Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Noch bis Ende März für den Robert Gernhardt Preis bewerben! Autorinnen und Autoren winken 24.000 Euro Preisgeld

© caricatura - Museum für komische Kunst Frankfurt
© caricatura – Museum für komische Kunst Frankfurt

Wiesbaden. Die Bewerbungsfrist für den Robert Gernhardt Preis 2017 rückt näher: Noch bis zum 31. März 2017 können sich Autorinnen und Autoren mit einem Prosa- oder Lyrikprojekt beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst bewerben. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert. Damit sollen auch in diesem Jahr zwei Autoren bei der Umsetzung eines größeren literarischen Vorhabens unterstützt werden.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „In vielen Schubläden literarischer Talente schlummern Konzepte für Romane oder lyrische Texte. Doch oft fehlt das nötige Kapital, um daraus ein fertiges Kunstwerk entstehen zu lassen. Der Robert Gernhardt Preis bietet da eine große Chance. Und die Vergangenheit zeigt: Sie trägt Früchte. Für viele ehemaligen Preisträgerinnen und Preisträger war der Robert Gernhardt Preis ein wichtiger Meilenstein in ihrer Schriftsteller-Karriere.“

Ein gutes Beispiel dafür ist der Autor Frank Witzel: 2012 erhielt er den Robert Gernhardt Preis für ein Werk, das damals noch im Entstehen war. Drei Jahre später räumte er mit dem fertigen Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ den Deutschen Buchpreis ab.

Das Preisgeld für den Robert Gernhardt Preis stiftet die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank). Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung, betont: „Mit dem Preisgeld leisten wir unseren Beitrag zur kulturellen Vielfalt Hessens. Damit ist unserer Aufgabe als Förderbank in bester Weise entsprochen.“

Bewerben kann man sich mit einem bis zu drei Seiten umfassenden Exposé und einer sechsseitigen Textprobe eines noch nicht vollendeten Prosa- oder Lyrik-Projekts. Nachzuweisen sind außerdem mindestens zwei selbständige literarische Veröffentlichungen in Printmedien und ein Bezug zu Hessen im Lebenslauf oder im literarischen Projekt.

Einsendeschluss ist der 31. März 2017. Es gilt der Poststempel.

Über die Vergabe entscheidet eine Jury, der die Frankfurter Autorin Eva Demski, der Literaturwissenschaftler Karl-Heinz Götze (Professor für deutsche Literatur und Landeskunde an der Universität Aix-en-Provence), und der Frankfurter Literaturkritiker Christoph Schröder angehören. Daneben wirken je ein Vertreter der WIBank und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst beratend mit.

Weitere Informationen zur Ausschreibung des Robert Gernhardt Preises finden Sie unter www.kunst.hessen.de/robert-gernhardt-preis

Land Hessen fördert documenta so stark wie nie zuvor Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst stellt 14 Millionen Euro bereit

dokumenta-logoWiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat mit Erstaunen die Kritik der documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff zur Kenntnis genommen. Sie hatte sich in einem dpa-Interview über die ihrer Ansicht nach unzureichende Finanzierung der documenta 14 geäußert, was umso verblüffender ist, da Frau Kulenkampff dies bislang in den zuständigen Gremien nicht thematisiert hatte.

Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert die documenta 14, ihre Vor-bereitung sowie den Ausstellungsbetrieb im Museum Fridericianum mit rund 13,8 Millionen Euro. Damit ist die Landesförderung für die documenta höher als jemals zuvor.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Es ist mir ein Anliegen, dass das Land Hessen und die Stadt Kassel mit der documenta auch weiterhin zur ersten Adresse und Anlaufstelle für Kunstfreunde aus aller Welt zählen können. Deshalb fördert die Landesregierung die documenta in diesem Jahr mit rund vierzehn Millionen Euro und schafft damit erneut verlässliche Rahmenbedingungen.“

Seit ihrer Gründung 1955 gilt die documenta als eine der bedeutendsten und international bekanntesten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. In einem Turnus von fünf Jahren und während einer Laufzeit von 100 Tagen präsentiert sie eine Vielzahl aktueller internationaler Kunstpositionen.

Die vergangene documenta 13 hatte einen Etat von rund 30 Millionen Euro, der zu 40 Prozent aus öffentlichen Mitteln (Land Hessen, Stadt Kassel und der Kulturstiftung des Bundes) und zu 60 Prozent aus eigenen Einnahmen bestand. Für die nun kommende documenta 14 wird alleine das Land Hessen der Gesellschaft 4,6 Millionen Euro mehr zur Durchführung der Ausstellung bereitstellen.

Zusätzlich wird das sich im Aufbau befindende documenta-Institut seit 2016 von beiden Gesellschaftern jeweils mit jährlich einer halben Million Euro finanziert. Das documenta-Institut soll eine eindeutig wissenschaftliche Ausrichtung haben und die documenta nicht nur im Hinblick auf ihre Geschichte aufarbeiten, sondern unter interdisziplinär angelegten Fragestellungen sowie im Kontext einer globalen zeitgenössischen Ausstellungskultur untersuchen und die Bestände des documenta-Archivs integrieren.

„Seit Bestehen der documenta wurden die Zuwendungen des Landes unter Beachtung des geltenden Haushaltsrechts und der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers kontinuierlich den steigenden Anforderungen angepasst. Hier nun von einer Unterfinanzierung zu sprechen oder Vergleiche mit anderen Zuwendungsempfängern aus dem Theaterbereich anzustellen, halte ich für nicht angemessen“, erklärte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. Und fügte hinzu, es sei zudem falsch, die verschiedenen Kulturangebote gegeneinander auszuspielen.

Deutsches Ledermuseum feiert 100. Geburtstag – Auftakt-Ausstellung „Linking Leather“ – Bescheid über 370 000 Euro Hessenförderung

Deutsches Ledermuseum Offenbach feiert 100jähriges Jubiläum. Foto: Diether v. Goddenthow
Deutsches Ledermuseum Offenbach feiert 100jähriges Jubiläum. Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche Ledermuseum feiert 2017 sein 100-jähriges Bestehen. Im Jahre 1917 wurde das Museum von Hugo Eberhardt in der einst florierenden Lederstadt Offenbach am Main als Sammlung von historischen Vorbildern für die Ausbildung junger Gestalter, Handwerker und Leder­waren­produzenten gegründet. Bis heute konnten mehr als 30.000 Objekte aus allen Kulturen und Epochen zusammengetragen werden. Damit ist das Deutsche Ledermuseum das weltweit einzige Museum, das ausschließlich alles rund um das Material Leder und artverwandte Materialen sammelt und präsentiert. In jüngster Zeit werden auch vermehrt alternative Lederersatzstoffe einbezogen.

vl. Museumsdirektorin Dr. Inez Florschütz, Prof. Frank Zebner, Design Innovation Institute Offenbach, an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, Hessischer Kunst- und Kluturminister Boris Rhein und Landrat Dr. Felix Schwenke beim Jubiläums-Talk im Hugo-Eberhard-Saal des Deutschen Ledermuseums.  Foto: Diether v. Goddenthow
vl. Museumsdirektorin Dr. Inez Florschütz, Prof. Frank Zebner, Design Innovation Institute Offenbach, an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, Hessischer Kunst- und Kluturminister Boris Rhein und Landrat Dr. Felix Schwenke beim Jubiläums-Talk im Hugo-Eberhard-Saal des Deutschen Ledermuseums. Foto: Diether v. Goddenthow

Im Jubiläumsjahr präsentiert das Deutsche Ledermuseum bewusst zwei gegensätzlich angelegte Ausstellungen, die auf die Bandbreite des Museums aufmerksam machen sollen, sowie ein umfassendes Rahmenprogramm. Sie laden ein, die Vielfalt des Materials Leder und die Qualität der Sammlungsobjekte neu zu entdecken. Linking Leather – Die Vielfalt des Leders ist eine multimediale, interaktive Installation, die mit modernsten Mitteln der Technik arbeitet. Die Ausstellung im September wird die heraus­ragenden Objekte, über welche das Deutsche Ledermuseum verfügt, – zum Teil noch verborgen in den Magazinen – in den Mittelpunkt stellen.

Direktorin Dr. Inez Florschütz und Kunst- und Kulturminister Boris Rhein schneiden die in Museumsform gebackene Geburtstagstorte an.  Foto: Diether v. Goddenthow
Direktorin Dr. Inez Florschütz und Kunst- und Kulturminister Boris Rhein schneiden die in Museumsform gebackene Geburtstagstorte an. Foto: Diether v. Goddenthow

Beide Ausstellungen zeigen, wie die Neuausrichtung des Museums aussehen soll und wie wir uns die Zukunft des Museums vorstellen. Dabei dreht sich alles, wie könnte es anders sein, um das Thema Leder. Dazu gehört auch, die verschiedenen Sammlungsbereiche – die Angewandte Kunst, die Ethno­­logie und das Deutsche Schuhmuseum – in Präsentationen immer wieder neu zu kombinieren und zu interpretieren, um anhand der Kulturgeschichte des Leders die Menschheitsgeschichte global zu veranschaulichen. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt diese Pläne mit insgesamt 370.000 Euro.

Bei der gestrigen  Eröffnung der Jubiläums-Ausstellung „Linking Leather – Die Vielfalt des Leders“ im Deutschen Ledermuseumbrachte brachte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein den Förderbescheid seines Ministerium – sozusagen als Geburtstagsgeschenk – gleich mit zur großen Überraschung von Museumsdirektorin Dr. Inez Florschütz.  Diese hatte die zahlreichen Gäste begrüßt und einen Rück- und Ausblick gegeben und die einzelnen Vorhaben der Erneuerung des Ledermuseums aufgezeigt. Die Museumsdirektorin dankte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und   vor allen auch den Studenten der Hochschule für Gestaltung Offenbach für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Entwicklung der interaktiven Ausstellung sowie deren Professor Frank Zebner für die gute Kooperation.

In  diesen Turnschuhen schwor 1985 Joschka Fischer, der erste grüne Minister überhaupt, seinen Eid auf die hessische Verfassung., Foto: Diether v. Goddenthow
In diesen Turnschuhen schwor 1985 Joschka Fischer, der erste grüne Minister überhaupt, seinen Eid auf die hessische Verfassung., Foto: Diether v. Goddenthow

Landrat Dr. Felix Schwenke erinnerte sich in seinem Grußwort noch an die Turnschuhe von Joschka Fischer, die ihn als Schüler bei einem Schulausflug ins Deutsche Ledermuseum besonders beeindruckten. Heutigen Schülern müsste man die besondere Bewandtnis der Fischer-Turnschuhe schon erläutern, damit sie verstehen, warum auch abgelatschte Turnschuhe den Weg in die Vitrine neben vielen anderen Promi-Schuhen gefunden hätten. Wer weiß beispielsweise dass in der Schuhsammlung sogar die Schuhe der echten Sissi, der Kaiserin Elisabeth von Österreich, zu bestaunen sind.

Selbst Original- Schuhe von Maria Theresia, 1850, sind im Ledermuseum zu bewundern. Foto: Diether v. Goddenthow
Selbst Original- Schuhe von Maria Theresia, 1850, sind im Ledermuseum zu bewundern. Foto: Diether v. Goddenthow

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein bekannte, dass  er sich nie habe vorstellen können, über welch wertvolle, ja weltweit einzigartige Sammlungen das Deutsche Ledermuseum verfüge. Und es eine Pflicht wäre, diese Sammlungen für Offenbach, für Rhein-Main, für Hessen, ja für ganz Deutschland und darüber hinaus zu erhalten.  Abgesehen davon, dass das in die Jahre gekommene Museum dringend einer Erneuung bedürfe, wären auch die  Anforderungen, die Besucherinnen und Besucher an Museen stellten,  immer höher. „Es geht nicht mehr nur um reine Wissensvermittlung, auch die Unterhaltung darf nicht zu kurz kommen. Alle Sinne sollen dabei angesprochen werden: Exponate oder Materialen dürfen auch mal angefasst und Geschichte auch digital erlebbar gemacht werden. Ich freue mich, dass das Deutsche Ledermuseum mit einem neuen Konzept seine spannenden Ausstellungsstücke in Zukunft noch ansprechender präsentieren kann. Dieses Engagement unterstützen wir gern“, unterstrich Kunst- und Kulturminister Boris Rhein die Notwendigkeit der Förderung seitens des Landes Hessen.

Rundgang durch die neue Jubiläums-Ausstellung "Linking Leather" vl. Landrat Dr. Felix Schwenke, Dr. Inez Florschütz, Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Prof. Frank Zebner,  Foto: Diether v. Goddenthow
Rundgang durch die neue Jubiläums-Ausstellung „Linking Leather“ vl. Landrat Dr. Felix Schwenke, Dr. Inez Florschütz, Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Prof. Frank Zebner, Foto: Diether v. Goddenthow

Das Deutsche Ledermuseum fit für die Zukunft zu machen, ist  Ziel der Förderung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Für zwei halbe wissenschaftliche Mitarbeiterstellen stellt es 70.000 Euro Sondermittel bereit; die neu eingestellten Expertinnen kümmern sich um innovative, frische Ausstellungs- und Vermittlungskonzepte. Hinzu kommen 20.000 Euro Sachmittel. Für die Anfertigung einer Machbarkeitsstudie im Jahr 2017 wurden zusätzlich 60.000 Euro bewilligt. Außerdem unterstützt das Land Hessen das Deutsche Ledermuseum mit einer institutionellen Förderung in Höhe von 220.000 Euro.

„Linking Leather – Die Vielfalt des Leders“.

Die ersten Besucher testen die interaktiven Installationen. Foto: Diether v. Goddenthow
Die ersten Besucher testen die interaktiven Installationen. Foto: Diether v. Goddenthow

Die Neuausrichtung zeigt sich gleich in einer der beiden Jubiläums-Ausstellungen. „Linking Leather – Die Vielfalt des Leders“. Bei dieser Ausstellung handelt es sich um eine multimediale, interaktive Installation, die sich ganz dem Material Leder widmet und dieses auf neue Weise erfahrbar macht. Sie stellt das Mitmach-Erlebnis in den Vordergrund und setzt dafür neueste Techniken ein: Die Besucherinnen und Besucher aktivieren Bildschirme und Projektionsflächen, wenn sie nah herantreten. Mit Gesten können sie Bilder erscheinen lassen, Texte aufrufen und sich spielerisch durch die Welt des Leders bewegen. Die verschiedenen Leder-Arten und bekanntesten Gerbverfahren sind dabei genauso Thema wie vegane Alternativen und die Haltung der Lederindustrie zum Umweltschutz. In einer „Fühlstation“ können die Besucher Lederarten tasten und vergleichen. Die Präsentation, die stark auf neue Medien setzt, haben Studierende der Hochschule für Gestaltung Offenbach entwickelt.

Das Linking-Leather-Team erhielt viel Applaus. Zu den Studierenden gehörten: Fabian Schöfer, Julian Kuhn, Pia Scharf, Sharon Cho, Tamara EdaTemucin und Thao Eder in Zusammenarbeit mit Volontärin Vanessa Didion M.A. vom DLM.Foto: Diether v. Goddenthow
Das Linking-Leather-Team erhielt viel Applaus. Zu den Studierenden gehörten: Fabian Schöfer, Julian Kuhn, Pia Scharf, Sharon Cho, Tamara EdaTemucin und Thao Eder in Zusammenarbeit mit Volontärin Vanessa Didion M.A. vom DLM.Foto: Diether v. Goddenthow

 

16. September 2017 bis 25. Februar 2018

In der zweiten Ausstellung im Jubiläumsjahr stehen herausragende Sammlungsobjekte mit ihrer individuellen Geschichte und Beschaffenheit im Zentrum. In jedes Objekt, gleich welcher Ethnie oder Herkunft, ist die Entstehungszeit und Kulturgeschichte gleichsam eingeschrieben. Daneben entwickeln sich in der Präsentation spannende Dialoge und Querverweise zwischen den Werken:
So trifft beispielsweise das älteste Objekt der Sammlung, ein ägyptisches Gefäß aus Rohhaut, auf das neueste, einen Turnschuh aus recycelten Materialien. Die Hutschachtel von Johann Wolfgang von Goethe wird zusammen mit den Hausschuhen von Ulrike von Levetzow, Goethes letzter (un­erfüllter) Liebe, gezeigt. Im Deutschen Ledermuseum begegnen sie sich jetzt erstmals.

Daneben wird es auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Museums- und Sammlungs­geschichte des DLM geben – etwa eine leere Vitrine, in der über viele Jahre Schrumpf­köpfe indigener Völker gezeigt wurden, mit Hinweisen auf die aktuelle Diskussion über den Umgang mit diesen menschlichen Artefakten. Dies betrifft seit dem Artenschutzübereinkommen etwa auch die veränderte Sicht auf Reptilleder und andere exotische Lederarten. Durch die mit Bedacht aus­gewählten Exponate und eine zeitgemäße Form der Präsentation wird die besondere kultur­geschichtliche Bedeutung von Leder – und heute zunehmend auch der Einbezug von alternativen Lederersatzstoffen – vermittelt, und das ausschließlich über Objekte der Sammlung.

Der neue Internetauftritt des DLM

Pünktlich zur ersten Ausstellung im Jubiläumsjahr ging gestern Abend auch die neue Webseite des DLM www.ledermuseum.de online.
Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Deutschen Ledermuseum, seinen Sammlungen, den laufenden Ausstellungen sowie dem aktuellen Programm. Daneben sind Highlights der Sammlungen zu sehen und es wird ein kurzer Einblick in die Museumgeschichte und die Arbeit des DLM-Förderkreises gegeben.

 

Ort

Deutsches Ledermuseum Offenbach . Foto: Diether v. Goddenthow
Deutsches Ledermuseum Offenbach . Foto: Diether v. Goddenthow

DLM Deutsches Ledermuseum
Frankfurter Str. 86
63067 Offenbach am Main
Telefon: +49 69 829798 – 0
Fax: +49 69 829798 – 28
E-Mail: info@ledermuseum.de
Webseite: www.ledermuseum.de

Landesregierung fördert drei Spielfilmprojekte mit über einer Million Euro

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass die HessenFilm und Medien GmbH drei Spielfilmprojekte im Bereich „Produktion Kino & TV“ mit 1,03 Millionen Euro fördert. Dies ist das Ergebnis intensiver Beratungen der aus Fachleuten zusammengesetzten Jury unter der Leitung des Geschäftsführers der HessenFilm und Medien GmbH, Hans Joachim Mendig. Die drei Spielfilmprojekte sind das mit 510.000 Euro geförderte Drama „Partynation“ der Regisseurin und Drehbuchautorin Felicitas Korn, die mit 400.000 Euro geförderte Fortsetzung der Kinderkomödie „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“ und die mit 120.000 Euro geförderte Tragikomödie „Arthur & Claire“.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Hessen bietet großartige Drehorte, europaweit ausgezeichnete Animationsstudios und erfolgreiche Produktionsfirmen. Das wird gerade bei den aktuellen Förderentscheidungen deutlich. Wer bereits in Hessen gedreht hat, kommt gerne wieder.

In dem mit 510.000 Euro geförderten Drama „Partynation“ erzählt die in Offenbach geborene Regisseurin und Drehbuchautorin Felicitas Korn in drei kunstvoll ineinander verwobenen Handlungssträngen die Geschichte einer atemlosen Suche nach Geborgenheit und Halt. Ein pubertierender Junge auf der Suche nach einer Heimat, ein Koksdealer im Gerangel um Macht und ein Schwerstalkoholiker voll Sehnsucht nach Liebe kämpfen im Drogenmilieu um ihr Leben. Der Film spielt in Frankfurt und Umgebung und wird von einem hessischen Filmteam realisiert.

Die Fortsetzung der mit über 1,1 Millionen Kinobesuchern erfolgreichen Kinderkomödie „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft“ wird mit 400.000 Euro gefördert. Im zweiten Teil wird es ein Wiedersehen geben mit den Schauspielern Otto Waalkes, Anja Kling und Oskar Keymer. Der Film wird zum Teil in Hessen gedreht werden und das international renommierte Studio Pixomondo in Frankfurt wird wieder für die visuellen Effekte verantwortlich sein.

HessenFilm unterstützt außerdem mit 120.000 Euro die schwarzhumorige Tragikomödie „Arthur & Claire“, die mit Josef Harder und Hannah Hoekstra in den Hauptrollen von Regisseur Miguel Alexandre nach dem Theaterstück von Stefan Vogel inszeniert wird. Produziert wird „Arthur & Claire“ von der Bad Homburger Tivoli Film Produktion.

„Mit der neu gegründeten HessenFilm und Medien GmbH haben wir unserem Filmland in der Filmförderung ein neues Gesicht gegeben. Seit Anfang 2016 gibt es nur noch einen zentralen Ansprechpartner für die Filmförderung in Hessen, egal ob kulturelle, wirtschaftliche, Festival- oder Nachwuchsförderung. Darüber hinaus ist Hessen nun Mitglied in ‚Focus Germany‘, der Dachorganisation der großen regionalen Filmfördereinrichtungen. Die Mitgliedschaft in diesem Verbund ist für die hessische Filmförderung ein Meilenstein“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

In der Jury unter Vorsitz von Hans Joachim Mendig (HessenFilm und Medien) entschieden: Christian Bührmann (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Heinrich Finger (Hessisches Ministerium der Finanzen), Torsten Frehse (neue visionen Filmverleih), Dr. Elisabeth Kobbe (Hessischer Rundfunk / FS Spiel und Spielfilm), Rolf Silber (Regisseur), Klaus Stern (Sternfilm) und Christoph Oliver Strunck (Esperanto Entertainment).

Mehr Informationen zu den einzelnen Förderprojekten finden Sie unterwww.hessenfilm.de/foerderung/foerderung-uebersicht.html

Hier alle Förderergebnisse im Überblick:

 Arthur & Claire
Spielfilm Kino
Länge: 90 min
Antragsteller/in: Tivoli Film Produktion GmbH
Fördersumme: 120.000 Euro
Regie: Miguel Alexandre
Drehbuch: Miguel Alexandre und Josef Hader
Produzent/in: Gerald Podgornig

 Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft 2
Spielfilm Kino
Länge: 90 min
Antragsteller/in: blue eyes Fiction GmbH & Co. KG
Fördersumme: 400.000 Euro
Regie: Tim Trageser
Drehbuch: Gerrit Hermans
Produzent/in: Corinna Mehner

Partynation (AT)
Spielfilm Kino
Länge: 100 min
Antragsteller/in: maze pictures
Fördersumme: 510.000 Euro
Regie und Drehbuch: Felicitas Korn
Produzent/in: Philipp Kreuzer

Hessische Landesregierung plant 2017 Ausgaben von mehr als 232 Millionen Euro für Kunst und Kultur

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat gestern in seiner Regierungserklärung betont, dass der Erhalt des Erbes unserer Vergangenheit und die gezielte Förderung der Moderne ein wichtiges Anliegen der Landesregierung ist. Die Kultur sei der Schlüssel, um Identität und Verbundenheit mit dem Land, in dem wir leben, zu stiften.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Es ist unsere Aufgabe, den Austausch zwischen allen Nationen, die in unserem Land leben, und ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Ich sehe es daher als ein zentrales Anliegen, die kulturelle Bildung mit Nachdruck zu stärken. Um möglichst viele junge Menschen anzusprechen, haben wir in Hessen gemeinsam mit Kommunen und privaten Förderern den ‚Kulturkoffer‘ gepackt.“

Kulturelle Bildung

Im Jahr 2016 ist ein erfolgreicher Start des „Kulturkoffers“ gelungen: 28 Projekte sowie der Ausbau vorhandener erfolgreicher Programme der kulturellen Bildungsarbeit sorgen dafür, dass Jugendliche – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Wohnort oder Umfeld – attraktive kulturelle Angebote bekommen. Standen im ersten Jahr 2015 noch rund 490.000 Euro für die kulturelle Bildung zur Verfügung, sind es in diesem Jahr bereits 930.000 Euro. 2017 kann dieser Betrag noch einmal um 500.000 Euro erhöht werden, und auch 2018 ist eine weitere Erhöhung auf dann insgesamt 1,76 Millionen Euro beabsichtigt.

„Kern der Idee ist es, jungen Menschen – gerade auch im ländlichen Raum – mehr Kulturerlebnisse zu verschaffen und insgesamt mehr jungen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben in unserem Land zu ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Baustein dafür ist die Zusammenarbeit zwischen Kulturschaffenden und den Schulen: Wir wollen die Theaterarbeit in Schulen weiter fördern – zum Beispiel Initiativen wie ,Flux – Theater und Schule‘ – oder auch die etablierten Kooperationen zwischen den allgemeinbildenden Schulen und den Musikschulen.“

Filmland Hessen

Hessen freut sich über eine stetig wachsende Bedeutung der Filmbranche und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem profilierten Filmstandort entwickelt.

„Mit der neu gegründeten HessenFilm und Medien GmbH haben wir unserem Filmland in der Filmförderung ein neues Gesicht gegeben. Seit Anfang 2016 gibt es nur noch einen zentralen Ansprechpartner für die Filmförderung in Hessen, egal ob kulturelle, wirtschaftliche, Festival- oder Nachwuchsförderung. Darüber hinaus ist Hessen nun Mitglied in ‚Focus Germany‘, der Dachorganisation der großen regionalen Filmfördereinrichtungen. Die Mitgliedschaft in diesem Verbund ist für die hessische Filmförderung ein Meilenstein“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Mit der Hessischen Film- und Medienakademie hat das Land einen national beachteten Schwerpunkt in der Nachwuchsförderung aufgebaut. Zusätzlich sollen junge Unternehmer und Filmemacher künftig durch die so genannte „Talentpaketförderung“, aber auch durch eine spezielle Debüt- und Zweitfilmförderung besonders unterstützt werden.

Als Träger der B3 Biennale des bewegten Bildes hat das Land gemeinsam mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach eine innovative und zukunftsorientierte Referenzveranstaltung entwickelt, mit der der interkulturelle Austausch gefördert und eine Businessplattform für die hessische Kreativwirtschaft etabliert werden soll. Die international ausgerichtete B3 führt der Rhein-Main-Region interessante neue Kontakte, Know-how, neue Projekte und in der Zukunft mögliche Neuansiedlungen von nationalen und internationalen Firmen zu.

„In der Medienbranche gilt China als Wachstumsmarkt und als Markt mit neuen frischen Ideen. Es war deshalb nur konsequent, dass die B3 die 2015 begonnene Kooperation mit der China Central Academy of Fine Arts Beijing intensiviert“, ergänzte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Museen

Auch die vielfältigen Schätze der staatlichen Museen spielen eine wichtige Rolle in der Kulturpolitik des Landes: Die Landesmuseen in Darmstadt, Wiesbaden und Kassel sowie die Keltenwelt am Glauberg und die Saalburg ziehen viele Besucher an.

Im September 2014 wurde das Hessische Landesmuseum Darmstadt nach umfassender Sanierung wieder eröffnet. Das Landesmuseum in Kassel hat nach acht Jahren baulicher Sanierung und Neukonzeption vor wenigen Wochen seine Tore wieder geöffnet. Aber auch dem Museum Wiesbaden stehen nach vielen Jahren der Bautätigkeit heute 7.400 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung.

„Was viele gar nicht wissen: Seit bereits gut zwei Jahren gewähren wir Kindern und Jugendlichen freien Eintritt in die Dauerausstellungen unserer Landesmuseen. Damit gehören wir zu den Vorreitern eines möglichst schwellenfreien Zugangs zu Kunst und Kultur. Auch aus diesem Grund haben wir aktuell das Angebot auf Familien in Hessen ausgeweitet, so dass ab sofort mit der Familienkarte Hessen auch für die erwachsenen Begleiter der freie Eintritt in die Sammlungen der Landesmuseen gilt“, informierte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Neben den Landesmuseen entsteht mit dem Neubau des Tapetenmuseums in Kassel ein in Deutschland einzigartiger Ausstellungsort für eine Spezialsammlung von Weltgeltung. Hier ist es gelungen, ein Projekt auf den Weg zu bringen, das auch internationale Reputation erlangen wird und – wie das Schaufenster Tapetenmuseum zeigen konnte – auch bereits erlangt.

„Die Vorbereitungen für einen Architektenwettbewerb laufen bereits. Mit Landesmuseum, Torwache, dem Tapetenmuseum, sowie der Murhardschen Bibliothek entsteht am Brüder-Grimm-Platz in Kassel ein kultureller Hotspot“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

documenta und documenta Archiv

Eng mit Kassel ist auch die documenta verbunden. Seit 1. Januar 2016 ist die „documenta und Museum Fridericianum gGmbH“ für das documenta Archiv verantwortlich. Ziel ist, die größte und weltweit wichtigste Ausstellung zeitgenössischer Kunst wissenschaftlich zu begleiten und auch zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Veranstaltungen erlebbar zu machen. Als Zentrum dieser Forschung wurde eine documenta-Professur eingerichtet. Das Land finanziert das Archiv mit 500.000 Euro im Jahr.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Damit unterstützt die Landesregierung die documenta GmbH in den Jahren 2014 bis 2018 mit insgesamt 15,8 Millionen Euro und schafft so verlässliche Rahmenbedingungen für die documenta 14.“

Hessischer Film- und Kinopreis verliehen – Der „Hessen-Oskar“ geht an Margarita Broich, Heino Ferch und Klaus Maria Brandauer

Die Preisträger, Laudatoren und Mitwirkenden des Hessischen Film- und Kino-Preises 2016 .Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Die Preisträger, Laudatoren und Mitwirkenden des Hessischen Film- und Kino-Preises 2016 .Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Am i 21.Oktober 2016 wurde im Rahmen einer glamourösen Gala in der Alten Oper Frankfurt mit viel Prominenz aus Film, Funk, Politik und Wirtschaft der mit insgesamt 185 000 Euro dotierte Hessische Film- und Kinopreis des Landes Hessen in Form von Förderpreisen und Auszeichnungen für Filmemacher und Kinobetreiber verliehen.

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ausgezeichnet wurden RegisseurInnen und AutorInnen von hervorragenden Filmen und Drehbüchern mit Hessenbezug. Außerordentliche Leistungen und herausragendes kulturelles Engagement von gewerblichen und kommunalen Kinos wurden mit den Kino-Kulturpreisen honoriert.

Der Hessische Fernsehpreis, auch liebevoll „Hessen-Oskar“ genannt, wurde vom Hessischen Rundfunk in den Kategorien „Beste Schauspielerin“ und „Bester Schauspieler“  verliehen. Dieser Preis ist undotiert.

Klaus Maria Brandauer mit dem Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten im Arm. Im Hintergrund links Laudatorin Dunja Hayali.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Klaus Maria Brandauer mit dem Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten im Arm. Im Hintergrund links Laudatorin Dunja Hayali.Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten, ebenfalls undotiert, erhielt Schauspieler Klaus Maria Brandauer für sein Lebenswerk. Der österreichische Darsteller kam    als „Mephisto“ zu Weltruhm, machte auch in Hollywood Karriere. Für seine Hauptrolle in „Jenseits von Afrika“ erhielt Brandauer den Golden Globe. Aber auch als Gegenspieler von Sean Connery in „James Bond  – Sag niemals nie“ bleibt er uns unvergessen.  Brandauer wurde mit 71 Jahren nochmals stolzer Vater.

Besonders sympathisch macht den  inzwischen 73jährigen Österreicher zudem seine authentische  Art ohne jegliche Starallüren. Geduldig gibt er Autogramme, lässt sich auf Selfies ablichten und hat, wenn’s sein muss, immer die richtigen Worte parat, fast immer: Denn dass er „Politiker hasse“, wie es gegen Ende seiner Dankesrede, einem Plädoyer für Europa, aus ihm herausplatzte, „war nicht geplant“ und „hat ihn selbst erschrocken“, so der Schauspieler später auf der Aftershow-Party.

Caterina Lermer und Simon Stadler erhielten den Preis zum besten Dokumentarfilm. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Caterina Lermer und Simon Stadler erhielten den Preis zum besten Dokumentarfilm. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Simon Stadler und Caterina Lermer erhielten großen Publikums-Applaus für ihren Preis zum besten Dokumentarfilm, dem 85-minütigen Streifen „Ghostland – The View of the Ju/’Hoansi“. Dieser zeigt auf eine einfühlsame wie urkomische Weise das mitunter kulturschockartige Erleben von vier Bewohnern der Kalahari (der Ju/’Hoansi-San, eine der ältesten Jäger- und Sammlerkulturen) bei ihrer Reise durch das für sie unvorstellbar moderne Europa.

Heino Ferch erhielt den Hessen-Oskar“  in der Kategorie bester Schauspieler. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Heino Ferch erhielt den Hessen-Oskar“ in der Kategorie bester Schauspieler. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Den „Hessen-Oskar“  in der Kategorie bester Schauspieler erhielt Heino Ferch für seine Rolle in der Krimikomödie „Allmen und die Libellen“. Hierin spielt der 53jährige den verarmten, dennoch weiterhin über seine Verhältnisse lebenden Privatier „Johann Friedrich von Allmen“, der schließlich in Verdacht gerät, den Antiquitätenhändler Tanner ermordet zu haben.
Etwas später geht  der mit 25.000 Euro dotierte Preis in der Kategorie bester Spielfilm an Regisseur Gordian Maugg für seine Produktion „Fritz Lang“, einem Schwarz-Weiß- Kinospielfilm über einen der größten Regisseure der Filmgeschichte und die Entstehung dessen Meisterwerks „Eine Stadt sucht einen Mörder“. Hierin spielt Heino Ferch auch die Hauptrolle: „Fritz Lang“. Allerdings ist er dabei mit seinen schwarzen zurückgegelten Haaren kaum wiedererkennbar.

Den Hessischen Fernsehpreis: Beste Schauspielerin erhielt Margarita Broich. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Den Hessischen Fernsehpreis: Beste Schauspielerin erhielt Margarita Broich. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Den Hessischen Fernsehpreis in der Kategorie bester Schauspielerin ging an Margarita Broich für den Tatort Wendehammer in Regie von Markus Imboden. Frankfurt wäre wohl ihre Glückstadt, so die 56jährige überschwenglich, denn hier habe sie ihren Mann kennengelernt, ihren Sohn zur Welt gebracht und wäre Tatortkommissarin geworden. Sie überlege, ob sie es  „hier“ nicht mal mit Lotto versuchen solle.

 

 

Jasmin Tabatabei, Schauspielerin und Sängerin. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Jasmin Tabatabei, Schauspielerin und Sängerin. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Musikalischer Stargast des Abends war Jasmin Tabatabei, die zwischen den „Verleihungsblöcken“ in Begleitung des David Klein-Quartetts für eine jazzige musikalische Umrahmung sorgte und besonders viel Applaus für ihr ironisches Lied über eine Mutter mit drei Kindern erhielt.

Die Preise wurden überreicht von Prominenten, unter ihnen die Journalistin und Fernsehmoderatorin Dunja Hayali und der Schauspieler Axel Milberg.

Diether v. Goddenthow (rhein-main.eurokunst)

Überblick über die Preise nach Preiskategorien  mit den Begründungen der Jury.
HESSISCHER FILMPREIS: SPIELFILM

Preisträger: FRITZ LANG
Regie: Gordian Maugg
Preisgeld: 25.000 Euro, Nominierungsgeld: 5.000 Euro
Spielfilm, schwarz-weiß, 104 Minuten, Deutschland 2015

Eine Produktion von Belle Epoque Films GmbH in Koproduktion mit Gordian Maugg Film- und Fernsehproduktionen in Zusammenarbeit mit dem ZDF und arte
Buch: Alexander Häusser, Gordian Maugg, Produzentin: Nicole Ringhut, Kamera: Lutz Reitemeier, Moritz Anton, Ton: Peter Schumacher, Schnitt: Florentine Bruck, Olivia Retzer, Musik: Tobias Wagner
Darsteller: Heino Ferch, Thomas Thieme, Samuel Finzi, Johanna Gastdorf, Lisa Charlotte Friedrich

Jurybegründung:
Ein Spielfilm über die Regielegende Fritz Lang – das ist in Anbetracht seines sagenhaften Talents und seiner durchaus dramatischen Lebensgeschichte während politisch und sozial sich drastisch verändernder Zeiten kein leichtes Unterfangen. Es braucht Mut und Erfahrung, sich dieses zuzutrauen.
Gordian Maugg („Der Olympische Sommer“) hat es sich zugetraut. Stets auf der Suche nach der perfekten filmischen Form, sieht er diese in der Verschmelzung von Schauspielszenen und fiktionalem sowie dokumentarischem Archivmaterial.
Geschickt verbindet er Biographisches mit narrativer Adaption der „Langschen Handschrift“. So entsteht ein ergreifendes Porträt über Fritz Lang mit Focus auf die ihn zeitlebens antreibenden Fragen nach dem Guten und dem Bösen, dem inneren Dämon eines Jeden und der Schuld.
Ausgehend von realen Personen und tatsächlichen Ereignissen ist der Film ein packendes historisches Zeitdokument das Gordian Maugg mit fiktionalen Szenen und emotionaler Dichte lebendig macht.
Auf der Suche nach einem passenden Stoff für seinen ersten Tonfilm „M“ reist der Star-Regisseur der 20er und 30er Jahre, verkörpert von Heino Ferch, von Berlin nach Düsseldorf, um dort die Ermittlungsmethoden eines angesehenen Kriminalrates im Fall des brutalen Serienmörders Kürten kennenzulernen. Er erhält die einmalige Gelegenheit, sich in einem Tête-à-Tête Einblick in die Psyche des Mörders zu verschaffen und gerät dabei selbst in einen Strudel persönlich unverarbeiteter Erinnerungen. Wie einst Fritz Langs Geschichten versetzt uns der Film in zutiefst irritierende menschliche Abgründe, auch vor dem Hintergrund des beginnenden Faschismus.
Dies wird filmtechnisch auf hohem Niveau und in Anlehnung an Langs Filme in atmosphärisch passender Schwarz-Weiß-Optik umgesetzt: Das Ergebnis ist eine ästhetisch gelungene Collage von fiktionalen Schauspielszenen und historischem Archivmaterial. Letztlich ist es der bemerkenswerte Schnitt, welcher neben der historisch anmutenden darstellerischen Leistung des Schauspielensembles diesen biographischen Essay erzählt.
Gordian Mauggs Film über Fritz Lang ist ein furioses Kunstwerk über einen großen, nicht unumstrittenen Künstler.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Spielfilm „Fritz Lang“ mit dem Hessischen Spielfilmpreis 2016 aus.

 

HESSISCHER FILMPREIS: DOKUMENTARFILM

Preisträger: GHOSTLAND – THE VIEW OF THE JU/‘HOANSI
Regie: Simon Stadler, Catenia Lermer
Preisgeld: 15.000 Euro, Nominierungsgeld: 5.000 Euro
Dokumentarfilm, Farbe, 85 Minuten, Deutschland 2016

Eine Produktion von Cameleon Film
Buch: ohne, Produzent: Simon Stadler, Kamera: Simon Stadler, Ton: Catenia Lermer, Schnitt: Andre Broecher, Markus Frohnhöfer. Musik: Matthias Raue
Mitwirkende: Ju/’Hoansi (San) aus Namibia

Jurybegründung:
Unter den Einreichungen für den Hessischen Filmpreis waren einzelne Filme, die Fragen wie „Was ist Heimat?“ und „Wo will ich leben?“ zu beantworten versuchen.
„Ghostland – the view of the Ju/‘Hoansi“ von Simon Stadler und Catenia Lermer widmet sich diesem Thema auf eine erfrischend originelle Art und Weise. Der Zuschauer wird von vier Bewohnern der Kalahari, die Ju/’Hoansi-San, eine der ältesten Jäger- und Sammlerkulturen, mit auf eine Reise nach Europa, eine für sie unbekannte, moderne Welt, genommen.
Das spürbar lebendige Wesen der Hauptdarsteller, die hier von der Touristenattraktion selbst zum Touristen werden, sowie ihre forschergleiche Neugier finden dabei schnell die Aufmerksamkeit der Zuschauer und lassen sie bis zum Ende nicht mehr los.
Sie halten ihm mit ihrer berührenden Authentizität einen Spiegel vor, ohne dass der Film belehrend sein will.
Die in Frankfurt lebenden Regisseure reisten für ihren Dokumentarfilm ohne großes Budget und als Teil eines dreiköpfigen Teams in die afrikanische Wüste. Simon Stadler, der als Regisseur auch für die Kamera verantwortlich zeichnete, liefert unverfälschte, schöne Bilder vom Leben der Ju/‘Hoansi in der Kalahari-Wüste, ihren Eindrücken und Erfahrungen in der modernen Welt und von ihren Gedanken und Gefühlen, die sie in Interviewsequenzen schildern. Die Erkenntnis der Ju/’Hoansi-San, dass das Leben in der Heimat immer noch am schönsten ist, hat auf den Zuschauer eine nachhaltige Wirkung und regt zur Reflektion an.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Dokumentarfilm „Ghostland – the view of the Ju/‘Hoansi“ mit dem Hessischen Dokumentarfilmpreis 2016 aus.

HESSISCHER FILMPREIS: KURZFILM

Preisträger: SHIPS PASSING IN THE NIGHT
Regie: Elisabeth Zwimpfer
Preisgeld: 5.000 Euro
Kurzfilm, Animationsfilm, Farbe, 12 Minuten, Deutschland 2015

Buch, Produzentin, Animation, Schnitt: Elisabeth Zwimpfer, Ton: Tobias Böhm, Christian Wittmoser, Musik: Kanté Manfila & Balla Kalla, Julia Kotowski
Stimmen: Napo Oubo-Gbati, Maike Koller, Girmay Asefaw, Gaetano Maruccia, Edgard Sueyem, Freweini Yauhannes, Helen Alem, Habtom Gebremichal, Nadim Natour u.a.

Jurybegründung:
„Like Ships Passing in the Night“ ist eine englische Redewendung, die eine kurze, zufällige, vielleicht nie mehr wiederkehrende Begegnung zweier Menschen symbolisiert.
Der Kurz-Animationsfilm „Ships Passing in the Night“ der jungen Filmemacherin Elisabeth Zwimpfer erzählt diese Geschichte und bereichert sie um die Komponenten Angst, Flucht, Willkür und Zuneigung (Liebe): Der Fischer Pombalo flüchtet von Afrika über das Meer, als seine Netze leer bleiben und trifft an der europäischen Küste auf Maleika, die dort Strandgut sammelt. Sie sind wie Schiffe, die sich kurz begegnen und wieder in der Weite verlieren.
Grundlage für diesen poetischen Kurzfilm sind Zeichnungen afrikanischer Flüchtlinge, die die Regisseurin während ihrer Recherche befragt hatte. Diese Zeichnungen verwandelte sie in eine ausdrucksvolle und papierschnittartige Zeichentricktechnik und verzichtete dabei bewusst auf einen zeitgenössischen und gefälligen Grafikstil. Ihre Bildsprache ist roh und kantig, Flächen bestehen aus erdigen Farbtönen und Texturen, die durchgehend vereinfacht und sehr strukturiert bleiben.
Der sehr direkte Ton, das Voicing, die Hintergrundgeräusche und die melodische Musik verstärken die ästhetische Atmosphäre.
Gerade diese Ästhetik in Kombination mit dem aktuellen Thema, macht den Kurzfilm in der Wirkung so direkt und ehrlich – und einzigartig.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Kurzfilm „Ships passing in the Night“ mit dem Hessischen Kurzfilmpreis 2016 aus.

HESSISCHER HOCHSCHULFILMPREIS

Preisträger: NÄCHSTENLIEBE
Regie: Simon Pilarski
Preisgeld: 7.500 Euro
Spielfilm, Farbe, 22 Minuten, Deutschland 2015

Buch, Produktion, Schnitt, Szenenbild: Simon Pilarski, Herstellungsleitung: Johannes Höffler, Kamera: Nico Nonne, Ton: Peter Lange, Musik: Sergios Roth
Darsteller: Rainer Wagner, Oskar Keymer, Alexander Bettendorf, Christoph Stein, Johannes Schedl, Frederic Heidorn, Christian Stotz, Michael Altmann, Ute Ehrenfels, Sana Guillera

Jurybegründung:
„An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Lev 19,18)
So wird das Gebot „Nächstenliebe“ in der Tora beschrieben, das Simon Pilarski, Absolvent des Fachbereichs Filmproduktion der Hochschule Darmstadt, zum Gegenstand seines Abschlussfilms macht. Dabei zeigt er, dass die Nächstenliebe bisweilen missverstanden und im schlimmsten Falle auch missbraucht wird.
Sein 22-minütiger Kurzfilm setzt im Jahre 1889 ein. Der junge Müllerssohn Lukas, dessen strenger Vater ihm seinen sehnlichsten Wunsch, nur einen Tag lang das Dorf zu verlassen, verbietet, vertraut sich dem Pfarrer an. Von ihm erfährt er von einem geheimen Kloster in den Bergen. Jahre später macht sich Lukas, nun ein junger Mann, mit drei Gefährten auf den Weg dorthin. Schnell erkennen sie, dass dies ein Ort voller Tücken und Gefahren ist und Lukas ist gezwungen, sich einem furchtbaren Dämon zu stellen. Selbst als erwachsener Mann wird er diesen nicht los.
Der junge Regisseur, der 1990 in Wiesbaden geboren wurde, widmet sich dem Thema Kindesmissbrauch in der Kirche mit kleinen, kurzen, zum Teil abstrakten Andeutungen, ohne den eigentlichen Akt darzustellen. Dies verleiht dem Kurzfilm spannende Momente, die durch gut gewählte Schauplätze, eine insgesamt dunkle und kalte Atmosphäre sowie durch sehr professionellen Schnitt unterstützt werden. Die Vielschichtigkeit des Themas wird in den drei Erzählebenen des Plots aufgegriffen, wobei ihm auch hier die filmtechnischen Übergänge und die inhaltliche Verknüpfung trotz Mehrfachbesetzung des Protagonisten sehr gut gelingen. Schließlich verleiht Simon Pilarski seinem Film mit auf die Szenen perfekt abgestimmter Musik die Krönung, so dass der Zuschauer bis unter die Haut ergriffen ist.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Hochschulfilm „Nächstenliebe“ mit dem Hessischen Hochschulfilmpreis 2016 aus.

 

HESSISCHER DREHBUCHPREIS

Preisträger: HERR KLEE UND HERR FELD
Autor: Michel Bergmann
Preisgeld: 7.500 Euro

Jurybegründung:
Wenn man beim Lesen eines Drehbuchs den fertigen Film bereits vor Augen hat und sich freut die filmische Realisierung bald auf der Leinwand sehen zu können, dann ist es wohl ein sehr gelungenes Drehbuch. Dass der Autor Michel Bergmann das Schreiben beherrscht, ist unumstritten, und dass er mit seinem Drehbuch „Herr Klee und Herr Feld“ die Jury überzeugen konnte, liegt vielleicht auch daran, dass er schon mit seinem gleichnamigen Roman, der im Jahre 2013 erschien und seine Trilogie über jüdisches Leben in Deutschland beschließt, das Lesepublikum begeisterte. Was ist also das Geheimnis?
Es sind die liebenswerten Figuren und die vielen gegensätzlichen Motive, mit denen die Story gespickt ist und die der Autor mit seinem Talent für detaillierte Beobachtung schildert: Die beiden Hauptfiguren, ein emeritierter Professor der Sozialpsychologie und ein mittelloser Schauspieler, beide jenseits der Sechzig, verbringen ihren Lebensabend gemeinsam in einer Villa im Frankfurter Westend. Die unterschiedlichen Charaktere befinden sich quasi im Dauerzwist, der, als unverhofft eine junge, sympathische Frau in ihr Leben tritt, weiter angefeuert wird. Hier treffen nicht nur Jung und Alt aufeinander, sondern Araberin und Juden – das noble Frankfurter Viertel wird zum Schauplatz des Nahost-Konflikts. Die Dialoge zwischen den Protagonisten sind lebendig und unterhaltsam, wobei auch melancholische Momente, z. B. wenn den beiden Herren die Unaufhaltsamkeit des Alters bewusst wird, nicht fehlen.
Trotz aller Gegensätze verbringen die Figuren eine wundervolle Zeit, denn eines verbindet sie und lässt alle Grenzen vergessen: die Musik. Dass die konfliktbeladene Story am Ende mit einem glücklichen Ausgang aufwartet, dürfte das Arthouse-Publikum 40+ freuen, denn wer verlässt den Kinosaal nicht gerne mit einem Lächeln auf den Lippen und einem wohligen Gefühl im Bauch.
Michel Bergman, der selbst Jude ist und seine Jugend in Frankfurt verbracht hat, verarbeitet viel von seinen eigenen Erfahrungen und das merkt man der Story auch an. Mit viel Herzblut hat er ein formal wie inhaltlich hervorragendes Drehbuch abgeliefert und konnte die Jury auf ganzer Länge überzeugen. Nach dem Lesepublikum soll ihm ein begeistertes Filmpublikum beschert sein.
Deswegen zeichnet die Jury in der Kategorie Drehbuch „Herr Klee und Herr Feld“ mit dem Hessischen Drehbuchpreis 2016 aus.

HESSISCHER KINOKULTURPREIS

HESSISCHER KINOKULTURPREIS FÜR GEWERBLICHES KINO

Kino Traumstern, Lich
Preisgeld: 10.000 €

Capitol Kino Witzenhausen, Witzenhausen
Preisgeld: 10.000 €

Mal Seh’n Kino, Frankfurt
Preisgeld: 10.000 €

Lichtspielhaus Lauterbach, Lauterbach
Preisgeld: 10.000 €

Orfeo‘s Erben, Frankfurt
Preisgeld: 8.000 €

Filmladen Kassel, Kassel
Preisgeld: 6.000 €

BALI-Kinos, Kassel
Preisgeld: 6.000 €

Harmonie & Cinema Kinos, Frankfurt
Preisgeld: 3.000 €

Kult Kinobar, Bad Soden am Taunus
Preisgeld: 3.000 €

Programmkino rex, Darmstadt
Preisgeld: 3.000 €

KuKi Kino, Schlüchtern
Preisgeld: 3.000 €

Kammer-Palette-Atelier, Marburg
Preisgeld: 3.000 €

Jurybegründung Hessischer Kinokulturpreis für gewerbliche Kinos: Das KINO TRAUMSTERN in Lich, das CAPITOL KINO in Witzenhausen, das LICHTSPIELHAUS in Lauterbach und das MAL SEH’N in Frankfurt haben mit ihren prallen Programmen die Jury überzeugt und erhalten einen Spitzenpreis. Alle vier Kinos leisten unabhängig von ihrem Umfeld bemerkenswerte Arbeit und beweisen Mut zum Neuen. Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten, die sie einfallsreich nutzen. Filme können früher disponiert werden, Originalfassungen können problemlos an »OmU«-Tagen laufen. Trotzdem halten sie analoge Projektoren für Festivals oder Klassiker vor. Das MAL SEH’N Kino in Frankfurt zeigt regelmäßig Filme in Originalsprache mit oder ohne Untertitel. Dies ist nach wie vor eine Besonderheit und unbedingt unterstützenswert. Ergänzend zeigen sie nun auch Filme mit Audiodeskription. Das KINO TRAUMSTERN versteht es sein internationales Programm mit ansprechenden Zusatzveranstaltungen und Filmgästen zu bereichern. Es gibt thematisch programmierte Vorfilme und von Kindern animierte Trickfilme, um nur einige der tollen Programmideen zu nennen. Das CAPITOL KINO in Witzenhausen hatte über 250 verschiedene Filme im Programm und platziert ebenso wie das LICHTSPIELHAUS Lauterbach ganz selbstverständlich und erfolgreich Filmkunst neben Mainstream. Beide Kinos zeichnen sich durch ein hohes persönliches Engagement der Betreiber aus und wurden im vergangenen Jahr mit einem Besucheranstieg belohnt. Die Jury ist begeistert von den vielen tollen Ideen und der liebevollen Programmgestaltung. Die Kooperationen der Kinos sind bemerkenswert und bringen neuen Austausch und Input. Dieses leidenschaftliche und beständige Engagement der Kinobetreiberinnen und Kinobetreiber ist für das Publikum spürbar und wird auch in der Presse positiv wahrgenommen.

HESSISCHER KINOKULTURPREIS FÜR NICHT GEWERBLICHES KINO

Kommunales Kino Weiterstadt, Weiterstadt
Preisgeld: 4.000 €

Filmforum Höchst, Frankfurt
Preisgeld: 3.000 €

Kino des Deutschen Filmmuseums
, Frankfurt
Preisgeld: 3.000 €

Traumakino, Marburg
Preisgeld: 3.000 €

Caligari Filmbühne, Wiesbaden
Preisgeld: 2.000 €

Murnau-Filmtheater, Wiesbaden
Preisgeld: 2.000 €

Pupille – Kino in der Uni, Frankfurt
Preisgeld: 2.000 €

Kommunales Kino
, Eschborn
Preisgeld: 1.000 €

Jurybegründung Hessischer Kinokulturpreis für nicht gewerbliche Kinos und Kinoinitiativen: Seit 1974 ist das kommunale Kino Weiterstadt das einzige Kino vor Ort und schafft es seit Jahrzehnten ein breit gefächertes Publikum von jung bis alt zu erreichen und zu begeistern. Die fein abgestimmte Gestaltung des Programms erfolgt im Kollektiv. Dabei setzen die Kinomacherinnen und Kinomacher neben aktuellen Arthousefilmen auch auf Kurzfilme, Klassiker und Dokumentarfilme. Kinder und Jugendliche binden sie auf bemerkenswerte Art und Weise in die Programmgestaltung ein. Auch Filmreihen, Festivals und Sonderveranstaltungen mit Gästen stehen auf dem Programm oft in aufwendigen Programmheften präsentiert, manchmal sogar mehrsprachig. Das findet die Jury rundum ausgezeichnet, so dass es hier, neben der hervorragenden Arbeit der anderen nicht gewerblichen Kinos- und Kinoinitiativen einmal besonders herausgehoben werden soll.

Die Jury zu den Hessischen Kinokulturpreisen:
Die hessische Kinolandschaft ist geprägt von Vielfalt: In den urbanen Zentren finden sich Studenteninitiativen, kollektiv betriebene Kinoinitiativen, klassische Arthousecenter, Programmkinos, Filmmuseen oder kommunale Kinos. Insbesondere die Landeshauptstadt wartet mit zwei großartigen Playern auf, die sich wunderbar ergänzen. Auf dem Land schaffen es Kinos in Lauterbach, Lich oder Schlüchtern mit ihren Programmen ein wahrer Kulturmagnet zu sein und das Herzstück ihres Ortes. Während in den Städten die Kinos sich Herausforderungen wie der Konkurrenz durch andere Freizeit- und Kultureinrichtungen stellen, kämpfen die Landkinos erstaunlich erfolgreich mit einem vermeintlichen Standortnachteil. Sie beweisen mit großem Einfallsreichtum und Mut zu Neuem und Anderem, dass es möglich ist mit aufregenden Ideen, Besucher ins Kino zu locken. Engagierte Kinomacher und Kinomacherinnen machen sich erfolgreich Gedanken ihr Publikum zu finden und setzen dabei auch oft auf Kooperationen und die Einbindung von Gastspielen. Die Jury hatte viel Freude beim Lesen der Programme, die ein großes und interessantes Spektrum bei den gewerblichen, als auch bei den nicht gewerblichen Kinos aufzeigten. Insgesamt vergibt die Jury in diesem Jahr zwölf Kinokulturpreise für gewerbliche Kinos und acht Kinokulturpreise für nicht gewerbliche Kinos und Kinoinitiativen. Dabei zeichnet die Jury ein nicht gewerbliches Kino mit einem Spitzenpreis aus, das durch regelmäßige Neuformierung und herausragende Arbeit im Kollektiv über mehrere Generationen hinweg funktioniert. Anders als in den Vorjahren werden in der Kategorie „Gewerbliche Kinos“ vier Kinos innerhalb einer Spitzenpreisgruppe ausgezeichnet, die alle die besonderen Herausforderungen des Kinobetriebs auf bemerkenswerte Art und Weise bewältigen.

HESSISCHER FERNSEHPREIS: BESTE SCHAUSPIELERIN – Bester Schauspieler
(ohne Preisgelder)

HESSISCHER FERNSEHPREIS: BESTE SCHAUSPIELERIN

Preisträgerin: MARGARITA BROICH
Preisgeld: undotiert
Ausgezeichnet für ihre Rollen in
TATORT: WENDEHAMMER, Regie: Markus Imboden, 90 Minuten, Deutschland 2016
AUFBRUCH, Regie: Hermine Huntgeburth, 90 Minuten, Deutschland 2015

Jurybegründung:
Margarita Broich ist ein Phänomen. Eine Verwandlungskünstlerin, die keine komplizierten Frisurenkreationen braucht, um eine andere zu werden. Als verhärmt proletarisch-katholische Mutter in ‚Aufbruch‘ kriecht ihr der Mief der frühen 1960er Jahre förmlich aus allen Poren. Sie spricht mit vollem Mund und in vollem rheinischen Dialekt, den sie sich geradezu einverleibt hat.
Und dann leuchtet sie als Tatort-Kommissarin Anna Janneke, tanzt verführerisch und feminin, ist charmant und selbstbewusst und trickst selbst einen Zehnjährigen mit einem überraschenden Torschuss aus. Immer ist da diese umwerfende Körperlichkeit, mit der sie aus jeder Figur einen Solitär formt, der in keine Schublade passt.

HESSISCHER FERNSEHPREIS: BESTER SCHAUSPIELER

Preisträger: HEINO FERCH
Preisgeld: undotiert
Ausgezeichnet für seine Rolle in ALLMEN UND DIE LIBELLEN
Regie: Thomas Berger, 88 Minuten, Deutschland 2016

Jurybegründung:
Johann Friedrich von Allmen ist ein abgebrannter Lebemann, sympathischer Snob, Frauenheld, stets charmant, der selbstsicher und cool auch mit den größten Gefahren umgeht. Heino Ferch verkörpert diesen Allmen mit einer solchen stilistischen Sicherheit und erkennbaren Spielfreude, dass man ihm vom ersten Moment an gebannt und lustvoll bei jeder Schurkerei folgt und stets auf seiner Seite ist. Wartet man anfangs noch auf den Moment, in dem die Figur kippt und ihre Maske ablegt, so freut man sich im weiteren Verlauf des Filmes, dass dieser Moment ausbleibt. Heino Ferch spielt mit Grandezza und zeigt mit jeder Geste, jedem Blick, dass Stil keine Frage von Reichtum ist, sondern allein von der Haltung abhängt.
An der Seite des kongenialen Samuel Finzi gelingt es Heino Ferch, eine Figur von internationalem Format zu schaffen, die ein kleines bisschen über dem Boden zu schweben scheint und aus Haltung allerbeste Unterhaltung macht.

EHRENPREIS DES HESSISCHEN MINISTERPRÄSIDENTEN
(ohne Preisgeld)

Preisträger: KLAUS MARIA BRANDAUER
Preisgeld: undotiert

Ministerpräsident Volker Bouffier zu seiner Entscheidung:

„Klaus Maria Brandauer ist einer der herausragenden deutschsprachigen Theater- und Filmschauspieler der letzten 35 Jahre. Er nennt eine erstaunliche schauspielerische Vielfalt sein eigen, die er mit einer einnehmenden Präsenz verknüpft, mit der er sein internationales Publikum begeistert. Bereits ein Gigant an seiner künstlerischen Heimat, dem Wiener Burgtheater, drückt er mit „Mephisto“ über Nacht auch dem Kino seinen Stempel auf und bringt so Nicht-Theatergänger in den Genuß seiner überwältigenden Kunst. Große internationale Rollen folgen, doch Brandauer zieht es immer wieder zum Theater – als Schauspieler aber auch als Regisseur. Nicht zu vergessen seine Inszenierungen von Berthold Brechts „Dreigroschenoper“ oder Richard Wagners Oper „Lohengrin“. Klaus Maria Brandauer hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen, vor dem ich mich zutiefst verneige.

Hessischer Kulturpreis 2016 geht an Tamar Halperin und Andreas Scholl

kurhaus-650Ministerpräsident Volker Bouffier: „Außergewöhnliche Künstler,
die großes internationales Ansehen genießen“

Countertenor Andreas Scholl und die Pianistin Tamar Halperin aus Kiedrich im Rheingau-Taunus-Kreis sind die Preisträger des Hessischen Kulturpreises 2016. Die Auszeichnung ist mit 45.000 Euro der höchstdotierte Kulturpreis der Bundesrepublik Deutschland. Er wird am 4. November 2016 im Wiesbadener Kurhaus verliehen.

„Andreas Scholl ist ein herausragender Sänger, der sein Publikum mit seiner außergewöhnlichen Interpretationskunst und seiner klaren Stimme bezaubert. Als Countertenor hat er international Karriere gemacht und singt in den großen und bedeutenden Konzertsälen dieser Welt. Gemeinsam mit seiner israelischen Ehefrau Tamar Halperin baut er musikalische und kulturelle Brücken. Sie hat sich als Pianistin und Cembalistin ebenso wie ihr Ehemann der Barockmusik verschrieben, begeistert aber ebenso mit klassischem und zeitgenössischem Repertoire“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. „Tamar Halperin und Andreas Scholl genießen großes internationales Ansehen und tragen als Botschafter für Hessen zum guten Ruf des Landes bei. Ich freue mich sehr darauf, diesen hervorragenden Künstlern den Hessischen Kulturpreis zu überreichen.“

Über den Hessischen Kulturpreis:
Der Kulturpreis wurde in Anerkennung besonderer Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung das erste Mal 1982 verliehen. Dazu gehören neben der Literatur auch bildende Künste, Musik, Film, Wissenschaft und Leistungen in der Vermittlung von Kultur. Der oder die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einem Kuratorium ausgewählt. Im Kuratorium, dessen Vorsitz der Hessische Ministerpräsident innehat, sind neben dem Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, folgende Persönlichkeiten vertreten:

  • Jürgen Engel, Architekt, Frankfurt am Main
  • Susanne Gaensheimer, Kuratorin und Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt
  • Michael Herrmann, Intendant Rheingau Musik-Festival
  • Bernd Leifeld, ehemaliger Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs­GmbH
  • Michael Quast, Schauspieler, Kabarettist, Regisseur
  • Hans Sarkowicz, Leiter Ressort hr2 Kultur und Bildung
  • Dr. Gerhard Stadelmaier, Redakteur und Theaterkritiker im Feuilleton der FAZ
  • Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Main

 

Klaus Maria Brandauer erhält Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten Jochen Schropp moderiert den Hessischen Film- und Kinopreis

Frankfurt/Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute die ersten Nominierungen und den Ehrenpreisträger des diesjährigen Hessischen Film- und Kinopreises vorgestellt. Bei der Gala am 21. Oktober dürfen sich die Gäste auf den Moderator Jochen Schropp sowie zahlreiche Film- und Fernsehstars wie Heino Ferch, Nicolette Krebitz, Dani Levy, Rudolf Kowalski, Manfred Zapatka u.v.m. freuen. Als Musikact erwartet die Gäste die Schauspielerin Jasmin Tabatabai mit dem David Klein Quartett.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Der Hessische Film- und Kinopreis ist zu einem festen Bestanteil der deutschen Filmszene geworden. Darauf sind wir stolz. Ich freue mich sehr, dass in diesem Jahre beispielsweise der große Film- und Opernregisseur István Szabó und die Ausnahmeregisseurin Feo Aladag als Laudatoren zugesagt haben. Ebenso freue ich mich natürlich auf die vielen Filmschaffenden, die für das nationale und internationale Ansehen des Filmstandortes Hessen stehen.“

Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten 2016 erhält in diesem Jahr Klaus Maria Brandauer. Der 73-jährige Österreicher wurde zunächst als Schauspieler, später auch als Regisseur bekannt und gehört zu den wenigen Österreichern, die sich auch in Hollywood einen Namen machen konnten. Er bekam mehr amerikanische Kritikerpreise als irgendein anderer deutschsprachiger Filmschauspieler. Für die Rolle des Bror Blixen-Finecke in „Jenseits von Afrika“ erhielt Brandauer den Golden Globe und eine Oscar-Nominierung.

International bekannt wurde der Schauspieler im Jahr 1981 in der Rolle des Hendrik Höfgen in der Verfilmung des Klaus-Mann-Buches „Mephisto“ unter der Regie von István Szabó. Dieser und zwei weitere Filme unter der Leitung von Szabó mit Brandauer als Darsteller, nämlich „Oberst Redl“ und „Hanussen“, wurden für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. „Mephisto“ wurde mit dem Oscar ausgezeichnet.

Vielen Kinobesuchern ist Klaus Maria Brandauer in seiner Rolle des Maximilian Largo als Gegenspieler von Sean Connery im James-Bond-Film „Sag niemals nie“ aus dem Jahr 1983 bekannt.

Seit dem Jahr 1972 ist Brandauer Ensemblemitglied und Regisseur am Wiener Burgtheater. Er lehrt als Professor am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und ist zudem Vorsitzender des Vereins „Poesie im Ausseerland“, seinem Geburts- und Wohnort, der jeden Sommer Kulturprojekte realisiert, u.a. mit Studenten des Wiener Max-Reinhardt-Seminars den „Sommernachtstraum“ von William Shakespeare.

Seine Entscheidung begründete Ministerpräsident Volker Bouffier wie folgt: „Klaus Maria Brandauer ist einer der herausragenden deutschsprachigen Theater- und Filmschauspieler der letzten 35 Jahre. Er nennt eine erstaunliche schauspielerische Vielfalt sein eigen, die er mit einer einnehmenden Präsenz verknüpft, mit der er sein internationales Publikum begeistert. Bereits ein Gigant an seiner künstlerischen Heimat, dem Wiener Burgtheater, drückt er mit „Mephisto“ über Nacht auch dem Kino seinen Stempel auf und bringt so Nicht-Theatergänger in den Genuß seiner überwältigenden Kunst. Große internationale Rollen folgen, doch Brandauer zieht es immer wieder zum Theater – als Schauspieler aber auch als Regisseur. Nicht zu vergessen seine Inszenierungen von Berthold Brechts „Dreigroschenoper“ oder Richard Wagners Oper „Lohengrin“. Klaus Maria Brandauer hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen, vor dem ich mich zutiefst verneige.“

Der Hessische Film- und Kinopreis ist in diesem Jahr mit insgesamt 185.000 Euro dotiert.

In der Kategorie Hessischer Filmpreis – Spielfilm sind nominiert:

  • Die Welt der Wunderlichs (Regie: Dani Levy)
  • Jonathan (Regie: Piotr J. Lewandowski)
  • Fritz Lang (Regie: Gordian Maugg)

In der Kategorie Hessischer Filmpreis – Dokumentarfilm sind nominiert:

  • Ghostland – the view of the Ju’/Hoansi (Regie: Simon Stadler)
  • Meine Brüder und Schwestern im Norden (Regie: Sung-Hyung Cho )
  • Tokat – das Leben schlägt zurück (Regie: Andrea Stevens)

Die Nominierungen in beiden Kategorien sind mit je 5.000 Euro dotiert.

In der Kategorie Hessischer Fernsehpreis – Beste Schauspielerin sind nominiert:

  • Margarita Broich für ihre Leistungen in den Fernsehfilmen„Tatort – Wendehammer“ (Regie: Markus Imboden) und „Aufbruch“ (Regie: Hermine Huntgeburth)
  • Nicolette Krebitz für ihre Leistung in dem Fernsehfilm „Comeback der Träume“ (Regie: Jan Růžička)
  • Barbara Phillips für ihre Leistung in dem Fernsehfilm „Tatort – Es lebe der Tod“ (Regie: Sebastian Marka)

In der Kategorie Hessischer Fernsehpreis – Bester Schauspieler sind nominiert:

  • Heino Ferch für seine Leistung in dem Fernsehfilm „Allmen und die Libellen“ (Regie: Thomas Berger)
  • Wolfram Koch für seine Leistung in dem Fernsehfilm„Tatort – Wendehammer“ (Regie: Markus Imboden)
  • Nicholas Ofczarek für seine Leistung in dem Fernsehfilm „Tatort – Die Geschichte vom bösen Friederich“ (Regie: Hermine Huntgeburth)

Die Nominierungen für den Hessischen Fernsehpreis sind undotiert.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: Wir haben mit unserer neu strukturierten Filmförderung die Weichen für die Zukunft gestellt haben. Ein Schwerpunkt ist die Stärkung der Nachwuchsförderung. Künftig wird es neben der Förderung von Debüt- und Zweitfilmen auch Slate-Funding geben. Dies sind nur zwei Maßnahmen, mit denen wir noch bessere Bedingungen für Filme aus und in Hessen schaffen wollen. In jedem Fall setzen wir uns nach Kräften dafür ein, dass unsere Talente auch in Hessen bleiben und sich als Teil der hessischen Filmwirtschaft etablieren können. Dafür stehen ab 2017 mindestens 250.000 Euro zur Verfügung.“

Hinweis:
Der Hessische Rundfunk strahlt am Sonntag, dem 23. Oktober 2016 um 18:30 Uhr eine
30-minütige Sondersendung mit dem Titel „Die hessischen Oscars – der Hessische Film- und Kinopreis 2016“ aus.

Aktuelle Informationen zum Hessischen Filmpreis unter www.hessischer-filmpreis.de  und vertiefende Informationen zu den Nominierungen

Intendant Laufenberg bleibt bis 2024 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden

Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters . Hier auf der Pressekonferenz der Maifestspiele. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture
Uwe Eric Laufenberg, Intendant des Hessischen Staatstheaters . Hier auf der Pressekonferenz der Maifestspiele. Foto: Diether v. Goddenthow © massow-picture

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein zeigte sich heute sehr erfreut über die Entscheidung von Uwe Eric Laufenberg, seinen Intendantenvertrag frühzeitig bis zum Jahr 2024 zu verlängern. Damit haben die rund 600 Beschäftigten am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, das zu 52 Prozent vom Land Hessen und zu 48 Prozent von der Stadt Wiesbaden getragen wird, Planungssicherheit.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Ich freue mich sehr, dass es uns gemeinsam mit der Stadt Wiesbaden gelungen ist, den erfolgreichen Intendanten langfristig an das Hessische Staatstheater zu binden. Uwe Eric Laufenberg leistet seit seinem Amtsantritt im August 2014 eine hochklassige künstlerische Arbeit. Jüngstes Beispiel ist die neu konzipierte Schauspielbiennale. Mit der Verpflichtung bis zum Jahr 2024 ist das Staatstheater Wiesbaden für die Zukunft hervorragend aufgestellt.“

Die Kulturdezernentin der Stadt Wiesbaden, Rose-Lore Scholz, ergänzt: „Intendant Laufenberg ist in Wiesbaden angekommen. In den beiden Spielzeiten hat Uwe Eric Laufenberg die in ihn gesetzten Erwartungen voll erfüllt. Ebenso hat er das Wiesbadener Publikum mit seiner künstlerischen Konzeption der Maifestspiele überzeugt.“

Uwe Eric Laufenberg, geboren 1960 in Köln, war als Schauspieler und Regisseur am Schauspiel Frankfurt, am Schauspiel Köln (1990-1993) und am Schauspielhaus Zürich tätig, anschließend als Oberspielleiter am Maxim-Gorki-Theater in Berlin (1996-2000). Gastinszenierungen von ihm waren ab 1993 unter anderem am Deutschen Theater Berlin, Residenztheater München und Burgtheater Wien zu sehen. Operninszenierungen erarbeitete er u. a. am Landestheater Linz („Der Ring des Nibelungen“), an der Wiener Staatsoper („Elektra“), Semperoper Dresden, am Gran Teatre del Liceu Barcelona, Théâtre Royal de la Monnaie Brüssel, an der Komischen Oper Berlin sowie an der Staatsoper Hamburg. 2004-2009 war er Intendant des Hans Otto Theaters Potsdam und 2009-2012 Intendant der Oper Köln.

Seit Beginn der Spielzeit 2014/2015 ist er Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Dort eröffnete er mit Richard Strauss’ „Die Frau ohne Schatten“, darauffolgend inszenierte er Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ und im Schauspiel Thomas Manns „Buddenbrooks“. Auch adaptierte er seine Inszenierung von Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ für Wiesbaden, die bereits in Potsdam, Köln und im Irak (Sulaymaniyah) zu sehen war. Die Spielzeit 2015/2016 beginnt in der Oper mit Uwe Eric Laufenbergs Inszenierung von „Otello“, anschließend führt er bei „Così fan tutte“ sowie im Schauspiel bei „Hedda Gabler“ Regie. Bei den Bayreuther Festspielen 2016 hat er den „Parsifal“ inszeniert.

Boris Rhein eröffnet in Peking zweiten Teil der gemeinsamen Ausstellung von B3 und der Beijing Media Art Biennale 2016

B3 auf der Beijing Design Week Minister eröffnet zweiten Teil der gemeinsamen Ausstellung von B3 und der Beijing Media Art Biennale 2016

Wiesbaden/Peking. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein hat heute im Pekinger Museum des China Millennium Monument den zweiten Teil der gemeinsamen Ausstellung von B3 und der „Beijing Media Art Biennale 2016“ (BMAB) auf der Beijing Design Week in Peking eröffnet. Bei der Ausstellung interpretieren 60 chinesische und internationale zeitgenössische Künstler das Ausstellungsthema „Ethics of Technology“. Die B3 steuert hier mehr als 30 Werke bei. Die Schau wird an zwei Orten gezeigt: im Museum des China Millennium Monument und in der Central Academy of Fine Arts (CAFA), wo der Minister bereits am Samstag den ersten Teil der Ausstellung eröffnete.

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein: „Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst will als Träger der B3 sowohl den interkulturellen Austausch fördern als auch die B3 als Leitmedium und Businessplattform für die hessische Film- und Medienwirtschaft etablieren. Die Kooperation zwischen der B3 und der Beijing Media Art Biennale soll auf kultureller, künstlerischer, geschäftlicher und technischer Ebene einer engeren kulturpolitischen, aber auch kulturwirtschaftlichen Zusammenarbeit den Boden bereiten“

Mit zeitgleich stattfindenden Ausstellungen, Screenings und Panels, die interdisziplinär und crossmedial angelegt sein werden, präsentieren die B3 und die BMAB ab 25. September 2016 parallel zur und in Kooperation mit der Beijing Design Week (ca. fünf Millionen erwartete Besucher) rund 60 chinesische und internationale Künstler, die zwischen den Medienwelten wandeln und neue Sichtweisen bieten. Geplant ist, in diesem Rahmen auch Preisträger des B3 Awards BEN 2015 und 2013 sowie ausgewählte, regionale, nationale und internationale Künstler, Projekte und Filmreihen zu präsentieren. Im Gegenzug werden dann 15 ausgewählte Arbeiten der Ausstellungen „BMAB + B3 2016“ während der B3 2017 in Frankfurt gezeigt.

„Ich freue mich sehr, dass wir nun eine weitere Etappe der Zusammenarbeit erleben. Wenn im Laufe der Design Week mehr als fünf Millionen Besucher nach Peking kommen, schauen davon auch viele bei unserer gemeinsamen Ausstellung zum Leitthema ‚Ethics of Technology‘ vorbei – das ist ein riesiger Erfolg für die B3, aber auch für die gesamte hessische Kreativwirtschaft! Mein besonderer Dank richtet sich an die Central Academy of Fine Arts Beijing, die Beijing Design Week sowie die Hochschule für Gestaltung Offenbach als Initiatoren und Realisatoren dieser wegweisenden chinesisch-deutschen Kulturkooperation“, sagte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein abschließend.

Die dritte Ausgabe der B3 Biennale des bewegten Bildes findet vom 29. November bis 3. Dezember 2017 unter dem neuen Leitthema ON DESIRE in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet statt. Dabei werden erneut rund 200 regionale, nationale und internationale Künstler und Medienschaffende aus den Bereichen Kunst, Kino, TV, Games, Design, Kommunikation und VR-Immersion erwartet. Der Startschuss fällt nun mit den Ausstellungseröffnungen in den chinesischen Metropolen Peking und Shanghai.

Leitthema der B3 ist im Herbst 2017 „ON DESIRE. Über das Begehren“. Festivalleiter Prof. Bernd Kracke: „Das Begehren als Begierde, Wunsch, Lust oder Hoffnung und deren Umsetzung in bewegtes Bild werden künstlerisch, gesellschaftlich, politisch, gesellschaftspolitisch oder historisch beleuchtet und kritisch hinterfragt. Die B3 schaut hierbei ebenso auf das Begehren des Individuums, wie auch auf die Ansprache und Mobilisierung kollektiver Sehnsüchte und Hoffnungen.“ Das Leitthema wird in den drei bewährten B3-Modulen Parcours, Festival und Campus/Markt aus verschiedensten Blickwinkeln betrachtet und untersucht. Herzstück ist die Sonderausstellung ON DESIRE, die ab Mitte Oktober 2017 bis Januar 2018 gezeigt werden wird.“