Kategorie-Archiv: Landesmuseum Mainz

Wem gehört die Burg? – Burgbesitzer diskutieren im Landesmuseum Mainz am 25. August

Belagerung-Burg-Nanstein450Alte Burgen und Schlösser sind faszinierende Orte. Sie lassen Geschichte lebendig werden und erinnern an die Zeit mächtiger Könige, Grafen und Fürsten. Heute sind viele der einstigen Adelspaläste in Privatbesitz. Am Dienstag, 25. August, sind drei Burgeigentümer um 19 Uhr zu Gast im Landesmuseum. Heide Prinzessin von Hohenzollern, Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn und Dr. Karl Graf zu Eltz erzählen über den Umgang mit ihrem großen Erbe. Wie verwaltet man eine Burg? Welche Abhängigkeiten entstehen? Und welche Vermittlungsarbeit wird geleistet? Über diese Fragen diskutieren die Adligen mit Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, und Thomas Metz, Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Moderiert wird die Podiumsdiskussion „Wem gehört die Burg?“ von der Journalistin Jessica Schober. Im Anschluss gibt es einen kleinen Umtrunk.

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldungen telefonisch unter 06131-2016-202 oder per Mail an monika.schraml@gdke.rlp.de.

Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.

3000 Jahre alte Burganlage in der Pfalz entdeckt

Foto: GDKE Rheinland-Pfalz
Wallschnitt von Burg Hohenberg. Foto: GDKE Rheinland-Pfalz

Kulturministerin Vera Reiß: Beeindruckende archäologische Entdeckungen in der Pfalz dank ehrenamtlicher Helfer

Die Landesarchäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) konnte mit Unterstützung und auf Hinweis ehrenamtlicher Helfer einen der bedeutendsten und größten Hortfundkomplexe in Rheinland-Pfalz aus der späten Urnenfelderzeit bergen. Die spektakulären Bronzeobjekte waren auf dem Hohenberg zwischen Annweiler und Birkweiler (Kreis Südliche Weinstraße) unter dem Wall einer Befestigungsanlage gefunden worden, bei dessen Erbauung sie vor ca. 3000 Jahren, vermutlich als Opfergabe an die Götter niedergelegt worden waren.

Bei einem Pressetermin im Erthaler Hof in Mainz hat Kulturministerin Vera Reiß die Funde besichtigt. „Ich gratuliere allen Beteiligten zu diesem beeindruckenden Fund. Die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und den Wissenschaftlern der GDKE ist hervorragend gelungen. Die Landesregierung schätzt und würdigt diese konstruktive Zusammenarbeit ausdrücklich. Es gibt wohl kaum einen besseren Schutz gegen illegale Raubgräber als gewissenhafte Hobby-Archäologen, die im Feld unterwegs sind und ein aufmerksames Auge haben. Nun steht der fundierten wissenschaftlichen Erforschung nichts im Wege und wir erwarten die Erkenntnisse mit Spannung“, so die Ministerin.

Mehrstückdepot mit insgesamt 14 Bronzegegenständen gehört zu einem der größten der Pfalz. Darunter zwei sehr massive, geschlossene Armringe mit reich punzierter Strichgruppen- und Punktreihen- sowie Kreis- und Halbkreisornamentik. Foto: GDKE Rheinland-Pfalz
Mehrstückdepot mit insgesamt 14 Bronzegegenständen gehört zu einem der größten der Pfalz. Darunter zwei sehr massive, geschlossene Armringe mit reich punzierter Strichgruppen- und Punktreihen- sowie Kreis- und Halbkreisornamentik. Foto: GDKE Rheinland-Pfalz

Im Frühjahr 2014 wurde die  Landearchäologie von einem Sondengänger über Funde am Hohenberg bei Annweiler informiert, gemeinsame Untersuchungen mit einer Ehrenamtlichengruppe und weiterführende Forschungen der Landesarchäologie führten zur Entdeckung der ersten befestigten Höhensiedlung aus der späten Urnenfelderzeit in der Pfalz. Der Adelssitz kontrollierte in dieser Zeit die frühe und wichtige Wegeverbindung durch den Pfälzer Wald und war ein Ort mit zentraler Bedeutung für die gesamte Gegend.

Die Funde datieren in die sogenannte „späte Urnenfelderzeit“ am Übergang vom 10. zum 9. Jh. v. Chr. Es handelt es sich um reich verzierte Armringe, Bronzebeile, Messer, Lanzenspitzen und Meißel. Ein entdecktes Mehrstückdepot mit insgesamt 14 Bronzegegenständen gehört zu einem der größten der Pfalz. Darunter zwei sehr massive, geschlossene Armringe mit reich punzierter Strichgruppen- und Punktreihen- sowie Kreis- und Halbkreisornamentik. Auffällig ist, dass die überaus qualitätsvollen Bronzefunde praktisch keine Gebrauchsspuren zeigen, so dass die Vermutung naheliegt, dass hier kaum gebrauchte „Neuware“ deponiert wurde.

Foto: GDKE Rheinland-Pfalz
Foto: GDKE Rheinland-Pfalz

Dazu sagte Landesarchäologe Dr. Dr. Axel von Berg: „Es ist überaus erfreulich, dass wir nicht wie im Fall des Schatzfundes von Rülzheim nur die Fundstücke kennen, sondern dass auch der Fundort auf einem hohen fachlichen Niveau dokumentiert wurde. Die Funde sind außergewöhnlich gut erhalten und zeigen die hochwertige Bronzegusskunst in der Urnenfelderzeit. Die weitere wissenschaftliche Aufarbeitung der Erkenntnisse wird im Rahmen einer Forschungsarbeit der Universität Mainz erfolgen.“

Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz freut sich: „Die Unterstützung der Landesarchäologie durch Ehrenamtliche ist eine wichtige Stütze und wird an diesem Beispiel besonders positiv deutlich. Hand in Hand wurde hier ein Beitrag für das kulturelle Erbe des Landes erbracht. Vielen Dank dafür!“

Turnierbuch lässt ritterliche Kultur lebendig werden – am 4. August 2015 im Landesmuseum Mainz

Abbildung aus dem Turnierbuch der Kraichgauer Ritterschaft
Abbildung aus dem Turnierbuch der Kraichgauer Ritterschaft

Turnierbuch lässt ritterliche Kultur lebendig werden

Veranstaltung im Landesmuseum mit Prof. Dr. Kurt Andermann und Baron Dajo von Gemmingen-Hornberg

Es ist ein eindrucksvolles Zeugnis, das um die Wende des 16. Jahrhunderts entstand und tiefe Einblicke in die ritterliche Kultur gibt: das Turnierbuch der Freiherren von Gemmingen-Hornberg. Unter dem Titel „Ritterliche Kultur in „nachritterlicher“ Zeit – Das Turnierbuch der Kraichgauer Ritterschaft“ stellt Prof. Dr. Kurt Andermann am Dienstag, 4. August, um 18 Uhr im Landesmuseum Mainz das historische Werk vor. Das mit zahlreichen Abbildungen ausgestattete Turnierbuch erinnert an die vergangene glorreiche Zeit der Ritterschaft und betont die Bedeutung des Niederadels, dessen politische Autonomie durch den Ver­fassungswandel seit der Wende des Mittel­alters zuneh­mend bedroht war.

Das im Auftrag von Angehöri­gen der Kraichgauer Reichsritterschaft hergestellte Werk wird den Besuchern im Rahmen der Veranstaltung im Original präsentiert. Es befindet sich im Besitz des Barons Dajo von Gemmingen-Hornberg, ein Nachfahre des Rittergeschlechts, das im Mittelalter in Deutschland weit verbreitet war. Der Eigentümer der Burg Hornberg am Neckar und des dazugehörigen Weingutes wird bei der Veranstaltung mit dabei sein. Im Anschluss gibt es einen Umtrunk.

Beginn ist am Dienstag, 4. August, um 18 Uhr im Landesmuseum. Der Eintritt ist frei.

Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig.

Historische Texte über das Mainzer Ritterturnier im Landesmuseum Mainz am 12.07.2015

Kupfersticht vom  Mainzer Rittertuernier auf der Maraue  © Jandesmuseum mainz
© Landesmuseum mainz

Vortrag über das Mainzer Turnier von 1480 im Landesmuseum Mainz / Schauspieler trägt historische Texte vor

Mit Schwertern und Kolben in voller Rüstung aufeinander losgehen und sein Können zeigen: In der Ritterkultur des Mittelalters waren Massenturniere ein besonderes und in jedem Fall spektakuläres Phänomen – und sie haben ihre Faszination bis heute nicht verloren. Oft nahmen 200 und mehr Kämpfer teil, so auch beim großen Mainzer Turnier von 1480. Am Sonntag, 12. Juli, begibt sich Prof. Dr. Joachim Schneider in einem Vortrag im Landesmuseum Mainz auf eine Zeitreise in die Ära der Ritterturniere. Der Professor für Mittelalterliche Geschichte und Landesgeschichte beschreibt anschaulich, wie Ritterturniere organisiert wurden, beleuchtet die Bedeutung, die sie für die Adligen hatten, und bietet interessante Einblicke rund um das Mainzer Turnier. Ihm zur Seite steht Rüdiger Hauffe, ein Schauspieler vom Staatstheater Mainz, der die Welt der Ritter mit vorgetragenen Texten zeitgenössischer Quellen lebendig werden lässt.

Der Vortrag präsentiert eine Reihe eindrucksvoller Zeugnisse zur Geschichte der prestigeträchtigen Turniere, darunter eine umfangreiche „Einkaufsliste“ für das Mainzer Turnier, die zeigt, dass bei solchen Veranstaltungen gerne viel und gut getrunken und gegessen wurde. Wenn sich verfeindete Ritter auf dem Kampfplatz begegneten, konnte das schon mal zu heftigen Auseinandersetzungen führen. So beschreibt ein Auszug aus einer Ritter-Biografie, wie ein Ritter einen anderen Teilnehmer bei einem Turnier vor der versammelten Ritter-Welt verspottete. Zahlreiche Abbildungen aus dieser Zeit ergänzen die künstlerische Präsentation und schlagen zugleich den Bogen zur Ausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“, die noch bis zum 25. Oktober im Landesmuseum zu sehen ist.

Der Vortrag beginnt am Sonntag, 12. Juli, um 11 Uhr im Landesmuseum. Er ist Teil der Reihe „Wenn Zeitzeugen berichten – Historische Texte erzählen von vergangenen Zeiten“, die zum Rahmenprogramm der Sickingen-Ausstellung gehört und in Kooperation mit dem Staatstheater Mainz realisiert wird. Der Eintritt ist frei. 

Mainzer Weinsalon erstmals zu Gast im Innenhof des Landesmuseums am 12. Juli

Fotos: Mainzer Weinsalon
Fotos: Mainzer Weinsalon

Am Sonntag, 12. Juli 2015, ist der Mainzer Weinsalon von 13 bis 17 Uhr erstmals zu Gast im Innenhof des Landesmuseums Mainz. Eröffnet wird er gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Michael Ebling, und dem Generaldirektor der GDKE, Thomas Metz. Der Mainzer Weinsalon ist ein Zusammenschluss junger Winzerinnen und Winzer aus Rheinhessen, die seit einigen Jahren am Brückenkopf der Theodor-Heuss-Brücke Spitzenweine verkosten. Ab dem kommenden Jahr, wenn der rheinland-pfälzische Landtag in der Steinhalle des Landesmuseums tagt, will das Landesmuseum Mainz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) regelmäßig während der Sitzungsperioden des Landtags eine kleine Afterwork-Veranstaltung gemeinsam mit dem Mainzer Weinsalon im Innenhof anbieten. Der Weinsalon im Landesmuseum soll ein entspannter Treffpunkt werden und eine Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei schmackhaften Weinen und kulinarischen Köstlichkeiten im neu gestalteten Innenhof. Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt ist frei.

© wien Kunsthistorisches Museum. Harnisch Philipps von Hessen.
© wien Kunsthistorisches Museum. Harnisch Philipps von Hessen.

Am 12. Juli werden zudem exklusive Führungen durch die aktuelle Sonderausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“ angeboten. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ist zugleich der zentrale Beitrag des Landes zur Lutherdekade. Teil der Ausstellung ist auch ein großer Mitmach-Bereich mit Ritterschule speziell für Kinder. Um die Sommerwochen im Innenhof des Landesmuseums noch ein wenig auszunutzen, wird die Veranstaltung „Der Weinsalon zu Gast im Innenhof des Landesmuseums“ am 9. und 23. August, jeweils von 13 bis 17 Uhr, wiederholt.

Infos über den Mainzer Weinsalon finden Sie hier:

www.mainzer-weinsalon.de/

„Ritter! Tod! Teufel? Ein Blick hinter die Kulissen und spannende Juni-Termine.

schlachtFührung mit der Kuratorin Karoline Feulner im Landesmuseum Mainz

Wie bereitet man eine Ausstellung vor? Was macht eigentlich ein Kurator? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Reif für Kultur“ wirft die Kuratorin der Sonderausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“, Dr. Karoline Feulner, am 5. Juni um 14.30 Uhr einen Blick hinter die Kulissen und gibt Einblicke in die Vorbereitung, Planung und Umsetzung der Ausstellung. Dabei gab es bei „Ritter! Tod! Teufel?“ einige Besonderheiten, wie beispielsweise die aufwändigen Inszenierungen von Leihgaben in einer Schlachteninszenierung. In der Führung kommen darüber hinaus die Zusammenarbeit mit den Leihgebern, den Restauratoren und dem Architekturbüro bis hin zu logistischen Fragen wie dem Transport der Exponate in speziellen Klimakisten oder dem Anbringen der Objektbeschriftung zur Sprache. Nicht nur der Alltag der Museumsarbeit, sondern auch besondere Entdeckungen und Probleme rund um die Ausstellung werden dabei thematisiert.

„Reif für Kultur“ ist eine Veranstaltungsreihe von sechs Mainzer Museen. Das Landesmuseum Mainz, das Römisch-Germanische Zentralmuseum Mainz, das Gutenberg-Museum, das Naturhistorische Museum, das Dom- und Diözesanmuseum und die Kunsthalle bieten in diesem Rahmen abwechselnd Führungen und Austausch- sowie Kontaktmöglichkeiten für Senioren/-innen an. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl von 20 Personen ist eine Voranmeldung an der Kasse des Landesmuseums unter 06131-2857-190 empfohlen.

Die Führung von Dr. Karoline Feulner beginnt am Freitag, 5. Juni, um 14.30 Uhr im Landesmuseum. Der Eintritt beträgt 7 Euro – inklusive Kaffee und Kuchen.

Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig.

Weitere spannende Veranstaltungstermine zur Ausstellung im Juni 2015

© wien Kunsthistorisches Museum. Harnisch Philipps von Hessen.
© wien Kunsthistorisches Museum. Harnisch Philipps von Hessen.

DO 04.06.| 12.30 – 13.00
KIM – Kunst in der Mittagspause

FR 05.06. | 14.30 – 16.00
REIF FÜR KULTUR
Der Blick hinter die Kulissen: Die Vorbereitung, Planung und Umsetzung der Sonderausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“
› Dr. Karoline Feulner

 

SA 06.06. | 10.00 – 16.45
Tagung
19. Mittelrheinisches Burgensymposion
› Stefan Köhl M.A.

SO 07.06. | 11.00 – 12.00
Themen-Führung
Herberge der Gerechtigkeit – Die Ebernburg als Zentrum der Reformation

SO 07.06. | 14.00 – 16.00
Familiensonntag
Leben im Mittelalter

DI 09.06. | 12.30 – 13.00
KIM – Kunst in der Mittagspause

DI 09.06. | 18.00
Themen-Führung
Ritterromantik – Das Nachleben Sickingens

DO 11.06. | 12.30 – 13.00
KIM – Kunst in der Mittagspause

SO 14.06. | 11.00 – 12.00
Themen-Führung
Kunst und Migration

SO 14.06. | 11.00 – 12.00
„Kunst gucken“ – Kinderführung
Kunst und Migration

SO 14.06. | 13.00 – 17.00
Kultur heißt Willkommen!
› Fest zum Austausch der Kulturen mit Flüchtlingen, Bürgern und Akteuren der Kultur- und Flüchtlingsarbeit
› Eine Initiative des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und des Ministeriums für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen in Zusammenarbeit mit der GDKE

DI 16.06. | 12.30 – 13.00
KIM – Kunst in der Mittagspause

DI 16.06. | 18.00
Vortrag aus der Reihe „Geschichte lebendig – Alltagsleben um 1500“
Franz von Sickingen: Burgen und Belagerung
› Jürgen Keddigkeit M.A.

DO 18.06. | 12.30 – 13.00
KIM – Kunst in der Mittagspause

SO 21.06. | 11.00 – 12.00
Führung durch die Sonderausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“

SO 21.06. | 11.00 – 12.00
„Kunst gucken“ – Kinderführung
Was trägt der Ritter?

SO 21.06. | 15.00
„beziehungsWeise. Kunst – Religion – Musik“

DI 23.06. | 12.30 – 13.00
KIM – Kunst in der Mittagspause

DI 23.06. | 18.00
Themen-Führung
Franz von Sickingen – Ritter zwischen Rebellion und Reformation

DO 25.06. | 12.30 – 13.00
KIM – Kunst in der Mittagspause

SA 27.06. | 15.00
Kostümführung – Alltag zu Gutenbergs Zeiten
› Ein Rundgang durch die Mittelalter-Abteilung des Landesmuseums zum Thema Handel, Wandel und Frömmigkeit in der Zeit um 1450
› In Zusammenarbeit mit mainzplus Citymarketing

SO 28.06. | 11.00 – 12.00
Themen-Führung
Turnier und Kampf – Ritterliche Lebenswelten um 1500

SO 28.06. | 11.00 – 12.00
„Kunst gucken“ – Kinderführung
Was trägt der Ritter?

DI 30.06. | 12.30 – 13.00
KIM – Kunst in der Mittagspause

DI 30.06. | 18.00
Vortrag aus der Reihe: Reformation in der Region – Personen, Erinnerungsorte in Rheinland-Pfalz
› „Die Speyerer Protestation von 1529“
› Prof. Dr. Irene Dingel

Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig.

Mainzer Museumsnacht: Die Ritter kommen ins Landesmuseum

Landesmuseum Mainz bei Nacht - Mainzer Museumsnacht - die Ritter kommen
© massow-picture

Mainzer Museumsnacht – Landesmuseum bietet
abwechslungsreiches Programm zum Mitmachen und Zuhören

Ritter zum Anfassen, Fanfaren-Klänge, eine Kreativ-Werkstatt zum Mitmachen und eine Theatervorstellung – die zehnte Mainzer Museumsnacht bietet Besucherinnen und Besuchern des Landesmuseums Mainz am Samstag, 30. Mai, ein abwechslungsreiches Programm. Ab 17 Uhr lädt die Museumspädagogik des Landesmuseums in ihre Kreativ-Werkstatt ein. Auf dem Programm stehen unter anderem Bastel- und Malaktionen und Führungen zur Welt der Ritter. Ab 17.30 Uhr bietet das Museum jede halbe Stunde Führungen für Erwachsene und jede Stunde Führungen für Kinder an. Passend zum diesjährigen Motto „Die Ritter kommen!“ sind ebenfalls ab 17.30 Uhr überall im Museum Ritter in Rüstungen vom Veldenzer Aufgebot 1462 anzutreffen. Jeder Besucher kann die Ritter ansprechen und Informationen über deren Ausrüstung, Kleidung, Waffen etc. erfragen. Für musikalische Unterhaltung sorgen die Sickinger Herolde aus Landstuhl mit Fanfarenklängen sowie die Jazzkünstler Julia Baldauf und Rudolf Stenzinger.

Begleitend dazu werden verschiedene Führungen angeboten, die sich unter anderem mit der Sonderausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“ beschäftigen. In einer Ritterschule, im Innenhof des Museums, weist Emil Hartmann während der gesamten Dauer der Veranstaltung als Franz von Sickingen Groß und Klein unter anderem ins Bogenschießen und Fanfarenspiel ein. Ein besonderes Highlight stellt eine Theatervorstellung dar. Um 19.30 und 21 Uhr führt die Pfälzer Heimatbühne das Stück „Die letzten Minuten des Franz von Sickingen“ im Forum auf – ein Schauspiel, das 1951 von dem deutschen Schriftsteller und Politiker Karl Anton Vogt geschrieben wurde. Die Museumsnacht zählt zu den bedeutendsten und vielfältigsten Kulturveranstaltungen der Region mit über 40 teilnehmenden Einrichtungen. Der Eintritt kostet zehn, ermäßigt fünf Euro. Am Tag der Veranstaltung öffnet das Museum seine Türen um 17 Uhr, am darauffolgenden Tag um 12 Uhr.

Das Nachtprogramm im Landesmuseum

Landesmuseum Mainz,
Große Bleiche 49-51.
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz – Wir machen Geschichte lebendig.

Mittelalterliche Theatergruppe bei Ausstellungseröffnung: Ritter! Tod! Teufel? im Landesmuseum Mainz

Dr. Andrea Stockhammer, Direktorin Landesmuseum Mainz, GDKE, eröffnete  mit Prof. Dr. Wolfgang Breul, Prodekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und in Beisein zahlreicher Prominenz, unter anderem Kardinal Dr. Karl Lehmann, in der Evangelischen Christuskirche die Ausstellung "Ritter! Tod! Teufel?". Im Hintergrund die Mittelalter-Theatergruppe aus der Sickingenstadt Landstuhl. © massow-picture
Dr. Andrea Stockhammer, Direktorin Landesmuseum Mainz, GDKE, eröffnete mit Prof. Dr. Wolfgang Breul, Prodekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und in Beisein zahlreicher Prominenz, unter anderem Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Kardinal Dr. Karl Lehmann, in der Evangelischen Christuskirche die Ausstellung „Ritter! Tod! Teufel?“. Im Hintergrund die Mittelalter-Theatergruppe aus der Sickingenstadt Landstuhl. © massow-picture

Im Mainzer Landesmuseum wurde gestern Abend  die Ausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“ feierlich eröffnet.  Franz von Sickingen war eine der schillerndsten   Figuren  Anfang des 16. Jahrhunderts.

Franz von Sickingen galt als streitbar, kühn und unbeugsam. Er focht zunächst im kaiserlichen Sold, ab 1515 aber zusehends auch private Fehden mit allen möglichen Gegnern. Damit zog er  sich den Zorn  des ihm einst wohlgesonnenen deutschen Königs und späteren Kaisers Maximilian I zu,  weil er mit seinen Fehden den vom Kaiser verkündeten Wormser Landfrieden von 1495 immer wieder brach. Sickingen bezog sich auf sein Fehderecht als freier Ritter. Das  war eine  Art  Faustrecht, über welches die freie Ritterschaft über Jahrhunderte verfügte. Franz von Sickingen  lehnte es  ab,   auf dieses Recht verzichten  und sich dem zusehend im Reich dominierenden Römischen Recht  unterordnen zu sollen. Er nannte es Fürstenrecht, gegen das er sich auflehnte. Seiner Meinung nach benachteiligte das „Fürstenrecht“ die freien Bauern und den niederen Adel, wozu  auch der Ritteradel, dem  seine Familie angehörte,  zählte.

Als Franz von Sickingen 1519 den Humanisten Ulrich von Hutten und durch diesen die lutherischen  Ideen zur Reformation kennenlernte,  schlug er sich auf die Seite der Reformatoren und wurde  zu einem ihrer unerschrockensten Unterstützter und Beschützer:  1521/22 gewährte Franz von Sickingen einer Reihe der bedeutendsten Köpfe der Reformation, die wegen ihrer lutherischen Gesinnung Funktion, Besitz oder Amt verloren  hatten oder verfolgt wurden,  Schutz und Unterschlupf auf der Ebernburg. Das trugt der Ebernburg schon im 16. Jahrhundert den Beinamen „Herberge der Gerechtigkeit“ ein und Sickingen einmal mehr den Hass von Kaiser und Klerus.

Unerschrocken von dieser Drohkulisse half Franz von Sickingen  der Reformationsbewegung und kämpfte für eine Säkularisation der kirchlichen Güter und eine Beschneidung der kirchlichen Macht und Funktionen. Er forderte  die Reduktion der kirchlichen Aufgaben auf die reine Predigt des Evangeliums. Aber zugleich focht er auch für die eigene Sache, nämlich für die Aufrechterhaltung der ererbten Privilegien des niederadligen Ritterstandes, dessen Existenz mit dem Aufkommen rüstungsdurchdringender neuer Waffentechniken auf dem Prüfstand stand.

Innerhalb dieses Spannungsbogens, Franz von Sickingen als Förderer der frühen kirchlichen Reformation  und zugleich Ewiggestriger für die Sache der freien Ritterschaft,   zeichnet die Ausstellung im  Landesmuseum Mainz ein grandioses Bild des letzten Ritters  und seiner Zeit.

Die Ausstellung bietet einen hervorragenden Einstieg in die zentralen Ereignisse jener bewegten Zeiten. Sie räumt  mit manch liebgewonnenen Vorurteil vom romantischen Ritterleben auf. Zudem bietet sie  ein breites spannendes Mitmach-Begleitprogramm für Erwachsene und Kinder, inklusive Ritterschule und vielem mehr (siehe ganz unten!).

Die Eröffnungsfeierlichkeiten

christuskircheDa die Steinhalle des Landesmuseums zur Zeit zum Ausweichquartier für vom Landtagsumbau betroffene Parlamentarier umgestaltet wird, fand unter großer Anteilnahme der Mainzer Bevölkerung und zahlreicher prominenter Vertreter aus den Kirchen beider Konfessionen, Politik und Wissenschaft der erste Eröffnungs-Akt in der evangelischen Christuskirche statt.
gewandete1Überraschungsattraktion war dabei der Einzug einer spätmittelalterlichen Festgesellschaft, gepielt von der Theatergruppe Heimatfreunde Landstuhl e.V., begleitet von 55 Fanfarenbläsern und Trommlern der Gruppe Bann e.V./Pfalz. Sie gaben der gesamten Veranstaltung nicht nur den feierlichen Rahmen. Vielmehr geleitete die Theatergruppe alle Gäste nach Abschluss des ersten Aktes von der Christuskirche hinüber zur Ausstellungsbesichtigung im Landesmuseum: gewandete2Vorneweg marschierten die Musiker. Ihnen folgten die festlich Gewandeten, dann kamen die Promis und schließlich das „gemeine“ Volk. Dieser festlich heitere Lindwurm bewegte sich nun – unter Polizeischutz und mehrmaliger Straßensperrungen für den Verkehr – von der Chistuskirche zum Landesmuseum, wo viele „gute Geister“ im feierlich geschmückten Hof einen schönen Empfang bereiteten. Anschließend bestand die Möglichkeit, schon mal einen Blick auf die Ausstellung zu werfen, die einzigartig spannend und zugleich wissenschaftlich fundiert, jung und alt begeistern wird.

Fanfaren-Einzug der mittelalterlichen Festgesellschaft im Hof des Landesmuseums Mainz anlässlich der Ausstellungseröffnung Franz von Sickingen. Ritter, Tod und Teufel. Die über 100 Theaterleute und Musiker der Heimatfreunde Landstuhl waren eigens zur Eröffnung angereist, jedoch nicht in Kutschen, sondern in zwei Komfortreisebussen
Fanfaren-Einzug der mittelalterlichen Festgesellschaft im Hof des Landesmuseums Mainz anlässlich der Ausstellungseröffnung Franz von Sickingen. Ritter, Tod und Teufel. Die über 100 Theaterleute und Musiker der Heimatfreunde Landstuhl waren eigens zur Eröffnung angereist, jedoch nicht in Kutschen, sondern in zwei Komfortreisebussen. © massow-picture

Diether v. Goddenthow (pw)

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag 10.00 – 20.00 Uhr
Mittwoch-Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr

Landesmuseum Mainz
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz
Große Bleiche 49 – 51 55116 Mainz
Tel.: 06131 / 28 57-0
Fax: 06131 / 28 57-288
E-Mail: landesmuseum-mainz(at)gdke.rlp.de

Hintergrundinformation zur Ausstellung

Franz von Sickingen (1481 - 1523), ein Fedeunternehmer?, ein Raufbold?, Parteigänger Luthers und in Lexikoneinträgen gern als der "letzte Ritter" charakterisiert. Er wollte den Untergang des kleinadligen Rittertums aufhalten, und war wohl ganz groß darin, Streit vom Zaun zu brechen und Raubzüge zu organisieren? © massow-picture
Franz von Sickingen (1481 – 1523), ein Fedeunternehmer?, ein Raufbold?, Parteigänger Luthers und in Lexikoneinträgen gern als der „letzte Ritter“ charakterisiert. Er wollte den Untergang des kleinadligen Rittertums aufhalten, legte sich mit den Fürsten an und verlor. Er war wohl ganz groß darin, Streit vom Zaun zu brechen und Raubzüge zu organisieren? © massow-picture

Zwischen Ritterschaft, Reformation und Kriegsführung
Er galt als Haudegen der deutschen Ritterschaft, unterstützte die Humanisten und setzte sich für die Ziele Martin Luthers ein: Franz von Sickingen. Geboren wurde er 1481 auf der Ebernburg bei Bad Kreuznach als Sohn des Ritters Schweikard von Sickingen. Sein Aufstieg begann in einer Zeit des Umbruchs. Der Wormser Reichstag von 1495 hatte den Ewigen Landfrieden ausgerufen, der die Fehde als rechtliches Mittel zur Durchsetzung der eigenen Interessen untersagte. Die politische und auch militärische Bedeutung der Ritterschaft ging zurück. Angeworbene Söldnertruppen verdrängten mehr und mehr die ritterschaftlichen Truppenkontingente. Angehörige des niederen Adels beklagten den Verlust angestammter Rechte und eine zunehmende Abhängigkeit von den Landesfürsten. Eine Entwicklung, die Franz von Sickingen nicht hinnehmen wollte. Mithilfe genossenschaftlicher Zusammenschlüsse, der Intensivierung seiner Beziehungen zum Kaiser, aber auch durch eine verstärkte Fehdetätigkeit versuchte er seine Eigenständigkeit (und die seiner Standesgenossen) zu bewahren. Das Verbot der Fehde lehnte Sickingen ab, im Gegenteil: Dienten Fehden einst dazu, begrenzte Streitigkeiten auszutragen, wurden sie unter Sickingen zu groß ausgestatteten Heereszügen in einem bislang unbekannten Ausmaß mit Reitern und Fußknechten.

Franz von Sickingens Aufstieg
Der rasante Aufstieg Franz von Sickingens zu einer der schillerndsten Figuren im 16. Jahrhundert basierte auf dem Erbe, das ihm sein Vater und Großvater hinterlassen hatten. Beide hatten wohlhabende Töchter aus den Familien Sien und Puller von Hohenburg geheiratet. So gingen bedeutende Burgen samt zugehörigen Herrschaften sowie eine Reihe von Ämtern und Bergwerken in Sickingens Besitz über. Diese gute finanzielle Ausstattung erlaubte ihm die Kriegsführung in großem Stil. Mit der Unterstützung adliger Standesgenossen unternahm er ab 1515 zahlreiche Fehden. Sowohl für den Kaiser als auch für den König von Frankreich war er als Kriegsunternehmer von europäischer Dimension tätig. Er führte Feldzüge gegen die freie Stadt Worms, Lothringen, die Reichsstadt Frankfurt und Metz. 1518 griff er erfolgreich die mächtige Landgrafschaft Hessen unter der Führung des dreizehnjährigen Landgrafen Philipp von Hessen an. Der sogenannte Sickingen-Becher, der in der Sonderausstellung zu sehen ist, wurde vermutlich aus hessischen Kriegskontributionen von 1518 finanziert. Auf dem Fußbecher und den sieben Trinkschalen finden sich Sinnsprüche wie „In extremer Not muss man wagemutig sein und handeln, nicht (lange) beratschlagen.“ Sickingens militärische Erfolge ließen seinen politischen Einfluss im Reich wachsen und bescherten ihm beträchtliche finanzielle Einnahmen. Auf einem Rittertag in Landau im August 1522 wurde er zum Anführer der mittel- und oberrheinischen Ritterschaft gewählt.

Franz von Sickingen und die Reformation
1519 lernte Franz von Sickingen Ulrich von Hutten kennen. Der Humanist konnte ihn für die religiösen Ideen Martin Luthers begeistern, sodass Sickingen schon früh ein Anhänger der reformatorischen Bewegung wurde. Auf seiner Ebernburg bot er neben Ulrich von Hutten bedeutenden protestantischen Theologen und später führenden Vertretern der frühen Reformation Zuflucht: Martin Bucer, ab 1523 in Straßburg und ab den 1530er Jahren eine der wichtigsten Akteure der Religionspolitik im Reich, Johannes Oekolampad, der Reformator Basels, Kaspar Aquila, Reformator in Thüringen, und Johannes Schwebel, Reformator Zweibrückens. Mit Flugschriften, evangelischer Predigt und ersten Reformen engagierten sie sich für den frühen Lauf der reformatorischen Botschaft. Ulrich von Hutten besang die Ebernburg später als „Herberge der Gerechtigkeit“.

Niederlage und Tod

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Seine letzte Fehde führte Franz von Sickingen gegen das Kurfürstentum Trier. Der Kaiser war nicht bereit, seine hohen Schulden bei Sickingen zu begleichen, dadurch hatte der streitbare Ritter nur begrenzte finanzielle Möglichkeiten bei der Anwerbung von Truppen. Seine Gegner waren zudem seit längerem auf einen Angriff vorbereitet und nun stand ihm – anders als in früheren Fehden – eine Koalition mächtiger Fürsten gegenüber. Bereits auf dem Wormser Reichstag hatten sich die Kurpfalz, Hessen und Kurtrier vertraglich zu wechselseitiger Hilfe verpflichtet und diese Vereinbarung kurz vor Beginn der Fehde erneuert. Nachdem die Belagerung von Trier durch Sickingen im September 1522 gescheitert war, ging die Koalition zunächst gegen seine Unterstützer und schließlich im Frühjahr 1523 gegen ihn selbst vor. Bei dem massiven Beschuss seiner Burg Nanstein bei Landstuhl in der Nähe von Kaiserslautern durch die Koalitionstruppen erlitt Sickingen schwere Verletzungen. Am 6. Mai 1523 kapitulierte er. Am Tag darauf verstarb Franz von Sickingen.

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag 10.00 – 20.00 Uhr
Mittwoch-Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr

Landesmuseum Mainz
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz
Große Bleiche 49 – 51 55116 Mainz
Tel.: 06131 / 28 57-0
Fax: 06131 / 28 57-288
E-Mail: landesmuseum-mainz(at)gdke.rlp.de

Begleitprogramm für Erwachsene

Mit Themenführungen, Vorträgen, einer Ritterschule und einem Ritterfest für die ganze Familie sowie einem in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Mainz angebotenen Blick hinter die Kulissen hat das Landesmuseum Mainz zur Sonderausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“ ein umfangreiches Begleitprogramm für Erwachsene zusammengestellt.

Führungen
Die allgemeine Führung vermittelt einen Ausstellungsüberblick und stellt die einzelnen Sektionen der Schau vor. Ausgewählte Objekte beleuchten das Thema Ritterschaft und Reformation um 1500. Die Führungen finden jeweils dienstags um 18 Uhr und sonntags um 11 Uhr statt, abwechselnd mit vier speziellen Themenführungen, die sich tiefergreifend mit der Person Franz von Sickingens, der ritterlichen Lebenswelt um 1500, der Reformation und ihren Vertretern auf der Ebernburg und Sickingens Nachleben im Gedächtnis der Zeit beschäftigen . Die Führungen sind zusätzlich individuell buchbar.

Vorträge
Im Juni und Juli locken vier Vorträge aus der Reihe „Reformation in der Region – Personen, Erinnerungsorte in Rheinland-Pfalz“ ins Landesmuseum – veranstaltet von dem Institut für Geschichtliche Landeskunde (IGL) in Zusammenarbeit unter anderem mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE). Der Eintritt ist kostenfrei.
In der Veranstaltungsreihe „Wenn Zeitzeugen berichten – Historische Texte erzählen von vergangenen Zeiten“ interpretieren Experten für die Besucher Quellen (unter anderem Briefe), die teils von Schauspielern des Staatstheaters Mainz vorgetragen werden. Das interaktive Vermittlungsformat findet im Rahmen der Themenjahre der Mainzer Wissenschaftsallianz „Mensch der Wissenschaf(f)t“ statt und fördert den Dialog zwischen Laien und Wissenschaftlern, indem die Arbeitsweise der Wissenschaft transparent und anschaulich dargestellt wird.
Die populärwissenschaftliche Vortragsreihe „Geschichte lebendig – Alltagsleben um 1500“
beleuchtet die Themen Burgenbelagerung, Kleidung und Soldatenhandwerk.

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag 10.00 – 20.00 Uhr
Mittwoch-Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr

Landesmuseum Mainz
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz
Große Bleiche 49 – 51 55116 Mainz
Tel.: 06131 / 28 57-0
Fax: 06131 / 28 57-288
E-Mail: landesmuseum-mainz(at)gdke.rlp.de

Begleitprogramm für Kinder

Mit einer aktionsreichen Mitmachausstellung, einer spannenden Ritterschule, Kinderführungen, dem Familiensonntag, Angeboten für Schulklassen sowie einer Ferienwoche und einem Ritterfest präsentiert das Landesmuseum Mainz ein umfangreiches Kinderprogramm zur Sonderausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“. Für die kleinen Besucher bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, sich spielerisch mit dem Thema Ritter und Reformation zu beschäftigen.
„Ritter! Spiel! Spaß!“ Mitmachausstellung für Kinder
Die Mitmachausstellung ist ein speziell für Kinder konzipiertes Angebot zur Ritterwelt. Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren können in dem eigens eingerichteten Ausstellungsbereich anhand von aktionsreichen Mitmach-Stationen und interaktiven Lernspielen die Themen „Burgenbau“, „Burgeroberung“ und „Ritterturnier“ erleben. Spielerisch tauchen sie in die Ritterwelt des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit ein. Hauptattraktionen sind ein großer Tretkran, die verkleinerte Nachbildung eines Katapultes und die Turnierbahn mit Turnierpuppe und Pferdchen, die allesamt darauf warten, von den kleinen und größeren Knappen, Rittern und Edeldamen in Bewegung gesetzt zu werden. Für die passende Kulisse hat die Theatermalerin Rita Richter gesorgt. Ihre Wandmalereien schmücken den gesamten Raum und lassen das ausgehende Mittelalter lebendig werden.

Ritterschule
In einem Zelt im Innenhof des Landesmuseums wurde eine Ritterschule eingerichtet. Dort vermittelt Emil Hartmann als „Franz von Sickingen“ ritterliche Ideale, weist in die Kunst des simultanen Fechtens mit Schwertdegen und Dolch sowie in den Kampf mit Kurzschwert und Schild ein, und hilft Groß und Klein beim Erlernen höfischer Tänze und des Fanfarenspiels. Die Ritterschule wird regelmäßig donnerstags, freitags, samstags und sonntags um 11 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr angeboten und kann auf Anfrage gebucht werden. Alle Teilnehmer erhalten zum Abschluss eine Ritter-Urkunde.

Kinderführungen
Parallel zu den Themenführungen für die Erwachsenen findet jeden Sonntag (außer an Familiensonntagen und am Ritterfest) von 11 bis 12 Uhr in der Rubrik „Kunst gucken“ die Kinderführung „Mit Schwert und Bibel“ statt. Sie thematisiert anhand verschiedener Ausstellungsstücke die Lebenswelt der Ritter vor rund 500 Jahren. Wie sah ihr Tagesablauf aus? Was aßen sie? Wie kleideten sie sich? Gab es Familien, so wie wir sie kennen? Gab es Frauen in dieser Männerwelt? Wie sah die Erziehung der Kinder aus?

Familiensonntag
An jedem ersten Sonntag im Monat wird von 14 bis 16 Uhr die Familienführung „Mit Schwert und Bibel“ mit anschließendem Workshop angeboten. Die regelmäßigen Termine widmen sich verschiedenen Themen wie Ritterrüstungen und kriegerischer List und Tücke.

Veranstaltungen für Schulklassen
Für die Dauer der Sonderausstellung bietet das Landesmuseum für jede Klasse und Altersstufe passende Workshops rund um die Ritter an. Das Format besteht aus einer Führung zu bestimmten Exponaten und einem praktischen Teil. Hierbei entstehen Helme und Wappen aus Pappe, Handdrucke und Rüstungsteile aus Prägefolie. Anmeldungen telefonisch unter
06131-2857-143 / -160 oder per Mail an anmeldung.muspaed@gdke.rlp.de.

Ferienwoche
Vom 1. bis 4. September, jeweils ganztags von 9 bis 16 Uhr, veranstaltet das Landesmuseum eine Ferienwoche. Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren setzen sich dabei spielerisch mit Rittern, Löwen und dem mittelalterlichen Alltag auseinander. Nach einem Erkundungsspaziergang durch die Stadt werden Exponate aus der Ausstellung in verschiedenen Techniken nachgebaut. Es entstehen Wappen als Gipsrelief, Medaillen aus Prägemetall und Löwen aus Speckstein. Anmeldungen telefonisch unter 06131-2857-143 / -160 oder per Mail an anmeldung.muspaed@gdke.rlp.de.
Im Rahmen der Mainzer Ferienkarte gibt es bereits vom 4. bis 27. August weitere Angebote. Buchungen sind nur über das Amt für Jugend und Familie möglich. Nähere Informationen sind auf der Internetseite www.jugend-in-mainz/ferienkarte.html erhältlich.

Ritterfest
Am Wochenende des 5. und 6. September veranstaltet das Landesmuseum Mainz ein Ritterfest für die ganze Familie. Neben der Ritterschule mit Emil Hartmann erwartet die Besucher ein buntes Programm mit Schaukämpfen und Märchenerzählungen.

Kinderkatalog
Die 40 Seiten umfassende Broschüre hilft Kindern, die Ausstellung selbstständig zu erkunden. Burgfräulein Rubina und Ritter Utz sind das Erkennungszeichen für die 16 Exponate, die näher erläutert werden. Die Informationen zu den Ausstellungsgegenständen sind in leichter Sprache verfasst und werden durch weiterführende Texte ergänzt. Fragen und Hinweise von Burgfräulein Rubina und Ritter Utz sowie eine kindgerechte grafische Gestaltung regen zum Nachdenken, Schauen und Suchen an. Die Broschüre folgt dem Rhythmus der Ausstellung und thematisiert das Ritterturnier, die Rüstungen, den „letzten Ritter“ Franz von Sickingen, seine Freunde und seine Feinde, die Wappen, die Fabelwesen, die Druckerpresse, einen verschlüsselten Brief, die Waffen und Kanonen, die Schlacht und den Tod Franz von Sickingens. Wer mehr über die Ritterwelt erfahren möchte und gerne Bilder ausmalt, kann nach dem Ausstellungsbesuch an der Kasse die Broschüre mitnehmen.

Mehr über die Inhalte des Begleitprogramms für Kinder sowie die Termine für die einzelnen Veranstaltungen erfahren Sie im beiliegenden Flyer und im Internet unter
www.landesmuseum-mainz.de.

Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag 10.00 – 20.00 Uhr
Mittwoch-Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr

Landesmuseum Mainz
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz
Große Bleiche 49 – 51 55116 Mainz
Tel.: 06131 / 28 57-0
Fax: 06131 / 28 57-288
E-Mail: landesmuseum-mainz(at)gdke.rlp.de

 

Franz von Sickingen, „der letzte Ritter“ ab 21.Mai im Landesmuseum Mainz

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Landesmuseum Mainz zeigt „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“
vom 21. Mai bis 25. Oktober 2015

Die große kulturhistorische Sonderausstellung „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“ im Landesmuseum Mainz führt die Besucherinnen und Besucher in die Zeit der Ritter und Reformatoren vor rund 500 Jahren. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Franz von Sickingen, gelegentlich als letzter Ritter bezeichnet und zugleich eine der schillerndsten Figuren im 16. Jahrhundert. Unter seiner Führung war die Ritterschaft maßgeblich an der frühen reformatorischen Bewegung beteiligt.

„Rheinland-Pfalz hat wie kein anderes Land im Westen Deutschlands zentrale Erinnerungsorte der frühen Reformationszeit vorzuweisen. Insofern freut es mich, dass wir die Reformation und die Erinnerung daran in Mainz besonders lebendig halten“, erklärt Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die die Sonderausstellung mit ihrer Schirmherrschaft unterstützt und ergänzt: „Rheinland-Pfalz beteiligt sich seit Jahren aktiv an der Vorbereitung des 500. Reformationsjubiläums. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), die im Landesmuseum Mainz die faszinierende Gestalt des Franz von Sickingen in den Mittelpunkt stellt. Die in Kooperation mit der Universität Mainz erarbeitete Ausstellung ist denn auch der Hauptbeitrag des Landes Rheinland-Pfalz zur Lutherdekade.“

Thematisiert werden in der Ausstellung Sickingens Aufstieg zum Anführer der Ritterschaft und deren Lebenswelt, Luthers Auftritt vor Kaiser und Reich in Worms sowie die Vielfalt der adligen Reformation im Reich und in Europa. „Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation“ wird von der GDKE in Kooperation mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz realisiert – basierend auf einem Konzept von Prof. Dr. Wolfgang Breul (Evangelisch-Theologische Fakultät), und kuratiert von Dr. Karoline Feulner, Leiterin der Abteilung Gemälde und Skulpturen des Landesmuseums. Die Ausstellung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Die rheinland-pfälzische Kulturministerin Vera Reiß betont: „Mit ‚Ritter! Tod! Teufel?‘ steht zum ersten Mal Franz von Sickingen im Mittelpunkt einer großen Ausstellung. Vorkämpfer der Reformation und Freund der Humanisten, Umstürzler von Kirche und Staat, letzter Ritter und deutscher Nationalheld – die Vergangenheit hat sich viele Bilder von ihm gemacht. Die Ausstellung entwirft ein neues Bild dieses Pfälzer Helden – wissenschaftlich fundiert und erlebnisreich für Besucherinnen und Besucher jeden Alters. Denn die Ausstellung feiert noch eine Premiere: Erstmals bieten im Landesmuseum auch Mitmachstationen und interaktive Lernspiele für Kinder (und Erwachsene ebenso) Einblicke ins mittelalterliche Ritterleben.“

Sickingen und die Reformation

Bildunterschrift: Hieronymus Hopfer, Bildnis Franz von Sickingen, um 1520 © Landesmuseum Mainz – GDKE Rheinland Pfalz (Foto: Ursula Rudischer)
Bildunterschrift: Hieronymus Hopfer, Bildnis Franz von Sickingen, um 1520
© Landesmuseum Mainz – GDKE Rheinland Pfalz (Foto: Ursula Rudischer)

Franz von Sickingen (1481-1523) führte Fehden in bis dahin unbekanntem Ausmaß, unter anderem gegen Worms, Trier und die mächtige Landgrafschaft Hessen, und eroberte sich damit die Bühne der großen Politik. „Ich bin sehr gespannt auf diese Ausstellung, weil sie ein Kapitel beleuchtet, das bislang noch nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stand – die Ritterschaft und die Reformation“, freut sich die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann. „Franz von Sickingen folgte den religiösen Ideen Martin Luthers. Auf seiner Ebernburg beherbergte er Humanisten wie Ulrich von Hutten und bedeutende protestantische Theologen. Die Ausstellung im Landesmuseum nimmt die Besucher mit auf eine spannende Reise in die bedeutendste Epoche der neuzeitlichen Kirchengeschichte“, fügt sie hinzu.

Sickingens Ebernburg, in der Nähe von Bad Kreuznach, wurde zu einem frühen Zentrum der Reformation. Ulrich von Hutten besang sie als „Herberge der Gerechtigkeit“. Am Ende wurde Sickingen Opfer seiner verwegenen Pläne. „Es ist für mich bis heute faszinierend, wie er zum Anführer der Ritterschaft wurde und wie er schließlich zum Helden stilisiert wurde, der bis in die Gegenwart hinein wirkt. Als Ritter, der Kaiser und Fürsten die Stirn bot, bleibt er im Bewusstsein der Region bis heute fest verankert. In Bad Münster am Stein-Ebernburg etwa trägt die Franz-von-Sickingen-Schule den Namen des Ritters. Landstuhl, bei Kaiserslautern, hat seit 1995 offiziell den Titel Sickingenstadt“, erklärt Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE.

Highlights

Die Direktorin des Landesmuseums, Dr. Andrea Stockhammer, zeigt sich erfreut über eine Vielzahl hochkarätiger Leihgaben und bisher selten gezeigter eindrücklicher Objekte: „Prunkharnische, Gemälde, Grafiken, Flugblätter, Medaillen sowie seltene Turnierbücher und Fehdebriefe ermöglichen es, die aufregende und von Umbrüchen geprägte Epoche des ausgehenden Mittelalters nachzuerleben. In Modellen, Inszenierungen und mit multimedialen Elemente lassen wir im Landesmuseum die vergangene Zeit des Rittertums neu auferstehen.“

Eigens aus der Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien wurde der Harnisch des Landgrafen Philipp von Hessen nach Mainz transportiert. Der Landgraf galt als einer der bedeutendsten Landesfürsten und politischen Führer der damaligen Zeit und war einer der größten Widersacher Franz von Sickingens. Nicht minder beeindruckend ist der Kupferstich von Albrecht Dürer, der einen Ritter zeigt, der vom Tod und Teufel begleitet eine düstere Felsenschlucht entlang reitet. Noch im 19. Jahrhundert war die Ansicht weit verbreitet, dass es sich bei diesem Ritter um Franz von Sickingen handelte. Ein Werk, das bis heute unsere Vorstellung vom Aussehen Franz von Sickingens prägt, ist die Eisenradierung des deutschen Künstlers Hieronymus Hopfer, die der Graphischen Sammlung des Landesmuseums Mainz entnommen ist.

„Wie jede große gesellschaftliche Umwälzung war auch die Reformation des 16. Jahrhunderts abhängig von vielen Faktoren. Für Luther und seine Mitstreiter war das insbesondere die dynamische Bewegung des Humanismus, die der Reformation die Aufgabe der Bildung und Förderung von Schulen und Universitäten mit auf den Weg gegeben hat. Es war die Mainzer Medienrevolution des Buchdrucks, die erst mit der Reformation zu einem Massenphänomen wurde und dafür sorgte, dass nun öffentliche Debatten über große Entfernungen geführt werden konnten – zuerst über die Luthersache, bald aber auch über andere Themen. Schließlich führte die Reformation erstmals in der Mitte Europas zu einer dauerhaften Pluralität religiöser Überzeugungen. Der Weg zu einem guten Miteinander war schwierig und mit vielen Opfern verbunden, aber schon im 16. Jahrhundert gab es beeindruckende Beispiele der Toleranz. All das zeigen wir in der Ausstellung ‚Ritter! Tod! Teufel? Franz von Sickingen und die Reformation‘“, so Prof. Dr. Wolfgang Breul von der Johannes Gutenberg-Universität, Fachbereich Evangelisch-Theologische Fakultät.

Mitmachausstellung und Ritterschule

Erstmals wird es auch eine speziell für Kinder konzipierte Mitmachausstellung zur Ritterwelt geben, die von Dr. Julia Ellinghaus kuratiert wurde. Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren können in einem eigens eingerichteten Ausstellungsbereich anhand von aktionsreichen Mitmach-Stationen und interaktiven Lernspielen die Themen „Burgenbau“, „Burgeroberung“ und „Ritterturnier“ erleben. Spielerisch tauchen sie in die Ritterwelt des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit ein. Hauptattraktionen sind ein großer Tretkran, die verkleinerte Nachbildung eines Katapultes und die Turnierbahn mit Turnierpuppe und Pferdchen, die allesamt darauf warten, von den kleinen und größeren Knappen, Rittern und Edeldamen in Bewegung gesetzt zu werden.

In der Ritterschule vermittelt Emil Hartmann als „Franz von Sickingen“ ritterliche Ideale, weist in die Kunst des simultanen Fechtens mit Schwertdegen und Dolch sowie in den Kampf mit Kurzschwert und Schild ein, und hilft Groß und Klein beim Erlernen höfischer Tänze und des Fanfarenspiels. Die Ritterschule wird regelmäßig donnerstags, freitags, samstags und sonntags um 11 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr sowie auf Anfrage angeboten. Alle Teilnehmer erhalten zum Abschluss eine Ritter-Urkunde.

Parallel zur Ausstellung wird es ein umfangreiches Begleitprogramm geben. Am 5. und 6. September veranstaltet die GDKE im Innenhof des Landesmuseums zudem ein Ritterfest für Familien mit Kindern. Themenführungen, Vorträge, Konzerte, Lesungen historischer Texte mit Schauspielern sowie ein Ausstellungsbesuch mit anschließendem Rittermahl ergänzen das bunte Rahmenprogramm.

„Franz von Sickingen war ein Ritter, aber auch ein Pfälzer, der bis heute seine Spuren im Land hinterlassen hat. Insofern ist die Ausstellung im Landesmuseum Mainz zugleich auch ein Aufruf zu einer Spurensuche in der Pfalz, in Rheinhessen, am Mittelrhein oder an der Nahe. Hier lebte und rebellierte Franz von Sickingen, der übrigens auch als Bergwerksunternehmer aktiv war. So gesehen empfehle ich nicht nur einen Besuch im Landesmuseum, nutzen Sie die Gelegenheit und werfen Sie einen Blick in den Geleitbrief, eine Publikation der GDKE ergänzend zur großen Sonderausstellung. Er bietet einen wunderbaren Überblick über alle Veranstaltungen in Sickingens Heimatregion. Die zahlreichen Sickingen-Stätten liegen in malerischen Landschaften im schönen Rheinland-Pfalz und seinen Nachbarregionen und sind in jedem Fall eine Reise wert“, so Kulturstaatssekretär Walter Schumacher.
Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag 10.00 – 20.00 Uhr
Mittwoch-Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr

Landesmuseum Mainz
Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz
Große Bleiche 49 – 51 55116 Mainz
Tel.: 06131 / 28 57-0
Fax: 06131 / 28 57-288
E-Mail: landesmuseum-mainz(at)gdke.rlp.de