Kategorie-Archiv: Mainzer Wissenschaftallianz

Richtfest des Neubaus BioZentrum II: Labor- und Forschungsgebäude bietet zeitgemäße Arbeitswelten

Die Handwerker verlesen den Richtfest-Spruch und stoßen auf eine gute Zukunft für den Neubau des  BioZentrums II, Am Dalheimer Weg, an. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Handwerker verlesen den Richtfest-Spruch und stoßen auf eine gute Zukunft für den Neubau des BioZentrums II, Am Dalheimer Weg, an. © Foto: Diether v. Goddenthow

Moderner Neubau verstärkt die Forschungsinfrastruktur der JGU und komplettiert das Quartier der Natur- und Lebenswissenschaften auf dem Campus

Exzellente Infrastruktur für die lebenswissenschaftliche Forschung: Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) feiert Richtfest des Neubaus BioZentrum II. Das viergeschossige Labor- und Forschungsgebäude wird in einem zweiten Bauabschnitt in direkter Nachbarschaft zum BioZentrum I auf dem Campus der JGU errichtet. Die Kosten für das BioZentrum II mit einer Nutzfläche von rund 6.100 Quadratmetern belaufen sich auf etwa 54 Millionen Euro. Zur Errichtung des BioZentrums II erhielt die JGU wie beim BioZentrum I die Bauherrenfunktion vom Land Rheinland-Pfalz. „Die JGU hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenswissenschaften am Standort Mainz zu stärken. In räumlicher Nähe zum BioZentrum I, zu den beiden Max-Planck-Instituten, dem Helmholtz-Institut Mainz und der Chemie, Pharmazie und Physik der JGU komplettiert das neue Biozentrum II das Quartier der Natur- und Lebenswissenschaften auf dem Gutenberg-Campus“, erklärt Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU.

Richtfest des BioZentrums II der JGU (v.l.) Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Prof. Dr. Dirk Schneider, Dekan des Fachbereichs 09 Chemie, Pharmazie, Geographie und Geowissenschaften, Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU, Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch und Prof. Dr. Walter Stöcker, Dekan des Fachbereichs 10 Biologie. Foto/©: Peter Pulkowski, JGU
Richtfest des BioZentrums II der JGU (v.l.) Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf, Prof. Dr. Dirk Schneider, Dekan des Fachbereichs 09 Chemie, Pharmazie, Geographie und Geowissenschaften, Dr. Waltraud Kreutz-Gers, Kanzlerin der JGU, Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch und Prof. Dr. Walter Stöcker, Dekan des Fachbereichs 10 Biologie. Foto/©: Peter Pulkowski, JGU

„Das Biozentrum II stellt einen Meilenstein für die Weiterentwicklung des Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dar und leistet einen wichtigen Beitrag für die nationale und internationale Sichtbarkeit. Für innovative Forschungsarbeit bieten die neuen Räume hervorragende Bedingungen“, betonte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf. „Gemeinsam mit der Universität wurden wichtige Neubauten realisiert. Damit gehen wir die notwendige Modernisierung der Infrastruktur auf dem Campus konsequent an. Dem wissenschaftlichen Nachwuchs werden dabei attraktive Labor- und Forschungsbedingungen, eine hervorragende Betreuung sowie begleitende Vernetzungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten geboten. Die Attraktivität der Lebenswissenschaften der JGU für internationale Spitzenkräfte wird mit diesem Neubau spürbar gesteigert und trägt zur Profilierung des Wissenschaftsstandorts Mainz und Rheinland-Pfalz bei.“

Das BioZentrum II bietet eine moderne Arbeitswelt, die die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Molekulare Physiologie, der Biochemie sowie des selbstständigen Instituts für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung (IBWF gGmbH) fördert. „Das neue Labor- und Forschungsgebäude ermöglicht ihnen zeitgemäße Forschung und Lehre auf höchstem international anschlussfähigem Niveau und ist Voraussetzung für hochkarätige Neuberufungen“, so Prof. Dr. Walter Stöcker, Dekan des Fachbereichs 10 Biologie, und Prof. Dr. Dirk Schneider, Dekan des Fachbereichs 09 Chemie, Pharmazie, Geographie und Geowissenschaften. Der Baubeginn des BioZentrums II erfolgte im August 2018; Ende 2020 soll das neue Gebäude in Betrieb genommen werden.

Der Rohbau ist fertig, hier vom "Am Dalheimer Weg" betrachtet.  © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Rohbau ist fertig, hier vom „Am Dalheimer Weg“ betrachtet. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Neubau untergebracht werden u. a. Labore mit nasspräparativer Arbeitsweise, Auswerteräume, Isotopenlabore, Klimakammern, Büros und zentrale Einrichtungen mit Seminar- und Besprechungsräumen sowie studentische Arbeitsplätze. Analog zum BioZentrum I ist der kompakte, vierstöckige Baukörper klar strukturiert aufgebaut und eröffnet flexible Optionen für die Zukunft. Das zentrale Atrium als kommunikatives Herzstück des Gebäudes bietet auf jeder Ebene Besprechungsräume, Teeküchen und Aufenthaltszonen. Die große Foyertreppe dient mit ihren Sitzstufen als offene Aufenthaltszone über alle Geschosse. Über ein Untergeschoss sind die beiden Bauabschnitte BioZentrum I und II miteinander verbunden. Das neue Gebäude erhält wie das benachbarte BioZentrum I eine vertikale Fassadengliederung aus hellen Ziegelpfeilern und Fensterschlitzen ähnlich einem „Barcode“. Das Richtung BioZentrum I vollflächig verglaste Atrium ermöglicht einen Bezug zwischen beiden Gebäuden.

Im Rahmen der Bauarbeiten für das BioZentrum I wurden die Fundamente eines römischen Aquädukts entdeckt. Für beide Bauabschnitte empfiehlt die Denkmalpflege eine Überbauung und somit Konservierung der Steine im Boden. Daher wurde der Keller in diesem Bereich eingekürzt und die Steine ab Erdgeschoss schadensfrei überbaut.

Zur Errichtung des BioZentrums II hat das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) des Landes Rheinland-Pfalz der JGU wie beim Neubau des BioZentrums I weitreichende Bauherrenaufgaben übertragen. „Die gesteckten Ziele der Einhaltung des Budgets, der termingerechten Fertigstellung sowie der Gewährleistung von optimalen Forschungsbedingungen können hierbei nach gegenwärtigem Stand über das von Land und Universität gewählte Verfahren realisiert werden“, so die Kanzlerin der JGU, Dr. Waltraud Kreutz-Gers.

So soll das fertige neue neues lebenswissenschaftliches Zentrum von der Ostansicht (Botanischer Garten) einmal aussehen. Animation © JGU
So soll das fertige neue neues lebenswissenschaftliches Zentrum von der Ostansicht (Botanischer Garten) einmal aussehen. Animation © JGU

Durch die beiden Bauabschnitte des BioZentrums und das direkt benachbarte und durch die Boehringer Ingelheim Stiftung großzügig geförderte Institut für molekulare Biologie (IMB gGmbH) entsteht ein neues lebenswissenschaftliches Zentrum, zu dem auch das Biomedizinische Forschungszentrum der Universitätsmedizin sowie das Institut für Pharmazie gehören.

Eröffnung der 2. Mainzer Science Week am 28.4.2019: Mit der Science Tram durch Mainz!

2.mz-sience-week.logo(rap) Die 2. Mainzer Science Week (28. April bis 11. Mai) macht „Mobilität“ nicht nur inhaltlich zum Programm, sondern präsentiert Wissenschaft in ungewöhnlichen und natürlich auch mobilen Veranstaltungsformaten. So wird die Mainzer Straßenbahn in Kooperation mit der Mainzer Mobilität zum fahrenden Hörsaal: Als „Science Tram“ mit verschiedenen wissenschaftlichen Aspekten rund um Mobilität rollt sie durch Mainz. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, einzusteigen, zuzuhören, mitzudiskutieren – und dabei auch verschiedene Bereiche der Wissenschaftsstadt Mainz zu sehen. Die Science Trams sind als solche gekennzeichnet (Digitalanzeige).

Zur Eröffnung pendelt am Sonntag, 28. April 2019, 11.00 Uhr die erste Science Tram zwischen Hauptbahnhof und Campus zum Thema „Mobilität mit Zukunft – Mobilitätskonzepte für Mainz“. In der Bahn sind im Gespräch:
– Katrin Eder (Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr der Landeshauptstadt Mainz),
– Eva Kreienkamp (Geschäftsführerin der Mainzer Mobilität),
– Professor Dr. Gerhard Muth (Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz) sowie
– Professor Dr. med. Thomas Münzel (Leiter des Zentrums für Kardiologie, Unimedizin Mainz).
– Moderation: Dominik Kimmel (RGZM, Mainzer Wissenschaftsallianz).
„Die jüngste Mainzer Tramlinie hat mit 6,5 Millionen Fahrgästen im Jahr 2019 sämtliche Erwartungen übertroffen und ist zu einem rollenden Symbol für die Verkehrswende in unserer Stadt geworden,“ so Verkehrsdezernentin Katrin Eder. „Ich kann mir daher keinen besseren Ort vorstellen, um die 2. Mainzer Science Week zu starten!“
Mit dem Masterplan M³ „Green City Mainz“ entwickelt die Landeshauptstadt Mainz Konzepte für eine integrierte, intelligente und vernetzte Mobilität in Mainz. Die Anbindung des Campus an die Stadt und seine Weiterentwicklung gehört dabei zu den wichtigen Zukunftsthemen der aktuellen Stadtentwicklung.

TERMINE SCIENCE TRAM
Science Tram | Mobilität mit Zukunft – Mobilitätskonzepte für Mainz
So 28. April, 11.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 30 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 11.15 Uhr Hochschule Mainz.
Science Comedy Tram | mit Physiker, Comedian und Science-Slammer Dennis Schulz

So 28. April, 15.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 30 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 15.15 Uhr Hochschule Mainz.
Science Tram | Mehr als ein Schritt. Wie Bewegung in Menschen kommt und Menschen in Bewegung kommen

Di 30. April, 19.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 45 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 19.20 Uhr Hindemithstraße
Science Tram | Unterwegs zur Professur

Mo 6. Mai, 19.00 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt A (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 45 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 19.15 Uhr Bürgerhaus Hechtsheim.
Science Tram | Mainzer „Gastarbeiter“ der ersten Generation

Do 9. Mai, 19.30 Uhr | Haltestelle: Mainz Hbf, Halt B (Bitte rechtzeitig dort sein!) | Eintritt frei | Fahrtdauer: ca. 30 Min. | Zu-/Ausstieg möglich ca. 19.45 Uhr Zollhafen.

Der Programmflyer mit dem vollständigen Programm liegt an zentralen Stellen (Tourist Service Center, Rathaus, Mainzer Wissenschaftsinstitutionen) aus.
Programm digital: www.wissenimherzen.mainz.de www.facebook.com/wissenherzen.

2. MAINZER SCIENCE WEEK „Mensch und Mobilität“ vom 28. April bis 11. Mai 2019

2.mz-sience-week.logoVom 28. April bis 11. Mai 2019 findet in Mainz die zweite Mainzer Science Week statt. Sie steht unter dem Motto „Mensch und Mobilität“. Veranstalter sind die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und die Landeshauptstadt Mainz. In 25 Veranstaltungen präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen ihre Forschungen und diskutieren mit allen Interessierten über aktuelle Themen und Fragen rund um das Thema „Mobilität“.

Auch in diesem Jahr präsentieren wieder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen ihre Forschungen und diskutieren mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern über aktuelle Themen und Fragen rund um das Thema „Mobilität“. Die Science Week ist ein zentrales Format der seit 2015 jährlich ausgerufenen Themenjahre der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und der Landeshauptstadt Mainz. „In der Science Week lenken wir den Blick der Öffentlichkeit auf einen ausgewählten Aspekt unter den vielzähligen gemeinsamen Herausforderungen von Wissenschaft und Gesellschaft“ so Professor Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ.

Mit dem Masterplan M³ „Green City Mainz“ beteiligt sich die Landeshauptstadt Mainz an dem „Sofortprogramm saubere Luft
2017-2020“, das von der Bundesregierung gefördert wird. M³ steht für eine integrierte, intelligente und vernetzte Mobilität in Mainz. Der Masterplan wurde 2018 verabschiedet. „Die Science Week bietet einen passenden Rahmen, kommunale Konzepte zur Mobilität wissenschaftsbasiert zu diskutieren“, so Oberbürgermeister Michael Ebling. „Und sie weckt Interesse an der Wissenschaft – in vielen spannenden Veranstaltungen mitten im Herzen unserer Stadt.“

Die 2. Science Week macht „Mobilität“ zum Programm und präsentiert Wissenschaft in ungewöhnlichen und auch mobilen Veranstaltungsformaten. Möglich wird das durch eine enge Kooperation mit verschiedenen Mainzer Unternehmen und Institutionen, wie der Mainzer Mobilität oder der Mainzer Werbegemeinschaft.

Mit der Science Tram wird die Mainzer Straßenbahn zum fahrenden Hörsaal. Hier sind alle Interessierten herzlich dazu eingeladen, einzusteigen, zuzuhören, mitzudiskutieren und dabei ein Stück Stadt zu sehen. „Die Science Week möchte einen Beitrag zur Stärkung und Versachlichung gesellschaftlicher Diskurse und zur Förderung des Dialoges zwischen Wissenschaft und Gesellschaft leisten. Deshalb suchen wir auch bewusst ungewöhnliche Veranstaltungsorte und Formate, die zur Diskussion und zum Gespräch anregen“, so Dominik Kimmel, der gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ die Themenjahre verantwortet. In der Tram wird die Science Week auch eröffnet: Am Sonntag, 28. April 2019, 11 Uhr pendelt die erste Science Tram zwischen Hauptbahnhof (Haltestelle A) und Campus zum Thema Mobilitätskonzepte der Zukunft. Dazu sind im Gespräch: Katrin Eder (Dezernat für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr), Eva Kreienkamp (Geschäftsführerin der Mainzer Mobilität), Professor Dr. Gerhard Muth (Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz) und Professor Dr. med. Thomas Münzel (Leiter des Zentrums für Kardiologie, Unimedizin Mainz). Die Moderation übernimmt Dominik Kimmel.

Ergänzend dazu bieten die Science City Walks die Möglichkeit, die Stadt aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen und dabei aktuelle, wissenschaftlich fundierte Informationen aus erster Hand zu bekommen.

Bei den Meenzer Science-Schoppe sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dort zu den Menschen, wo sie nach Feierabend sind: in Lokalen, Weinstuben und Cafés. Die Meenzer ScienceSchoppe finden seit 2017 statt und haben sich zu einem beliebten Mainzer After Work Treffpunkt entwickelt. Ein Konzept, das auch die Gastronomen überzeugt, wie zum Beispiel Astrid Michel „Wir vom Weinhaus Michel unterstützen gerne die Veranstaltung Science Schoppe, weil sie wunderbar in unseren ‚Keller für Kenner‘ passt. Hier verbinden wir seit einigen Jahren Kultur mit kulinarischem Genuss!“

Der Programmflyer wird an zentralen Stellen (Tourist Service Center, Rathaus, Mainzer Wissenschaftsinstitutionen) ausliegen. Digital ist das Programm abrufbar unter www.wissenimherzen.mainz.de und www.facebook.com/wissenherzen

17. Mainzer Wissenschaftsmarkt MENSCH UND KOMMUNIKATION – VON DER KEILSCHRIFT ZUM HACKATHON – 8.u.9.09.2018

© Archivbild: Diether v. Goddenthow
© Archivbild: Diether v. Goddenthow

MENSCH UND KOMMUNIKATION – VON DER KEILSCHRIFT ZUM HACKATHON
Der spannende Weg der Medienrevolution

(Mainz, 27.08.2018-BL) – Was wissen wir über Keilschrift & Co. oder über 3D-Bilder in der Antike? Sagt uns der Handschriftencensus etwas? Was war die Grundlage für die Massenkommunikation? Und was genau bezeichnet das Zeitalter der Digitalisierung? Sind wir in den Bereichen Augmented und Virtual Reality, künstliche Intelligenz, Robotik und interaktive Medien auf dem neuesten Stand? Was ist ein Hackathon und wie bündelt man digitale Kompetenzen? Was verbirgt sich hinter LCD und OLED? Oder hinter Spin für schnellere Netze? Haben wir uns schon mal Gedanken über Multi-, Inter- und Transkulturalität gemacht?

Alles das ist Kommunikation. Sie war schon immer vielfältig und komplex. Und nun ist sie auch noch digital. Daraus ergibt sich ein riesengroßes Forschungsfeld, das am 8. und 9. September 2018 zum Themenjahr „Mensch und Kommunikation“ die Besucherinnen und Besucher des 17. Mainzer Wissenschaftsmarktes auf dem Gutenbergplatz im Herzen der Landeshauptstadterwartet. Mit viel Engagement und Ideenreichtum haben rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der 22 Mitgliedsinstitutionen und Kooperationspartner der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ e.V. 42 spannende Projektpakete gepackt und auf 800 Quadratmetern Fläche aufgebaut. Sie freuen sich darauf, Jungen und Alten, Laien und Experten auf leicht verständliche Art und Weise ihre Herzensprojekte vorzuführen und sie zum Mitmachen, Mit(er)leben und Mitreden einzuladen.

„Das Themenjahr 2018 ‚Mensch und Kommunikation‘ steht im engem Zusammenhang mit dem Mainzer Gutenbergjahr 2018 – und verbindet so den Blick in die regionale wie überregionale Geschichte mit der Erforschung und Weiterentwicklung der Kommunikation von morgen,“ erklärt der Vorstandsvorsitzende der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Hochschulpräsident, Professor Dr. Gerhard Muth. „An der Universität und an den Hochschulen wird zur Weiterentwicklung und zur Anwendung moderner Medien sowie zur Medienrezeption geforscht und gelehrt. Wissenschaftlichen Museen, Forschungsinstitute und Unternehmen entwickeln innovative Kommunikations- und Vermittlungsformate und erproben den Einsatz neuer Medien. Eindrucksvoll zeigen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Projekten auf dem Wissenschaftsmarkt mit dem Jahresthema wiederum einen weiteren für unsere Gesellschaft bedeutsamen Schwerpunkt der Mainzer Wissenschaft und Forschung“, freut sich Muth.

17. Wissenschaftsmarkt im Detail

KRISTALISATIONSFIGUR JOHANNES GUTENBERG
Im Zeitraffer durch die Mediengeschichte
Stimmen, Stationen und Inspirationen

Wie in vergangenen Kulturen mit Bild- und Körpersprache kommuniziert wurde, vermittelt das Graduiertenkolleg (GRK) 1876 „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Das Institut für Altertumswissenschaften der JGU gibt Einblicke in frühe Informationstechnologien. „3D-Bilder auf antikem Tafelgeschirr“ titelt ein Projekt der Hochschule Mainz und des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (RGZM), das sich auf die Suche nach der Sprache der Dinge macht. Auch das Landesmuseum Mainz zeigt anhand von Restaurierungen der großen Mainzer Jupitersäule und der sogenannten Stadioner-Säule die Möglichkeiten der Kommunikation auf. „Gab es auch vor Gutenberg schon Bücher?“ fragt die Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, und erzählt von der Erfassung und Beschreibung von mittelalterlichen Handschriften und neuzeitlichen Aktendeckeln für den Handschriftencensus.

Mitte des 15. Jahrhunderts druckte Johannes Gutenberg seine legendäre Bibel mit beweglichen, wiederverwendbaren Lettern und legte die Basis auch zu unserer heutigen Kommunikationsgesellschaft. Da darf das Gutenberg-Museum, seit Jahresbeginn offizielles Mitglied der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ, auf diesem „besonderen“ Wissenschafts-markt natürlich nicht fehlen. „Wir geben einen Vorgeschmack auf unsere bevorstehende Sonderausstellung zum Gutenberg-Jahr, die Bedeutung, Entwicklung und Auswirkungen des frühen Drucks in Europa und Asien eindrucksvoll in direktem Vergleich präsentieren wird. Wer möchte, kann bei uns auch selbst einmal `Druck machen´ und sich seinen Gutenberg mit nach Hause nehmen“, freut sich Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg-Museums. Selbstverständlich ist auch die Mainzer Buchwissenschaft der JGU mit von der Partie, die den großen Bogen schlägt von der Antike über Gutenberg bis zur Zeit der Digitalisierung – mit Impulsvorträgen, interaktiven Aktionen sowie der Uraufführung der Jazz-Suite „Aus dem Leben eines Heidelberger Tiegels“ durch das Marko-Mebus-Quartett. „Eine Ausstellungs-eröffnung hat mich mit dem Jazzer Marko Mebus zusammengebracht und die Idee entstand, eine Hommage an die vergessenen Helden der bedeutendsten Medienrevolution, die Druckmaschinen, aufzuführen“, erzählt Albert Ernst, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Mainzer Buchwissenschaft und Projektverantwortlicher.

Natürlich ist auch für Michael Ebling, den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, der Zusammenklang von Themenjahr und Mainzer Gutenbergjahr ein wichtiger Aspekt. „Wir feiern in diesem Jahr den 550. Todestag Johannes Gutenbergs, des wichtigsten Sohnes unserer Stadt, dessen Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern zu einer der großen Medienrevolutionen der Geschichte und in der Folge zu wesentlichen Veränderungen im Kommunikationsverhalten des Menschen geführt hat. Heute erleben wir mit der Durchdringung unserer Kommunikation mit digitalen Medien einen vergleichbaren Umbruch. Mainz ist eine Stadt der Medien – das wird auch heute hier beim Wissenschaftsmarkt einmal mehr deutlich. All diese wunderbaren Projekte spannen den Bogen von den Anfängen der Informationstechnologie über den ‚Mann des Jahrtausends‘ Gutenberg bis heute, der Zeit der Digitalisierung mit all seinen Facetten!“, zeigt sich Ebling begeistert.

Wo digitale Medien heute überall zum Einsatz kommen, zeigen viele spannende Projekte. Das Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften (mainzed) und das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) zeigen anhand des Projektes „LOD – Wie Wis-sen vernetzt wird“, was es braucht, um im Netz zwischen Daten Verbindungen herzustellen und welche Erkenntnisse dadurch gewonnen werden können. Zudem stellen mainzed, die Universitätsbibliothek der JGU und die Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz (ADW) den Kultur-Hackathon Coding da Vinci vor, der 2018 erstmals in der Rhein-Main-Region stattfindet. „Coding da Vinci Rhein-Main hat das Ziel, Daten aus dem Kulturbereich neues Leben einzuhauchen, indem man etwas Neues daraus macht. Das funktioniert sehr gut, weil Menschen aus ganz verschiedenen Bereichen wie etwa Programmierung, Design und verschiedensten Wissenschaften in kleinen Teams eng mit Kultureinrichtungen zusammenarbeiten“, erläutert Dr. Elisabeth Klein, Universitätsbibliothek Mainz.

Um die Grundlagen, die die moderne Kommunikation erst möglich machen, geht es unter anderem bei Projekten der JGU wie dem von NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler und dem Fachbereich Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften, die LCD-Displays und Displays aus OLED unter die Lupe nehmen. Der Sonderforschungsbereich Spin+X der JGU und der TU Kaiserslautern zeigen, dass Magnetismus und Spin auch bei der Datenspeicherung eine Rolle spielen und in Zukunft noch ganz anders eingesetzt werden könnten. Am Stand des Exzellenzclusters PRISMA der JGU erfahren Besucherinnen und Besucher auch, wie am CERN in Genf neben der Entdeckung des Higgs-Teilchens auch das Internet entwickelt wurde. Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der JGU und stellvertretender Vorsitzender der Mainzer Wissenschaftsallianz, zeigt sich sehr erfreut: „Ich bin immer wieder beeindruckt von der Bereitschaft so vieler Forscherinnen und Forscher, die Öffentlichkeit an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen und sie für die Wissenschaft zu begeistern. Daher geht mein herzliches Dankeschön und das des Vorstands der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ an alle Beteiligten!“

Weitere wichtige Schlagworte zum weiten Feld der Kommunikation sind Robotik und künstliche Intelligenz (KI). Die TH Bingen widmet an ihrem Stand der Interaktion zwischen Mensch und Roboter. Z Quadrat zeigt anhand von in der Forschung zum Testen von KI eingesetzten Computerspielen, welches Wissen ein Computer besitzen muss. Augmented und Virtual Realtity haben ebenfalls ihren Platz gefunden. Am Stand des Instituts Designlabor Gutenberg der Hochschule Mainz beispielsweise kann unter „Hidden Zoo – Augmented Reality Tiere in Mainz“ ein virtueller Zoo ganz real erkundet werden, und das Institut für Informatik der JGU zeigt ein virtuelles Modell des Gutenberg-Campus, das mit Hilfe von Virtual Reality-Brillen einen Rundgang über den Campus erlaubt. Wissenschaft mit Videos, Podcasts oder interaktiven Medien verständlich zu erklären, ist längst Alltag. Das Zentrum für Audiovisuelle Produktion (ZAP) der JGU zeigt, wie Legetrickfilme funktionieren und lädt die Besucherinnen und Besucher zum Legetrick-Karaoke ein.

Mit Sprache als Medium der Vermittlung von Kultur und Identität beschäftigt sich der Fachbereich Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften der Katholischen Hochschule Mainz. Die Universitätsmedizin Mainz bringt Projekte zur Erforschung von Resilienz und zur Sprache des Körpers sowie zur Medizingeschichte mit ein. Daran beteiligt sind das Deutsches Resilienz Zentrum, das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Mainz und das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik. Zeit und Raum, um miteinander ins Gespräch zu kommen und zu netzwerken – und das bei „coolen“ Getränken, kommunikationsstark ausgeschenkt von unserem Kooperationspartner „Vogelfrei.Barkultur“, bietet zudem das Zelt „place to be“.

„Die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ ermöglicht erneut einen faszinierenden Einblick in das große Leistungsspektrum der Mainzer Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Den Forscherinnen und Forschern gelingt es Jahr für Jahr, die Türen der Wissenschaft weit zu öffnen, alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, ob jung oder alt, zum Mitmachen einzuladen und das Wissenschaftsverständnis und –interesse, insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen zu fördern“, betont Prof. Dr. Salvatore Barbaro, Staatssekretär für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur. „Das Angebot an Projektideen geht quer durch die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und bietet den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in das große Spektrum der Forschungsaktivitäten am Standort Mainz. Das diesjährige Thema ‚Mensch und Kommunikation‘ gibt zum Beispiel spannende Einblicke in Bild- und Körpersprache, lädt zur Suche nach der Sprache der Dinge ein oder gewährt Einblicke in frühe Informationstechnologien.“

ERÖFFNUNG, ZAHLEN UND FAKTEN
Der 17. Mainzer Wissenschaftsmarkt wird am Samstag, 8. September 2018, um 10 Uhr, auf dem Balkon des Staatstheaters eröffnet. Es sprechen Staatssekretär Professor Dr. Salvatore Barbaro (Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz), der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling, der Intendant des Staatstheaters, Markus Müller, sowie Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTS-ALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz. Die Eröffnungsfanfare gestalten auch in diesem Jahr Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz.

Öffnungszeiten Wissenschaftsmarkt 2018:
Samstag, 8. September 2018, 10 bis 18 Uhr
Sonntag, 9. September 2018, 11 bis 18 Uhr
Eröffnung, Samstag, 8. September 2018, 10 Uhr, vor dem Staatstheater

Zeitpläne /Begleitprogramm

Weitere Infos zum 17. Mainzer Wissenschaftsmarkt

1. MAINZER SCIENCE WEEK vom 2. bis 9.05.2018

wissenschaftsslam1. MAINZER SCIENCE WEEK WISSENSCHAFTSALLIANZ und Stadt Mainz und laden vom 2. bis 9. Mai zu vielfältigen Veranstaltungen zum Themenjahr „Mensch und Kommunikation“ ein.

Im Februar 2018 jährte sich zum 550. Mal der Todestag Johannes Gutenbergs. Seine Erfindung, der Buchdruck mit beweglichen Lettern, führte zu einer der großen Medienrevolutionen der Geschichte. Mit der Durchdringung unserer Kommunikation mit digitalen Medien erleben wir heute einen vergleichbaren Umbruch.

Mit der 1. Mainzer Science Week greifen die Stadt Mainz und die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ dieses Jubiläum mit ihrem Themenjahr „Mensch und Kommunikation“ auf. Vom 2. bis 9. Mai treten Wissenschaftler/innen und Expert/innen verschiedenster wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen aus Mainz in rund 25 Veranstaltungen geballt in den Dialog mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Institutions- und fächerübergreifend werden dabei aktuelle Entwicklungen verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen vorgestellt. Die Veranstaltungsthemen befassen sich u.a. mit dem Einsatz von digitalen Medien in der Kommunikation, mit dem Dialog über unser Natur- und Kulturerbe, mit Gesundheit, Medizin und mit Fragen zu Ethik und Moral. Die Mainzer Museen sind mit der Reihe Perspektivwechsel dabei, Mainzer Köpfe der Wissenschaft in der Reihe Meenzer Science Schoppe.
Mit einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung am 9. Mai, ab 17 Uhr im Museum für Antike Schiffahrt des Römisch-Germanischen Zentralmuseum, findet die 1. Mainzer Science Week unter dem Motto Road of Science ihren Abschluss. Mainzer Forschungsinstitute und ihre Partner präsentieren an dem Abend Innovationen und spannende Projekte aus der Medienforschung sowie neueste Entwicklungen zur Virtual und Mixed Reality. Bei Musik, kühlen Drinks und rheinhessischen Tapas bietet sich für alle Gäste Gelegenheit mit den Ausstellern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und anderen Interessierten ins Gespräch zu kommen.
Mit der Science Week starten MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Landeshauptstadt Mainz neben dem überregional bekannten Wissenschaftsmarkt und der neuen Reihe Meenzer Science Schoppe ein weiteres Format der Wissenschaftskommunikation. Die Mainzer Science Week wird unterstützt vom Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz.

Das Programm der 1.Mainzer Science Week

Programmüberblick 

Weitere Infos:
www.wissenimherzen.mainz.de
www.facebook.com/wissenimherzen

16. Mainzer Wissenschaftsmarkt: Mensch und Umwelt Unseren Planeten Erde verstehen, (be)greifen und bestaunen

WiMa2017(Mainz, 24.08.2017-BL) – Wo gibt es Wolken zum Mitnehmen? Wer schnüffelt gegen den Treibhauseffekt? Was gibt es im virtuellen Ice-Cube-Experiment zu sehen? Und: Was passiert im Dschungelcamp? Am 9. und 10. September 2017 ist wieder Zeit zum Fragen stellen, zum (Be)greifen, Mitmachen und zum Staunen – eben Zeit für den Mainzer Wissenschaftsmarkt, der auf dem Gutenbergplatz wieder seine Zelte aufschlägt. Die rund 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Mitgliedsinstitutionen der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ e.V. zeigen in diesem Jahr rund um das Thema „Mensch und Umwelt“ über 30 Projekte, an denen sie gerade forschen, die sich in der Umsetzungsphase befinden oder sogar schon angewendet werden. Und sie präsentieren dies wieder auf leicht verständliche Art und Weise für alle Besucherinnen und Besucher, ob jung oder alt, ob Laie oder Experte.

„Aktuelle Entwicklungen, wie der Klimawandel oder zunehmende negative globale soziale Auswirkungen unseres Wirtschaftens und Konsumverhaltens, fordern uns heraus, den Umgang mit Ressourcen täglich zu hinterfragen. Hier arbeiten Wissenschaft, Politik und viele weitere Akteure daran, nach Lösungen für einen geringeren Ressourcenverbrauch, wie etwa im Bereich der Kreislaufwirtschaft oder Energieeffizienz, zu suchen“, erklärte Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz. „Die Bedeutung unserer Handlungen für die zukünftige Entwicklung unseres Planeten hat die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ mit ihrem Themenjahr 2017 `Mensch und Umwelt´ aufgegriffen und zeigt nun dazu auf dem Wissenschaftsmarkt ein breites Spektrum der Forschungen – aktuell, informativ und spannend“, sagte Professor Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz. Dass die Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger Mensch und Umwelt zu erkunden und sich im Rahmen von Aktionen und Vorführungen zu informieren, gerne wieder von diesen in großer Zahl angenommen wird, darüber sind sich Höfken und Wolf einig.

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

„Ich freue mich besonders, dass zu dem Thema ‚Mensch und Umwelt‘ alle Facetten dazu auf dem Wissenschaftsmarkt zum Zuge kommen. So beschreitet die Katholische Hochschule den Pfad von Ethik und Werten und setzt sich mit verschiedenen Begriffen aus der Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus auseinander. Dann gibt es natürlich viel zu sehen, woran gerade geforscht wird, wie beispielsweise beim Max Planck-Institut für Polymerforschung mit der Entwicklung von neuartigen mikro- und nanostrukturierten Oberflächen, oder dem Sonderforschungsbereich Spin+X der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und der TU Kaiserslautern, dessen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neuartige Materialien, mit denen zukünftig energieeffizientere und damit umweltschonendere Technologien entwickelt werden können, erforschen. Auch bereits in der Anwendung befindliche Entwicklungen werden präsentiert, unter anderem von der TH Bingen, der Hochschule Mainz oder dem Fraunhofer ICT-IMM“, führt Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz aus und nennt noch ein weiteres, die Vielfalt bereicherndes Projekt: „Schön ist auch, dass wir mit ‚Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt‘ ein Projekt an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft dabei haben, das spielerisch die Dimensionen des Unbekannten und die Ränder des aktuellen Wissens erlebbar macht.“ Für Professor Muth ist ganz klar: „Mit dem Wissenschaftsmarkt zeigt sich immer wieder die große Stärke unseres Netzwerkes: Leidenschaft für Forschung in Verbindung mit Wissen im Herzen!“

Auch für Michael Ebling, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, ist es wichtig, das enge Miteinander der zahlreichen Beteiligten, welche diese Veranstaltung engagiert mittragen – sowohl die Institutionen mit ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als auch die überzeugten Sponsoren und Projektpartner – herauszustellen. „Wir danken all jenen, die es erneut ermöglichen, einen vielschichtigen Bereich unserer Stadt auf diese unkonventionelle Weise zu entdecken und näher kennen zu lernen“, freut er sich. Ebling findet es zugleich „großartig“, dass die Landeshauptstadt Mainz beim Thema Mensch und Umwelt mit seinem „Masterplan 100 % Klimaschutz“-Projekt vertreten ist und sich dabei vorgenommen hat, die Abläufe der Weltklimakonferenz verständlicher zu machen und zu zeigen, wie eine Stadt lokale Lösungen anbietet.

Doch das ist lange noch nicht alles an Projekten und Themen zu Mensch und Umwelt, die auf über 800 qm Zeltfläche, gruppiert in vier große und mehrere kleine Zelte, zu sehen sind. Einblicke in Forschung, Umsetzung und Anwendung geben beispielsweise auch das i3mainz (Institut für raumbezogenen Informations- und Messtechnik) / Hochschule Mainz: Es zeigt verschiedene Möglichkeiten der Erfassung, Darstellung und Auswertung digitaler Geländemodelle und stellt sein geographisches Informationssystem (GIS) zur Unterstützung der Vorhersage und Bewältigung einer städtischen Flutkatastrophe vor. Beim Fraunhofer ICT-IMM heißt es „Schnüffeln gegen den Treibhauseffekt“ mit dem Leck-Suchgerät, dessen Helium-Sensor dort entwickelt wurde.

Das begehbare Herz. Foto: Diether v. Goddenthow
Das begehbare Herz. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) bietet auf dem Wissenschaftsmarkt Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte rund um das Verständnis zur Entstehung, Entwicklung und Zukunft unseres Planeten. „Die Universität öffnet dabei die Tür zu wissenschaftlichen Projekten, die in der Regel dem außeruniversitären Publikum gar nicht oder nur sehr selten zugänglich sind“, erklärt der Präsident der JGU, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch. „In den Mittelpunkt rücken wir auch unsere Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie beispielsweise mit den Max-Planck-Instituten oder dem Helmholtz-Institut Mainz. Gerade diese Kooperationen gehören zum Kern der Mainzer Forschungskultur und bilden das Fundament des dynamischen Wissenschaftsstandorts Mainz.“ So können mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Exzellenzclusters PRISMA, des Instituts für Informatik, des Ada Lovelace-Projekts und dem Helmholtz-Institut Mainz natürliche Radioaktivität in der Nebelkammer beobachtet und Neutrinos im virtuellen Ice-Cube-Experiment erlebt werden. Die AG Geophysik und Geodynamik des Instituts für Geowissenschaften der JGU präsentiert eine sehr große Bandbreite ihrer Forschung – von der Deformation der Erde über geothermische Exploration bis zu industriellen Prozessen. „Unsere Forschung ist wichtig, um Naturkatastrophen und mögliche negative Folgen menschlichen Handelns zu vermeiden sowie die Qualität einiger wichtiger Materialien wie Glas zu verbessern“, erläutern die Projektverantwortlichen Beatriz Martínez Montesinos und Linfeng Ding. Zum Thema Versauerung von Ozeanen wirft das NatLab für Schülerinnen und Schüler der JGU einen experimentellen Blick auf die Meere und fragt: „Hängt das CO2-Problem und die Versauerung der Meere zusammen?“

„Die Technische Hochschule (TH) Bingen will die Lebensqualität in der Region verbessern und gleichzeitig den Umweltschutz voranbringen“, erklärt deren Präsident Professor Dr. Klaus Becker. „Dazu gehen wir der Frage nach, wie stark sich die Geräusche der Güterzüge im Mittelrheintal unterscheiden. Gibt es schon einen Fortschritt bei den umgerüsteten Waggons und wie groß ist dieser Effekt?“. Und in einem weiteren Experiment zeigt die TH Bingen, wie Dachbegrünungen das Klima in der Stadt beeinflussen. „Die bewachsenen Dächer tragen dazu bei, die Temperatur in den Städten zu senken und die Klimagase zu absorbieren. Sie können Regenwasser zurückhalten und bieten verschiedenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum“, erläutert Prof. Becker.

Das Thema Umwelthygiene verdeutlicht die Abteilung für Hygiene und Infektionsprävention/ Universitätsmedizin Mainz der JGU am Beispiel Trinkwasseranalyse. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler lassen das Unsichtbare in dem so wichtigen Bestandteil unseres Lebens sichtbar werden. Dem lebenswichtigen Prozess der Blutgerinnung widmet sich das Zentrum für translationale Vaskuläre Biologie (CTVB) / Universitätsmedizin Mainz der JGU. In anschaulichen Experimenten zeigt es, welche Blutzellen an der Bildung von Blutgerinnseln beteiligt sind. Forscherinnen und Forscher des Instituts für Physik der Atmosphäre / JGU und des Max Planck-Instituts für Chemie (MPI-C) erzeugen Wolken in der Wolkenkammer und zeigen, wie sie so wichtige Informationen für die Klimaforschung und Wettervorhersagen erhalten. Und auch im Dschungelcamp des MPI-C, mitten im brasilianischen Regenwald, werden Wetterdaten sowie Informationen zu Treibhausgasen und Aerosolpartikel für die Klimaforschung gesammelt.

Wie wir Menschen Umwelt nutzen, schützen und auch verändern bzw. dies in der Vergangenheit getan haben, das zeigen das Römisch-Germanische Zentralmuseum, das Naturhistorische Museum, das Landesmuseum Mainz und auch die Akademie der Wissenschaften und Literatur. Last, but not least, lädt das Kooperationsprojekt des Instituts für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft, Abteilung Theaterwissenschaft der JGU, des Staatstheaters Mainz und des Netzwerks für Urbane Übergänge „Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt“ zur Spurensuche nach dem Unsichtbaren und Unterschwelligen ein. „Wir wollen unsichtbare Netzwerke wie Viren, Datenströme, Pilzstrukturen oder Müll- und Abwassersysteme aufspüren und nach Zusammenhängen jenseits alltäglicher Wahrnehmung und heutiger Wissensgrenzen suchen“, schwärmen Dr. Annika Wehrle und Malin Nagel, beide federführend für das Projekt.

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Die feierliche Eröffnung des 16. Mainzer Wissenschaftsmarkts findet am Samstag, 9. September 2017, um 10 Uhr vom Balkon des Staatstheaters aus statt. Mit dabei sind Professor Dr. Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz, Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, Michael Ebling, der Intendant des Staatstheaters, Markus Müller, sowie Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz. Das Intro zur Eröffnung gestalten Blechbläser des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz unter Leitung von Hermann Bäumer. Vertreter der Presse sind herzlich willkommen.

WEITERE INFORMATIONEN

Öffnungszeiten Wissenschaftsmarkt 2017:
Samstag, 9. September 2017, 10 bis 18 Uhr
Sonntag, 10. September 2017, 11 bis 18 Uhr

Eröffnung am Samstag, 9. September 2017, 10 Uhr, vor dem Staatstheater

Allgemeine Informationen: Mainzer Wissenschaftsmarkt

 

500 JAHRE REFORMATION – TAG DER OFFENEN TÜR AM SAMSTAG, 9. 9. 2017

Leibniz-Institut für Europäische Geschichte

Der Tag der offenen Tür 2017 steht ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Mit Hilfe einer Luther-Box kann auf dem Gutenberg-Platz spielerisch in die Welt Martin Luthers eingetaucht werden. Codes müssen geknackt und Gegenstände kombiniert werden – und am Ende wartet ein Preis, der im IEG-Gebäude abgeholt werden kann.
Dort warten weitere Aktivitäten auf die Besucherinnen und Besucher: mit Hilfe einer Druckpresse kann die Technik des Buchdrucks, der für die Verbreitung der Reformation eine große Rolle spielte, erlernt werden. Weitere Bastelstationen beschäftigen die Kleinen, während sich das IEG mit seiner Bibliothek, dem Stipendiatenwohnheim und seiner Forschung den Großen im Rahmen einer Führung präsentiert.
Welche Rolle die Reformation in Mainz spielte, verraten zwei Stadtführungen.

INTERAKTION
Marktplatz: Luther-Box
Stadtführungen zum Thema Reformation in Mainz
Samstag, 9.9., um 10 Uhr und 11 Uhr.
Treffpunkt: Gutenberg-Statue

ZIELGRUPPE
ab 10 Jahren

DARK MATTERS. DIE DUNKLEN MATERIEN DER STADT

Johannes Gutenberg Universität Mainz | Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft, Abteilung Theaterwissenschaft
Staatstheater Mainz in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge

„Dark Matters. Die Dunklen Materien der Stadt“ lädt ein zu einer Spurensuche nach dem Unsichtbaren und Unterschwelligen in Mainz. Unsichtbare Netzwerke wie Viren, Datenströme, Pilzstrukturen oder Müll- und Abwassersysteme werden aufgespürt und nachgezeichnet. In Workshops, Stadttouren, Vorträgen, virtuellen Rundgängen, Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Ausstellungen werden die Teilnehmenden zu geladenen Teilchen, die im urbanen und virtuellen Raum fluktuieren. Von verschiedenen physikalischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kräften angezogen und abgestoßen, werden sie Teil des Gewimmels unter den Oberflächen.

PROGRAMM

  • Sa/ So ganztägig (Foyer Staatstheater): Dark Matters – die Ausstellung. Installative Ausstellung zu den „Dunklen Materien“ der Stadt Mainz
  • Sa, 14:00 – 17:00 (Treffpunkt: Foyer des Staatstheaters): Dark Matters – der Workshop. Unter Leitung der Politikwissenschaftlerin Jacqueline Rudolf gehen die Teilnehmenden des Workshops den Dunklen Materien im gesellschaftlich-politischen Raum nach.
  • So, 14:00 und 16:00 (Treffpunkt: Foyer des Staatstheaters): Dark Matters. Die Tour.

Weitere Veranstaltungen im Rahmen des Projekts „Dark Matters“ finden am 16. und 17.9. im Kino Capitol statt.

INTERAKTION

  • Neugier und Entdeckerlust werden geweckt durch den Blick unter die Oberflächen der Stadt.
  • Das Projekt befindet sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft und macht spielerisch die Dimensionen des Unbekannten und die Ränder des (aktuellen) Wissens erlebbar.

ZIELGRUPPE
ab Jugendliche

Begleitprogramm

SAMSTAG, 09.09.2017

zu den Marktzeiten

IEG – Leibniz-Institut für Europäische Geschichte
Tag der Offenen Tür zum Thema Reformation
10:00 Stadtführung – Die Rolle der Reformation in Mainz
11:00 Stadtführung – Die Rolle der Reformation in Mainz
Der Treffpunkt ist jeweils die Gutenberg-Statue auf dem Gutenbergplatz

NatLab-Showtime

Dronen-Vorführungen – MAINZER STADTWERKE

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark Matters – die Ausstellung.
Installative Ausstellung zu den „Dunklen Materien“ der Stadt Mainz
ganztägig (Foyer Staatstheater)

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark Matters – der Workshop.
Unter Leitung der Politikwissenschaftlerin Jacqueline Rudolf gehen die Teilnehmenden des Workshops den Dunklen Materien im gesellschaftlich-politischen Raum nach.
14:00 – 17:00 (Treffpunkt: Tritonplatz)


SONNTAG, 10.09.2017

NatLab-Showtime

Dronen-Vorführungen – MAINZER STADTWERKE

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark Matters – die Ausstellung.
Installative Ausstellung zu den „Dunklen Materien“ der Stadt Mainz
ganztägig (Foyer Staatstheater)

Theaterwissenschaft der JGU und Staatstheater Mainz
in Kooperation mit dem Netzwerk für Urbane Übergänge
Dark MattersTour
14:00 – 17:00 (Treffpunkt: Foyer Staatstheater)

Landeshauptstadt Mainz MIT Intervention creartiv Köln
Was sind schon 2 Grad?
„Wahl: Wahrheit oder Pflicht“ – das heiße Spiel zum Klimawandel der League of Creative
Interventionists – Köln auf dem Mainzer Wissenschaftsmarkt,
ab 12:00 Uhr in Intervallen

STAATSTHTEATER MAINZ – GROSSES HAUS

19:00 Uhr Physik im Theater | Die dunkle Seite des Universums
Prof. Dr. Laura Baudis | Universität Zürich

Allgemeine Informationen: Mainzer Wissenschaftsmarkt

Von Klimahelden, Ozeanen und Artenvielfalt – Mainzer Wissenschaftskampagne „Wissen im Herzen“ 2017

Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

(rap) Wissen im Herzen startet in das Themenjahr „Mensch und Umwelt“

Mensch und Umwelt, Umwelt und Mensch – die Wechselwirkungen dieser spannenden Beziehung setzt die Mainzer Wissenschaftskampagne „Wissen im Herzen“ 2017 in Szene.

„Mit ,Wissen im Herzen‘ möchten wir auch in diesem Jahr wieder Wissen aus der Wissenschaft in die breite Öffentlichkeit tragen und die Mainzerinnen und Mainzer dazu animieren, zuzuschauen, nachzufragen und mitzumachen,“ erläutert der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling. „Als Ansprache nutzen wir vor allem unterhaltsame Wissenschaftsvideos, spannende Vorträge, Filmvorführungen, Social-Media-Aktivitäten und Veranstaltungen.“

Das inzwischen dritte Themenjahr „Mensch und Umwelt“ des Partners MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ, mit der die Landeshauptstadt Mainz die Wissenschaftskampagne federführend umsetzt, soll das öffentliche Bewusstsein für das Thema stärken und die Leistungen des Standorts Mainz zeigen.

Der aktuelle Schwerpunkt ist – wie bereits seine Vorgänger – nicht zufällig gewählt: „Zahlreiche Institutionen in und um Mainz befassen sich mit der nachhaltigen Entwicklung und Gestaltung der Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt. Viele entwickeln auch Lösungen und Produkte, die uns ein gesundes Leben in einer lebenswerten Umwelt möglich machen“, sagt Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz. „Dazu kommt, dass in Mainz das Zeitalter des ,Anthropozäns‘ begründet wurde. Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen, der lange Jahre in Mainz wirkte, prägte diesen Begriff ,Anthropozän‘ und wollte damit zum Ausdruck bringen, dass unsere Handlungen entscheidend für die zukünftige Entwicklung unseres Planeten sind.“

Entsprechend breit gefächert ist die Themenpalette, die vom Klima über Müll, Ressourcennutzung, Energie bis zu Mobilität, Konsum und der Betrachtung der Umwelt als Wert reicht. Hierbei werden nicht nur naturwissenschaftliche und ethische Perspektiven berücksichtigt, sondern auch historische, soziologische und wirtschaftliche. Neben vielen weiteren Partnern aus Mainz und der Region kooperieren die Macher von „Wissen im Herzen“ eng mit dem Projekt „Masterplan 100% Klimaschutz Mainz“ – Mainz wurde im Sommer 2016 vom Bundesumweltministerium als eine der Masterplan-Kommunen ausgezeichnet.

„Der Masterplan, den wir bis zum Sommer entwickeln, beinhaltet auch eine stärkere Einbeziehung und Sensibilisierung der Stadtgesellschaft für Belange des Klimaschutzes. Die Frage, in welcher Stadt wir alle leben wollen, rückt in den Mittelpunkt“, so Katrin Eder, Beigeordnete der Landeshauptstadt Mainz für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr. „Das Jahr ,Mensch und Umwelt‘ eignet sich daher hervorragend, um gemeinsam die Klimaschutzziele der Stadt ansprechend, wissenschaftlich fundiert und interaktiv zu kommunizieren und neue aktive Mitstreiter für das Thema zu begeistern.“ Eines der ersten sichtbaren Ergebnisse der Kooperation ist der kurze Auftaktfilm zum Themenjahr: Unter dem Titel „Klimaheld 001“ erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer, mit welchen Entscheidungen sie täglich für einen klimafreundlichen Alltag sorgen können.

Der Film und weitere Informationen zum Themenjahr sind zu finden unter: www.wissenimherzen.mainz.de und www.facebook.com/wissenimherzen

Ein erster größerer Programmpunkt zum Themenjahr ist die Filmvorführung und Matinee „S.O.S. Eisberg“ (1933) am Sonntag, 19. Februar um 11 Uhr im Capitol Kino Mainz, organisiert von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz. Nach der Vorführung werden Matthias Fanck, Enkel des Regisseurs, der Polarforscher Jörn Thiede und Nina Goslar (Filmredaktion ZDF/ARTE) über den Film sprechen.

Hintergrund Mainz trägt „Wissen im Herzen“ – und bringt es direkt in die Köpfe! Denn Mainz ist nicht nur Standort für Spitzenforschung. Ergänzend haben es sich die Wissenschaftsinstitutionen auch auf die Fahnen geschrieben, ein großes und abwechslungsreiches Programm für alle interessierten Mainzerinnen, Mainzer und Gäste anzubieten.

Unter dem Dach „Wissen im Herzen“ laden die Landeshauptstadt Mainz und die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ zu Events ein und kreieren Fakten- und Fragen-Videos – alles rund um die Mainzer Wissenschaft. Und das jährlich wechselnd zu einem neuen Thema. 2017 dreht sich alles um „Mensch und Umwelt“.

„Meenz Health Race – Christmas Edition“ – Wissenschaftliche Schnitzeljagd über den Mainzer Weihnachtsmarkt

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

(ski) Zum Ausklang des gemeinsamen Themenjahres „Mensch und Medizin“ laden die Landeshauptstadt Mainz und die MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ zu einer weihnachtlich-wissenschaftlichen Schnitzeljagd auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt ein: Am Mittwoch, 14. Dezember um 18.00 Uhr können sich Teams von zwei bis fünf Personen kreativen Aufgaben und Rätseln rund um die Themen „fit durch den Winter“, Ernährung und medizinische Berufe stellen.

Auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer warten elf spannende Stationen, tolle Gewinne und eine Tasse Glühwein.

„Mit der Christmas Edition des Meenz Health Race möchten wir den Mainzerinnen und Mainzern eine weitere Möglichkeit bieten, auf unkonventionelle Weise mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern außerhalb ihrer Forschungseinrichtungen ins Gespräch zu kommen“, erläutert Dominik Kimmel, verantwortliches Vorstandsmitglied der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ, das Ziel der Aktion.

Wo kann man sich anmelden?
Anmelden können sich sowohl Teams von 2 bis 5 Personen als auch Einzelpersonen, die bei der Aktion neue Leute kennenlernen möchten. Die Anmeldung ist ab sofort bis einschließlich 11. Dezember möglich per E-Mail an mdw@wissenschaftsallianz-mainz.de. Da es nicht nur attraktive Preise zu gewinnen gibt, sondern auch eine Tasse Glühwein für jeden, liegt das Mindestalter für die Teilnahme bei 18 Jahren.

Start und Treffpunkt ist am 14. Dezember um 18 Uhr an der Bühne auf dem Liebfrauenplatz. Die Siegerehrung findet – ebenfalls dort – um 20 Uhr statt. Aktuelle Informationen zur Weihnachtsausgabe der Schnitzeljagd gibt es unter www.facebook.com/wissenimherzen

Die Christmas Edition des „Meenz Health Race“ ist – nach der Weihnachtsschnitzeljagd 2015 und der Sommerausgabe des „Meenz Health Race“ über die Johannisnacht 2016 – bereits die dritte Schnitzeljagd von „Wissen im Herzen“.

Boehringer-Ingelheim-Preis 2016 geht an zwei Mainzer Unimediziner für die Erforschung besserer Prothesenverankerung und zum Verständnis des Immunsystems.

Der Kaufmännische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Dr. Elke Frank; der Ehrenvorsitzende des Vorstandes der Boehringer-Ingelheim-Stiftung, Otto Boehringer; die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Babette Simon; der Medizinische Direktor Deutschland der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Dr. Thor Voigt; die beiden Preisträger Dr. Andreas Baranowski und Dr. Georg Gasteiger; der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann; die Geschäftsführerin der Boehringer-Ingelheim-Stiftung, Dr. Claudia Walther und der stv. Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel, bei der Verleihung des Boehringer-Ingelheim-Preis 2016 (von links nach rechts) Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Der Kaufmännische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Dr. Elke Frank; der Ehrenvorsitzende des Vorstandes der Boehringer-Ingelheim-Stiftung, Otto Boehringer; die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Babette Simon; der Medizinische Direktor Deutschland der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Dr. Thor Voigt; die beiden Preisträger Dr. Andreas Baranowski und Dr. Georg Gasteiger; der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann; die Geschäftsführerin der Boehringer-Ingelheim-Stiftung, Dr. Claudia Walther und der stv. Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel, bei der Verleihung des Boehringer-Ingelheim-Preis 2016 (von links nach rechts) Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

(Mainz, 26. Oktober 2016, ok, ka) Nicht nur Sportler und Autoren erhalten Medaillen und Preise, auch Mediziner und Wissenschaftler werden für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet.  So geschehen  gestern Abend: Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung würdigte die  Boehringer-Ingelheim-Stiftung den Unfallchirurgen und Orthopäden Dr. Andreas Baranowski und den Immunologen Dr. Georg Gasteiger für ihre Forschungen zur Verbesserung von Prothesenverankerungen sowie für ein besseres Verständnis angeborener lokaler Immunabwehrzellen mit dem Boehringer-Ingelheim-Preis 2016. Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Preis ist der prestigeträchtigste der Universitätsmedzin Mainz und geht zu gleichen Teilen an die beiden erfolgreichen Nachwuchswissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz.

Andreas Baranowski fand heraus, dass bei Prothesen aus Titan, die mit dem knocheneigenen Eiweiß „Bone Sialoprotein“ beschichtet sind, knochenspezifische Gene aktiviert werden. Daraus können eine bessere Verankerung der Prothesen im Knochen und damit ein langfristig stabilerer Sitz resultieren (siehe Einzelheiten zur Arbeit unten!).

Georg Gasteiger konnte nachweisen, dass bestimmte Zellen des angeborenen Immunsystems, die sogenannten ILCs, an ihre jeweiligen Gewebe angepasste, lokale Abwehrzellen sind. Diese Erkenntnis ist ein bedeutender Schritt, um die Funktionsweise der Immunabwehr zu verstehen (siehe Einzelheiten zur Arbeit unten!).

„Beide Preisträger sind in Forschungsfeldern erfolgreich, die zu Forschungsschwerpunkten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) – Immuntherapie und Biomatics – gehören. Das lässt sich auch als Beleg dafür werten, dass Nachwuchswissenschaftler an der Universitätsmedizin Mainz hervorragende Forschungsbedingungen vorfinden, die sie zu Spitzenleistungen in ihrem jeweiligen Forschungsgebiet befähigen“, betont Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz.

Otto Boehringer, Ehrenvorsitzender des Vorstandes der Boehringer-Ingelheim-Stiftung, ergänzt: „Es ist mir immer wieder eine Freude, hervorragenden Nachwuchswissenschaftlern im Namen der Boehringer-Ingelheim-Stiftung zu diesem Preis gratulieren zu dürfen. Es macht das, wofür wir uns als Stifter einsetzen, die Förderung exzellenter Forschung in den Lebenswissenschaften, auf eine sehr persönliche Weise sichtbar.“

In seiner Laudatio würdigte Univ.-Prof. Dr. Manfred Beutel, stv. Wissenschaftlicher Vorstand und Prodekan Forschung der Universitätsmedizin Mainz den besonderen Wert der neuen Erkenntnisse für die medizinischen Weiterentwicklungen in der Prothetik und der Immunologie.

Gemeinsam mit dem Medizinischen Direktor Deutschland bei Boehringer Ingelheim, Dr. Thor Voigt, und Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann überreichte Otto Boehringer den Boehringer-Ingelheim-Preis 2016 an die beiden Nachwuchswissenschaftler. Anschließend präsentierten die beiden Preisträger ihre Forschungsarbeiten (siehe unten). Sie bedankten sich für die erhaltenen Auszeichnungen, die sie jeweils „für ihr gesamtes Team entgegennahmen“.

Der Direktor des Instituts für Pathologie, Univ.-Prof. Dr. Wilfried Roth, sprach in seinem Festvortrag unter dem Titel „Moderne Pathologie: Von der Obduktion zur molekularen Diagnostik“ über die Herausforderungen der modernen Pathologie. Hierbei gab Roth einen interessanten historischen Abriss über die Entwicklung der Pathologie vom anatomisch-makroskopischen, über das mikroskopische bis hin zum molekularem, dem heutigen Zeitalter der Pathologie. So sei mit der Entwicklung der Molekularpathologie die Schlüsselstellung der Pathologie in der Medizin, etwa bei der molekularen Tumorbestimmung oder Entwicklung sogenannter Biomarker (personalisierter Medizin) ständig gewachsen.

Mit dem Boehringer-Ingelheim-Preis zeichnet die Boehringer-Ingelheim-Stiftung Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen und klinischen Medizin aus. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert und wird seit 1969 jährlich vergeben.

Einzelheiten zur Arbeit von Dr. Andreas Baranowski (Jahrgang 1979)
Dr. Andreas Baranowski. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Dr. Andreas Baranowski. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Der Forschungsfokus von Dr. Andreas Baranowski vom Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie liegt auf der sogenannten bioaktiven Implantatbeschichtung.

Andreas Baranowski fand mit seiner Arbeit im Molekularen Forschungszentrum operativer Fächer heraus, dass, wenn das Prothesenmaterial Titan mit dem knocheneigenen Eiweiß „Bone Sialoprotein“ (BSP) beschichtet ist, bestimmte Gene in anhaftenden Knochenzellen aktiviert werden. Dies könnte die Verbindung zwischen Titan und Knochen stärken. So könnten künftig Titan-Prothesen entwickelt werden, die fester im Knochen verankert sind und damit länger stabil sitzen. Darüber hinaus beobachtete er bei seinen Versuchen eine tendenziell erhöhte Knochenzellwanderung hin zum Titan, und die Knochenzellen produzierten vermehrt knochenstärkende Kalksalze. „Unsere Erkenntnisse legen den Schluss nahe, dass sich eine mit dem knocheneigenen Eiweiß BSP vorbeschichtete Prothese im Knochen besser verankert und langfristig stabiler sitzt“, unterstreicht Dr. Andreas Baranowski. „Wenn sich das bewahrheitet, ließe sich möglicherweise künftig der aufwändige Austausch gelockerter Prothesen deutlich reduzieren“, ergänzt der Nachwuchswissenschaftler. Gegenwärtig müssen hierzulande jährlich bei etwa 35.000 Patienten gelockerte Prothesen gewechselt werden. Ein solcher Eingriff ist nicht ohne Risiko.

Je nach Patient werden heutzutage Prothesen verwendet, die entweder mittels Knochenzement im Knochen verankert werden oder bei denen die Verankerung durch Einwachsen des Knochens in die Oberfläche der Prothese erfolgt. Für Letztere, sogenannte zementfreie Prothesen, ist Titan als Material besonders gut geeignet: Es ist gut verträglich, ausreichend elastisch, stabil und lange haltbar. Für seine aktuelle Forschungsarbeit beschichtete Andreas Baranowski zunächst Titanscheiben mit BSP. Auf dem so beschichteten Prothesenmaterial siedelte er sodann menschliche Knochenzellen an. Unter dem Mikroskop konnte er deutlich erkennen, dass sich die Zellen vermehrten und auch mehr Kalksalz bildeten. Darüber hinaus konnte Baranowski mit molekularbiologischen Methoden zeigen, dass bestimmte knochenspezifische Gene aktiviert werden. Auch die Wanderung der Knochenzellen hin zum Titan konnte er nachverfolgen.

All diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich mittels BSP-Beschichtung eine bessere Verbindung zwischen Titan und Knochen erzielen lässt. Und so bewertet Baranowski die bisherigen Ergebnisse auf Zellebene als aussichtsvoll: „Bereits jetzt führen wir an der Universitätsmedizin Mainz Folgeversuche an mit BSP-beschichteten, mittels 3D-Druck hergestellten Knochenersatzmaterialien durch.“

Originalpublikation:

Andreas Baranowski et al. “Surface Functionalization of Orthopedic Titanium Implants with Bone Sialoprotein” in PLOSONE. DOI: 10.1371/journal.pone.0153978 April 25, 2016

Einzelheiten zur Arbeit von Dr. Georg Gasteiger (Jahrgang 1976):
Dr. Georg Gasteiger. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Dr. Georg Gasteiger. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Dr. Georg Gasteiger, ehemals Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsmedizin Mainz, erforscht eine erst vor Kurzem entdeckte Gruppe von Immunzellen, die sogenannten „Innate Lymphoid Cells“ (ILCs). Sie gelten als wichtige Akteure des angeborenen Immunsystems. ILCs nehmen zentrale Aufgaben bei der Abwehr von Infektionserregern im menschlichen Körper wahr – so schützen sie uns vor dem Eindringen von Krankheitserregern. Allerdings können ILCs auch Entzündungen verursachen und spielen bei Allergien und möglicherweise auch der Entstehung von Tumoren eine Rolle.

Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Memorial Sloan-Kettering Cancer Centers in New York, USA, fand Georg Gasteiger Folgendes heraus: Im Gegensatz zu vielen anderen Zellen des Immunsystems patrouillieren ILCs nicht ständig auf der Suche nach Eindringlingen mit dem Blut durch den Körper. Stattdessen bilden sie vielmehr eine spezialisierte, lokale Einsatztruppe, welche sich strategisch zum Beispiel an den inneren und äußeren Grenzflächen des Körpers (z. B. Lunge, Darm und Haut) ansiedelt. Sie vermehren und erneuern sich vor Ort direkt in ihrem jeweiligen Gewebe. Erst bei chronischen Prozessen erfolgt Nachschub aus den im Knochenmark ansässigen Vorläuferzellen. Dies ist nach Ansicht der Wissenschaftler ein bedeutender Schritt, um die Funktionsweise der Immunabwehr an den inneren und äußeren Grenzflächen des Körpers (z. B. Lunge, Darm und Haut) zu verstehen. Zuvor war unklar, wo sich ILCs im Körper vermehren und erneuern und wann und wie sie in die peripheren Gewebe gelangen.

„Wir konnten nachweisen, dass ILCs als ‚sesshafte‘ Zellen fest zum jeweiligen Organ gehören und sich auch vor Ort vermehren. Wir vermuten deshalb, dass ILCs sehr spezifisch an die verschiedenen Gewebe und ihre Funktion dort angepasst sind“, erklärt Dr. Georg Gasteiger. „Überraschend war für uns insbesondere, dass ILCs sogar in Lymphknoten und der Milz, also in Organen, die kontinuierlich von Immunzellen durchwandert werden, sesshaft sind“, so der Immunologe.

Im Detail konnten Dr. Gasteiger und seine Forscherkollegen zeigen, dass bei einer akuten Infektion sich zusätzlich neue ILCs zunächst lokal bilden und vermehren. Die Ergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass der Nachschub von ILCs aus den im Knochenmark ansässigen Vorläuferzellen erst erfolgt, wenn das Immunsystem länger gefordert wird. Dies ist zum Beispiel bei chronischen Entzündungen der Fall oder während einer längeren Heilungsphase einer Infektion.

„Es gibt also sowohl lokal sesshafte als auch über das Blut einwandernde ILCs in unseren Organen. Wir untersuchen, wie sich die ‚sesshaften‘ Zellen lokal regenerieren und wie sie von ihrer jeweiligen Umgebung geprägt werden. Des Weiteren wollen wir verstehen, welche Rolle der über das Blut rekrutierte Nachschub von ILCs bei Krankheitsprozessen genau spielt“, formuliert Gasteiger die nächsten Forschungsziele.

Über ILCs:

Erst vor wenigen Jahren identifizierten Wissenschaftler diese weitere Gruppe von Zellen des angeborenen Immunsystems. Die so genannten Innate Lymphoid Cells (ILCs) bilden eine vielfältige Familie und zählen zu den wichtigsten Waffen des körpereigenen Immunsystems. Über die Bekämpfung von Krankheitserregern hinaus haben ILCs wichtige Funktionen bei der Organhomöostase, also der Aufrechterhaltung des balancierten Funktionszustandes lebenswichtiger Organe. Vorstufen der ILCs, sogenannte „precursors“, befinden sich im Knochenmark.

Originalpublikation: Gasteiger et al., „Tissue residency of innate lymphoid cells in lymphoid and non-lymphoid organs“ in Science. 2015 Oct 15. pii: aac9593. http://www.sciencemag.org/content/early/2015/10/14/science.aac9593

15. Mainzer Wissenschaftsmarkt am 10. u. 11. 09.2016 zeigt neueste Forschung leicht verständlich

Das NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler bietet Mitmachexperimente für Jung und Alt gemäß demMotto: nur eigenständiges Experimentieren macht schlau! Dieses Jahr stehen Experimente rund um das Thema Luft im Fokus: Warme Stoffe benötigen mehr Platzals kalte ?! sowie Lungenvolumen messen. Stündlich vor dem Zelt Cyan.Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Das NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler bietet Mitmachexperimente für Jung und Alt gemäß demMotto: nur eigenständiges Experimentieren macht schlau! Dieses Jahr stehen Experimente rund um das Thema Luft im Fokus: Warme Stoffe benötigen mehr Platzals kalte ?! sowie Lungenvolumen messen. Stündlich vor dem Zelt Cyan.Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Wenn Überraschendes, Unbekanntes und Innovationen aus der Forschung hautnah erlebt und angefasst werden können, dann ist wieder Mainzer Wissenschaftsmarkt! Diesen präsentiert die MAINZER WISSENSCHAFTS-ALLIANZ e.V. zum 15. Mal am 10. und 11. September 2016 auf dem Gutenbergplatz – auf knapp 850 Quadratmetern Zeltfläche.

Das begehbare Herz ist ein überdimensionales Herz-Modell, das den anatomischen Aufbau des Herzens sichtbar und erlebbar macht. Es vermittelt einenEindruck von den vier Herzkammern und den vier Herzklappen. Forschungszentrum Translationale Vaskuläre Biologie (CTVB) | Stiftung Mainzer Herz .Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Das begehbare Herz ist ein überdimensionales Herz-Modell, das den anatomischen Aufbau des Herzens sichtbar und erlebbar macht. Es vermittelt einenEindruck von den vier Herzkammern und den vier Herzklappen. Forschungszentrum Translationale Vaskuläre Biologie (CTVB) | Stiftung Mainzer Herz .Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Rund 400 hochmotivierte und leidenschaftliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Mainzer Hochschulen, Forschungs-einrichtungen und forschenden Unternehmen freuen sich darauf, passend zum Themenjahr der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ 2016 „Mensch und Medizin“, etwa 35 Projekte mit Wissensbegierigen und Mitmachfreudigen zu teilen.

Eröffnet hatten den Mainzer Wissenschaftsmarkt am Samstag, 10. September 2016, 10:00 Uhr, vom  Balkon Staatstheaters am  Gutenbergplatz aus:  Professor Salvatore Barbaro, Kulturstaatssekretär, Günter Beck, Bürgermeister der Landeshauptstadt Mainz, Professor Dr. Babette Simon, Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Markus Müller, Intendant des Staatstheaters, sowie Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz.

„Wir freuen uns ganz besonders, dass es uns gelungen ist, auf dem Wissenschaftsmarkt unser Schwerpunktthema für 2016 ‚Mensch und Medizin‘ so vielfältig und facettenreich der Öffentlichkeit präsentieren zu können“, sagt Professor Dr. Gerhard Muth, Vorstandsvorsitzender der MAINZER WISSENSCHAFTSALLIANZ und Präsident der Hochschule Mainz. Der Bogen spanne sich von der Begegnung mit Vorstellungen vom menschlichen Körper und von der Gesundheit des antiken und mittelalterlichen Menschen, wozu das Römisch-Germanische Zentralmuseum einlade, über Rohstoffe, Substanzen und ihre Produkte, denen sich das Naturhistorische Museum Mainz, der Botanische Garten und die Grüne Schule der Johannes Gutenberg-Universität Mainz oder auch das Max-Planck-Institut für Polymerforschung widme, bis hin zu innovativen Verfahren, wie dem 3-D-Druck oder die CAD/CAM (Computer Aided Design/Computer Aided Manufacturing)-Technik für die Zahnmedizin, welche die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Universitätsmedizin) vorstelle. „Aus der fürwahr beeindruckenden Bandbreite, die wir im Bereich Medizin aufweisen können, ist besonders noch die individualisierte Krebstherapie hervorzuheben, die in Mainz eine ganze Reihe an Institutionen und Einrichtungen wie die Ganymed Pharmaceuticals AG, BioNTech AG und TRON gGmbH, alles Ausgründungen der Universitätsmedizin und Johannes Gutenberg-Universität, sowie die Netzwerke CIMT (CIMT steht für „Association for Cancer Immunotherapy“) und Ci3 – Cluster für individualisierte Immunintervention zusammen-gebracht hat. Dieser ‚Mainz Immunotherapy-Hub‘ zeigt auf dem Wissenschaftsmarkt als Premiere einen Imagefilm zur individualisierten Krebstherapie in Mainz und veranschaulicht die über 30jährige Expertise und Kompetenz in diesem Bereich“, schwärmt Muth weiter.

Das Intro zur Eröffnung gestalteten Blechbläser und Schlagzeuger des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz unter Leitung von Hermann Bäumer mit einer Fanfare.

 

© massow-picture
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Informationen zu Programm und Wissenschaftszelten finden Sie hier!

 

 

 

Beteiligte Institutionen des Mainzer Wissenschaftsmarktes 2016:

Akademie der Wissenschaften und der Literatur,
Mainz
• Allgemeine Zeitung / Verlagsgruppe Rhein Main
GmbH & Co. KG
• Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
• Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung in
Rheinland-Pfalz und dem Saarland
• Fraunhofer ICT-IMM
• Fremde werden Freunde | Service International
Students (SIS) des Studierendenwerk Mainz
• Generaldirektion Kulturelles Erbe, Direktionen Landesmuseum
Mainz und Landesmuseum Koblenz
• Helmholtz-Institut Mainz
• Hochschule Mainz
• Fachbereich Gestaltung | MA-Studiengang
Gutenberg-Intermedia
• Institut für Mediengestaltung (img)
• Institut für Raumbezogene Informationsund
Messtechnik (i3mainz)
• Institut für Geschichtliche Landeskunde
an der Universität Mainz e.V. (IGL)
• Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
• Ada-Lovelace-Projekt
• Botanischer Garten
• Grüne Schule
• MAterials Science IN MainZ (MAINZ)
• NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler
(NaT-Lab)
• PRISMA (Präzisionsphysik, fundamentale
Wechselwirkungen und Struktur der Materie)
• Katholische Hochschule Mainz
• Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG)
• Mainz Immunotherapy-Hub
• TRON gGmbH
• BioNTech AG
• Ganymed Pharmaceuticals AG
• Association for Cancer Immunotherapy CIMT
• Ci3 – Cluster für individualisierte Immunintervention
• Max-Planck-Institut für Chemie Mainz
• Max-Planck-Institut für Polymerforschung Mainz
• Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und
Kultur des Landes Rheinland-Pfalz (MWWK) /
Arbeitsgemeinschaft Bestandserhaltung RLP
• Naturhistorisches Museum Mainz (nhm)
• Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM)
• Technische Hochschule Bingen (TH Bingen)
• Technische Universität Kaiserslautern
(TU Kaiserslautern)
• Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-
Universität Mainz
• Allergie-Zentrum Rheinland-Pfalz (AZ-RP)
• Apotheke der Universitätsmedizin Mainz
• Biomaterials, Tissues and Cells in Science
(BiomaTiCS) / ERC-Regenerative Medicine /
Institut für Physiologische Chemie
• Centrum für Translationale Vaskuläre Biologie
(CTVB)
• Deutsches Resilienz-Zentrum (DRZ)
• Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI)
• Forschungszentrum Translationale Neurowissenschaften
(FTN)
• Gutenberg Brain Study (GBS)
• Institut für Translationale Immunologie (TIM)
• Mainzer Resilienz-Projekt (MARP)
• Stiftung Mainzer Herz
• Klinik und Polikliniken für Zahn-, Mund- und
Kieferkrankheiten:
– Klinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie – Plastische Operationen
– Poliklinik für Prothetik
– Poliklinik für Zahnerhaltungskunde