Kategorie-Archiv: Literaturhaus Wiesbaden

Wiesbadener Krimistipendium 2016 an Wolfgang Schorlau – Werkstattgespräch am 4. März in Villa Clementine

Der diesjährige Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden, der renommierte Krimiautor Wolfgang Schorlau, stellt sich am Freitag, 4. März um 19.30 Uhr in einem Werkstattgespräch mit Margarete von Schwarzkopf (NDR) und einer Lesung im Literaturhaus dem Wiesbadener Publikum vor.

Er berichtet über seine intensive Recherchearbeit über politische Geschehnisse – etwa die NSU-Morde oder das Münchner Oktoberfest-Attentat 1980 – die er in seinen Krimis um den ehemaligen BKA-Kommissar Georg Dengler literarisch verarbeitet. Aufgrund der Realitätsnähe verdeutlicht er dem Leser verborgene Zusammenhänge von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Neben seiner Arbeit als Autor spricht er auch über die Fernseh-Verfilmung seiner Dengler-Krimis sowie über seine Erwartungen an seinen Aufenthalt in Wiesbaden und an das Krimistipendium, in dessen Rahmen er einen Kurzkrimi verfasst und Mitglied der Jury des Fernsehkrimifestivals ist.

Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den acht „Dengler“-Krimis, darunter 2015 „Die schützende Hand“, hat er die Romane „Sommer am Bosporus“ und „Rebellen“ veröffentlicht sowie den Band „Stuttgart 21. Die Argumente“ her-ausgegeben. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis und 2012 mit dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet.

Eintritt frei

Zeit und Ort: Fr. 4.3., 19.30 Uhr, Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1

Weitere Infos unter www.wiesbaden.de/literaturhaus

Terminübersicht März 2016 – Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden

© massow-picture
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Im März finden im Literaturhaus Villa Clementine gleich zwei Deutschlandpremieren neuer Romane renommierter Gegenwartsautoren statt: Peter Stamm liest aus „Weit über das Land“ und Thomas von Steinaecker aus „Die Verteidigung des Paradieses“. Beide waren unter anderem als Poetikdozenten der Hochschule RheinMain bereits mehrfach im Literaturhaus zu Gast.  us Österreich kommt em Wiesbadener Publikum vor Landeshaupstadt Wiesbaden, der renommierte Krimiautor Wolfgang Schorlau in eineAus Österreich kommt der vielfach ausgezeichnete junge Schriftsteller Clemens J. Setz mit seinem Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ ins Literaturhaus, für den ihm im letzten Jahr der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis verliehen wurde. Außerdem stellt sich der neue Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden, der renommierte Krimiautor Wolfgang Schorlau, in einem Werkstattgespräch vor. Auf diese und weitere Veranstaltungen möchten wir Sie im Folgenden gerne aufmerksam machen.

Do 03.03. | 19.30 Uhr DEUTSCHLANDPREMIERE Peter Stamm liest aus: „Weit über das Land“
Peter Stamm ist ein Meister im Erzählen jener Träume, die zugleich locken und erschrecken, die gleichzeitig die schönste Möglichkeit und den furchtbarsten Verlust bedeuten. „Weit über das Land“ ist ein Roman, der die alltäglichste aller Fragen stellt: Die nach dem eigenen Leben.

Ein Mann steht auf und geht. Einen Augenblick zögert Thomas, dann verlässt er das Haus, seine Frau und seine Kinder. Mit einem erstaunten Lächeln geht er einfach weiter und verschwindet. Astrid, seine Frau, fragt sich zunächst, wohin er gegangen ist, dann, wann er wiederkommt, schließlich, ob er noch lebt. Jeder kennt ihn: den Wunsch zu fliehen, den Gedanken, das alte Leben abzulegen, ein anderer sein zu können, vielleicht man selbst. Doch ist es tatsächlich ein neuer Anfang, wenn man alles hinter sich lässt?
Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und übte verschiedene Berufe aus, u.a. in Paris und New York. Er lebt in der Schweiz. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele. Seit seinem Romandebüt „Agnes“ 1998, welches in diesem Jahr auch in die Kinos kommt, erschienen vier weitere Romane, fünf Erzählungssammlungen und ein Band mit Theaterstücken, zuletzt der Roman „Nacht ist der Tag“.

Do 03.03. | 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF und taz)
€ 8 / 7 – Reservierung unter 0611-3415837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Fr 04.03.Werkstattgespräch und Politkrimi-Lesung mit Wolfgang Schorlau (Krimistipendiat)
Der diesjährige Krimistipendiat der Landeshauptstadt Wiesbaden, der renommierte Krimiautor Wolfgang Schorlau, stellt sich in einem Werkstattgespräch mit Margarete von Schwarzkopf (NDR) dem Wiesbadener Publikum vor. Er berichtet über seine intensive Recherchearbeit über politische Geschehnisse – etwa die NSU-Morde oder das Münchner Oktoberfest-Attentat 1980 – die er in seinen Krimis um den ehemaligen BKA-Kommissar Georg Dengler literarisch verarbeitet. Aufgrund der Realitätsnähe verdeutlicht er dem Leser verborgene Zusammenhänge von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Neben seiner Arbeit als Autor spricht er auch über die Fernseh-Verfilmung seiner Dengler-Krimis sowie über seine Erwartungen an seinen Aufenthalt in Wiesbaden und an das Krimistipendium, in dessen Rahmen er einen Kurzkrimi verfasst und Mitglied der Jury des Fernsehkrimifestivals ist.

Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den acht „Dengler“-Krimis, darunter 2015 erschienen „Die schützende Hand“, hat er die Romane „Sommer am Bosporus“ und „Rebellen“ veröffentlicht sowie den Band „Stuttgart 21. Die Argumente“ herausgegeben. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis und 2012 mit dem Stuttgarter Krimipreis ausgezeichnet.

Fr 04.03. | 19.30 Uhr
Werkstattgespräch und Lesung
Eintritt frei
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Mi 09.03. DEUTSCHLANDPREMIERE Thomas von Steinaecker liest aus: „Die Verteidigung des Paradieses“
Thomas von Steinaecker hat mit „Die Verteidigung des Paradieses“ einen literarisch virtuosen Roman über die Zukunft unserer Gegenwart geschrieben – philosophisch radikal und zutiefst berührend.

Heinz möchte ein guter Mensch sein. Aber er lebt in einer Welt, die Menschlichkeit nicht mehr zulässt. Deutschland ist verseucht und verwüstet, Mutanten streifen umher, am Himmel kreisen außer Kontrolle geratene Drohnen. Zusammen mit seinem besten Freund, einem elektrischen Fuchs, dem Fennek, wächst Heinz in einer kleinen Gruppe Überlebender in den Bergen auf. Er nimmt sich vor, die verlorene Zivilisation zu bewahren, sammelt vergessene Wörter und schreibt die Geschichte der letzten Menschen. Doch was nützen Heinz Wissen und Kunst jetzt noch? Da gibt es plötzlich das Gerücht, weit im Westen existiere ein Flüchtlingslager. Und die Gruppe bricht auf zu einem mörderischen Marsch ins vermeintliche Paradies.

Thomas von Steinaecker, geboren 1977 in Traunstein, wohnt in Augsburg. Seine Romane wurden vielfach ausgezeichnet – darunter „Wallner beginnt zu fliegen“ und „Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen“. Außerdem dreht er Dokumentarfilme und veröffentlicht Hörspiele. Für S. Fischer Hundertvierzehn initiierte er das „Mosaik-Roman“-Projekt „Zwei Mädchen im Krieg“ und veröffentlichte ab Oktober 2015 zusammen mit der Zeichnerin Barbara Yelin den Fortsetzungs-Webcomic „Der Sommer ihres Lebens“. Im Wintersemester 2013/14 war er Poetikdozent der Hochschule RheinMain.

Mi 09.03. | 19.30 Uhr
DEUTSCHLANDPREMIERE
Autorenlesung
Moderation: Christoph Schröder (SZ und Die ZEIT)
€ 8 / 7 – Reservierung unter 0611-3415837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Do 10.03. Autorenlesung mit Clemens J. Setz
Clemens J. Setz gehört mit seinen erst 32 Jahren bereits zu den renommiertesten Gegenwartsautoren Österreichs und wurde vielfach ausgezeichnet. Sprachlich und psychologisch originell erzählt er in seinem aktuellen Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ eine Geschichte von Macht und Ohnmacht, Sinnsuche und Orientierungsverlust, Unterwerfung und Liebe in allen Spielarten. Und von Rache. So subtil und schmerzhaft, dass die Frage nach Täter und Opfer nicht abschließend zu klären ist.

In einem Wohnheim für behinderte Menschen wird die junge Natalie Reinegger Bezugsbetreuerin von Alexander Dorm. Der Mann sitzt im Rollstuhl, ist von unberechenbarem Temperament und gilt als „schwierig“. Dennoch erhält er jede Woche Besuch – ausgerechnet von Christopher Hollberg, jenem Mann, dessen Leben er vor Jahren zerstört haben soll, als er ihn als Stalker verfolgte und damit Hollbergs Frau in den Selbstmord trieb. Das Arrangement funktioniere zu beiderseitigem Vorteil, versichert man Natalie, die beiden seien einander sehr zugetan. Aber bald verstört die junge Frau die unverhohlene Abneigung, mit der Hollberg seinem vermeintlichen Freund begegnet. Sie versucht, hinter das Geheimnis des undurchschaubaren Besuchers zu kommen und die Motive seines Handelns zu verstehen.

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik sowie Germanistik studierte und heute als Übersetzer und freier Schriftsteller lebt. 2011 wurde er für seinen Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman „Indigo“ stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2013 ausgezeichnet. 2014 erschien sein erster Gedichtband „Die Vogelstraußtrompete“. Für „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ erhielt er 2015 den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis.

Do 10.03. | 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation: Richard Kämmerlings (Die Welt)
€ 8 / 7 – Reservierung unter 0611-3415837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Fr 11.03.Film und Gespräch mit Filmautor Christoph Rüter
Im Rahmen der Mitgliedschaft des Literaturhauses im Netzwerk der Literaturhäuser mit ARTE als Kulturpartner findet zum ersten Mal die Premiere eines ARTE-Films im Literaturhaus statt. Nach der Vorführung des Films spricht Filmautor Christoph Rüter über Hintergründe und Entstehungsgeschichte der Dokumentation. „Krimis und das Dritte Reich“ erzählt von drei Schriftstellern aus Europa, die sehr erfolgreich Krimis über eine Zeit schreiben, die bis heute noch nie Krimistoff war: Das Dritte Reich, das selbst als Zeit unfassbarer Verbrechen in die Geschichte eingegangen ist.

Dominique Manotti legte 2004 ihren dunkelsten Roman vor: „Das schwarze Korps“, in der sie die Machenschaften der französischen Gestapo in Paris im August 1944 schildert.
Philip Kerr schickt seit 1988 seinen hard-boiled-detective Bernie Gunther, einen ehemaligen Kommissar, in die finstersten Ecken des Nazi-Reiches mit SS-General Heydrich im Nacken. Im Gegensatz zu Kerr beginnt Volker Kutscher seine Romanreihe in der Weimarer Republik. Ihn interessiert, wie sein Protagonist Rath den Übergang von der Demokratie zur Diktatur verkraftet.

Die Nazi-Ära durfte bisher nicht zur Unterhaltung missbraucht werden – so das unausgesprochene Tabu in Deutschland. Über den Umweg Krimi lassen sich aber viele Leser gerne in ein Thema hineinziehen, das sie normalerweise abschrecken würde. Alle Protagonisten der Romane finden eine teuflische Welt vor, die sie vor existentielle Fragen stellt. Die Kamera begleitet die Schriftsteller bei ihrer Arbeit in Berlin, New York, Paris, London und Köln. Sie führen die Zuschauer an unbekannte Orte, wie die Quartiere der französischen Gestapo in Paris, die Dominique Manotti zeigt. Philip Kerr ist in Babelsberg und im Haus der Wannseekonferenz bei der Recherche zu einem neuen Buch zu sehen. Volker Kutscher liest in einem ehemaligen KZ in Berlin aus seinem neuen Roman und führt durch Köln.

Ausstrahlung auf ARTE: Mittwoch, 23. März 2016
Fr 11.03. | 19.30 Uhr
Dokumentation von Christoph Rüter, ARTE/ZDF 2016, 52 Min.
Film und Gespräch
Eintritt frei.
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine in Kooperation mit ARTE und dem Deutschen FernsehKrimi-Festival
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Mi 16.03.Autorenlesung mit Tilman Allert „Latte Macchiato – Soziologie der kleinen Dinge“
Trinken Sie Latte Macchiato? Verwenden Sie Floskeln wie „abgefahren“ oder „gut aufgestellt“? Merken Sie auch, dass der Pudel aus dem Straßenbild verschwindet? Es sind die scheinbar unbedeutenden Phänomene des Alltags – Redewendungen, Mode-Getränke, Weihnachts- und Abiturfeiern –, deren gesellschaftliche Bedeutung der Soziologe Tilman Allert in seinem Buch „Latte Macchiato – Soziologie der kleinen Dinge“ erschließt und in brillanten, leichten und luftigen Feuilletons notiert. Abseits der großen Systementwürfe gibt es hier eine neue und frische Soziologie zu entdecken, die vom kleinen Detail aufs Ganze der Gesellschaft schließt. Ein großes Lesevergnügen, das ganz nebenbei die Augen für den angeblich profanen Alltag öffnet.

Tilman Allert, geboren 1947, studierte Soziologie an den Universitäten Freiburg, Tübingen und Frankfurt am Main. Nach seiner Promotion 1981 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Tübingen und habilitierte sich 1994. Seit 2000 ist er Professor für Soziologie und Sozialpsychologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und lehrt als Gastdozent an den Universitäten von Tiflis und Eriwan sowie an der International Psychoanalytical Universitiy in Berlin. Einer größeren Leserschaft ist er mit seinem Buch „Der deutsche Gruß. Geschichte einer unheilvollen Geste“ (2005) bekannt geworden sowie als regelmäßiger Beiträger u.a. für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Brand Eins“ oder die „Neue Zürcher Zeitung“. Als Mitglied der Helmuth Plessner Gesellschaft engagiert er sich für die öffentliche Würdigung des in Wiesbaden geborenen Philosophen und Soziologen.

Mi 16.03. | 19.30 Uhr
Autorenlesung
€ 8 / 7 – Reservierung unter 0611-3415837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Do 17.03.Literatur-Werkstatt Felicitas Nachtigall über „Neues von der Leipziger Buchmesse“
Im Rahmen der Literatur-Werkstatt von Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. und Presseclub Wiesbaden ist die Filialleiterin der Buchhandlung Hugendubel in Wiesbaden, Felicitas Nachtigall, zum Thema„Neues von der Leipziger Buchmesse“ zu Gast. Die Leipziger Buchmesse öffnet ihre Tore zur großen Frühjahrs-Bücherschau. Felicitas Nachtigall hat das Angebot der 2200 Verlage gesichtet und stellt die wichtigen, interessanten und spannenden Neuerscheinungen aus Literatur, Politik, Geschichte, Wirtschaft und Kunst vor.

Felicitas Nachtigall: Filialleitung der Buchhandlung Hugendubel in Wiesbaden seit Oktober 2014. Davor im Unternehmen seit 2000. Fililalleitung in Flensburg, Bad Homburg und Kiel.
Ursprünglich Studium der Germanistik für das Lehramt, danach Ausbildung zur Buchhändlerin und seit 1994 im Buchhandel tätig.

Do 17.03. | 19.30 Uhr
€ 8 – Abendkasse, keine Reservierung. Für die Mitglieder des Fördervereins Literaturhaus Villa Clementine und die Mitglieder des Presseclubs ist der Eintritt frei.
Veranstalter:Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. und Presseclub Wiesbaden
Ort: Presseclub in der Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

So 20.03. „Gespräche in der Villa“ mit „Auftaktgast“ Helmut Ortner
In der neuen Reihe „Gespräche in der Villa“ lädt das Literaturhaus, dessen Förderverein und der Presseclub interessante Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Sachbuchautoren zu Gesprächsrunden am Sonntagnachmittag ein.

Zum Auftakt ist der vielfach ausgezeichnete Journalist und Autor Helmut Ortner zu Gast und tauscht sich im Gespräch mit Stefan Schröder vom Presseclub Wiesbaden aus. Ortner, 1950 geboren, studierte u.a. in Darmstadt Soziologie und Kriminologie. Er ist Verfasser zahlreicher erzählender Sachbücher über zeitgeschichtliche Themen, zu seinen bekanntesten Büchern zählt „Der Mann, der Hitler töten wollte“ über Georg Elser. Zuletzt erschien von ihm „Politik ohne Gott“ (2014). Zudem betreibt er seit dem Jahr 2000 erfolgreich in Frankfurt ein Büro für Konzepte und Relaunchs von Zeitschriften und Magazinen.

So 20.03. 17 Uhr
€ 10 / 8 (inkl. ein Getränk) – Nur Abendkasse, keine Reservierung!
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine in Kooperation mit dem Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. und dem Presseclub Wiesbaden
Ort: Presseclub  in der Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Di 22.03.„Literaturforum“ mit Rita Thies
Das „Literaturforum“ des Fördervereins Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V. will unter der Leitung von Rita Thies ein offener Gesprächskreis zur Gegenwartsliteratur sein, der alle vier bis sechs Wochen stattfindet. Hier sollen Leseempfehlungen ausgetauscht werden und ungezwungene Gespräche über interessante Bücher stattfinden. Alle, die Lust am Lesen haben, die gern auf literarische Entdeckungsreise gehen, sind eingeladen, mitzumachen.

Auch wenn Sie bei den letzten Treffen nicht teilnehmen konnten, das Literaturforum begrüßt Sie gerne auch bei seinem nächsten Treffen im Café des Literaturhauses. Das Team des
Cafés ist so freundlich, das Literaturforum zu bewirten.

Di 22.03. | 19.30 Uhr
Eintritt frei
Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.
Ort: Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1

Terminübersicht Februar 2016 – Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden

© massow-picture
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Zahlreiche literarische Leckerbissen plus die Konzertreihe CARTE BLANCHE in Kooperation mit dem Landesmuseum Wiesbaden bietet das Februar-Programm 2016 des Literaturhauses Villa Clementine in Wiesbaden. Beispielsweise liest am 18. Februar im Kulturforum der Träger des Deutschen Buchpreises 2015, Frank Witzel, aus seinem in Biebrich angesiedelten spektakulären Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“. Außerdem gastieren Karl-Heinz Ott und Katharina Hacker mit ihren neuen Romanen im Literaturhaus. Es geht in ihren spannungsreichen Werken  um offene Rechnungen und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Auf diese und weitere Veranstaltungen weist das Literaturhaus folgend hin:

 

Mi 03.02. | 19.30 Uhr im Presseclub in der Villa Clementine
Mit ihrem Vortrag erinnert Dorothee Lottmann-Kaeseler in der „Literatur-Werkstatt“ des Fördervereins Literaturhaus Villa Clementine an den von den Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Bürger Dr. Georg Goldstein, der zwischen 1912 und 1933 als Direktor der „Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime“ von Wiesbaden aus ein deutschlandweit wirkendes Unternehmen aufbaute. Sein Beitrag zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte ist dabei ebenso weitreichend gewesen, wie sein wegweisender Beitrag zur Architekturgeschichte beim Bau und Umbau der 40 Heime, die die Gesellschaft 1933 besaß.

Dorothee Lottmann-Kaeseler ist Juristin, die sich seit Jahrzenten intensiv mit deutsch-jüdischer Geschichte beschäftigt. In den letzten Jahren hat sie zahlreiche Dokumentarfilme mit Zeitzeugen koproduziert.

Mi 03.02. | 19.30 Uhr
€ 6 – Abendkasse, keine Reservierung. Für die Mitglieder des Fördervereins Literaturhaus Villa Clementine und die Mitglieder des Presseclubs ist der Eintritt frei.
Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.
Ort: Presseclub in der Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Do 04.02. | 19.30 Uhr im Landesmuseum Wiesbaden
Konzertreihe CARTE BLANCHE 
In ihrer neuen Konzertreihe CARTE BLANCHE verlässt die Frankfurter Gesellschaft für Neue Musik die Komfortzone der zeitgenössischen Musik und öffnet den Konzertraum anderen Disziplinen. Die Gestaltung der sechs Abende in den Literaturhäusern Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt liegt in der Hand von Persönlichkeiten, die man zunächst nicht im klassischen Soziotop der Neuen Musik verortet.

In diesem Rahmen ist Michael Lentz mit einem Septett im Museum Wiesbaden zu Gast. „Ohrenblicke – Musiksprechen für Körper und Seele“ betitelt Lentz seinen CARTE BLANCHE – Abend und verrät: „Aufgeführt werden Stücke von Georges Aperghis, John Cage, Gunnar Geisse, Michael Hirsch, Isidore Isou, Michael Lentz und Josef Anton Riedl in Solo- bis Septettbesetzung. Nicht alles wird zum Lachen sein. Das Meiste eher komisch. Zu kommen lohnt sich dennoch sehr, weil die Leute Spaß am Musizieren und Aufsagen von Dingen haben. Schutzherr des Abends ist Rainer Maria Rilke, von dem alles Wunderbare ausgeht.“

Für den Abend fährt Lentz ein hochkarätiges Septett auf: mit dabei sind Axel Kühn, Saxophonist und Mitbegründer des legendären Projekts Sprechakte X/TREME, die Sängerinnen Anna Clementi und Lore Lixemberg, der Schriftsteller, Performancekünstler und „Lentz-Klon“ Uli Winters, Laptop-Gitarrenvirtuose Gunnar Geise und der Komponist Michael Hirsch. Lentz selber zeigt sich nicht nur als Meister der modernen Sprachperformance, sondern auch als Saxophonist und Elektroniker.

Der Autor, Musiker und Herausgeber Michael Lentz wurde 1964 geboren. Zu seinen Veröffentlichungen zählen die Prosawerke „muttersterben“ (2002), „Liebeserklärung“ (2003) und „Pazifik Exil“ (2007). Lentz erhielt zahlreiche Preise, darunter den Ingeborg-Bachmann-Preis 2001 und den Preis der Literaturhäuser 2005. „Pazifik Exil“ stand 2007 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

Weitere Informationen unter www.carte-b.de

Do 04.02. | 19.30 Uhr                                             
€ 10 / 6 – Reservierung unter 06 11 – 34 15 837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de
Veranstalter: Frankfurter Gesellschaft für Neue Musik e.V. in Kooperation mit dem Literaturhaus Villa Clementine und ARTist – Musik zur Zeit. Ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, gefördert vom Kulturamt der Stadt Wiesbaden, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, ausgezeichnet als Konzert des deutschen Musikrates
Ort: Museum Wiesbaden, Vortragssaal, Friedrich-Ebert-Allee 2

Do 11.02. | 19.30 Uhr  in Villa Clementine

Karl-Heinz-Ott, © Peter-Andreas Hassiepen
Karl-Heinz-Ott, © Peter-Andreas Hassiepen

Karl-Heinz Ott ist mit seinem bissigen und ironischen Roman „Die Auferstehung“ im Literaturhaus zu Gast.
Joschi ist eigentlich Clochard, mit einer Gesinnung irgendwo zwischen Karl Marx und verlottertem Mönch, Jakob ein quirliger Fernsehmann, Uli ein alternativer Aussteiger und Linda, die Schwester, ist auch im Privatleben eine Macherin. Ihren Vater haben die vier kaum noch gesehen, seit der sein Testament dem „Schwein“ übergeben hat und sich von der „ungarischen Hure“ pflegen lässt. Jetzt ist er tot. Morgen früh wird das Testament eröffnet. Bis dahin muss das Erbe verteilt sein. Keiner verlässt das Haus. Karl-Heinz Ott erzählt brillant und mit großer Komik von dem, was eine Familie zusammenhält – und was sie auseinanderreißt. Verwandt fühlt sich keiner mehr, bis nach einer langen Nacht der Augenblick der Wahrheit kommt.

Karl-Heinz Ott wurde 1957 in Ehingen an der Donau geboren. 1998 erschien sein Romandebüt „Ins Offene“, das mit dem Hölderlin-Förderpreis und dem Thaddäus-Troll-Preis ausgezeichnet wurde. Für seinen Roman „Endlich Stille“ (2005) erhielt er den Alemannischen Literaturpreis, den Candide-Preis sowie den Preis der LiteraTour Nord. 2008 erschien sein dritter Roman „Ob wir wollen oder nicht“. Außerdem veröffentlichte er „Baden“ (2007) und „Tumult und Grazie. Über Georg Friedrich Händel“ (2008) und den Roman „Wintzenried“ (2011). Karl-Heinz Ott lebt in Freiburg.

Do 11.02. | 19.30 Uhr     
Autorenlesung
€ 8 / 7 – Reservierung unter 0611-3415837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Do 18.02. | 20 Uhr im Kulturforum, Friedrichstraße 16

Frank Witzel © Gianni Plescia
Frank Witzel © Gianni Plescia

Der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2015, der gebürtige Wiesbadener Frank Witzel, liest aus seinem in Biebrich angesiedelten Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“: Gudrun Ensslin eine Indianersquaw aus braunem Plastik und Andreas Baader ein Ritter in schwarzglänzender Rüstung? Die Welt des kindlichen Erzählers dieses mitreißenden Romans, der den Kosmos der alten BRD wiederauferstehen lässt, ist nicht minder real als die politischen Ereignisse, die jene Jahre in Atem halten und auf die sich der 13-Jährige seinen ganz eigenen Reim macht. Frank Witzel ist es in dieser groß angelegten fantastischen literarischen Rekonstruktion des westlichen Teils Deutschlands gelungen, ein Spiegelkabinett der Geschichte im Kopf eines Heranwachsenden zu errichten. Erinnerungen an das Nachkriegsdeutschland, Ahnungen vom Deutschen Herbst und Betrachtungen der aktuellen Gegenwart entrücken ihn dabei immer weiter seiner Umwelt. Das dichte Erzählgewebe ist eine explosive Mischung aus Geschichten und Geschichte, Welterklärung, Reflexion und Fantasie: Ein detailbesessenes Kaleidoskop aus Stimmungen einer Welt, die ebenso wie die DDR 1989 Geschichte wurde.
Frank Witzel wurde 1955 in Wiesbaden geboren und lebt in Offenbach. Er ist Autor, Essayist, Zeichner und Musiker.

Do 18.02. | 20 Uhr     
Autorenlesung
Moderation: Shirin Sojitrawalla (DLF)                                  
Vorverkauf: € 8 / 7 plus Vorverkaufsgebühr. Abendkasse: € 12 / 11 – Kartenvorverkauf bei der Tourist Information, Marktplatz 1, Tel.: 0611-1729930
Veranstalter: Literaturhaus Villa Clementine / Kulturamt Wiesbaden
Ort: Kulturforum, Friedrichstraße 16

Di 23.02. | 10.30 Uhr in Villa Clementine
Im Rahmen der Reihe „Junges Literaturhaus“ ist Bettina Obrecht mit ihrem Roman „Opferland“ zum Thema  „Die Sache mit der Wahrheit“ zu Gast.

Jahrelang wurde Cedric gemobbt, Lügen wurden über ihn verbreitet. Er hat mehrere Schulwechsel hinter sich. Doch jetzt besucht er eine Schule in einer entfernten Stadt. Hier kennt ihn niemand. Ein Neuanfang scheint möglich. Dafür nimmt Cedric sogar die Trennung von seiner Familie in Kauf. Doch als der Schul-Liebling Lars ihn zum Spaß „Opfer“ nennt, brennen bei Cedric die Sicherungen durch und seine Vergangenheit holt ihn ein. Nur die zurückhaltende Sinja hält noch zu ihm. Werden die beiden es schaffen, das „Opferland“ hinter sich zu lassen?
Bettina Obrecht, geboren 1964, arbeitet als Autorin, Übersetzerin und Rundfunkredakteurin. Seit 1994 schreibt sie Kinder- und Jugendbücher.

Di 23.02. | 10.30 Uhr                                          
Autorenlesung
Moderation: Klaus Krückemeyer (hr)
€ 2 – Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen – Infos unter: 0611-3086365
Veranstalter: Literaturhaus und Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V.
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Mi 24.02. | 19.30 Uhr in Villa Clementine

Katharina Hacker, © Renate von Mangoldt
Katharina Hacker, © Renate von Mangoldt

Katharina Hackers neuer  Roman „Skip“ stellt die schwierige Frage danach, wo unser Platz auf der Welt und überhaupt im Leben ist.

In der Mitte seines Lebens macht der israelische Architekt Skip Landau eine Erfahrung, die er mit niemandem teilen kann: Eine innere Stimme ruft ihn an Orte, wo wenig später eine Katastrophe geschieht – ein Zugunglück in Paris, ein Flugzeugabsturz in Amsterdam. Offenbar soll er einzelne Sterbende auf ihrem schwierigen Weg in den Tod begleiten. Aber was soll, was kann er tun? Nicht viel mehr, als da zu sein und ihnen ein wenig Gesellschaft leisten, stellt er ernüchtert fest. Die Aufgabe, die er sich nicht ausgesucht hat, belastet seine Ehe und lässt die Familie in Tel Aviv fast auseinanderbrechen. Spät versteht er, dass er nicht nur die Sterbenden in den Tod, sondern auch seine Söhne ins Leben führen muss – und sich dazu.

Katharina Hacker, geboren 1967 in Frankfurt am Main, studierte ab 1986 Philosophie, Geschichte und Judaistik an der Universität Freiburg. 1990 wechselte sie an die Hebräische Universität Jerusalem. Seit 1996 lebt sie als freie Autorin in Berlin. 1997 debütierte sie mit „Tel Aviv. Eine Stadterzählung“. Für ihren Roman „Die Habenichtse“ erhielt sie 2006 den Deutschen Buchpreis. Zu ihren Werken zählen außerdem die miteinander verbundenen Romane „Alix, Anton und die anderen“ und „Die Erdbeeren von Antons Mutter“. Zuletzt erschien „Eine Dorfgeschichte“.

Mi 24.02. | 19.30 Uhr                                             
Autorenlesung
Moderation: Martin Lüdke
€ 8 / 7 – Reservierung unter 0611-3415837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

So 28.02. | 16 Uhr in Villa Clementine
Marina B. Neubert liest in einer Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde und des Kulturamts Wiesbaden aus in ihrem Buch „Bella und das Mädchen aus dem Schtetl“. Darin erzählt sie  berührend und zauberhaft eine Purim-Geschichte und über den Zusammenhalt von Familien.

Ein fremdes Mädchen aus einer anderen Zeit erscheint in Bellas Zimmer am Morgen ihres 10. Geburtstages und bittet um ihre Hilfe. Nur Bella kann ihr helfen, ein geraubtes magisches Familien-Erbstück zurückzuführen. Aus ihrem sicheren Berliner Kinderzimmer begibt sich Bella auf eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit eines polnischen Schtetls.

Marina B. Neubert, 1968 geboren, ist in Moskau aufgewachsen und lebt in Berlin. Für ihr dramaturgisches Werk erhielt sie 1994 den Award of Merit der Stadt San Francisco. Ihr Hörfeature „Erinnerungen“ wurde 1996 mit dem Axel-Springer-Preis ausgezeichnet.

So 28.02. | 16 Uhr                        
Autorenlesung
Eintritt frei
Veranstalter: Jüdische Gemeinde und Kulturamt Wiesbaden
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Terminübersicht Januar 2016 – Literaturhaus Villa Clementine

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Terminübersicht Januar 2016 – Literaturhaus Villa Clementine
Das neue Jahr startet im Literaturhaus mit einer Lesung des renommierten Schriftstellers Ilija Trojanow aus seinem politischen Roman „Macht und Widerstand“. Außerdem sind der Schauspieler Felix von Manteuffel und der Philologe Sven Hanuschek im Literaturhaus zu Gast für einen Abend über Bernard von Brentanos Roman „Franziska Scheler“. Nicht fehlen darf zum Jahresbeginn natürlich auch das hr2-Hörfest mit zahlreichen Veranstaltungen rund um den auditiven Sinn.

Fr 15.01.2016 Ilija Trojanow liest aus „Macht und Widerstand“
Ilija Trojanow entfaltet in „Macht und Widerstand“ ein breites zeitgeschichtliches Panorama und schafft ein bewegendes Stück Erinnerungsarbeit: Konstantin und Metodi verbindet eine tiefe Gegnerschaft, die seit ihrer Kindheit in der bulgarischen Provinz Bestand hat. Während es Metodi als Karrierist bis in die obersten Ränge der Macht schafft, lehnt sich Konstantin leidenschaftlich gegen das Regime auf und wühlt sich auf seiner Suche nach Wahrheit durch die Archive der Staatssicherheit.

Eine Fülle einzelner Momente aus wahren Geschichten, die Trojanow seit den Neunzigerjahren in Gesprächen mit Zeitzeugen gesammelt hat, verdichtet sich hier zu einer spannenden Schicksalserzählung über menschliche Würde und Niedertracht.

Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, floh mit seiner Familie 1971 über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie politisches Asyl erhielt. 1972 zog die Familie weiter nach Kenia. Von 1984 bis 1989 studierte Trojanow Rechtswissenschaften und Ethnologie an der Universität München. In München gründete er den Kyrill & Method Verlag und den Marino Verlag. 1998 zog Trojanow nach Bombay, 2003 nach Kapstadt. Heute lebt er – wenn er nicht reist – in Wien. Zu seinem Werk zählen die Romane „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“, „Der Weltensammler“ und zuletzt „Eistau“ sowie seine Reisereportagen „An den inneren Ufern Indiens“. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Fr 15.01. | 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation: Insa Wilke
€ 8 / 7 – Reservierung unter 0611-3415837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Di 19.01. und Di 23.02.2016 – Das „Offene Literaturforum“
Das „Offene Literaturforum“ des Fördervereins Literaturhaus Villa Clementine unter der Leitung von Rita Thies will ein offener Gesprächskreis zur Gegenwartsliteratur sein, der alle vier bis sechs Wochen stattfindet. Hier sollen Leseempfehlungen ausgetauscht werden und ungezwungene Gespräche über interessante Bücher stattfinden. Alle, die Lust am Lesen haben, die gern auf literarische Entdeckungsreise gehen, sind eingeladen, mitzumachen.

Auch wenn Sie bei den letzten Treffen nicht teilnehmen konnten, das Literaturforum begrüßt Sie gerne auch bei seinem nächsten Treffen im Café des Literaturhauses. Das Team des Cafés ist so freundlich, das Literaturforum zu bewirten.

Di 19.01. sowie Di 23.02. | 19.30 Uhr
Eintritt frei
Veranstalter: Förderverein Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine e.V.
Ort: Literaturhauscafé, Frankfurter Str. 1

Mi 20.01.2016 hr2-Hörfest – die Kunst des Hörens und Zuhörens
Zum 15. Mal feiern die Stadt Wiesbaden und hr2-kultur vom 20.01. – 24.01. während des hr2-Hörfests die Kunst des Hörens und Zuhörens. Ein eigenes Festival für die Stimme und das Ohr, bei dem Jung und Alt gemeinsam lauschen, bei dem sich E und U, Musik und Sprache, Artistik und Wissenschaft begegnen – das ist einmalig und sichert Wiesbaden mit vollem Recht den Titel „Welthauptstadt des Hörens“. Das ausführliche Programm liegt aus.

Hanns Zischler liest zur Eröffnung des diesjährigen Hörfestes aus der Erzählung „Ein schlichtes Herz“ von Gustave Flaubert. Seine Lesung ist Teil der „Höredition der

Weltliteratur“. Hanns Zischler spielte in über 200 internationalen und nationalen Kinofilmen mit und arbeitete mit vielen hochkarätigen Regisseuren zusammen. Neben seiner Arbeit als Schauspieler und Sprecher zahlreicher Hörbücher ist Hanns Zischler auch als Autor und Herausgeber tätig. Zu seinen Veröffentlichungen zählen: „Kafka geht ins Kino“, „Der Schmetterlingskoffer“, „Berlin ist zu groß für Berlin“ und „Das Mädchen mit den Orangenpapieren“. Seit über 20 Jahren stellt er zudem seine Arbeiten als Fotograf aus. 2009 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste, 2011 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt, 2013 mit dem Preis der Literaturhäuser.

Mi 20.01. | 19.30 Uhr
€ 8 / 7 – Vorverkauf: Hessisches Staatstheater; Tourist Information sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Online-Kartenkauf: www.staatstheater-wiesbaden.de und www.hr2-tickets.de. Die genannten Eintrittspreise sind Abendkassenpreise, VVK-Gebühren je nach Verkaufsstelle.
Veranstalter: Kulturamt Wiesbaden und hr2-kultur
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Do 21.01.2016 Der Poetikdozent Kristof Magnusson liest aus seiner „Gebrauchsanweisung für Island“ und spricht außerdem über seine Tätigkeit als Übersetzer aus dem Isländischen.

Trolle und Elfen, heiße Quellen und Vulkane, die ganz Europa lahmlegen: Der halb deutsche, halb isländische Schriftsteller Kristof Magnusson zeigt uns das sagenhafte Island wie das alltägliche – das jüngste Land der Erde, das vom Erdbeben bis zur Finanzkrise keinen Unfug auslässt. Er kennt das Sterben der Fischerdörfer und die Landflucht, nimmt uns mit in Nationalparks und zu Sommerfestivals, bei denen die Isländer in Scharen zelten. Er verrät, wie das Nachtleben in Reykjavík und wie die isländische Schwimmbadkultur funktioniert. Warum hier jeder zwei Jobs hat und wie die Banken größer werden konnten als der Staat. Weshalb die Sagas für die isländische Kultur immer noch so wichtig sind. Und was es mit der „Kochtopfrevolution“ auf sich hat.

Kristof Magnusson, geboren 1976 in Hamburg, machte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sein Debütroman „Zuhause“ (2005) wurde mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet, seine Romane „Das war ich nicht“ und „Arztroman“ wurden zu Bestsellern.

Do 21.01. | 19.30 Uhr
Autorenlesung
Moderation: Ulrich Sonnenschein (hr2-kultur)
Eintritt frei
Veranstalter: Hochschule RheinMain in Kooperation mit dem Literaturhaus / Kulturamt Wiesbaden
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Fr 22.01.2016 hr2-Hörfest
Im Rahmen des hr2-Hörfests sind während des „Labyrinth des Hörens“ drei Hör- und Stimmexperten zu Gast.

Ali N. Askin komponiert und produziert Film- und Fernsehmusik – unter anderem für „Türkisch für Anfänger“, „Tatort“, „Pettersson und Findus“ – aber er schreibt auch für das Musiktheater und das Radio. Seine verschiedenen musikalischen und außermusikalischen Interessen beeinflussen sich gegenseitig und halten seinen Blick auf die Dinge frisch. Denn in der kreativen Tätigkeit findet er kaum etwas so abtötend wie Routine und die daraus resultierende Langeweile. Er berichtet über seine Arbeit und was man dafür als Komponist mitbringen muss.

Uli Mangel und Georg Feils sprechen über Stimm- und Hör-Erfahrungen. Singen ist wieder gefragt – vor allem dann, wenn es Lieder sind, die das bisher bekannte

Repertoire verlassen. Nicht nur Neurowissenschaftler wie Georg Hüther betonen den

Wert der Stimmentwicklung und des Singens für die seelische Entwicklung. Zu Stimm-Experimenten, gemeinsamen Ad-hoc-Improvisationen, Raum-Erkundungen und zum

Zusammen-Singen laden Uli Mangel und Georg Feils vor allem auch diejenigen ein, die überzeugt sind, kaum singen zu können. Georg Feils („Ferry“) ist seit 30 Jahren Kinderlieder-Macher, Texter und Komponist, Sänger und Performer. Uli Mangel war Theaterkomponist und ist langjähriger Musikpädagoge in der Erzieher-Ausbildung. Alle drei Monate bieten beide die Reihe „Offenes Singen, für Alle, mit Allen“ in Frankfurt an.

Carmen Spiegel, Professorin für deutsche Sprache und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, lädt ein zu einer Reise in die Welt des Zuhörens.

„Aber ich hab Dir’s doch gesagt, weißt du nicht mehr?“, „Rede ruhig weiter, ich hör Dir zu!“ – „Du hörst mir ja nie zu!“ Hören wir einander wirklich zu, wenn wir meinen oder behaupten, dies zu tun? Was gewinnen wir, wenn wir zuhören, und was entgeht uns, wenn wir nur „mit halbem Ohr“ hinhören? Was brauchen wir, damit wir im Gespräch gut zuhören können? Ergebnisse der Gesprächslinguistik zeigen, dass Zuhören viel mit Interaktion zu tun hat.

Sendetermine: 31.01.16, 12.05 Uhr bis 13 Uhr; (Wdh. am 06.02.16, 18.05 bis 19 Uhr), hr2-Kulturszene Hessen

Fr 22.01. | 19.30 Uhr
€ 10 – Vorverkauf: Hessisches Staatstheater; Tourist Information sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Online-Kartenkauf: www.staatstheater-wiesbaden.de und www.hr2-tickets.de. Die genannten Eintrittspreise sind Abendkassenpreise, VVK-Gebühren je nach Verkaufsstelle.
Veranstalter: Kulturamt Wiesbaden und hr2-kultur
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

27. 01.2016 „Der Fotograf von Auschwitz – Das Leben des Wilhelm Brasse“
Im Rahmen des Gedenktages für die Opfer des NS-Regimes am 27. Januar stellt Reiner Engelmann auf Einladung des Literaturhauses und des Projektbüros Stadtmuseum sein Buch „Der Fotograf von Auschwitz – Das Leben des Wilhelm Brasse“ im Literaturhaus einer Schulklasse vor.

Das jüngst erschienene Jugendbuch schildert die barbarischen Begleitumstände der vierjährigen Inhaftierung des Wilhelm Brasse (1917–2012) in Auschwitz, das bei dessen Einlieferung noch ein Lager für polnische Gefangene gewesen ist. Nach monatelangem Zwangsarbeitseinsatz wurde der damals 23-jährige gelernte Fotograf wegen dieser Qualifikation und zudem wegen seiner Deutschkenntnisse beim Lagererkennungsdienst eingesetzt. Seine Aufgabe bestand hauptsächlich darin, die neu ankommenden Häftlinge für die dortige Kartei zu fotografieren. Ab 1942 handelte es sich dabei größtenteils um jüdische Menschen, die meist bereits kurz darauf in den Gaskammern ermordet worden sind. Auch solche waren darunter, die vom berüchtigten SS-Arzt Dr. Josef Mengele zu vorgeblich „medizinischen Forschungszwecken“ missbraucht wurden. Im Laufe der Zeit sind so annähernd 50.000 Porträtaufnahmen von Verfolgten bzw. von Mordopfern des NS-Regimes entstanden, denen allesamt ihre Ratlosigkeit, Verzweiflung und Todesangst ins Gesicht geschrieben standen. Hätte Brasse, der überdies an Fluchthilfeaktionen beteiligt war und konspirative Verbindungen zur polnischen Widerstandsbewegung in Krakau unterhielt, jene Arbeit verweigert, wäre dies sein eigenes Todesurteil gewesen. Als er kurz vor der Befreiung von Auschwitz den Befehl erhielt, sein gesamtes Fotomaterial unverzüglich zu vernichten, widersetzte er sich dem jedoch. Dadurch konnten seine Aufnahmen als Beweismittel dienen für die ungeheuerlichen Verbrechen, die von den NS-Rassisten in jener Völkermordfabrik verübt worden sind. Nach 1945 vermochte der schwer traumatisierte „Fotograf von Auschwitz“ nicht mehr in diesem Beruf zu arbeiten. In seinen letzten Lebensjahren hat er sich vor allem den nachgewachsenen Generationen als Zeitzeuge für das nach wie vor unfassbare Grauen jener Jahre zur Verfügung gestellt.

Reiner Engelmann liest während dieser Veranstaltung aus seinem dokumentarisch angelegten Werk und steht danach für Fragen zur Verfügung.

1952 in Völkenroth geboren, studierte Reiner Engelmann Sozialpädagogik und war anschließend im Schuldienst tätig. Dort betätigte er sich besonders in der Leseförderung, der Gewaltprävention sowie der Kinder- und Menschenrechtsbildung. Hierzu veröffentlichte er mehrere Bücher, auch solche zu sozialen Brennpunktthemen. Für Schulklassen und auch für Erwachsene organisiert er regelmäßig Studienfahrten nach Auschwitz.

Mo 25.01. | 10.30 Uhr
€ 2 – Geschlossene Veranstaltung für Schulklassen – Infos unter: 0611-3086365
Veranstalter: Kulturamt Wiesbaden / Literaturhaus Villa Clementine sowie Projektbüro Stadtmuseum Wiesbaden
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

29.01.2016 Felix von Manteuffel und Sven Hanuschek lesen aus dem Roman „Franziska Scheler“
Felix von Manteuffel und Sven Hanuschek sind zu einem Abend über die Fortsetzung des großen Romans „Theodor Chindler“ von Bernard von Brentano zu Gast, den das Publikum bereits 2014 während des Festivals „Projekt: Brentano“ begeistert wiederentdeckt hat. Der Roman „Franziska Scheler“ ist vor kurzem im Schöffling-Verlag in einer neuen Edition und einer Kommentierung des Philologieprofessors Sven Hanuschek erschienen. Der Ausgabe liegt erstmals ein Manuskript mit handschriftlichen Änderungen des Autors zugrunde, welches die noch lebenden Söhne Brentanos zur Verfügung gestellt haben. Der renommierte Schauspieler Felix von Manteuffel liest Passagen aus dem Roman, Sven Hanuschek spricht über Entstehungsgeschichte und Hintergründe des Werks.

Berlin 1929: Die Republik hat sich kaum vom Krieg erholt, schon bröckelt sie in Vorahnung der bevorstehenden Weltwirtschaftskrise. Leopold Chindler, Journalist und Autor, trifft in der Wohnung seines Bruders seine Jugendliebe aus Studientagen wieder – Franziska Scheler, die mittlerweile geschieden und allein mit ihrem kleinen Sohn in Berlin lebt. Das Zusammentreffen mit ihr lässt Leopold nicht mehr los, und er beginnt erneut um sie zu werben, doch die neue Liebe muss vorerst geheim bleiben aus Angst vor Richard Scheler, Franziskas Ex-Mann.

Bernard von Brentano, 1901 in Offenbach am Main geboren, war in den zwanziger Jahren Korrespondent der Frankfurter Zeitung in Berlin. Seine Bücher wurden nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten verbrannt. 1933 emigrierte er in die Schweiz, wo er für die Neue Zürcher Zeitung und die Weltwoche schrieb. Von 1949 bis zu seinem Tod 1964 lebte er in Wiesbaden.

Felix von Manteuffel wurde 1945 in Bayrischzell geboren. Von 1967 bis 1970 besuchte er die Otto-Falckenberg-Schule in München. Danach spielte er an zahlreichen Theatern. 1976 wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Außer im Theater hat Felix von Manteuffel in unzähligen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt und zahlreiche Hörbücher („Homo faber“, „Harry Potter“) eingelesen.

Sven Hanuschek, geboren 1964, ist Publizist und Professor am Institut für deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuletzt erschien von ihm eine Biografie über Elias Canetti (2005).

Fr 29.01. | 19.30 Uhr
€ 8 / 7 – Reservierung unter 0611-3415837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de
Veranstalter und Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

So 31.01. 2016 Gabriele Hannemann liest aus  „Marisha – Das Mädchen aus dem Fass“
Im Rahmen des Gedenktages für die Opfer des NS-Regimes am 27. Januar liest Gabriele Hannemann aus ihrem Buch „Marisha – Das Mädchen aus dem Fass“.

Es war kein Versteckspiel, aber ein verdammt gutes Versteck. Wo andere Kinder beim  Spielen abenteuerlustig für ein paar Minuten hineinkriechen, muss Marisha eineinhalb Jahre ausharren. In einem dunklen Fass! Marisha ist Jüdin und darf nicht gefunden werden.

Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte der kleinen Marisha, die ohne Vater und Mutter ganz tapfer sein muss. Wie schafft man das? Und wer hat ihr dabei geholfen?

In kindgerechter Sprache erzählt Gabriele Hannemann von der Flucht aus dem Ghetto, vom Hunger, von der Angst, vom Tod und vom Überleben Marishas bis hin zu ihrer Überfahrt auf der Exodus nach „Eretz Israel“, dem Land Israel. Mit dieser authentischen Geschichte ermöglicht Gabriele Hannemann Kindern eine kindgerechte, emotional ansprechende und sensible Erstbegegnung mit der Shoah.

Gabriele Hannemann ist Lehrerin für Englisch, Deutsch und Religion. Sie ist Mitgründerin und 1. Vorsitzende von Yad Ruth e. V. in Hamburg zur Unterstützung von bedürftigen jüdischen Holocaustüberlebenden in Israel und Osteuropa, speziell im Baltikum und in Moldawien. 2013 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

So 31.01. | 16 Uhr
Autorenlesung
Eintritt frei
Veranstalter: Jüdische Gemeinde in Kooperation mit dem Literaturhaus und dem Stadtarchiv
Ort: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1

Sigrid Zeevaert liest am 10. Dez 2015 im Literaturhaus Villa Clementine Wiesbaden

Im Rahmen der neuen Themenreihe „Die Sache mit der Wahrheit“ des Jungen Literaturhauses liest die Autorin Sigrid Zeevaert am Donnerstag, 10. Dezember, um 10.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, aus ihrem Roman „Gehen, immer weiter“. Die Lesung ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V. – und wird von Klaus Krückemeyer, hr3, moderiert.

In dem Roman lernen sich zwei Sechszehnjährige, Edvard und Luis, näher kennen, als sie gemeinsam ein Referatsthema bearbeiten sollen. Luis bekommt schnell mit, dass es bei Edvard, der neu in der Klasse ist, zu Hause anders ist als bei ihm. Edvard lebt total abgeschottet mit seiner Mutter in einem heruntergekommenen Haus. Er hat ein Geheimnis, das ihn sehr belastet. Luis ist sich unsicher; soll er mehr nachfragen oder gar etwas unternehmen? Zu spät erkennt er, wie sehr Edvard seine Hilfe bräuchte.

Zeevaert ist 1960 in Aachen geboren und begann während ihres Lehramtsstudiums mit dem Schreiben, dem sie sich bald ganz widmete. Sie schreibt Kinder- und Jugendbücher, die übersetzt und ausgezeichnet wurden, unter anderem mit dem Friedrich-Bödecker-Preis 2006.

Die Lesung ist eine geschlossene Veranstaltung für Schulklassen und kostet zwei Euro Eintritt. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 0611 3086365 oder im Internet unter www.wiesbaden.de/literaturhaus.

Wiesbadener Krimiherbst: Horst Eckert liest am 18.11.2015 aus „Schattenboxer“ in Villa Clementine

© wiesbaden.de / Foto: Literaturhaus
© wiesbaden.de / Foto: Literaturhaus

Wiesbadener Krimiherbst: Horst Eckert liest aus seinem Krimi „Schattenboxer“

Horst Eckert verknüpft in seinem politischen Thriller „Schattenboxer“ Realität und Fiktion zu einer hochspannenden Kriminalgeschichte. Am Mittwoch, 18. November, um 19.30 Uhr ist er damit im Rahmen des Wiesbadener Krimiherbstes im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, zu Gast. Die Moderation übernimmt Alf Mentzer von hr2-kultur.

Im Jahr 2010 gehörte Horst Eckert zu den ersten Krimistipendiaten der Stadt Wiesbaden und nun kehrt er mit dem zweiten Fall seines Hauptkommissars Vincent Che Veih ins Literaturhaus zurück. Wie bereits in „Schwarzlicht“ gelingt es Eckert meisterhaft, vor dem Hintergrund realer Geschehnisse eine mitreißende Krimihandlung zu entwickeln. Mit realitätsnahen Figuren ermöglicht er dem Leser außerdem einen authentischen Einblick ins Polizeimilieu.

In seinem aktuellen Fall muss sich der Düsseldorfer Kommissar nicht nur mit einem gerade geschehenen Mordfall auseinandersetzen, sondern auch einen alten Fall neu aufrollen. Dabei geht es um die viele Jahre zurückliegende Ermordung des Treuhand-Chefs, mit der zu allem Überfluss auch Veihs Mutter – eine bekannte Ex-RAF-Terroristin – in Verbindung gebracht wird. Doch was hat dies alles mit der jungen Alina zu tun, die ermordet auf dem Grab der 17 Jahre alten Pia liegt, der Nichte eines Kollegen, die sich umgebracht hat? Bis zum überraschenden Finale muss Veih gegen Verschwörung und Verrat kämpfen – ganz in Tradition des Polizeithrillers, bei dem viel Blut fließt und die Spannung von Seite zu Seite ansteigt.

Horst Eckert wurde 1959 in Weiden/Oberpfalz geboren, aufgewachsen ist er im nahe gelegenen Pressath. Heute gehört er zu den vielfach ausgezeichneten Kriminalautoren Deutschlands. Zwei seiner Krimis wurden für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.

Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 7 Euro. Reservierungen sind unter der Telefonnummer 0611 3415837 oder literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de möglich.

Literaturhaus Villa Clementine tritt Netzwerk der Literaturhäuser bei

© massow-picture
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Das Literaturhaus Villa Clementine ist in das Netzwerk
der Literaturhäuser aufgenommen worden, einem länderübergreifenden Zusammenschluss der profiliertesten Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

„Mit der Einladung zum Beitritt in das Netzwerk der Literaturhäuser wird die kontinuierliche Programmarbeit des Wiesbadener Literaturhauses auf hohem qualitativem Niveau ausgezeichnet und gewürdigt“, freut sich Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz. Der Beitritt eröffne neue Chancen und trage zur überregionalen und länderübergreifender Wahrnehmung des Wiesbadener Literaturhauses bei.

Neben dem Wiesbadener Literaturhaus hat sich der Kreis der bisherigen elf Netzwerk-Mitglieder in Berlin, München, Hamburg,
Köln, Leipzig, Stuttgart, Rostock, Salzburg, Graz, Zürich, Basel um die Literaturhäuser in Wien, Göttingen sowie das Literarische Kolloquium in Berlin erweitert. Es umfasst nunmehr 15 Mitglieder. „Die Einbindung in das Netzwerk eröffnet für uns neue, attraktive Kooperationsmöglichkeiten und die Mitwirkung an größeren Literaturprojekten. Ein einzelnes Literaturhaus könnte dies allein
gar nicht realisieren“, erläutert Susanne Lewalter, Leiterin des Wiesbadener Literaturhauses.

Im Netzwerk literaturhaus.net entwickeln und veranstalten die Literaturhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit verschiedenen Partnern internationale Projekte wie Länderschwerpunkte, bilaterale Stadtschreiberprojekte, Plakataktionen und Lesereihen. Außerdem vergibt das Netzwerk jährlich den Preis der Literaturhäuser an einen Autor oder eine Autorin, die sich in besonderem Maße um das Gelingen von
Literaturveranstaltungen verdient gemacht haben. Der Kultursender ARTE unterstützt die Arbeit des Netzwerks als Kultur- und Medienpartner.

Schriftsteller Stephan Thome erhielt am 16. Januar 2015 den George-Konell-Preis 2014

Schriftsteller Stephan Thome erhielt den George-Konell-Preis 2014.der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Verleihung fand am   16. Januar 2015 im Literaturhaus Villa Clementine statt. Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz mit dem Preisträger.  Foto: Diether v. Goddenthow  © massow-picture
Schriftsteller Stephan Thome erhielt den George-Konell-Preis 2014.der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die Verleihung fand am 16. Januar 2015 im Literaturhaus Villa Clementine statt. Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz mit dem Preisträger. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Schriftsteller Stephan Thome erhielt 2014 für sein literarisches Werk den George-Konell-Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden. Die öffentliche Preisverleihung fand am 16. Januar 2015 im Literaturhaus Villa Clementine in der Frankfurter Straße statt. Die Laudatio hielt Dr. Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Ausgewählt wurde der Preisträger von einer Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern des literarischen Lebens der Stadt Wiesbaden zusammensetzt: Shirin Sojitrawalla – freie Journalistin und Literaturkritikerin, Jutta Leimbert – Inhaberin der Buchhandlung Vaternahm, Gudrun Olbert – Leiterin der Büchergilde Wiesbaden, Dr. Alexander Hildebrand – Journalist, und Susanne Lewalter – Die Leiterin des Literaturhauses Villa Clementine.

Im Zentrum von Stephan Thomes Werken steht die Frage nach dem Sinn im Leben und den Sehnsüchten der Menschen. In seinen Romanen hinterfragt er subtil die Fassaden bürgerlicher Scheinwelten. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird Stephan Thome aus seinem neuen Roman „Gegenspiel“ vorlesen, der im Januar 2015 erscheint.

Stephan Thome, mit bürgerlichem Namen Stephan Schmidt, wurde 1972 im hessischen Biedenkopf geboren. Er studierte Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, China, Taiwan und Japan. Von 2005 bis 2011 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Forschungseinrichtungen. 2009 erschien sein Romandebüt „Grenzgang“, der auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis stand. Im selben Jahr gewann er den „aspekte Literaturpreis“ für das beste Debüt des Jahres. 2012 erschien sein zweiter Roman „Fliehkräfte“, mit dem er auch auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis stand. 2014 gewann er den „Literaturpreis Berlin“ in der Sparte Literatur.

Der George-Konell-Preis wird alle zwei Jahre zum Gedenken an den verstorbenen Schriftsteller George Konell verliehen, der bis zu seinem Tod 1991 viele Jahre in Wiesbaden verbrachte. Seine Witwe Ilse Konell stiftete den Preis, der seit 1998 verliehen wird. Die Preisträger müssen ihren ständigen Wohnsitz in Hessen haben oder durch einen biographischen Bezug mit Hessen verbunden sein. Der George-Konell-Preis wird für das literarische Gesamtwerk oder die literarische Erstveröffentlichung eines Autors oder einer Autorin vergeben.