Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

32. Hessischer Film- und Kinopreis 2021 wird im Hybrid-Format verliehen Feier im Offenbacher Capitol am 22. Oktober ist live online zu sehen

30. Hessischer Film- und Kino-Preis in der Alten Oper, Archivbild © Foto Diether v Goddenthow
30. Hessischer Film- und Kino-Preis in der Alten Oper, Archivbild © Foto Diether v Goddenthow

Frankfurt/Wiesbaden. Der Hessische Film- und Kinopreis wird in diesem Jahr wieder in einer Veranstaltung mit Gästen vergeben und zusätzlich live online übertragen. Eine große Gala gibt es wegen der Corona-Pandemie aber noch nicht. Durch die Veranstaltung nach den 2G-Regeln im Capitol in Offenbach am 22. Oktober vor rund 350 geladenen Gästen führen die Moderatorin und Journalistin Bärbel Schäfer und der Frankfurter Schauspieler, Drehbuchautor und Komödiant Rainer Ewerrien. Bei einer Pressekonferenz am 5. Oktober werden wie gewohnt bereits die Gewinnerinnen und Gewinner einiger Kategorien sowie die Nominierten in weiteren Kategorien bekannt gegeben. Rund um den Verleihungstermin werden viele der nominierten und ausgezeichneten Filme in Kinos in ganz Hessen zu sehen sein.

„Beim Hessischen Film- und Kinopreis geht es um den Film und das Kino und um alle Menschen vor, auf und hinter der Leinwand, die dafür brennen“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Ich lade deshalb alle herzlich ein, online dabei zu sein, die sich für großartige Spiel- und Dokumentarfilme, für originelle Kurzfilme und Drehbücher, für herausragende Schauspielerinnen und Schauspieler und für den kreativen cineastischen Nachwuchs begeistern. Feiern Sie auch auf dem kleinen Bildschirm mit uns die große Leinwand, seien Sie dabei. Ihre Kommentare auf Social Media fließen in die Show ein, und wir vergeben unter allen Livestream-Zuschauerinnen und -zuschauern einen ,Löwen‘ für die aufmerksamste Online-Teilnahme an der Preisverleihung sowie VIP-Karten für den Hessischen Film- und Kinopreis 2022 – dann wieder in voller Pracht.“

Sieben ausgewählte hessische Kinos zeigen im Oktober Filme, die für den Hessischen Film- und Kinopreis nominiert sind. Kurz nach der Preisverleihung wird es auch Vorführungen der siegreichen Filme geben. „Wir haben in diesem Jahr besondere Energie darauf verwandt, gezielt Kinos anzusprechen, damit sie sich rechtzeitig Kopien der ausgezeichneten Filme besorgen und Plätze im Programm dafür reservieren können“, erläutert Ministerin Dorn. „Ich finde es großartig, dass das so gut gelungen ist und die Kinos so gern dabei mitmachen, denn dadurch bekommen deutlich mehr Filmfreundinnen und -freunde als bisher die Chance, die Filme zeitnah zur Verleihung in echter Kinoatmosphäre zu erleben.“

Aktuelle Informationen unter www.hessischerfilmpreis.de. Dort wird am 22. Oktober ab 20 Uhr auch die Veranstaltung im Capitol live zu sehen sein.

Struwwelpeter-Museum in Frankfurt ist „Museum des Monats“ – Einrichtung zeigt facettenreiches Wirken Dr. Heinrich Hoffmanns

Das Frankfurter Struwwelpeter-Museum in der Neuen Altstadt am Hühnermarkt im historischen Haus, in dem einst Goethes Tante wohnte. Dr. Heinrich Hoffmann wohnte nicht weit davon entfernt, wo er auch  seinen Struwwelpeter für seinen vierjährigen Sohn ersann. © Foto Diether v Goddenthow
Das Frankfurter Struwwelpeter-Museum in der Neuen Altstadt am Hühnermarkt im historischen Haus, in dem einst Goethes Tante wohnte. Dr. Heinrich Hoffmann wohnte nicht weit davon entfernt, wo er auch seinen Struwwelpeter für seinen vierjährigen Sohn ersann. © Foto Diether v Goddenthow

Frankfurt. Daumenlutscher, Suppenkaspar oder Hans-Guck-in-die-Luft – die Figuren aus dem „Struwwelpeter“-Buch von Dr. Heinrich Hoffmann kennt fast jedes Kind. Seine Bücher sind in 40 Sprachen und  in mehr als 80 Dialekte übersetzt. Weniger bekannt ist, dass ihr Erfinder sich vor allem der Reform der Psychiatrie im Frankfurt des 19. Jahrhundert verschrieb und psychisch kranken Menschen ein würdiges Leben ermöglichen wollte.  Hierbei entstanden auch seine ersten Bildergeschichten, nämlich   als er  versuchte, seine ganz jungen Patienten patientennah am Krankenbett mit erfundenen Geschichten zu beruhigen. Ähnlich aus der Not heraus, kein adäquates Kinderbuch zu Weihnachten für seinen vierjährigen Sohn zu finden, erfand er den „Struwwelpeter“, das Werk mit dem er Weltruhm erlangen sollte.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn übergibt die Urkunde "Museum des Monats" an Museumsleiterin Beate Zekorn-von Bebenburg. © Foto Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn übergibt die Urkunde „Museum des Monats“ an Museumsleiterin Beate Zekorn-von Bebenburg. © Foto Diether v Goddenthow

Diese beiden Seiten Heinrich Hoffmanns beleuchtet das Struwwelpeter-Museum in Frankfurt. Um diese Leistung zu würdigen, hat heute Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn nach einem ausführlichem Rundgang dem Haus die Auszeichnung „Museum des Monats“ verliehen und 1.000 Euro Preisgeld überreicht.

„Über 40 Jahre lang war das Struwwelpeter-Museum im Westend erfolgreich; vor zwei Jahren zog es in die frisch errichteten Häuser der Neuen Frankfurter Altstadt und begeistert nun hier Alt und Jung. Diese Neukonzeption und Neueinrichtung des Museums haben wir als Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst gern unterstützt“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Dass das Struwwelpeter-Museum so erfolgreich ist, verdanken wir zu einem sehr großen Teil der hervorragenden Arbeit von Museumsleiterin Beate Zekorn-von Bebenburg. Zu jedem Exponat fällt ihr eine Anekdote ein und vor allem überrascht sie mit den unbekannten Seiten Hoffmanns: Er war nicht nur ein humorvoller Dichter und liebevoller Familienmensch, er setzte sich auch sehr für seine Mitmenschen und vor allem für die psychisch Kranken ein, die im 19. Jahrhundert noch als arbeitsscheu oder vom Teufel besessen galten und weggesperrt wurden. Seinen inklusiven Gedanken setzt Beate Zekorn-von Bebenburg fort und bietet gemeinsam mit dem Trägerverein ,frankfurter werkgemeinschaft e.V.‘ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit seelischen Beeinträchtigungen einen geschützten Arbeitsplatz. Dieses Konzept verdient unsere Unterstützung; deswegen gratuliere ich herzlich zur Auszeichnung und danke allen Beteiligten für ihr Engagement.“

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn beim Rundgang durch die drei Ebenen des Struwwelpeter-Museums mit Museumsleiterin Beate Zekorn-von Bebenburg. © Foto Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn beim Rundgang durch die drei Ebenen des Struwwelpeter-Museums mit Museumsleiterin Beate Zekorn-von Bebenburg. © Foto Diether v Goddenthow

Das Museum präsentiert Porträts, Briefe, Skizzen und Erstausgaben, mit denen Hoffmans Wirken lebendig wird. Seltene Buchexponate, Parodien, Kitsch und Kunst erzählen von der weltweiten Verbreitung seines Bilderbuchs. Ergänzt wird die Dauerausstellung durch Sonderausstellungen zur Kulturgeschichte und Kinderliteratur. Mit Verkleidungen, Geschichten-Inseln und Spielepfad entdecken Kinder die Geschichten neu und erwecken sie zum Leben.

Impression aus dem Struwwelpeter-Kosmos in der ersten Etage. © Foto Diether v Goddenthow
Impression aus dem Struwwelpeter-Kosmos in der ersten Etage. © Foto Diether v Goddenthow

Hintergrund: Die Auszeichnung „Museum des Monats“
Die Auszeichnung „Museum des Monats“, die mit 1.000 Euro dotiert ist, wird seit Juni 2018 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst verliehen. Der Hessische Museumsverband trifft eine Vorauswahl aus den mit Projektfördermitteln des Landes Hessen unterstützten privatrechtlichen Museen. Die Mindestanforderungen an ein Museum müssen erfüllt sein, weiterhin geht es um qualitätsvolle Museumsarbeit, die sich durch besondere Vermittlung, Forschung oder Ausstellungen auszeichnet. Bevorzugt werden Museen im ländlichen Raum ausgewählt. Alle ausgezeichneten Museen werden auf kunst.hessen.de vorgestellt.

Ort:
Struwwelpeter Museum
Hinter dem Lämmchen 2-4
60311 Frankfurt am Main

HessenFilm vergibt Höchstförderung an Spielfilmdebüt von Kasseler Regisseurin Insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro an 22 Film- und Serienprojekte

Wiesbaden. 22 Film- und Serienprojekte erhalten in der aktuellen Förderrunde der HessenFilm und Medien GmbH insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro. Darunter ist eine Förderung von einer Million Euro für das Langfilm-Debüt der Kasseler Filmemacherin Frauke Lodders. Das haben die jeweiligen Jurys unter dem Vorsitz von Anna Schoeppe, Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien, entschieden.

„In den aktuellen Förderrunden unterstützen wir neue Geschichten für Leinwand und Bildschirm, die vielseitiger nicht sei könnten. Etwa den Animationsfilm ‚Whaling‘, der den Kampf zwischen Menschen und Meer zeigt, wenn die Ozeane durch die Klimakatastrophe ansteigen. Oder das Drehbuch zur Action-Komödie ‚Herr Schwarz‘, das den Nachfolger des Sensenmannes während seiner Probezeit begleitet“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „In der Produktionsförderung gratuliere ich besonders Frauke Lodders, die mit der Höchstfördersumme von einer Million Euro ihr Spielfilmprojekt ‚Am Ende des Sommers‘ komplett in Hessen umsetzen wird.“

Frauke Lodders wendet sich nach ihrem Dokumentarfilm „Unzertrennlich – Leben mit behinderten und lebensverkürzt erkrankten Geschwistern“ wieder einem fiktionalen Stoff zu und arbeitet an ihrem ersten Langspielfilm. Schon für das von der HessenFilm geförderte Drehbuch des Kinofilms „Am Ende des Sommers“ erhielt sie den Hessischen Filmpreis 2019 und eine Projektentwicklungsförderung. Mit der aktuellen Produktionsförderung in Höhe von einer Millionen Euro kann die Regisseurin und Autorin nun die Dreharbeiten für ihr Familiendrama, das aus Sicht zweier jugendlicher Geschwister erzählt wird, im kommenden Frühjahr in Hessen umsetzen.

Die Frankfurter U5 Filmproduktion widmet sich in dem mit 78.000 Euro geförderten Dokumentarfilm „German Games“ dem Kosmos von Brettspielen, der während der Pandemie eine Renaissance erlebte. In seinem Film begleitet der hessische Regisseur Hendrik M. Schmitt die kreativen Köpfe im wenig bekannten Berufsfeld der Spielentwicklung, prägende Figuren ebenso wie Newcomer mit ihren neuen Ideen.

Auch sechs hessische Drehbücher entstehen mit Hilfe einer Gesamtfördersumme von knapp 145.000 Euro. Darunter die neue Tragikomödie „Vor den Mauern warten sie“. des Bensheimers Peter Meister. Für dessen skurrile Komödie „Das Schwarze Quadrat“ , die im Herbst in die Kinos kommt, fördert die HessenFilm den Verleih bei Port au Prince Pictures mit 30.000 Euro. Für Lisa Bierwirths Debütfilm „Le Prince“, der ab dem 30. September in den deutschen Kinos läuft, erhält der Berliner Verleih 30.000 Euro. Auch der hessische Nachwuchsregisseur Jakob Zapf feiert mit seinem Spielfilmdebüt „Eine Handvoll Wasser“ im Frankfurter jip Filmverleih am 24. Oktober Kinostart (14.000 Euro). „Jetzt, wo wir alle endlich wieder Filme im Kino sehen können, freue ich mich besonders, dass wir drei starke Debüts aus Hessen im Verleih unterstützen“, erklärt Anna Schoeppe. „Zudem entstehen mit den aktuellen Förderungen neue Geschichten in und aus Hessen, ‚Fellinger‘ etwa, eine Hommage der Pandora Film an den langjährigen Lektor des Frankfurter Suhrkamp Verlages, Raimund Fellinger. Mit dem Drama ‚Milchzähne‘ und dem Thriller ‚The Dive‘ unterstützen wir auch zwei hervorragende internationale Koproduktionen, an denen in Hessen ansässige Unternehmen beteiligt sind.“

Über HessenFilm und Medien

Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die künstlerische wie auch die kommerzielle Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent).

Mehr Informationen unter: www.hessenfilm.de

Hessischer Denkmalschutzpreis würdigt leidenschaftlichen Einsatz fürs Kulturerbe Preise im Wert von insgesamt 27.500 Euro vergeben

Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises 2021 im Wert von insgesamt 27.500 Euro, Schloss Biebrich. © Foto Diether v. Goddenthow
Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises 2021 im Wert von insgesamt 27.500 Euro, Schloss Biebrich. © Foto Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute den Hessischen Denkmalschutzpreis 2021 überreicht. Die Auszeichnung ehrt Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler instandgesetzt oder erforscht. Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus Fulda, Limburg, Waldbrunn-Ellar (Landkreis Limburg-Weilburg), Herleshausen-Nesselröden (Werra-Meißner-Kreis), Meißner-Abterode (Werra-Meißner-Kreis), Heidenrod-Laufenselden (Rheingau-Taunus-Kreis) und Mücke-Ober-Ohmen (Vogelsbergkreis). Zudem wurde der Ehrenamtspreis an drei vorbildliche Maßnahmen in Darmstadt, Espenau-Mönchehof (Landkreis Kassel) und Allendorf a.d. Lumda (Landkreis Gießen) verliehen.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Um Kulturdenkmäler zu erhalten, brauchen wir Menschen, die sie mit Verständnis für das Können früherer Generationen und Einfühlungsvermögen für historische Techniken pflegen. Ihr Engagement, ihre Ausdauer und auch ihren finanziellen Einsatz würdigen wir mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis. Denkmalpflege ist lebendig und dynamisch; sie verbindet Tradition mit der Moderne und bringt Leben in alte Mauern. Privates Denkmalengagement und eine dem Gebäude angemessene Nutzung leiste einen zentralen Beitrag dazu, unser Kulturerbe lebendig und authentisch zu erhalten. Und es trägt zur Nachhaltigkeit bei: Mit jedem Stein, jedem Balken, jeder Wand, die erhalten werden, schonen wir vorhandene Ressourcen. Ich gratuliere zur Auszeichnung und wünsche allen Preisträgerinnen und Preisträgern viel Freude und Schaffenskraft für neue Projekte!“

Der Hessische Denkmalschutzpreis ist mit 20.000 Euro dotiert. Das Geld stiftet die Lotto Hessen GmbH, die den Preis mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen im Jahr 1986 ins Leben gerufen hat. Hinzu kommt als eigene Kategorie des Hessischen Denkmalschutzpreises der Ehrenamtspreis. Das Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro stellt die Hessische Staatskanzlei.

1. Preis für ihre Arbeit am Herrenhaus Schloss Nesselröden in Herleshausen-Nesselröden (Werra-Meißner-Kreis) (v.l.n.r.) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Dorothee Hoffmann, Leiterin der Unternehmenskommunikation/Pressesprecherin, Michaela Kruse, Prof. Dr. Friedrich Kruse, Dr. Heinrich Kruse und Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether v. Goddenthow
1. Preis für ihre Arbeit am Herrenhaus Schloss Nesselröden in Herleshausen-Nesselröden (Werra-Meißner-Kreis) (v.l.n.r.): Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Dorothee Hoffmann, Leiterin der Unternehmenskommunikation/Pressesprecherin, Michaela Kruse, Prof. Dr. Friedrich Kruse, Dr. Heinrich Kruse und Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether v. Goddenthow

Der erste Preis für Privatpersonen wird 2021 zweimal verliehen: Georg und Bettina Gröschen aus Waldbrunn-Ellar (Landkreis Limburg-Weilburg) haben das „Wellehannese-Haus“, ein Ensemble aus Winkelhofreite mit Fachwerkhaus, Scheune und Bauerngarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, vor dem Abriss bewahrt und zu einem Schmuckstück in der Ortsmitte gemacht. Ebenfalls den ersten Platz belegen Prof. Dr. Friedrich Kruse, Dr. Heinrich Kruse und Michaela Kruse für ihre Arbeit am Herrenhaus Schloss Nesselröden in Herleshausen-Nesselröden (Werra-Meißner-Kreis). Besonders wichtig war ihnen die Erhaltung der Falzbieberziegel – fehlende Exemplare ließen sie von einer Manufaktur nachformen.

1. Preis Herrenhaus Schloss Nesselröden in Herleshausen-Nesselröden (Werra-Meißner-Kreis) © LfDH
1. Preis Herrenhaus Schloss Nesselröden in Herleshausen-Nesselröden (Werra-Meißner-Kreis) © LfDH

Auch den zweiten Preis gibt es zweimal: Gerd Rixmann aus Heidenrod-Laufenselden (Rheingau-Taunus-Kreis) bekommt ihn für seine Initiative bei der Rettung des Kulturhauses im Barockstil. Dank einer aufwändigen Dach- und Fachwerkinstandsetzung schmückt es heute wieder den Ortskern von Laufenselden. Peter Sichau wird für die Sanierung des Wohnhauses Angel 11 in Fulda geehrt – inklusive der im originalen Grün gefärbten Kratzputzfassade. Das 1926 erbaute Gebäude stand lange leer und ist jetzt wieder ein Wohnhaus.

Den dritten Preis sicherten sich Zandra Martinez und Ulrich Malessa aus Mücke-Ober-Ohmen (Vogelsbergkreis) für die Sanierung des Koallese-Hauses, dessen Name vermutlich auf das Kohle-Lesen zurückzuführen ist. Mit seinen beinahe 500 Jahren gehört es zu Hessens ältesten Fachwerkhäusern.

Der erste Preis unter den öffentlichen Preisträgern geht an die Stadt Limburg für die behutsame Sanierung des Limburger Schlosses: Die Jury lobte die hohe Wertschätzung des Bestandes und die Anpassung an die Anforderungen eines zeitgemäßen städtischen Gebäudes.

Einen Sonderpreis bekommen „Aufwind – Verein für seelische Gesundheit“ und die Freundinnen und Freunde des jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis: Gemeinsam haben sie aus einer 1871 gebauten ehemaligen Synagoge in Meißner-Abterode einen Lern- und Gedenkort für jüdische Vergangenheit gemacht.

Der von der Hessischen Staatskanzlei gestiftete Ehrenamtspreis geht an drei Gewinnerinnen und Gewinner und ist mit insgesamt 7.500 Euro dotiert. Der Verein für Denkmalpflege Mönchshaus wird für die Instandsetzung des Mönchshauses in Espenau-Mönchehof (Landkreis Kassel) geehrt, er hat dem vermutlich um 1210 im romanischen Stil gebauten Gebäude neues Leben eingehaucht. Die Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf a. d. Lumda (Landkreis Gießen) bekommt den Ehrenamtspreis für ihre Forschungen zur Heimatgeschichte. Der Verein „Zusammen in der Postsiedlung“ hat den Kiosk Moltkestraße saniert und zu einem Treffpunkt des Quartiers umgewandelt.

„Es ist wichtig, unsere Denkmäler zu bewahren, denn sie sind ein Stück Heimat und erzählen von der Geschichte unseres Landes. Ich bin tief beeindruckt, mit welcher Kraft, Leidenschaft und Sachverstand sich viele Ehrenamtliche über Jahre und Jahrzehnte ideell, oft aber auch finanziell dafür einsetzen, dieses historische Erbe zu schützen. Ihnen gebührt großer Dank und unsere Anerkennung, die wir heute mit der Preisverleihung besonders zum Ausdruck bringen wollen“, sagte der per Video zugeschaltete Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer.

„Wir haben es in diesem Jahr mit einer besonders großen Anzahl von herausragenden Maßnahmen zu tun, von deren Qualität wir uns vorab im Rahmen einer zweitägigen Jurybereisung quer durch Hessen überzeugt haben: Im Umgang mit ihren Gebäuden haben die Denkmaleigentümer ausnahmslos mit viel Idealismus, großer Sensibilität und bewundernswertem Engagement großartige Lösungen gefunden. In allen Fällen geht die handwerkliche Qualität weit über das geforderte Maß hinaus. Mit dem Denkmalschutzpreis wollen wir zusammen mit der Lotto Hessen GmbH und der Hessischen Staatskanzlei auch in Zukunft Maßstäbe für den Umgang mit unserem herausragenden baukulturellen Erbe in Hessen setzen“, so Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.

Dorothee Hoffmann,  Leiterin der Unternehmenskommunikation ergänzt: „Seit der Einführung der Rubbelloslotterie im Jahr 1986, deren Erträge ausschließlich in die Denkmalpflege in Hessen fließen, verleihen wir gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege den Hessischen Denkmalschutzpreis. In diesem Jahr wird dies zum 36. Mal der Fall sein. 265 Preisträger konnten wir einschließlich der Preisträger 2021 inzwischen auszeichnen, die Vorbildliches für das kulturelle Erbe in Hessen geleistet haben – und so auch andere dazu motivieren, weitere Denkmäler zu sichern. Das ist für uns alle ein Gewinn.“

Preisträgerinnen und Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2021

Gruppenfoto der diesjährigen Preisträger des Hessischen Dankmalschutzpreises auf der Treppe von Schloss Biebrich. © Foto Diether v. Goddenthow
Gruppenfoto der diesjährigen Preisträger des Hessischen Dankmalschutzpreises auf der Treppe von Schloss Biebrich. © Foto Diether v. Goddenthow

 

Objekt Preis Preisgeld Preisträger/in
Kategorie Private Preisträger/innen
Wellehannese-Haus in Waldbrunn-Ellar (Landkreis Limburg-Weilburg) Hessischer Denkmalschutzpreis, erster Platz 5.000 Euro Georg und Bettina Gröschen
Herrenhaus Schloss Nesselröden (Werra-Meißner-Kreis) Hessischer Denkmalschutzpreis,
erster Platz
5.000 Euro Prof. Dr. Friedrich Kruse, Dr. Heinrich Kruse und Michaela Kruse
Kulturhaus in Heidenrod-Laufenselden (Rheingau-Taunus-Kreis) Hessischer Denkmalschutzpreis,
zweiter Platz
3.500 Euro Gerd Rixmann
Angel 11 in Fulda Hessischer Denkmalschutzpreis,
zweiter Platz
3.500 Euro Peter Sichau
Koallese-Haus in Mücke-Ober-Ohmen (Vogelsbergkreis) Hessischer Denkmalschutzpreis,
dritter Platz
3.000 Euro Zandra Martinez und Ulrich Malessa
Kategorie Öffentliche Preisträger/innen
Schloss Limburg Hessischer Denkmalschutzpreis,
erster Platz
Undotiert Stadt Limburg
Sonderpreis
Synagoge in Meißner-Abterode (Werra-Meißner-Kreis) Hessischer Denkmalschutzpreis,
Sonderpreis
Undotiert „Aufwind – Verein für seelische Gesundheit“ und „Freundinnen und Freunde des jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis e.v.“
Ehrenamtspreis
Mönchshaus in Espenau-Mönchehof (Landkreis Kassel) Hessischer Denkmalschutzpreis, Ehrenamtspreis 4.000 Euro Verein für Denkmalpflege Mönchshaus e.V.
Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf a.d. Lumda Hessischer Denkmalschutzpreis,

Ehrenamtspreis

2.500 Euro Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf a.d. Lumda
Kiosk Moltkestraße in Darmstadt Hessischer Denkmalschutzpreis,

Ehrenamtspreis

1.000 Euro Verein Zusammen in der Postsiedlung e.V.

 Infos zu preisgekrönten  Objekten

 

Christof Sänger erhält den Hessischen Jazzpreis 2021 – Jury würdigt „Klavierkunst auf höchstem Niveau“

Wiesbaden. Der Wiesbadener Pianist und Komponist Christof Sänger erhält den Hessischen Jazzpreis des Jahres 2021. Das gab Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn heute in Wiesbaden bekannt. Der jährlich vergebene Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Termin für ein Preisträgerkonzert steht noch nicht fest.

„Die entspannte Selbstverständlichkeit, mit der Christof Sänger seine herrlichen Improvisationen spielt, fasziniert mich sehr“, sagte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Er integriert beinahe alle Stile des Jazz in seine Arbeit; seine Innovation entsteht aus der Reflektion der Vergangenheit, aus der Mischung genial interpretierter Standards und Eigenkompositionen. Ich bin sehr froh, einen so großartigen Musiker wie Christof Sänger in Hessen zu wissen und gratuliere ihm herzlich zum Hessischen Jazzpreis. Der Jazzjury danke ich für ihr bemerkenswertes Votum.“

„Christof Sänger ist ein ‚versatile musician‘, wie man im Amerikanischen anerkennend zu sagen pflegt – ein wandlungsfähiger Musiker“, heißt es in der Begründung der hessischen Jazzjury, „vielseitig, beweglich und anpassungsfähig, dabei immer auf höchstem Niveau. Sein Spiel entfaltet die notwendige Geschmeidigkeit in der souveränen Begleitung großer Stilisten – etwa des legendären Tenoristen Ernie Watts – oder die virtuose Lässigkeit der großen Stride-Pianisten wie Fats Waller oder James P. Johnson genauso wie die akustische Verschrobenheit des New-Orleans-Jazz, zum Beispiel wenn Sänger in der legendären Frankfurter Barrelhouse Jazzband die Tasten bedient. Was auch immer Christof Sänger macht, es ist Klavierkunst auf höchstem Niveau. Wir finden, dieser Künstler, der seine hessischen Wurzeln nie vergessen hat, ist ein würdiger Hessischer Jazzpreisträger 2021.“

Christof Sänger studierte von 1984 bis 1989 an der Universität Mainz Musik. Er spielte frühzeitig in Jazz-Combos und im Landesjugendjazzorchester Hessen, aber auch in kammermusikalischen Formationen. Er arbeitete ab 1990 mit so unterschiedlichen Musikern wie Dusko Goykovich, Sunny Murray, Daniel Guggenheim oder Hermeto Pascoal. Mit seinem Trio (mit dem Bassisten Christian von Kaphengst und Schlagzeuger Heinrich Köbberling) spielte er u. a. das mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnete Album „Chorinho“ (1992) ein. Er trat daneben auch mit Richie Cole, Bill Saxton oder Allan Praskin auf. Seit 1996 hat er eine internationale Ausgabe seines Trios mit George Mraz und Al Foster. Er arbeitete auch mit Keith Copeland, Tom Nicholas, Peter Weniger und Peter Fessler, stellte 1998 seine Gruppe Cuban Fantasy mit Sandro und Giovanni Gulino vor und wurde 1999 Mitglied der Gruppe von Ernie Watts, mit dem er 2001 und 2003 Platten veröffentlichte. Er spielte auch mit Paquito D’Rivera und dem hr-Jazzensemble. Nachdem er 2003 Solokonzerte in Japan gegeben hatte, legte er für eine weitere Tournee 2004 eine japanische Ausgabe seines Trios auf. Seit 2010 ist er als Pianist der Barrelhouse Jazzband aktiv. Mit Lindy Huppertsberg und Tobias Schirmer spielt er zudem im Trio Classic Affairs.

Den Hessischen Jazzpreis hat die Landesregierung 1990 zur Förderung und Entwicklung der Jazzmusik gestiftet. Er soll Musikerinnen und Musiker, Ensembles oder dem Jazz verbundene Persönlichkeiten für ihre musikalischen Leistungen oder für besondere Verdienste um die Entwicklung der hessischen Jazzszene auszeichnen. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury.

Hessenweite Beratungs-Website bündelt Hilfsprogramme für die Kultur

Die Bruckner Brüder Archivfoto Musikmesse Frankfurt © Diether v. Goddenthow
Die Bruckner Brüder Archivfoto Musikmesse Frankfurt © Diether v. Goddenthow

kulturberatung-hessen.de mit Informationen und Kontakten online

Wiesbaden. Ein weiterer Baustein des zweiten hessischen Kulturpakets steht ab heute bereit: Die Beratungs-Webseite https://kulturberatung-hessen.de ergänzt und bündelt die Angebote der Kulturverbände im Rahmen des Corona-Bonus Beratung. Hier finden kulturelle Einrichtungen und Kulturschaffende Informationen zu den vielen Hilfsprogrammen zur Bewältigung der Corona-Pandemie und den damit verbundenen finanziellen Herausforderungen sowie Anlaufstellen für professionelle Beratung und Begleitung auf einen Blick. Träger sind die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen e.V. (LKB Hessen) und der Landemusikrat Hessen e.V. (LMR).

„Die Verbände der Branche sind wichtige Ansprechpartner, um Einrichtungen und Kunstschaffende im Umgang mit den vielgestaltigen Hilfsprogrammen zu beraten. Deshalb haben wir sie mit dem Corona-Bonus Beratung finanziell dabei unterstützt, Beratungsstellen einzurichten, die in den vergangenen Monaten schon vielen Kulturschaffenden den Weg zu für sie passende Hilfsprogramme gewiesen haben. Das neue Portal bereitet Informationen zu den vielfältigen Unterstützungsleistungen aus unserem Haus, weiteren Ministerien und der Hessischen Kulturstiftung, aber auch des Bundes und vieler weiterer Einrichtungen übersichtlich und verständlich auf. Damit bekommen die Kulturträger die Möglichkeit, sich schon vor dem Kontakt mit den Beratungsstellen gezielt zu individuell geeigneten Fördermöglichkeiten zu informieren“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.

Lothar Behounek, Vorsitzender der LKB Hessen e.V., ergänzt: „Die Not der Kulturlandschaft in Hessen ist groß. Die LKB Hessen begrüßt die Unterstützung des Landes Hessen und übernimmt gerne Verantwortung, um den Akteurinnen und Akteuren der kulturellen Bildung und Kulturschaffenden in diesen schwierigen Zeiten mit einem starken, professionellen Netzwerk zur Seite zu stehen.“

Landemusikrat Dr. Ursula Jungherr, Präsidentin Landesmusikrat Hessen e. V.: „Der Musikbereich in Hessen ist durch die Corona-Pandemie nahezu zum Erliegen gekommen. Das hat bisher wirtschaftlich und gesellschaftlich gravierende Folgen. Den Überblick bei den bundes- und landesweiten Förderprogrammen zu behalten war seit Beginn der Fördermaßnahmen eine große Herausforderung. Deshalb freuen wir uns über das Vertrauen des Landes Hessen, uns mit einer effektiven und strukturierten Fördermittel-Beratung zu betrauen.“

Die mit Unterstützung des Landes eingerichteten Anlaufstellen von Landesverband Hessisches Amateurtheater, Hessischem Museumsverband, Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen, Literaturrat Hessen oder Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen sind auf der Website ebenfalls verzeichnet.

kulturberatung-hessen.de mit Informationen und Kontakten online

HessenFilm fördert Modernisierung von Kinos, Filmfestivals, Veranstaltungen und Nachwuchs

Wiesbaden. Dreizehn Kinos erhalten in der aktuellen Förderrunde der HessenFilm und Medien GmbH über 570.000 Euro zur Modernisierung. Zudem fließen weitere 175.000 Euro in filmkulturelle Veranstaltungen und Festivals. Die Talent-Paketförderung in Höhe von je 150.000 Euro geht an Perennial Lens und Fourmat Film. Das haben die jeweiligen Jurys der HessenFilm unter dem Vorsitz von Geschäftsführerin Anna Schoeppe entschieden.

„Die hessische Festivalszene zeigt, wie vielseitig sie ist. Wir unterstützen in dieser Förderrunde eine große Bandbreite – vom Queer Filmfest Weiterstadt bis hin zum Korean Film Festival Frankfurt“, so Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Zudem freut es mich ganz besonders, dass mit Hilfe der Förderung eine in der Kinolandschaft bereits verloren geglaubte Spielstätte neuen Aufschwung erfährt: Das seit 2018 geschlossene Kino in Bad Nauheim wird in Zukunft wieder kultureller und sozialer Treffpunkt in der Wetterau sein und einen Beitrag leisten, das Kulturgut Kino für die Zukunft zu bewahren. Für diesen Einsatz bedanke ich mich und wünsche auch den beiden geförderten Nachwuchsunternehmen auf ihrem Weg in der Filmbranche alles Gute.“

Die geförderten Reihen und Festivals unterstreichen auch in den Pandemiejahren 2020 und 2021 die Vielfalt der Filmszene Hessens. So widmen sich die Angebote etwa skurrilen und obskuren Filmen beim Randfilmfest in Kassel (29.000 Euro), Filmen abseits von heteronormativen Mainstream-Produktionen beim 25. QUEER Filmfest Weiterstadt (9.900 Euro) oder Dokumentarfilmen für junges Publikum beim jungen dokfest –Bilderwelten denken, Kinoraum erleben (18.500 Euro) in Kassel.

Besonderes Augenmerk fällt auch auf Reihen, die kulturelle Angebote in ländlichen Regionen schaffen. So zeigt beispielsweise das Scheunenkino (4.760 Euro) des Capitol Kinos Witzenhausen in Kooperation mit regionalen Partnern wie dem Geo-Naturpark Frau Holle Land Filme an besonderen Orten. Auch die Globale Mittelhessen (10.000 Euro) wird im Herbst an zehn Standorten von Biebertal bis Weilburg Dokumentarfilme zu entwicklungspolitischen Themen und globalen Herausforderungen präsentieren.

Insgesamt 13 Kinos erhalten zudem Unterstützung bei Modernisierungs- und Umbauarbeiten in Höhe von 570.000 Euro. So wird das Cinema Frankfurt seine Umbauarbeiten mit der Renovierung des großen Saals (50.000 Euro) abschließen und das Cinema Kino Wolfhagen eine Lüftungs- und Klimaanlage installieren (96.000 Euro). Auch wird mit Hilfe der Kinoinvestitionsförderung das traditionsreiche Kino in Bad Nauheim, ehemals Fantasia, als FilmBühne neu eröffnet werden können. Mit der höchsten Fördersumme der Jurysitzung in Höhe von 140.000 Euro plant der neue Besitzer einen umfangreichen Umbau im Jugendstil sowie ein modernes Kinokonzept.

In der aktuellen Förderrunde wird auch die Talent-Paketförderung an zwei hessische Nachwuchsunternehmen vergeben: Mit Büros am Hauptsitz Darmstadt und Los Angeles produzieren die Filmschaffenden Yasmin C. Rams und Rodney Charles mit ihrer Produktionsfirma Perennial Lens sowohl szenische als auch Dokumentarfilme und erhalten 150.000 Euro für die Realisierung neuer Projekte. Ebenso unterstützt die HessenFilm das Team der Fourmat Film aus Darmstadt mit 150.000 Euro, das derzeit die Produktion des Kinodokumentarfilm „Looking for Erdnase“ abschließt.

„Trotz Corona-Pandemie entwickelt sich die die hessische Filmbranche in all ihren Teilbereichen weiter: Junge Unternehmen engagieren sich für einen lebendigen Standort, die Kinos bereiten sich auf die hoffentlich baldigen Wiedereröffnungen vor und Festivalteams und Initiativen lassen uns vorfreudig auf anstehende Veranstaltungen blicken,“ berichtet HessenFilm-Geschäftsführerin Anna Schoeppe. „Zudem ist uns bewusst, dass auch Festivals in der aktuellen Zeit einer Mehrfachbelastung ausgesetzt sind, da sie zum Teil sowohl digitale als auch analoge Angebote planen – immer mit dem Ziel, dem Publikum ein besonderes Filmerlebnis zu bieten.“

Alle Förderungen und die dazugehörigen Summen:

Foerderergebnisse Kinoinvestitionsförderung 2021 (PDF)
Foerderergebnisse Talent-Paketförderung 2021 (PDF)
Foerderergebnisse Abspiel Mai 2021 (PDF)

Über HessenFilm und Medien

Als erste Ansprechpartnerin in Sachen Filmförderung stärkt die HessenFilm und Medien die hessische Film- und Medienbranche und hilft dem Land, seine Position als Kultur- und Wirtschaftsstandort für die Zukunft weiter auszubauen. Sie unterstützt sowohl die künstlerische wie auch die kommerzielle Qualität von Filmproduktionen, um optimale Bedingungen für die hessische Kreativwirtschaft zu schaffen. Gesellschafter der HessenFilm und Medien GmbH sind das Land Hessen (90 Prozent) und der Hessische Rundfunk (zehn Prozent). Mehr: www.hessenfilm.de

 

Anträge für „Ins Freie!“ können gestellt werden Kulturpaket II unterstützt Open-Air-Veranstaltungen im Sommer

© Foto Diether v. Goddenthow
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Wiesbaden. Von heute an können Kulturveranstalter Anträge für das Programm „Ins Freie!“ stellen, mit dem das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst für den Sommer den Aufbau neuer und die Erweiterung bestehender Open-Air-Spielstätten sowie pandemie-kompatibler Pop-Up-Spielstätten unterstützt. Das Programm ist ein Bestandteil des zweiten Kulturpakets im Volumen von insgesamt 30 Millionen Euro. Zu diesem gehören außerdem Brückenstipendien für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, Liquiditätshilfen für Spielstätten sowie eine Unterstützung für Kulturverbände bei der Beratung zu Corona-Hilfen.

„Die Pandemie lässt kaum Voraussagen für den Kulturbetrieb in Innenräumen zu, etwa in Theatern, Kinos und Konzertsälen. Freilichtveranstaltungen dagegen werden im Sommer mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Einhaltung von Hygieneregeln stattfinden können. Weil der Aufwand für Einrichtung und Bewerbung von Open-Air-Veranstaltungen groß ist, werden wir Veranstalterinnen und Veranstalter mit insgesamt zehn Millionen Euro unterstützen“, erläutert Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Dabei möchten wir die Kooperation verschiedener Veranstalter und Gruppen ermutigen, um einmal aufgebaute Bühnen und Strukturen möglichst gut nutzen zu können. Lassen Sie uns diesen Sommer als eine besondere Zeit wahrnehmen, in der Konkurrenz und Wettbewerb unter Veranstaltenden zurücktreten hinter dem Wunsch, möglichst viel Kunst und Kultur unter freiem Himmel zu ermöglichen. Damit wir alle zusammen einen kulturell reichen und bereichernden Sommer feiern können.“

„Ins Freie!“ hat drei Programmlinien:
Die erste Programlinie richtet sich an geübte Veranstalter mit größeren Projekten. Sie können bis zu 500.000 Euro beantragen. Ein Antrag muss sich dabei nicht zwangsläufig auf einen festen Standort beziehen, sondern kann auch „wandern“ oder an mehreren Orten stattfinden, denn gerade in Städten ist es oft schwer, über längere Zeit an einem Standort zu spielen, ohne in Konflikte mit Anwohnerinnen und Anwohnern zu kommen. Ausdrücklich gewünscht ist die Kooperation verschiedener Veranstalter und Gruppen. So können mehrere Beteiligte gemeinsam eine Spielstätte einrichten, kann ein Veranstalter freien Akteuren Programmslots einräumen oder ein traditionelles Open-Air-Programm sein Angebot erweitern. Ein Gesamtprojekt soll eine Mindestdauer von einem Monat haben und pro Veranstaltungsmonat mindestens 15 Veranstaltungen umfassen. Ein wichtiges Element der Programme sollten Auftritte hessischer Künstlerinnen und Künstler sein.

Die zweite Linie unterstützt kleine, auch semiprofessionelle Veranstalter mit Summen bis zu 40.000 Euro. Den Antrag können auch Kommunen mit bis zu 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern stellen. Auch hier gilt die Idee, dass möglichst mehrere Akteure zusammenarbeiten sollten. Hier gilt eine Mindestzahl von zehn Veranstaltungen pro Monat. Für die ersten beiden Linien konnte die erfahrene Agentur Diehl+Ritter als Kooperationspartnerin gewonnen werden, über die nun die Antragstellung und Beratung läuft.

Die dritte Förderlinie wird über das Film- und Kinobüro Hessen ausgegeben und richtet sich an Open-Air-Kinos. Hier können entweder Kinos selbst initiativ werden oder freie Veranstalter einen Antrag stellen, wobei in der Regel Kinos als Mitveranstalter beteiligt werden müssen. Die Planungen für das diesjährige SommerWanderKino Hessen beginnen nach Ostern. Kinos, Kommunen und andere Interessierte können sich an das Film- und Kinobüro Hessen wenden.

Die nötigen Kontaktdaten für die Antragstellung und die Beratung finden Sie unter kunst.hessen.de/kulturpaket2

Hessen engagiert sich für Digitalisierung des Sammlungsguts aus Kolonialzeiten Museum Wiesbaden und Uni Marburg für Pilotprojekt ausgewählt

© Foto Diether v. Goddenthow
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Wiesbaden. Hessen engagiert sich deutschlandweit in der Aufarbeitung des kolonialen Erbes: Auf Bundesebene startet die Pilotphase der „3-Wege-Strategie“ mit 25 Einrichtungen, für die das Museum Wiesbaden und die Philipps-Universität ausgewählt wurden. Die Strategie haben Länder, Bund und kommunale Spitzenverbände verabschiedet, um Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland zu erfassen und digital zu veröffentlichen.

„Es ist ein wichtiger Grundstein zur Aufarbeitung unseres kolonialen Erbes und des damals geschehenen Unrechts, das Sammlungsgut in deutschen Museen nach Stücken zu durchsuchen, die mit der Kolonialgeschichte verbunden sind, und das Ergebnis mit größtmöglicher Transparenz und Barrierefreiheit zugänglich zu machen“, betont Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn. „Mit dem Landesmuseum Wiesbaden und der Philipps-Universität Marburg öffnen zwei historisch gewachsene Institutionen ihre vielschichtigen Sammlungen und lassen ihre Erfahrungen in die Strategie einfließen. Gleichzeitig war es uns wichtig, auch die Erfahrungen und Herausforderungen kleinerer Einrichtungen zu hören. Als nächster Schritt ist deswegen ein hessenweiter Verbund mit Kulturgut bewahrenden Institutionen in Planung, die Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten halten. Von dieser Zusammenarbeit profitieren sowohl das Bundes-Pilotprojekt als auch die Digitalisierungsstrategie des Landes Hessen.“

„Die Philipps-Universität Marburg wird in das Pilotprojekt ihre intensive Aufarbeitung der eigenen Sammlungen aus ihren sozial- und naturwissenschaftlichen Fächern sowie der Medizin mit Objekten aus kolonialen Kontexten integrieren und besonders mit ihrer Expertise in der digitalen Bereitstellung in Open Access zur besseren Erschließung beitragen“, ergänzt Prof. Dr. Katharina Krause, Präsidentin der Philipps-Universität Marburg. „Die Universität und ihre Sammlungsleitungen unterhalten vielfältige Arbeitskontakte zu wissenschaftlichen Institutionen und Museen in den Herkunftsgesellschaften auf Gebieten früherer Kolonialherrschaft, und sie sind in der Provenienzforschung aktiv. Beispielsweise können die Religionskundliche und die Ethnographische Sammlung nicht nur den physischen Umgang mit Objekten aus kolonialen Kontexten aufzeigen, sondern auch die Interaktion kolonialer Denkkonzepte zwischen Wissenschaft und Sammlung. Das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg unterstützt die Publikation von Sammlungsdaten von rund 100 Kulturerbe-Institutionen aus aller Welt.“

Dr. Andreas Henning, Direktor des Museums Wiesbaden: „Die ethnologische Kollektion im Museum Wiesbaden ist Teil der etwa 1,2 Millionen Objekte umfassenden Bestände der Naturhistorischen Sammlungen. Uns erscheint es wichtig, in dieser Pilotphase nicht nur die Anliegen und Herausforderungen großer Sammlungen zu berücksichtigen. Sie spiegelt eindrücklich die Aktivitäten von Forschern, Sammlern und Missionaren des 19. und 20. Jahrhunderts. Es wurde fachübergreifend und repräsentativ gesammelt, denn es galt und gilt im Grunde bis heute, die Geschichten menschlicher Gemeinschaften und die Vielfältigkeit weltweiter Lebensweisen zu bewahren und respektvoll zu vermitteln. Wir als Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur wollen die Geschichte unserer Objekte und Sammlungen wissenschaftlich erschließen und durch den neuen digitalen Zugang die notwendige Transparenz schaffen, aus der erst das gegenseitige Vertrauen, Fairness und partnerschaftliche Kooperationen mit den Herkunftsgesellschaften erwachsen können.“

Zur „3-Wege-Strategie“ gehören die Schaffung eines zentralen Zugangs zu bereits digital erfasstem Sammlungsgut, die digitale Grunderfassung und Veröffentlichung solcher Bestände sowie die Erarbeitung von Standards für die langfristige digitale Verfügbarmachung.

Museen, Schlösser und Gärten in Hessen beginnen am 12. März mit Öffnungen – Leitungen und Ministerium legen einheitliches Startdatum fest

Impression aus dem neugestalteten Bad Homburger Schlosspark © Foto Diether v. Goddenthow
Impression aus dem neugestalteten Bad Homburger Schlosspark © Foto Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt, das Museum Wiesbaden, die Museumslandschaft Hessen-Kassel, die Staatlichen Schlösser und Gärten und das beim Landesamt für Denkmalpflege angesiedelte Archäologische Landesmuseum (Saalburg und Keltenwelt am Glauberg) beginnen am 12. März mit Öffnungen. Das haben die Leitungen der Einrichtungen des Landes gemeinsam mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn vereinbart. Es gelten hierbei die Vorgaben der Corona-Verordnungen. Voraussetzung ist, dass der hessenweite Sieben-Tage-Inzidenzwert dann weiterhin stabil unter 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt.

„Viele Menschen sehnen sich danach, wieder Kultur zu erleben – in den häufig großzügigen Räumlichkeiten unserer Museen und Schlösser wird das früher wieder möglich sein als an vielen anderen Orten“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Die Erfolge beim Impfen und die hoffentlich bald breit verfügbaren Tests ermöglichen vorsichtige Schritte zurück zur Normalität. Ich bin froh, dass die Einrichtungen mit klugen Hygienekonzepten gut vorbereitet sind, und danke den Leiterinnen und Leitern der Einrichtungen des Mandanten Historisches Erbe dafür, dass sie umsichtig die große Verantwortung wahrnehmen, die sie sowohl für das Publikum als auch als Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in öffentlichen Einrichtungen tragen.“

Möglich sind Öffnungen von Museen, Schlösser, Gedenkstätten, Tierparks, Zoos und botanischen Gärten mit umfassendem Hygienekonzept nach Beschluss der hessischen Landesregierung bereits ab 8. März. Dabei ist eine Terminvereinbarung nötig, und Kontaktdaten müssen hinterlegt werden, um Kontakte nachverfolgen zu können. Weil die Museen und Liegenschaften des Landes einige Tage Vorlauf brauchen, werden sie ab dem 12. März sukzessive öffnen.

Die folgende Liste ist alphabetisch nach dem Ort oder der Stadt sortiert, in dem sich die Liegenschaft befindet.

Auswahl hessischer Schlösser und Gärten

Altweilnau, Burgruine Altweilnau

Bad Hersfeld, Stiftsruine Bad Hersfeld

Bad Homburg v.d. Höhe, Schloss und Schlosspark Bad Homburg v.d. Höhe

Bad Karlshafen, Hafenbecken Bad Karlshafen

Bensheim-Auerbach, Schloss Auerbach

Bensheim-Auerbach, Staatspark Fürstenlager

Breuberg, Burg Breuberg

Butzbach, Fürstengruft Butzbach

Cornberg, Kloster Cornberg

Darmstadt, Prinz-Georg-Garten Darmstadt

Eiterfeld, Burg Fürsteneck

Erbach im Odenwald, Schloss Erbach

Felsberg, Burgruine Felsberg

Fischbachtal, Schloss Lichtenberg

Friedberg (Hessen), Adolfsturm, St. Georgsbrunnen

Fulda, Propstei Johannesberg

Geinsheim, Gemeinde Trebur, Zeppelindenkmal

Gelnhausen, Kaiserpfalz Gelnhausen

Glashütten, Römerkastell Kleiner Feldberg, UNESCO-Weltkulturerbe

Hanau, Staatspark Hanau-Wilhelmsbad

Heidenrod-Geroldstein, Burgruine Geroldstein

Hirschhorn, Burg Hirschhorn

Hohenstein, Taunus, Burgruine Hohenstein

Hopfmannsfeld, Galgen von Hopfmannsfeld

Kaichen, Römerbrunnen

Konradsdorf, Kloster Konradsdorf

Lorsch, Weltkulturerbe Kloster Lorsch

Merenberg, Burgruine Merenberg

Michelstadt-Steinbach, Einhardsbasilika Michelstadt-Steinbach

Mühltal, Burg Frankenstein

Münzenberg, Burgruine Münzenberg

Neustadt (Hessen), Junker-Hansen-Turm

Oberreifenberg, Burgruine Oberreifenberg

Oestrich-Winkel, Brentano-Haus

Otzberg, Veste Otzberg

Rosbach v.d. Höhe, Römerkastell Kapersburg, UNESCO Weltkulturerbe

Rüdesheim am Rhein, Burgruine Ehrenfels, Weltkulturerbe Mittelrhein

Rüdesheim am Rhein, Niederwalddenkmal, Weltkulturerbe Mittelrhein

Rüdesheim am Rhein, Osteinscher Niederwald, Weltkulturerbe Mittelrhein

Schröck, Elisabethbrunnen Schröck

Seligenstadt, Ehemalige Benediktinerabtei Seligenstadt

Sinntal-Schwarzenfels, Burg- und Schlossruine Schwarzenfels

Spangenberg, Schloss Spangenberg

Steinau a.d. Straße, Schloss Steinau

Walsdorf, Hutturm Walsdorf

Weilburg, Schloss und Schlossgarten Weilburg