. Die nationalistisch‐populistischen Tendenzen in vielen Ländern bedrohen diese globale und offene wissen‐ schaftliche Gesellschaft und haben schon jetzt spürbare Auswirkungen auf die wissenschaftliche Community. Mit dem Science March möchten wir dies in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Das Rhein‐Main‐Gebiet und vor allem die Stadt Frankfurt gelten als Finanzplatz und Bankenhochburg. Dank zahlreicher Hochschulen und Forschungseinrichtungen hat die Region jedoch auch einen internationalen Ruf als bedeutender Wissenschaftsstandort. Und alle großen Universitäten, viele Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsinstitutionen nicht nur aus Rhein‐Main, sondern z.B. auch aus Marburg und Gießen unterstützen den Science March. Sie rufen ihre Beschäftigten, Studierenden und alle jene, für die Wissenschaft als Basis unserer Gesellschaft nicht verhandelbar ist, zur Teilnahme auf.

Prof. Dr. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe‐Universität Frankfurt, betont: „Freiheit ist ein Wert an sich. In der Wissenschaft ist Freiheit darüberhinaus funktional: Forschung und Lehre sind ohne sie nicht denkbar, Kommunikation und Aufklärung nicht möglich. Ohne Freiheit keine Wissenschaft, ohne Wissenschaft und Bildung keine zukunftsfähige Gesellschaft.“ Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus‐Liebig‐Universität Gießen und Vizepräsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ruft ebenfalls dazu auf, sich beim Science March gemeinsam für eine freiheitliche und kritische Wissenschaft einzusetzen: „Wissenschaftliche Erkenntnisse können nur in einem offenen, freien und internationalen Diskurs gewonnen werden. In einer global vernetzten Wissenschaftsgemeinde gilt: Wenn in anderen Ländern die Wissenschaftsfreiheit bedroht ist, geht uns das auch in Deutschland unmittelbar an. Gerade jetzt, in Zeiten internationaler Krisen und Konflikte, kommt der Wissenschaft eine wichtige Rolle als Bindeglied zu – jenseits von politischen Interessen und über akademische Disziplinen, Nationen und Kulturen hinweg. Gerade jetzt, da die Unterscheidung zwischen Fakten und der Interpretation von Fakten verloren geht und damit der Kern von Wissenschaft bedroht ist, gilt es, die Wissenschaft als ein hohes Gut zu schützen.“

Der Science March Frankfurt beginnt um 13 Uhr mit einer Auftaktkundgebung an der Bockenheimer Warte, um 14 Uhr bricht der Demonstrationszug Richtung Innenstadt auf, wo ab 16 Uhr die Abschlusskundgebung am Römer stattfindet.

(Text: Frankfurter Science March-Team, Dr. Julia Krohmer, Dr. Anke Lischeid, Susanne Ficus, Dr. Nathalie Dehne)

Science_March_FFM_Team

PS: Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung unterstützt den Science March.

Jeder ist eingeladen mitzumarschieren. Praktische Hinweise für Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

Infos zum Science-March Frankfurt und FAQ

Auf der Website http://marchforscience.de/klickspiel/ finden sich Inspirationen für die Sloganauswahl für den Marsch, und unter https://shop.spreadshirt.de/marchforscience/ kann man sich noch rechtzeitig stilvoll ausstatten. Wer möchte, ist herzlich eingeladen, den Science March durch eine Spende zu unterstützen:
https://www.startnext.com/marchforscience

Rednerinnen und Redner (Stand 12. April):
 Peter Feldmann (Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt)
 Prof. Dr. Birgitta Wolff (Präsidentin der Goethe‐Universität Frankfurt)
 Prof. Dr. Joybrato Mukherjee (Präsident der Justus‐Liebig‐Universität Gießen und Vizepräsi‐
dent des DAAD)
 Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich (Präsident der Frankfurt University of Applied Science)
 Dr. Sascha Vogel (Theoretischer Physiker und Wissenschaftskommunikator)
 Prof. Dr. Concettina Sfienti (Dekanin des Fachbereichs Physik, Mathematik und Informatik der
Johannes Gutenberg‐Universität Mainz)
 Prof. Dr. Joachim Curtius (Experimentelle Atmosphärenforschung, Institut für Atmosphäre und
Umwelt, Goethe‐Universität Frankfurt)
 Prof. Dr. Dittmar Graf, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Biologiedidaktik der Uni‐
versität Gießen
 Dr. Stephanie Dreyfürst (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissen‐
schaften, GWUP)
 Dr. Holm Gero Hümmler (Wissenschaftsblogger und‐autor, GWUP)
Weitere Rednerinnen und Redner werden hinzukommen. Außerdem sind ein Offenes Mikrophon, Mu‐
sik und Überraschungsaktionen geplant.

Aktueller Stand der unterstützenden Einrichtungen in Frankfurt:
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI)
Deutsche Physiologische Gesellschaft (DPG)
EXPERIMINTA ScienceCenter FrankfurtRheinMain
Frankfurt University of Applied Sciences
Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V. (GBM)
Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)
Goethe‐Universität Frankfurt
Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON)
House of Finance, Goethe‐Universität Frankfurt
ISOE ‐ Institut für sozial‐ökologische Forschung
Leibniz Institut Hessische Stiftung Friedens‐ und Konfliktforschung
Physikalischer Verein ‐ Gesellschaft für Bildung und Wissenschaft
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Rhein‐Main und/oder Hessen:
Justus‐Liebig‐Universität Gießen, Gießen
Philipps‐Universität Marburg,
Technische Universität Darmstadt
Gutenberg‐Universität Mainz
Max‐Planck‐Institut für Chemie, Mainz
Science Bridge e.V., Kassel
Wissenschaftsstadt Darmstadt, Darmstadt

Seit 6. April 2017 unterstützt die Allianz der Wissenschaftsorganisationen den March of Science

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen begrüßt und unterstützt den „March for Science“.
Er wird, initiiert in den Vereinigten Staaten, am 22. April auch in zahlreichen deutschen Städten und an vielen anderen Orten in der Welt stattfinden. Der Demonstrationszug ist ein wichtiges und deutliches Zeichen für die Freiheit der Wissenschaften. Er richtet sich gegen die Angriffe, denen diese Freiheit derzeit in einer ganzen Reihe von Gesellschaften und Staaten auch mitten in der Europäischen Union ausgesetzt ist. Antidemokratische und wissenschaftsfeindliche Handlungen und Strömungen, verantwortet von politischen Entscheidungsträgern oder populistischen Bewegungen, bedrohen die Arbeit und die Werte der Wissenschaften und aller in ihr Tätigen. Sie beeinträchtigen die gesellschaftliche Leistungsfähigkeit der Wissenschaften und rühren zugleich an die Grundprinzipien liberaler Verfassungsordnungen und offener Gesellschafts- und Lebensformen. Beidem müssen die Wissenschaft und ihre Organisationen nicht nur um ihrer selbst willen entschieden entgegentreten. Deutschland besitzt ein weltoffenes, pluralistisches und auch deswegen besonders leistungsfähiges Wissenschaftssystem. Die Freiheit von Forschung und Lehre hat Verfassungsrang und wird getragen von breitem gesellschaftlichem und politischem Vertrauen. Dieses drückt sich auch in erheblichen öffentlichen Investitionen und in Rahmenbedingungen aus, um die wir in vielen anderen Staaten beneidet werden. Diese besondere Stellung ist zugleich Verpflichtung, Position zu beziehen gegen jedwede Bedrohung der Wissenschaften und ihrer Freiheit. Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Sie nimmt regelmäßig Stellung zu wichtigen Fragen der Wissenschaftspolitik. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist Mitglied der Allianz und hat 2017 die Federführung übernommen. Weitere Mitglieder sind die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die FraunhoferGesellschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max PlanckGesellschaft, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften und der Wissenschaftsrat.

Institutionen