Kategorie-Archiv: Kunstmuseum Wiesbaden

Erbbaurechtsvertrag-unterzeichnet – Bau des neuen Kunstmuseums an der Wiesbadener Rue kann beginnen

Der Erbbauvertrag für das neue Kunstmuseum an der Wilhelmstrasse ist in trockenen Tüchern. v.li.n.r.:Stadtrat Hans-Martin Kessler, Reinhard Ernst, Museumsstifter und Oberbürgermeister Sven Gerich mit dem Notar. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Erbbaurechtsvertrag für das neue Kunstmuseum an der Wilhelmstrasse ist in trockenen Tüchern. v.li.n.r.:Stadtrat Hans-Martin Kessler, Reinhard Ernst, Museumsstifter und Oberbürgermeister Sven Gerich mit dem Notar. © Foto: Diether v. Goddenthow

Im Rathaus Wiesbaden wurde heute während eines kleinen Festaktes der Erbbaurechtsvertrag zwischen der Landeshauptstadt Wiesbaden und der Reinhard und Sonja Ernst-Stiftung für den Bau eines Kunstmuseums auf dem Grundstück Wilhelmstraße 1 unterzeichnet.

Am Abend zuvor hatte die Stadtverordnetenversammlung einstimmig die Annahme des Vertragsangebots der Stiftung beschlossen. Der Vertragsabschluss wurde durch die Unterschriften von Oberbürgermeister Sven Gerich und Stadtrat Hans-Martin Kessler besiegelt.

Oberbürgermeister Seven Gerich. © Foto: Diether v. Goddenthow
Oberbürgermeister Seven Gerich. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ich könnte mir keinen schöneren Termin für den letzten Arbeitstag des Jahres wünschen, als diesen, freute sich Oberbürgermeister Seven Gerich. Denn der Vertrag sei für die Landeshauptstadt Wiesbaden von allergrößter Bedeutung. Die Landeshauptstadt Wiesbaden überlasse für mindestens 99 Jahre das wohl beste und wertvollste Grundstück der Stadt der Reinhard- und Sonja-Ernst-Stiftung. Aber „wir tun das sehr gerne und voller Überzeugung“, so der Oberbürgermeister, denn „wir werden dafür unglaublich viel erhalten“. Die Reinhard- und Sonja-Ernst-Stiftung werde auf dem Grundstück ein Kunstmuseum nach den Plänen von dem weltberühmten japanischen Architekten Fumihiko Maki bauen. Sie werde das Kunstmuseum mit hochwertiger abstrakter Kunst ausstatten und es auch für die Vertragslaufzeit mindestens auf ihre Kosten betreiben.
Viele Gemeinden des näheren, aber auch des weiteren Umkreises und durchaus auch über die Bundesrepublik Deutschland hinaus würden wohl auf Wiesbaden gucken, „und sie werden mit Neid darauf gucken, was hier passiert“, ist sich der Oberbürgermeister recht sicher. „So eine Gelegenheit wie die heutige erhält man selten“, so Seven Gerich weiter, wobei er darauf hinwies, das noch wichtiger als der Bau des Hauses, der Beitrag und die Ausstrahlung sei, den das neue Museum zum kulturellen Leben in Wiesbaden beitrage. Zudem würde mit dem Museum „die Wilhelmstraße ohne Zweifel endgültig zur Kulturmeile unserer Landeshauptstadt“ werden.

Das Museum für abstrakte Kunst wird von dem weltberühmten japanischen Architekten Fumihiko Maki entworfen. In kurzer Zeit habe man sich in einem sehr guten Klima nicht nur über den Vertrag, sondern auch über die Grundzüge der Architektur verständigt. Der erste Entwurf des Architekten Maki hatte im Gestaltungsbeirat im September sehr große Anerkennung erhalten.
Das Museum für abstrakte Kunst wird von dem weltberühmten japanischen Architekten Fumihiko Maki entworfen. In kurzer Zeit habe man sich in einem sehr guten Klima nicht nur über den Vertrag, sondern auch über die Grundzüge der Architektur verständigt. Der erste Entwurf des Architekten Maki hatte im Gestaltungsbeirat im September sehr große Anerkennung erhalten.

Auch im Hinblick auf die Architektur würde das neue Kunstmuseum ein Zeichen setzen. Zwar sei „Wiesbaden zurecht mit Stolz eine Stadt des Historismus, aber eben auch eine der gelebten Moderne.“, so der Oberbürgermeister. Er dankte allen, die an dem Zustandekommen des Vertrags beteiligt waren, insbesondere Anja Hippman, für ihre stets gute juristische Beratung und Dr. Thomas Weichel, der federführend die Verhandlungen bis zur Vertragsreife vertrauensvoll mit der Reinhard- und Sonja Ernst-Stiftung  geführt habe.

Reinhard Ernst, Museumsstifter. © Foto: Diether v. Goddenthow
Reinhard Ernst, Museumsstifter. © Foto: Diether v. Goddenthow

Museumsstifter Reinhard Ernst, der die Worte des Oberbürgermeisters „nur bestätigen“ konnte, fügte neben seinen Dank an Dr. Thomas Weichel für die „wirklich sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit“ noch einen weiteren Dank hinzu, nämlich an Dr. Alexander Klar, Direktor des Hessischen Landesmuseums. Dr. Alexander Klar habe nicht nur den Stein für ein Kunstmuseum an der Wilhelmstraße überhaupt ins Rollen gebracht, sondern ihn, während einer längeren Abwesenheit, auf Seiten der Reinhard- und Sonja Ernststiftung fachkundig vertreten.
Er sei froh, so Reinhard Ernst, dass „er zur Tat schreiten kann“, denn bisher sei das hier alles nur Geplänkel gewesen, allerdings wichtiges Geplänkel. „Denn das, was heute als Modell steht, ist ja die Grundlage für das Museum“, so Ernst. Es werde noch die eine oder andere Veränderung geben, etwa mehr Quadratmeter als ursprünglich mal geplant. Aber selbst die damit möglicherweise auch steigenden Kosten seien bereits im Vorfeld bedacht worden.  „Und wir werden versuchen im Laufe des kommenden Jahres unsere Planung soweit zu haben, dass wir übernächstes Jahr, so Gott will, die Baugenehmigung bekommen“ (…) „Unser Zeitplan sieht vor, dass wir Ende 2021 den schönsten Tag erleben: Den der Einweihung des Museums“, erläutert der Museumsstifter. „Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir das nicht schafften“.

(Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokunst)

Geplantes Wiesbadener Kunstmuseum der Reinhard & Sonja-Ernst-Stiftungauf dem Weg zur Realisierung

In seiner heutigen Sitzung hat der Magistrat den Entwurf des Erbbaurechtsvertrages mit der Reinhard & Sonja-Ernst-Stiftung gebilligt und diesen zur endgültigen Beschlussfassung an die Stadtverordnetenversammlung weitergeleitet. Damit kann, wenn das Stadtparlament positiv entscheidet, noch in diesem Jahr eine verbindliche Vereinbarung mit der Stiftung über den Bau und Betrieb des Kunstmuseums auf dem Grundstück Wilhelmstraße 1 geschlossen werden.

Im Frühjahr 2017 hatten sich der Stifter Reinhard Ernst und Oberbürgermeister Sven Gerich auf diesen sehr ambitionierten Zeitplan verständigt. Zwischenzeitlich hatte die Stadtverordnetenversammlung der Aufnahme der Verhandlungen zwischen der Stiftung und der Landeshauptstadt Wiesbaden im März und den ersten Ergebnissen dieser Verhandlungen sowie dem Grobkonzept im September zugestimmt.

Der Vertragsentwurf sieht vor, dass der Stiftung das Grundstück Wilhelmstraße 1 im Rahmen einer Erbpacht für die Dauer von zunächst 99 Jahren zu einem symbolischen Erbbauzins von einem Euro im Jahr überlassen wird. Dafür baut und betreibt die Stiftung in diesem Zeitraum dort ein Museum für abstrakte Kunst, für das die umfangreiche „Sammlung Ernst“ als Basis zur Verfügung steht. Die Realisierung wird nicht nur von der Stiftung, sondern von Reinhard Ernst persönlich garantiert. Vereinbart wurde auch, dass das Museum spätestens vier Jahre nach Erteilung der Baugenehmigung errichtet sein muss.

Für Oberbürgermeister Sven Gerich ist dieses Engagement das bisher größte eines Stifters beziehungsweise einer Stiftung in Wiesbaden überhaupt. Das von dem renommierten japanischen Architekten Fumihiko Maki geplante Museum soll eine Nutzfläche von mindestens 7500 Quadratmeter haben. Die Baukosten werden auf über 40 Millionen Euro veranschlagt, der von der Stiftung zu leistende jährliche Betriebskostenzuschuss auf 1,5 bis 2 Millionen Euro geschätzt und die Sammlung Ernst hat nach einem unabhängigen Gutachten einen Wert von etwa 60 Millionen Euro.

Oberbürgermeister Gerich dankt Reinhard Ernst ausdrücklich für das großzügige Angebot der Stiftung und sieht mittlerweile in der Wiesbadener Stadtpolitik eine breite parteiübergreifende Zustimmung zu dem Projekt und dem Vertrag. „Wir alle profitieren davon“, so der Oberbürgermeister, „wenn mit diesem Museum die gesamte Wilhelmstraße weiter aufgewertet wird“. Wiesbaden habe eben nicht nur eine herausragende historische Bausubstanz, sondern stehe auch für Modernität. Die Verbindung von beidem sei das, was Wiesbaden jetzt schon ausmache und was noch stärker betont werden sollte.

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