Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

„Ins Freie! 2“: Hessen fördert 51 Festivals im Sommer mit 4,3 Millionen Euro – ein kleiner Überblick

Archivfoto FFH Just-White
Archivfoto FFH Just-White

Wiesbaden. 51 Open-Air-Festivals erhalten in diesem Sommer in der Neuauflage des Programms „Ins Freie!“ Förderung des Landes Hessen. Sie soll helfen, vor dem Hintergrund der andauernden Herausforderung durch die Corona-Pandemie nachhaltige Strukturen für attraktive Kulturangebote unter freiem Himmel zu etablieren. Das Programm richtet sich insbesondere an miteinander kooperierende Kulturveranstalter, Pop-Up-Bühnen und Freiluftkinos, die auch über 2022 hinaus gemeinsam Open-Air-Kultur betreiben wollen. Der Fokus liegt deshalb – neben den Programmen selbst – auf Zuschüssen für Investitionen etwa in mobile Bühnen und Tontechnik, Überdachungen und transportable Bestuhlung. Ein Schwerpunkt liegt auf Veranstaltungen in ländlichen Räumen, denen mindestens ein Viertel der Fördermittel zugutekommt. Die Fördersummen reichen von rund 12.000 Euro bis zur maximal zu vergebenden Förderung von 250.000 Euro. Insgesamt werden die Festivals mit rund 4,3 Millionen Euro gefördert, hinzu kommen 300.000 Euro für Freiluftkinos.

„Im vergangenen Sommer hat ,Ins Freie!‘ viele unvergessliche Kulturereignisse trotz Corona ermöglicht, Künstlerinnen und Künstlern Auftrittsmöglichkeiten gegeben und Dienstleistern Aufträge verschafft. Viele neue Kooperationen sind entstanden. Aus vielen Kommunen kam der Wunsch, an Kultur im öffentlichen Raum festhalten zu wollen – daran knüpfen wir mit ,Ins Freie! 2‘ an und wollen möglichst viele Festivals und Reihen die Mittel an die Hand geben, auch über 2022 hinaus weiterzumachen. Das wäre das ein großartiges Beispiel dafür, dass selbst von einer so furchtbaren Zeit wie der Corona-Pandemie positive Impulse ausgehen können“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Derzeit allerdings steht die Kulturbranche noch vor großen Herausforderungen. In geschlossenen Räumen ist die Nachfrage weiter gering; viele Menschen haben offenbar einfach noch kein gutes Gefühl dabei, zu eng mit anderen in Innenräumen zusammenzusitzen. Freiluftveranstaltungen sind nach wie vor sicherer. Deshalb freuen wir uns auf einen weiteren Sommer der bunten und vielfältigen Kultur, mit großen und kleinen Open-Air-Veranstaltungen, im Ballungsraum wie in ländlichen Räumen, in Großstädten wie in kleinen Kommunen.“

„Ich danke unserem Kooperationspartner Diehl+Ritter herzlich für die Prüfung der Anträge und die Beratung der Antragstellenden“, so Ministerin Dorn weiter. Anträge wurden in der Reihenfolge bearbeitet, in der sie eingingen. Mittlerweile ist das Antragsportal geschlossen.

Einige Beispiele:
Den 2. Rödermärker Kultursommer organisieren das Alternative Zentrum und der Jazzclub Rödermark, die Freunde im Dinjerhof und THEATER & nedelmann. Innerhalb von drei Monaten wird es mehr als 60 Veranstaltungen geben – Musik unterschiedlichster Stilrichtungen, Kabarett, Lesungen und Theater für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Mehr unter: https://kultursommer-rödermark.de/

Der erste Breckenheimer Kultursommer des Breckenheimer Kulturklubs will mit insgesamt 15 Veranstaltungen in den Wiesbadener Osten locken. Vom Auftakt mit Bluesgitarrist Biber Herrmann über schottische Melodien in den Werken Beethovens bis zu Lustisch Gebabbel reicht das Spektrum. https://www.kulturklub-breckenheim.de/kultursommer-2022.html

Beim zweiten Kultursommer Rhein-Main 2022 der Naturfreunde Frankfurt sind insgesamt 38 Veranstaltungen mit Musik, Lesungen, Filmen und Ausstellungen geplant sowie Workshops zum Malen und Musizieren in den Naturfreundehäusern in Dieburg, Rodenbach, Egelsbach, Rüsselsheim, Wiesbaden und Frankfurt. https://www.naturfreunde-hessen.de/kultursommer-rhein-main-hat-begonnen

Im August findet erstmals das Lindenfels Festival – LIFE’22 statt. Neben Musiksessions und Kunst-Workshops sind auch Veranstaltungen wie Yoga, Thai Chi, Judo und Pflanzendruck vorgesehen – alles rund um die Burgruine und die Altstadt in Lindenfels. https://www.lindenfels-festival.de/Home

Die Dramatische Bühne, das Freie Theaterhaus und die Landungsbrücken Frankfurt legen nach dem großen Erfolg 2021 erneut ein Freilichtfestival im Frankfurter Grüneburgpark auf mit bis zu vier Veranstaltungen täglich: Klassiker, Off-Theater, Stücke für junge Menschen. Diesmal gibt es auch ein Literaturfestival mit klassischer Musik. https://www.diedramatischebuehne.de/details/freilichtfestival-2022/

Das Take me to the Moon-Festival bietet vom 9. bis 12. Juni 2022 für vier Tage und Nächte ein abwechslungsreiches Festivalprogramm in der Natur: am Pfordter See in Schlitz. Mehr als 35 Künstlerinnen und Künstler auf drei Bühnen, ein DJ-Floor mit Cocktailbar, ein galaktisches Heukino, ein Lesezelt und buntes Marktgeschehen warten auf Besucherinnen und Besucher. https://www.take-me-to-the-moon.de/

Die Kreismusikschule Oberlahn organisiert gemeinsam mit dem Weilburger Märchenhaus das Programm wellenSchlag22. Bei 20 Konzerten präsentiert die Reihe Musik zu alten und neuen Märchen aus Weilburg und der Region. Bei Mitmachkonzerten geht es um den Riesen Ualt und die Köhlerhexe, die vor Urzeiten in den Wäldern hausten. https://kreismusikschule-oberlahn.de/wellenschlag22/

Zum zweiten Mal präsentiert der Förderverein Gartenschau 2022 Bad Schwalbach den Kultursommer Bad Schwalbach in Zusammenarbeit mit der Waldbühne, L’Operá Piccola, dem Verein „So Geht’s!“ sowie der Kulturvereinigung Bad Schwalbach. Die Vereine organisieren elf Veranstaltungen im Kurpark Bad Schwalbach: vom Auftakt mit Nessi Tausendschön über den Kabarettisten Martin Herrman bis Rigoletto. https://www.fv-bad-schwalbach.de/kultursommer

Die Kw8-Werkstatt für Theater und Kultur lässt den „Just for Fun Express“ durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg rollen. Er bringt Straßentheater direkt zu den Menschen. Mit einem Lastenrad als Transportmittel werden umweltfreundlich und unkompliziert Hinterhöfe, private Gärten und Initiativen angefahren und bespielt. https://justforfun-express.de/

Informationen zu allen geförderten Festivals auf kunst.hessen.de/insfreie2

Land Hessen fördert Bulliwood-Filmprojekt zum Thema „Respekt“ mit 24.000 Euro

Jugendliche entwickeln Kurzfilm über Gewissenskonflikt im Freundeskreis
Wiesbaden/Niedenstein. Der Verein Bulliwood – Filme auf Rädern bringt gemeinsam mit Jugendlichen aus Nordhessen eine Miniserie zum Thema Respekt auf die Leinwand. Im vergangenen Jahr wurde das Drehbuch entwickelt; in diesem Jahr probt, dreht und schneidet die Gruppe und setzt damit ihre Ideen in die Tat um. Diesen zweiten Projektteil fördert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit 24.640 Euro.

„Miniserien bieten mehr Raum für Plot und Charakterentwicklung als ein Film, sind aber trotzdem auf ein paar Folgen begrenzt – und damit ein guter Rahmen für das spannende Projekt, dessen Thema hochaktuell ist“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Gerade vor dem Hintergrund eines furchtbaren Krieges und einer noch nicht beendeten Pandemie ist der Respekt vor der Unversehrtheit und Gesundheit unserer Mitmenschen wichtiger denn je. Aber nicht nur das Thema, auch der Schaffensprozess ist wichtig: Es geht darum Verantwortung im Team zu übernehmen, die Kompromissfähigkeit zu stärken, demokratische Entscheidungen zu treffen und zum Schluss einen Erfolg zu erleben. Diesen Prozess unterstützen wir gern. Kinder und Jugendlichen können zu klugen und kreativen Köpfen heranwachsen. Mir ist wichtig, dass sie alle auch die Chance dazu bekommen, dieses Potenzial zu entfalten, ganz gleich, welche Muttersprache sie sprechen, welches Einkommen ihre Eltern haben und ob sie in der Stadt wohnen oder auf dem Land. Dazu leisten Angebote der kulturellen Bildung wie die des Bulliwood-Filmmobils einen wichtigen Beitrag. Ich bin sehr gespannt auf den fertigen Film!“

In der Geschichte muss sich die Hauptfigur Bastian zwischen zwei Freundeskreisen entscheiden: Er ist Mitglied einer Gruppe, die sich vorrangig zum Fahrradreparieren trifft, unter Einfluss des Leiters Maximilian aber mit rechtem Gedankengut herumspielt und sich zunehmend radikalisiert. Gleichzeitig freundet sich Bastian mit einer Migrantenfamilie an – und muss sich in einer dramatischen Situation zwischen den Freundesgruppen entscheiden. Der Plot wurde von Anfang an zusammen mit Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren entwickelt; sie alle haben vorher bei mindestens einem der Filmprojekte des Bulliwood-Filmmobils mitgemacht. Das Drehbuch entstand größtenteils in Online-Treffen, da die Jugendlichen verstreut in ganz Nordhessen zu Hause sind. Die Proben und Dreharbeiten finden in den Osterferien statt – Drehorte sind unter anderem das Hallenbad Niedenstein, die „Kleidertüte“ in Niedenstein-Ermeteis und der Mehrgenerationenspielplatz Edermünde-Besse. Die siebenteilige Miniserie soll voraussichtlich im Juli 2022 mit einem Fest präsentiert werden.

Der Verein Bulliwood – Filme auf Rädern mit Sitz in Niedenstein (Schwalm-Eder-Kreis) initiiert kulturelle Projekte mit Schwerpunkt Theater und Film für Kinder, Jugendliche und generationenübergreifende Zielgruppen speziell im ländlichen Raum. Ein Schwerpunkt sind die Workshops, in denen junge Filmfans an fünf Tagen eigene Kurzfilme erarbeiten und zum Schluss einem Publikum präsentieren.

Spaß an Kunst und Kultur: „Kulturkoffer“ fördert 21 Projekte mit 337.000 Euro Kulturvermittlung von Rap über Rostkunst bis Roboterbau

Wiesbaden. Von Rap über Rostkunst bis Roboterbau: Projekte der Kulturvermittlung aller Sparten fördert das Land auch 2022 im „Kulturkoffer“ mit insgesamt 337.000 Euro für 21 ausgewählte Projekte. Die Auswahl traf eine Jury unter Leitung der Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen, die das vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) finanzierte Förderprogramm umsetzt. Mit dem Förderprogramm Kulturkoffer möchte das Land vor allem Kindern und Jugendlichen, aber auch generationenübergreifend, unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Umfeld den Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen.

„In allen Menschen steckt kreatives Potenzial, und alle können Spaß an Kunst und Kultur haben. Mir ist wichtig, dass sie alle die Chance bekommen, dieses Potenzial zu entfalten, ganz gleich, welche Muttersprache sie sprechen, was sie oder ihre Eltern verdienen und ob sie in der Stadt wohnen oder auf dem Land“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Mit dem ,Kulturkoffer‘ unterstützen wir sie dabei, den Zugang zu Kunst und Kultur in all ihrer Vielfalt zu ermöglichen. Dabei erforschen sie die Welt der Mode und bauen Roboter, beschäftigen sich mit HipHop, Trickfilmen und Theater oder malen mit Rost – ich bin sehr neugierig, was dabei herauskommt. Die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen ist dabei eine starke Partnerin, der ich sehr für die vertrauensvolle Zusammenarbeit danken möchte.“

„Wir freuen uns, dass die LKB als Verband erneut zur Förderung der Kulturellen Bildungslandschaft beiträgt und so die kulturellen Teilhabemöglichkeiten von überwiegend jungen Menschen hessenweit voranbringt“, ergänzen die Vorsitzenden der LKB, Lothar Behounek und Dr. Gabriele König. 26 Anträge wurden für 2022 eingereicht, etwas weniger als im Vorjahr (34) und vor Beginn der Corona-Pandemie. Die Projektpartnerinnen gehen davon aus, dass nach dem Abklingen der Pandemie mit einer besseren Planbarkeit auch wieder eine größere Zahl von Angeboten entsteht und wieder mehr Anträge gestellt werden.

Die 21 ausgewählten Projekte:

ARThaus & Regenbogenschule Altheim: „Keine Bange“ – Münster-Altheim, Kreis Darmstadt-Dieburg
In wöchentlich stattfindenden Ateliers arbeiten die Teilnehmenden im Alter von 6 bis 10 Jahren gestalterisch, tänzerisch, theatral und musikalisch zum Thema Angst. Die Ergebnisse werden Ende des Jahres zusammengeführt und öffentlich präsentiert.

Buchkinder Kassel & Schlachthof Kassel: „VOR:W:ORT“ – Kassel
Das Projekt VOR:W:ORT lädt Kinder und Jugendliche von 6 bis 14 dazu ein, sich spielerisch und kreativ mit Sprache(n), Wörtern, Bildern und dem Thema „Ich-Du-Wir“ auseinander zu setzen, Geschichten zu erfahren und eigene Geschichten zu erzählen. Durch die zusammengetragenen Geschichten entsteht ein kollektives Bild des interkulturellen und gesellschaftlichen Zusammenlebens der jungen Menschen.

Forum für Interkulturellen Dialog & Rüsselsheimer Kunst- und Kulturverein: „Alles duftet nach Erfolg. Hip-Hop zwischen Kultur, Geld und Gewalt“ – Frankfurt
Hip-Hop ist die größte Jugendkultur unserer Zeit. In der öffentlichen Wahrnehmung schwankt Hip-Hop zwischen Glorifizierung als Medium des Empowerments sowie Sprachrohr für marginalisierte Gruppen und massiver Kritik, eine Plattform für Diskriminierung, Gewalt und Drogenkonsum zu sein. Dazu kommt eine zunehmende Kommerzialisierung. In dem Projekt mit Teilnehmenden zwischen 15 und 20 Jahren werden alle Perspektiven ernst genommen: die Potenziale sollen erforscht und ausprobiert werden, aber auch Probleme sind Teil der kreativen Auseinandersetzung.

FRISCH & Jugendamt Odenwaldkreis: „Kulturhalle nimmt Form an – Wir nehmen den Aufwind mit ins künstlerische 2022!“ – Erbach, Odenwaldkreis
Die neugegründete Kulturhalle vereint viele Kunstsparten unter einem Dach und bietet Menschen aller Altersgruppen und sozialer Hintergründe im strukturschwachen ländlichen Raum die Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten. Im Rahmen der Kulturkoffer-Förderung bietet sie Malort, Kreativort, Bewegungsort und Bauort an.

Gießen@Schule.de & KreativRAUM Mal- und Kunstschule Gießen: „Wohin fährst Du? Teil III“ – Gießen
In Teil I des Projekts „Wohin fährst du?“ fragten sich die Teilnehmenden, welche Ziele sie gerne entdecken würden. In Teil II setzten sich die Kinder damit auseinander, wohin die eigene Reise (des Lebens) führen soll. Im abschließenden dritten Teil der Projektreihe gehen sie der Frage nach, was sie auf ihren Reisen vorfinden und was das mit ihnen selbst zu tun haben kann. Eine gemeinsam erarbeitete Ausstellung wird die Ergebnisse aller drei Teile zusammenführen und präsentieren.

Glogowksi/Hoesch & DRK Bezirksverband Frankfurt, Künstlerhaus Mousonturm, Herder-Schule: „Die Macht der Dinge“ – Frankfurt
Was macht das Smartphone in der Tasche, wenn ich nicht darauf gucke? Bestellt mein Kühlschrank Pizza und ich weiß nichts davon? In dem fünftägigen Ferienprojekt „Die Macht der Dinge“ erforschen Teilnehmende von 11-15 Jahren die Welt der analogen und der digitalen Dinge des Alltags mit den Mitteln des Objekttheaters, der Musik und der Elektronik in Workshops zu elektronischer Musik, Mode und Roboterbau.

Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus & Historisches Museum: „Zeichen Zeit“ – Frankfurt
Im Projekt „Zeichen Zeit“ steht künstlerisches Erforschen des Stadtraums im Fokus. Zeichnerisch porträtieren Teilnehmende ab 14 Jahren Orte im Freien, die sie gemeinsam auswählen. Sie erforschen, wie sich die Szenerie mit den Tageszeiten wandelt und was die Besonderheiten sowie Alltäglichkeiten des Ortes sind.

Jugendpflege Marktflecken Weilmünster & 1001 Traum: „Patina und Rost in der Metamorphose – Ein Ferienprojekt“ – Weilmünster, Limburg-Weilburg
Teilnehmende von 10 bis 15 Jahren arbeiten mit einem lokalen Künstler. Sie lösen mit Oxidationsmitteln auf verschiedenen Oberflächen Metamorphosen aus: Rost- und Patina-Effekte hervorrufen. Nach einer individuellen experimentellen Phase entwerfen sie ein kollektives Werk, das an mehreren Orten ausgestellt wird.

Kulturenwerkstatt & Adolf-Reichwein-Schule Limburg, Theaterschule im Alten Kalkwerk: „Gerechtigkeit hat viele Gesichter“ – Limburg, Limburg Weilburg

Mittels Theater, Musik, Literatur, Tanz und Video entstehen in wöchentlichen Workshops zu je einer Kunstform Module, die sowohl für sich alleine wirken können, als auch in Verbindung miteinander ein Gesamtwerk werden. Verbindendes Element ist das Thema Gerechtigkeit, das unter den Stichworten Chancen, Generationen, Globalisierung und Umwelt reflektiert wird und einen künstlerischen Ausdruck findet.

Kulturzentrum Schlachthof & Kunsthochschule Kassel: „Die Film- und Kinowerkstatt / Sommer in unserer Stadt“ – Kassel
Der Ferienworkshop führt Teilnehmende ab 8 Jahren an das Medium Film heran. In der ersten Phase produzieren sie eigene kurze Trickfilme. In der zweiten Phase werden sie zu Kuratorinnen und Kuratoren und gestalten ein Sommerfilmprogramm. Vor den Hauptfilmen werden jeweils die entstanden Kurzfilme gezeigt.

kunstrasen giessen & AWO Jugendhilfe Gießen: „hungry eyes – film academy 2022“ – Gießen
Im Filmworkshop können sich Teilnehmende von 12 bis 21 Jahren die selbst im Filmschaffen ausprobieren: vor oder hinter der Kamera, am Ton, auf dem Regiestuhl oder am Schnitttisch. Die Produktionen werden auf dem Hungry Eyes Festival gezeigt und die Teilnehmenden als Filmschaffende dort eingeladen.

protagon – Freunde und Förderer freier Theateraktion & Wetteraussicht: „auf.brechen – interkulturelles und intergeneratives Theater- und Kulturprojekt in der Wetterau mit abschließendem bARTer – inklusivem Kulturtauschhandel und Gastspielen“ – Bingenheim, Wetterau

Der Theaterworkshop zum Thema „Aufbruch, Ankommen und Migration“ will generationsübergreifende und interkulturelle Begegnungen anstoßen. In einem kollektiven Prozess entwickeln sie eine 40-minütige Performance, die in Bingenheim und in der Wetterau aufgeführt wird. Teil des Konzepts ist es, die Dorfgemeinschaft zu ermutigen, statt mit Geld mit eigenen Darbietungen für den Eintritt zu „zahlen“.

Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt & Diakonisches Werk Darmstadt-Dieburg, Gemeinwesenarbeit Akazienweg: „Kunst als Weg zum Selbst erleben und Selbst spüren“ – Darmstadt
Selbstdarstellung findet in Zeiten von Social Media ununterbrochen statt, etwa in Form von Selfies. Das Projekt soll Teilnehmenden mit künstlerischer Methoden einen Raum für eine bewusste Auseinandersetzung mit sich selbst, der eigenen gesellschaftlichen Rolle, dem Abgleich zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der emotionalen Wahrnehmung des Selbst geben.

Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim & Werkstätten für Behinderte Rhein-Main: „Sommer: Wasser, Wind und Sonnenkunst“ – Rüsselsheim, Kreis Groß-Gerau
Klimaschutz, nachhaltige Lebensweise und der Erhalt guter Umwelt- und Lebensbedingungen auf der ganzen Welt spielen gerade für junge Menschen eine große Rolle. Für Jugendliche mit kognitiver Beeinträchtigung bleiben sie aber oft schwer verständliche Schlagworte. Im Projekt können sie Wetterphänomene, Klima und die Kraft der regenerativen Energien näher untersuchen. Die Ergebnisse werden künstlerisch bearbeitet und so sicht- und erfahrbar gemacht.

Stadttheater Friedberg & Fünf-Finger-Treff Friedberg: „Kasper (fliegt in die Usa) _ Outtakes“ – Friedberg, Wetterau
Das Sommerferienprojekt schließt an ein Kinder-Theaterstück namens „Kasper fliegt in die Usa an“. Die Inszenierung spielt mit Doppeldeutigkeit: Die USA sind ein (Urlaubs-)Land, die Usa ist ein Bach, der durch Friedberg fließt. Kinder bis 12 beschäftigen sich mit ihren Urlaubserlebnissen in all ihrer Unterschiedlichkeit, aber auch mit ihren Urlaubswünschen und deren Bedingungen, ob finanzieller oder kultureller Natur, wenn beispielsweise Herkunftsländer der Eltern besucht werden.

Stiftung Opelvillen & Diakonisches Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim: „Ich erzähle Dir von mir!“ – Rüsselsheim, Kreis Groß-Gerau
Ausgehend von den Fragen „Wer bin ich“, „Wer will ich sein?“ und „In was für einer Welt möchte ich leben?“ leiten Kunstvermittelnde und Kunstschaffende ein mehrmonatiges Kunst- und Performanceprojekt 10- bis 16-Jährige. Kinder und Jugendliche können so die eigene Persönlichkeit zu erkunden und kreativ ausdrücken.

thearte Theaterkunst und Kommunikation & documenta fifteen: „Kunst trifft Kunst. Kinder und Jugendliche im Dialog mit documenta-fifteen-Kunstwerken“ – Kassel

Das Projekt will ein vom Vermittlungsprogramm der documenta fifteen unabhängiges Format sein, das Kunstrezeption als Ausgangspunkt für eigene kreative Schaffensprozesse nimmt. Dabei sollen Eltern und Kinder zwischen 5 und 16 Jahren Kunstwerke besuchen und sich ihnen über Tanz, Theater und Performance nähern. So treten sie spielerisch in einen Dialog der eigenen Interpretation und Phantasie.

thearte Theaterkunst und Kommunikation & Evangelische Kirchengemeinde Kreuzkirche: „Wie automatisch wollen wir leben?“ – Kassel
Maschinen nehmen uns viele Aufgaben ab – wie weit soll, kann, darf der Einfluss der Technik gehen? Dieser Frage werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene spielerisch, künstlerisch und experimentell nachgehen. Ziel ist es, mechanische, elektrische und elektronische Technik für kreative Prozesse erfahrbar zu machen, sie zweckentfremden, verändern und selbst gestalten zu können.

TheaterGrueneSosse & Deutsches Architekturmuseum: „EinLADEN! (Von der) Poesie des leeren Raumes“ – Frankfurt
EinLADEN möchte mit Teilnehmenden zwischen 9 und 18 Jahren den Stadtraum neu denken. Können durch Leerstand neue Perspektiven aufs Zusammenleben entwickelt werden? Wo können sich junge und unterrepräsentierte Menschen in der Großstadt dauerhaft aufhalten? Wie können sie sich verknüpfen, temporär und nachhaltig, und sich neue Formen der Stadtraumnutzung vorstellen?

Verein für interkulturelle Bildung und Begegnung & an.ge.kommen: „sound of work / Ein Musik-Performance Workshop“ – Gießen
‚Sound of work‘ ist ein zweiwöchiger Musik-Performance Workshop in Gießen für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren. Im Rahmen des Workshops beschäftigen sich die Teilnehmenden mit ihren Erwartungen, Wünschen und Vorstellungen an ihre berufliche Zukunft. Zentrale Themen sind ihre persönlichen Definitionen von Arbeit und ihren Vorstellungen von der Beziehung zwischen Arbeit und Leben.

Zukunftsdorf Waldhof & AndiamoKollektiv, Nassau-Oranien Grundschule Beilstein/Greifenstein, Seniorenbeirat Ehringshausen: „Meine Lieblingsmusik – ein generationenübergreifendes Musik- und Tanztheaterprojekt“ – Greifenstein, Lahn-Dill-Kreis

Im generationenübergreifenden Projekt setzen sich Kinder und Seniorinnen und Senioren sowohl parallel als auch gemeinsam in regelmäßigen Angeboten mit den künstlerischen Ausdrucksformen Musik, Tanz, Bewegung und Theater auseinander. Das mehrmonatige Projekt schließt mit einer gemeinsamen Aufführung ab.

Mitglieder der Jury: Dr. Gabriele König (LKB), Philipp Aubel (QueerScope e.V.), Jörg-Uwe Funk (Deutscher Städtetag), Dalibor Marković (Freier Autor), Andreas Meder (No Limits Festival), Nhu Y Linda Nguyen (Kunsthochschule Mainz), Christina Reinsch (Hessischer Museumsverband), Dr. Katharina Schröck (HMWK), Lynn Stovall (LAG Soziale Brennpunkte), Theresa Tamoszus (HMWK)

„Junge Musik Hessen“ ist neue Heimat der hessischen Landesjugendensembles – Neues Dach für Sinfonie-, Blas- und Jazzorchester sowie Jugendchor

Landesjugendblasorchester © Foto Junge Musik Hessen gGmbH
Landesjugendblasorchester © Foto Junge Musik Hessen gGmbH

Wiesbaden. Die vier hessischen Landesjugendensembles haben seit Jahresbeginn ein gemeinsames Dach: die Junge Musik Hessen gGmbH. Zuvor waren die Nachwuchsensembles in verschiedenen Strukturen eingebunden: das Landesjugendblasorchester in der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Musikverbände, der Landesjugendchor im Hessischen Sängerbund, das Landesjugendjazzorchester in einem privaten Trägerverein. Das Landesjugendsinfonieorchester ist schon seit einigen Jahren als landeseigene gGmbH organisiert, die nun um Jugendchor, Blas- und Jazzorchester erweitert und in „Junge Musik Hessen“ umbenannt wurde.

„Musik macht glücklich – und sie verbindet Menschen. Gerade im Ensemblespiel entwickeln junge Musikerinnen und Musiker nicht nur individuelle Fähigkeiten im Umgang mit ihrem Instrument oder ihrer Stimme, sondern auch soziale Kompetenzen“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Musikalische Bildung steht für Chancengleichheit, Persönlichkeitsentwicklung und Horizonterweiterung. Wir wollen erreichen, dass alle kreativen Talente sich entfalten und so einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt unserer Kunst und Kultur leisten können. Um sie zu entdecken und noch besser zu unterstützen, haben wir die Junge Musik Hessen als herausragendes Projekt der Kulturellen Bildung gegründet.“

Landesjugendjazzorchester © Foto Viola Riesner
Landesjugendjazzorchester © Foto Viola Riesner

Von der Zusammenführung erhofft sich das Land Hessen als Träger, die Organisation der Ensembles weiter zu professionalisieren. Zudem soll die musikalische und pädagogische Arbeit besser aufeinander abgestimmt und zwischen den Ensembles durchlässig werden. Gemeinsame Projekte und ein einheitlicher Markenauftritt sind geplant, der auch Veranstaltern die Zusammenarbeit mit den vier Ensembles vereinfachen soll. Dort sind derzeit fast 400 junge hessische Musikerinnen und Musiker Mitglieder.

Landesjugendsinfonieorchester © Foto Konrad Merz
Landesjugendsinfonieorchester © Foto Konrad Merz

„Die Idee, die Ensembles zusammenzuführen, ist bei uns im Musikreferat des Ministeriums schon vor einiger Zeit entstanden“, ergänzt Kultur-Staatssekretärin Ayse Asar, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende der gGmbH. „Wir haben sie unter anderem in zwei Workshops mit den Verantwortlichen der vier Ensembles und dem Aufsichtsrat der gGmbH ausführlich besprochen und geplant. Alle Beteiligten waren sich von Beginn an einig: Die Zusammenführung kann nur gewinnbringend für alle sein. Mit der ,Junge Musik Hessen gGmbH‘ entsteht das hessische Kompetenzzentrum für den besonders talentierten musikalischen Nachwuchs in unserem Land“

Landesjugendchor © Foto Jessica Pfeiffer
Landesjugendchor © Foto Jessica Pfeiffer

Jens Bastian, Geschäftsführer der Junge Musik Hessen gGmbH, betont das große Potenzial der neuen Struktur: „In den hessischen Landesjugendensembles werden seit Jahren nicht nur die Musikerinnen und Musiker von Morgen ausgebildet, sondern auch starke Persönlichkeiten hervorgebracht, die später in unserer Gesellschaft zentrale Aufgaben übernehmen. Unter dem neuen gemeinsamen Dach der Junge Musik Hessen gGmbH können sich die Ensembles weiterentwickeln und weiter professionalisieren.“

Ein gemeinsamer Internetauftritt der Jungen Musik Hessen ist in Arbeit. Außerdem ist ein großes Konzert geplant, bei dem alle vier Ensembles gemeinsam auf der Bühne stehen und Hessens musikalische Nachwuchstalente präsentieren.

Bewerbungen für den mit 20 000 Euro dotierten Hessischen Verlagspreis 2022 noch bis Ende März möglich

Wiesbaden. Auch in diesem Jahr rückt Hessen mit dem Hessischen Verlagspreis einen wichtigen Zweig der Literaturförderung in den Fokus. Bewerben können sich alle unabhängigen Verlage mit Firmensitz in Hessen und einem jährlichen Umsatz unter zwei Millionen Euro. Der Preis wird gemeinsam mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. vergeben. Er ist insgesamt mit 20.000 Euro dotiert. Verliehen werden ein Hauptpreis mit einem Preisgeld von 15.000 Euro und ein Sonderpreis mit einem Preisgeld von 5.000 Euro für einzelne Komponenten eines Verlagsprogramms.

„Nach bald zwei Jahren Pandemie-Zeit verdienen die hessischen Verlage unsere Aufmerksamkeit mehr denn je“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Vielen von ihnen blicken mit Sorge in die Zukunft: Die vergangenen zwei Jahre brachten Umsatzeinbußen, zahlreiche Literaturfestivals und Lesereisen wurden abgesagt, zögerlicher Kauf in den Buchläden vor Ort wirkte sich auch auf die Verlage aus. Mit dem Hessischen Verlagspreis möchten wir die vielen in Hessen ansässigen unabhängigen Verlage und ihre kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Die Vielfalt der Verlage in Hessen gilt es zu erhalten und zu bewahren. Mit dem Hessischen Verlagspreis zeichnen wir herausragende Verlagsarbeit, Programmstrategie und Kriterien der Autorenpflege aus.“

Lothar Wekel, Vorsitzender des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, ergänzt: „Engagements öffentlich wahrnehmbar zu machen und zu prämieren, dies ist die wunderbare Intension des Hessischen Verlags-preises auch in 2022. Damit zeichnet der Preis seit Jahren Persönlichkeiten in Verlagen aus, die sonst eher im Hintergrund stehen, weil ihre Arbeit dies verlangt. Auch wenn zukünftig vielleicht ansteht, dass Verlagsprogramme geehrt werden, deren formgebende Algorithmen von Künstlicher Intelligenz gesteuert sind, so dürfen wir uns bei den Preisträgerinnen und Preisträgern des Hessischen Verlagspreises auch immer auf Verlage und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern freuen, die leidenschaftlich Ideen und Inhalte in ihren Programmen vorangetrieben haben und vorantreiben. Ohne sie wäre unsere Kultur nur eine Art Reproduktion des immer Gleichen und abrufbarer Methodik. Es ist dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und damit Angela Dorn ganz besonders zu danken, diese Innovationen so bedeutend zu fördern.“

Bis zum 31.März 2022 sind Bewerbungen möglich. Dabei stehen die Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm im Mittelpunkt, nicht einzelne Bucherfolge oder bekannte Autoren. Die Ausschreibung richtet sich an alle Verlagssparten wie Belletristik, Lyrik & Sachbuch, Fachbuch & Wissenschaft sowie Kunst- & Regionalbuch.

Die Bewerbungsunterlagen können auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst abgerufen werden:
https://hessenlink.de/verlagspreis

Ausschreibung für Robert Gernhardt Preis 2022 startet Bewerbungen für den mit insgesamt 24.000 Euro dotierten Literaturpreis sind noch bis Ende März möglich

© Foto Diether v. Goddenthow
© Foto Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Ab sofort läuft die Ausschreibung für den Robert Gernhardt Preis 2022. Bewerben können sich Autorinnen und Autoren, die aktuell an einem größeren literarischen Projekt arbeiten und einen Bezug zu Hessen haben. Der Robert Gernhardt Preis ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird von der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen bereitgestellt. Die Bewerbungsfrist endet am 31. März 2022.

„Mehr denn je brauchen wir in diesen Zeiten Autorinnen und Autoren, die neue Literatur schaffen, die Leserinnen und Leser in andere Welten entführen, zum Nachdenken anregen, neue Perspektiven eröffnen“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Ich freue mich deshalb, dass dank der guten Zusammenarbeit mit der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen der Robert Gernhardt Preis auch 2022 ausgeschrieben werden kann. Autorinnen und Autoren erhalten die Möglichkeit, ein noch nicht abgeschlossenes literarisches Projekt voranzubringen oder zu vollenden und zu veröffentlichen.“

„Gerade zu Beginn eines neuen Jahres blicken wir hoffnungsfroh auf das, was vor uns liegt. Autorinnen und Autoren machen in ihren Werken das scheinbar Unmögliche möglich und eröffnen uns verschiedene Perspektiven, die uns helfen, Brücken zu bauen und das Verbindende zu finden. Deshalb freuen wir uns auch in diesem Jahr wieder mit dem Robert Gernhardt Preis, die Vollendung inspirierender literarischer Werke unterstützen zu können“, sagt Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen.

Der Robert Gernhardt Preis ist nach dem 1937 in Tallinn (damals Reval) geborenen und 2006 in Frankfurt am Main gestorbenen Autor, Zeichner und Maler Robert Gernhardt benannt. Die Auszeichnung wird seit 2009 jährlich an zwei Autorinnen beziehungsweise Autoren mit einem Preisgeld von jeweils 12.000 Euro vergeben.

Bewerbungen sind über das Online-Formular unter https://wissenschaft.hessen.de/Foerderung-finden/Auszeichnungen/Robert-Gernhardt-Preis einzureichen. Ebenso finden Sie dort alle Informationen zur Ausschreibung und zum Robert Gernhardt Preis.

Hessenweite Kulturberatung zu Corona-Förderprogrammen wird 2022 fortgesetzt – kulturberatung-hessen.de hilft mit Informationen und Kontakten

Wiesbaden. Die Corona-Förderberatung durch die Kulturverbände und zwei zentrale Beratungsstellen wird 2022 fortgesetzt. Die Webseite https://kulturberatung-hessen.de ergänzt und bündelt die Angebote der Kulturverbände im Rahmen des Corona-Bonus Beratung. Hier finden kulturelle Einrichtungen und Kulturschaffende Informationen zu den vielen Hilfsprogrammen zur Bewältigung der Corona-Pandemie und den damit verbundenen finanziellen Herausforderungen sowie Anlaufstellen für professionelle Beratung und Begleitung auf einen Blick. Träger sind die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen e.V. (LKB Hessen) und der Landemusikrat Hessen e.V. (LMR Hessen).

„Die zentrale Kulturberatung Hessen mit der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen und dem Landesmusikrat Hessen als Träger der beiden zentralen Beratungsservicestellen haben 2021 mit den Corona-Fördermittel-Beratungen hervorragende Arbeit geleistet“, so Staatssekretärin Ayse Asar. „Mein Dank gilt ebenso dem Hessischen Museumsverband, der Initiative HessenFilm und den kleineren Verbänden wie LAKS, LaProf, dem Landesverband Hessisches Amateurtheater oder dem Hessischen Literaturrat. Sie standen als Ansprechpartner ihren Verbandsmitgliedern zur Seite und haben Kulturschaffenden den Weg zum für sie passenden Hilfsprogrammen gewiesen. Auch 2022 sehen wir weiter Beratungsbedarf und stellen insgesamt bis zu 200.000 Euro für die Beratungsstellen in den vier großen Verbänden zur Verfügung, pro Verband also bis zu 50.000 Euro. Außerdem erhöhen wir für die kleineren Verbände die institutionelle Förderung für 2022, damit auch sie ihre Fachklientel, Kultureinrichtungen und Kunstschaffende im Umgang mit den vielgestaltigen Hilfsprogrammen weiter begleiten können.“

Das Portal bereitet Informationen zu den vielfältigen Unterstützungsleistungen aus dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, weiteren Ministerien und der Hessischen Kulturstiftung, aber auch des Bundes und vieler weiterer Einrichtungen übersichtlich und verständlich auf. Damit bekommen die Kulturträger die Möglichkeit, sich schon vor dem Kontakt mit den Beratungsstellen gezielt zu individuell geeigneten Fördermöglichkeiten zu informieren.

Lothar R. Behounek, Vorsitzender der LKB Hessen e.V.: „Die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen e.V. freut sich über das entgegengebrachte Vertrauen und begrüßt es sehr, dass das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst die zentrale Kulturberatung aufgrund der Corona Pandemie im Jahr 2022 fortsetzen wird. Die Erfahrung der letzten Monate zeigt, dass ein funktionierendes Netzwerk mit eigener Website, einem regelmäßigen persönlichen Austausch zwischen den Beratungsstellen, den Verbänden, den Kulturschaffenden, der Verwaltung und dem Ministerium geschaffen werden konnte. Dies gilt es in 2022 für ein starkes Kulturleben in Hessen auszubauen und zu stärken.“

Dorothee Graefe-Hessler, Präsidentin des Landesmusikrats Hessen e. V.: „Die Mitgliedsverbände und Institutionen im Landesmusikrat sind dem Land Hessen insbesondere Frau Ministerin Dorn und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sehr dankbar für die mit dem Landesmusikrat eingerichteten Kulturberatungsservicestellen. Die Beratungen der Servicestellen waren im schwierigen Jahr 2021 ein wichtiger Baustein zur Unterstützung der Musikkultur in Hessen. Im Anbetracht der aktuellen Pandemie-Entwicklung sieht der Landesmusikrat den Bedarf an den Beratungen auch für 2022 gegeben.“

Die mit Unterstützung des Landes eingerichteten Anlaufstellen von Landesverband Hessisches Amateurtheater, Hessischem Museumsverband, Landesarbeits-gemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen, Literaturrat Hessen oder Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen sind auf der Website ebenfalls verzeichnet.

Aufbau eines Zentrums für Angewandtes Quantencomputing (ZAQC) in Darmstadt – Bundesweit einmalige Forschungsexpertise zusammen mit den Fraunhofer-Instituten IGD und SIT

Darmstadt. Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus und Wissenschaftsministerin Angela Dorn haben heute in Darmstadt einen Letter of Intent (LoI) der Landesregierung unterschrieben, der den Aufbau eines Zentrums für Angewandtes Quantencomputing (ZAQC) mit 3,151 Millionen Euro vorsieht. Ziel des ZAQC ist, gemeinsam mit der Wirtschaft Projekte zum Quantencomputing zu initialisieren, dessen Erforschung in Hessen zu intensivieren und die wirtschaftliche Nutzung dieser Technologie voranzutreiben. Großer Vorteil des am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) ansässigen ZAQC in Darmstadt wird die enge Zusammenarbeit innerhalb des deutschlandweit agierenden Fraunhofer-Kompetenznetzwerks Quantencomputing sein. Der Projektstart des Zentrums ist für Anfang 2022 geplant.

Das Quantencomputing ist eine der zukunftsträchtigsten Technologien und für die digitale Souveränität Hessens, Deutschlands und Europas von hoher Bedeutung. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass Quantencomputer ein enormes Potenzial besitzen, um Typen von Berechnungen zu bewältigen, die mit klassischen Computern nicht oder nur im Rahmen langer Rechenzeiten gelöst werden können. Die Erschließung des Quantencomputings wird daher als wichtige Voraussetzung gesehen, damit Deutschland auch langfristig im internationalen Wettbewerb bestehen kann.

Insbesondere in den Bereichen Finanzen, Pharma und Medizin, Materialwissenschaften, Cybersecurity sowie KI werden durch den Einsatz von Quantencomputern bedeutende Durchbrüche erwartet. „Mit der heutigen Unterzeichnung des LoI schaffen wir die Grundlage, um die Wettbewerbsfähigkeit Hessens auch in Zukunft zu sichern. Bereits jetzt existiert in Hessen eine hohe Forschungsaktivität im Bereich der Quantentechnologien, gerade im medizinischen Bereich. Mit der Quantentechnologie kann die Medizin molekulare Strukturen simulieren und die Zusammensetzung von Wirkstoffen berechnen. Als Vorteile werden sich schnellere Forschungsergebnisse und effizientere Entwicklung von Medikamenten ergeben. Daher haben wir diese Schlüsseltechnologie auch in unserer Strategie ‚Digitales Hessen – Wo Zukunft zuhause ist‘ verankert“, so Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus.

„Durch den frühen Einstieg in die Technologie kann das Kompetenzzentrum Darmstadt zu einer Säule im entstehenden Quanten-Öko-System in Deutschland werden und Forschenden aus aller Welt als Anlaufstelle dienen“, erläutert Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Vielversprechende Möglichkeiten der Kooperation eröffnen sich mit den hessischen Hochschulen und dem hochschulübergreifenden Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz, mit dem ebenfalls hier in Darmstadt ansässigen Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) und dem Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cyber-Sicherheit ATHENE. Durch dieses neu entstehende Expertisen-Netzwerk wird der Wissenschaftsstandort Hessen gestärkt und weiterentwickelt.“

„Es ist grundlegend, dass die Hessische Landesregierung und hier insbesondere die Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus, und die Hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn das Projekt mit so deutlicher Priorität unterstützen. Wir gehen damit gemeinsam den entscheidenden Schritt, um die Leistungsfähigkeit von Quantencomputern für industrielle Anwendungen zu prüfen bzw. für diese verfügbar zu machen“, sagte Prof. Dr. Dieter W. Fellner, Institutsleiter des Fraunhofer IGD und Initiator des ZAQC. „Das Wissen der Forschung und das Können der Industrie werden hier zusammengebracht. Darmstadt wird damit zu einem bedeutenden Standort für eine zukunftsweisende Technologie.“

Über die Anwendungspotenziale der Quantentechnologie für die Industrie äußerte sich Dr. Kai Beckmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO Electronics: „Als Wissenschafts- und Technologieunternehmen analysieren wir intensiv die Nutzungsmöglichkeiten von Quantencomputing, beispielsweise in der Pharmaforschung, und können in Zukunft mit Materialien zur Realisierung der Technologie beitragen. Zudem wollen wir das entstehende Quantencomputing-Ökosystem in Deutschland mitgestalten, etwa im Rahmen ausgewählter Industrie-Partnerschaften. Das Zentrum für Angewandtes Quantencomputing, das das Land Hessen in Darmstadt aufbauen will, ist eine sehr gute Investition, um diesen innovationsgetriebenen Wirtschaftsstandort voranzubringen.“

Das Fraunhofer-Kompetenznetzwerk Quantencomputing besteht aus regionalen Kompetenzzentren in insgesamt sieben Bundesländern mit jeweils eigenen Forschungsschwerpunkten. In Darmstadt arbeiten das Fraunhofer IGD und das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) im Rahmen des Kompetenznetzwerks bereits heute an der Verbesserung der Einsatzmöglichkeiten von Quantencomputern. Das ZAQC wird für diese Aufgaben den Quantencomputer des Fraunhofer-Kompetenznetzwerks Quantencomputing, ein IBM Q-System One in Ehningen, nutzen. Über das ZAQC wird es möglich sein, dass auch andere Organisationen aus Hessen außerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft wie etwa Unternehmen, die vorhandene Infrastruktur und Unterstützungsleistungen für die Programmierung von Quantencomputern nutzen können.

HessenFilm vergibt 1,2 Millionen Euro an 23 Festivals, Reihen und Veranstaltungen Verdoppelung der Festival-Förderung soll 2022 erreicht werden

Wiesbaden. Die Abspiel-Jury der HessenFilm und Medien GmbH hat in ihrer zweiten Förderrunde 2021 insgesamt gut 1,2 Millionen Euro Fördergeld für 23 Festivals, Reihen und Veranstaltungen vergeben.

„Die geförderten hessischen Festivals sind in ihrer Vielfalt an Themen, Formaten und Genres unabdingbarer Teil unserer vielfältigen und vitalen Kulturlandschaft“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Unter Pandemiebedingungen haben sie online, hybrid und unter strikten Hygienebedingungen teils ganz neue Wege beschritten. In den Programmen steckt enorme Arbeit, die das Land Hessen künftig noch stärker honorieren will: Für das Jahr 2022 ist eine Erhöhung des Etats für Festivalförderung um weitere 550.000 Euro geplant. Damit wird die im Koalitionsvertrag zugesagte Verdoppelung des Etas im Vergleich zu 2019 erreicht.“

Die in der zweiten Abspielförderrunde 2021 geförderten Festivals nehmen ihr Publikum mit auf eine Reise um den Globus: vom New Generations – Independent Indian Filmfestival (4.000 Euro) über die 22. Ausgabe von goEast – Festival des Mittel- und Osteuropäischen Films (175.000 Euro) bis nach Japan bei Nippon Connection – 22. Japanisches Filmfestival (128.000 Euro). Auch das LICHTER Filmfest Frankfurt International (185.000 Euro) zeigt aktuelles Weltkino, außergewöhnliche Filme aus Deutschland und die besten Filme aus Hessen. Eine wichtige Säule des Festivals ist zudem die filmpolitische Initiative „Zukunft Deutscher Film“ mit einer begleitenden Filmreihe.

Auch zeigen die hessischen Filmfestivals wieder eine große Genre-Vielfalt: das 39. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest (200.000 Euro) zeigt etwa ein gewohnt vielseitiges Programm an kurzen und langen Dokumentarfilmen sowie künstlerisch-experimentellen Produktionen. Die Seriale (40.000 Euro) ruft als einziges Festival für digitale Serien in Hessen Gäste aus aller Welt nach Gießen. Auch einige Festivals und Reihen für Kurz- sowie Kinder- und Jugendfilm sind unter den geförderten Festivals.

„In unserer zweiten Abspiel-Förderrunde in diesem Jahr haben uns die hessischen Filmfestivals wieder einmal mit kreativen wie zukunftsweisenden Ideen und Ansätzen überzeugt. Vom LUCAS Filmfest, das den Austausch von Filmschaffenden mit dem Nachwuchs mit partizipativen Projekten fördert, bis hin zum Frankfurter Lichter Filmfest, das 2022 zum 15. Mal stattfindet und das Kino als Kulturort für den gesellschaftlichen Diskurs feiert, unterstützen wir die große Bandbreite hessischer Festivals“, stellt HessenFilm-Geschäftsführerin Anna Schoppe fest. „Die Förderung unserer reichen hessischen Festivallandschaft wird ab dem kommenden Jahr dank gestiegenem Etat noch stärker in den Fokus gerückt und soll insbesondere eine faire Entlohnung der engagierten Festivalteams sicherstellen.“

Über HessenFilm und Medien
Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die künstlerische wie auch die kommerzielle Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent).

www.hessenfilm.de

50 Jahre Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) – Land Hessen und Zusammenschluss der HAWen feiern Jubiläum mit Festakt im Kurhaus Wiesbaden

logo-50-jahre-hawWiesbaden. Mit Festreden, Videos, Stimmen von Studierenden, einem Quiz und Musik der Frankfurter University Big Band feierten am 27. Oktober 2021 das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Zusammenschluss der HAWen in Hessen im Friedrich-von-Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses „50 Jahre Hochschulen für Angewandte Wissenschaften“. Vor rund 150 Gästen aus Wissenschaft und Politik gratulierten Wissenschaftsministerin Angela Dorn – wegen ihrer Einbindung in die Koalitionsverhandlungen in Berlin per Video –, Staatssekretärin Ayse Asar und weitere Festrednerinnen und Festredner den HAWen zu ihrer erfolgreichen Entwicklung. Die meisten der ehemaligen Fachhochschulen wurden zum 1. August 1971 gegründet; dazu zählen die Frankfurt University of Applied Sciences, die Hochschule Darmstadt, die Hochschule RheinMain, die Technische Hochschule Mittelhessen und die Evangelischen Hochschule Darmstadt. Die Hochschule Fulda entstand 1974. An den hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind rund 70.000 Studierende in mehr als 300 Bachelor- und Masterstudiengänge eingeschrieben.

Wegen ihrer Einbindung in die Koalitionsverhandlungenin Berlin war Wissenschaftsministerin Angela Dorn per Video zugeschaltet. © Foto  Diether von Goddenthow
Wegen ihrer Einbindung in die Koalitionsverhandlungenin Berlin war Wissenschaftsministerin Angela Dorn per Video zugeschaltet. © Foto Diether von Goddenthow

„50 Jahre Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, das bedeutet 50 Jahre Ausbildung der Fachkräfte von morgen und 50 Jahre Verzahnung von Theorie und Praxis“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Die Fachhochschulen haben sich gewandelt: Am Anfang lag der Fokus klar auf Lehre und Ausbildung, heute stehen die HAWen neben praxisorientierter und hochwertiger Lehre für anwendungsorientierte, in die Zukunft gerichtete Forschung. Gerade an HAWen werden die gesellschaftlichen Transformationsprozesse angestoßen und begleitet, beispielsweise im Bereich Nachhaltigkeit. Die Forschungsleistung unserer hessischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind im Bundesvergleich beachtlich.“ Mittlerweile entschieden sich ein Drittel der Studierenden in Hessen für ein Studium an einer HAW, überdurchschnittlich viele davon studierten als erste in ihrer Familie, so die Wissenschaftsministerin. Sie wisse, das sei mitunter eine besondere Herausforderung, „und es ist toll, dass die HAWen sich dieser Aufgabe mutig stellen. Denn klar ist: Nicht jeder muss studieren, aber wer es will, der soll es können. Wir brauchen die besten Rahmenbedingungen für unser Hochschulen, damit wir allen klugen und kreativen Köpfen gerechte Chancen ermöglichen. Wenn sie ihr volles Potenzial entfalten, erschaffen sie Dinge, die uns alle bereichern und voranbringen. Nur so gestalten wir eine stabile, resiliente Gesellschaft, die zugleich veränderungsfähig ist und damit auch zukunftsfähig.“, so die Wissenschaftsministerin.

Die HAWen stehen für Chancen-Gerechtigkeit

Staatssekretärin Ayse Asar. © Foto Diether v Goddenthow
Staatssekretärin Ayse Asar. © Foto Diether v Goddenthow

Staatssekretärin Ayse Asar betonte, dass auch in Zukunft in den Hochschulen für angewandte Wissenschaften der Fokus auf der Lehre liegen sollte. „Die Lehre darf niemals in den Hintergrund treten“, denn ihre Leistungen könne man nicht oft genug würdigen. „Die HAWen stehen für Chancen-Gerechtigkeit. Sie haben in 50 Jahren sehr vielen jungen Menschen gerade aus nicht klassischen Akademiker-Familien einen gesellschaftlichen Aufstieg ermöglicht, und einen entscheidenden Beitrag für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft geleistet“, so die Staatssekretärin „als Arbeiterkind aus voller Überzeugung“. Die HAWen veränderten „tagtäglich Lebenslagen“ und „eröffneten Menschen Entwicklungsmöglichkeiten von denen ihre Vorfahren, ihre Familien, ihre Eltern nur träumen konnten.“, so Ayse Asar.

Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit Hessens

Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen und Vorsitzender der HAW Hessen
Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen und Vorsitzender der HAW Hessen

Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen und Vorsitzender der HAW Hessen, sieht die HAWs in Hessen als ein Erfolgsmodell. „Innerhalb eines halben Jahrhunderts haben die hessischen Hochschulen ihr Aufgabenspektrum kontinuierlich erweitert. Heute verfügen alle hessischen HAWs neben einem breiten Spektrum von inhaltlich unterschiedlichen Studiengängen über weitere Profilmerkmale. Fast 75.000 Studierende sind aktuell an den hessischen HAWs immatrikuliert und werden an den Hochschulen zu Fachkräften von Morgen ausgebildet. Mit der anwendungsorientierten Forschung und ihrem Wissens- und Technologietransfer leisten die hessischen Hochschulen einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit Hessens.“
Aber wie bereits in den 90er Jahren, gäbe es – höchstwahrscheinlich temporär – derzeit einen kleinen Rückgang der Studierenden-Zahlen, insbesondere bei den Ingenieuren. Deswegen solle man nach diesem enormen Wachstum der letzten Jahren „diesen Rückgang jetzt auch getrost nutzen, um bei gleichzeitiger Fortführung der Finanzierung die Betreuungsrelationen und Qualität in den Vordergrund zu stellen“, so der HAW-Präsident. „Die Wirtschaftskraft und der Wohlstand Deutschlands kann nur erhalten werden, wenn in Gebieten wie Umwelt und Gesundheit viele technologische Innovationen aus Deutschland erfolgen“. Denn diese technologischen Innovationen seien die Voraussetzung dafür, „dass wir diese Probleme auf der Welt lösen können.“

Unverzichtbare Rolle für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland

Dr. Muriel Kim Helbig, Präsidentin der Technischen Hochschule Lübeck und Vizepräsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) © Foto Diether v Goddenthow
Dr. Muriel Kim Helbig, Präsidentin der Technischen Hochschule Lübeck und Vizepräsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) © Foto Diether v Goddenthow

Die Festrednerin Dr. Muriel Kim Helbig, Präsidentin der Technischen Hochschule Lübeck und Vizepräsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), unterstrich auch nochmal, „dass diese Hochschulen für Bildungsaufstieg und Bildungsgerechtigkeit“ stünden, und „auch wenn die Funktion der Hochschulen für angewandte Wissenschaften als Möglichkeit des gesellschaftlichen Aufstiegs“ abnehme, stamme „weiterhin 40 Prozent der Studierenden aus einem nichtakademischen Elternhaus.“
Heute gäbe es über 240 Hochschulen für angewandte Wissenschaften. 40 Prozent aller Studierenden in Deutschland seien in einer Hochschule für angewandte Wissenschaften eingeschrieben, das waren im Jahr 2018 erstmals über eine Million Menschen, so Dr. Muriel Kim Helbig. Die Abschlüsse seien seit der europaweiten Bologna-Reform denen an Universitäten gleichwertig. Dank ihrer Forschungsleistungen gelten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften besonders in ihrer jeweiligen Region als Innovationsmotoren. Sie seien unglaublich wichtig für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie die Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereiche. Durch ihre Praxisnähe unterstützten sie den Transfer neuer Erkenntnisse sowie Technologien in die Anwendung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen. „Damit haben die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften eine unverzichtbare Rolle für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland.“

Sieben Promotionszentren an den HAWen

Bereits 2016 ermöglichte Hessen als erstes Bundesland besonders forschungsstarken Fachrichtungen an den HAWen ein eigenständiges Promotionsrecht. Mittlerweile arbeiten und forschen in sieben Promotionszentren unterschiedlicher Fachrichtungen mehr als 100 Promovierende. Für den Aufbau des wissenschaftlichen Personals unterhalb der Professur stellt Hessen 53 Millionen Euro bis 2025 bereit.

Weitere Informationen zu „50 Jahre Hochschulen für angewandte Wissenschaften“ über: https://unglaublich-wichtig.de/