Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Kulturschaffende bekommen Hilfe bei Bewältigung der Corona-Folgen – Hessische Landesregierung hat auch Kulturbereich bei Nachtragshaushalt im Blick

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn verspricht rasche und unbürokratische Hilfe für Kulturschaffende. © Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn verspricht rasche und unbürokratische Hilfe für Kulturschaffende. © Foto: Diether v Goddenthow

Wiesbaden. Die hessische Landesregierung wird auch Freiberufler, Solo-Selbständige, Einrichtungen und Kleinstunternehmen im von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Kulturbereich finanziell unterstützen. „Durch die Absage von Veranstaltungen, die Schließung von Theatern und andere zur Abmilderung der Pandemie nötige Schritte brechen vielen im Kulturbereich tätigen Menschen und Einrichtungen Einnahmen weg, die oft keine oder nur geringe Rücklagen haben. Das wissen wir, und wir werden sie gemeinsam mit dem Bund bei der Bewältigung dieser Situation unterstützen“, teilt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn mit. Das von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer am Donnerstag angekündigte Hilfspaket von insgesamt rund 7,5 Milliarden Euro komme daher auch diesem Bereich zugute.

„Wir werden in der kommenden Woche den Landtag bitten, einen Nachtragshaushalt im Umfang von einer Milliarde Euro zu beschließen“, erläutert Ministerin Dorn. „Darin wird als Zielgruppe auch der Kulturbereich enthalten sein. Auch die geplante Erweiterung des Garantie- und Bürgschaftsrahmen des Landes und die bereits beschlossenen Liquiditätshilfen durch Steuerstundung kommen Kulturschaffenden zugute. Wir begrüßen auch die Ankündigung des Bundes, ein Hilfspaket für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen auf den Weg zu bringen. Wir werden unser Landesprogramm, das mit dem Nachtragshaushalt beschlossen werden soll, mit dem Bundesprogramm abgleichen und dann zielgenau die Details festgelegt werden. So stellen wir sicher, dass niemand vergessen wird, auch und insbesondere nicht im besonders betroffenen Kulturbereich.“

Anna Schoeppe wird neue Geschäftsführerin der hessischen Filmförderung

Foto „privat“
Foto „privat“

Wiesbaden/Frankfurt. Anna Schoeppe, zurzeit Direktorin des Kuratoriums junger deutscher Film in Wiesbaden, wird neue Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien GmbH. Das gab die Vorsitzende des Aufsichtsrats der HessenFilm, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, heute in Frankfurt bekannt. Anna Schoeppe übernimmt zum 1. Mai 2020 die Leitung der hessischen Filmförderung von Günter Schmitteckert. Der Ministerialdirigent im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst hatte die Aufgabe im Oktober 2019 für einen Übergangszeitraum übernommen und kehrt nun zu seinen Aufgaben im Ministerium zurück.

„Wir haben mit Anna Schoeppe die ideale Besetzung für die Aufgabe gefunden“, erklärte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, „sie hat viel Erfahrung und klare Vorstellungen, wie sie die Filmförderung in Hessen gestalten und erneuern will. Anna Schoeppe hat uns im Aufsichtsrat, der sich einstimmig für sie entschieden hat, davon überzeugt, dass sie die Richtige ist für einen Aufbruch. Wir wollen gemeinsam mit ihr neue künstlerische Perspektiven erschließen, den Nachwuchs fördern und den Filmstandort entwickeln. Als langjährige Leiterin des Kuratoriums junger deutscher Film, das insbesondere Nachwuchsregisseurinnen und -regisseure sowie Nachwuchsautorinnen und -autoren fördert, bringt sie das richtige Gespür für Talente und ihre Bedürfnisse mit.“

Anna Schoeppe, Jahrgang 1984, hat schon während ihres Studiums (Geschichte und Germanistik an der TU Berlin) Praktika im Film- und Fernsehbereich absolviert. In ihrer Magisterarbeit hat sie sich mit der Rezeption von Sophie Scholl insbesondere im Film befasst. Nach Stationen unter anderem bei der European Film Academy, Berlin, und der Filmakademie Baden-Württemberg wurde sie 2013 Leiterin der Geschäftsstelle des Kuratoriums junger deutscher Film in Wiesbaden und 2017 dessen Direktorin.

„Ich freue mich, dass ich die Leitung der HessenFilm in einer Zeit übernehmen kann, in der sich die Branche stetig weiterentwickelt, unter anderem durch filmpolitische Debatten, technische Entwicklungen und verändertes Zuschauerverhalten“, sagt die designierte Geschäftsführerin Anna Schoeppe. „Gemeinsam mit dem kompetenten Team der HessenFilm und im Austausch mit der Branche werde ich diese Herausforderung angehen. Die HessenFilm soll ein transparenter, ansprechbarer Partner für alle Filmschaffenden am Standort sein. Ich freue mich auf spannende Projekte aus und in Hessen.“

Kunst- und Kulturministerin Dorn: „Ich möchte heute ganz besonders den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HessenFilm und insbesondere dem kommissarischen Leiter Günter Schmitteckert danken. Sie haben in den vergangenen Monaten keinen leichten Job gehabt. Aber sie haben diese Lage mit viel Engagement, Einsatz und Leidenschaft für die Sache gemeistert. Das ist alles andere als selbstverständlich. Vielen Dank dafür.“

Über HessenFilm und Medien
Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die kommerzielle wie auch die künstlerische Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent).

Hessen trauert um Kunstsammler Ferdinand Neess

Ferdinand Neess  ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Ferdinand Neess © Foto: Diether v Goddenthow

Ministerpräsident Volker Bouffier und Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Ferdinand Neess hat allen Hessen ein Geschenk gemacht – seine Selbstlosigkeit dient als Vorbild“
Hessen trauert um den Kunstsammler Ferdinand Neess, der am Sonntag im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Neess hatte dem Land Hessen im Frühjahr 2017 seine einzigartige Jugendstil-Sammlung geschenkt, die im Landesmuseum in Wiesbaden zu sehen ist. „Ferdinand Neess hat den Hessinnen und Hessen und allen, die Wiesbaden besuchen, mit seiner Sammlung ein großartiges Geschenk gemacht – wir alle werden ihm immer dankbar sein“, erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier und Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn heute in Wiesbaden. „Dass jemand, der die Kunst so liebt und mit ihr lebt, sich von diesen Werken trennt und sie der Allgemeinheit zur Verfügung stellt, zeugt von einer Selbstlosigkeit, die als Vorbild dienen kann. Ein großer Mann ist von uns gegangen.“

„Dank der Großzügigkeit von Ferdinand Neess kann das Museum Wiesbaden eine der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen des Jugendstils und des Symbolismus zeigen“, erklärte Ministerpräsident Bouffier, der den Kunstsammler im Oktober 2019 mit der Georg-August-Zinn-Medaille des Landes Hessen ausgezeichnet hatte. „Diese Kunstwerke werden noch viele künftige Generationen beeindrucken. Wir verstehen das Andenken an Ferdinand Neess auch als Verpflichtung, sie zu erhalten, zu zeigen und daran zu erinnern, wem wir diesen Kunstgenuss zu verdanken haben.“ Die Sammlung umfasst mehr als 500 Kunstwerke. Ihr Wert wird mit 42 Millionen Euro beziffert.

„Ich bin sehr froh, dass Ferdinand Neess die Einrichtung der Sammlung im eigens dafür umgebauten Südflügel des Museums Wiesbaden im vergangenen Jahr noch erleben konnte, einen Tag nach seinem 90. Geburtstag“, so Kunstministerin Dorn. „Der Stifter hat mehr als 40 Jahre lang Kunst und Leben eng miteinander verbunden, ganz im Geiste der Stilrichtung, die er sammelte. Er hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das die Grenzen zwischen Leben und Kunst schließlich aufheben sollte –wir, die wir daran teilhaben dürfen, danken ihm und seiner Frau Danielle herzlich.“

„Die Landeshauptstadt Wiesbaden trauert um Ferdinand Wolfgang Neess. Er hat uns 2017 reich beschenkt, indem er dem Landesmuseum seine einmalige Jugendstilsammlung vermacht hat, die seither kunstbegeisterte Menschen aus der ganzen Welt in unser Museum lockt. Für immer sind wir ihm von Herzen dankbar; sein Andenken werden wir in großen Ehren halten“, so Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Kulturdezernent Axel Imholz.

Verleihung der August-Zinn Medaille

Jugendstil-Sammlung Ferdinand Nesses im Hessischen Landesmuseum Wiesbaden

Bewerbungen für den Robert Gernhardt Preis 2020 noch bis 31. März möglich

© Foto: Diether v Goddenthow
© Foto: Diether v Goddenthow

Ab sofort läuft die Ausschreibung für den Robert Gernhardt Preis 2020. Bewerben können sich Autorinnen und Autoren, die aktuell an einem größeren literarischen Projekt arbeiten und einen Bezug zu Hessen haben. Der Robert Gernhardt Preis ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird von der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen bereitgestellt. Die Bewerbungsfrist endet am 31. März 2020.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Der Robert Gernhardt Preis bietet Autorinnen und Autoren die Möglichkeit, sich intensiv einem noch nicht vollendeten literarischen Projekt zu widmen. Ich bin sicher, dass die Jury auch im neuen Jahr wieder exzellente Texte erreichen werden – und gespannt, wer sich durchsetzen kann. Die Förderung von Autorinnen und Autoren ist ein wichtiges Fundament in der hessischen Literaturförderung. Umso mehr freue ich mich, dass das Land Hessen in diesem Bereich seit über zehn Jahren erfolgreich mit der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen zusammenarbeitet.“

Der Robert Gernhardt Preis ist nach dem 1937 in Reval geborenen und 2006 in Frankfurt am Main gestorbenen Autor, Zeichner und Maler Robert Gernhardt benannt. Die Auszeichnung wird seit 2009 jährlich an zwei Autorinnen bzw. Autoren mit einem Preisgeld von jeweils 12.000 Euro vergeben.

„Als Förderbank fühlen wir uns in besonderer Weise verpflichtet, im Entstehen begriffene Vorhaben zu unterstützen. Uns liegt auch daran, zu einer kulturellen Vielfalt in Hessen beizutragen. Deshalb freuen wir uns jedes Jahr aufs Neue, mit dem Robert Gernhardt Preis Autorinnen und Autoren bei der Vollendung ihrer Werke zu begleiten“, sagt Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen.

Alle Informationen zur Ausschreibung des Robert Gernhardt Preises finden Sie unter www.kunst.hessen.de/robert-gernhardt-preis.

Hessischer Kulturhaushalt wächst – 2020 zusätzliche Mittel für Soziokultur, Freie Theater, Musikschulen und Filmförderung / Höhere Gagen-Untergrenze an Theatern des Landes

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Pressesprecher Volker Schmidt während der Pressekonferenz im  Kesselhaus-Ambiente des Wiesbadner Schlachthofs als Zeichen einer für alle offenen Kulturpolitik. © Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Pressesprecher Volker Schmidt während der Pressekonferenz im Kesselhaus-Ambiente des Wiesbadner Schlachthofs als Zeichen einer für alle offenen Kulturpolitik. © Foto: Diether v Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute die wichtigsten Punkte aus dem Haushaltsentwurf der Landesregierung für 2020 für den Bereich Kunst und Kultur vorgestellt. Demnach stehen im Etat des Ressorts im kommenden Jahr für Kunst und Kultur rund 260 Millionen Euro bereit, hinzu kommen laut Entwurf 2020 aus dem Hochbauetat etwa 19 Millionen Euro für Vorhaben in diesem Bereich. Für die Jahre 2020 bis 2023 stehen für den Haushalt Kunst und Kultur gegenüber der bisherigen Mittelfristigen Finanzplanung insgesamt 43 Millionen Euro mehr zur Verfügung, das sind jährlich rund zehn Millionen Euro.

„Wir wollen das zusätzliche Geld vor allem für Projekte nutzen, die dazu beitragen, dass alle Menschen gleichermaßen an Kunst und Kultur teilhaben können, unabhängig von sozialem Hintergrund, Bildung der Eltern oder geographischer Herkunft“, erklärt Kunstministerin Angela Dorn. „Wir wollen den ländlichen Raum stärken, und wir wollen die Situation von Künstlerinnen und Künstlern verbessern. Kunst und Kultur haben eine zentrale Rolle für unsere Demokratie. Wir müssen sie hegen und pflegen, ihnen Freiheit und Verlässlichkeit geben und soziale Öffnung und Durchlässigkeit ermöglichen, damit möglichst viele Menschen daran teilhaben können – denn nur dann sind sie zukunftsfähig.“

Kulturbauoffensive HERKULES Kassel
Kulturbauoffensive und Sanierung Staatstheater: Das umfangreichste Projekt im Kulturbereich ist die Kulturbauoffensive HERKULES. Das Land will in den kommenden zehn Jahren mit 150 Millionen Euro die Museumslandschaft Hessen Kassel, die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten, das Landesamt für Denkmalpflege und die Landesmuseen bei den zahlreichen anstehenden Bau- und größeren Bauunterhaltungsmaßnahmen zum Erhalt des kulturellen Erbes unterstützen. Analog zum sehr erfolgreichen Hochschulbauprogramm HEUREKA soll es so gelingen, den Erhaltungs- und Entwicklungsbedarf systematisch abzuarbeiten. 2020 startet das Programm mit gut zwei Millionen Euro.
Sanierung der drei hessischen Staatstheater

Nach und nach saniert und modernisiert werden sollen auch die drei Staatstheater, gemeinsam mit den Sitzstädten. Das Land hat bis 2024 dafür 78 Millionen Euro vorgesehen. Die Mittel für HERKULES und die Sanierung der Staatstheater sind im Investitionshaushalt für staatliche Hochbaumaßnahmen veranschlagt.

Stärkung der Soziokultur
Soziokulturelle Zentren bieten überall in Hessen, gerade auch im ländlichen Raum, ein Kulturprogramm über alle Genres hinweg, ermöglichen vielen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben, leisten Bildungsarbeit und fördern den Nachwuchs. Nach der Verdoppelung der Landesmittel in der vergangenen Wahlperiode wollen wir den Bereich weiter stärken: Der Haushaltsentwurf sieht vor, die Förderung dieser Arbeit über die Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren um 500.000 Euro zu erhöhen.

Freie Theater: In den Freien Darstellenden Künsten leben Kreativität, kritischer Geist und neue Ideen in ganz besonderer Weise. Auch dank verbesserter Landesförderung im Sinne einer Verdoppelung der Mittel in der vergangenen Legislaturperiode haben sie einen enormen Aufschwung erlebt. Dieses kreative Potenzial will die Landesregierung 2020 mit 800.000 Euro zusätzlich fördern.

Filmförderung: Die Landesregierung will 2020 die Filmförderung um 200.000 Euro steigern und einen Schwerpunkt auf die Unterstützung des Nachwuchses und nachhaltiger Produktionen legen, etwa mit dem Gütesiegel „Grüner Drehpass“. Die Förderung der Filmfestivalszene soll um 225.000 Euro steigen. Für die Einrichtung von Wanderkinos im ländlichen Raum sind zunächst 50.000 Euro vorgesehen.

Musikschulen und -verbände: An Musikschulen entwickeln vor allem Kinder und Jugendliche neben musikalischen und kulturellen auch soziale Kompetenzen. Diese Arbeit will das Land laut Haushaltsentwurf mit zusätzlichen 650.000 Euro deutlich stärker als bisher unterstützen. Die Landesregierung appelliert auch an die Städte und Gemeinden, sich stärker bei den Musikschulen zu engagieren, damit die Beiträge für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sinken können. Auch die hessischen Musikverbände, der Landesmusikrat als Dachverband und die Landesmusikakademie bekommen insgesamt 250.000 Euro zusätzlich, um die Jugendarbeit zu stärken und die Mitgliedsverbände besser bei Herausforderungen insbesondere im ländlichen Raum unterstützen zu können.

Kulturelle Bildung, Vermittlung, Teilhabe: Die Kulturelle Bildung und Vermittlung in Museen, Schlössern und Gärten und im Denkmalschutz will das Land mit zusätzlichen 695.000 Euro unterstützen. Außerdem stockt es laut Haushaltsentwurf die Förderung des Hessischen Museumsverbands um 175.000 Euro im Jahr auf. Der Verband berät staatliche, kommunale und privatrechtliche Museen in Hessen auch bei der zeitgemäßen Vermittlung der Sammlungen für alle Besuchergruppen. Von der höheren Förderung soll auch eine Stelle geschaffen werden, die die Museen bei den Aufgaben der Digitalisierung unterstützt. Das Land legt zudem einen Innovationsfonds von 200.000 Euro auf, mit dem neuartige Ideen kommunaler und privater Museen gefördert werden sollen, zum Beispiel für den inklusiven Museumsbesuch oder andere Konzepte, die der Öffnung und Teilhabe dienen.

Ländlicher Raum: Zur kulturellen Teilhabe gehört die Stärkung des ländlichen Raums: Nicht nur Menschen in den Ballungsräumen sollen Zugang zu Kunst und Kultur haben. Eine wichtige Rolle dabei spielt das Landestheater Marburg. Es hat den kulturpolitischen Auftrag, auch in den vielen Kommunen ohne eigenes Theater zu gastieren. Das Land stärkt das Landestheater deshalb laut Entwurf mit insgesamt gut 350.000 Euro mehr pro Jahr. Die Stadt Marburg als Partnerin des Landes will ihre Finanzierung entsprechend erhöhen.

Mindest-Einstiegsgagen für künstlerisches Personal
Förderung Künstlerinnen und Künstler: Die Einkommenssituation vieler Künstlerinnen und Künstler ist häufig problematisch. Das Land will mit gutem Beispiel vorangehen und für das gesamte künstlerische Personal an den drei Staatstheatern, am Stadttheater Gießen und am Landestheater Marburg eine Gagen-Untergrenze einführen, die um 300 Euro über der vom Tarifvertrag „NV Bühne“ vorgesehenen Mindestgage liegt. Das soll auch helfen, damit die Theater konkurrenzfähig bleiben.

Atelierprogramm: Weil es oft an Räumen für Künstlerinnen und Künstler fehlt, will das Land zusätzlich zum bestehenden Kulturellen Raumprogramm mit einem Atelierprogramm im Volumen von 100.000 Euro Freiräume schaffen, in denen Künstlerinnen und Künstler aller Sparten ihrer Kunst nachgehen können, und Initiativen bei der Anmietung geeigneter Räumlichkeiten unterstützen.

Künstlerinnen-Förderung: Der Anteil von Frauen in Kunst und Kultur ist zwar sehr hoch, aber in der öffentlichen Wahrnehmung und in der konkreten Förderung sind Künstlerinnen noch immer meist unterrepräsentiert. Deshalb will das Land 2020 zusätzlich 250.000 Euro zur Verfügung stellen für Projekte, die die Situation von Künstlerinnen im Kunst- und Kulturbetrieb insgesamt verbessern, sowie für Einrichtungen wie die Kinothek Asta Nielsen, das Archiv Frau und Musik und das Archiv der Deutschen Frauenbewegung

Provenienzforschung: Historische Verantwortung: Die Landesregierung sieht sich aufgrund der deutschen Geschichte in besonderer Verantwortung, Raubkunst aufzuarbeiten, die Verfolgten des NS-Regimes entzogen oder im kolonialen Kontext unrechtmäßig erworben wurde. Die Zentrale Stelle für Provenienzforschung, die nach NS-Raubgut an den Landesmuseen sucht und nichtstaatliche Museen berät, die Landesmuseen selbst und der Hessische Museumsverband sollen 2020 für diese Aufgaben 275.000 Euro erhalten.

Literaturförderung: Das Land will in der Literaturförderung mit 220.000 Euro unter anderem Projekte von Literaturhäusern besser fördern, den Hessischen Verlagspreis verstetigen und den erfolgreichen Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse fest im Literaturbudget etatisieren.

Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2019 an Lukas Bärfuss

Archivbild: Der Autor Lukas Bärfuss (links) im Gespräch mit Moderator Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auf dem Literaturstand Hessen während der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. © Foto: Diether v Goddenthow
Archivbild: Der Autor Lukas Bärfuss (links) im Gespräch mit Moderator
Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auf dem Literaturstand Hessen während der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. © Foto: Diether v Goddenthow

Mit dem Georg-Büchner-Preis ehrt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung herausragende Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird finanziert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stadt Darmstadt. In diesem Jahr geht der Preis an den Züricher Autoren Lukas Bärfuss.

Lukas Bärfuss wurde am 30. Dezember 1971 im schweizerischen Thun geboren. Sein erster Roman „Hundert Tage“ über den Völkermord in Ruanda erschien 2008 – und stieß wie „Koala“ aus dem Jahr 2014 auf begeistertes Echo. 2017 erschien sein jüngster Roman „Hagard“, in der er die Geschichte eines erfolgreichen Geschäftsmannes erzählt, der sich durch obsessives Begehren aus allen sozialen Bindungen löst. Auch mit pointierten Essays und Debattenbeiträgen zum politischen Geschehen machte sich Bärfuss einen Namen.

Die Jury des Georg-Büchner-Preises nennt Bärfuss einen herausragenden Erzähler und Dramatiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. In der Begründung heißt es: „In einer distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf, durchdringen sich nervöses politisches Krisenbewusstsein und die Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse am exemplarischen Einzelfall, psychologische Sensibilität und der Wille zur Wahrhaftigkeit. Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens. Es sind Qualitäten, die zugleich Bärfuss‘ Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleitet.“

Am selben Abend vergibt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung noch zwei weitere Preise: Der Johann-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geht 2019 an die österreichische Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl. Der österreichische Kulturwissenschaftler und Philosoph Thomas Macho erhält den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa.

In ihrem Grußwort hob Staatssekretärin Ayse Asar hervor: „Die Verleihung der Preise der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ist ein Höhepunkt im literarischen Veranstaltungskalender und zeigt uns, zu welchen Höhen sich Sprache aufschwingen kann. Ich gratuliere der heutigen Preisträgerin und den Preisträgern herzlich zu ihrem Erfolg. Auch der Hessischen Landesregierung liegt die Förderung des Literatur- und Leselands Hessen am Herzen. Autoren- und Nachwuchsförderung bilden einen Schwerpunkt, wir unterstützen aber auch literarische Institutionen, Veranstaltungen, Lesungen und Festivals.“

30. Hessischer Film- und Kinopreis in der Alten Oper Frankfurt verliehen – DFF erhält Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

30. Hessischer Film- und Kinopreis: Prächtige Gala für das Kino in der Alten Oper Bester Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte /  Sonderpreis an Caroline Link für „Der Junge muss an die frische Luft“ © Foto: Diether v Goddenthow
30. Hessischer Film- und Kinopreis: Prächtige Gala für das Kino in der Alten Oper
Bester Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte / Sonderpreis an Caroline Link für „Der Junge muss an die frische Luft“ © Foto: Diether v Goddenthow

Mit viel Prominenz und rund 1500 Gästen  sind auf einer Gala in der Alten Oper Frankfurt gestern Abend die 30. Hessischen Film- und Kinopreise verliehen worden. Bester Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte / Sonderpreis an Caroline Link für „Der Junge muss an die frische Luft“. Der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten ging zum ersten Mal an eine Institution, das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF).

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn im Gespräch mit Spielfilm-Preisträger Tom Sommerlatte. © Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn im Gespräch mit Spielfilm-Preisträger Tom Sommerlatte. © Foto: Diether v Goddenthow

Unter den Gästen waren so bekannte Gesichter wie Schauspieler Jürgen Prochnow, („Das Boot“), David Bennent („Die Blechtrommel“), die Schauspielerin Ursula Karven, bekannt aus Krimis und Herz-Schmerz-Filmen, sowie Luise Befort, Jannis Niewöhner, Katharina Marie Schubert, Hanns Zischler sowie Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni. Durch den Abend führten Katty Salié, bekannt unter anderem aus der ZDF-Kultursendung „Aspekte“, und Mitri Sirin vom ZDF-Morgenmagazin. Dietrich Brüggemann, Regisseur, Drehbuchautor und Musiker, begleitete am Klavier das Geschehen auf der Bühne.

„Es war ein großartiger Abend mit vielen spannenden Eindrücken und interessanten Gesprächen. Wir haben heute die harte Arbeit und die Leidenschaft gewürdigt, mit der sich viele Menschen jeden Tag für den Film und das Kino engagieren,“ freute sich die neue hessische Kunstministerin Angela Dorn als Gastgeberin. „Dabei war es uns wichtig, nicht nur glamourös zu feiern, sondern auch Themen anzureißen, die die Branche bewegen wie den Wandel des Mediums oder die Rolle des Nachwuchses. Und ich freue mich sehr, dass wir die vielen starken Frauen des Films ins Scheinwerferlicht gerückt haben“, sagte die Ministerin.

DFF erhält Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main © Foto: Diether v Goddenthow
DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main © Foto: Diether v Goddenthow

Zum ersten Mal in seiner Geschichte ging der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten nicht an eine Person, sondern an eine Institution, die sich um den Film verdient gemacht hat: das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF). Ministerpräsident Volker Bouffier begründete die Auswahl wie folgt: „Ob Museum, Kino, Archive und Sammlungen, Festivals, digitale Plattformen, Forschung und Digitalisierung – das DFF verbindet die Verantwortung für das Bewahren und wissenschaftliche Erforschen mit den Herausforderungen digitaler Realitäten. Das DFF würdigt den Film und alles, was ihn ausmacht. Und das seit 70 Jahren. Darauf kann Hessen stolz sein.“ Das DFF fungiere als Bindeglied zwischen der materiellen und historischen Bedeutung von Film und der digitalen Zukunft. Für all das stehe das DFF bereits seit seiner Gründung vor genau 70 Jahren als Deutsches Institut für Filmkunde (ehemals DIF) „wie kaum eine andere Institution in Deutschland, und das macht es auszeichnungswürdig“, so Bouffier: Darauf könne Hessen stolz sein!

(v.li.) Die langjährige DFF-Direktorin Claudia Dillmann, Dr. Nikolaus Hensel, DFF-Vorstand, Ellen Harrington, DFF-Direktorin und Ministerpräsident Volker Bouffier.© Foto: Diether v Goddenthow
(v.li.) Die langjährige DFF-Direktorin Claudia Dillmann, Dr. Nikolaus Hensel, DFF-Vorstand, Ellen Harrington, DFF-Direktorin und Ministerpräsident Volker Bouffier.© Foto: Diether v Goddenthow

Vertreten war das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF) durch die langjährige Direktorin Claudia Dillmann und ihre Nachfolgerin Ellen Harrington sowie Dr. Nikolaus Hensel, der mit Harrington das Vorstandstandem bildet. Sie nahmen den Ehrenpreis stellvertretend für das ganze DFF-Team. „Wir sind stolz darauf, dass mit dem DFF zum ersten Mal eine Institution ausgezeichnet wurde, und das in unserem Jubiläumsjahr 2019″, so Hensel, Harrington und Dillmann, „eine Institution, die ihr engagiertes Wirken für die Filmkunst und das Kino vor allem ihren überaus motivierten Mitarbeiter/innen verdankt, die ihrem Gegenstand leidenschaftlich verbunden sind: Ihr engagierter Einsatz für unsere herausragenden Sammlungen, ihre Begeisterung, unser Wissen mit der Öffentlichkeit zu teilen und so künftige Generationen von Filmfans zu inspirieren, legt die Basis für eine lange und erfolgreiche Zukunft dieses Hauses“, betonten die drei. „Das in Wiesbaden gegründete DFF, das inzwischen an sieben Standorten im Rhein-Main-Gebiet tätig ist, hat sich dabei schon immer als in Hessen tief verwurzelte Institution begriffen, die von hier aus bundesweit wie international agiert und Standards setzt.“.

Newcomerpreis für „Born in Evin“

Maryam Zaree. © Foto: Diether v Goddenthow
Maryam Zaree. © Foto: Diether v Goddenthow

Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis ging an Maryam Zaree für ihr Debüt als Regisseurin und Drehbuchautorin von „Born in Evin“. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn begründete ihre Entscheidung so: „Maryam Zaree hat einen sehr berührenden Film über ein persönlich schmerzhaftes Thema gedreht, denn ,Born in Evin‘ ist sie selbst: Ihre Mutter, im Iran politisch verfolgt, brachte Maryam 1983 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran zur Welt. Mit ihrem Film gewährt sie Einblicke in persönliche Abgründe. Es gelingt ihr, ihre filmische Spurensuche in einem dunklen Kapitel ihrer Familie und ihres Landes mit humorvollen und selbstironischen Sequenzen anzureichern und eine Balance zwischen tragischen und warmen Momenten zu schaffen.“

Alte Oper in Frankfurt.© Foto: Diether v Goddenthow
Alte Oper in Frankfurt.© Foto: Diether v Goddenthow

Sonderpreis für „Der Junge muss an die frische Luft“
Die Jury vergab einen Sonderpreis an die in Bad Nauheim geborene Regisseurin Caroline Link. Ihre Verfilmung der Autobiografie „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling schaffe eine berührende Nostalgie, die aber nie kitschig sei und stets den richtigen Ton treffe. Caroline Link, die 2003 für „Nirgendwo in Afrika“ einen Oscar erhielt, zeige mit dem Film einmal mehr, warum sie zu den bedeutendsten deutschen Regisseurinnen zählt. Der Sonderpreis ist undotiert.

Weitere Gewinner:

Tom Sommerlatte.© Foto: Diether v Goddenthow
Tom Sommerlatte.© Foto: Diether v Goddenthow

Hessischer Filmpreis – Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte. Nominiert waren außerdem „Crescendo“ von Dror Zahavi und „Ostwind‘ – Aris Ankunft“ von Theresa von Eltz. Der Gewinner erhält 24.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 4.000 Euro Nominierungsgeld.

 

 

Hermann Vaske.© Foto: Diether v Goddenthow
Hermann Vaske.© Foto: Diether v Goddenthow

Hessischer Filmpreis – Dokumentarfilm: „Why are we creative?“ von Hermann Vaske. Nominiert waren außerdem „Adelheid, Kornelius und die Töde“ von Kirstin Schmitt und „Born in Evin“ von Maryam Zaree. Der Gewinner erhält 20.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 4.000 Euro Nominierungsgeld.

Hessischer Filmpreis – Kurzfilm: „See der Freude“ von Aliaksei Paluyan. Nominiert waren außerdem „Der kleine Achill“ von Sebastian Jansen und „Rea“ von Joanna Bielinski. Der Gewinner erhält 4.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 1.000 Euro Nominierungsgeld.

Frauke Lodders.© Foto: Diether v Goddenthow
Frauke Lodders.© Foto: Diether v Goddenthow

Hessischer Drehbuchpreis: Frauke Lodders für „Am Ende des Sommers“ über ein Geschwisterpaar, das in einer sehr strenggläubigen Familie aufwächst. 7.500 Euro Preisgeld.

Hessischer Hochschulfilmpreis: Joschua Keßler, Absolvent der Hochschule Darmstadt, für seinen Abschlussfilm „Pech und Schwefel“. 7.500 Euro Preisgeld.

 

Hessischer Fernsehpreis – Beste Schauspielerin: Emma Bading für ihre Rolle in „Play“. Nominiert waren außerdem Katharina Marie Schubert für den Tatort „Falscher Hase“ und Anna Schudt für „Zwischen zwei Herzen“. Der Preis ist undotiert.

Hessischer Fernsehpreis: Emma Bading für ihre Rolle in „Play“ © Foto: Diether v Goddenthow
Hessischer Fernsehpreis: Emma Bading für ihre Rolle in „Play“ © Foto: Diether v Goddenthow

 

Emma Bading als spielsüchtiger Teenager Jennie fesselt und erschüttert von der ersten Minute an. Fast durchsichtig in der Unsicherheit und Verletztheit im realen Leben gewinnt ihre Figur in der virtuellen Realität plötzlich Stärke und körperliches Selbstbewusstsein. Emma Badings physische Präsenz in den choreografierten Spielezenen ist überwältigend. Schmerzhaft und schonungslos lässt sie uns Verzweiflung, Abhängigkeit und innere Zerrissenheit einer Süchtigen nachfühlen, beschützt ihre Figur aber gleichermaßen vor Abscheu und Mitleid. Ein Ereignis, so die Jury.

Hessischer Fernsehpreis – Bester Schauspieler: Uwe Ochsenknecht für seine Rolle in „Labaule & Erben“. Nominiert waren außerdem Peter Kurth für den Tatort „Der Angriff“ und Jannis Niewöhner für „Jonathan“. Der Preis ist undotiert.

Sonderpreis der Jury des Hessischen Fernsehpreises: Laura Tonke und Ronald Zehrfeld in „Bist du glücklich?“. Der Preis ist undotiert.

 

Hessische Kinopreise

Vertreter der ausgezeichneten gewerblichen und nichtgewerblichen Hessischen Kinos.© Foto: Diether v Goddenthow
Vertreter der ausgezeichneten gewerblichen und nichtgewerblichen Hessischen Kinos.© Foto: Diether v Goddenthow

Bei den Hessischen Kinopreisen für gewerbliche Kinos wurden Preisgelder von insgesamt 120.000 Euro vergeben an: Kino Traumstern in Lich, Programmkino Rex
Darmstadt, Filmladen Kassel, BaLi-Kinos Kassel, Mal-Seh’n-Kino Frankfurt, Orfeo’s Erben Frankfurt, Harmonie Kinos Frankfurt, Kammer-Palette-Atelier Marburg, Kult Kinobar Bad Soden, Lichtspielhaus Lauterbach und Capitol Kino Witzenhausen. Nichtgewerbliche Kinos, Kommunale Kinos und Abspielstätten erhalten insgesamt 30.000 Euro: Kommunales Kino Eschborn, Filmforum Höchst, Filmkreis – Das Unikino Darmstadt, Kino des DFF Frankfurt, Kino Pupille in Frankfurt, Naxos-Kino Frankfurt, Murnau Filmtheater Wiesbaden, Caligari-Filmbühne Wiesbaden, Kommunales Kino Weiterstadt und das Trauma Kino im G-Werk Marburg.

Die ausgezeichneten Filme sind auch in hessischen Kinos zu sehen:
– In Witzenhausen läuft am Samstag, 19.10., im Capitol um 18 Uhr „Why are we creative?“, um 19.30 Uhr „See der Freude“, um 20.45 Uhr „Bruder Schwester Herz“.
– In Frankfurt zeigt Orfeo’s Erben am Sonntag, 20.10., um 10 Uhr „Why are we creative?“, um 11.30 Uhr „See der Freude“, um 12 Uhr „Bruder Schwester Herz“, um 14.30 Uhr „Born in Evin“. Im Mal seh’n läuft „Born in Evin“ bis 30.10. im regulären Programm, im Filmforum Höchst am 4.12. um 20.30 Uhr.
– In Marburg zeigt das Capitol Filmkunsttheater in der Woche ab Samstag, 19. 10., die ausgezeichneten Filme; die Termine entnehmen Sie bitte der Website
– Das Kino Traumstern in Lich zeigt „See der Freude“ und „Born in Evin“ am 24.10., um 15 Uhr, „Why are we creative?“ am 31.10. um 14 Uhr und am 6. 11. um 16.30 Uhr „See der Freude“ und „Bruder Schwester Herz“.
– Das Lichtspielhaus Lauterbach zeigt die Preisträgerfilme ab dem 1.11.
– Das Kommunale Kino in Weiterstadt und das Murnau-Filmtheater Wiesbaden zeigen in der Woche vom 7.11. die Preisträgerfilme.
– Beim DOKFest Kassel laufen „See der Freude“ (14. 11., 16 Uhr im BALi) und „Born in Evin“ (15.11., 17.15 Uhr im Gloria).
– Die Caligari Filmbühne Wiesbaden und das Programmkino Rex in Darmstadt haben ab 1.12. mehrere der Filme im Programm.

Der Hessische Rundfunk strahlt am 20. Oktober um 18:30 Uhr eine 30-minütige Sondersendung mit dem Titel „Die hessischen Oscars – der Hessische Film- und Kinopreis 2019“ aus mit Eindrücken von der Preisverleihung und der Party danach.

Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss auf dem Gemeinschaftsstand der Hessischen Verlage

Am Gemeinschaftsstand der hessischen Verlage (v.li.) Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz und  Saarland eV. im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Lukas Bärfuss, Georg-Büchner-Preisträger 2019, Hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Karoline Sinur, 2. Vorsitzende und Sprecherin des Hessischen Literaturrats e.V. © Foto: Diether v Goddenthow
Am Gemeinschaftsstand der hessischen Verlage (v.li.) Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland eV. im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Lukas Bärfuss, Georg-Büchner-Preisträger 2019, Hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Karoline Sinur, 2. Vorsitzende und Sprecherin des Hessischen Literaturrats e.V. © Foto: Diether v Goddenthow

 

Ein großes Literaturangebot mit Lesungen, Interviews und Diskussionen finden Bücherfreunde noch bis zum Sonntag  auch wieder  auf dem zum zweiten Mal an der Buchmesse teilnehmenden Gemeinschaftsstand  der Hessischen Verlage und Literatur des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, sowie des Hessischen Literaturrats e.V..

Ein Highlight war gestern die Lesung des Büchner-Preisträgers 2019 Lukas Bärfuss und das anschließende  Gespräch mit Moderator Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Beisein der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur Angela Dorn, die den Gemeinschaftsstand offiziell eröffnet hatte.

Der Autor Lukas Bärfuss (links) im Gespräch mit Moderator Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auf dem Literatur-Gemeinschaftsstand  Hessen während der Frankfurter Buchmesse 2019. © Foto: Diether v Goddenthow
Der Autor Lukas Bärfuss (links) im Gespräch mit Moderator
Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auf dem Literatur-Gemeinschaftsstand Hessen während der Frankfurter Buchmesse 2019. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Schweizer Autor präsentierte seinen neuen Erzählband „Malinois“. Hierin behandelt der Autor die Liebe und das Begehren in all ihren Spielarten: Wie begegnen wir uns? Welche Sehnsüchte treiben uns um? Nach welchen Vorlagen entwerfen wir die Geschichten unserer Leidenschaften? Bärfuss zeichnet eine Kartographie der Passionen. Seine Geschichten handeln von Grenzerfahrungen, die wir mitten im Alltag machen können. Sie zeigen die Momente der Verwandlung.

 

Hessischer Kulturpreis 2019 ehrt Architekten Andrea Wandel und Wolfgang Lorch für Ihre Gedankarchitektur

v.links: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Prof. Wolfgang Lorch (Preisträger), Prof. Andrea Wandel (Preisträgerin), Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der  Universität Stuttgart©  Foto: Diether  v Goddenthow
v.links: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Prof. Wolfgang Lorch (Preisträger), Prof. Andrea Wandel (Preisträgerin), Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart© Foto: Diether v Goddenthow

Frankfurt. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute in Frankfurt die Frankfurter Architekten Prof. Andrea Wandel und Prof. Wolfgang Lorch mit dem Hessischen Kulturpreis 2019 geehrt. Die Auszeichnung ist mit 45.000 Euro der höchstdotierte Kulturpreis der Bundesrepublik Deutschland.

Architektur sei mehr als nur ein Dach über den Kopf, ein Kirchturm im Dorf oder die kühne Form eines modernen Museums. Architektur gestalte wie keine andere Kunst unseren Lebensraum. Sie setze sich mit Geschichte auseinander, sie präge unsere Zukunft, „weil wir in ihr leben, in ihr arbeiten, eintauchen, unsere Freizeit verbringen“, sagte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, die in Vertretung und mit herzlichen Grüßen des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier am 20.9.2019 während einer Feierstunde im Casio-Saal der Goethe-Universität den Hessischen Kulturpreis für herausragende künstlerische Leistungen an das Architekturbüro von Andrea Wandel und Wolfgang Lorch überreichte.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.©  Foto: Diether  v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.© Foto: Diether v Goddenthow

Geehrt würden zwei Menschen, „die sich ganz besonders um die Gestaltung dieser umbauten Umwelt verdient gemacht haben. Die Arbeit ihres Frankfurter Büros Wandel /Lorch sind in der Tat herausragende Leistungen der Baukunst.“ Sie seien nicht nur einfach handwerklich geschaffener gebauter Raum. Sie seien“ vielmehr ästhetische Auseinandersetzungen mit dem Raum  und Gestaltung der Beziehung zwischen Mensch und Raum. In ihrer Architektur, Frau Professorin Wandel und Herr Professor Lorch, ist genau diese Menschlichkeit, die Alvar Aalto gefordert hatte, gelungen“, so die Kunst- und Kulturministerin.

Architekturbüro Wandel Lorch fühlt sich insbesondere der Gedenkarchitektur und dem Sakralbau verpflichtet. „Dazu gehören in jüngster Zeit beispielsweise das Hotel Silber in Stuttgart, das zuvor eine ehemalige Gestapo-Zentrale war, sowie die Sanierung der Synagoge am Opernhaus in Bayreuth. Die Auszeichnung an dieses Büro ist eine Aufforderung und Ermunterung an alle Architekten, uns auch in Zukunft Orte zu schaffen, die die Erinnerung an die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte manifestieren.“

Das Architekturbüro Wandel Lorch in Frankfurt und Saarbrücken wurde 1969 von Hubertus Wandel gegründet. Mit unterschiedlichen Büropartnern sowie in einigen früheren Projekten als Arbeitsgemeinschaft mit dem Frankfurter Architekten Nikolaus Hirsch führen die Tochter des Gründers, Andrea Wandel, und Wolfgang Lorch es heute gemeinsam weiter. Andrea Wandel ist Professorin im Lehrgebiet Entwerfen, Raumbildung und Darstellung an der Hochschule Trier. Wolfgang Lorch ist Professor für Entwerfen und Baugestaltung an der Technischen Universität Darmstadt.

„Die Erinnerungskultur des Büros von Professorin Wandel und Professor Lorch beschränkt sich nicht nur auf die Zeit des Nationalsozialismus, sondern es schlägt den Bogen aus der Geschichte in unsere Zeit und in die Zukunft“, so Ministerin Dorn weiter. Neben Bauten des jüdischen Lebens wie die Neue Synagoge in Dresden oder das Jüdische Zentrum in München ist die Gedenkstätte am Neuen Börneplatz in Frankfurt ein herausragendes Beispiel. Bei diesen Projekten war der frühere Rektor der Städelschule, Nikolaus Hirsch, beteiligt.

„Die Gedenkstätte am Neuen Börneplatz in Frankfurt ist ein Ort des Innehaltens, der Erinnerung, der Mahnung mitten in der Stadt, eine Insel der Stille mitten im Getöse an einer der verkehrsreichsten Kreuzungen der Stadt. Die Gedenkstätte bewahrt das Andenken an mehr als 11.000 ermordete jüdische Frankfurterinnen und Frankfurter. Auch die 1945 im KZ Bergen-Belsen ermordete Anne Frank hat hier eine symbolische Ruhestätte erhalten. In einer Zeit, in der rechte Populisten die Gräueltaten der Nationalsozialisten als ,Vogelschiss‘ abtun wollen, bekommen gebaute Erinnerung, lebendige Geschichte, aber auch Dialog und religiöse Vielfalt eine umso größere Bedeutung. Dafür steht die Arbeit des Büros von Prof. Wandel und Prof. Lorch. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich ihnen den Kulturpreis des Landes Hessen überreichen kann.“

Sanfte, textil anmutende Architektur – Laudatio

Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der  Universität Stuttgart©  Foto: Diether  v Goddenthow
Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart© Foto: Diether v Goddenthow

Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart, hob in seiner Laudatio die Aspekte der anmutend „weichen“ und „textilen Oberflächenarchitektur“ des Büros Wandel Lorch hervor. So wirke beispielsweise die Kirchenportalwand der Überlinger Auferstehungskirche „mit versetzten abgetreppten weissgeschlämmten Backsteinen, die von gläsernen Elementen durchsetzt seien“ dadurch geradezu wie eine weiche, nachgebende Kirchenfassade. Ähnlich sei dieses dem Büro Wandel Lorch auch beim Ökumenischen Forum in der Hamburger Hafen-City gelungen, einer Mischung aus Sakralbau, Wohn- und Geschäftshaus. An der Straßenfassade seien in das Ziegelmauerwerk die „ganz klassischen Merkmale christlicher Kirchen, nämlich Kreuz und Glocke, angebracht worden“, wobei aber „ganz unklassisch Kreuz und Glocke in dellenartigen Vertiefungen an der Fassade platziert wurden“, so Tüby, der so vor den Augen der Gäste eine Vorstellung „vom textil anmutenden Oberflächenwerk von Wandel Lorch“ entstehen ließ, welches in der Architektur auch als Stoffwechselmotiv bezeichnet würde.

Der Stoffwechselbegriff in der Architektur prägte Gottfried Semper Mitte des 19. Jahrhunderts. In seinem Werk „Vier Elemente der Baukunst“ ging Semper von den vier Grundelementen der Architektur „Werden, Boden, Dach und Wand“ aus. Mit seiner Stoffwechseltheorie leitete Semper jedoch einen Paradigmenwechsel im architektonischen Denken ein: „Die Idee der Architektur wurde damit eben nicht mehr auf Konstruktion, nicht mehr auf Stabilität gegründet, sondern auf der Bekleidung, auf Wärme spendender Instabilität“.

Damit wurde die Architektur auch, wohlgemerkt mitten im 19. Jahrhundert, auf der weiblich konnotierten Urtechnik des Webens und Flechtens begründet. Und zum ersten Architekturdetail wurde der Knoten ausgerufen. „Das war nicht weniger als eine Umwertung aller Werte. Friedrich Nietzsche gehörte zum Kreise begeisterter Semper-Leser“, so der Laudator.
Sempers Theoriewerk habe insofern nichts an Aktualität auch für die Produktion von Architektur in der Gegenwart verloren, weil sie einen wunderbaren Gedanken beinhalte, „der nicht besser zum heutigen Abend passt und zur Architektur von Wandel Lorch passen würde. Denn Semper begründet die Architektur eben nicht nur im Textilen, sondern auch und vor allem im Feierlichen und Festlichen“, so Tüby.

Der Laudator unterstrich die optimistische Zukunftsgewandtheit des Büro Wandel Lorch mit einem Zitat von Daniel Libeskind: „Als Architekt muss du an die Zukunft glauben. Du kannst weder Zyniker noch Skeptiker sein, sonst wärest du kein Architekt, vielleicht ein Politiker oder Historiker oder ein Autor, aber nie ein Architekt.“ Denn die Aufgabe eines Architekten sei es, das Leben besser zu machen, und das sei Wandel und Lorch bislang hervorragend gelungen.

Der Hessische Kulturpreis wird seit 1982 jährlich für besondere Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung vergeben. Er ist mit 45.000 Euro dotiert. Dem Kuratorium sitzt der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier vor. Neben der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, gehören ihm an:
Jürgen Engel, Architekt, Frankfurt am Main
Prof. Susanne Pfeffer, Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt
Michael Herrmann, Intendant Rheingau Musik-Festival
Bernd Leifeld, ehem. Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs¬GmbH
Michael Quast, Schauspieler, Kabarettist, Regisseur
Hans Sarkowicz, Leiter Ressort hr2 Kultur und Bildung
Dr. Gerhard Stadelmaier, Redakteur und Theaterkritiker im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Mai

30. Hessischer Film- und Kinopreis 2019 mit neuem Konzept – DFF erhält Preis des Ministerpräsidenten

30. Hessischer Film- und Kinopreis 2019 feiert die Leidenschaft für das Kino. Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für Deutsches Filminstitut & Filmmuseum DFF / Newcomerpreis für Maryam Zaree. Während der Frankfurter Buchmesse findet am 18. Oktober 2019  die feierliche Preis-Gala in der Alten Oper statt. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
30. Hessischer Film- und Kinopreis 2019
feiert die Leidenschaft für das Kino. Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für Deutsches Filminstitut & Filmmuseum DFF / Newcomerpreis für Maryam Zaree. Während der Frankfurter Buchmesse findet am 18. Oktober 2019 die feierliche Preis-Gala in der Alten Oper statt. © Foto: Diether v Goddenthow

Frankfurt/Wiesbaden. Seit 1990 setzt das Land Hessen mit der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises jedes Jahr seine Filmschaffenden und das Filmland Hessen insgesamt in Szene. Die Preise vergibt das Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen einer großen festlichen Dala in der Alten Oper, traditionell während der Frankfurter Buchmesse.
Hessen ist neben Bayern das einzige Bundesland, das die Leistungen von Filmemachern mit einem solchen eigenen Preis würdigt und hervorhebt. Der Hessische Filmpreis ist mit insgesamt 97.500 Euro dotiert, der Hessische Kinopreis mit 150 000 Euro.  Darüber hinaus vergibt der Hessische Rundfunk den undotierten Hessischen Fernsehpreis.

Der Filmpreis zeichnet Regisseurinnen und Regisseure in den Kategorien Spielfilm, Kurzfilm und Dokumentarfilm sowie Autorinnen und Autoren in der Kategorie Drehbuch aus. Im Nachwuchsbereich verleiht das Land Hessen den Hochschulpreis für den besten Abschlussfilm sowie seit 2017 den Newcomerpreis. Für eine herausragende Einzelleistung in einem Film (zum Beispiel Kamera, Produktion, Schnitt, Musik) ist ein Sonderpreis vorgesehen. Der undotierte Ehrenpreis würdigt in der Regel herausragende Persönlichkeiten des Films. Mit den Kinokulturpreisen werden außerordentliche Leistungen und Engagement von gewerblichen und nicht gewerblichen Kinoinitiativen gewürdigt. Auch über diese Preise entscheidet eine unabhängige Jury.

Hessischer Fernsehpreis 2019
Darüber hinaus vergibt der Hessische Rundfunk  in derselben Gala den Hessischen Fernsehpreis in den Kategorien: „Beste Schauspielerin“ und „Bester Schauspieler“.

Neues  Konzept zum 30.  
Zum Jubiläum des 30. Film- und Kinopreises soll das Konzept verändert und die traditionelle Gala mit mehr inhaltlichen Input aufgewertet werden. So wird beim 30. Film- und Kinopreis die Leidenschaft für das Kino in all seinen Facetten in den Mittelpunkt gestellt werden. Wie Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn bei der Vorstellung des neuen Konzeptes beim heutigen Pressegespräch mitteilte, sollen bei der Verleihung am 18. Oktober die vielen starken Frauen des Films, der kreative Nachwuchs und der Wandel des Mediums „Film“ selbst ins Scheinwerferlicht gerückt werden. Zudem verriet die Ministerin, wer in diesem Jahr den Ehrenpreises des Hessischen Ministerpräsidenten und des Newcomerpreis erhält. So geht zum ersten Mal in seiner Geschichte geht der Ehrenpreis an eine Institution, die sich besonders um den Film verdient gemacht hat.

Moderieren werden die Preisverleihung Katty Salié, bekannt unter anderem aus der ZDF-Kultursendung „Aspekte“, und Mitri Sirin vom ZDF-Morgenmagazin. Die Gäste dürfen sich – neben zahlreichen Film- und Fernsehstars – auf den Regisseur, Komponisten und Pianisten Dietrich Brüggemann freuen, der den Abend als Hommage an die großen Klassiker des Stummfilms musikalisch begleiten wird.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. © Foto: Diether v Goddenthow

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Wir wollen mit dem diesjährigen Filmpreis die Kunst des Kinos und die Filmschaffenden feiern. Dabei geht es ein bisschen um Nostalgie, aber vor allem um Gegenwart und Zukunft. Wir freuen uns auf Laudatorinnen und Laudatoren, die diese Themen als Expertinnen und Experten lebendig vermitteln. Auch für die Musik wird ein Filmschaffender sorgen: Dietrich Brüggemann, Regisseur, Drehbuchautor und Musiker, begleitet am Klavier das Geschehen auf der Bühne.“

Den Ehrenpreis für das DFF
Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten 2019 erhält das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF). Entgegennehmen werden ihn dessen langjährige Direktorin Claudia Dillmann und Ellen Harrington, ihre Nachfolgerin und aktuelle Direktorin, sowie das langjährige Vorstandsmitglied Dr. Nikolaus Hensel, der mit Harrington das Vorstandstandem bildet. Die Auszeichnung ist undotiert.

Deutsches Filminstitut Filmmuseum ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Deutsches Filminstitut Filmmuseum © Foto: Diether v Goddenthow

Seine Entscheidung begründet Ministerpräsident Volker Bouffier wie folgt: „Das DFF setzt die ihm zugeschriebene Aufgabe, Filmkultur lebendig zu halten und deren Stellenwert zu vermitteln, in herausragender Weise um. Das DFF ist eine Institution von internationalem Rang, sie verbindet das Bewahren des filmischen Erbes mit so lebendiger wie moderner Vermittlung von historischer und aktueller Filmkultur. Ob Museum, Kino, Archive und Sammlungen, Festivals, digitale Plattformen, Forschung und Digitalisierung – das DFF verbindet Verantwortung für Bewahren und wissenschaftlichem Erforschen mit den Herausforderungen digitaler Realitäten und Zukunft. Das DFF feiert und würdigt den Film und alles, was ihn ausmacht, gestern wie heute. Und das seit 70 Jahren. Darauf kann Hessen stolz sein!“

Newcomer-Preis
Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis geht in diesem Jahr an Schauspielerin und Filmemacherin Maryam Zaree. Ihr Debütfilm „Born in Evin“ ist gleichzeitig in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Maryam Zaree behandelt in ihrem Regiedebüt ein persönlich schmerzhaftes Thema, denn ,Born in Evin‘ ist sie selbst: Ihre Mutter, im Iran politisch verfolgt, brachte Maryam 1983 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran zur Welt. Mit ihrem Film gewährt sie Einblicke in persönliche Abgründe, ihre eigenen und die anderer Opfer des Khomeini-Regimes. Es geling ihr, ihre filmische Spurensuche in einem dunklen Kapitel ihrer Familie und ihres Landes mit humorvollen und selbstironischen Sequenzen anzureichern und eine Balance zwischen tragischen und warmen Momenten zu schaffen. Und sie meistert die besondere Herausforderung, sowohl Regisseurin als auch Protagonistin dieses künstlerisch wie gesellschaftspolitisch hervorragenden Films zu sein.“

Bekanntgegeben wurden am Freitag zudem die Preise in zwei weiteren Kategorien: Joschua Keßler, Absolvent der Hochschule Darmstadt, bekommt für seinen Abschlussfilm „Pech und Schwefel“ den Hochschulfilmpreis. Die Autorin Frauke Lodders bekommt den Preis in der Kategorie Drehbuch für „Am Ende des Sommers“ über ein Geschwisterpaar, das in einer strenggläubigen Familie aufwächst.

In weiteren Kategorien wurden folgende Nominierungen bekanntgegeben:

Bester Spielfilm:
• „Crescendo“ von Droar Zahavi
• „Ostwind‘ – Aris Ankunft“ von Theresa von Eltz
• „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte

Bester Dokumentarfilm
• „Adelheit, Kornelius und die Töde“ von Kirstin Schmitt
• „Born in Evin“ von Maryam Zaree
• „Why are we creative“ von Hermann Vaske

Bester Kurzfilm
• „Der kleine Achill“ von Sebastian Jansen
• „Rea“ von Joanna Bielinski
• „See der Freude“ von Aliaksei Paluyan

Nominiert für den Hessischen Fernsehpreis des Hessischen Rundfunks, der ebenfalls am 18. Oktober im Rahmen der Gala vergeben wird, sind:

Beste Schauspielerin
• Emma Bading in „Play“
• Katharina Marie Schubert in „Tatort – Falscher Hase“
• Anna Schudt in „Zwischen zwei Herzen“

Bester Schauspieler
• Peter Kurth in „Tatort – Der Angriff“
• Jannis Niewöhner in „Jonathan“
• Uwe Ochsenknecht in „Labaule & Erben“

Wer von den Nominierten die Preise in diesen Kategorien, den Sonderpreis des Fernsehpreises sowie die ebenfalls zu vergebenden Kinokulturpreise erhält, wird erst bei der Preisverleihung bekannt gegeben. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn verriet am Freitag zudem, dass es einen Sonderpreis der Jury des Filmpreises für eine herausragende Einzelleistung geben wird.

Am 18.Oktober wird vor der Alten Oper Frankfurt für die Filmschaffenden des Landes wieder der rote Teppich ausgerollt werden. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Am 18.Oktober wird vor der Alten Oper Frankfurt für die Filmschaffenden des Landes wieder der rote Teppich ausgerollt werden. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Hessische Rundfunk strahlt am 20. Oktober um 18:30 Uhr eine 30-minütige Sondersendung mit dem Titel „Die hessischen Oscars – der Hessische Film- und Kinopreis 2019“ aus. Moderatorin Monika Kullmann und Moderator Holger Weinert führen Interviews mit den Nominierten und den Preisträgerinnen und Preisträgern und berichten auch von der Party danach.

Wer bei der Gala dabei sein möchte, sollte den Instagram-Kanal des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst im Auge behalten: Auf @hmwk_hessen verlost das Ministerium dreimal zwei Karten für den Abend mit Stars und Berühmtheiten.