Kategorie-Archiv: House of Norway

Museum Angewandte Kunst wird zum House of Norway – Kunst, Design, Kunsthandwerk und Architektur des Ehrengastlandes der Frankfurter Buchmesse

Das Museum Angewandte Kunst Frankfurt wird vom 10.Oktober bis bis 26. Januar 2019 nach  Idee und Konzept von Prof. Matthias Wagner K, und Sabine Schirdewahn zum House of Norway  © Foto: Diether v Goddenthow
Das Museum Angewandte Kunst Frankfurt wird vom 10.Oktober bis bis 26. Januar 2019 nach Idee und Konzept von Prof. Matthias Wagner K, und Sabine Schirdewahn zum House of Norway © Foto: Diether v Goddenthow

Mit HOUSE OF NORWAY widmet das Museum Angewandte Kunst seine gesamte Ausstellungsfläche Norwegen, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019.
Die Ausstellung versammelt und mischt herausragende Positionen  aus Kunst, Design, Kunsthandwerk und Architektur, um Konstellationen entstehen zu lassen, die überraschen und zu einem neuen Sehen einladen.

Sie lässt sich wie eine Reise der besonderen Art lesen: mit erstmaligen und wiederkehrenden Begegnungen, Momenten des Erstaunens und Innehaltens, mit Neuentdeckungen dort, wo einem bereits etwas bekannt und vertraut erschien. Eine Reise durch ein Land, das von unterschiedlichen Landschaften, Klimazonen und Bevölkerungsdichten geprägt ist: Der Süden und Westen unterscheidet sich mit seinen Küstengebieten, Seenlandschaften und Wäldern entschieden von der Schneetundra der Finnmark im Norden oder den arktischen Gefilden im Nordosten; das Leben in Oslo und den anderen wenigen Großstädten ist ein anderes als das in den ländlichen Gebieten. Entsprechend unterschiedlich sind nicht nur die Lebenswirklichkeiten der Menschen an den jeweiligen Orten, sondern auch die Anregungen für künstlerisches und gestalterisches Schaffen.

Per Heimly Sápmi-Portraits von 1972 © Foto: Diether v Goddenthow
Per Heimly Sápmi-Portraits von 1972 © Foto: Diether v Goddenthow

Und so hält auch die Existenz einer indigenen Volksgruppe, deren Kulturraum, Sápmi, sich über Norwegen, Schweden, Finnland und Teile Russlands erstreckt, andere Themen für Künstler*innen und Gestalter*innen bereit, als die von tiefen Taleinschnitten und dunklen Wäldern bestimmten Landschaften in der Telemark – was wiederum zu anderen Ausdrucksformen und den Werken zugeschriebenen Bedeutungen führt.

Die offene thematische Präsentation vereint Werke von zeitgenössischen Künstler*innen wie Frank Ekeberg, Kari Steihaug oder Ingrid Torvund mit den noch nie zuvor ausgestellten lyrischen Text-Zeichnungen des weltweit bekannten Künstlers Edvard Munch. Einblicke in die Kunst und Kultur der Sámi geben ein Gastspiel des Sámi National Theatre Beaivváš ; hinzu kommen Werke der in Deutschland erstmals auf der documenta 14 in Kassel vertretenen samischen Künstler*innen Britta Marakatt-Labba, Máret Ánne Sara und Hans Ragnar Mathisen, aber auch die von Kunsthandwerkern wie Sune Enoksson oder Jørn Are Keskitalo. Begegnen wird man auch wichtigen norwegischen Gestalter*innen wie Regine Juhls, Torbjørn Kvasbø, Peter Opsvik, Grete Prytz Kittelsen und Tone Vigeland. Beispiele aus der Architektur, etwa von Sverre Fehn oder Peter Zumthor, aus dem Bereich des Social Design sowie zeitgenössische Impulse aus Mode und neuer nordischer Küche stehen für eine kreative Auseinandersetzung mit einer Welt im Wandel.

Nordisches Design - Kollektionen von Edda Gimnes.© Foto: Diether v Goddenthow
Nordisches Design – Kollektionen von Edda Gimnes.© Foto: Diether v Goddenthow

Neben Werken von 47 künstlerischen und gestalterischen Positionen, präsentiert die Ausstellung 24 auswählbare Kurzfilme aus Norwegen. Die Auswahl, kuratiert von Sabine Schirdewahn, macht mit ihren Themen die individuellen Reflexionen der Künstler*innen und Gestalter*innen in Beziehung zu den objektiven, sozialen, ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen vorstellbar, die zum Entstehen ihrer Werke geführt haben könnten. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen, kulinarischen Veranstaltungen und ein Vermittlungsprogramm, bestehend aus Workshops und öffentlichen Führungen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, runden das Ausstellungsprogramm ab. Das Vermittlungsprogramm wird gefördert durch die Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Edvard Munch
Ein Highlight der Ausstellung bilden die zuvor noch nie einer Öffentlichkeit präsentierten Zeichnungen mit ihren lyrischen Prosatexten des Künstlers Edvard Munch aus der Sammlung des Munchmuseet in Oslo. Diese Textzeichnungen sind Teil einer mit festen Buchdeckeln zusammengehaltenen Sammlung von 81 Blättern mit handschriftlichen Notizen und Anmerkungen, Skizzen, Holzschnitten und Zeichnungen ohne Text. Sie sind vermutlich im Zeitraum von 1930 bis 1935 entstanden, die Datierungen einzelner grafischer Blätter und Zeichnungen ohne Text liegen in den 1890er Jahren. Da diese Sammlung erst vor zweieinhalb Jahren gesichtet wurde, steckt deren wissenschaftliche Aufarbeitung noch in den Anfängen. Gleichwohl deutet vieles darauf hin, dass dieses „Skizzenbuch“, das sich von allen anderen Skizzenbüchern Munchs unterscheidet, als Vorlage für ein von ih m geplantes Buch gedacht war, in dem er die verschiedenen bekannten literarischen und visuellen Versionen von Werken aus seiner Schaffenszeit zusammenfassen wollte.

Aktuelle Kunst des Nordens

 Ingrid Torvund Ohne Titel. © Foto: Diether v Goddenthow
Ingrid Torvund Ohne Titel. © Foto: Diether v Goddenthow

Im Bereich der bildenden Künste zeigt die Ausstellung vor allem zeitgenössische Werke, in denen wie im Fall Munchs der persönliche Bezug zu und die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Heimat im Mittelpunkt stehen. Hierzu zählt z.B. die Filmtrilogie Under Earth von Ingrid Torvund, die in Zusammenarbeit mit Jonas Mailand zwischen 2009 und 2019 entstanden ist. Die meisten Dreharbeiten fanden in Kviteseid in der Provinz Telemark statt, wo die Künstlerin aufgewachsen ist. Die dunklen Waldlandschaften der Telemark sind bekannt für ihre folkloristischen Erzählungen, bei denen heidnische und christliche Symbole Seite an Seite existieren: Drachen, Engel, Kreuze, Dämonen, Trolle und sprechende Tiere. Ihre Filme, Bilder und Skulpturen entführen in den Kosmos eines mystischen, rätselhaften Universums.

Máret Ánne Sara, einer zahlreicher samischer Künstlerinnen u.a. mit ihrer "Lassoinstallation" vertreten. © Foto: Diether v Goddenthow
Máret Ánne Sara, einer zahlreicher samischer Künstlerinnen u.a. mit ihrer „Lassoinstallation“ vertreten. © Foto: Diether v Goddenthow

Einen weiteren wichtigen Fokus der gezeigten zeitgenössischen Kunst bilden Werke von Künstler*innen, die der indigenen Volksgruppe der Sámi angehören. Die Künstler*innen, die spätestens seit ihrer Einladung zur documenta 14 in Athen und Kassel im Jahr 2017 weltweite Anerkennung erfahren, setzen sich in ihren Werken mit individuellen und kollektiven Erfahrungen mit Traditionen, Glaubensvorstellungen, Diskriminierung sowie Fremd -und Selbstbestimmung auseinander.

Britta Marakatt-Labba verweist mit der Stickarbeit Movement zusammen mit Skizzen und einer Videoadaption ihrer Arbeit Historien auf die Traditionen und Geschichte der Sámi in der norwegischen Finnmark.

Das Lasso als Symbol der Reduzierung von Rentierherden 

"Lasso"-Installation Gielastuvvon (deutsch: Gefangen) von Máret Ánne. © Foto: Diether v Goddenthow
„Lasso“-Installation Gielastuvvon (deutsch: Gefangen) von Máret Ánne. © Foto: Diether v Goddenthow

Die Installation Gielastuvvon (deutsch: Gefangen) von Máret Ánne Sara besteht aus Lassos, die üblicherweise von Rentierhirten eingesetzt werden. Im Ausstellungsraum hängen sie wie Galgen von der Decke. Die Künstlerin bezieht sich damit auf die jüngsten Reglementierungen der norwegischen Behörden in Bezug auf Weideflächen und die Größe von Rentierherden. Die Einschränkungen stellen eine Bedrohung der Existenzgrundlage vieler Sámi dar – insbesondere in Bezug auf die jüngere Generation.

Improvisierte temporäre Bauten

Temporäre Bauten.  © Foto: Diether v Goddenthow
Temporäre Bauten. © Foto: Diether v Goddenthow

Auch die Arbeiten von Joar Nango sind stark von seiner Heimatstadt Alta am Ende des Altafjords und seiner samischen Identität geprägt. Mit dem Kollektiv FFB untersucht er Gegensätze und Widersprüche in der zeitgenössischen Architektur, um sich mit Fragen indigener Identität zu beschäftigen. Dabei entstehen ortsspezifische Installationen an der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur – improvisierte temporäre Bauten, die auf die ehemals weitgehend nomadische Lebensweise der Sámi verweisen und als Bühnen für verschiedene Interventionen dienen. Neben Dokumentationen und Ausschnitten aus der Arbeit Meahccetrošša/Matatu, präsentiert die Ausstellung seinen Film Indigenuity Manifesto (2016). Der Film und das Wortspiel im Titel sind dem Erfindungsgeist indigener Kultur in Architektur, Gestaltung und Alltag gewidmet.

Nordisches Design

Nordisches Design für Möbel, Gebrauchsgegenstände, Bekleidung usw. © Foto: Diether v Goddenthow
Nordisches Design für Möbel, Gebrauchsgegenstände, Bekleidung usw. © Foto: Diether v Goddenthow

Auch die Auswahl von Designer*innen verweist auf vielfältige Weise auf die enge Beziehung zur abwechslungsreichen Landschaft und Geschichte Norwegens. Während die Entwürfe dänischer Gestalter wie Arne Jacobsen oder Hans J. Wegner sowie des Finnen Alvar Aalto nach dem zweiten Weltkrieg zu Gestaltungsikonen avancierten und bis heute für skandinavisches Design stehen, blieb das gleiche Maß an Erfolg bei norwegischen Entwürfen aus derselben Zeit aus. Gerade dieser Umstand eröffnet jedoch einer jüngeren Generation norwegischer Gestalter*innen ein offenes Gestaltungsfeld. Das zeigt sich an ihren Entwürfen an der Schnittstelle von Design, Handwerk und Kunst, die sich nicht auf formale Schlichtheit und Funktionalität reduzieren lassen, sondern deutlich machen, dass Gestaltung auch verspielt, humorvoll und laut sein darf.

Die hier getroffene Auswahl reicht von Möbelentwürfen der 1950er und 1960er Jahre von Hans Brattrud und Torbjørn Afdal und Birger Dahl bis hin zu Peter Opsviks skulpturalem Stuhl Globusgarten aus dem Jahr 1985 und dem 2019 für Fjordfiesta von Andreas Engesvik entworfenen Schreibtisch Alto. Man findet in der Ausstellung polychrome Glasskulpturen von Kjersti Johannessen neben den geometrischen Keramiken von Guri Sandvik oder die experimentelle Schuhmode Elisabeth Thorsens neben den expressiven und farbenfrohen Halsketten von Liv Blåvarp. Der von den kargen Vegetationsformen – Moosen und Flechten – in der Finnmark inspirierte Silberschmuck von Regine Juhls aus den 1970er Jahren wird den Schmuckarbeiten von Grete Prytz Kittelsen aus den späten 1950er J ahren gegenübergestellt. Die visuell ansprechenden Grafikprint-Kreationen der in London lebenden Modedesignerin Edda Gimnes werden kontrastiert mit einem schlichten Filzkleid von Marit Eken Kalager, das von Damenwollkleidern und nationalen Kostümen inspiriert ist, die sie an ihre Kindheit erinnern.

Traditionelles samisches Kunsthandwerk, Duodji

Samische Schamanentrommel. © Foto: Diether v Goddenthow
Samische Schamanentrommel. © Foto: Diether v Goddenthow

In der Ausstellung finden sich an verschiedenen Stellen Werke traditionellen samischen Kunsthandwerks, Duodji: Messer und Broschen, eine Schamanentrommel sowie hölzerne Trinkgefäße. Die nur minimalen gestalterischen Unterschiede zwischen historischen und zeitgenössischen Objekten verweisen auf ein ausgeprägtes Traditionsbewusstsein der Gestalter*innen, in der die Verwendung von natürlichen Materialien von zentraler Bedeutung ist.

Nordische Architektur

Maßstabgetreues, begehbares Modell eines Eck Ausschnitts von Sverre Fehns ikonischer Villa Norrköping (1963/64) © Foto: Diether v Goddenthow
Maßstabgetreues, begehbares Modell eines Eck Ausschnitts von Sverre Fehns ikonischer Villa Norrköping (1963/64) © Foto: Diether v Goddenthow

Völlig gegensätzliche Architekturauffassungen zeigen sich bei Sverre Fehn, dem samischen Architekten und Künstler Joar Nango sowie im Steilneset Memorial von Peter Zumthor und Louise Bourgeois. Mit dem einflussreichsten norwegischen Architekten des 20. Jahrhunderts, Sverre Fehn (1924–2009), begegnet man einem wichtigen Beispiel der norwegischen Architektur der Moderne. Der Pritzker-Preisträger ist u.a. für den nordischen Pavillon im Giardini des Biennale-Geländes in Venedig bekannt. Im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main können Besucher*innen in ein maßstabgetreues Modell eines Eck – Ausschnitts seiner ikonischen Villa Norrköping (1963/64) eintreten, dessen Raumanordnung sich auf die Villa La Rotonda von Andrea Palladio (1508–80) bezieht. Das heute noch bewohnte Familienhaus gibt dem nordischen Dualismus von Hell und Dunkel, Mitternachtssonne und Polarnacht eine architektonische Form: Während die Wohn- und Schlafbereiche in fensterlosen Backsteinkuben liegen, sind die verbindenden Ecken komplett verglast.

Das Hexenmahnmal

Fotografien von Ken Schluchtman dokumentieren eindrucksvoll das Steilneset Memorial (2011) des Schweizer Architekten Peter Zumthor. Das Hexenmahnmal steht für einen aktuellen Zugang zur Architektur und verdeutlicht abermals das Wechselspiel zwischen Form, Geschichte und Landschaft. Das Monument befindet sich im äußersten Nordosten Norwegens am Rand des Inselortes Vardø in der Barentsee und ist den 91 Opfern  der Hexenverbrennungen im 17. Jahrhundert gewidmet. Die Gedenkstätte besteht aus zwei Gebäudeteilen: Eine 125 Meter lange Holz- und Segeltuch Konstruktion, die an die Form eines traditionellen norwegischen Fischtrockengestells erinnert und ein 10 x 10 m großer quadratischer Pavillon, der etwas abgerückt steht.

Louise Bourgeois Hexenmahnmal.  © Foto: Diether v Goddenthow
Louise Bourgeois Hexenmahnmal. © Foto: Diether v Goddenthow

In dem Pavillon des Mahnmals befindet sich die letzte große öffentliche Arbeit der französisch-US-amerikanischen Bildhauerin Louise Bourgeois aus dem Jahr 2010: ein von einem runden, fast 1 Mete r hohen Betonzylinder umschlossener eiserner Stuhl, aus dessen Sitz permanent fünf Gasflammen züngeln. Sieben ovale Spiegel an fünf Meter hohen Stahlmasten bilden einen Kreis um die Feuerstelle, wie Richter um das Opfer.

JOHAN TURI – Sámi National Theatre Beaivváš

Das Sámi National Theatre Beaivváš (SNTB) aus Kautokeino bei der Probe. Die Aufführungen finden statt im 3 OG des Museum Angewandte Kunst. © Foto: Diether v Goddenthow
Das Sámi National Theatre Beaivváš (SNTB) aus Kautokeino bei der Probe. Die Aufführungen finden statt im 3 OG des Museum Angewandte Kunst. © Foto: Diether v Goddenthow

Zu den Highlights des Ausstellungsprogramms gehört ein mehrwöchiges Gastspiel des Sámi National Theatre Beaivváš (SNTB) aus Kautokeino. In einer eigens dafür konzipierten Bühnenlandschaft innerhalb der Ausstellung werden sie vom 12. Oktober bis 9. November insgesamt 24 Aufführungen des Stückes JOHAN TURI in samischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln darbieten. Das Theaterstück hatte in Oslo 2017 seine Weltpremiere und wird nun erstmals außerhalb von Norwegen zu sehen sein. Außerhalb der Aufführungstermine, kann man die Bühnenarchitektur begehen. Sie wird rundherum ergänzt durch Fotografien des samischen Fotografen Per Heimly, der über Jahre hinweg die ältere Generation von samischen Einwohner*innen in der Finnmark in ihren traditionellen Trachten porträtiert hat.

Möbel für Zuhause und den öffentlichen Raum Im Foyer des Museums befindet sich während der gesamten Laufzeit der Ausstellung ein Concept Store der Möbelplattform Northern, die sich auf aktuelle und neu in Szene gesetzte Entwürfe aus Skandinavien spezialisiert hat. In Frankfurt präsentieren Sie eine Auswahl an norwegischen Designobjekten und Büchern. Zwar kann man die Stücke nicht direkt in dem Store kaufen, aber QR-Codes leiten auf eine Online-Plattform, wo die Stücke direkt nach Hause bestellt werden können. Der Bereich des Social Designs wird mit großzügigen Leihgaben von Vestre abgerundet. Die Außenmöbel, die für den urbanen öffentlichen Raum geschaffen wurden, laden im Foyer und rund um das Museum zum Verweilen ein.

Plakat- und Mediengestaltung

© Museum Angewandte Kunst
© Museum Angewandte Kunst

Die begleitenden Printmedien zur Ausstellung wurden zusammen mit Student*innen der Hochschule für Gestaltung in Offenbach entwickelt. Die Illustrationen haben die Studierenden inspiriert von Werken aus der Ausstellung entworfen. Die gewählte Typografie Viksjø von Designer Frode Helland soll hier besondere Erwähnung finden, weil die einzelnen Buchstaben von dem brutalistischen Y-förmigen Regierungsbau des Architekten Erling Viksjø in Oslo abgeleitet wurden. Das Gebäude war eines von zwei Angriffszielen der zusammenhängenden terroristischen Anschläge des norwegischen Rechtsextremisten Anders Behring Breivik gegen norwegische Regierungsangestellte in Oslo und gegen Jugendliche in einem Feriencamp auf der norwegischen Insel Utøya am 22. Juli 2011, denen 77 Menschen zum Opfer fielen. Der nachfolgende drohende Abriss des Gebäudes im Jahr 2014 veranlasste den Designer Frode Helland zur Entwickelung der Schrift, die versucht ethische Prinzipien brutalistischer Architektur in Schriftformen zu übersetzen. Die Erlöse der Lizenzgebühren kommen einer Initiative zur Erhaltung des Viksjø-Gebäudes zu.

HOUSE OF NORWAY – eine Ausstellung mit Werken von:

Torbjørn Afdal, Heidi Bjørgan, Liv Blåvarp, Inger Blix Kvammen, Hans Brattrud, Birger Dahl, FFB (Joar Nango, Eystein Talleraas, Håvard Arnhoff), Frank Ekeberg, Marit Eken Kalager, Andreas Engesvik, Sune Enoksson, Nikolaus Fankki, Sverre Fehn, Svein Flygari Johansen, Edda Gimnes, Sidsel Hanum, Per Heimly, Kjersti Johannessen, Willy Johansson, Regine Juhls, Jørn Are Keskitalo, Torbjørn Kvasbø, Petteri Laiti, Matt Lambert, Håvard Lars en, Jonas Mailand, Britta Marakatt-Labba, Kari Mølstad, Edvard Munch, Peter Opsvik, Synnøve Persen, Grete Prytz Kittelsen, Hans Ragnar Mathisen (KEVISELIE), Johan Rist, Sámi National Theatre Beaivváš (SNTB), Guri Sandvik, Máret Ánne Sara, Ken Schluchtmann (Peter Zumthor, Louise Bourgeois), Martin Solem, Kari Steihaug, Elisabeth Thorsen, Ingrid Torvund, Manuel Vadillo Benitez, Paolo Venini, Tone Vigeland und Jan Eric Wold Skevik.

Ort:
House of Norway vom 10.Oktober bis bis 26. Januar 2019
Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt

Information
T +49 69 212 31286
F +49 69 212 30703
info.angewandte-kunst@stadt-frankfurt.de
www.museumangewandtekunst.de

Öffnungszeiten
Di, Do-So 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr

Eintritt
12 Euro, ermäßigt 6 Euro
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Studierende der Goethe-Universität Frankfurt, der Städelschule und der HfG Offenbach frei