Kategorie-Archiv: Interessengemeinschaft Römisches Mainz

MAG und IRM feiern in der Römerpassage die Römertage am 8. und 9. Juli

roemer-tage-mainzer-sommerMit einem zweitägigen Römerfest wollen die Mainzer Aufbaugesellschaft mbH (MAG) und die Initiative Römisches Mainz (IRM) an die Geburtsstunde der IRM und der Römerpassage erinnern. Am 8. und 9. Juli werden dafür erstmals die „Römertage“ ausgerichtet, die, unterstützt von der Landeshauptstadt Mainz, als Start des „Mainzer Sommers“ ein umfangreiches Programm in und um die Römerpassage anbieten. Eröffnet werden die „Römertage“ am 8. Juli um 16 Uhr durch Oberbürgermeister Michael Ebling, dem Vorsitzenden der IRM, Christian Vahl, und dem Geschäftsführer der MAG, Martin Dörnemann.

„Wir freuen uns außerordentlich und danken ganz herzlich der Generaldirektion Kulturelles Erbe, dass wir erstmals seit vielen Jahren im Rahmen der Römertage das Orpheus-Mosaik präsentieren können“, so der IRM-Vorsitzende Christian Vahl. Das rund 6 x 6 Meter große Orpheus-Mosaik wird in einem „Schaufenster in die Antike“ direkt in der Römerpassage zu sehen sein.

Oberbürgermeister Michael Ebling ist überzeugt: Ein solcher Startschuss für den „Mainzer Sommer“, eines unserer vom Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz geförderten Projekte zur Belebung der Innenstadt, ist mehr als ein Impuls. „Mit diesem starken Auftakt zeigt Mainz, wie kulturelles Erbe, Stadtgeschichte und die aktuelle Einkaufs-City aufs Beste zusammenwirken können. Ich danke dem Veranstaltungsteam für diese tolle Aktion für alle Mainzer und Mainzerinnen und unsere Gäste.“

Der Samstag, 9. Juli, steht ganz im Zeichen der Familien. Neben Kostüm-Führungen in historischen Gewändern durch den Gästeführerverband (Anmeldung unter kontakt@mainz-stadtfuehrungen.de) und einem abwechslungsreichen Familienprogramm mit mehreren Spielstationen rund um die Römerpassage soll auch die 1. Stadtmeisterschaft im römischen Mühlenspiel mit der Vergabe des IRM-MAG-Rom-Pokals ausgetragen werden. Eine Tombola zugunsten der IRM, exklusive Führungen ins ISIS-Heiligtum, Lesungen und vielfältige Info-Aktionen über die Arbeit der IRM und der Archäologie in Mainz stellen das Mainzer römische Erbe in den Mittelpunkt der „Römertage“.

„Wo sonst als in der Römerpassage sollte das römische Erbe in Mainz gefeiert werden“, zeigt sich Center Manager Christian Trapmann begeistert von der Idee der MAG, die Mainzer Römertage ins Leben zu rufen: „Wir wollen uns aktiv mit einbringen und unterstützen die IRM sehr gerne. Es soll ein Römerfest für die ganze Familie werden.“

Anlass für die „Römertage“ ist die bauliche Fertigstellung der MAG in der Römerpassage vor genau 20 Jahren, ein Jahr später wurde sie offiziell eröffnet. Die ersten Planungsarbeiten der MAG für die Neukonzeption der damaligen Lotharpassage starteten bereits 1993. „Mit der Römerpassage haben wir rückblickend nicht nur ein archäologisches Highlight für Mainz geschaffen, sondern durch die Integration des ISIS-Heiligtums auch eine ganz wichtige römische Sehenswürdigkeit für Mainz erhalten,“ so MAG-Geschäftsführer Martin Dörnemann.

Als die Baugrube im Jahr 1999 ausgehoben wurde, hatten sich selbst Experten von der Quantität und Qualität der archäologischen Funde überrascht gezeigt. Niemand hatte erwartet hier einen Tempel vorzufinden, der der ägyptischen Göttin Isis und der phrygisch-kleinasiatischen Muttergottheit Magna Mater gewidmet war.

1999 reiften zugleich erste Überlegungen für die „Initiative Römisches Mainz“, die schließlich im Jahr 2000 mit Gerd Krämmer als Vorsitzenden gegründet wurde. Erster Aktionsort der Initiative wurden die archäologischen Grabungen an der Lotharpassage unter der Leitung des damaligen Landesarchäologen Dr. Gerd Rupprecht.

Zu den zahlreichen Einzelfunden, die fast wöchentlich in der Presse vorgestellt wurden und eine regelrechte „Römer-Euphorie“ bei den Mainzerinnen und Mainzern auslöste, zählten u.a. Weihe-Inschriften, Altäre, Opferfiguren und „Verwünschungstafel“ sowie kleine Figürchen, die bei bestimmten Ritualen verwendet wurden und in der Presse den Namen „Voodoo-Puppen“ erhielten.

Erst nach 17-monatigen Grabungsphase konnten die Arbeiten durch die MAG an der nun umbenannten Römerpassage fortgesetzt werden. „Es war letztlich ein Glücksfall, dass kein privater Investor Bauherr war, sondern die MAG, die als Public-Private-Partnership-Gesellschaft mit städtisch-kommunalen Teilhabern auf der einen und privatwirtschaftlichen auf der anderen Seite ein besonderes Know-how und eine besondere Verantwortung für Stadtentwicklung und Architektur hat“, bekräftigt Dörnemann.

Für die Geschäftsführung und Planer der MAG, aber auch für die Verantwortlichen der IRM war die Integration der Funde eine echte Herausforderung. Am Ende konnte ein Teil der Tempelanlage erhalten und in die neu geschaffene „Taberna archaeologica“ im Untergeschoss der Römerpassage integriert werden. Ein aus heutiger Sicht glücklicher Kompromiss, der schließlich in einer gemeinsamen Kraftanstrengung der Stadt Mainz, dem Land Rheinland-Pfalz, der Landesarchäologie, der IRM und der Mainzer Aufbaugesellschaft als Bauherr geschlossen wurde.