Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Robert Gernhardt Preis 2019 an Nina Bußmann verliehen

Nina Bußmann erhält den Robert Gernhardt-Preis 2019  für ihr Romanprojekt „Dickicht“. (vli.): Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der WIBank, Nina Bußmann, Preisträgerin, Almut Gehebe-Gernhardt, Witwe von Robert Gernhardt, Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und auf dem Bild und im Geiste dabei der unvergessliche Robert Gernhardt. Von ihm wurden während der Veranstaltung die beiden Texte „Ach!“ und „Nachmittag eines Dichters“ aus dem Off gesendet..©  Foto: Diether v Goddenthow
Nina Bußmann erhält den Robert Gernhardt-Preis 2019 für ihr Romanprojekt „Dickicht“. (vli.): Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der WIBank, Nina Bußmann, Preisträgerin, Almut Gehebe-Gernhardt, Witwe von Robert Gernhardt, Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und auf dem Bild und im Geiste dabei der unvergessliche Robert Gernhardt. Von ihm wurden während der Veranstaltung die beiden Texte „Ach!“ und „Nachmittag eines Dichters“ aus dem Off gesendet..© Foto: Diether v Goddenthow

Am gestrigen Abend erhielt die in Frankfurt am Main geborene Autorin Nina Bußmann den gemeinsam vom Land Hessen und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) ausgelobten Robert Gernhardt Preis 2019 in Höhe von 12.000 Euro.

Ausgezeichnet wurde Nina Bußmann für ihr Romanprojekt „Dickicht“. Er war der einzige Text unter 79 Einreichungen, der den hohen qualitativen Erwartungen der Jury entsprach. So wurde diesem Jahr nur einmal der Robert-Gernhardt-Preis vergeben.

Der Roman erzählt von der Amtstierärztin Ruth Gretter, die eine Betäubungsmittelabhängigkeit entwickelt hat und deren Leben nach einem nächtlichen Sturz in einem Park endgültig aus den Fugen zu geraten droht. Der Text überzeugte die Jury: „Nina Bußmann erzählt in einer klaren Sprache von der Unklarheit eines modernen Bewusstseins zwischen Arbeits- und Lebenswelt, zwischen Freundschaft, Therapien und spirituellen Verlockungen“, heißt es in der Begründung. „In unterschiedlichen Stillagen – Aufzeichnungen, Tagebüchern, erzählende Prosa – entwickelt Bußmann gleich mehrere Charaktere, deren Existenzen sich scheinbar am Rand unserer Wahrnehmung befinden und doch mitten in unserer Gegenwart stehen.“

Staatssekretärin Ayse Asar: „In diesem Jahr vergeben wir den Robert Gernhardt Preis zum zehnten Mal. Seit seiner ersten Ausschreibung verfolgt er einen hohen Anspruch: Er will gute Literatur auszeichnen – Literatur, die so gut ist, dass sie schon nach sechs Seiten spürbar wird. Genau so viel sollen Autorinnen und Autoren von ihrem gerade in Arbeit befindlichen literarischen Werk als Bewerbung einreichen. Das ist Nina Bußmann hervorragend gelungen. Ich wünsche ihr viel Erfolg bei der weiteren Arbeit an diesem Werk und gratuliere herzlich zur Auszeichnung!“
Begrüßt hatten die Gäste im großen Saal der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt der Hochschul-Vizepräsident Prof. Ernst Auguste Klötzke und Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsführung der WIBank.
„Unser Literaturpreis, benannt nach dem Universalkünstler Robert Gernhardt, bietet Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, sich ganz auf ihren Schaffensprozess konzentrieren zu können. Uns erfüllt es immer wieder mit Freude und Stolz, wenn am Ende dieses Prozesses großartige Literatur entsteht, die unser Leben bereichert“, so Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der WIBank

Die Laudatio auf Nina Rußmann hielt die Literaturwissenschaftlerin Beate Tröger. Für die musikalische Umrahmung sorgte das SRS Trio.

Nina Bußmann.  ©  Foto: Diether v Goddenthow
Nina Bußmann. © Foto: Diether v Goddenthow

Nina Bußmann wurde 1980 in Frankfurt am Main geboren, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Berlin und Warschau und lebt heute in Berlin. Im Suhrkamp Verlag hat sie bisher die beiden Romane „Große Ferien“ und „Der Mantel der Erde ist heiß und teilweise geschmolzen“ veröffentlicht.

Neue Filmförderrichtlinie in Hessen

Mehr Fördermöglichkeiten, Einhaltung sozialer Mindeststandards, Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten, weniger Bürokratie
Die überarbeitete hessische Filmförderrichtlinie vereinfacht die Verfahren, berücksichtigt moderne Formen der Filmkunst und legt einen Fokus auf Nachwuchsförderung sowie soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Die Filmförderrichtlinie regelt, unter welchen Bedingungen Filmschaffende finanzielle Unterstützung beispielsweise für das Schreiben von Drehbüchern, die Produktion von Kinofilmen oder für Filmfestivals bekommen können.

Die Neuen Richtlinien

Aktuelle Herausforderungen stärker berücksichtigen
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Ich bin sehr froh, dass es uns mit der neuen Filmförderrichtlinie gelungen ist, aktuelle Herausforderungen der Branche wie den fehlenden Nachwuchs und den Investitionsstau in den Kinos stärker zu berücksichtigen. Zugleich war es uns wichtig, die Rahmenbedingungen anzupassen, sodass soziale Mindeststandards und Nachhaltigkeitsaspekte eine Rolle spielen und gleichzeitig der bürokratische Aufwand sinkt. Die Einkommenssituation von Künstlerinnen und Künstlern ist oft problematisch, viel ehrenamtliches Engagement ist im Spiel – dem wollen wir Rechnung tragen.“

Schwerpunkt auf Nachwuchsförderung
Die neue Richtlinie setzt einen Schwerpunkt auf die Nachwuchsförderung. Zusätzlich wurde die Förderung für Serien und für innovative audiovisuelle Inhalte aufgenommen, zum Beispiel 360°-Filme, Medieninstallationen, Web-Applikationen und Virtual Reality. Diese Projekte können nun im Einzelfall mit bis zu 40.000 Euro gefördert werden. In die Richtlinie aufgenommen und damit verstetigt wurden auch die Rahmenbedingungen der seit 2018 eingeführten Kinoinvestitionsförderung. Hier sind im Einzelfall Förderungen von bis zu 150.000 Euro möglich. In einigen Bereichen wurden die Förderhöchstsummen angehoben: bei der Debüt- und Zweitfilmförderung von 150.000 auf 400.000 Euro, der Verleihförderung von 25.000 auf 40.000 Euro und der Filmfestivalförderung von 150.000 auf 200.000 Euro.

Soziale Mindeststandards und Tariflöhne
Wer eine Förderung beantragt, muss künftig grundsätzlich die Einhaltung von sozialen Mindeststandards und Tariflöhnen gewährleisten. Wer besonders umweltschonend und klimafreundlich arbeitet, kann dies im Antrag darlegen, und die Jury kann es künftig bei der Entscheidung berücksichtigen.

Weniger Bürokratie
Zu weniger Bürokratie bei den Antragstellern trägt unter anderem die weitere Angleichung der Förderbedingungen an die der anderen Bundesländer und des Bundes bei, weil Filmproduktionen oft durch mehrere Länderförderer finanziert werden. Und wer bereits hessische Filmfördermittel erhalten und deren Verwendung ohne Beanstandungen nachgewiesen hat, muss keine Belege mehr vorlegen. Einnahmen und Ausgaben des Projektes werden nur stichprobenartig geprüft wird.

Hintergrund zur Filmförderung in Hessen
Für die Filmförderung in Hessen ist die HessenFilm und Medien GmbH zuständig. Im Land stehen rund 11,5 Millionen Euro für die Filmförderung zur Verfügung. Den Hauptanteil von rund 10,5 Millionen Euro trägt die Landesregierung. Weitere Mittelgeber sind der Hessische Rundfunk und das Zweite Deutsche Fernsehen.

Weitere Informationen: HessenFilm

Hessischer Denkmalschutzpreis im Wert von insgesamt 32 000 Euro ehrt Engagement für den Erhalt von Kulturschätzen

Der 1. Preis für Privatpersonen ging an Achim Karn für sein für 3,5 Mio. Euro restauriertes Wamboltsches Schloss in Groß Umstadt Curtigasse 6. Hier Giebel-Ansicht. Foto Achim Karn
Der 1. Preis für Privatpersonen ging an Achim Karn für sein für 3,5 Mio. Euro restauriertes Wamboltsches Schloss in Groß Umstadt Curtigasse 6. Hier Giebel-Ansicht. Foto Achim Karn

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute den Hessischen Denkmalschutzpreis 2019 überreicht. In der Rotunde des Biebricher Schlosses ehrte sie Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler restauriert oder erforscht. Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Darmstadt-Dieburg, dem Vogelsbergkreis, dem Werra-Meißner-Kreis sowie aus Frankfurt, Offenbach am Main, Gießen und Limburg.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. © Foto: Diether v Goddenthow

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Die Jury des Hessischen Denkmalschutzpreises hat eine beneidenswerte Aufgabe: Sie reist quer durch Hessen, um sich Denkmäler anzuschauen, in die Menschen viel Arbeit, Herzblut und natürlich auch Geld gesteckt haben, um sie wieder zum Strahlen zu bringen. In diesem Jahr war die Qualität der Bewerbungen so großartig, dass es nur erste und zweite Preise gibt und die Hessen Lotto GmbH ihr Preisgeld aufgestockt hat. Das ist eine wunderbare Entwicklung und zeigt, wie der Denkmalschutz immer mehr an Bedeutung gewonnen hat – auch für die Hessinnen und Hessen. Baudenkmäler und ganze Ensembles, historische Stadtkerne und neu genutzte Bauten der Industriegeschichte tragen zur Urbanität und Lebensqualität in unserem Land bei. Das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger erhält diese Schätze für uns alle – dafür danke ich Ihnen herzlich und wünsche weiterhin viel Schaffenskraft bei der Pflege Ihrer historischen Schätze.“

Den ersten Preis für Institutionen gewann die Kirchengemeinde Sickendorf (Vogelsbergkreis) Hier: Chorfenster in der Heidbergkapelle .
Den ersten Preis für Institutionen gewann die Kirchengemeinde Sickendorf (Vogelsbergkreis) Hier: Chorfenster in der Heidbergkapelle .

Der Hessische Denkmalschutzpreis ist in diesem Jahr mit insgesamt 32.000 Euro dotiert: Statt wie sonst 20.000 Euro stiftet die Lotto Hessen GmbH diesmal 24.500 Euro. Die hessische Lotteriegesellschaft hatte Preis gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen im Jahr 1986 begründet und stellt seitdem das Preisgeld zur Verfügung. Hinzu kommt als eigene Kategorie der Ehrenamtspreis. Das Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro stellt die Hessische Staatskanzlei.

Erster Preis für eine Privatperson

1.Preis für eine Privatperson v.li:Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Achim Karn, Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2019, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.©  Foto: Diether v Goddenthow
1.Preis für eine Privatperson v.li:Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Achim Karn, Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2019, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v Goddenthow

Der erste Preis für eine Privatperson geht an Achim Karn. Er hat das Wambolt’sche Schloss in Groß-Umstadt vor dem Verfall bewahrt, indem er es saniert und ihm seine städtebauliche Bedeutung zurückgegeben hat. Durch eine Gastronomie ist das Wamboltsche Schloss wieder in das Alltagsleben der Stadt eingebunden.

Erster Preis für Institutionen

1. Preis für Institutionen für die Kirchengemeinde Allmenrod für ihre Sanierung der Kapelle Heidbergkapelle (vli.):Heinz-Georg Sundermann (Lotto Hessen), Laudator Dr. Burghard Preusler, Ehemalige Diözesanbaumeister u. Leider der Bauabteilung des Bistums Fulda, mit Vertretern/innen der Kirchengemeinde Allmenrod-Sickendorf, Ministerin Angela Dorn und Denkmalamts. ©  Foto: Diether v Goddenthow
1. Preis für Institutionen für die Kirchengemeinde Allmenrod für ihre Sanierung der Kapelle Heidbergkapelle (vli.):Heinz-Georg Sundermann (Lotto Hessen), Laudator Dr. Burghard Preusler, Ehemalige Diözesanbaumeister u. Leider der Bauabteilung des Bistums Fulda, mit Vertretern/innen der Kirchengemeinde Allmenrod-Sickendorf, Ministerin Angela Dorn und Denkmalamts. © Foto: Diether v Goddenthow

Den ersten Preis für Institutionen gewann die Kirchengemeinde Sickendorf (Vogelsbergkreis) für die sensible und zurückhaltende Sanierung der Heidbergkapelle. Mit Hilfe eines Spendenkomitees gelang es der Gemeinde, die idyllisch am Waldrand gelegene kleine Kirche mit ihren prächtigen bunten Glasfenstern instand zu setzen.

Viermal zweiter Preis

2. Preis unter anderem für Anton Schreibweis für die Sanierung seines historischen Fachwerkwerkhauses in  Frankfurt-Höchst Bolongarostr.166.
2. Preis unter anderem für Anton Schreibweis für die Sanierung seines historischen Fachwerkwerkhauses in Frankfurt-Höchst Bolongarostr.166.

Der zweite Preis wurde viermal vergeben: Horst und Lutz von Buttlar haben mit der Sanierung der alten Dorfschule in Herleshausen-Markershausen dazu beigetragen, den historischen Ortskern zu erhalten. Für die behutsame und liebevolle Sanierung des Weinhauses Schultes in Limburg wurde Achim Kramb ausgezeichnet. Anton Schreibweis bekam die Auszeichnung für sein gelungenes Vorhaben, ein Stück historisches Frankfurt-Höchst wieder aufleben zu lassen: Er hat sein Fachwerkhaus in der Bolongarostraße in Höchst liebevoll saniert. Und Wolfgang Lust hat den Alten Schlachthof in Gießen saniert, den Jugendstilcharakter des Industriedenkmals wieder zum Vorschein gebracht und es zum Teil für die Öffentlichkeit geöffnet.

Drei Ehrenamtspreise

Drei Ehrenamtspreise, unter anderem für Henning Hehner und Bruno Schmück sowie der Bürgerinitiative Rumpenheim für ihre  Rettung des Uhrwerks der historischen Turmuhr in der evangelischen Schlosskirche in Offenbach-Rumpenheim.
Drei Ehrenamtspreise, unter anderem für Henning Hehner und Bruno Schmück sowie der Bürgerinitiative Rumpenheim für ihre Rettung des Uhrwerks der historischen Turmuhr in der evangelischen Schlosskirche in Offenbach-Rumpenheim.

Zudem wurden drei Ehrenamtspreise verliehen. Der Arbeitskreis Rückblende – Gegen das Vergessen e.V. hat das Gustav-Hüneberg-Haus in Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg) zu einem außerschulischen Lernort über die regionale deutsch-jüdische Geschichte ausgebaut. Für die Jugendbauhütte der Jugendburg Ludwigstein wurden Dirk Osmers und Jule Stiebing ausgezeichnet. Mit der Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer gaben sie der Burg Ludwigstein in Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) eine neue Bestimmung als Ort der Begegnung und des Lernens. Henning Hehner und Bruno Schmück sowie der Bürgerinitiative Rumpenheim ist es zu verdanken, dass das Uhrwerk der historischen Turmuhr in der evangelischen Schlosskirche in Offenbach-Rumpenheim wieder funktionstüchtig ist und besichtigt werden kann.

Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.©  Foto: Diether v Goddenthow
Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v Goddenthow

„In Zeiten von Globalisierung und Klimawandel ist die Auszeichnung der Preisträger mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis auch ein Statement für das ressourcenschonende Wieder- und Weiterverwenden historischer Baumaterialien“, so Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. „Ausgezeichnet werden Menschen, die sich leidenschaftlich für den Erhalt von Kulturdenkmälern eingesetzt und sich so mit dem Ort und seiner Geschichte verbunden haben. Dies tut nicht nur den Gebäuden, sondern auch den Orten, der Region und ihren Bewohnern gut.“

Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, ergänzte: „238 Objekte konnten im Zuge der Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises seit 1986 bereits ausgezeichnet werden, weitere kommen heute hinzu. Der Preis soll Engagement belohnen, Leuchtturmobjekte auszeichnen und zukünftige Denkmalinhaber anspornen. Neben dem Preisgeld tragen auch die Erlöse der von LOTTO Hessen angebotenen Rubbellose zum Denkmalschutz in Hessen bei.“

Musikalische Umrahmung vom Feinsten durch das Streichquartett des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen u.a. mit: 12. Adagio – Allegro vivace von Felix Mendelssohn Bartholdy u. aus der Peer-Gynt-Suite In der Halle des Bergkönigs von Edvard Grieg sowie: Libertango von Astor Piazzolla ©  Foto: Diether v Goddenthow
Musikalische Umrahmung vom Feinsten durch das Streichquartett des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen u.a. mit: 12. Adagio – Allegro vivace von Felix Mendelssohn Bartholdy u. aus der Peer-Gynt-Suite In der Halle des Bergkönigs von Edvard Grieg sowie: Libertango von Astor Piazzolla © Foto: Diether v Goddenthow

Ausführliche Informationen zu den Objekten einschließlich Fotomaterial gibt es unter diesem Link. Eine Übersicht der preisgekrönten Projekte finden Sie auch auf www.kunst.hessen.de/Denkmalschutzpreis2019.

Projekte einzeln vorgestellt!

Wiesbadener Fototage – „Grenzgang Fotokunst“ ist der Schwerpunkt des Festivals für zeitgenössische Fotografie vom 17. 08. – 1.09.

logo-wsbn.fototageAus der Pressemeldung: „Grenzgang Fotokunst“ ist das Motto der Wiesbadener Fototage, die vom 17. August bis 1. September bei freiem Eintritt dazu einladen, zeitgenössische Fotografie zu entdecken.

Das Ausloten von Grenzen ist seit jeher immanenter Bestandteil von Fotokunst.

Die 11. Wiesbadener Fototage machen dies nun selbst zum Thema wobei Finnland in diesem Jahr mit 12 vielschichtigen fotografischen Positionen den diesjährigen Länderschwerpunkt bildet.

Die grundsätzliche Fragestellung mit welchen Grenzgängen  -inhaltlichen sowie fotografischen – sich die Fotografen auseinandersetzen bildet den Ausgangspunkt und Kern der Fototage.
Einen weiteren Schwerpunkt stellen die Fotoarbeiten von blinden Fotografen dar.
Zu insgesamt 5 verschiedenen Ausstellungsorten wird das Publikum eingeladen, die jeweiligen Grenzgänge von 57 Fotografen zu entdecken.

Ergebnisse aktueller Fotokunst sind immer daran zu messen, inwieweit sie die Grenzen der Fotografie neu ausloten. Reale Grenzen der Welt und Sichtweisen gehören ebenso dazu wie ästhetische, physische und psychische Grenzen. Das betrifft sowohl reale als auch fiktive Grenzen. Dabei geht es um die grundsätzliche Fragestellung des „So noch nicht Gesehenen“.

Ab 2019 werden die Wiesbadener Fototage durch die Eingliederung in eine Foto-Triennale im Rhein-Main-Gebiet in eine neue Phase eintreten. Gemeinsam mit Frankfurt und Darmstadt wird abwechselnd jedes Jahr ein Fotofestival stattfinden.

Ausstellungsorte:

  • Ministerium für Wissenschaft und Kunst – Rheinstraße 23-25
  • SV SparkassenVersicherung – Bahnhofstraße 69
  • Kunsthaus Wiesbaden – Schulberg 10 (Vernissage am 17.08. um 20.00 Uhr)
  • frauen museum wiesbaden – Wörthstraße 5
  • Rathaus Wiesbaden

Die Veranstalter freuen sich wieder auf die Zusammenarbeit mit der Filmbühne Caligari, in dem sie ihre Reihe „Fotografie im Film“ als erfolgreiche Rahmenprogrammserie der Fototage fortsetzen können.

In diesem Jahr werden bei den Wiesbadener Fototagen zwei Förderpreise von je 1.500,- Euro ausgelobt.
Die Förderpreise, gestiftet von der SV SparkassenVersicherung, werden als Publikums- und Jurypreis ausgeschrieben. Für die Jury konnte zusätzlich Andreas Trampe, jahrelanger Bildchef beim Stern, gewonnen werden.

Wiesbadener Fototage vom 17.8 bis 1.9. 2019
Öffnungszeiten jeweils am Wochenende: Fr. Sa. und So. von 13 bis 18 Uhr.
Der Eintritt ist frei!

Alle Detail-Infos finden Sie hier!

Mehr Nachhaltigkeit im Kino-Alltag Fünf Lichtspielhäuser als Referenzkinos für Beratung ausgewählt

logo-nachhaltiges-kinoWiesbaden. Hessen vertieft seinen Einsatz für Nachhaltigkeit im Kino: Der seit 2016 vergebene Preis für Nachhaltiges Kino wird um individuelle Beratung für fünf ausgewählte Kinos ergänzt. Als Referenz-Kinos wurden ausgewählt: die „Lumos Lichtspiel und Lounge“ in Nidda, das „Capitol Kino“ in Witzenhausen, das „Mal Seh’n Kino“ in Frankfurt, das Kino „Traumstern“ in Lich und das Kommunale Kino Weiterstadt. Sie beschäftigen sich nun intensiv mit Nachhaltigkeit und werden dabei vom Film- und Kinobüro Hessen und der Lust auf besser leben gGmbH unterstützt.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Der Preis für Nachhaltiges Kino ist auf eine große Resonanz gestoßen. Eine Rückmeldung war, dass Kinobetreiberinnen und -betreiber gern mehr auf ressourcenschonenden Betrieb, innovative Verkehrskonzepte und andere Aspekte der Nachhaltigkeit achten würden, es ihnen in der oft angespannten wirtschaftlichen und personellen Situation aber an Zeit dafür fehlt. Dieses Feedback haben wir aufgegriffen und wollen die Referenzkinos mit individueller Beratung dabei unterstützen, ihrem Bewusstsein für ökologische und soziale Themen wirkungsvolle Taten folgen zu lassen. Damit sollen sie auch anderen Kinos neue Möglichkeiten aufzeigen und zur Nachahmung anregen.“

Erwin Heberling, Leiter des Film- und Kinobüros Hessen, erklärt: „Wir haben bei der Auswahl der Referenzkinos eine tolle Mischung gewinnen können: Land und Stadt, privatwirtschaftlich, genossenschaftlich und kommunal geführt, Kinos mit unterschiedlichen Programmprofilen. Somit können die Erkenntnisse der fünf Referenzkinos in die gesamte Kinolandschaft wirken. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß: Von leicht umzusetzenden Maßnahmen wie der Umstellung auf Ökostrom über Kooperationen mit Nahverkehrsbetrieben zur nachhaltigen Anreise der Kinogäste bis hin zu Investitionen in energieeffiziente Heizungs- und Lüftungsanlagen.“

Dr. Alexandra von Winning von Lust auf besser leben freut sich auf die Arbeit: „Es macht Spaß mit Betrieben zusammenzuarbeiten, die offen für Neues sind. Klar müssen dabei immer die individuellen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Ein kleines Kino in einem denkmalgeschützten Gebäude hat größere Herausforderungen in Sachen Klimaneutralität als ein neu gebautes Kino. Wir arbeiten gemeinsam aus, wie jedes Kino Schritt für Schritt in die richtige Richtung gehen kann.“

Weitere Informationen unter:
https://www.film-hessen.de/preis-fuer-nachhaltiges-kino/

Goethe-Plakette für Bad Homburger Jazz-Musiker Reimer von Essen

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn mit Reimer von Essen, dem Träger der Goethe-Plakette. Bild: kunst.hessen.de
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn mit Reimer von Essen, dem Träger der Goethe-Plakette. Bild: kunst.hessen.de

Wiesbaden. Reimer von Essen hat heute aus den Händen von Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn die Goethe-Plakette erhalten. Der Berufsmusiker ist für sein vielfältiges und langjähriges Engagement im Bereich der Jazzmusik bei einer Feierstunde in der Dienstvilla des Ministerpräsidenten ausgezeichnet worden. Die Goethe-Plakette ist die höchste Auszeichnung, die das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst vergibt.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Die Liste von Reimer von Essens musischem Engagement ist genauso lang wie beeindruckend. Es ist mir eine Freude, ihm heute die Goethe-Plakette zu verleihen. Diese Ehrung ist hochverdient. Seit 1962 leitet er die Frankfurter Barrelhouse Jazzband, ist Klarinettist und Komponist. Seine große Leidenschaft für die Musik zeigt sich in all seinen Lebensphasen – und man kann sie buchstäblich hören. Er spielte weltweit Tourneen, doch sein Zuhause blieb immer Hessen. Ein Glück für uns, denn mit den Klängen des traditionellen New Orleans Jazz versprüht er mit jedem Konzert ein wenig Nostalgie.“

Reimer von Essen wurde am 31. Oktober 1940 in Hamburg geboren. Mit 14 Jahren lernte er das Klarinettespielen und knüpfte dabei auch erste Jazzkontakte. 1958 gründete von Essen seine erste eigene Band, die Blue Washboard Five. Anfang der sechziger Jahre wurde er schließlich Mitglied der 1953 gegründeten Barrelhouse Jazzband, deren Leitung er 1962 übernahm. Bis die Musik zu seinem Beruf wurde, vergingen allerdings noch einige Jahre, denn bis 1991 arbeitete er als Lehrer für Englisch und Musik an der Albert-Schweitzer-Schule in Frankfurt. Seitdem hatte der Musiker viele Funktionen inne: als künstlerischer Leiter von Musikfestivals, Dozent und schließlich auch als Vorstandsmitglied der Hessischen Jazzakademie von 1990 bis 2000. Für sein musikalisches Wirken erhielt von Essen im Jahr 2011 den Hessischen Jazzpreis. Auch weit über die Grenzen Hessens hinaus wurde ihm Anerkennung zuteil, so ernannte die Stadt New Orleans Reimer von Essen 1968 zum Ehrenbürger.

Hintergrund:
Die Goethe-Plakette wird seit 1949 an Persönlichkeiten verliehen, die mit ihrer Arbeit die Kunst und Kultur des Landes gefördert und geprägt haben. Die Plakette besteht aus Bronze und hat einen Durchmesser von etwas mehr als zehn Zentimetern. Bisherige Preisträger waren unter anderem Prof. Dr. Heiner Boehncke (Künstlerischer Leiter des Rheingau Literatur Festivals), der ehemalige Städel-Direktor Max Hollein, Hüseyin Sitki (Leiter des Türkischen Filmfestivals Frankfurt) sowie Kunstmäzen Frank Brabant.

Hessischer Verlagspreis an Schöffling & Co. verliehen. Der Sonderpreis ging an den Mabuse-Verlag

Hessischer Verlagspreis 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow
Hessischer Verlagspreis 2019 © Foto: Diether v. Goddenthow

Gemeinsam mit dem Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. , Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, überreichte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn am 27. Juni 2019 während einer kleinen abendlichen Feierstunde in der Schalterhalle im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, den Hessischen Verlagspreis 2019

Mit dem Hessischen Verlagspreis wollen das Land Hessen und der Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen würdigen und unterstützen. In diesem Jahr gewann der Verlag Schöffling & Co. in Frankfurt den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis. Ein Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro ging an den Frankfurter Mabuse-Verlag.

(v.l.) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Klaus Schöffling, Juror Florian Balke (FAZ), Juryvorsitzende, Barbara Jost (Börsenverein d. Deutschen Buchhandels, Landesverband Hessen, RPL u. Saarland),© Foto: Diether v. Goddenthow
(v.l.) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Klaus Schöffling, Juror Florian Balke (FAZ), Juryvorsitzende, Barbara Jost (Börsenverein d. Deutschen Buchhandels, Landesverband Hessen, RPL u. Saarland),© Foto: Diether v. Goddenthow

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn betonte, dass die Jury insbesondere das ambitionierte Gesamtkonzept des familiengeführten Verlag Schöffling & Co. überzeugt habe, zu dem Romane und Gedichtbände ebenso gehörten wie der ‚Literarische Katzenkalender‘. Der Mabuse-Verlag erhielte den diesjährigen Sonderpreis für sein Programm ‚Bücher für starke Kinder‘. „Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihrem Erfolg und wünsche ihnen weiterhin viel Tatendrang. Gleichzeitig bedanke ich mich bei den Jury-Mitgliedern und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels für die hervorragende Zusammenarbeit.“

Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, gratuliert den beiden „sehr renommierten Frankfurter Verlagen“ und freute sich, „dass sowohl ein Literatur- als auch ein Fachverlag damit in den Fokus des Preises rücken. Beide Verlage leisten seit Jahrzehnten eine höchst professionelle Arbeit und sind überregional bekannt. Die Entscheidung, in diesem Jahr einen Sonderpreis auszuloben, begrüßen wir sehr.“

Aus Sicht der Jury zeigt Schöffling & Co. vorbildlich, wie man sich als literarischer Verlag erfolgreich auf dem immer schwieriger werdenden Buchmarkt behauptet. Klaus und Ida Schöffling und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen nicht nur auf einzelne Bücher, sondern pflegen Autorinnen und Autoren sowie deren Werk langfristig. Der Verlag veröffentlicht neben Romanen auch Erzählungen und Gedichtbände und immer wieder Wiederentdeckungen aus der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Der Verlag hat zudem das Literaturfestival „Frankfurt liest ein Buch“ angestoßen. Die humoristisch gepickte Laudatio für den Hauptpreisträger Schöffling & Co. hielt Wolfgang Schopf, Leiter des Literaturarchivs der Goethe-Universität im Universitätsarchiv und Kurator „Fenster zur Stadt.

(v.r.) Juryvositzende Barbara Jost, Jurorin Jutta Leimbert, Buchhandlung Vatternahm, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn,  Preisträger Mabuse-Verlagsteam: Hermann Löffler, Nicola Weyer, Jana Puppala und Alice Gotzhein. © Foto: Diether v. Goddenthow
(v.r.) Juryvositzende Barbara Jost, Jurorin Jutta Leimbert, Buchhandlung Vatternahm, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Mabuse-Verlagsteam: Hermann Löffler, Nicola Weyer, Jana Puppala und Alice Gotzhein. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit dem Frankfurter Mabuse-Verlag zeichnet die Jury einen Fachverlag aus, der seit 1976 Schritt für Schritt aus einer Zeitschrift kritischer Frankfurter Medizinstudierender hervorgegangen ist. Zahlreiche Buchveröffentlichungen zu Gesundheitsthemen wie Pflege und Demenz kamen hinzu. Der Sonderpreis würdigt das über zehnjährige erfolgreiche Kinderfachbuchprogramm, das sich unter anderem an Kinder von psychisch Erkrankten sowie an deren Eltern, Erzieher und Begleiter richtet. Die Laudatio für den Sonderpreisträger Marbuse-Verlag hielt Gabriele Meyer-Enders, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Für sie war der Verlag „die Rettung“, da der Verlag praktisch der einzige sei, der kindgerechte Literatur für Kinder psychisch kranker Eltern anböte.

Um den Hessischen Verlagspreis 2019 konnten sich alle unabhängigen Verlage mit Sitz in Hessen bewerben, deren jährlicher Umsatz unter zwei Millionen Euro liegt. Bei der Bewertung der Jury spielten nicht einzelne Bucherfolge oder Autoren eine Rolle, sondern ausschließlich die Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm. Der Verlagspreis wird seit 2018 vergeben. Er soll die Verbreitung und den Vertrieb von Büchern fördern und die komplexe und herausfordernde Verlagsarbeit in einer anspruchsvollen Phase sämtlicher Digitalisierungsaktivitäten in den Mittelpunkt stellen.

Der Jury gehörten an: Florian Balke (FAZ), Katharina Hesse (Stiftung Buchkunst), Björn Jager (Hessisches Literaturforum), Jutta Leimbert (Buchhandlung Vaternahm, Wiesbaden), Hans Sarkowicz (Hessischer Rundfunk), Ute Schwens (Deutsche Nationalbibliothek) und Aljoscha Walser (Berater für die Medienindustrie und ihre Dienstleister).

Nina Bußmann erhält den Robert Gernhardt Preis 2019

Wiesbaden. Die in Frankfurt am Main geborene Autorin Nina Bußmann erhält den gemeinsam vom Land Hessen und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) ausgelobten Robert Gernhardt Preis 2019. Diese Entscheidung der Jury hat Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn heute bekannt gegeben. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 12.000 Euro verbunden.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Ich gratuliere Nina Bußmann herzlich zum Robert Gernhardt Preis 2019. Ich wünsche ihr, dass die Auszeichnung dazu beiträgt, dass sie den noch im Entstehen begriffenen Roman vollenden und veröffentlichen kann. Ich danke der WIBank für die Bereitstellung des Preisgeldes und ihr Engagement in der hessischen Literaturförderung.“

„Unser Literaturpreis, benannt nach dem Universalkünstler Robert Gernhardt, bietet Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, sich ganz auf ihren Schaffensprozess konzentrieren zu können. Uns erfüllt es immer wieder mit Freude und Stolz, wenn am Ende dieses Prozesses großartige Literatur entsteht, die unser Leben bereichert“, so Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der WIBank.

Nina Bußmann erhält die Auszeichnung für ihr Romanprojekt „Dickicht“. Der Roman erzählt von der Amtstierärztin Ruth Gretter, die eine Betäubungsmittelabhängigkeit entwickelt hat und deren Leben nach einem nächtlichen Sturz in einem Park endgültig aus den Fugen zu geraten droht. Der Text überzeugte die Jury: „Nina Bußmann erzählt in einer klaren Sprache von der Unklarheit eines modernen Bewusstseins zwischen Arbeits- und Lebenswelt, zwischen Freundschaft, Therapien und spirituellen Verlockungen“, heißt es in der Begründung. „In unterschiedlichen Stillagen – Aufzeichnungen, Tagebüchern, erzählende Prosa – entwickelt Bußmann gleich mehrere Charaktere, deren Existenzen sich scheinbar am Rand unserer Wahrnehmung befinden und doch mitten in unserer Gegenwart stehen.“

Nina Bußmann wurde 1980 in Frankfurt am Main geboren, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Berlin und Warschau und lebt heute in Berlin. Im Suhrkamp Verlag hat sie bisher die beiden Romane „Große Ferien“ und „Der Mantel der Erde ist heiß und teilweise geschmolzen“ veröffentlicht.

Der Robert Gernhardt Preis 2019 wird am 20. August 2019 in einer Feierstunde in Frankfurt am Main verliehen.

Weitere Informationen

Hessischer Verlagspreis 2019 geht an Frankfurter Verlag Schöffling & Co. Mabuse-Verlag erhält Sonderpreis

Literaturhaus Villa Clementine Archivbild. Hessischer Verlagspreis 2018, © Foto: Diether v. Goddenthow
Literaturhaus Villa Clementine Archivbild. Hessischer Verlagspreis 2018, © Foto: Diether v. Goddenthow

Hessischer Verlagspreis 2019 geht an Frankfurter Verlag Schöffling & Co. Mabuse-Verlag erhält Sonderpreis

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute die Juryentscheidung für den Hessischen Verlagspreis bekannt gegeben: Der mit 15.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an den vor 25 Jahren gegründeten Literaturverlag Schöffling & Co. aus Frankfurt. Den Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro bekommt der Mabuse-Verlag, ein Sachbuchverlag im Bereich Gesundheitswesen. Der Gründerpreis wird in diesem Jahr nicht vergeben. Der Verlagspreis wird seit 2018 gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgelobt.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Der familiengeführte Verlag Schöffling & Co. hat die Jury mit seinem ambitionierten Gesamtkonzept überzeugt, zu dem Romane und Gedichtbände ebenso gehören wie der ‚Literarische Katzenkalender‘. Der Mabuse-Verlag erhält für sein Programm ‚Bücher für starke Kinder‘ einen Sonderpreis. Ich gratuliere den beiden Verlagen zu diesem Erfolg und hoffe, dass der Preis dazu beitragen wird, sie nachhaltig in ihrer Arbeit zu unterstützen.“

Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, ergänzt: „Wir gratulieren den zwei sehr renommierten Frankfurter Verlagen Schöffling sowie Mabuse und freuen uns, dass sowohl ein Literatur- als auch ein Fachverlag damit in den Fokus des Preises rücken. Beide Verlage leisten seit Jahrzehnten eine höchst professionelle Arbeit und sind überregional bekannt. Die Entscheidung, in diesem Jahr einen Sonderpreis auszuloben, begrüßen wir sehr. Unser Dank geht an die siebenköpfige Jury für ihr Engagement und an alle hessischen Verlage, die sich beworben haben.“

Aus Sicht der Jury zeigt Schöffling & Co. vorbildlich, wie man sich als literarischer Verlag erfolgreich auf dem immer schwieriger werdenden Buchmarkt behauptet. Klaus und Ida Schöffling und ihre Mitarbeiter setzen nicht nur auf einzelne Bücher, sondern pflegen Autoren und deren Werk langfristig. Der Verlag veröffentlicht neben Romanen auch Erzählungen und Gedichtbände und immer wieder Wiederentdeckungen aus der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Der Verlag hat zudem das Literaturfestival „Frankfurt liest ein Buch“ angestoßen.

Mit dem Frankfurter Mabuse-Verlag zeichnet die Jury einen Fachverlag aus, der seit 1976 Schritt für Schritt aus einer Zeitschrift kritischer Frankfurter Medizinstudierender hervorgegangen ist, die es bis heute als Zweimonatsschrift gibt. Zahlreiche Buchveröffentlichungen zu immer mehr Gesundheitsthemen wie Pflege und Demenz kamen hinzu. Der Sonderpreis würdigt das über zehnjährige erfolgreiche Kinderfachbuchprogramm, das sich unter anderem an Kinder von psychisch Erkrankten sowie an deren Eltern, Erzieher und Begleiter richtet.

Die Preise werden in einer Feierstunde am 27. Juni 2019 in Wiesbaden verliehen.

Um den Hessischen Verlagspreis 2019 konnten sich alle unabhängigen Verlage mit Sitz in Hessen bewerben, deren jährlicher Umsatz unter zwei Millionen Euro liegt. Die Ausschreibung richtete sich an alle Verlagssparten: Belletristik, Lyrik, Sachbuch, Fachbuch, Wissenschaft sowie Kunst- und Regionalbuch. Bei der Bewertung der Jury spielten nicht einzelne Bucherfolge oder Autoren eine Rolle, sondern ausschließlich die Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm. Der Jury gehörten an: Florian Balke (FAZ), Katharina Hesse (Stiftung Buchkunst), Björn Jager (Hessisches Literaturforum), Jutta Leimbert (Buchhandlung Vaternahm, Wiesbaden), Hans Sarkowicz (Hessischer Rundfunk), Ute Schwens (Deutsche Nationalbibliothek) und Aljoscha Walser (Berater für die Medienindustrie und ihre Dienstleister).

Hintergrund „Hessischer Verlagspreis“:
Der Verlagspreis ist Teil einer Initiative zur Verlagsförderung des Landes Hessen und des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. Er verfolgt das Ziel, die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen zu würdigen, sie zu unterstützen und zu erhalten. Außerdem sollen mit ihm die Verbreitung und der Vertrieb von Büchern gefördert und die komplexe und herausfordernde Verlagsarbeit in einer anspruchsvollen Phase sämtlicher Digitalisierungsaktivitäten in den Mittelpunkt gestellt werden.

Angela Dorn tritt Amt als neue Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst an

Foto: kunst.hessen.de
Foto: kunst.hessen.de

Boris Rhein und Patrick Burghardt bei feierlicher Amtsübergabe verabschiedet

Wiesbaden. Ministerin Angela Dorn hat heute bei einer feierlichen Amtsübergabe die Geschäfte im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst aufgenommen. Bei der Veranstaltung wurden Boris Rhein und Patrick Burghardt verabschiedet und die Nachfolgerinnen Angela Dorn und Ayse Asar als neue Ministerin und Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst begrüßt.

Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn: „Ich freue mich sehr auf die Aufgabe als neue Ministerin für Wissenschaft und Kunst, denn hier können wir gemeinsam die Zukunft unseres Landes gestalten. In der Wissenschaft wie in der Kunst geht es letztlich um die elementare Frage, was unsere Welt im Innersten zusammenhält. Gerade in Zeiten, in denen Populisten und Fundamentalisten die Wissenschaftsfreiheit angreifen und kritisches Denken in der Kunst bedrohen, will ich Wissenschaft und Kunst klaren politischen Rückhalt geben. Wir brauchen starke Hochschulen und die klugen Köpfe ihrer Lehrenden, Forschenden und Studierenden, damit sie weiter Lösungen für soziale, ökologische und ökonomische Herausforderungen finden. Mit der Verhandlung des Hochschulpakts auf Bundesebene steht ein wichtiges und spannendes Thema gleich in den nächsten Monaten an: Ich werde mich dafür einsetzen, dass – wie dann auch im folgenden Hochschulpakt auf Landesebene – die Hochschulen personell und finanziell noch besser ausgestattet werden, denn der akademische Nachwuchs braucht eine Perspektive, und die Betreuungsrelation von Professoren und Studierenden muss sich verbessern. Und mir liegt die Förderung von Kultur in ihrer gesamten Breite und für die gesamte Gesellschaft am Herzen. Der Masterplan Kultur und die Bauoffensive für kulturelle Gebäude sind hier zwei große und wichtige Themen.“

Bei der Feier dankte Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn zudem ihren Vorgängern für den freundlichen Empfang und die kollegiale Übergabe: „Ich möchte die Gelegenheit nutzen und den Amtsvorgängern – Boris Rhein und Patrick Burghardt – für ihren engagierten Einsatz für starke Hochschulen, freie Wissenschaft und eine vielfältige Kultur danken. Die deutliche Verbesserung bei der Hochschulfinanzierung, die Öffnung der Hochschulen, die Beteiligungsarbeit zum Masterplan Kultur, die Stärkung des Promotionsrecht bei den Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die Erweiterung der hessischen Hochschulen zum Jahreswechsel um die Städelschule, die Stärkung der Kulturfinanzierung, die Förderung der kulturellen Bildung, die Stärkung der Filmförderung – vieles davon wäre ohne die Leidenschaft, die Beharrlichkeit und das Kommunikationsvermögen von Boris Rhein nicht möglich geworden. Auch bei Patrick Burghardt, dem ganzen Haus und allen Beteiligten möchte ich mich für ihren Einsatz in den vergangenen Jahren ebenso bedanken wie für die angenehme und kollegiale Übergabe des Ministeriums.“

Bei der Amtsübergabe verabschiedete sich der scheidende Minister und jetzige Landtagspräsident Boris Rhein von seinen langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Es war eine Zusammenarbeit, die geprägt war von großem Respekt und hoher Qualität. Die vielen großen aber auch kleineren Projekte hätten ohne das Engagement und die Kraftanstrengung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht umgesetzt werden können. Ich bedanke mich für das, was sie tagtäglich geleistet haben.“ Gleichzeitig gratulierte er Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn zu ihrem Amt: „Frau Ministerin Dorn erwartet ein spannendes Themenfeld und ein wirklich großartiges Ressort – ich bin sicher, dass sie sehr viel Freude an ihrer neuen Aufgabe haben wird.“