Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Goethe-Plakette für Ehrenpräsidentin des Landesmusikrates Hessen u. ehemalige Bad Homburger Bürgermeisterin Dr. Ursula Jungherr

Sie besteht aus Bronze, hat einen Durchmesser von etwas mehr als zehn Zentimetern und die ist die höchste Auszeichnung, die das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu vergeben hat: die Goethe-Plakette. Die erste Plakette überreichte der damalige Kultusminister Erwin Stein 1949 zum 200. Geburtstag des Geheimrats. Seitdem sind fast 240 Menschen ausgezeichnet worden, die mit ihrer Arbeit die Kunst und Kultur des Landes gefördert und geprägt haben.
Sie besteht aus Bronze, hat einen Durchmesser von etwas mehr als zehn Zentimetern und die ist die höchste Auszeichnung, die das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu vergeben hat: die Goethe-Plakette. Die erste Plakette überreichte der damalige Kultusminister Erwin Stein 1949 zum 200. Geburtstag des Geheimrats. Seitdem sind fast 240 Menschen ausgezeichnet worden, die mit ihrer Arbeit die Kunst und Kultur des Landes gefördert und geprägt haben.

Bad Homburg. Dr. Ursula Jungherr hat den Landesmusikrat Hessen wesentlich geprägt: In ihrer zwölfjährigen Amtszeit hat sie sich auf ebenso kluge wie engagierte Weise für die Anliegen der Verbände, Institutionen und Organisationen eingesetzt, die das Musikleben in Hessen gestalten. Auch für ihr Engagement als Oberbürgermeisterin Bad Homburgs, Mitglied im Präsidium des Hessischen Städtetages und des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Hessen ist sie heute bei einer Feierstunde im Bad Homburger Schloss ausgezeichnet worden: Auf ihrer Sommertour überreichte Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn ihr die Goethe-Plakette und damit die höchste Auszeichnung, die das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst vergibt.

„Besonders hervorheben möchte ich das Engagement von Dr. Ursula Jungherr beim Landesmusikrat. In den vergangenen zwölf Jahren hat sie sich in beeindruckendem Maß für das Musikleben in Hessen eingesetzt. Ich habe sie stets als bescheiden und zuvorkommend erlebt. Ihre verbindliche Art und wertschätzender Umgang waren eine Bereicherung für unsere gemeinsamen Bemühungen, die Musiklandschaft in Hessen voranzubringen. Dafür gebühren ihr unser Dank und unsere Anerkennung.“, würdigt Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn. „Ich hatte in Dr. Jungherr eine kompetente Ansprechpartnerin dafür, auf gemeinsame Ziele hinzuarbeiten: die Verbesserung des Musikunterrichts in den Schulen etwa oder die Erhöhung des Frauenanteils in der Musik. Und vor allem ging und geht es uns um mehr Teilhabe: Wir möchten allen den Zugang zur Kultur ermöglichen und allen die Möglichkeit bieten, ihre Kunst zu leben. Denn wo kluge und kreative Köpfe sich entfalten können, tragen sie dazu bei, dass unsere Gesellschaft zukunftsfähig wird. Ich gratuliere Dr. Jungherr herzlich zur Goethe-Plakette.“

In Heidelberg geboren, blieb Dr. Ursula Jungherr auch nach dem Abitur ihrer Geburtsstadt treu und studierte Rechtswissenschaften an der dortigen Universität. Neben ihrer Tätigkeit als Juristin hat sie parallel eine politische Laufbahn verfolgt. Für die CDU wurde sie 1989 in die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bad Homburg gewählt. Dort war sie fünf Jahre lang als Stadtverordnetenvorsteherin tätig. Daraufhin war sie Abgeordnete beim Umlandverband Frankfurt und dort stellvertretende Vorsitzende des Verbandstages. Von 1999 bis 2009 war sie hauptamtliches Magistratsmitglied in Bad Homburg: erst als Stadträtin, dann als Stadtkämmerin, dann als Bürgermeisterin und ab 2003 als Oberbürgermeisterin.

Dr. Jungherr war zudem Mitglied im Präsidium des Hessischen Städtetages und des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Hessen. Im Jahr 2010 folgte das Amt der Präsidiumspräsidentin des Landesmusikrates Hessen e.V. Damit verbunden war der Aufsichtsratsvorsitz der Landesmusikakademie Hessen. Dr. Ursula Jungherr war Mitglied im Präsidium des Deutschen Musikrates e.V. und ist als Ehrenpräsidentin des Landesmusikrates Vertreterin im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks.

Die Goethe-Plakette wird seit 1949 an Personen verliehen, die mit ihrer Arbeit die Kunst und Kultur des Landes gefördert und geprägt haben. Bisher ausgezeichnet wurden unter anderem Prof. Dr. Heiner Boehnck, Künstlerischer Leiter des Rheingau Literatur Festivals, die Gründerin der Kinderakademie Fulda Helen Bonzel sowie der ehemalige Städel-Direktor Max Hollein.

Auszeichnung der Preisträgerinnen und Preisträger des Hessischen Verlagspreises

Auf den Stufen des Wiesbadener Literaturhauses, Villa Clementine (vli.) Dr. Sabine Manke (Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland), Preisträgerin Cristina Henrich-Kalveram (Gründerin und Leiterin Henrich Editionen), Preisträger Dr. Michele Sciurba (Mitbegründer der Edition Faust) und Ayse Asar, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die die Preise verlieh. © Foto Diether  von Goddenthow
Auf den Stufen des Wiesbadener Literaturhauses, Villa Clementine (vli.) Dr. Sabine Manke (Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland), Preisträgerin Cristina Henrich-Kalveram (Gründerin und Leiterin Henrich Editionen), Preisträger Dr. Michele Sciurba (Mitbegründer der Edition Faust) und Ayse Asar, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die die Preise verlieh. © Foto Diether von Goddenthow

Während einer Feierstunde überreichte Ayse Asar, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst am 21.Juli 2022 im Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis an den Regionalverlag Henrich Editionen. Den Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro erhielt die Edition Faust für den Bereich Graphic Novel. Mit dem Hessischen Verlagspreis unterstützen und würdigen das Land Hessen und der Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen.

„Die diesjährigen Preisträger des Hessischen Verlagspreises zeigen eindrucksvoll die große Bandbreite, den Mut zum Außergewöhnlichen und die hohe Qualität des verlegerischen Arbeitens in Hessen“ so Ayse Asar. „Ein Schwerpunkt des literarischen Programms der Henrich Editionen ist Frankfurt und Umgebung: In liebevoll gestalteten Werken zeigt uns der Verlag frische Seiten der Gegend, führt Lesen mit kreativen und interaktiven Ansätzen zusammen und schafft es, dass sowohl Einheimische als auch Zugezogene die Rhein-Main-Region immer wieder neu entdecken. Edition Faust hat die Werke der Weltliteratur im Blick, die mit ihren Konflikten und Problematiken uns nach wie vor umtreiben, aber oft nicht einfach zugänglich sind. Mit seinen Graphic Novels schafft es der Verlag, diese großartigen Texte auf ungewohnte Weise zu präsentieren und so auch einem breiten Publikum näherzubringen. Ich gratuliere den Preisträgern herzlich zu diesem Erfolg und wünsche ihnen, dass die Auszeichnung dazu beiträgt, sie in ihrer Arbeit nachhaltig zu unterstützen – vor allem nach den schweren Pandemiejahren brauchen die hessischen Verlage unsere Aufmerksamkeit mehr denn je.“

Die Jury begründet ihre Ehrung der Henrich Editionen wie folgt: „Mit den Henrich Editionen ehrt die Jury einen Verlag, der sich ganz auf seine hessische Region besinnt. Die Publikationen zur regionalen Kultur, den Gebräuchen der Stadt und ihrer Geschichte sind aber nicht nur von Interesse für das einheimische Publikum. Die Henrich Editionen legen Wert darauf, mit ihrem Programm Menschen zu erreichen, die neu im Land, neu in der Stadt sind und sich hier zu Hause fühlen sollen. Nicht nur inhaltlich, auch in der Herstellung setzen die Henrich Editionen unter der Leitung von Cristina Henrich-Kalveram auf den Standort Rhein-Main und sind daher ein regionaler Produzent im besten Sinne. Dass Lektorat und Herstellung mit den Autor*innen und Künstler*innen eng zusammenarbeiten, dass der Inhalt die jeweilige Form bestimmt und großer Wert auf Typografie, Satz und Layout gelegt wird, führt zu hochwertigen Büchern, die sowohl haptisch als auch inhaltlich ein Erlebnis sind.“

Impression der Feierstunde anlässlich des Verleihung des Hessischen Verlagspreises 2022 © Foto Diether von Goddenthow
Impression der Feierstunde anlässlich der Verleihung des Hessischen Verlagspreises 2022 © Foto Diether von Goddenthow

Die Jury beeindruckte bei Edition Faust besonders die Aktivitäten des Verlags im Bereich Graphic Novel: „Die Edition Faust innerhalb der Faust Kultur GmbH engagiert sich seit fast 20 Jahren für die Veröffentlichung aktueller und klassischer Motive in Literatur und Kunst sowie die Aufbereitung gesellschaftlicher, philosophischer und politischer Themen. Hier werden Werke der klassischen Literatur oder Personen der Weltgeschichte an ein neues, zeitgenössisches Format adaptiert und grafisch visualisiert. Mit den Künstlerduos Dacia Palmerino/Andrea Grosso Ciponte sowie Alexander Pavlenko/Jan Krauß hat der Verlag Partner*innen gefunden, die es hervorragend verstehen, die Inhalte bekannter Klassiker in der heutigen Zeit neu zu erzählen. Seien es Goethes Faust, Teil 1 oder Novellen von Theodor Storm und E.T.A. Hoffmann, durch die sprachliche Anpassung und die gewaltige Bildwelt des modernen Genres kommt es zu ganz neuen Interpretationen und Lerneffekten. Darüber hinaus sind Gesamtgestaltung und Herstellung der Bücher sehr gut gelungen.“

Um den Hessischen Verlagspreis konnten sich alle unabhängigen Verlage mit Sitz in Hessen bewerben, deren jährlicher Umsatz unter zwei Millionen Euro liegt. Bei der Bewertung der Jury spielten nicht einzelne Bucherfolge oder Autoren eine Rolle, sondern ausschließlich die Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm. Der Verlagspreis wird seit 2018 vergeben. Er soll die Verbreitung und den Vertrieb von Büchern fördern und die komplexe und herausfordernde Verlagsarbeit in einer anspruchsvollen Phase sämtlicher Digitalisierungsaktivitäten in den Mittelpunkt stellen. Weitere Infos gibt es auf https://wissenschaft.hessen.de/hessischer-verlagspreis.

Harry Oberländers Laudatio auf die Edition Faust sowie Hauke Hückstädts Laudatio auf die Henrich Editionen

Hessischer Denkmalschutzpreis würdigt Einsatz, Verstand und Können fürs Kulturerbe Preise im Wert von insgesamt 32.500 Euro vergeben

Preisträger und Preisträgerinnen des Hessischen Denkmalschutzpreises 2022 vor dem Biebricher Schloss mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (m).  © Foto Heike  von Goddenthow
Preisträger und Preisträgerinnen des Hessischen Denkmalschutzpreises 2022 vor dem Biebricher Schloss mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (m). © Foto Heike von Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute den Hessischen Denkmalschutzpreis 2022 überreicht. Die Auszeichnung ehrt Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler instandgesetzt oder erforscht. Die Preisträgerinnen und Preisträger 2022 kommen aus Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis), Marburg, Kassel, Darmstadt, Alsfeld (Vogelsbergkreis) und Gießen. Zudem ging der Ehrenamtspreis an ein Projekt in Grebenhain-Hartmannshain im Vogelsbergkreis.

„Vom liebevoll restaurierten Fachwerkhaus über die Wiederbelebung von Schlössern, Stadtmauern und Brücken bis hin zum neu genutzten Hallenbad: Die Preisträgerinnen und Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises überraschen und begeistern uns mit ihrem Verständnis für das Können früherer Generationen, großer Ausdauer und ihrer Leidenschaft, unser kulturelles Erbe nutzbar und lebendig zu erhalten. Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Mich beeindruckt die in die Zukunft gerichtete Energie der Menschen, die diese ausgezeichneten Projekte verwirklicht haben. Sie alle engagieren sich für ein behutsames, generationenübergreifendes Weiterentwickeln und Weiterführen regionaler Ressourcen. Ihr Ziel ist es, der nächsten Generation die kulturellen Errungenschaften der Vergangenheit mit all ihren Zeitschichten möglichst unbeschadet zu übergeben – dafür danke ich herzlich und wünsche weiterhin viel Schaffenskraft.“

Für die musikalische Umrahmung sorgten Lilli Schmitt (Violine) und Benjamin Hofmann (Violine) von der Wiesbadener Musik- und Kunstschule.  © Foto Heike  von Goddenthow
Für die musikalische Umrahmung sorgten Lilli Schmitt (Violine) und Benjamin Hofmann (Violine) von der Wiesbadener Musik- und Kunstschule. © Foto Heike von Goddenthow

Der Hessische Denkmalschutzpreis wurde 1986 vom Landesamt für Denkmalpflege in Hessen sowie der hessischen Lotteriegesellschaft ins Leben gerufen. In diesem Jahr wurde er zum 37. Mal vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert; das Geld stiftet die LOTTO Hessen GmbH. Das Preisgeld für die Kategorie „Ehrenamtspreis“ in Höhe von 7.500 Euro stellt die Hessische Staatskanzlei.

Erster Preis in der Kategorie „Öffentliches Bauen“ Schloss Wächtersbach

Schloss Wächtersbach wurde nach jahrelangem Leerstand und Verfall zum neuen Rathaus  1. Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke
Schloss Wächtersbach wurde nach jahrelangem Leerstand und Verfall zum neuen Rathaus 1. Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Der erste Preis in der Kategorie „Öffentliches Bauen“ geht an die Stadt Wächtersbach, vertreten durch Bürgermeister Andreas Weiher, für die Sanierung des Wächtersbacher Schlosses. Der einstige Sitz der Ysenburger stand über Jahrzehnte leer – Verwahrlosung, Hausschwamm, störende Einbauten früherer Nutzungen und ein verfallender Dachstuhl waren die Folge. Die Stadt erwarb das historische Gebäude, um es als neues Rathaus zu nutzen. Die Einbauten wurden beseitigt, der Dachstuhl wurde umfassend erneuert, die historischen Gewölbe konnten behutsam saniert werden. Der Preis ist undotiert.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Bürgermeister Andreas Weiher für die Stadt Wächtersbach (nahm den Preis entgegen), Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen und Laudator Dipl-Ing. Gerwin Stein. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Bürgermeister Andreas Weiher für die Stadt Wächtersbach (nahm den Preis entgegen), Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen und Laudator Dipl-Ing. Gerwin Stein. © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Das historische Schloss in Wächtersbach überzeugte die Jury in vollem Umfang. Von der Rettungsgeschichte über die jetzt bereits wahrnehmbare Signalwirkung bis zur planerischen- und handwerklichen Umsetzung und der scheinbar mühelosen Integration historischer Sichtfenster begeisterte das Schloss in jeglicher Hinsicht und erlangt einen verdienten ersten Platz.

Zweiter Preis in der Kategorie „Öffentliches Bauen“ Stadtmauer Darmstadt

Preis: 2. Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen, Bronzeplakette und Urkunde  für die historische Vorstadtmauer an der Darmstadt Erich Ollenhauer Promenade © Foto Christine Krienke
Preis: 2. Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen, Bronzeplakette und Urkunde für die historische Vorstadtmauer an der Darmstadt Erich Ollenhauer Promenade © Foto Christine Krienke

Den zweiten Preis in der Kategorie „Öffentliches Bauen“ bekommt die TU Darmstadt, vertreten durch Architektin Martina Ißbrücker, für die Sanierung der alten Stadtmauer in Darmstadt. Das Bauwerk an der Erich-Ollenhauer-Promenade verfiel zusehends. Behutsam wurde das nicht mehr zu rettende Fugenmaterial Stück für Stück ausgetauscht, die Patina stabilisiert und die wiederentdeckten Schießscharten gesichert. Informationstafeln und Aufenthaltsbereiche ergänzen die neu gewonnene Anlage. Der Preis ist undotiert.

Votum der Jury: Die Sanierung der alten Stadtmauer in Darmstadt überzeugte die Jury nicht alleine durch ihre hervorragende Umsetzung. Der ideelle Ansatz der Universität, die Initiative, einen vergessenen Ort der Geschichte nicht nur zu erhalten, sondern an die Öffentlichkeit zurückzugeben, wurde besonders gewürdigt. Der sorgsame Umgang mit den verschiedenen Zeitschichten und die individuellen Lösungen, um diese auch für Besucherinnen und Besucher erleb- und wahrnehmbar zu erhalten, rundete ein insgesamt vorbildliches Projekt ab.

Erster Preis „Transformatives Bauen“  Hallenbad Ost Kassel-Bettendorf

Hallenbad Ost in Kassel-Bettendorf 1. Preis in der Kategorie Transformatives Bauen: Geldpreis 7500 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke
Hallenbad Ost in Kassel-Bettendorf 1. Preis in der Kategorie Transformatives Bauen: Geldpreis 7500 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Auch in der Kategorie „Transformatives Bauen“ gibt es zwei Preise. Der erste Preis ehrt Marc Köhler, Thomas Meyer und Keivan Karampour von Karampour + Meyer Architekten PartmbB. Sie haben das ehemalige Hallenbad Ost in Kassel zu einem Ort für Veranstaltungen, Büros und Praxen umgestaltet und bekommen 7.500 Euro Preisgeld. Die Preisträger achteten besonders auf die Restaurierung der für die Bauhauszeit typischen Fensterfronten und reparierten behutsam Fußböden, Fliesen, Holztreppen und Wandbeläge.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, die Preisträger Dipl. Ing. Marc Köhler, Dipl. Ing. Thomas Meyer, Dipl. Ing. Keivan Karampour und Laudator Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn machte den Gag mit und nahm im Kasseler Liegestuhl Platz, Symbol für’s „Abhängen“ im Ostbad, in dem zur Zeit die documenta fifteen Gast ist. Wer jetzt zu Besuch käme, so die Preisträger, können Bad und documenta gleichzeitig erleben. Anders als die documenta, so Harzenetter augenzwinkernd, sei das Kasseler Ostbad nicht umstritten. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, die Preisträger Dipl. Ing. Marc Köhler, Dipl. Ing. Thomas Meyer, Dipl. Ing. Keivan Karampour und Laudator Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn machte den Gag mit und nahm im Kasseler Liegestuhl Platz, Symbol für’s „Abhängen“ im Ostbad, in dem zur Zeit die documenta fifteen Gast ist. Wer jetzt zu Besuch käme, so die Preisträger, können Bad und documenta gleichzeitig erleben. Anders als die documenta, so Harzenetter augenzwinkernd, sei das Kasseler Ostbad nicht umstritten. © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Die Jury lobte die konsequente und mutige Instandsetzung (2019-2021) eines vom langen Leerstand geprägten Großbaus durch engagierte Kasseler Architekten. Sie zeigte sich überzeugt von dem handwerklich überzeugenden Umgang mit der durch Kriegsschäden und spätere Eingriffe in Mitleidenschaft gezogenen historischen Bausubstanz. Einstimmig bewertete sie die reversiblen, das neue Nutzungskonzept ermöglichenden modernen Einbauten als stimmig und die Atmosphäre des Raumes fördernd. In höchstem Maße beeindruckt zeigte sie sich von der städtebaulichen Wirkung des Ensembles: Eindrucksvoll sei es gelungen, aus dem ehemaligen Hallenbad wieder ein Ort der Begegnung und der Kommunikation zu machen.

Zweiter Preis für transformatives Bauen für Alte Post in Gießen

Alte Post und ehemaliges Telegraphenamt in Gießen. 2. Preis in der Kategorie Transformatives Bauen: Geldpreis 5000 €, Bronzeplakette und Urkunde  © Foto Christine Krienke
Alte Post und ehemaliges Telegraphenamt in Gießen. 2. Preis in der Kategorie Transformatives Bauen: Geldpreis 5000 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Der zweite Preis für transformatives Bauen geht an Kai Laumann. Er hat die Alte Post und das ehemalige Telegraphenamt in Gießen zu einem Ort der Gastronomie, Wissenschaft, Gesundheit und Dienstleistungen gemacht. In beiden Gebäuden wurden jeweils etwa 100 historischen Fenster erhalten und aufgearbeitet. Historische Deckenkonstruktionen, gusseiserne Stützen und die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Treppenhäuser prägen die besondere Atmosphäre des Raumes. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Preisträger Kai Laumann, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Laudator Dipl.-Ing. Arch. Olaf Köhler sowie Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Preisträger Kai Laumann, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Laudator Dipl.-Ing. Arch. Olaf Köhler sowie Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Mit einem hohen Maß an Idealismus, Risikobereitschaft und denkmalpflegerischer Sensibilität hat Kai Laumann die Alte Post und das ehemalige Telegraphenamt in Gießen instandsetzen lassen und mit einer neuen Nutzung versehen. Neben der beachtlichen Signalwirkung eines für Gießen und die Gießener Stadtentwicklung wichtigen Industriedenkmales lobte die Jury auch die handwerklich gelungene Umsetzung und stellte besonders die sorgfältige Arbeit an der Fassade heraus.

Erster Preis Kategorie „Privates Bauen“ für Tagelöhnerhaus in Marburg

Tagelöhnerhaus Marburg 1.Preis in der Kategorie Privates Bauen, 7500 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke
Tagelöhnerhaus Marburg 1. Preis in der Kategorie Privates Bauen, 7500 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Den ersten Preis in der Kategorie „Privates Bauen“ hat Katja Berkling gewonnen. Sie hat das Tagelöhnerhaus in Marburg-Dilschhausen restauriert und dabei besonders auf Details geachtet: So sind die Esse und die unebenen Wände, die den Charakter und den besonderen Charme des Hauses prägten, erhalten geblieben. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert.
Trotz seines vernachlässigten Zustandes erwarb Katja Berkling das 1712 erbaute Tagelöhnerhaus in Marburg-Dilschhausen mit Garten und ließ es 2018-2021 sanieren, wobei sie selbst mit Hand anlegte. Nach dem Tod der letzten Eigentümerin hatte es lange leer gestanden und war schließlich an das Land Hessen gefallen. Das marode Fachwerkgefüge wurde ertüchtigt, das Dach mit Biberschwanzziegeln gedeckt, historische Fenster und die Haustüre repariert. Auch die Innentüren, Dielenböden, die historischen Putze und eine historische Bemalung konnten aufwändig gesichert werden und sind nun wieder Teil eines besonderen Wohnerlebnisses in einem Gebäude mit einer nur sehr geringen Wohnfläche. In enger Absprache mit den Denkmalbehörden war es möglich, einen Teil des Dachgeschosses als Empore auszubauen, wodurch ein offener, luftiger Raum entstand. Auf diese Weise ist die Zukunft der Tagelöhnerhäuser im Kreis Marburg-Biedenkopf zumindest durch dieses liebevoll sanierte Objekt mit Selbstversorgergarten gesichert.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträgerin: Katja Berkling, Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Laudator Dr. med. Friedrich © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträgerin: Katja Berkling, Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Laudator Dr. med. Friedrich © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Die Instandsetzung des Tagelöhnerhauses in Dilschhausen überzeugte die Jury vor allem aufgrund der durchweg stimmigen und hochwertigen handwerklichen Umsetzung sowohl im Innenraum als auch an der Gebäudehülle. Im Inneren lobte die Jury den liebevollen Erhalt von Details – etwa die Beibehaltung der Esse und der unebenen Wände – die den Charakter und den besonderen Charme des Hauses prägten. Auch von der behutsamen Anpassung der Haustechnik an einen zeitgemäßen Wohnstandard zeigte sie sich überzeugt und lobte die besondere Identifikation der Preisträgerin mit dem Objekt.

Zweiter Platz  Kategorie „Privates Bauen“ für Haus Helbig in Alsfeld

2. Preis in der Kategorie Privates Bauen: Geldpreis 5000 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke
2. Preis in der Kategorie Privates Bauen: Geldpreis 5000 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Den zweiten Platz in der Kategorie „Privates Bauen“ bekommt Rudolf Knierim für sein Projekt Haus Helbig in Alsfeld. Er hat das Fachwerkhaus in der historischen Kernstadt von Alsfeld instandgesetzt und damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des Altstadtensembles geleistet. Vor allem die Instandsetzung der Innenräume mit vielen liebevollen Details ist hervorragend gelungen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Rudolf Knierim erwarb das um 1800 erbaute Haus Helbig, um sein in der unmittelbaren Nachbarschaft gelegenes Elternhaus vor Veränderungen zu schützen. „Ich liebe meine Heimatstadt Alsfeld und den wunderbaren Altstadtkern“, sagt Knierim, der das Gebäude 2017 – 2021 sanieren ließ. Die Wirkung der Fassade für die Gesamtwirkung des historischen Stadtkerns war ihm dabei besonders wichtig. Im Inneren konnten Türen, Dielen, Treppen, Brüstungsgitter, Fliesen und sogar die historischen Gussheizkörper gesichert, gereinigt und aufgearbeitet werden. Die Haustechnik wurde modernisiert und ebenso behutsam in das Raumgefüge integriert wie eine auf das Gebäude abgestimmte Dämmung. „Mit der Instandsetzung des Gebäudes möchte ich ein Beispiel dafür geben, wie ein Denkmal sorgsam wieder hin zum ursprünglichen Zustand entwickelt werden kann und aufzeigen, dass es dadurch wieder Teil des Ganzen wird“, sagt Knierim. Besonders stolz ist er auf die in der Formensprache der 1920er Jahre gestaltete Schaufensterfassade.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Rudolf Knierim (Bauherr u Architekt), Laudator Dipl.-Ing. Karl Heinz Waschkowitz sowie Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Rudolf Knierim (Bauherr u Architekt), Laudator Dipl.-Ing. Karl Heinz Waschkowitz sowie Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Mit viel Optimismus, Risikobereitschaft und Gespür für historische Bausubstanz hat Rudolf Knierim ein Fachwerkhaus in der historischen Kernstadt von Alsfeld instandgesetzt und damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des Altstadtensembles geleistet. Die Jury war sich darin einig, dass die Aufwertung der Fassade durch historisch korrekte Fensternachbauten vorbildlich für den Erhalt der Gesamtwirkung des historischen Stadtkerns ist. Sie lobte auch die handwerkliche Umsetzung im Inneren mit dem Erhalt der vielen baulichen Details. Auch von der geplanten Nutzung des Gebäudes durch Vermietung als Ferienwohnung profitiere Alsfeld zweifellos.

Ehrenamtspreis an Verein Historische Brücke Hartmannshain Brückensanierung

Historische Brücke in Hartmannshain -Ehrenamtspreis des Hessischen Denkmalschutzpreises, 7500 €, Award und Urkunde © Foto Christine Krienke
Historische Brücke in Hartmannshain -Ehrenamtspreis des Hessischen Denkmalschutzpreises, 7500 €, Award und Urkunde © Foto Christine Krienke

Der von der Hessischen Staatskanzlei gestiftete Ehrenamtspreis geht an den Verein Historische Brücke Hartmannshain und ist mit 7.500 Euro dotiert. Als in Hartmannshain im Vogelsbergkreis die Brücke abgerissen werden sollte, gründeten die Einwohnerinnen und Einwohner einen Förderverein, verhinderten mit Unterschriften und Spenden den Abriss und kümmerten sich selbst um die Sanierung: Die Vereinsmitglieder ersetzten Pfosten, ließen das historische Pflaster freilegen und das Trag- und Mauerwerk sichern.

(vli.) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn,  Der erste Vorsitzende von „Historische Brücke Hartmannshain e. V“. Gerd Köhler nahm den Preis entgegen, Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen sowie die Laudatorin Dr. Martina Schaad. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Der erste Vorsitzende von „Historische Brücke Hartmannshain e. V“. Gerd Köhler nahm den Preis entgegen, Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen sowie die Laudatorin Dr. Martina Schaad. © Foto Diether von Goddenthow

Hessens Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, würdigte den leidenschaftlichen Einsatz der Menschen für Kulturschätze: „Das ehrenamtliche Engagement ist auch im Bereich von Bauten und Denkmälern eine nicht wegzudenkende Stütze. Bürgerinnen und Bürger wie Gerd Köhler nehmen sich in ihrer Freizeit unentgeltlich und mit Herzblut Herausforderungen wie der Sanierung der Historischen Brücke Hartmannshain an. Hierzu hat er eigens den Verein ‚Historische Brücke Hartmannshain e. V.‘ gegründet. Das verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung. Ich freue mich daher, dass der Ehrenamtspreis auch in diesem Jahr wieder vergeben werden kann.“ In Hessen engagieren sich über zwei Millionen Menschen ehrenamtlich.

„Bei unserer zweitägigen Juryreise durch ganz Hessen haben wir wieder großartige Projekte kennengelernt. Die Bandbreite reicht von einem liebevoll instandgesetzten Tagelöhnerhauses in Marburg-Dilschhausen über die Rettung einer Brücke in Hartmannshain im Vogelsbergkreis bis zur Wiederbelebung des Schlosses Wächtersbach. In allen Fällen haben die Beteiligten hervorragendes Gespür und beispielloses handwerkliches Geschick im Umgang mit der historischen Bausubstanz bewiesen. Diese vorbildlichen Maßnahmen sind in doppelter Hinsicht nachhaltig, denn nicht nur wird bereits gebundene ,graue Energie‘ weiter genutzt, auch der soziale Zusammenhalt in den Orten wird gestärkt – das bietet den Menschen Heimat und Identität und ermutigt Interessierte, Ähnliches zu wagen“, so Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.

Martin Blach, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, ergänzt: „Das kulturelle Erbe in Hessen zu erhalten, dafür steht seit 1986 der Hessische Denkmalschutzpreis, aber auch unsere Rubbelloslotterie. Denn sämtliche Erträge aus dem Verkauf der Rubbellose fließen in den hessischen Denkmalschutz – mehr als 80 Millionen Euro sind auf diese Weise bereits in den vergangenen 36 Jahren zusammengekommen. Das macht uns stolz und motiviert uns zusätzlich, auch für die Zukunft mit unseren Produkten dazu beizutragen, dass die historische Bausubstanz vieler hessischer Dörfer und Städte wieder in neuem Glanz erstrahlen kann.“

Ausführliche Informationen zu den Objekten einschließlich Fotomaterial gibt es unter hessenlink.de/denkmalschutzpreis22.

Hessischer Leseförderpreis zeichnet Projekte aus, die Lust aufs Lesen machen Bewerbung ist noch bis zum 31. August 2022 möglich

Wiesbaden. Einrichtungen und Initiativen, die Lust aufs Lesen machen, haben wieder die Chance auf eine Auszeichnung: Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst schreibt erneut den mit 15.000 Euro dotierten Leseförderpreis aus. Bewerben können sich hessische Bibliotheken, Schulen, Vereine und weitere gemeinnützige Einrichtungen, die sich in besonderer Weise um die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen verdient gemacht haben.

„Freude am Lesen zu vermitteln und jungen Menschen die wunderbare Welt der Bücher zu öffnen – dieses wichtige Engagement würdigen wir mit dem Hessischen Leseförderpreis“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Die Lesefähigkeit sowie das Interesse und die Freude an Literatur und Medien zu unterstützen, sind essenzielle Ziele. Ich ermutige alle, die sich dieser Aufgabe verschrieben haben, sich mit ihren Ideen zu bewerben – egal ob mit Einzelprojekten oder Reihen. Wir wollen, dass alle die Kunst und die Kultur erleben können, die sie für ihr Leben, für ihre Entwicklung inspiriert. Und wir wollen es allen klugen und kreativen Köpfen ermöglichen, ihre Fähigkeiten und Talente zu entwickeln – denn dann können sie unser kulturelles Leben bereichern und damit auch unsere Gesellschaft.“

Bewerbungen können bis zum 31. August 2022 bei der Hessischen Leseförderung eingereicht werden. Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie auf http://hessische-lesefoerderung.de/lesefoerderpreis/ausschreibung

Filmkultur und Nachwuchs im Fokus: Hessens Filmförderung vergibt gut 455.000 Euro

HessenFilm und Medien unterstützt 27 Veranstaltungen und Festivals, ein junges Filmunternehmen und vergibt zwei Drehbuchstipendien

Wiesbaden. Mit der aktuellen Förderrunde vergibt die HessenFilm und Medien insgesamt rund 455.000 Euro an filmkulturelle Veranstaltungen und den filmischen Nachwuchs. In der ersten Förderrunde des Jahres für Festivals, Veranstaltungen und Reihen gehen gut 275.000 Euro an neun hessische Filmfestivals sowie 18 Reihen und Veranstaltungen. Die Jury der Talent-Paketförderung hat zudem 150.000 Euro für das Frankfurter Produktionsunternehmen behind the screens beschlossen. Über das Programm STEP vergibt die HessenFilm zwei Stipendien für Autorinnen und Autoren in Höhe von je 15.000 Euro.

„Ein starker filmischer Nachwuchs ist für die Entwicklung einer vielseitigen und nachhaltigen Filmkulturlandschaft essentiell. Mit der Talent-Paketförderung und STEP erhalten junge Filmemacherinnen und Filmemacher künstlerischen Freiraum und Planungssicherheit, um sich in der Branche etablieren zu können“, erläutert Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Nach der langen und sehr kräftezehrenden Phase der Corona-Pandemie können wir uns in den kommenden Wochen und Monaten wieder auf zahlreiche Angebote freuen, die die ganze Bandbreite der Filmkunst feiern. Kinos, Vereine, Festivals und andere kulturelle Vereinigungen haben wieder einmal mit viel Engagement und auch Durchhaltevermögen facettenreiche Programme entwickelt, bei denen für jeden etwas dabei ist. Ich persönlich freue mich besonders auf das politische Dokumentarfilmfestival Globale Mittelhessen, das sich für globale Gerechtigkeit einsetzt und mit 12.000 Euro unterstützt wird.“

Unter den geförderten Projekten sind zudem Festivals mit Länderschwerpunkten wie das 11th Korean Film Festival Frankfurt (17.500 Euro), aber auch das 26. QUEER Filmfest Weiterstadt (15.000 Euro), exff – Tage des experimentellen Films Frankfurt (9.000 Euro) oder das Kasseler Randfilmfest (29.000 Euro). Auch 18 Filmreihen und Veranstaltungen, wovon zehn direkt von hessischen Kinos umgesetzt werden, erhalten eine Unterstützung in dieser Förderrunde.

Struktur- und Talentförderung
Mit der Talent-Paketförderung unterstützt die HessenFilm und Medien seit 2017 junge Produktionsfirmen, sich im Filmland Hessen zu etablieren. Die Nachwuchsförderung zählt zu den wichtigsten Aufgaben der HessenFilm und legt die Basis für eine stetig wachsende und lebendige hessische Filmszene. Das Unternehmen behind the screens der Autoren und Filmemacher Enkelejd Lluca und Sebastian Sgodzai entwickelt mit Hilfe der Förderung drei Fernsehserien sowie einen Kinofilm. Bislang erhielten insgesamt elf in Hessen ansässige Filmproduktionen finanzielle Unterstützung in Form der Talent-Paketförderung, die zum Wachstum der hessischen Filmszene beiträgt.

„Die gleichzeitige Förderung von mehreren Projekten gibt hessischen Nach-wuchsunternehmen besonders viel Flexibilität und ermöglicht es ihnen, sich auszuprobieren und sich in der oft schwierigen Phase der Marktetablierung breit aufzustellen,“ erklärt Anna Schoeppe, Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien. „Ein ähnliches Prinzip verfolgen wir mit der Vergabe von Stipendien für Autorinnen und Autoren innerhalb unseres Förderprogramms STEP: Zwei hessische Autorinnen und Autoren erhalten mit der aktuellen Entscheidung die Möglichkeit, ihre Projektideen auszuarbeiten und ihre ganz persönliche und authentische Stimme zu finden. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf in der Branche unterrepräsentieren Personengruppen, um so zu mehr Chancengleichheit und Vielfalt im Film beizutragen.“

Das STEP Autor*innenstipendium erhalten Veronika Bolotina und Aria Azizi, die sich in ihren Stoffen unter anderem mit ihrer persönlichen Vergangenheit und den Auswirkungen von Krieg auf die heutige Gesellschaft beschäftigen. Das Stipendium unterstützt Nachwuchs-Filmautorinnen sowie -autoren bei der Entwicklung neuer Stoffe mit monatlich 1.500 Euro über eine Laufzeit von zehn aufeinander folgenden Monaten. Begleitet werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten von erfahrenen Mentorinnen oder Mentoren.

Mehr Informationen zum Programm STEP finden Sie unter: https://step.hessenfilm.de/#step

„Ins Freie! 2“: Hessen fördert 51 Festivals im Sommer mit 4,3 Millionen Euro – ein kleiner Überblick

Archivfoto FFH Just-White
Archivfoto FFH Just-White

Wiesbaden. 51 Open-Air-Festivals erhalten in diesem Sommer in der Neuauflage des Programms „Ins Freie!“ Förderung des Landes Hessen. Sie soll helfen, vor dem Hintergrund der andauernden Herausforderung durch die Corona-Pandemie nachhaltige Strukturen für attraktive Kulturangebote unter freiem Himmel zu etablieren. Das Programm richtet sich insbesondere an miteinander kooperierende Kulturveranstalter, Pop-Up-Bühnen und Freiluftkinos, die auch über 2022 hinaus gemeinsam Open-Air-Kultur betreiben wollen. Der Fokus liegt deshalb – neben den Programmen selbst – auf Zuschüssen für Investitionen etwa in mobile Bühnen und Tontechnik, Überdachungen und transportable Bestuhlung. Ein Schwerpunkt liegt auf Veranstaltungen in ländlichen Räumen, denen mindestens ein Viertel der Fördermittel zugutekommt. Die Fördersummen reichen von rund 12.000 Euro bis zur maximal zu vergebenden Förderung von 250.000 Euro. Insgesamt werden die Festivals mit rund 4,3 Millionen Euro gefördert, hinzu kommen 300.000 Euro für Freiluftkinos.

„Im vergangenen Sommer hat ,Ins Freie!‘ viele unvergessliche Kulturereignisse trotz Corona ermöglicht, Künstlerinnen und Künstlern Auftrittsmöglichkeiten gegeben und Dienstleistern Aufträge verschafft. Viele neue Kooperationen sind entstanden. Aus vielen Kommunen kam der Wunsch, an Kultur im öffentlichen Raum festhalten zu wollen – daran knüpfen wir mit ,Ins Freie! 2‘ an und wollen möglichst viele Festivals und Reihen die Mittel an die Hand geben, auch über 2022 hinaus weiterzumachen. Das wäre das ein großartiges Beispiel dafür, dass selbst von einer so furchtbaren Zeit wie der Corona-Pandemie positive Impulse ausgehen können“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Derzeit allerdings steht die Kulturbranche noch vor großen Herausforderungen. In geschlossenen Räumen ist die Nachfrage weiter gering; viele Menschen haben offenbar einfach noch kein gutes Gefühl dabei, zu eng mit anderen in Innenräumen zusammenzusitzen. Freiluftveranstaltungen sind nach wie vor sicherer. Deshalb freuen wir uns auf einen weiteren Sommer der bunten und vielfältigen Kultur, mit großen und kleinen Open-Air-Veranstaltungen, im Ballungsraum wie in ländlichen Räumen, in Großstädten wie in kleinen Kommunen.“

„Ich danke unserem Kooperationspartner Diehl+Ritter herzlich für die Prüfung der Anträge und die Beratung der Antragstellenden“, so Ministerin Dorn weiter. Anträge wurden in der Reihenfolge bearbeitet, in der sie eingingen. Mittlerweile ist das Antragsportal geschlossen.

Einige Beispiele:
Den 2. Rödermärker Kultursommer organisieren das Alternative Zentrum und der Jazzclub Rödermark, die Freunde im Dinjerhof und THEATER & nedelmann. Innerhalb von drei Monaten wird es mehr als 60 Veranstaltungen geben – Musik unterschiedlichster Stilrichtungen, Kabarett, Lesungen und Theater für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mehr unter: https://kultursommer-rödermark.de/

Der erste Breckenheimer Kultursommer des Breckenheimer Kulturklubs will mit insgesamt 15 Veranstaltungen in den Wiesbadener Osten locken. Vom Auftakt mit Bluesgitarrist Biber Herrmann über schottische Melodien in den Werken Beethovens bis zu Lustisch Gebabbel reicht das Spektrum. https://www.kulturklub-breckenheim.de/kultursommer-2022.html

Beim zweiten Kultursommer Rhein-Main 2022 der Naturfreunde Frankfurt sind insgesamt 38 Veranstaltungen mit Musik, Lesungen, Filmen und Ausstellungen geplant sowie Workshops zum Malen und Musizieren in den Naturfreundehäusern in Dieburg, Rodenbach, Egelsbach, Rüsselsheim, Wiesbaden und Frankfurt. https://www.naturfreunde-hessen.de/kultursommer-rhein-main-hat-begonnen

Im August findet erstmals das Lindenfels Festival – LIFE’22 statt. Neben Musiksessions und Kunst-Workshops sind auch Veranstaltungen wie Yoga, Thai Chi, Judo und Pflanzendruck vorgesehen – alles rund um die Burgruine und die Altstadt in Lindenfels. https://www.lindenfels-festival.de/Home

Die Dramatische Bühne, das Freie Theaterhaus und die Landungsbrücken Frankfurt legen nach dem großen Erfolg 2021 erneut ein Freilichtfestival im Frankfurter Grüneburgpark auf mit bis zu vier Veranstaltungen täglich: Klassiker, Off-Theater, Stücke für junge Menschen. Diesmal gibt es auch ein Literaturfestival mit klassischer Musik. https://www.diedramatischebuehne.de/details/freilichtfestival-2022/

Das Take me to the Moon-Festival bietet vom 9. bis 12. Juni 2022 für vier Tage und Nächte ein abwechslungsreiches Festivalprogramm in der Natur: am Pfordter See in Schlitz. Mehr als 35 Künstlerinnen und Künstler auf drei Bühnen, ein DJ-Floor mit Cocktailbar, ein galaktisches Heukino, ein Lesezelt und buntes Marktgeschehen warten auf Besucherinnen und Besucher. https://www.take-me-to-the-moon.de/

Die Kreismusikschule Oberlahn organisiert gemeinsam mit dem Weilburger Märchenhaus das Programm wellenSchlag22. Bei 20 Konzerten präsentiert die Reihe Musik zu alten und neuen Märchen aus Weilburg und der Region. Bei Mitmachkonzerten geht es um den Riesen Ualt und die Köhlerhexe, die vor Urzeiten in den Wäldern hausten. https://kreismusikschule-oberlahn.de/wellenschlag22/

Zum zweiten Mal präsentiert der Förderverein Gartenschau 2022 Bad Schwalbach den Kultursommer Bad Schwalbach in Zusammenarbeit mit der Waldbühne, L’Operá Piccola, dem Verein „So Geht’s!“ sowie der Kulturvereinigung Bad Schwalbach. Die Vereine organisieren elf Veranstaltungen im Kurpark Bad Schwalbach: vom Auftakt mit Nessi Tausendschön über den Kabarettisten Martin Herrman bis Rigoletto. https://www.fv-bad-schwalbach.de/kultursommer

Die Kw8-Werkstatt für Theater und Kultur lässt den „Just for Fun Express“ durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg rollen. Er bringt Straßentheater direkt zu den Menschen. Mit einem Lastenrad als Transportmittel werden umweltfreundlich und unkompliziert Hinterhöfe, private Gärten und Initiativen angefahren und bespielt. https://justforfun-express.de/

Informationen zu allen geförderten Festivals auf kunst.hessen.de/insfreie2

Land Hessen fördert Bulliwood-Filmprojekt zum Thema „Respekt“ mit 24.000 Euro

Jugendliche entwickeln Kurzfilm über Gewissenskonflikt im Freundeskreis
Wiesbaden/Niedenstein. Der Verein Bulliwood – Filme auf Rädern bringt gemeinsam mit Jugendlichen aus Nordhessen eine Miniserie zum Thema Respekt auf die Leinwand. Im vergangenen Jahr wurde das Drehbuch entwickelt; in diesem Jahr probt, dreht und schneidet die Gruppe und setzt damit ihre Ideen in die Tat um. Diesen zweiten Projektteil fördert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit 24.640 Euro.

„Miniserien bieten mehr Raum für Plot und Charakterentwicklung als ein Film, sind aber trotzdem auf ein paar Folgen begrenzt – und damit ein guter Rahmen für das spannende Projekt, dessen Thema hochaktuell ist“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Gerade vor dem Hintergrund eines furchtbaren Krieges und einer noch nicht beendeten Pandemie ist der Respekt vor der Unversehrtheit und Gesundheit unserer Mitmenschen wichtiger denn je. Aber nicht nur das Thema, auch der Schaffensprozess ist wichtig: Es geht darum Verantwortung im Team zu übernehmen, die Kompromissfähigkeit zu stärken, demokratische Entscheidungen zu treffen und zum Schluss einen Erfolg zu erleben. Diesen Prozess unterstützen wir gern. Kinder und Jugendlichen können zu klugen und kreativen Köpfen heranwachsen. Mir ist wichtig, dass sie alle auch die Chance dazu bekommen, dieses Potenzial zu entfalten, ganz gleich, welche Muttersprache sie sprechen, welches Einkommen ihre Eltern haben und ob sie in der Stadt wohnen oder auf dem Land. Dazu leisten Angebote der kulturellen Bildung wie die des Bulliwood-Filmmobils einen wichtigen Beitrag. Ich bin sehr gespannt auf den fertigen Film!“

In der Geschichte muss sich die Hauptfigur Bastian zwischen zwei Freundeskreisen entscheiden: Er ist Mitglied einer Gruppe, die sich vorrangig zum Fahrradreparieren trifft, unter Einfluss des Leiters Maximilian aber mit rechtem Gedankengut herumspielt und sich zunehmend radikalisiert. Gleichzeitig freundet sich Bastian mit einer Migrantenfamilie an – und muss sich in einer dramatischen Situation zwischen den Freundesgruppen entscheiden. Der Plot wurde von Anfang an zusammen mit Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren entwickelt; sie alle haben vorher bei mindestens einem der Filmprojekte des Bulliwood-Filmmobils mitgemacht. Das Drehbuch entstand größtenteils in Online-Treffen, da die Jugendlichen verstreut in ganz Nordhessen zu Hause sind. Die Proben und Dreharbeiten finden in den Osterferien statt – Drehorte sind unter anderem das Hallenbad Niedenstein, die „Kleidertüte“ in Niedenstein-Ermeteis und der Mehrgenerationenspielplatz Edermünde-Besse. Die siebenteilige Miniserie soll voraussichtlich im Juli 2022 mit einem Fest präsentiert werden.

Der Verein Bulliwood – Filme auf Rädern mit Sitz in Niedenstein (Schwalm-Eder-Kreis) initiiert kulturelle Projekte mit Schwerpunkt Theater und Film für Kinder, Jugendliche und generationenübergreifende Zielgruppen speziell im ländlichen Raum. Ein Schwerpunkt sind die Workshops, in denen junge Filmfans an fünf Tagen eigene Kurzfilme erarbeiten und zum Schluss einem Publikum präsentieren.

Spaß an Kunst und Kultur: „Kulturkoffer“ fördert 21 Projekte mit 337.000 Euro Kulturvermittlung von Rap über Rostkunst bis Roboterbau

Wiesbaden. Von Rap über Rostkunst bis Roboterbau: Projekte der Kulturvermittlung aller Sparten fördert das Land auch 2022 im „Kulturkoffer“ mit insgesamt 337.000 Euro für 21 ausgewählte Projekte. Die Auswahl traf eine Jury unter Leitung der Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen, die das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) finanzierte Förderprogramm umsetzt. Mit dem Förderprogramm Kulturkoffer möchte das Land vor allem Kindern und Jugendlichen, aber auch generationenübergreifend, unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Umfeld den Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen.

„In allen Menschen steckt kreatives Potenzial, und alle können Spaß an Kunst und Kultur haben. Mir ist wichtig, dass sie alle die Chance bekommen, dieses Potenzial zu entfalten, ganz gleich, welche Muttersprache sie sprechen, was sie oder ihre Eltern verdienen und ob sie in der Stadt wohnen oder auf dem Land“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Mit dem ,Kulturkoffer‘ unterstützen wir sie dabei, den Zugang zu Kunst und Kultur in all ihrer Vielfalt zu ermöglichen. Dabei erforschen sie die Welt der Mode und bauen Roboter, beschäftigen sich mit HipHop, Trickfilmen und Theater oder malen mit Rost – ich bin sehr neugierig, was dabei herauskommt. Die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen ist dabei eine starke Partnerin, der ich sehr für die vertrauensvolle Zusammenarbeit danken möchte.“

„Wir freuen uns, dass die LKB als Verband erneut zur Förderung der Kulturellen Bildungslandschaft beiträgt und so die kulturellen Teilhabemöglichkeiten von überwiegend jungen Menschen hessenweit voranbringt“, ergänzen die Vorsitzenden der LKB, Lothar Behounek und Dr. Gabriele König. 26 Anträge wurden für 2022 eingereicht, etwas weniger als im Vorjahr (34) und vor Beginn der Corona-Pandemie. Die Projektpartnerinnen gehen davon aus, dass nach dem Abklingen der Pandemie mit einer besseren Planbarkeit auch wieder eine größere Zahl von Angeboten entsteht und wieder mehr Anträge gestellt werden.

Die 21 ausgewählten Projekte:

ARThaus & Regenbogenschule Altheim: „Keine Bange“ – Münster-Altheim, Kreis Darmstadt-Dieburg
In wöchentlich stattfindenden Ateliers arbeiten die Teilnehmenden im Alter von 6 bis 10 Jahren gestalterisch, tänzerisch, theatral und musikalisch zum Thema Angst. Die Ergebnisse werden Ende des Jahres zusammengeführt und öffentlich präsentiert.

Buchkinder Kassel & Schlachthof Kassel: „VOR:W:ORT“ – Kassel
Das Projekt VOR:W:ORT lädt Kinder und Jugendliche von 6 bis 14 dazu ein, sich spielerisch und kreativ mit Sprache(n), Wörtern, Bildern und dem Thema „Ich-Du-Wir“ auseinander zu setzen, Geschichten zu erfahren und eigene Geschichten zu erzählen. Durch die zusammengetragenen Geschichten entsteht ein kollektives Bild des interkulturellen und gesellschaftlichen Zusammenlebens der jungen Menschen.

Forum für Interkulturellen Dialog & Rüsselsheimer Kunst- und Kulturverein: „Alles duftet nach Erfolg. Hip-Hop zwischen Kultur, Geld und Gewalt“ – Frankfurt
Hip-Hop ist die größte Jugendkultur unserer Zeit. In der öffentlichen Wahrnehmung schwankt Hip-Hop zwischen Glorifizierung als Medium des Empowerments sowie Sprachrohr für marginalisierte Gruppen und massiver Kritik, eine Plattform für Diskriminierung, Gewalt und Drogenkonsum zu sein. Dazu kommt eine zunehmende Kommerzialisierung. In dem Projekt mit Teilnehmenden zwischen 15 und 20 Jahren werden alle Perspektiven ernst genommen: die Potenziale sollen erforscht und ausprobiert werden, aber auch Probleme sind Teil der kreativen Auseinandersetzung.

FRISCH & Jugendamt Odenwaldkreis: „Kulturhalle nimmt Form an – Wir nehmen den Aufwind mit ins künstlerische 2022!“ – Erbach, Odenwaldkreis
Die neugegründete Kulturhalle vereint viele Kunstsparten unter einem Dach und bietet Menschen aller Altersgruppen und sozialer Hintergründe im strukturschwachen ländlichen Raum die Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten. Im Rahmen der Kulturkoffer-Förderung bietet sie Malort, Kreativort, Bewegungsort und Bauort an.

Gießen@Schule.de & KreativRAUM Mal- und Kunstschule Gießen: „Wohin fährst Du? Teil III“ – Gießen
In Teil I des Projekts „Wohin fährst du?“ fragten sich die Teilnehmenden, welche Ziele sie gerne entdecken würden. In Teil II setzten sich die Kinder damit auseinander, wohin die eigene Reise (des Lebens) führen soll. Im abschließenden dritten Teil der Projektreihe gehen sie der Frage nach, was sie auf ihren Reisen vorfinden und was das mit ihnen selbst zu tun haben kann. Eine gemeinsam erarbeitete Ausstellung wird die Ergebnisse aller drei Teile zusammenführen und präsentieren.

Glogowksi/Hoesch & DRK Bezirksverband Frankfurt, Künstlerhaus Mousonturm, Herder-Schule: „Die Macht der Dinge“ – Frankfurt
Was macht das Smartphone in der Tasche, wenn ich nicht darauf gucke? Bestellt mein Kühlschrank Pizza und ich weiß nichts davon? In dem fünftägigen Ferienprojekt „Die Macht der Dinge“ erforschen Teilnehmende von 11-15 Jahren die Welt der analogen und der digitalen Dinge des Alltags mit den Mitteln des Objekttheaters, der Musik und der Elektronik in Workshops zu elektronischer Musik, Mode und Roboterbau.

Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus & Historisches Museum: „Zeichen Zeit“ – Frankfurt
Im Projekt „Zeichen Zeit“ steht künstlerisches Erforschen des Stadtraums im Fokus. Zeichnerisch porträtieren Teilnehmende ab 14 Jahren Orte im Freien, die sie gemeinsam auswählen. Sie erforschen, wie sich die Szenerie mit den Tageszeiten wandelt und was die Besonderheiten sowie Alltäglichkeiten des Ortes sind.

Jugendpflege Marktflecken Weilmünster & 1001 Traum: „Patina und Rost in der Metamorphose – Ein Ferienprojekt“ – Weilmünster, Limburg-Weilburg
Teilnehmende von 10 bis 15 Jahren arbeiten mit einem lokalen Künstler. Sie lösen mit Oxidationsmitteln auf verschiedenen Oberflächen Metamorphosen aus: Rost- und Patina-Effekte hervorrufen. Nach einer individuellen experimentellen Phase entwerfen sie ein kollektives Werk, das an mehreren Orten ausgestellt wird.

Kulturenwerkstatt & Adolf-Reichwein-Schule Limburg, Theaterschule im Alten Kalkwerk: „Gerechtigkeit hat viele Gesichter“ – Limburg, Limburg Weilburg

Mittels Theater, Musik, Literatur, Tanz und Video entstehen in wöchentlichen Workshops zu je einer Kunstform Module, die sowohl für sich alleine wirken können, als auch in Verbindung miteinander ein Gesamtwerk werden. Verbindendes Element ist das Thema Gerechtigkeit, das unter den Stichworten Chancen, Generationen, Globalisierung und Umwelt reflektiert wird und einen künstlerischen Ausdruck findet.

Kulturzentrum Schlachthof & Kunsthochschule Kassel: „Die Film- und Kinowerkstatt / Sommer in unserer Stadt“ – Kassel
Der Ferienworkshop führt Teilnehmende ab 8 Jahren an das Medium Film heran. In der ersten Phase produzieren sie eigene kurze Trickfilme. In der zweiten Phase werden sie zu Kuratorinnen und Kuratoren und gestalten ein Sommerfilmprogramm. Vor den Hauptfilmen werden jeweils die entstanden Kurzfilme gezeigt.

kunstrasen giessen & AWO Jugendhilfe Gießen: „hungry eyes – film academy 2022“ – Gießen
Im Filmworkshop können sich Teilnehmende von 12 bis 21 Jahren die selbst im Filmschaffen ausprobieren: vor oder hinter der Kamera, am Ton, auf dem Regiestuhl oder am Schnitttisch. Die Produktionen werden auf dem Hungry Eyes Festival gezeigt und die Teilnehmenden als Filmschaffende dort eingeladen.

protagon – Freunde und Förderer freier Theateraktion & Wetteraussicht: „auf.brechen – interkulturelles und intergeneratives Theater- und Kulturprojekt in der Wetterau mit abschließendem bARTer – inklusivem Kulturtauschhandel und Gastspielen“ – Bingenheim, Wetterau

Der Theaterworkshop zum Thema „Aufbruch, Ankommen und Migration“ will generationsübergreifende und interkulturelle Begegnungen anstoßen. In einem kollektiven Prozess entwickeln sie eine 40-minütige Performance, die in Bingenheim und in der Wetterau aufgeführt wird. Teil des Konzepts ist es, die Dorfgemeinschaft zu ermutigen, statt mit Geld mit eigenen Darbietungen für den Eintritt zu „zahlen“.

Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt & Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg, Gemeinwesenarbeit Akazienweg: „Kunst als Weg zum Selbst erleben und Selbst spüren“ – Darmstadt
Selbstdarstellung findet in Zeiten von Social Media ununterbrochen statt, etwa in Form von Selfies. Das Projekt soll Teilnehmenden mit künstlerischer Methoden einen Raum für eine bewusste Auseinandersetzung mit sich selbst, der eigenen gesellschaftlichen Rolle, dem Abgleich zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der emotionalen Wahrnehmung des Selbst geben.

Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim & Werkstätten für Behinderte Rhein-Main: „Sommer: Wasser, Wind und Sonnenkunst“ – Rüsselsheim, Kreis Groß-Gerau
Klimaschutz, nachhaltige Lebensweise und der Erhalt guter Umwelt- und Lebensbedingungen auf der ganzen Welt spielen gerade für junge Menschen eine große Rolle. Für Jugendliche mit kognitiver Beeinträchtigung bleiben sie aber oft schwer verständliche Schlagworte. Im Projekt können sie Wetterphänomene, Klima und die Kraft der regenerativen Energien näher untersuchen. Die Ergebnisse werden künstlerisch bearbeitet und so sicht- und erfahrbar gemacht.

Stadttheater Friedberg & Fünf-Finger-Treff Friedberg: „Kasper (fliegt in die Usa) _ Outtakes“ – Friedberg, Wetterau
Das Sommerferienprojekt schließt an ein Kinder-Theaterstück namens „Kasper fliegt in die Usa an“. Die Inszenierung spielt mit Doppeldeutigkeit: Die USA sind ein (Urlaubs-)Land, die Usa ist ein Bach, der durch Friedberg fließt. Kinder bis 12 beschäftigen sich mit ihren Urlaubserlebnissen in all ihrer Unterschiedlichkeit, aber auch mit ihren Urlaubswünschen und deren Bedingungen, ob finanzieller oder kultureller Natur, wenn beispielsweise Herkunftsländer der Eltern besucht werden.

Stiftung Opelvillen & Diakonisches Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim: „Ich erzähle Dir von mir!“ – Rüsselsheim, Kreis Groß-Gerau
Ausgehend von den Fragen „Wer bin ich“, „Wer will ich sein?“ und „In was für einer Welt möchte ich leben?“ leiten Kunstvermittelnde und Kunstschaffende ein mehrmonatiges Kunst- und Performanceprojekt 10- bis 16-Jährige. Kinder und Jugendliche können so die eigene Persönlichkeit zu erkunden und kreativ ausdrücken.

thearte Theaterkunst und Kommunikation & documenta fifteen: „Kunst trifft Kunst. Kinder und Jugendliche im Dialog mit documenta-fifteen-Kunstwerken“ – Kassel

Das Projekt will ein vom Vermittlungsprogramm der documenta fifteen unabhängiges Format sein, das Kunstrezeption als Ausgangspunkt für eigene kreative Schaffensprozesse nimmt. Dabei sollen Eltern und Kinder zwischen 5 und 16 Jahren Kunstwerke besuchen und sich ihnen über Tanz, Theater und Performance nähern. So treten sie spielerisch in einen Dialog der eigenen Interpretation und Phantasie.

thearte Theaterkunst und Kommunikation & Evangelische Kirchengemeinde Kreuzkirche: „Wie automatisch wollen wir leben?“ – Kassel
Maschinen nehmen uns viele Aufgaben ab – wie weit soll, kann, darf der Einfluss der Technik gehen? Dieser Frage werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene spielerisch, künstlerisch und experimentell nachgehen. Ziel ist es, mechanische, elektrische und elektronische Technik für kreative Prozesse erfahrbar zu machen, sie zweckentfremden, verändern und selbst gestalten zu können.

TheaterGrueneSosse & Deutsches Architekturmuseum: „EinLADEN! (Von der) Poesie des leeren Raumes“ – Frankfurt
EinLADEN möchte mit Teilnehmenden zwischen 9 und 18 Jahren den Stadtraum neu denken. Können durch Leerstand neue Perspektiven aufs Zusammenleben entwickelt werden? Wo können sich junge und unterrepräsentierte Menschen in der Großstadt dauerhaft aufhalten? Wie können sie sich verknüpfen, temporär und nachhaltig, und sich neue Formen der Stadtraumnutzung vorstellen?

Verein für interkulturelle Bildung und Begegnung & an.ge.kommen: „sound of work / Ein Musik-Performance Workshop“ – Gießen
‚Sound of work‘ ist ein zweiwöchiger Musik-Performance Workshop in Gießen für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren. Im Rahmen des Workshops beschäftigen sich die Teilnehmenden mit ihren Erwartungen, Wünschen und Vorstellungen an ihre berufliche Zukunft. Zentrale Themen sind ihre persönlichen Definitionen von Arbeit und ihren Vorstellungen von der Beziehung zwischen Arbeit und Leben.

Zukunftsdorf Waldhof & AndiamoKollektiv, Nassau-Oranien Grundschule Beilstein/Greifenstein, Seniorenbeirat Ehringshausen: „Meine Lieblingsmusik – ein generationenübergreifendes Musik- und Tanztheaterprojekt“ – Greifenstein, Lahn-Dill-Kreis

Im generationenübergreifenden Projekt setzen sich Kinder und Seniorinnen und Senioren sowohl parallel als auch gemeinsam in regelmäßigen Angeboten mit den künstlerischen Ausdrucksformen Musik, Tanz, Bewegung und Theater auseinander. Das mehrmonatige Projekt schließt mit einer gemeinsamen Aufführung ab.

Mitglieder der Jury: Dr. Gabriele König (LKB), Philipp Aubel (QueerScope e.V.), Jörg-Uwe Funk (Deutscher Städtetag), Dalibor Marković (Freier Autor), Andreas Meder (No Limits Festival), Nhu Y Linda Nguyen (Kunsthochschule Mainz), Christina Reinsch (Hessischer Museumsverband), Dr. Katharina Schröck (HMWK), Lynn Stovall (LAG Soziale Brennpunkte), Theresa Tamoszus (HMWK)

„Junge Musik Hessen“ ist neue Heimat der hessischen Landesjugendensembles – Neues Dach für Sinfonie-, Blas- und Jazzorchester sowie Jugendchor

Landesjugendblasorchester © Foto Junge Musik Hessen gGmbH
Landesjugendblasorchester © Foto Junge Musik Hessen gGmbH

Wiesbaden. Die vier hessischen Landesjugendensembles haben seit Jahresbeginn ein gemeinsames Dach: die Junge Musik Hessen gGmbH. Zuvor waren die Nachwuchsensembles in verschiedenen Strukturen eingebunden: das Landesjugendblasorchester in der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Musikverbände, der Landesjugendchor im Hessischen Sängerbund, das Landesjugendjazzorchester in einem privaten Trägerverein. Das Landesjugendsinfonieorchester ist schon seit einigen Jahren als landeseigene gGmbH organisiert, die nun um Jugendchor, Blas- und Jazzorchester erweitert und in „Junge Musik Hessen“ umbenannt wurde.

„Musik macht glücklich – und sie verbindet Menschen. Gerade im Ensemblespiel entwickeln junge Musikerinnen und Musiker nicht nur individuelle Fähigkeiten im Umgang mit ihrem Instrument oder ihrer Stimme, sondern auch soziale Kompetenzen“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Musikalische Bildung steht für Chancengleichheit, Persönlichkeitsentwicklung und Horizonterweiterung. Wir wollen erreichen, dass alle kreativen Talente sich entfalten und so einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt unserer Kunst und Kultur leisten können. Um sie zu entdecken und noch besser zu unterstützen, haben wir die Junge Musik Hessen als herausragendes Projekt der Kulturellen Bildung gegründet.“

Landesjugendjazzorchester © Foto Viola Riesner
Landesjugendjazzorchester © Foto Viola Riesner

Von der Zusammenführung erhofft sich das Land Hessen als Träger, die Organisation der Ensembles weiter zu professionalisieren. Zudem soll die musikalische und pädagogische Arbeit besser aufeinander abgestimmt und zwischen den Ensembles durchlässig werden. Gemeinsame Projekte und ein einheitlicher Markenauftritt sind geplant, der auch Veranstaltern die Zusammenarbeit mit den vier Ensembles vereinfachen soll. Dort sind derzeit fast 400 junge hessische Musikerinnen und Musiker Mitglieder.

Landesjugendsinfonieorchester © Foto Konrad Merz
Landesjugendsinfonieorchester © Foto Konrad Merz

„Die Idee, die Ensembles zusammenzuführen, ist bei uns im Musikreferat des Ministeriums schon vor einiger Zeit entstanden“, ergänzt Kultur-Staatssekretärin Ayse Asar, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der gGmbH. „Wir haben sie unter anderem in zwei Workshops mit den Verantwortlichen der vier Ensembles und dem Aufsichtsrat der gGmbH ausführlich besprochen und geplant. Alle Beteiligten waren sich von Beginn an einig: Die Zusammenführung kann nur gewinnbringend für alle sein. Mit der ,Junge Musik Hessen gGmbH‘ entsteht das hessische Kompetenzzentrum für den besonders talentierten musikalischen Nachwuchs in unserem Land“

Landesjugendchor © Foto Jessica Pfeiffer
Landesjugendchor © Foto Jessica Pfeiffer

Jens Bastian, Geschäftsführer der Junge Musik Hessen gGmbH, betont das große Potenzial der neuen Struktur: „In den hessischen Landesjugendensembles werden seit Jahren nicht nur die Musikerinnen und Musiker von Morgen ausgebildet, sondern auch starke Persönlichkeiten hervorgebracht, die später in unserer Gesellschaft zentrale Aufgaben übernehmen. Unter dem neuen gemeinsamen Dach der Junge Musik Hessen gGmbH können sich die Ensembles weiterentwickeln und weiter professionalisieren.“

Ein gemeinsamer Internetauftritt der Jungen Musik Hessen ist in Arbeit. Außerdem ist ein großes Konzert geplant, bei dem alle vier Ensembles gemeinsam auf der Bühne stehen und Hessens musikalische Nachwuchstalente präsentieren.

Bewerbungen für den mit 20 000 Euro dotierten Hessischen Verlagspreis 2022 noch bis Ende März möglich

Wiesbaden. Auch in diesem Jahr rückt Hessen mit dem Hessischen Verlagspreis einen wichtigen Zweig der Literaturförderung in den Fokus. Bewerben können sich alle unabhängigen Verlage mit Firmensitz in Hessen und einem jährlichen Umsatz unter zwei Millionen Euro. Der Preis wird gemeinsam mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. vergeben. Er ist insgesamt mit 20.000 Euro dotiert. Verliehen werden ein Hauptpreis mit einem Preisgeld von 15.000 Euro und ein Sonderpreis mit einem Preisgeld von 5.000 Euro für einzelne Komponenten eines Verlagsprogramms.

„Nach bald zwei Jahren Pandemie-Zeit verdienen die hessischen Verlage unsere Aufmerksamkeit mehr denn je“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Vielen von ihnen blicken mit Sorge in die Zukunft: Die vergangenen zwei Jahre brachten Umsatzeinbußen, zahlreiche Literaturfestivals und Lesereisen wurden abgesagt, zögerlicher Kauf in den Buchläden vor Ort wirkte sich auch auf die Verlage aus. Mit dem Hessischen Verlagspreis möchten wir die vielen in Hessen ansässigen unabhängigen Verlage und ihre kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Die Vielfalt der Verlage in Hessen gilt es zu erhalten und zu bewahren. Mit dem Hessischen Verlagspreis zeichnen wir herausragende Verlagsarbeit, Programmstrategie und Kriterien der Autorenpflege aus.“

Lothar Wekel, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, ergänzt: „Engagements öffentlich wahrnehmbar zu machen und zu prämieren, dies ist die wunderbare Intension des Hessischen Verlags-preises auch in 2022. Damit zeichnet der Preis seit Jahren Persönlichkeiten in Verlagen aus, die sonst eher im Hintergrund stehen, weil ihre Arbeit dies verlangt. Auch wenn zukünftig vielleicht ansteht, dass Verlagsprogramme geehrt werden, deren formgebende Algorithmen von Künstlicher Intelligenz gesteuert sind, so dürfen wir uns bei den Preisträgerinnen und Preisträgern des Hessischen Verlagspreises auch immer auf Verlage und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern freuen, die leidenschaftlich Ideen und Inhalte in ihren Programmen vorangetrieben haben und vorantreiben. Ohne sie wäre unsere Kultur nur eine Art Reproduktion des immer Gleichen und abrufbarer Methodik. Es ist dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und damit Angela Dorn ganz besonders zu danken, diese Innovationen so bedeutend zu fördern.“

Bis zum 31.März 2022 sind Bewerbungen möglich. Dabei stehen die Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm im Mittelpunkt, nicht einzelne Bucherfolge oder bekannte Autoren. Die Ausschreibung richtet sich an alle Verlagssparten wie Belletristik, Lyrik & Sachbuch, Fachbuch & Wissenschaft sowie Kunst- & Regionalbuch.

Die Bewerbungsunterlagen können auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst abgerufen werden:
https://hessenlink.de/verlagspreis