Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Prof. Dr. Karlheinz Spindler von der Hochschule RheinMain mit dem 1. Preis des „Hessischen Hochschullehrpreis 2022“ geehrt – Marburger Studenteninitiative für „Klimasprechstunden-Idee“ ausgezeichnet

Den 1. Preis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 überreichte Wissenschaftsministerin Angela Dorn  an Prof. Dr. Karlheinz Spindler von der Hochschule  für sein praxisnahes Lernvermittlungs-Projekt „Holistische Lehre und forschendes Lernenin der Mathematik“  © Foto: Diether von Goddenthow
Den 1. Preis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 überreichte Wissenschaftsministerin Angela Dorn an Prof.
Dr. Karlheinz Spindler von der Hochschule für sein praxisnahes Lernvermittlungs-Projekt „Holistische Lehre und forschendes Lernenin der Mathematik“ © Foto: Diether von Goddenthow

Wiesbaden/Frankfurt. Gestern Abend hat Wissenschaftsministerin Angela Dorn im Rahmen einer akademischen Feierstunde im Jügelhaus der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre 2022 vergeben. Zum 13. Mal ehrt diese Auszeichnung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre hervorragenden Lehr- und Lernkonzepte. Insgesamt ist der Preis mit 115.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr Projekte an der Hochschule RheinMain, der Frankfurt University of Applied Sciences, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie der Justus-Liebig-Universität.

„Wir wollen für alle Studierenden in Hessen die besten Rahmenbedingungen schaffen. Eine spannende und exzellente Lehre ist dafür essentiell. Die heute ausgezeichneten Lehrkonzepte sind praxisnah und nachhaltig, kombinieren den theoretischen Lernstoff mit den Herausforderungen der Praxis und stellen sich den Zukunftsfragen. Herzlichen Glückwunsch allen Ausgezeichneten!“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Die Vielfalt an den Hochschulen wächst seit Jahren. Das ist gut so, denn unsere Gesellschaft braucht viele kluge und kreative Köpfe, die unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen mitbringen. Dadurch wachsen aber auch die Anforderungen an die Lehre. Die Preisträgerinnen und Preisträger gehen mit unterschiedlichen didaktischen Ideen an die Vermittlung von Wissen heran – und haben dabei immer die unterschiedlichen Voraussetzungen der Studierenden und deren Lernerfolg im Blick. Genau das zeichnet gute Lehre aus.“

Die Preisträgerinnen und Preisträger des den Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 und Wissenschaftministerin Angela Dorn im Jügelhaus der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung  © Foto: Diether von Goddenthow
Die Preisträgerinnen und Preisträger des  Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 und Wissenschaftministerin Angela Dorn im Jügelhaus der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung © Foto: Diether von Goddenthow

Der mit 60.000 Euro dotierte 1. Projektpreis geht an Prof. Dr. Karlheinz Spindler für sein Projekt „Holistische Lehre und forschendes Lernen in der Mathematik“ an der Hochschule RheinMain. Prof. Dr. Spindler setzt auf forschendes Lernen. Er fordert von seinen Studierenden mathematische Antworten für praktische Fragen, lässt sie am PC mathematische Verfahren umsetzen, beleuchtet mit perfekt gewählten Beispielen Grundkomponenten und Zusammenhänge in der Mathematik und ergänzt sie durch Exkurse in andere Themengebiete und technische Anwendungen. So eröffnet er den Studierenden rechnerische, begriffliche und visuelle Zugänge zu Lösungen – und vermittelt Lust auf Mathematik. Die Jury war begeistert von diesem erfolgreichen didaktischen Lehransatz für das häufig als schwierig empfundene Fach und seinen Lehr- und Übungsbüchern zur Höheren Mathematik. Besonders herauszuheben ist, dass Prof. Spindler wissenschaftliche Publikationen auch mit studentischen Koautorinnen und -autoren veröffentlicht, die sich teilweise aus Lehrveranstaltungen ergaben und Forschungsfragen einschlossen.

Den 2. Preis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 überreichte Wissenschaftsministerin Angela Dorn  an Prof. Dr. Jens Liebehenschel, Prof. Dr. Jörg Schäfer, Prof. Dr. Martin Simon und Prof.Dr. Baris Sertkaya. © Foto: Diether von Goddenthow
Den 2. Preis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 überreichte Wissenschaftsministerin Angela Dorn an Prof. Dr. Jens Liebehenschel, Prof. Dr. Jörg Schäfer, Prof. Dr. Martin Simon und Prof.Dr. Baris Sertkaya. © Foto: Diether von Goddenthow

Der 2. Projektpreis in Höhe von 30.000 Euro geht an Prof. Dr. Jens Liebehenschel, Prof. Dr. Jörg Schäfer, Prof. Dr. Martin Simon und Prof. Dr. Baris Sertkaya für ihr Projekt „Smart Education in der Informatik – Ein Baukasten für stärkere Aktivierung und Differenzierung im schwierigen Modul Algorithmen und Datenstrukturen“ an der Frankfurt University of Applied Sciences. Das Lehrprojekt richtet sich an große Studiengruppen im ersten Studienjahr, die in die Grundlagen der Algorithmen und Datenstrukturen eingeführt werden sollen. Die Professoren unterrichten hierbei im Team: Auf Basis eines didaktischen Drehbuchs wechseln sich zwei Lehrende in der Vorlesung ab, was den Studierenden verschiedene wissenschaftliche Herangehensweisen vor Augen führt und die Aufmerksamkeit aufrechterhält. Genutzt wird auch das Inverted Classroom-Modell: Die Studierenden arbeiten vor der Lehrveranstaltung speziell dafür erstellte Materialien und Aufgaben durch und können die anschließende Übung dazu nutzen, den Lehrenden Fragen zu stellen und Inhalte in der Diskussion zu vertiefen. Über ein E-Learning-System erhalten sie Feedback zu ihrem Lernstand und tauschen sich in Foren mit ihren Tutoren aus. In einer selbst entwickelten Webumgebung können die Studierenden außerdem auf jedem Computer und mobilen Endgerät mit Algorithmen und Datenstrukturen zu Hause experimentieren.

Den 2. Preis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 überreichte Wissenschaftsministerin Angela Dorn  an Prof. Florian Lohmann für das Projekt „banda vocale frankfurt" zur praxisnäheren Schulung angehender Chorleiter © Foto: Diether von Goddenthow
Den 2. Preis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 überreichte Wissenschaftsministerin Angela Dorn an Prof. Florian Lohmann für das Projekt „banda vocale frankfurt“ zur praxisnäheren Schulung angehender Chorleiter © Foto: Diether von Goddenthow

Mit dem 3. Projektpreis in Höhe von 15.000 Euro ausgezeichnet wird Prof. Florian Lohmann für das Projekt „banda vocale frankfurt – Arbeitsphase mit einem professionellen und kritisch-reflektierenden Vokalensemble der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst“. Das Projekt richtet sich an Studierende im Fach Chorleitung: Üblicherweise proben sie das Dirigieren mit ihrem Lehrenden am Klavier oder mit Studierenden-Chören. In banda vocale haben die Studierenden die Möglichkeit, mit einem Ensemble aus professionellen Sängerinnen und Sängern zu arbeiten, ein anspruchsvolles Repertoire einzustudieren und es in einem Abschlusskonzert aufzuführen. Am Anfang stehen Arbeitsphasen mit Programmauswahl, Aufstellung eines Probenplans, Analyse der Partituren und individuellen Trockenübungen der Dirigate. Vor und während der Probewoche unterstützt, lenkt und berät der Lehrende die Studierenden und moderiert die Proben. Besonders wichtig ist das Feedback der professionellen Sängerinnen und Sänger zu Dirigat, Körpersprache, Probenmethodik, Auftreten, Kommunikation oder Interpretation. Diese Chance, schon während des Studiums mit einem professionellen Chor zusammenzuarbeiten, ist einmalig für die angehenden Chorleiterinnen und Chorleiter.

„Klimasprechstunde“

Den mit 10.000 Euro dotierten Preis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 2022 überreichte Wissenschaftsministerin Angela Dorn  an   eine studentische Initiative angehender Mediziner mit:  Hannah Fülbert, Laura Gerspacher, Leonard Maier, CarinaKörner, Miriam Hobbhahn, Lisa Nieberle, Emma Lou Tischbier, Magdalene Denneler, Sibel Savas, Hannes Kreissl und Magdalena Maurer für das initiierte Wahlfach „Klimasprechstunde“ am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. © Foto: Diether von Goddenthow
Den mit 10.000 Euro dotierten Preis des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2022 2022 überreichte Wissenschaftsministerin Angela Dorn an eine studentische Initiative angehender Mediziner mit: Hannah Fülbert, Laura Gerspacher, Leonard Maier, CarinaKörner, Miriam Hobbhahn, Lisa Nieberle, Emma Lou Tischbier, Magdalene Denneler, Sibel Savas, Hannes Kreissl und Magdalena Maurer für das initiierte Wahlfach „Klimasprechstunde“ am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. © Foto: Diether von Goddenthow

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis für eine studentische Initiative geht an Hannah Fülbert, Laura Gerspacher, Leonard Maier, Carina Körner, Miriam Hobbhahn, Lisa Nieberle, Emma Lou Tischbier, Magdalene Denneler, Sibel Savas, Hannes Kreissl und

Magdalena Maurer für das Wahlfach „Klimasprechstunde“ am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. Beteiligt waren auch Louis Schäfer, Hanna Burow und Anne Maushagen von der Philipps Universität Marburg. In der Klimasprechstunde geht es um Auswirkungen der Klimakrise auf die Gesundheit und darum, wie Medizinerinnen und Mediziner für ihren ökologischen Fußabdruck im Beruf sensibilisiert werden können: Die Studierenden suchen nach konkreten gesundheitsfördernden und klimaschonenden Lösungen, etwa die Reduktion von Treibhausgasen durch die veränderte Auswahl von Narkosemitteln, die Reduzierung von Plastikverpackungen im Klinikalltag oder die Sensibilisierung der Patientinnen und Patienten für eine pflanzenbasierte Ernährung. Das Wahlfach Klimasprechstunde ist zusammen mit Studierenden der Philipps-Universität Marburg entstanden und steht auch diesen offen.

Die Jury für den Hochschullehrpreis besteht aus fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, fünf Studierenden und einer Vertreterin des Ministeriums. Sie haben die prämierten Projekte in diesem Jahr unter 45 Bewerbungen aus zwölf Hochschulen ausgewählt.

Dorothea Hartmann und Beate Heine werden als Doppelspitze die neuen Intendantinnen des Staatstheaters Wiesbaden

Am 15. November 2022 haben die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende die künftigen Intendantinnen des Hessischen Staatstheaters Dorothea Hartmann und Beate Heine bekannt gegeben.  Sie werden künftig als Doppelspitze fungieren. Der Wechsel erfolgt zum Beginn der Spielzeit 2024/2025, wenn die Intendanz von Uwe-Eric Laufenberg endet. Dorothea Hartmann und Beate Heine werden das Haus dann als künstlerische Doppelspitze leiten, gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Direktor Holger von Berg. Sie sollen zunächst einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten.

DEUTSCHE OPER BERLIN  Dorothea Hartmann  ©privat
DEUTSCHE OPER BERLIN
Dorothea Hartmann ©privat

„Mit Dorothea Hartmann und Beate Heine haben wir zwei starke Theaterfrauen für unser Staatstheater gewinnen können“, erklärt Kunstministerin Angela Dorn. „In ihren jeweiligen Fachgebieten sind sie in der Theaterlandschaft schon seit vielen Jahren hoch angesehen und bestens vernetzt. Jetzt können sie ihre jeweiligen Stärken in der Leitung eines großen Mehrspartenhauses in idealer Weise zusammenführen. Nicht nur ihr innovatives künstlerisches Konzept mit einer ausgeprägten zeitgenössischen Handschrift, einem Bekenntnis zum Ensembletheater und frischen Ideen für ein starkes Wirken in die Stadt haben uns überzeugt. Auch ihr Führungsmodell verspricht, eine gute Lösung für den Neustart und die Zukunft des Staatstheaters zu sein. Hessen hat mit der Doppelspitze am Landestheater Marburg eine Vorreiterrolle inne; wir haben damit gute Erfahrungen gesammelt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und bin gespannt auf die neuen Impulse für das Theaterleben in Wiesbaden und ganz Hessen.“

Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Kulturdezernent Axel Imholz, die Mitglieder der Findungskommission waren, sind mit der getroffenen Entscheidung sehr zufrieden: „Wir sind überzeugt, dass wir mit Dorothea Hartmann und Beate Heine ein hervorragendes Team für die Intendanz erhalten werden, dass nicht nur neue künstlerische Impulse setzen, sondern auch das Staatstheater noch stärker mit unserer Stadt verschränken werden.“

Dorothea Hartmann und Beate Heine erklären: „Wir freuen uns sehr, ab 2024 das kulturelle Leben in einer so spannenden und traditionsreichen Stadt wie Wiesbaden mitzuprägen. Als Zweierteam an der Spitze des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden stellen wir das Prinzip des Dialogs ins Zentrum unserer Intendanz: Theater als Ort der Kommunikation, für eine diverse Stadt und Region – und im Austausch mit der internationalen Szene.“

Dorothea Hartmann gehört seit 2012 zum Leitungsteam der Deutschen Oper Berlin, wo sie als Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der zweiten Spielstätte „Tischlerei“ eine der wichtigsten Plattformen für neue Formen und die Öffnung des Musiktheaters etabliert hat. Als Dramaturgin verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern der internationalen Opernszene wie Sir Donald Runnicles, Marc Albrecht, Alessandro de Marchi, Benedikt von Peter, Marie-Eve Signeyrole, Christof Loy oder Claus Guth. Ihre Theaterlaufbahn begann Dorothea Hartmann an den Häusern in Mannheim und Linz, ab 2006 war sie Opern- und Konzertdramaturgin an der Staatsoper Hannover. Regelmäßig unterrichtet sie seit zehn Jahren an den Musikhochschulen in Berlin, München und Leipzig. Dorothea Hartmann verfasste zahlreiche Libretti für Kinder- und Jugendstücke und ist in zahlreichen Gremien tätig, unter anderem als Jurorin für den Deutschen Theaterpreis Der Faust und als Kuratoriumsmitglied für das Kinder- und Jugendtheaterzentrum Deutschland. Sie ist seit 2016 im Vorstand der Dramaturgischen Gesellschaft und wurde 2021 in die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste gewählt.

Beate-Heine ©privat
Beate-Heine ©privat

Beate Heine, in Hamburg geboren, ist seit vielen Jahren in Leitungsfunktionen als Chefdramaturgin und Stellvertretende Intendantin an verschiedenen namhaften Staats- und Stadttheatern tätig – unter anderem am Thalia Theater Hamburg, am Staatstheater Dresden und am Schauspiel Köln. Aktuell ist sie Stellvertretende Intendantin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Nach Beendigung ihres Studiums der Theaterwissenschaft, Germanistik und Romanistik in Berlin arbeitete sie zunächst als Journalistin und Autorin, bis sie als Dramaturgin an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz gerufen wurde und später unter anderem an der Schaubühne am Lehniner Platz tätig war. Beate Heine verfügt über ein weitgefasstes Netzwerk in die deutschsprachige Theaterlandschaft und in die internationale europäische Theaterszene. Zuletzt war sie unter anderem Vorstandsmitglied des internationalen Theaternetzwerkes Union des Théâtres de L´Europe. Sie arbeitet interdisziplinär und spartenübergreifend mit überregional bekannten Regisseurinnen und Regisseuren und Künstlerinnen und Künstlern zusammen. Außerdem fördert sie junge Regie- sowie Autorinnen- und Autorentalente.

Dorothea Hartmann und Beate Heine haben sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen rund 40 Mitbewerberinnen und -bewerber durchgesetzt. Unter den Bewerbungen gab es 15 Teambewerbungen. Zur Findungskommission unter dem Vorsitz von Kunstministerin Angela Dorn und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende gehörten Brigitte Dethier (Vorsitzende der ASSITEJ Deutschland, vormals Intendantin des Jungen Ensemble Stuttgart), Prof. Hans-Jürgen Drescher (Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste), Isabel Ostermann (Operndirektorin des Staatstheaters Braunschweig), Prof. Ingo Diehl (Professor für Tanz an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste Frankfurt und Präsident der Hessischen Theaterakademie), Ayse Asar (Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Dr. Dirk Engel (Abteilungsleiter für Kultur im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst), Axel Imholz (Kulturdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden), Jörg-Uwe Funk (Kulturamtsleiter, Landeshauptstadt Wiesbaden) und Jan-Sebastian Kittel (Referatsleiter Theater Musik, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst). Außerdem waren die Personalvertretung und die Gleichstellungsbeauftragte des Staatstheaters Wiesbaden eingebunden.

Schreibwettbewerb „Junges Literaturforum Hessen-Thüringen“ sucht wieder Texttalente

Wiesbaden/Erfurt. Bis Ende Januar nächsten Jahres noch können talentierte junge Nachwuchsautorinnen und -autoren selbstgeschriebene Texte beim „Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen“ einreichen. Der Schreibwettbewerb wird gemeinsam vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Thüringer Staatskanzlei ausgeschrieben und lädt Jugendliche und junge Erwachsene ein, ihre selbstverfassten Texte einzureichen und einen der zahlreichen Preise zu gewinnen.

„Schreiben verbindet. Wer zu Papier bringt, was ihn oder sie beschäftigt, gibt einen Teil von sich Preis – und lädt andere in die eigene Gedankenwelt ein“, so Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Themen wie Freunde, Familie, die eigene Identität, aber gerade auch gesellschaftliche Herausforderungen wie die drohende Klimakatastrophe beschäftigen junge Menschen. Sie haben viel zu sagen – wir lassen sie mit dem Wettbewerb zu Wort kommen und bieten ihnen eine Plattform dafür, sich künstlerisch mit sich und ihrer Umwelt auseinanderzusetzen, ihr Können im Schreiben unter Beweis zu stellen, einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und in Workshops zu optimieren. Ich freue mich auf viele Einsendungen und ermutige alle jungen Schriftstellerinnen und Schriftsteller, teilzunehmen.“

Thüringens Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, ergänzt: „Der Schreibwettbewerb bietet jungen Menschen ein Forum für literarische Produktivität. Hier können sie sich schreibend, kreativ und vielfältig mit ihrer Erfahrungswelt auseinanderzusetzen. Wer Lust am Schreiben hat, sollte seine selbst verfassten Texte unbedingt einreichen. Unabhängig vom Genre, sind vor allem Kreativität und Originalität der jungen Nachwuchsautorinnen und -autoren gefragt.“

Mitmachen können alle Schreibbegeisterten zwischen 16 und 25 Jahren, die in Hessen oder Thüringen leben. Auch wer woanders wohnt, aber eine Schule oder Hochschule in einem der beiden Länder besucht, kann teilnehmen. Insgesamt 1.300 Wörter stehen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Platz zur Verfügung – egal, ob mit einer Kurzgeschichte, einem Gedicht oder einer anderen literarischen Form.

Zu gewinnen gibt es zehn Geldpreise zu je 800 Euro, die Teilnahme an einem Workshop mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Veröffentlichungen im Jahrbuch „Nagelprobe“. Die besten Texte nehmen zudem am hr2-Literaturpreis teil. Dabei können die jungen Autorinnen und Autoren sich und ihre Werke der Hörerschaft der Sendung „Spätlese“ vorstellen.

Einsendeschluss ist der 31. Januar 2023. Die genauen Teilnahmebedingungen stehen auf kunst.hessen.de/junges-literaturforum.

33. Hessischer Film- und Kinopreis 2022 wird in drei hessischen Kinos vergeben Mehr Unterstützung für Filmtheater mit höheren Kinopreisgeldern statt großer Gala / Treffen für die Branche in Frankfurt

Wiesbaden. Der Hessische Film- und Kinopreis wird in diesem Jahr Ende November in drei Veranstaltungen in Kinos in Bad Nauheim, Kassel und Frankfurt vergeben. Im Anschluss an die dritte Veranstaltung in Frankfurt laden das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die HessenFilm und Medien GmbH Gäste aus der Film- und Kinobranche zu einem Get-together in Frankfurt ein. Eine feierliche Gala soll es in diesem Jahr angesichts der durch die Corona- und die Energiekrise getroffenen Kino- und Filmbranche nicht geben. Die eingesparten Kosten kommen den Kinopreisträgern zugute.

„Sowohl die Film- und Kino-Welt als auch die Veranstaltungsbranche stehen nach den Folgen der Corona-Pandemie jetzt durch die Preissteigerungen insbesondere für Energie vor großen Herausforderungen – es ist nicht die richtige Zeit für eine glamouröse Feier“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Das zeigt sich auch darin, dass die Veranstaltungsagentur, die für uns die geplante Gala in der Alten Oper ausrichten sollte, ihren Vertrag aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten nicht erfüllen wird. Wir wollen aus dieser Not eine Tugend machen, die Aufmerksamkeit besonders auf die so wichtige Arbeit der Kinos in Hessen lenken und es vielen Film- und Kinofreundinnen und -freunden ermöglichen, an der Preisverleihung teilzuhaben. Deshalb gehen wir damit in drei hessische Kinos: Es soll einen Spielfilm-, einen Dokumentarfilm- und einen Nachwuchsfilmabend geben. Neben der Vergabe der Preise können wir so die jeweiligen Siegerfilme in ganzer Länge zeigen und dazu nicht nur die Nominierten und die Medien, sondern auch das Kinopublikum einladen. Die im Vergleich zur Gala eingesparten Kosten werden wir in eine Erhöhung des Preisgeldes für den Hessischen Kinopreis investieren und damit 20 hessische Kinos in diesen immer noch schwierigen Zeiten zusätzlich unterstützen. Für 2023 ist die festliche Gala in der Alten Oper am traditionellen Termin – dem Buchmesse-Freitag – dann wieder fest eingeplant.“

Anna Schoeppe, die Geschäftsführerin der HessenFilm und Medien GmbH, fügt hinzu: „Dieses Jahr findet der Hessische Film- und Kinopreis im Wohnzimmer des Films statt: Dem Kino! Besonders freue ich mich darauf, dass wir die ausgezeichneten Filme zusammen mit dem Publikum erleben werden – denn Kino braucht Filme, die das Kino brauchen und Publikum, das sich ganz auf ein Filmerlebnis einlassen möchte. Diese Magie des Kinos werden wir an drei Abenden in ganz Hessen gemeinsam erleben. Die ungeteilte Aufmerksamkeit für das Erlebnis Kino und die zusätzliche Erhöhung der Preisgelder kommen genau zur richtigen Zeit.“

Der Hessische Rundfunk geht mit der von ihm ausgelobten Kategorie dieses Jahr anders um als gewohnt: „Auch der Hessische Rundfunk will angesichts der digitalen Entwicklung statt eines ,Fernsehpreises‘ einen Preis für die beste schauspielerische Leistung vergeben. Ausgezeichnet wird dieses Jahr eine Schauspielerin oder ein Schauspieler, der oder die noch am Anfang der Karriere steht“, erklärt Cécile Schortmann, die beim Hessischen Rundfunk für den Preis verantwortlich zeichnet.

Wolfgang Würker, Leiter des Capitol Kinos Witzenhausen, sagt als Vertreter der hessischen Kinobranche: „Die Folgen der Pandemie und die Energiekrise stellen die Kinos auch in Hessen vor große Herausforderungen, die nach Erfindungsreichtum verlangen. Unser Kino in Witzenhausen zum Beispiel blieb wegen Modernisierungsarbeiten zeitweise geschlossen, wir haben vorübergehend eine neugotische Kirche in ein Kino verwandelt, ein altes Kloster als Ort für Open-Air-Vorführungen etabliert und das stillgelegte Lichtspieltheater in der Nachbarstadt Hann. Münden vor dem Aus bewahrt. So wie wir engagieren sich viele Kinobetreiber mit großem Einsatz für die Filmkultur – es freut uns sehr, dass der Hessische Kinopreis dieses Engagement in schwierigen Zeiten besonders würdigt und unterstützt.“

Am 23. November werden in der Filmbühne Bad Nauheim die ausgezeichneten Filme in den Kategorien Hochschulabschluss- und Kurzfilm zu sehen sein sowie der Newcomer-Preis verliehen.

Am 24. November zeigt das BALi Kino in Kassel den ausgezeichneten Dokumentarfilm.

Am 25. November wird im Eldorado in Frankfurt der mit dem Filmpreis ausgezeichnete Spielfilm zu sehen sein.

Die weiteren Preiskategorien verteilen sich auf die drei Termine.

Gäste aus der Film-, Kino- und Medienbranche werden für ein Get-together im UI
Tower in Frankfurt am 25. November im Anschluss an den Spielfilmabend eingeladen.
Dabei liegt der Fokus mehr auf dem Networking innerhalb der Branche als auf dem
nach außen glanzvollen Auftritt.
Die Namen der Nominierten sowie die Preisträgerinnen oder Preisträger in Kategorien
ohne vorherige Nominierung gibt das Kunstministerium rechtzeitig bekannt, damit
Kinobesucherinnen und -besucher wissen, worauf sie sich an den Kinoabenden freuen
können. Auch über die drei Abende hinaus werden nominierte und ausgezeichnete
Filme wieder in hessischen Kinos zu sehen sein.

Alle Informationen auf hessischerfilmpreis.de

Jan Koneffke und Andreas Lehmann für Lyrik- und Prosaprojekt mit dem Robert Gernhardt Preis 2022 ausgezeichnet

(v.li.:) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn zeichnet am 15.09.2022 in der Frankfurter Naxoshalle die Autoren Jan Koneffke und Andreas Lehmann gemeinsam mit WIBank-Vorstand Dr. Michael Reckhard mit dem Robert-Gernhardt-Preis 2022 aus. © Foto Diether von Goddenthow
(v.li.:) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn zeichnet am 15.09.2022 in der Frankfurter Naxoshalle die Autoren Jan Koneffke und Andreas Lehmann gemeinsam mit WIBank-Vorstand Dr. Michael Reckhard mit dem Robert-Gernhardt-Preis 2022 aus. © Foto Diether von Goddenthow

Gestern Abend haben Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung, Jan Koneffke und Andreas Lehmann in der Frankfurter Naxoshalle mit dem Robert Gernhardt Preis 2022 ausgezeichnet. Begrüßt hatte die Gäste Willy Praml vom Theater Willy Praml Frankfurt. Musikalisch haben den Abend begleitet das Taracea Gitarrenduo, unter anderem mit: Qye como va – Tito Puente – Carlos Santana.
Den Robert-Gernhardt Preis loben das Land Hessen und die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) gemeinsam aus. Die Preisträger teilen sich das von der WIBank gestiftete Preisgeld in Höhe von 24.000 Euro.

Entführung in andere Welten

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn © Foto Diether von Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn © Foto Diether von Goddenthow

„Ich gratuliere Jan Koneffke und Andreas Lehmann herzlich zum Robert Gernhardt Preis 2022 und wünsche ihnen, dass die Auszeichnung ihnen dabei hilft, die im Entstehen begriffenen Texte zu vollenden“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Mehr denn je brauchen wir in diesen Zeiten Autorinnen und Autoren, die neue Literatur schaffen, die Leserinnen und Leser in andere Welten entführen, zum Nachdenken anregen, neue Perspektiven eröffnen – so wie die beiden Preisträger: Jan Koneffke zeigt uns die Macht der Erinnerungen und Andreas Lehmann lässt uns darüber nachdenken, welche Rolle unsere Herkunft spielt. Der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen danke ich für die langjährige fruchtbare Zusammenarbeit in der hessischen Literaturförderung.“

Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung © Foto Diether von Goddenthow
Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung © Foto Diether von Goddenthow

„Literatur ist ein unverzichtbarer Bestandteil nicht nur unseres kulturellen Lebens. Sie schult auch unsere sozialen Fähigkeiten und bildet so einen elementaren Baustein für ein (be)glückendes Zusammenleben insgesamt. Es erfüllt mich mit großer Freude, dass wir auch in diesem Jahr zwei wunderbare Autoren mit dem Robert Gernhardt Preis in ihrem kreativen Schaffensprozess finanziell unterstützen können“, sagt Dr. Michael Reckhard, Mitglied der WIBank-Geschäftsleitung.

Jan Koneffke: Lyrikprojekt „Nachgesang“

Jan Koneffke wird für sein Lyrikprojekt „Nachgesang“ ausgezeichnet. © Foto Diether von Goddenthow
Jan Koneffke wird für sein Lyrikprojekt „Nachgesang“ ausgezeichnet. © Foto Diether von Goddenthow

Jan Koneffke wird für sein Lyrikprojekt „Nachgesang“ ausgezeichnet. Seine Gedichte überzeugten die Jury durch den geglückten Balanceankt von scheinbar unangestrengtem Tonfall und Tiefenerinnerung. Orte, Gegenstände oder auch nur Geräuschen könnten in Koneffkes Versen die Auslöser sein für die Heraufbeschwörung einer ganzen Welt, die im Augenblick entsteht. Innerhalb einer Zeile könnten Koneffkes Gedichte zwischen Humor und Melancholie flirren. Jan Koneffke wurde 1960 in Darmstadt geboren und verbrachte nach einem Villa-Massimo-Stipendium sieben Jahre in Rom. Heute lebt er als Schriftsteller, Publizist und Übersetzer in Gießen, Wien und Bukarest.

Andreas Lehmann: Prosaprojekt „Nichts als ein Name“

Andreas Lehmann erhält den Preis für sein Prosaprojekt „Nichts als ein Name“ © Foto Diether von Goddenthow
Andreas Lehmann erhält den Preis für sein Prosaprojekt „Nichts als ein Name“ © Foto Diether von Goddenthow

Andreas Lehmann erhält den Preis für sein Prosaprojekt „Nichts als ein Name“. Es erzählt von einer Frau, die über den Friedhof ihres Heimatortes spaziert. Ein Besuch bei der schwerkranken Mutter ist Anlass für eine Reflexion über Zugehörigkeit, Erwachsenwerden und Prägung, geschrieben in einer unaufgeregten Sprache und exakt beobachtet, lobt die Jury und ergänzt: „Ein Text, der hohe Erwartungen an den geplanten Erzählungsband ,Lebenszeichen‘ weckt.“ Andreas Lehmann, geboren 1977 in Marburg, hat Lyrik und Prosa in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht und lebt in Leipzig. Im Herbst 2018 erschien sein Debütroman „Über Tage“.

Das Taracea Gitarrenduo (Maria del Rocio Lopez und Carlos Vivas) sorgte für die musikalische Umrahmung. © Foto Diether von Goddenthow
Das Taracea Gitarrenduo (Maria del Rocio Lopez und Carlos Vivas) sorgte für die musikalische Umrahmung. © Foto Diether von Goddenthow

Was ist der Robert Gernhardt Preis?
Um den Robert Gernhardt Preis 2022 konnten sich Autorinnen und Autoren bewerben, die aktuell an einem größeren literarischen Projekt arbeiten und einen Bezug zu Hessen im Lebenslauf oder im geplanten literarischen Projekt haben. Der Preis wird am 15. September 2022 in Frankfurt verliehen.

Impression von der Verleihung des Robert Gernhardt-Preises 2022 in der Naxoshalle, Frankfurt  © Foto Diether von Goddenthow
Impression von der Verleihung des Robert Gernhardt-Preises 2022 in der Naxoshalle, Frankfurt © Foto Diether von Goddenthow

Ottilie-Roederstein-Stipendien: Ausschreibung für 2023 geht an den Start Förderungen für Künstlerinnen bis zu 70.000 Euro möglich

Wiesbaden. Die Ottilie-Roederstein-Stipendien gehen in eine neue Runde: Vom 1. bis zum 31. August können sich etablierte Künstlerinnen, Nachwuchskünstlerinnen sowie Künstlerinnengruppen in drei Kategorien bewerben. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst vergibt die Stipendien in diesem Jahr zum zweiten Mal. Alle Infos und FAQ zur Antragstellung gibt es auf hessenlink.de/ottilie.

„Mehr als die Hälfte der Studierenden an den hessischen Kunsthochschulen sind Frauen – aber trotzdem sind professionelle Künstlerinnen in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit immer noch zu wenig präsent“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Dabei brauchen Kunst und Kultur alle klugen und kreativen Köpfe, um unsere Gesellschaft zu bereichern und voranzubringen. Das wollen wir mit den Ottilie-Roederstein-Stipendien unterstützen. Die Resonanz auf unsere erste Ausschreibung im vergangen Jahr war groß, derzeit fördern wir zwei Hauptstipendiatinnen, drei Nachwuchsstipendiatinnen und vier Arbeitsstipendiatinnen mit großem Potential. Ich ermutige Künstlerinnen aller Sparten, sich für die nächste Runde zu bewerben – wir brauchen ihren weiblichen Blick!“

Die Ausschreibung in diesem Jahr ist besonders interessant für Frauen, deren kreatives Werk ein zentraler Bestandteil einer Aufführung ist, die aber selbst nicht auf der Bühne stehen. Adressiert werden hier vor allem Komponistinnen, Dramatikerinnen – insbesondere im Kinder- und Jugendtheater –, freischaffende Dramaturginnen sowie freischaffende Bühnen- oder Kostümbildnerinnen. Grundsätzlich stehen die Stipendien aber Künstlerinnen aller Sparten offen.

Das Hauptstipendium in Höhe von bis zu 70.000 Euro soll Künstlerinnen und ihre Arbeiten sichtbarer machen. Für die Bewerbung ist ein Hochschulabschluss an einer der hessischen Kunsthochschulen nachzuweisen oder – im Falle eines Hochschulabschlusses in einem anderen Land – der Nachweis eines aktuellen Erstwohnsitzes in Hessen.

Das Nachwuchsstipendium, das mit bis zu 40.000 Euro dotiert ist, soll besonders talentierten jungen Künstlerinnen die Möglichkeit eröffnen, während oder unmittelbar nach ihrer Ausbildung bereits ein größeres Projekt umzusetzen. Für den Antrag ist entweder ein aktuelles Studium an einer hessischen Kunsthochschule nachzuweisen, ein hiesiger Hochschulabschluss, der nicht länger als drei Jahre zurückliegt, oder ein Hochschulabschluss eines anderen Landes und ein aktueller Erstwohnsitz in Hessen.

Zusätzlich vergibt das Land Hessen bis zu fünf Arbeitsstipendien im Gesamtwert von 20.000 Euro an Künstlerinnen, die sich in einer besonderen familiären Belastungssituation befinden wie etwa der Erziehung eines Kindes unter zwölf Jahren oder Pflegearbeit.

Ottilie Wilhelmine Roederstein (1859-1937) war eine erfolgreiche Porträtmalerin und Zeichnerin. Sie lebte und arbeitete unter anderem in Frankfurt am Main und Hofheim am Taunus. Roederstein kämpfte gegen die zahlreichen Vorurteile der damaligen Zeit und setzte sich gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Dr. Elisabeth Winterhalter, der ersten deutschen Chirurgin, für die Gleichberechtigung der Frau ein. So eröffnete sie ein Lehr-Atelier, das ausschließlich Schülerinnen aufnahm.

Goethe-Plakette für Ehrenpräsidentin des Landesmusikrates Hessen u. ehemalige Bad Homburger Bürgermeisterin Dr. Ursula Jungherr

Sie besteht aus Bronze, hat einen Durchmesser von etwas mehr als zehn Zentimetern und die ist die höchste Auszeichnung, die das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu vergeben hat: die Goethe-Plakette. Die erste Plakette überreichte der damalige Kultusminister Erwin Stein 1949 zum 200. Geburtstag des Geheimrats. Seitdem sind fast 240 Menschen ausgezeichnet worden, die mit ihrer Arbeit die Kunst und Kultur des Landes gefördert und geprägt haben.
Sie besteht aus Bronze, hat einen Durchmesser von etwas mehr als zehn Zentimetern und die ist die höchste Auszeichnung, die das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu vergeben hat: die Goethe-Plakette. Die erste Plakette überreichte der damalige Kultusminister Erwin Stein 1949 zum 200. Geburtstag des Geheimrats. Seitdem sind fast 240 Menschen ausgezeichnet worden, die mit ihrer Arbeit die Kunst und Kultur des Landes gefördert und geprägt haben.

Bad Homburg. Dr. Ursula Jungherr hat den Landesmusikrat Hessen wesentlich geprägt: In ihrer zwölfjährigen Amtszeit hat sie sich auf ebenso kluge wie engagierte Weise für die Anliegen der Verbände, Institutionen und Organisationen eingesetzt, die das Musikleben in Hessen gestalten. Auch für ihr Engagement als Oberbürgermeisterin Bad Homburgs, Mitglied im Präsidium des Hessischen Städtetages und des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Hessen ist sie heute bei einer Feierstunde im Bad Homburger Schloss ausgezeichnet worden: Auf ihrer Sommertour überreichte Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn ihr die Goethe-Plakette und damit die höchste Auszeichnung, die das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst vergibt.

„Besonders hervorheben möchte ich das Engagement von Dr. Ursula Jungherr beim Landesmusikrat. In den vergangenen zwölf Jahren hat sie sich in beeindruckendem Maß für das Musikleben in Hessen eingesetzt. Ich habe sie stets als bescheiden und zuvorkommend erlebt. Ihre verbindliche Art und wertschätzender Umgang waren eine Bereicherung für unsere gemeinsamen Bemühungen, die Musiklandschaft in Hessen voranzubringen. Dafür gebühren ihr unser Dank und unsere Anerkennung.“, würdigt Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn. „Ich hatte in Dr. Jungherr eine kompetente Ansprechpartnerin dafür, auf gemeinsame Ziele hinzuarbeiten: die Verbesserung des Musikunterrichts in den Schulen etwa oder die Erhöhung des Frauenanteils in der Musik. Und vor allem ging und geht es uns um mehr Teilhabe: Wir möchten allen den Zugang zur Kultur ermöglichen und allen die Möglichkeit bieten, ihre Kunst zu leben. Denn wo kluge und kreative Köpfe sich entfalten können, tragen sie dazu bei, dass unsere Gesellschaft zukunftsfähig wird. Ich gratuliere Dr. Jungherr herzlich zur Goethe-Plakette.“

In Heidelberg geboren, blieb Dr. Ursula Jungherr auch nach dem Abitur ihrer Geburtsstadt treu und studierte Rechtswissenschaften an der dortigen Universität. Neben ihrer Tätigkeit als Juristin hat sie parallel eine politische Laufbahn verfolgt. Für die CDU wurde sie 1989 in die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bad Homburg gewählt. Dort war sie fünf Jahre lang als Stadtverordnetenvorsteherin tätig. Daraufhin war sie Abgeordnete beim Umlandverband Frankfurt und dort stellvertretende Vorsitzende des Verbandstages. Von 1999 bis 2009 war sie hauptamtliches Magistratsmitglied in Bad Homburg: erst als Stadträtin, dann als Stadtkämmerin, dann als Bürgermeisterin und ab 2003 als Oberbürgermeisterin.

Dr. Jungherr war zudem Mitglied im Präsidium des Hessischen Städtetages und des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Hessen. Im Jahr 2010 folgte das Amt der Präsidiumspräsidentin des Landesmusikrates Hessen e.V. Damit verbunden war der Aufsichtsratsvorsitz der Landesmusikakademie Hessen. Dr. Ursula Jungherr war Mitglied im Präsidium des Deutschen Musikrates e.V. und ist als Ehrenpräsidentin des Landesmusikrates Vertreterin im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks.

Die Goethe-Plakette wird seit 1949 an Personen verliehen, die mit ihrer Arbeit die Kunst und Kultur des Landes gefördert und geprägt haben. Bisher ausgezeichnet wurden unter anderem Prof. Dr. Heiner Boehnck, Künstlerischer Leiter des Rheingau Literatur Festivals, die Gründerin der Kinderakademie Fulda Helen Bonzel sowie der ehemalige Städel-Direktor Max Hollein.

Auszeichnung der Preisträgerinnen und Preisträger des Hessischen Verlagspreises

Auf den Stufen des Wiesbadener Literaturhauses, Villa Clementine (vli.) Dr. Sabine Manke (Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland), Preisträgerin Cristina Henrich-Kalveram (Gründerin und Leiterin Henrich Editionen), Preisträger Dr. Michele Sciurba (Mitbegründer der Edition Faust) und Ayse Asar, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die die Preise verlieh. © Foto Diether  von Goddenthow
Auf den Stufen des Wiesbadener Literaturhauses, Villa Clementine (vli.) Dr. Sabine Manke (Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland), Preisträgerin Cristina Henrich-Kalveram (Gründerin und Leiterin Henrich Editionen), Preisträger Dr. Michele Sciurba (Mitbegründer der Edition Faust) und Ayse Asar, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die die Preise verlieh. © Foto Diether von Goddenthow

Während einer Feierstunde überreichte Ayse Asar, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst am 21.Juli 2022 im Wiesbadener Literaturhaus Villa Clementine den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis an den Regionalverlag Henrich Editionen. Den Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro erhielt die Edition Faust für den Bereich Graphic Novel. Mit dem Hessischen Verlagspreis unterstützen und würdigen das Land Hessen und der Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen.

„Die diesjährigen Preisträger des Hessischen Verlagspreises zeigen eindrucksvoll die große Bandbreite, den Mut zum Außergewöhnlichen und die hohe Qualität des verlegerischen Arbeitens in Hessen“ so Ayse Asar. „Ein Schwerpunkt des literarischen Programms der Henrich Editionen ist Frankfurt und Umgebung: In liebevoll gestalteten Werken zeigt uns der Verlag frische Seiten der Gegend, führt Lesen mit kreativen und interaktiven Ansätzen zusammen und schafft es, dass sowohl Einheimische als auch Zugezogene die Rhein-Main-Region immer wieder neu entdecken. Edition Faust hat die Werke der Weltliteratur im Blick, die mit ihren Konflikten und Problematiken uns nach wie vor umtreiben, aber oft nicht einfach zugänglich sind. Mit seinen Graphic Novels schafft es der Verlag, diese großartigen Texte auf ungewohnte Weise zu präsentieren und so auch einem breiten Publikum näherzubringen. Ich gratuliere den Preisträgern herzlich zu diesem Erfolg und wünsche ihnen, dass die Auszeichnung dazu beiträgt, sie in ihrer Arbeit nachhaltig zu unterstützen – vor allem nach den schweren Pandemiejahren brauchen die hessischen Verlage unsere Aufmerksamkeit mehr denn je.“

Die Jury begründet ihre Ehrung der Henrich Editionen wie folgt: „Mit den Henrich Editionen ehrt die Jury einen Verlag, der sich ganz auf seine hessische Region besinnt. Die Publikationen zur regionalen Kultur, den Gebräuchen der Stadt und ihrer Geschichte sind aber nicht nur von Interesse für das einheimische Publikum. Die Henrich Editionen legen Wert darauf, mit ihrem Programm Menschen zu erreichen, die neu im Land, neu in der Stadt sind und sich hier zu Hause fühlen sollen. Nicht nur inhaltlich, auch in der Herstellung setzen die Henrich Editionen unter der Leitung von Cristina Henrich-Kalveram auf den Standort Rhein-Main und sind daher ein regionaler Produzent im besten Sinne. Dass Lektorat und Herstellung mit den Autor*innen und Künstler*innen eng zusammenarbeiten, dass der Inhalt die jeweilige Form bestimmt und großer Wert auf Typografie, Satz und Layout gelegt wird, führt zu hochwertigen Büchern, die sowohl haptisch als auch inhaltlich ein Erlebnis sind.“

Impression der Feierstunde anlässlich des Verleihung des Hessischen Verlagspreises 2022 © Foto Diether von Goddenthow
Impression der Feierstunde anlässlich der Verleihung des Hessischen Verlagspreises 2022 © Foto Diether von Goddenthow

Die Jury beeindruckte bei Edition Faust besonders die Aktivitäten des Verlags im Bereich Graphic Novel: „Die Edition Faust innerhalb der Faust Kultur GmbH engagiert sich seit fast 20 Jahren für die Veröffentlichung aktueller und klassischer Motive in Literatur und Kunst sowie die Aufbereitung gesellschaftlicher, philosophischer und politischer Themen. Hier werden Werke der klassischen Literatur oder Personen der Weltgeschichte an ein neues, zeitgenössisches Format adaptiert und grafisch visualisiert. Mit den Künstlerduos Dacia Palmerino/Andrea Grosso Ciponte sowie Alexander Pavlenko/Jan Krauß hat der Verlag Partner*innen gefunden, die es hervorragend verstehen, die Inhalte bekannter Klassiker in der heutigen Zeit neu zu erzählen. Seien es Goethes Faust, Teil 1 oder Novellen von Theodor Storm und E.T.A. Hoffmann, durch die sprachliche Anpassung und die gewaltige Bildwelt des modernen Genres kommt es zu ganz neuen Interpretationen und Lerneffekten. Darüber hinaus sind Gesamtgestaltung und Herstellung der Bücher sehr gut gelungen.“

Um den Hessischen Verlagspreis konnten sich alle unabhängigen Verlage mit Sitz in Hessen bewerben, deren jährlicher Umsatz unter zwei Millionen Euro liegt. Bei der Bewertung der Jury spielten nicht einzelne Bucherfolge oder Autoren eine Rolle, sondern ausschließlich die Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm. Der Verlagspreis wird seit 2018 vergeben. Er soll die Verbreitung und den Vertrieb von Büchern fördern und die komplexe und herausfordernde Verlagsarbeit in einer anspruchsvollen Phase sämtlicher Digitalisierungsaktivitäten in den Mittelpunkt stellen. Weitere Infos gibt es auf https://wissenschaft.hessen.de/hessischer-verlagspreis.

Harry Oberländers Laudatio auf die Edition Faust sowie Hauke Hückstädts Laudatio auf die Henrich Editionen

Hessischer Denkmalschutzpreis würdigt Einsatz, Verstand und Können fürs Kulturerbe Preise im Wert von insgesamt 32.500 Euro vergeben

Preisträger und Preisträgerinnen des Hessischen Denkmalschutzpreises 2022 vor dem Biebricher Schloss mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (m).  © Foto Heike  von Goddenthow
Preisträger und Preisträgerinnen des Hessischen Denkmalschutzpreises 2022 vor dem Biebricher Schloss mit Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (m). © Foto Heike von Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute den Hessischen Denkmalschutzpreis 2022 überreicht. Die Auszeichnung ehrt Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler instandgesetzt oder erforscht. Die Preisträgerinnen und Preisträger 2022 kommen aus Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis), Marburg, Kassel, Darmstadt, Alsfeld (Vogelsbergkreis) und Gießen. Zudem ging der Ehrenamtspreis an ein Projekt in Grebenhain-Hartmannshain im Vogelsbergkreis.

„Vom liebevoll restaurierten Fachwerkhaus über die Wiederbelebung von Schlössern, Stadtmauern und Brücken bis hin zum neu genutzten Hallenbad: Die Preisträgerinnen und Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises überraschen und begeistern uns mit ihrem Verständnis für das Können früherer Generationen, großer Ausdauer und ihrer Leidenschaft, unser kulturelles Erbe nutzbar und lebendig zu erhalten. Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Mich beeindruckt die in die Zukunft gerichtete Energie der Menschen, die diese ausgezeichneten Projekte verwirklicht haben. Sie alle engagieren sich für ein behutsames, generationenübergreifendes Weiterentwickeln und Weiterführen regionaler Ressourcen. Ihr Ziel ist es, der nächsten Generation die kulturellen Errungenschaften der Vergangenheit mit all ihren Zeitschichten möglichst unbeschadet zu übergeben – dafür danke ich herzlich und wünsche weiterhin viel Schaffenskraft.“

Für die musikalische Umrahmung sorgten Lilli Schmitt (Violine) und Benjamin Hofmann (Violine) von der Wiesbadener Musik- und Kunstschule.  © Foto Heike  von Goddenthow
Für die musikalische Umrahmung sorgten Lilli Schmitt (Violine) und Benjamin Hofmann (Violine) von der Wiesbadener Musik- und Kunstschule. © Foto Heike von Goddenthow

Der Hessische Denkmalschutzpreis wurde 1986 vom Landesamt für Denkmalpflege in Hessen sowie der hessischen Lotteriegesellschaft ins Leben gerufen. In diesem Jahr wurde er zum 37. Mal vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert; das Geld stiftet die LOTTO Hessen GmbH. Das Preisgeld für die Kategorie „Ehrenamtspreis“ in Höhe von 7.500 Euro stellt die Hessische Staatskanzlei.

Erster Preis in der Kategorie „Öffentliches Bauen“ Schloss Wächtersbach

Schloss Wächtersbach wurde nach jahrelangem Leerstand und Verfall zum neuen Rathaus  1. Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke
Schloss Wächtersbach wurde nach jahrelangem Leerstand und Verfall zum neuen Rathaus 1. Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Der erste Preis in der Kategorie „Öffentliches Bauen“ geht an die Stadt Wächtersbach, vertreten durch Bürgermeister Andreas Weiher, für die Sanierung des Wächtersbacher Schlosses. Der einstige Sitz der Ysenburger stand über Jahrzehnte leer – Verwahrlosung, Hausschwamm, störende Einbauten früherer Nutzungen und ein verfallender Dachstuhl waren die Folge. Die Stadt erwarb das historische Gebäude, um es als neues Rathaus zu nutzen. Die Einbauten wurden beseitigt, der Dachstuhl wurde umfassend erneuert, die historischen Gewölbe konnten behutsam saniert werden. Der Preis ist undotiert.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Bürgermeister Andreas Weiher für die Stadt Wächtersbach (nahm den Preis entgegen), Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen und Laudator Dipl-Ing. Gerwin Stein. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Bürgermeister Andreas Weiher für die Stadt Wächtersbach (nahm den Preis entgegen), Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen und Laudator Dipl-Ing. Gerwin Stein. © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Das historische Schloss in Wächtersbach überzeugte die Jury in vollem Umfang. Von der Rettungsgeschichte über die jetzt bereits wahrnehmbare Signalwirkung bis zur planerischen- und handwerklichen Umsetzung und der scheinbar mühelosen Integration historischer Sichtfenster begeisterte das Schloss in jeglicher Hinsicht und erlangt einen verdienten ersten Platz.

Zweiter Preis in der Kategorie „Öffentliches Bauen“ Stadtmauer Darmstadt

Preis: 2. Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen, Bronzeplakette und Urkunde  für die historische Vorstadtmauer an der Darmstadt Erich Ollenhauer Promenade © Foto Christine Krienke
Preis: 2. Preis in der Kategorie Öffentliches Bauen, Bronzeplakette und Urkunde für die historische Vorstadtmauer an der Darmstadt Erich Ollenhauer Promenade © Foto Christine Krienke

Den zweiten Preis in der Kategorie „Öffentliches Bauen“ bekommt die TU Darmstadt, vertreten durch Architektin Martina Ißbrücker, für die Sanierung der alten Stadtmauer in Darmstadt. Das Bauwerk an der Erich-Ollenhauer-Promenade verfiel zusehends. Behutsam wurde das nicht mehr zu rettende Fugenmaterial Stück für Stück ausgetauscht, die Patina stabilisiert und die wiederentdeckten Schießscharten gesichert. Informationstafeln und Aufenthaltsbereiche ergänzen die neu gewonnene Anlage. Der Preis ist undotiert.

Votum der Jury: Die Sanierung der alten Stadtmauer in Darmstadt überzeugte die Jury nicht alleine durch ihre hervorragende Umsetzung. Der ideelle Ansatz der Universität, die Initiative, einen vergessenen Ort der Geschichte nicht nur zu erhalten, sondern an die Öffentlichkeit zurückzugeben, wurde besonders gewürdigt. Der sorgsame Umgang mit den verschiedenen Zeitschichten und die individuellen Lösungen, um diese auch für Besucherinnen und Besucher erleb- und wahrnehmbar zu erhalten, rundete ein insgesamt vorbildliches Projekt ab.

Erster Preis „Transformatives Bauen“  Hallenbad Ost Kassel-Bettendorf

Hallenbad Ost in Kassel-Bettendorf 1. Preis in der Kategorie Transformatives Bauen: Geldpreis 7500 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke
Hallenbad Ost in Kassel-Bettendorf 1. Preis in der Kategorie Transformatives Bauen: Geldpreis 7500 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Auch in der Kategorie „Transformatives Bauen“ gibt es zwei Preise. Der erste Preis ehrt Marc Köhler, Thomas Meyer und Keivan Karampour von Karampour + Meyer Architekten PartmbB. Sie haben das ehemalige Hallenbad Ost in Kassel zu einem Ort für Veranstaltungen, Büros und Praxen umgestaltet und bekommen 7.500 Euro Preisgeld. Die Preisträger achteten besonders auf die Restaurierung der für die Bauhauszeit typischen Fensterfronten und reparierten behutsam Fußböden, Fliesen, Holztreppen und Wandbeläge.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, die Preisträger Dipl. Ing. Marc Köhler, Dipl. Ing. Thomas Meyer, Dipl. Ing. Keivan Karampour und Laudator Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn machte den Gag mit und nahm im Kasseler Liegestuhl Platz, Symbol für’s „Abhängen“ im Ostbad, in dem zur Zeit die documenta fifteen Gast ist. Wer jetzt zu Besuch käme, so die Preisträger, können Bad und documenta gleichzeitig erleben. Anders als die documenta, so Harzenetter augenzwinkernd, sei das Kasseler Ostbad nicht umstritten. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, die Preisträger Dipl. Ing. Marc Köhler, Dipl. Ing. Thomas Meyer, Dipl. Ing. Keivan Karampour und Laudator Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn machte den Gag mit und nahm im Kasseler Liegestuhl Platz, Symbol für’s „Abhängen“ im Ostbad, in dem zur Zeit die documenta fifteen Gast ist. Wer jetzt zu Besuch käme, so die Preisträger, können Bad und documenta gleichzeitig erleben. Anders als die documenta, so Harzenetter augenzwinkernd, sei das Kasseler Ostbad nicht umstritten. © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Die Jury lobte die konsequente und mutige Instandsetzung (2019-2021) eines vom langen Leerstand geprägten Großbaus durch engagierte Kasseler Architekten. Sie zeigte sich überzeugt von dem handwerklich überzeugenden Umgang mit der durch Kriegsschäden und spätere Eingriffe in Mitleidenschaft gezogenen historischen Bausubstanz. Einstimmig bewertete sie die reversiblen, das neue Nutzungskonzept ermöglichenden modernen Einbauten als stimmig und die Atmosphäre des Raumes fördernd. In höchstem Maße beeindruckt zeigte sie sich von der städtebaulichen Wirkung des Ensembles: Eindrucksvoll sei es gelungen, aus dem ehemaligen Hallenbad wieder ein Ort der Begegnung und der Kommunikation zu machen.

Zweiter Preis für transformatives Bauen für Alte Post in Gießen

Alte Post und ehemaliges Telegraphenamt in Gießen. 2. Preis in der Kategorie Transformatives Bauen: Geldpreis 5000 €, Bronzeplakette und Urkunde  © Foto Christine Krienke
Alte Post und ehemaliges Telegraphenamt in Gießen. 2. Preis in der Kategorie Transformatives Bauen: Geldpreis 5000 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Der zweite Preis für transformatives Bauen geht an Kai Laumann. Er hat die Alte Post und das ehemalige Telegraphenamt in Gießen zu einem Ort der Gastronomie, Wissenschaft, Gesundheit und Dienstleistungen gemacht. In beiden Gebäuden wurden jeweils etwa 100 historischen Fenster erhalten und aufgearbeitet. Historische Deckenkonstruktionen, gusseiserne Stützen und die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Treppenhäuser prägen die besondere Atmosphäre des Raumes. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Preisträger Kai Laumann, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Laudator Dipl.-Ing. Arch. Olaf Köhler sowie Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Preisträger Kai Laumann, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Laudator Dipl.-Ing. Arch. Olaf Köhler sowie Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Mit einem hohen Maß an Idealismus, Risikobereitschaft und denkmalpflegerischer Sensibilität hat Kai Laumann die Alte Post und das ehemalige Telegraphenamt in Gießen instandsetzen lassen und mit einer neuen Nutzung versehen. Neben der beachtlichen Signalwirkung eines für Gießen und die Gießener Stadtentwicklung wichtigen Industriedenkmales lobte die Jury auch die handwerklich gelungene Umsetzung und stellte besonders die sorgfältige Arbeit an der Fassade heraus.

Erster Preis Kategorie „Privates Bauen“ für Tagelöhnerhaus in Marburg

Tagelöhnerhaus Marburg 1.Preis in der Kategorie Privates Bauen, 7500 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke
Tagelöhnerhaus Marburg 1. Preis in der Kategorie Privates Bauen, 7500 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Den ersten Preis in der Kategorie „Privates Bauen“ hat Katja Berkling gewonnen. Sie hat das Tagelöhnerhaus in Marburg-Dilschhausen restauriert und dabei besonders auf Details geachtet: So sind die Esse und die unebenen Wände, die den Charakter und den besonderen Charme des Hauses prägten, erhalten geblieben. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert.
Trotz seines vernachlässigten Zustandes erwarb Katja Berkling das 1712 erbaute Tagelöhnerhaus in Marburg-Dilschhausen mit Garten und ließ es 2018-2021 sanieren, wobei sie selbst mit Hand anlegte. Nach dem Tod der letzten Eigentümerin hatte es lange leer gestanden und war schließlich an das Land Hessen gefallen. Das marode Fachwerkgefüge wurde ertüchtigt, das Dach mit Biberschwanzziegeln gedeckt, historische Fenster und die Haustüre repariert. Auch die Innentüren, Dielenböden, die historischen Putze und eine historische Bemalung konnten aufwändig gesichert werden und sind nun wieder Teil eines besonderen Wohnerlebnisses in einem Gebäude mit einer nur sehr geringen Wohnfläche. In enger Absprache mit den Denkmalbehörden war es möglich, einen Teil des Dachgeschosses als Empore auszubauen, wodurch ein offener, luftiger Raum entstand. Auf diese Weise ist die Zukunft der Tagelöhnerhäuser im Kreis Marburg-Biedenkopf zumindest durch dieses liebevoll sanierte Objekt mit Selbstversorgergarten gesichert.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträgerin: Katja Berkling, Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Laudator Dr. med. Friedrich © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträgerin: Katja Berkling, Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Laudator Dr. med. Friedrich © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Die Instandsetzung des Tagelöhnerhauses in Dilschhausen überzeugte die Jury vor allem aufgrund der durchweg stimmigen und hochwertigen handwerklichen Umsetzung sowohl im Innenraum als auch an der Gebäudehülle. Im Inneren lobte die Jury den liebevollen Erhalt von Details – etwa die Beibehaltung der Esse und der unebenen Wände – die den Charakter und den besonderen Charme des Hauses prägten. Auch von der behutsamen Anpassung der Haustechnik an einen zeitgemäßen Wohnstandard zeigte sie sich überzeugt und lobte die besondere Identifikation der Preisträgerin mit dem Objekt.

Zweiter Platz  Kategorie „Privates Bauen“ für Haus Helbig in Alsfeld

2. Preis in der Kategorie Privates Bauen: Geldpreis 5000 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke
2. Preis in der Kategorie Privates Bauen: Geldpreis 5000 €, Bronzeplakette und Urkunde © Foto Christine Krienke

Den zweiten Platz in der Kategorie „Privates Bauen“ bekommt Rudolf Knierim für sein Projekt Haus Helbig in Alsfeld. Er hat das Fachwerkhaus in der historischen Kernstadt von Alsfeld instandgesetzt und damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des Altstadtensembles geleistet. Vor allem die Instandsetzung der Innenräume mit vielen liebevollen Details ist hervorragend gelungen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Rudolf Knierim erwarb das um 1800 erbaute Haus Helbig, um sein in der unmittelbaren Nachbarschaft gelegenes Elternhaus vor Veränderungen zu schützen. „Ich liebe meine Heimatstadt Alsfeld und den wunderbaren Altstadtkern“, sagt Knierim, der das Gebäude 2017 – 2021 sanieren ließ. Die Wirkung der Fassade für die Gesamtwirkung des historischen Stadtkerns war ihm dabei besonders wichtig. Im Inneren konnten Türen, Dielen, Treppen, Brüstungsgitter, Fliesen und sogar die historischen Gussheizkörper gesichert, gereinigt und aufgearbeitet werden. Die Haustechnik wurde modernisiert und ebenso behutsam in das Raumgefüge integriert wie eine auf das Gebäude abgestimmte Dämmung. „Mit der Instandsetzung des Gebäudes möchte ich ein Beispiel dafür geben, wie ein Denkmal sorgsam wieder hin zum ursprünglichen Zustand entwickelt werden kann und aufzeigen, dass es dadurch wieder Teil des Ganzen wird“, sagt Knierim. Besonders stolz ist er auf die in der Formensprache der 1920er Jahre gestaltete Schaufensterfassade.

(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Rudolf Knierim (Bauherr u Architekt), Laudator Dipl.-Ing. Karl Heinz Waschkowitz sowie Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.)Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Preisträger Rudolf Knierim (Bauherr u Architekt), Laudator Dipl.-Ing. Karl Heinz Waschkowitz sowie Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. © Foto Diether von Goddenthow

Votum der Jury: Mit viel Optimismus, Risikobereitschaft und Gespür für historische Bausubstanz hat Rudolf Knierim ein Fachwerkhaus in der historischen Kernstadt von Alsfeld instandgesetzt und damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des Altstadtensembles geleistet. Die Jury war sich darin einig, dass die Aufwertung der Fassade durch historisch korrekte Fensternachbauten vorbildlich für den Erhalt der Gesamtwirkung des historischen Stadtkerns ist. Sie lobte auch die handwerkliche Umsetzung im Inneren mit dem Erhalt der vielen baulichen Details. Auch von der geplanten Nutzung des Gebäudes durch Vermietung als Ferienwohnung profitiere Alsfeld zweifellos.

Ehrenamtspreis an Verein Historische Brücke Hartmannshain Brückensanierung

Historische Brücke in Hartmannshain -Ehrenamtspreis des Hessischen Denkmalschutzpreises, 7500 €, Award und Urkunde © Foto Christine Krienke
Historische Brücke in Hartmannshain -Ehrenamtspreis des Hessischen Denkmalschutzpreises, 7500 €, Award und Urkunde © Foto Christine Krienke

Der von der Hessischen Staatskanzlei gestiftete Ehrenamtspreis geht an den Verein Historische Brücke Hartmannshain und ist mit 7.500 Euro dotiert. Als in Hartmannshain im Vogelsbergkreis die Brücke abgerissen werden sollte, gründeten die Einwohnerinnen und Einwohner einen Förderverein, verhinderten mit Unterschriften und Spenden den Abriss und kümmerten sich selbst um die Sanierung: Die Vereinsmitglieder ersetzten Pfosten, ließen das historische Pflaster freilegen und das Trag- und Mauerwerk sichern.

(vli.) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn,  Der erste Vorsitzende von „Historische Brücke Hartmannshain e. V“. Gerd Köhler nahm den Preis entgegen, Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen sowie die Laudatorin Dr. Martina Schaad. © Foto Diether von Goddenthow
(vli.) Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Der erste Vorsitzende von „Historische Brücke Hartmannshain e. V“. Gerd Köhler nahm den Preis entgegen, Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen sowie die Laudatorin Dr. Martina Schaad. © Foto Diether von Goddenthow

Hessens Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, würdigte den leidenschaftlichen Einsatz der Menschen für Kulturschätze: „Das ehrenamtliche Engagement ist auch im Bereich von Bauten und Denkmälern eine nicht wegzudenkende Stütze. Bürgerinnen und Bürger wie Gerd Köhler nehmen sich in ihrer Freizeit unentgeltlich und mit Herzblut Herausforderungen wie der Sanierung der Historischen Brücke Hartmannshain an. Hierzu hat er eigens den Verein ‚Historische Brücke Hartmannshain e. V.‘ gegründet. Das verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung. Ich freue mich daher, dass der Ehrenamtspreis auch in diesem Jahr wieder vergeben werden kann.“ In Hessen engagieren sich über zwei Millionen Menschen ehrenamtlich.

„Bei unserer zweitägigen Juryreise durch ganz Hessen haben wir wieder großartige Projekte kennengelernt. Die Bandbreite reicht von einem liebevoll instandgesetzten Tagelöhnerhauses in Marburg-Dilschhausen über die Rettung einer Brücke in Hartmannshain im Vogelsbergkreis bis zur Wiederbelebung des Schlosses Wächtersbach. In allen Fällen haben die Beteiligten hervorragendes Gespür und beispielloses handwerkliches Geschick im Umgang mit der historischen Bausubstanz bewiesen. Diese vorbildlichen Maßnahmen sind in doppelter Hinsicht nachhaltig, denn nicht nur wird bereits gebundene ,graue Energie‘ weiter genutzt, auch der soziale Zusammenhalt in den Orten wird gestärkt – das bietet den Menschen Heimat und Identität und ermutigt Interessierte, Ähnliches zu wagen“, so Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.

Martin Blach, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, ergänzt: „Das kulturelle Erbe in Hessen zu erhalten, dafür steht seit 1986 der Hessische Denkmalschutzpreis, aber auch unsere Rubbelloslotterie. Denn sämtliche Erträge aus dem Verkauf der Rubbellose fließen in den hessischen Denkmalschutz – mehr als 80 Millionen Euro sind auf diese Weise bereits in den vergangenen 36 Jahren zusammengekommen. Das macht uns stolz und motiviert uns zusätzlich, auch für die Zukunft mit unseren Produkten dazu beizutragen, dass die historische Bausubstanz vieler hessischer Dörfer und Städte wieder in neuem Glanz erstrahlen kann.“

Ausführliche Informationen zu den Objekten einschließlich Fotomaterial gibt es unter hessenlink.de/denkmalschutzpreis22.

Hessischer Leseförderpreis zeichnet Projekte aus, die Lust aufs Lesen machen Bewerbung ist noch bis zum 31. August 2022 möglich

Wiesbaden. Einrichtungen und Initiativen, die Lust aufs Lesen machen, haben wieder die Chance auf eine Auszeichnung: Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst schreibt erneut den mit 15.000 Euro dotierten Leseförderpreis aus. Bewerben können sich hessische Bibliotheken, Schulen, Vereine und weitere gemeinnützige Einrichtungen, die sich in besonderer Weise um die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen verdient gemacht haben.

„Freude am Lesen zu vermitteln und jungen Menschen die wunderbare Welt der Bücher zu öffnen – dieses wichtige Engagement würdigen wir mit dem Hessischen Leseförderpreis“, erklärt Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Die Lesefähigkeit sowie das Interesse und die Freude an Literatur und Medien zu unterstützen, sind essenzielle Ziele. Ich ermutige alle, die sich dieser Aufgabe verschrieben haben, sich mit ihren Ideen zu bewerben – egal ob mit Einzelprojekten oder Reihen. Wir wollen, dass alle die Kunst und die Kultur erleben können, die sie für ihr Leben, für ihre Entwicklung inspiriert. Und wir wollen es allen klugen und kreativen Köpfen ermöglichen, ihre Fähigkeiten und Talente zu entwickeln – denn dann können sie unser kulturelles Leben bereichern und damit auch unsere Gesellschaft.“

Bewerbungen können bis zum 31. August 2022 bei der Hessischen Leseförderung eingereicht werden. Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie auf http://hessische-lesefoerderung.de/lesefoerderpreis/ausschreibung