Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Hessischer Kulturhaushalt wächst – 2020 zusätzliche Mittel für Soziokultur, Freie Theater, Musikschulen und Filmförderung / Höhere Gagen-Untergrenze an Theatern des Landes

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Pressesprecher Volker Schmidt während der Pressekonferenz im  Kesselhaus-Ambiente des Wiesbadner Schlachthofs als Zeichen einer für alle offenen Kulturpolitik. © Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Pressesprecher Volker Schmidt während der Pressekonferenz im Kesselhaus-Ambiente des Wiesbadner Schlachthofs als Zeichen einer für alle offenen Kulturpolitik. © Foto: Diether v Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute die wichtigsten Punkte aus dem Haushaltsentwurf der Landesregierung für 2020 für den Bereich Kunst und Kultur vorgestellt. Demnach stehen im Etat des Ressorts im kommenden Jahr für Kunst und Kultur rund 260 Millionen Euro bereit, hinzu kommen laut Entwurf 2020 aus dem Hochbauetat etwa 19 Millionen Euro für Vorhaben in diesem Bereich. Für die Jahre 2020 bis 2023 stehen für den Haushalt Kunst und Kultur gegenüber der bisherigen Mittelfristigen Finanzplanung insgesamt 43 Millionen Euro mehr zur Verfügung, das sind jährlich rund zehn Millionen Euro.

„Wir wollen das zusätzliche Geld vor allem für Projekte nutzen, die dazu beitragen, dass alle Menschen gleichermaßen an Kunst und Kultur teilhaben können, unabhängig von sozialem Hintergrund, Bildung der Eltern oder geographischer Herkunft“, erklärt Kunstministerin Angela Dorn. „Wir wollen den ländlichen Raum stärken, und wir wollen die Situation von Künstlerinnen und Künstlern verbessern. Kunst und Kultur haben eine zentrale Rolle für unsere Demokratie. Wir müssen sie hegen und pflegen, ihnen Freiheit und Verlässlichkeit geben und soziale Öffnung und Durchlässigkeit ermöglichen, damit möglichst viele Menschen daran teilhaben können – denn nur dann sind sie zukunftsfähig.“

Kulturbauoffensive HERKULES Kassel
Kulturbauoffensive und Sanierung Staatstheater: Das umfangreichste Projekt im Kulturbereich ist die Kulturbauoffensive HERKULES. Das Land will in den kommenden zehn Jahren mit 150 Millionen Euro die Museumslandschaft Hessen Kassel, die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten, das Landesamt für Denkmalpflege und die Landesmuseen bei den zahlreichen anstehenden Bau- und größeren Bauunterhaltungsmaßnahmen zum Erhalt des kulturellen Erbes unterstützen. Analog zum sehr erfolgreichen Hochschulbauprogramm HEUREKA soll es so gelingen, den Erhaltungs- und Entwicklungsbedarf systematisch abzuarbeiten. 2020 startet das Programm mit gut zwei Millionen Euro.
Sanierung der drei hessischen Staatstheater

Nach und nach saniert und modernisiert werden sollen auch die drei Staatstheater, gemeinsam mit den Sitzstädten. Das Land hat bis 2024 dafür 78 Millionen Euro vorgesehen. Die Mittel für HERKULES und die Sanierung der Staatstheater sind im Investitionshaushalt für staatliche Hochbaumaßnahmen veranschlagt.

Stärkung der Soziokultur
Soziokulturelle Zentren bieten überall in Hessen, gerade auch im ländlichen Raum, ein Kulturprogramm über alle Genres hinweg, ermöglichen vielen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben, leisten Bildungsarbeit und fördern den Nachwuchs. Nach der Verdoppelung der Landesmittel in der vergangenen Wahlperiode wollen wir den Bereich weiter stärken: Der Haushaltsentwurf sieht vor, die Förderung dieser Arbeit über die Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren um 500.000 Euro zu erhöhen.

Freie Theater: In den Freien Darstellenden Künsten leben Kreativität, kritischer Geist und neue Ideen in ganz besonderer Weise. Auch dank verbesserter Landesförderung im Sinne einer Verdoppelung der Mittel in der vergangenen Legislaturperiode haben sie einen enormen Aufschwung erlebt. Dieses kreative Potenzial will die Landesregierung 2020 mit 800.000 Euro zusätzlich fördern.

Filmförderung: Die Landesregierung will 2020 die Filmförderung um 200.000 Euro steigern und einen Schwerpunkt auf die Unterstützung des Nachwuchses und nachhaltiger Produktionen legen, etwa mit dem Gütesiegel „Grüner Drehpass“. Die Förderung der Filmfestivalszene soll um 225.000 Euro steigen. Für die Einrichtung von Wanderkinos im ländlichen Raum sind zunächst 50.000 Euro vorgesehen.

Musikschulen und -verbände: An Musikschulen entwickeln vor allem Kinder und Jugendliche neben musikalischen und kulturellen auch soziale Kompetenzen. Diese Arbeit will das Land laut Haushaltsentwurf mit zusätzlichen 650.000 Euro deutlich stärker als bisher unterstützen. Die Landesregierung appelliert auch an die Städte und Gemeinden, sich stärker bei den Musikschulen zu engagieren, damit die Beiträge für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sinken können. Auch die hessischen Musikverbände, der Landesmusikrat als Dachverband und die Landesmusikakademie bekommen insgesamt 250.000 Euro zusätzlich, um die Jugendarbeit zu stärken und die Mitgliedsverbände besser bei Herausforderungen insbesondere im ländlichen Raum unterstützen zu können.

Kulturelle Bildung, Vermittlung, Teilhabe: Die Kulturelle Bildung und Vermittlung in Museen, Schlössern und Gärten und im Denkmalschutz will das Land mit zusätzlichen 695.000 Euro unterstützen. Außerdem stockt es laut Haushaltsentwurf die Förderung des Hessischen Museumsverbands um 175.000 Euro im Jahr auf. Der Verband berät staatliche, kommunale und privatrechtliche Museen in Hessen auch bei der zeitgemäßen Vermittlung der Sammlungen für alle Besuchergruppen. Von der höheren Förderung soll auch eine Stelle geschaffen werden, die die Museen bei den Aufgaben der Digitalisierung unterstützt. Das Land legt zudem einen Innovationsfonds von 200.000 Euro auf, mit dem neuartige Ideen kommunaler und privater Museen gefördert werden sollen, zum Beispiel für den inklusiven Museumsbesuch oder andere Konzepte, die der Öffnung und Teilhabe dienen.

Ländlicher Raum: Zur kulturellen Teilhabe gehört die Stärkung des ländlichen Raums: Nicht nur Menschen in den Ballungsräumen sollen Zugang zu Kunst und Kultur haben. Eine wichtige Rolle dabei spielt das Landestheater Marburg. Es hat den kulturpolitischen Auftrag, auch in den vielen Kommunen ohne eigenes Theater zu gastieren. Das Land stärkt das Landestheater deshalb laut Entwurf mit insgesamt gut 350.000 Euro mehr pro Jahr. Die Stadt Marburg als Partnerin des Landes will ihre Finanzierung entsprechend erhöhen.

Mindest-Einstiegsgagen für künstlerisches Personal
Förderung Künstlerinnen und Künstler: Die Einkommenssituation vieler Künstlerinnen und Künstler ist häufig problematisch. Das Land will mit gutem Beispiel vorangehen und für das gesamte künstlerische Personal an den drei Staatstheatern, am Stadttheater Gießen und am Landestheater Marburg eine Gagen-Untergrenze einführen, die um 300 Euro über der vom Tarifvertrag „NV Bühne“ vorgesehenen Mindestgage liegt. Das soll auch helfen, damit die Theater konkurrenzfähig bleiben.

Atelierprogramm: Weil es oft an Räumen für Künstlerinnen und Künstler fehlt, will das Land zusätzlich zum bestehenden Kulturellen Raumprogramm mit einem Atelierprogramm im Volumen von 100.000 Euro Freiräume schaffen, in denen Künstlerinnen und Künstler aller Sparten ihrer Kunst nachgehen können, und Initiativen bei der Anmietung geeigneter Räumlichkeiten unterstützen.

Künstlerinnen-Förderung: Der Anteil von Frauen in Kunst und Kultur ist zwar sehr hoch, aber in der öffentlichen Wahrnehmung und in der konkreten Förderung sind Künstlerinnen noch immer meist unterrepräsentiert. Deshalb will das Land 2020 zusätzlich 250.000 Euro zur Verfügung stellen für Projekte, die die Situation von Künstlerinnen im Kunst- und Kulturbetrieb insgesamt verbessern, sowie für Einrichtungen wie die Kinothek Asta Nielsen, das Archiv Frau und Musik und das Archiv der Deutschen Frauenbewegung

Provenienzforschung: Historische Verantwortung: Die Landesregierung sieht sich aufgrund der deutschen Geschichte in besonderer Verantwortung, Raubkunst aufzuarbeiten, die Verfolgten des NS-Regimes entzogen oder im kolonialen Kontext unrechtmäßig erworben wurde. Die Zentrale Stelle für Provenienzforschung, die nach NS-Raubgut an den Landesmuseen sucht und nichtstaatliche Museen berät, die Landesmuseen selbst und der Hessische Museumsverband sollen 2020 für diese Aufgaben 275.000 Euro erhalten.

Literaturförderung: Das Land will in der Literaturförderung mit 220.000 Euro unter anderem Projekte von Literaturhäusern besser fördern, den Hessischen Verlagspreis verstetigen und den erfolgreichen Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse fest im Literaturbudget etatisieren.

Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2019 an Lukas Bärfuss

Archivbild: Der Autor Lukas Bärfuss (links) im Gespräch mit Moderator Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auf dem Literaturstand Hessen während der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. © Foto: Diether v Goddenthow
Archivbild: Der Autor Lukas Bärfuss (links) im Gespräch mit Moderator
Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auf dem Literaturstand Hessen während der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. © Foto: Diether v Goddenthow

Mit dem Georg-Büchner-Preis ehrt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung herausragende Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird finanziert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stadt Darmstadt. In diesem Jahr geht der Preis an den Züricher Autoren Lukas Bärfuss.

Lukas Bärfuss wurde am 30. Dezember 1971 im schweizerischen Thun geboren. Sein erster Roman „Hundert Tage“ über den Völkermord in Ruanda erschien 2008 – und stieß wie „Koala“ aus dem Jahr 2014 auf begeistertes Echo. 2017 erschien sein jüngster Roman „Hagard“, in der er die Geschichte eines erfolgreichen Geschäftsmannes erzählt, der sich durch obsessives Begehren aus allen sozialen Bindungen löst. Auch mit pointierten Essays und Debattenbeiträgen zum politischen Geschehen machte sich Bärfuss einen Namen.

Die Jury des Georg-Büchner-Preises nennt Bärfuss einen herausragenden Erzähler und Dramatiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. In der Begründung heißt es: „In einer distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf, durchdringen sich nervöses politisches Krisenbewusstsein und die Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse am exemplarischen Einzelfall, psychologische Sensibilität und der Wille zur Wahrhaftigkeit. Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens. Es sind Qualitäten, die zugleich Bärfuss‘ Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleitet.“

Am selben Abend vergibt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung noch zwei weitere Preise: Der Johann-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay geht 2019 an die österreichische Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl. Der österreichische Kulturwissenschaftler und Philosoph Thomas Macho erhält den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa.

In ihrem Grußwort hob Staatssekretärin Ayse Asar hervor: „Die Verleihung der Preise der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ist ein Höhepunkt im literarischen Veranstaltungskalender und zeigt uns, zu welchen Höhen sich Sprache aufschwingen kann. Ich gratuliere der heutigen Preisträgerin und den Preisträgern herzlich zu ihrem Erfolg. Auch der Hessischen Landesregierung liegt die Förderung des Literatur- und Leselands Hessen am Herzen. Autoren- und Nachwuchsförderung bilden einen Schwerpunkt, wir unterstützen aber auch literarische Institutionen, Veranstaltungen, Lesungen und Festivals.“

30. Hessischer Film- und Kinopreis in der Alten Oper Frankfurt verliehen – DFF erhält Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

30. Hessischer Film- und Kinopreis: Prächtige Gala für das Kino in der Alten Oper Bester Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte /  Sonderpreis an Caroline Link für „Der Junge muss an die frische Luft“ © Foto: Diether v Goddenthow
30. Hessischer Film- und Kinopreis: Prächtige Gala für das Kino in der Alten Oper
Bester Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte / Sonderpreis an Caroline Link für „Der Junge muss an die frische Luft“ © Foto: Diether v Goddenthow

Mit viel Prominenz und rund 1500 Gästen  sind auf einer Gala in der Alten Oper Frankfurt gestern Abend die 30. Hessischen Film- und Kinopreise verliehen worden. Bester Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte / Sonderpreis an Caroline Link für „Der Junge muss an die frische Luft“. Der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten ging zum ersten Mal an eine Institution, das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF).

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn im Gespräch mit Spielfilm-Preisträger Tom Sommerlatte. © Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn im Gespräch mit Spielfilm-Preisträger Tom Sommerlatte. © Foto: Diether v Goddenthow

Unter den Gästen waren so bekannte Gesichter wie Schauspieler Jürgen Prochnow, („Das Boot“), David Bennent („Die Blechtrommel“), die Schauspielerin Ursula Karven, bekannt aus Krimis und Herz-Schmerz-Filmen, sowie Luise Befort, Jannis Niewöhner, Katharina Marie Schubert, Hanns Zischler sowie Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni. Durch den Abend führten Katty Salié, bekannt unter anderem aus der ZDF-Kultursendung „Aspekte“, und Mitri Sirin vom ZDF-Morgenmagazin. Dietrich Brüggemann, Regisseur, Drehbuchautor und Musiker, begleitete am Klavier das Geschehen auf der Bühne.

„Es war ein großartiger Abend mit vielen spannenden Eindrücken und interessanten Gesprächen. Wir haben heute die harte Arbeit und die Leidenschaft gewürdigt, mit der sich viele Menschen jeden Tag für den Film und das Kino engagieren,“ freute sich die neue hessische Kunstministerin Angela Dorn als Gastgeberin. „Dabei war es uns wichtig, nicht nur glamourös zu feiern, sondern auch Themen anzureißen, die die Branche bewegen wie den Wandel des Mediums oder die Rolle des Nachwuchses. Und ich freue mich sehr, dass wir die vielen starken Frauen des Films ins Scheinwerferlicht gerückt haben“, sagte die Ministerin.

DFF erhält Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main © Foto: Diether v Goddenthow
DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Schaumainkai 41- 60596 Frankfurt am Main © Foto: Diether v Goddenthow

Zum ersten Mal in seiner Geschichte ging der Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten nicht an eine Person, sondern an eine Institution, die sich um den Film verdient gemacht hat: das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF). Ministerpräsident Volker Bouffier begründete die Auswahl wie folgt: „Ob Museum, Kino, Archive und Sammlungen, Festivals, digitale Plattformen, Forschung und Digitalisierung – das DFF verbindet die Verantwortung für das Bewahren und wissenschaftliche Erforschen mit den Herausforderungen digitaler Realitäten. Das DFF würdigt den Film und alles, was ihn ausmacht. Und das seit 70 Jahren. Darauf kann Hessen stolz sein.“ Das DFF fungiere als Bindeglied zwischen der materiellen und historischen Bedeutung von Film und der digitalen Zukunft. Für all das stehe das DFF bereits seit seiner Gründung vor genau 70 Jahren als Deutsches Institut für Filmkunde (ehemals DIF) „wie kaum eine andere Institution in Deutschland, und das macht es auszeichnungswürdig“, so Bouffier: Darauf könne Hessen stolz sein!

(v.li.) Die langjährige DFF-Direktorin Claudia Dillmann, Dr. Nikolaus Hensel, DFF-Vorstand, Ellen Harrington, DFF-Direktorin und Ministerpräsident Volker Bouffier.© Foto: Diether v Goddenthow
(v.li.) Die langjährige DFF-Direktorin Claudia Dillmann, Dr. Nikolaus Hensel, DFF-Vorstand, Ellen Harrington, DFF-Direktorin und Ministerpräsident Volker Bouffier.© Foto: Diether v Goddenthow

Vertreten war das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF) durch die langjährige Direktorin Claudia Dillmann und ihre Nachfolgerin Ellen Harrington sowie Dr. Nikolaus Hensel, der mit Harrington das Vorstandstandem bildet. Sie nahmen den Ehrenpreis stellvertretend für das ganze DFF-Team. „Wir sind stolz darauf, dass mit dem DFF zum ersten Mal eine Institution ausgezeichnet wurde, und das in unserem Jubiläumsjahr 2019″, so Hensel, Harrington und Dillmann, „eine Institution, die ihr engagiertes Wirken für die Filmkunst und das Kino vor allem ihren überaus motivierten Mitarbeiter/innen verdankt, die ihrem Gegenstand leidenschaftlich verbunden sind: Ihr engagierter Einsatz für unsere herausragenden Sammlungen, ihre Begeisterung, unser Wissen mit der Öffentlichkeit zu teilen und so künftige Generationen von Filmfans zu inspirieren, legt die Basis für eine lange und erfolgreiche Zukunft dieses Hauses“, betonten die drei. „Das in Wiesbaden gegründete DFF, das inzwischen an sieben Standorten im Rhein-Main-Gebiet tätig ist, hat sich dabei schon immer als in Hessen tief verwurzelte Institution begriffen, die von hier aus bundesweit wie international agiert und Standards setzt.“.

Newcomerpreis für „Born in Evin“

Maryam Zaree. © Foto: Diether v Goddenthow
Maryam Zaree. © Foto: Diether v Goddenthow

Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis ging an Maryam Zaree für ihr Debüt als Regisseurin und Drehbuchautorin von „Born in Evin“. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn begründete ihre Entscheidung so: „Maryam Zaree hat einen sehr berührenden Film über ein persönlich schmerzhaftes Thema gedreht, denn ,Born in Evin‘ ist sie selbst: Ihre Mutter, im Iran politisch verfolgt, brachte Maryam 1983 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran zur Welt. Mit ihrem Film gewährt sie Einblicke in persönliche Abgründe. Es gelingt ihr, ihre filmische Spurensuche in einem dunklen Kapitel ihrer Familie und ihres Landes mit humorvollen und selbstironischen Sequenzen anzureichern und eine Balance zwischen tragischen und warmen Momenten zu schaffen.“

Alte Oper in Frankfurt.© Foto: Diether v Goddenthow
Alte Oper in Frankfurt.© Foto: Diether v Goddenthow

Sonderpreis für „Der Junge muss an die frische Luft“
Die Jury vergab einen Sonderpreis an die in Bad Nauheim geborene Regisseurin Caroline Link. Ihre Verfilmung der Autobiografie „Der Junge muss an die frische Luft“ von Hape Kerkeling schaffe eine berührende Nostalgie, die aber nie kitschig sei und stets den richtigen Ton treffe. Caroline Link, die 2003 für „Nirgendwo in Afrika“ einen Oscar erhielt, zeige mit dem Film einmal mehr, warum sie zu den bedeutendsten deutschen Regisseurinnen zählt. Der Sonderpreis ist undotiert.

Weitere Gewinner:

Tom Sommerlatte.© Foto: Diether v Goddenthow
Tom Sommerlatte.© Foto: Diether v Goddenthow

Hessischer Filmpreis – Spielfilm: „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte. Nominiert waren außerdem „Crescendo“ von Dror Zahavi und „Ostwind‘ – Aris Ankunft“ von Theresa von Eltz. Der Gewinner erhält 24.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 4.000 Euro Nominierungsgeld.

 

 

Hermann Vaske.© Foto: Diether v Goddenthow
Hermann Vaske.© Foto: Diether v Goddenthow

Hessischer Filmpreis – Dokumentarfilm: „Why are we creative?“ von Hermann Vaske. Nominiert waren außerdem „Adelheid, Kornelius und die Töde“ von Kirstin Schmitt und „Born in Evin“ von Maryam Zaree. Der Gewinner erhält 20.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 4.000 Euro Nominierungsgeld.

Hessischer Filmpreis – Kurzfilm: „See der Freude“ von Aliaksei Paluyan. Nominiert waren außerdem „Der kleine Achill“ von Sebastian Jansen und „Rea“ von Joanna Bielinski. Der Gewinner erhält 4.000 Euro Preisgeld, alle drei Nominierten je 1.000 Euro Nominierungsgeld.

Frauke Lodders.© Foto: Diether v Goddenthow
Frauke Lodders.© Foto: Diether v Goddenthow

Hessischer Drehbuchpreis: Frauke Lodders für „Am Ende des Sommers“ über ein Geschwisterpaar, das in einer sehr strenggläubigen Familie aufwächst. 7.500 Euro Preisgeld.

Hessischer Hochschulfilmpreis: Joschua Keßler, Absolvent der Hochschule Darmstadt, für seinen Abschlussfilm „Pech und Schwefel“. 7.500 Euro Preisgeld.

 

Hessischer Fernsehpreis – Beste Schauspielerin: Emma Bading für ihre Rolle in „Play“. Nominiert waren außerdem Katharina Marie Schubert für den Tatort „Falscher Hase“ und Anna Schudt für „Zwischen zwei Herzen“. Der Preis ist undotiert.

Hessischer Fernsehpreis: Emma Bading für ihre Rolle in „Play“ © Foto: Diether v Goddenthow
Hessischer Fernsehpreis: Emma Bading für ihre Rolle in „Play“ © Foto: Diether v Goddenthow

 

Emma Bading als spielsüchtiger Teenager Jennie fesselt und erschüttert von der ersten Minute an. Fast durchsichtig in der Unsicherheit und Verletztheit im realen Leben gewinnt ihre Figur in der virtuellen Realität plötzlich Stärke und körperliches Selbstbewusstsein. Emma Badings physische Präsenz in den choreografierten Spielezenen ist überwältigend. Schmerzhaft und schonungslos lässt sie uns Verzweiflung, Abhängigkeit und innere Zerrissenheit einer Süchtigen nachfühlen, beschützt ihre Figur aber gleichermaßen vor Abscheu und Mitleid. Ein Ereignis, so die Jury.

Hessischer Fernsehpreis – Bester Schauspieler: Uwe Ochsenknecht für seine Rolle in „Labaule & Erben“. Nominiert waren außerdem Peter Kurth für den Tatort „Der Angriff“ und Jannis Niewöhner für „Jonathan“. Der Preis ist undotiert.

Sonderpreis der Jury des Hessischen Fernsehpreises: Laura Tonke und Ronald Zehrfeld in „Bist du glücklich?“. Der Preis ist undotiert.

 

Hessische Kinopreise

Vertreter der ausgezeichneten gewerblichen und nichtgewerblichen Hessischen Kinos.© Foto: Diether v Goddenthow
Vertreter der ausgezeichneten gewerblichen und nichtgewerblichen Hessischen Kinos.© Foto: Diether v Goddenthow

Bei den Hessischen Kinopreisen für gewerbliche Kinos wurden Preisgelder von insgesamt 120.000 Euro vergeben an: Kino Traumstern in Lich, Programmkino Rex
Darmstadt, Filmladen Kassel, BaLi-Kinos Kassel, Mal-Seh’n-Kino Frankfurt, Orfeo’s Erben Frankfurt, Harmonie Kinos Frankfurt, Kammer-Palette-Atelier Marburg, Kult Kinobar Bad Soden, Lichtspielhaus Lauterbach und Capitol Kino Witzenhausen. Nichtgewerbliche Kinos, Kommunale Kinos und Abspielstätten erhalten insgesamt 30.000 Euro: Kommunales Kino Eschborn, Filmforum Höchst, Filmkreis – Das Unikino Darmstadt, Kino des DFF Frankfurt, Kino Pupille in Frankfurt, Naxos-Kino Frankfurt, Murnau Filmtheater Wiesbaden, Caligari-Filmbühne Wiesbaden, Kommunales Kino Weiterstadt und das Trauma Kino im G-Werk Marburg.

Die ausgezeichneten Filme sind auch in hessischen Kinos zu sehen:
– In Witzenhausen läuft am Samstag, 19.10., im Capitol um 18 Uhr „Why are we creative?“, um 19.30 Uhr „See der Freude“, um 20.45 Uhr „Bruder Schwester Herz“.
– In Frankfurt zeigt Orfeo’s Erben am Sonntag, 20.10., um 10 Uhr „Why are we creative?“, um 11.30 Uhr „See der Freude“, um 12 Uhr „Bruder Schwester Herz“, um 14.30 Uhr „Born in Evin“. Im Mal seh’n läuft „Born in Evin“ bis 30.10. im regulären Programm, im Filmforum Höchst am 4.12. um 20.30 Uhr.
– In Marburg zeigt das Capitol Filmkunsttheater in der Woche ab Samstag, 19. 10., die ausgezeichneten Filme; die Termine entnehmen Sie bitte der Website
– Das Kino Traumstern in Lich zeigt „See der Freude“ und „Born in Evin“ am 24.10., um 15 Uhr, „Why are we creative?“ am 31.10. um 14 Uhr und am 6. 11. um 16.30 Uhr „See der Freude“ und „Bruder Schwester Herz“.
– Das Lichtspielhaus Lauterbach zeigt die Preisträgerfilme ab dem 1.11.
– Das Kommunale Kino in Weiterstadt und das Murnau-Filmtheater Wiesbaden zeigen in der Woche vom 7.11. die Preisträgerfilme.
– Beim DOKFest Kassel laufen „See der Freude“ (14. 11., 16 Uhr im BALi) und „Born in Evin“ (15.11., 17.15 Uhr im Gloria).
– Die Caligari Filmbühne Wiesbaden und das Programmkino Rex in Darmstadt haben ab 1.12. mehrere der Filme im Programm.

Der Hessische Rundfunk strahlt am 20. Oktober um 18:30 Uhr eine 30-minütige Sondersendung mit dem Titel „Die hessischen Oscars – der Hessische Film- und Kinopreis 2019“ aus mit Eindrücken von der Preisverleihung und der Party danach.

Büchner-Preisträger Lukas Bärfuss auf dem Gemeinschaftsstand der Hessischen Verlage

Am Gemeinschaftsstand der hessischen Verlage (v.li.) Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz und  Saarland eV. im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Lukas Bärfuss, Georg-Büchner-Preisträger 2019, Hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Karoline Sinur, 2. Vorsitzende und Sprecherin des Hessischen Literaturrats e.V. © Foto: Diether v Goddenthow
Am Gemeinschaftsstand der hessischen Verlage (v.li.) Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland eV. im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Lukas Bärfuss, Georg-Büchner-Preisträger 2019, Hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Karoline Sinur, 2. Vorsitzende und Sprecherin des Hessischen Literaturrats e.V. © Foto: Diether v Goddenthow

 

Ein großes Literaturangebot mit Lesungen, Interviews und Diskussionen finden Bücherfreunde noch bis zum Sonntag  auch wieder  auf dem zum zweiten Mal an der Buchmesse teilnehmenden Gemeinschaftsstand  der Hessischen Verlage und Literatur des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, sowie des Hessischen Literaturrats e.V..

Ein Highlight war gestern die Lesung des Büchner-Preisträgers 2019 Lukas Bärfuss und das anschließende  Gespräch mit Moderator Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Beisein der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kultur Angela Dorn, die den Gemeinschaftsstand offiziell eröffnet hatte.

Der Autor Lukas Bärfuss (links) im Gespräch mit Moderator Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auf dem Literatur-Gemeinschaftsstand  Hessen während der Frankfurter Buchmesse 2019. © Foto: Diether v Goddenthow
Der Autor Lukas Bärfuss (links) im Gespräch mit Moderator
Ernst Osterkamp von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auf dem Literatur-Gemeinschaftsstand Hessen während der Frankfurter Buchmesse 2019. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Schweizer Autor präsentierte seinen neuen Erzählband „Malinois“. Hierin behandelt der Autor die Liebe und das Begehren in all ihren Spielarten: Wie begegnen wir uns? Welche Sehnsüchte treiben uns um? Nach welchen Vorlagen entwerfen wir die Geschichten unserer Leidenschaften? Bärfuss zeichnet eine Kartographie der Passionen. Seine Geschichten handeln von Grenzerfahrungen, die wir mitten im Alltag machen können. Sie zeigen die Momente der Verwandlung.

 

Hessischer Kulturpreis 2019 ehrt Architekten Andrea Wandel und Wolfgang Lorch für Ihre Gedankarchitektur

v.links: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Prof. Wolfgang Lorch (Preisträger), Prof. Andrea Wandel (Preisträgerin), Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der  Universität Stuttgart©  Foto: Diether  v Goddenthow
v.links: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, Prof. Wolfgang Lorch (Preisträger), Prof. Andrea Wandel (Preisträgerin), Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart© Foto: Diether v Goddenthow

Frankfurt. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute in Frankfurt die Frankfurter Architekten Prof. Andrea Wandel und Prof. Wolfgang Lorch mit dem Hessischen Kulturpreis 2019 geehrt. Die Auszeichnung ist mit 45.000 Euro der höchstdotierte Kulturpreis der Bundesrepublik Deutschland.

Architektur sei mehr als nur ein Dach über den Kopf, ein Kirchturm im Dorf oder die kühne Form eines modernen Museums. Architektur gestalte wie keine andere Kunst unseren Lebensraum. Sie setze sich mit Geschichte auseinander, sie präge unsere Zukunft, „weil wir in ihr leben, in ihr arbeiten, eintauchen, unsere Freizeit verbringen“, sagte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn, die in Vertretung und mit herzlichen Grüßen des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier am 20.9.2019 während einer Feierstunde im Casio-Saal der Goethe-Universität den Hessischen Kulturpreis für herausragende künstlerische Leistungen an das Architekturbüro von Andrea Wandel und Wolfgang Lorch überreichte.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.©  Foto: Diether  v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.© Foto: Diether v Goddenthow

Geehrt würden zwei Menschen, „die sich ganz besonders um die Gestaltung dieser umbauten Umwelt verdient gemacht haben. Die Arbeit ihres Frankfurter Büros Wandel /Lorch sind in der Tat herausragende Leistungen der Baukunst.“ Sie seien nicht nur einfach handwerklich geschaffener gebauter Raum. Sie seien“ vielmehr ästhetische Auseinandersetzungen mit dem Raum  und Gestaltung der Beziehung zwischen Mensch und Raum. In ihrer Architektur, Frau Professorin Wandel und Herr Professor Lorch, ist genau diese Menschlichkeit, die Alvar Aalto gefordert hatte, gelungen“, so die Kunst- und Kulturministerin.

Architekturbüro Wandel Lorch fühlt sich insbesondere der Gedenkarchitektur und dem Sakralbau verpflichtet. „Dazu gehören in jüngster Zeit beispielsweise das Hotel Silber in Stuttgart, das zuvor eine ehemalige Gestapo-Zentrale war, sowie die Sanierung der Synagoge am Opernhaus in Bayreuth. Die Auszeichnung an dieses Büro ist eine Aufforderung und Ermunterung an alle Architekten, uns auch in Zukunft Orte zu schaffen, die die Erinnerung an die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte manifestieren.“

Das Architekturbüro Wandel Lorch in Frankfurt und Saarbrücken wurde 1969 von Hubertus Wandel gegründet. Mit unterschiedlichen Büropartnern sowie in einigen früheren Projekten als Arbeitsgemeinschaft mit dem Frankfurter Architekten Nikolaus Hirsch führen die Tochter des Gründers, Andrea Wandel, und Wolfgang Lorch es heute gemeinsam weiter. Andrea Wandel ist Professorin im Lehrgebiet Entwerfen, Raumbildung und Darstellung an der Hochschule Trier. Wolfgang Lorch ist Professor für Entwerfen und Baugestaltung an der Technischen Universität Darmstadt.

„Die Erinnerungskultur des Büros von Professorin Wandel und Professor Lorch beschränkt sich nicht nur auf die Zeit des Nationalsozialismus, sondern es schlägt den Bogen aus der Geschichte in unsere Zeit und in die Zukunft“, so Ministerin Dorn weiter. Neben Bauten des jüdischen Lebens wie die Neue Synagoge in Dresden oder das Jüdische Zentrum in München ist die Gedenkstätte am Neuen Börneplatz in Frankfurt ein herausragendes Beispiel. Bei diesen Projekten war der frühere Rektor der Städelschule, Nikolaus Hirsch, beteiligt.

„Die Gedenkstätte am Neuen Börneplatz in Frankfurt ist ein Ort des Innehaltens, der Erinnerung, der Mahnung mitten in der Stadt, eine Insel der Stille mitten im Getöse an einer der verkehrsreichsten Kreuzungen der Stadt. Die Gedenkstätte bewahrt das Andenken an mehr als 11.000 ermordete jüdische Frankfurterinnen und Frankfurter. Auch die 1945 im KZ Bergen-Belsen ermordete Anne Frank hat hier eine symbolische Ruhestätte erhalten. In einer Zeit, in der rechte Populisten die Gräueltaten der Nationalsozialisten als ,Vogelschiss‘ abtun wollen, bekommen gebaute Erinnerung, lebendige Geschichte, aber auch Dialog und religiöse Vielfalt eine umso größere Bedeutung. Dafür steht die Arbeit des Büros von Prof. Wandel und Prof. Lorch. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich ihnen den Kulturpreis des Landes Hessen überreichen kann.“

Sanfte, textil anmutende Architektur – Laudatio

Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der  Universität Stuttgart©  Foto: Diether  v Goddenthow
Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart© Foto: Diether v Goddenthow

Univ.-Prof. Dr. phil. Stephan Tüby. Institut für Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart, hob in seiner Laudatio die Aspekte der anmutend „weichen“ und „textilen Oberflächenarchitektur“ des Büros Wandel Lorch hervor. So wirke beispielsweise die Kirchenportalwand der Überlinger Auferstehungskirche „mit versetzten abgetreppten weissgeschlämmten Backsteinen, die von gläsernen Elementen durchsetzt seien“ dadurch geradezu wie eine weiche, nachgebende Kirchenfassade. Ähnlich sei dieses dem Büro Wandel Lorch auch beim Ökumenischen Forum in der Hamburger Hafen-City gelungen, einer Mischung aus Sakralbau, Wohn- und Geschäftshaus. An der Straßenfassade seien in das Ziegelmauerwerk die „ganz klassischen Merkmale christlicher Kirchen, nämlich Kreuz und Glocke, angebracht worden“, wobei aber „ganz unklassisch Kreuz und Glocke in dellenartigen Vertiefungen an der Fassade platziert wurden“, so Tüby, der so vor den Augen der Gäste eine Vorstellung „vom textil anmutenden Oberflächenwerk von Wandel Lorch“ entstehen ließ, welches in der Architektur auch als Stoffwechselmotiv bezeichnet würde.

Der Stoffwechselbegriff in der Architektur prägte Gottfried Semper Mitte des 19. Jahrhunderts. In seinem Werk „Vier Elemente der Baukunst“ ging Semper von den vier Grundelementen der Architektur „Werden, Boden, Dach und Wand“ aus. Mit seiner Stoffwechseltheorie leitete Semper jedoch einen Paradigmenwechsel im architektonischen Denken ein: „Die Idee der Architektur wurde damit eben nicht mehr auf Konstruktion, nicht mehr auf Stabilität gegründet, sondern auf der Bekleidung, auf Wärme spendender Instabilität“.

Damit wurde die Architektur auch, wohlgemerkt mitten im 19. Jahrhundert, auf der weiblich konnotierten Urtechnik des Webens und Flechtens begründet. Und zum ersten Architekturdetail wurde der Knoten ausgerufen. „Das war nicht weniger als eine Umwertung aller Werte. Friedrich Nietzsche gehörte zum Kreise begeisterter Semper-Leser“, so der Laudator.
Sempers Theoriewerk habe insofern nichts an Aktualität auch für die Produktion von Architektur in der Gegenwart verloren, weil sie einen wunderbaren Gedanken beinhalte, „der nicht besser zum heutigen Abend passt und zur Architektur von Wandel Lorch passen würde. Denn Semper begründet die Architektur eben nicht nur im Textilen, sondern auch und vor allem im Feierlichen und Festlichen“, so Tüby.

Der Laudator unterstrich die optimistische Zukunftsgewandtheit des Büro Wandel Lorch mit einem Zitat von Daniel Libeskind: „Als Architekt muss du an die Zukunft glauben. Du kannst weder Zyniker noch Skeptiker sein, sonst wärest du kein Architekt, vielleicht ein Politiker oder Historiker oder ein Autor, aber nie ein Architekt.“ Denn die Aufgabe eines Architekten sei es, das Leben besser zu machen, und das sei Wandel und Lorch bislang hervorragend gelungen.

Der Hessische Kulturpreis wird seit 1982 jährlich für besondere Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung vergeben. Er ist mit 45.000 Euro dotiert. Dem Kuratorium sitzt der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier vor. Neben der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, gehören ihm an:
Jürgen Engel, Architekt, Frankfurt am Main
Prof. Susanne Pfeffer, Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt
Michael Herrmann, Intendant Rheingau Musik-Festival
Bernd Leifeld, ehem. Geschäftsführer der documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs¬GmbH
Michael Quast, Schauspieler, Kabarettist, Regisseur
Hans Sarkowicz, Leiter Ressort hr2 Kultur und Bildung
Dr. Gerhard Stadelmaier, Redakteur und Theaterkritiker im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt am Mai

30. Hessischer Film- und Kinopreis 2019 mit neuem Konzept – DFF erhält Preis des Ministerpräsidenten

30. Hessischer Film- und Kinopreis 2019 feiert die Leidenschaft für das Kino. Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für Deutsches Filminstitut & Filmmuseum DFF / Newcomerpreis für Maryam Zaree. Während der Frankfurter Buchmesse findet am 18. Oktober 2019  die feierliche Preis-Gala in der Alten Oper statt. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
30. Hessischer Film- und Kinopreis 2019
feiert die Leidenschaft für das Kino. Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für Deutsches Filminstitut & Filmmuseum DFF / Newcomerpreis für Maryam Zaree. Während der Frankfurter Buchmesse findet am 18. Oktober 2019 die feierliche Preis-Gala in der Alten Oper statt. © Foto: Diether v Goddenthow

Frankfurt/Wiesbaden. Seit 1990 setzt das Land Hessen mit der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises jedes Jahr seine Filmschaffenden und das Filmland Hessen insgesamt in Szene. Die Preise vergibt das Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen einer großen festlichen Dala in der Alten Oper, traditionell während der Frankfurter Buchmesse.
Hessen ist neben Bayern das einzige Bundesland, das die Leistungen von Filmemachern mit einem solchen eigenen Preis würdigt und hervorhebt. Der Hessische Filmpreis ist mit insgesamt 97.500 Euro dotiert, der Hessische Kinopreis mit 150 000 Euro.  Darüber hinaus vergibt der Hessische Rundfunk den undotierten Hessischen Fernsehpreis.

Der Filmpreis zeichnet Regisseurinnen und Regisseure in den Kategorien Spielfilm, Kurzfilm und Dokumentarfilm sowie Autorinnen und Autoren in der Kategorie Drehbuch aus. Im Nachwuchsbereich verleiht das Land Hessen den Hochschulpreis für den besten Abschlussfilm sowie seit 2017 den Newcomerpreis. Für eine herausragende Einzelleistung in einem Film (zum Beispiel Kamera, Produktion, Schnitt, Musik) ist ein Sonderpreis vorgesehen. Der undotierte Ehrenpreis würdigt in der Regel herausragende Persönlichkeiten des Films. Mit den Kinokulturpreisen werden außerordentliche Leistungen und Engagement von gewerblichen und nicht gewerblichen Kinoinitiativen gewürdigt. Auch über diese Preise entscheidet eine unabhängige Jury.

Hessischer Fernsehpreis 2019
Darüber hinaus vergibt der Hessische Rundfunk  in derselben Gala den Hessischen Fernsehpreis in den Kategorien: „Beste Schauspielerin“ und „Bester Schauspieler“.

Neues  Konzept zum 30.  
Zum Jubiläum des 30. Film- und Kinopreises soll das Konzept verändert und die traditionelle Gala mit mehr inhaltlichen Input aufgewertet werden. So wird beim 30. Film- und Kinopreis die Leidenschaft für das Kino in all seinen Facetten in den Mittelpunkt gestellt werden. Wie Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn bei der Vorstellung des neuen Konzeptes beim heutigen Pressegespräch mitteilte, sollen bei der Verleihung am 18. Oktober die vielen starken Frauen des Films, der kreative Nachwuchs und der Wandel des Mediums „Film“ selbst ins Scheinwerferlicht gerückt werden. Zudem verriet die Ministerin, wer in diesem Jahr den Ehrenpreises des Hessischen Ministerpräsidenten und des Newcomerpreis erhält. So geht zum ersten Mal in seiner Geschichte geht der Ehrenpreis an eine Institution, die sich besonders um den Film verdient gemacht hat.

Moderieren werden die Preisverleihung Katty Salié, bekannt unter anderem aus der ZDF-Kultursendung „Aspekte“, und Mitri Sirin vom ZDF-Morgenmagazin. Die Gäste dürfen sich – neben zahlreichen Film- und Fernsehstars – auf den Regisseur, Komponisten und Pianisten Dietrich Brüggemann freuen, der den Abend als Hommage an die großen Klassiker des Stummfilms musikalisch begleiten wird.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. © Foto: Diether v Goddenthow

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Wir wollen mit dem diesjährigen Filmpreis die Kunst des Kinos und die Filmschaffenden feiern. Dabei geht es ein bisschen um Nostalgie, aber vor allem um Gegenwart und Zukunft. Wir freuen uns auf Laudatorinnen und Laudatoren, die diese Themen als Expertinnen und Experten lebendig vermitteln. Auch für die Musik wird ein Filmschaffender sorgen: Dietrich Brüggemann, Regisseur, Drehbuchautor und Musiker, begleitet am Klavier das Geschehen auf der Bühne.“

Den Ehrenpreis für das DFF
Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten 2019 erhält das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF). Entgegennehmen werden ihn dessen langjährige Direktorin Claudia Dillmann und Ellen Harrington, ihre Nachfolgerin und aktuelle Direktorin, sowie das langjährige Vorstandsmitglied Dr. Nikolaus Hensel, der mit Harrington das Vorstandstandem bildet. Die Auszeichnung ist undotiert.

Deutsches Filminstitut Filmmuseum ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Deutsches Filminstitut Filmmuseum © Foto: Diether v Goddenthow

Seine Entscheidung begründet Ministerpräsident Volker Bouffier wie folgt: „Das DFF setzt die ihm zugeschriebene Aufgabe, Filmkultur lebendig zu halten und deren Stellenwert zu vermitteln, in herausragender Weise um. Das DFF ist eine Institution von internationalem Rang, sie verbindet das Bewahren des filmischen Erbes mit so lebendiger wie moderner Vermittlung von historischer und aktueller Filmkultur. Ob Museum, Kino, Archive und Sammlungen, Festivals, digitale Plattformen, Forschung und Digitalisierung – das DFF verbindet Verantwortung für Bewahren und wissenschaftlichem Erforschen mit den Herausforderungen digitaler Realitäten und Zukunft. Das DFF feiert und würdigt den Film und alles, was ihn ausmacht, gestern wie heute. Und das seit 70 Jahren. Darauf kann Hessen stolz sein!“

Newcomer-Preis
Der mit 7.500 Euro dotierte Newcomerpreis geht in diesem Jahr an Schauspielerin und Filmemacherin Maryam Zaree. Ihr Debütfilm „Born in Evin“ ist gleichzeitig in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Maryam Zaree behandelt in ihrem Regiedebüt ein persönlich schmerzhaftes Thema, denn ,Born in Evin‘ ist sie selbst: Ihre Mutter, im Iran politisch verfolgt, brachte Maryam 1983 im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran zur Welt. Mit ihrem Film gewährt sie Einblicke in persönliche Abgründe, ihre eigenen und die anderer Opfer des Khomeini-Regimes. Es geling ihr, ihre filmische Spurensuche in einem dunklen Kapitel ihrer Familie und ihres Landes mit humorvollen und selbstironischen Sequenzen anzureichern und eine Balance zwischen tragischen und warmen Momenten zu schaffen. Und sie meistert die besondere Herausforderung, sowohl Regisseurin als auch Protagonistin dieses künstlerisch wie gesellschaftspolitisch hervorragenden Films zu sein.“

Bekanntgegeben wurden am Freitag zudem die Preise in zwei weiteren Kategorien: Joschua Keßler, Absolvent der Hochschule Darmstadt, bekommt für seinen Abschlussfilm „Pech und Schwefel“ den Hochschulfilmpreis. Die Autorin Frauke Lodders bekommt den Preis in der Kategorie Drehbuch für „Am Ende des Sommers“ über ein Geschwisterpaar, das in einer strenggläubigen Familie aufwächst.

In weiteren Kategorien wurden folgende Nominierungen bekanntgegeben:

Bester Spielfilm:
• „Crescendo“ von Droar Zahavi
• „Ostwind‘ – Aris Ankunft“ von Theresa von Eltz
• „Bruder Schwester Herz“ von Tom Sommerlatte

Bester Dokumentarfilm
• „Adelheit, Kornelius und die Töde“ von Kirstin Schmitt
• „Born in Evin“ von Maryam Zaree
• „Why are we creative“ von Hermann Vaske

Bester Kurzfilm
• „Der kleine Achill“ von Sebastian Jansen
• „Rea“ von Joanna Bielinski
• „See der Freude“ von Aliaksei Paluyan

Nominiert für den Hessischen Fernsehpreis des Hessischen Rundfunks, der ebenfalls am 18. Oktober im Rahmen der Gala vergeben wird, sind:

Beste Schauspielerin
• Emma Bading in „Play“
• Katharina Marie Schubert in „Tatort – Falscher Hase“
• Anna Schudt in „Zwischen zwei Herzen“

Bester Schauspieler
• Peter Kurth in „Tatort – Der Angriff“
• Jannis Niewöhner in „Jonathan“
• Uwe Ochsenknecht in „Labaule & Erben“

Wer von den Nominierten die Preise in diesen Kategorien, den Sonderpreis des Fernsehpreises sowie die ebenfalls zu vergebenden Kinokulturpreise erhält, wird erst bei der Preisverleihung bekannt gegeben. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn verriet am Freitag zudem, dass es einen Sonderpreis der Jury des Filmpreises für eine herausragende Einzelleistung geben wird.

Am 18.Oktober wird vor der Alten Oper Frankfurt für die Filmschaffenden des Landes wieder der rote Teppich ausgerollt werden. ©  Foto: Diether  v Goddenthow
Am 18.Oktober wird vor der Alten Oper Frankfurt für die Filmschaffenden des Landes wieder der rote Teppich ausgerollt werden. © Foto: Diether v Goddenthow

Der Hessische Rundfunk strahlt am 20. Oktober um 18:30 Uhr eine 30-minütige Sondersendung mit dem Titel „Die hessischen Oscars – der Hessische Film- und Kinopreis 2019“ aus. Moderatorin Monika Kullmann und Moderator Holger Weinert führen Interviews mit den Nominierten und den Preisträgerinnen und Preisträgern und berichten auch von der Party danach.

Wer bei der Gala dabei sein möchte, sollte den Instagram-Kanal des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst im Auge behalten: Auf @hmwk_hessen verlost das Ministerium dreimal zwei Karten für den Abend mit Stars und Berühmtheiten.

Robert Gernhardt Preis 2019 an Nina Bußmann verliehen

Nina Bußmann erhält den Robert Gernhardt-Preis 2019  für ihr Romanprojekt „Dickicht“. (vli.): Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der WIBank, Nina Bußmann, Preisträgerin, Almut Gehebe-Gernhardt, Witwe von Robert Gernhardt, Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und auf dem Bild und im Geiste dabei der unvergessliche Robert Gernhardt. Von ihm wurden während der Veranstaltung die beiden Texte „Ach!“ und „Nachmittag eines Dichters“ aus dem Off gesendet..©  Foto: Diether v Goddenthow
Nina Bußmann erhält den Robert Gernhardt-Preis 2019 für ihr Romanprojekt „Dickicht“. (vli.): Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der WIBank, Nina Bußmann, Preisträgerin, Almut Gehebe-Gernhardt, Witwe von Robert Gernhardt, Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und auf dem Bild und im Geiste dabei der unvergessliche Robert Gernhardt. Von ihm wurden während der Veranstaltung die beiden Texte „Ach!“ und „Nachmittag eines Dichters“ aus dem Off gesendet..© Foto: Diether v Goddenthow

Am gestrigen Abend erhielt die in Frankfurt am Main geborene Autorin Nina Bußmann den gemeinsam vom Land Hessen und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) ausgelobten Robert Gernhardt Preis 2019 in Höhe von 12.000 Euro.

Ausgezeichnet wurde Nina Bußmann für ihr Romanprojekt „Dickicht“. Er war der einzige Text unter 79 Einreichungen, der den hohen qualitativen Erwartungen der Jury entsprach. So wurde diesem Jahr nur einmal der Robert-Gernhardt-Preis vergeben.

Der Roman erzählt von der Amtstierärztin Ruth Gretter, die eine Betäubungsmittelabhängigkeit entwickelt hat und deren Leben nach einem nächtlichen Sturz in einem Park endgültig aus den Fugen zu geraten droht. Der Text überzeugte die Jury: „Nina Bußmann erzählt in einer klaren Sprache von der Unklarheit eines modernen Bewusstseins zwischen Arbeits- und Lebenswelt, zwischen Freundschaft, Therapien und spirituellen Verlockungen“, heißt es in der Begründung. „In unterschiedlichen Stillagen – Aufzeichnungen, Tagebüchern, erzählende Prosa – entwickelt Bußmann gleich mehrere Charaktere, deren Existenzen sich scheinbar am Rand unserer Wahrnehmung befinden und doch mitten in unserer Gegenwart stehen.“

Staatssekretärin Ayse Asar: „In diesem Jahr vergeben wir den Robert Gernhardt Preis zum zehnten Mal. Seit seiner ersten Ausschreibung verfolgt er einen hohen Anspruch: Er will gute Literatur auszeichnen – Literatur, die so gut ist, dass sie schon nach sechs Seiten spürbar wird. Genau so viel sollen Autorinnen und Autoren von ihrem gerade in Arbeit befindlichen literarischen Werk als Bewerbung einreichen. Das ist Nina Bußmann hervorragend gelungen. Ich wünsche ihr viel Erfolg bei der weiteren Arbeit an diesem Werk und gratuliere herzlich zur Auszeichnung!“
Begrüßt hatten die Gäste im großen Saal der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt der Hochschul-Vizepräsident Prof. Ernst Auguste Klötzke und Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsführung der WIBank.
„Unser Literaturpreis, benannt nach dem Universalkünstler Robert Gernhardt, bietet Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, sich ganz auf ihren Schaffensprozess konzentrieren zu können. Uns erfüllt es immer wieder mit Freude und Stolz, wenn am Ende dieses Prozesses großartige Literatur entsteht, die unser Leben bereichert“, so Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der WIBank

Die Laudatio auf Nina Rußmann hielt die Literaturwissenschaftlerin Beate Tröger. Für die musikalische Umrahmung sorgte das SRS Trio.

Nina Bußmann.  ©  Foto: Diether v Goddenthow
Nina Bußmann. © Foto: Diether v Goddenthow

Nina Bußmann wurde 1980 in Frankfurt am Main geboren, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft in Berlin und Warschau und lebt heute in Berlin. Im Suhrkamp Verlag hat sie bisher die beiden Romane „Große Ferien“ und „Der Mantel der Erde ist heiß und teilweise geschmolzen“ veröffentlicht.

Neue Filmförderrichtlinie in Hessen

Mehr Fördermöglichkeiten, Einhaltung sozialer Mindeststandards, Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten, weniger Bürokratie
Die überarbeitete hessische Filmförderrichtlinie vereinfacht die Verfahren, berücksichtigt moderne Formen der Filmkunst und legt einen Fokus auf Nachwuchsförderung sowie soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Die Filmförderrichtlinie regelt, unter welchen Bedingungen Filmschaffende finanzielle Unterstützung beispielsweise für das Schreiben von Drehbüchern, die Produktion von Kinofilmen oder für Filmfestivals bekommen können.

Die Neuen Richtlinien

Aktuelle Herausforderungen stärker berücksichtigen
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Ich bin sehr froh, dass es uns mit der neuen Filmförderrichtlinie gelungen ist, aktuelle Herausforderungen der Branche wie den fehlenden Nachwuchs und den Investitionsstau in den Kinos stärker zu berücksichtigen. Zugleich war es uns wichtig, die Rahmenbedingungen anzupassen, sodass soziale Mindeststandards und Nachhaltigkeitsaspekte eine Rolle spielen und gleichzeitig der bürokratische Aufwand sinkt. Die Einkommenssituation von Künstlerinnen und Künstlern ist oft problematisch, viel ehrenamtliches Engagement ist im Spiel – dem wollen wir Rechnung tragen.“

Schwerpunkt auf Nachwuchsförderung
Die neue Richtlinie setzt einen Schwerpunkt auf die Nachwuchsförderung. Zusätzlich wurde die Förderung für Serien und für innovative audiovisuelle Inhalte aufgenommen, zum Beispiel 360°-Filme, Medieninstallationen, Web-Applikationen und Virtual Reality. Diese Projekte können nun im Einzelfall mit bis zu 40.000 Euro gefördert werden. In die Richtlinie aufgenommen und damit verstetigt wurden auch die Rahmenbedingungen der seit 2018 eingeführten Kinoinvestitionsförderung. Hier sind im Einzelfall Förderungen von bis zu 150.000 Euro möglich. In einigen Bereichen wurden die Förderhöchstsummen angehoben: bei der Debüt- und Zweitfilmförderung von 150.000 auf 400.000 Euro, der Verleihförderung von 25.000 auf 40.000 Euro und der Filmfestivalförderung von 150.000 auf 200.000 Euro.

Soziale Mindeststandards und Tariflöhne
Wer eine Förderung beantragt, muss künftig grundsätzlich die Einhaltung von sozialen Mindeststandards und Tariflöhnen gewährleisten. Wer besonders umweltschonend und klimafreundlich arbeitet, kann dies im Antrag darlegen, und die Jury kann es künftig bei der Entscheidung berücksichtigen.

Weniger Bürokratie
Zu weniger Bürokratie bei den Antragstellern trägt unter anderem die weitere Angleichung der Förderbedingungen an die der anderen Bundesländer und des Bundes bei, weil Filmproduktionen oft durch mehrere Länderförderer finanziert werden. Und wer bereits hessische Filmfördermittel erhalten und deren Verwendung ohne Beanstandungen nachgewiesen hat, muss keine Belege mehr vorlegen. Einnahmen und Ausgaben des Projektes werden nur stichprobenartig geprüft wird.

Hintergrund zur Filmförderung in Hessen
Für die Filmförderung in Hessen ist die HessenFilm und Medien GmbH zuständig. Im Land stehen rund 11,5 Millionen Euro für die Filmförderung zur Verfügung. Den Hauptanteil von rund 10,5 Millionen Euro trägt die Landesregierung. Weitere Mittelgeber sind der Hessische Rundfunk und das Zweite Deutsche Fernsehen.

Weitere Informationen: HessenFilm

Hessischer Denkmalschutzpreis im Wert von insgesamt 32 000 Euro ehrt Engagement für den Erhalt von Kulturschätzen

Der 1. Preis für Privatpersonen ging an Achim Karn für sein für 3,5 Mio. Euro restauriertes Wamboltsches Schloss in Groß Umstadt Curtigasse 6. Hier Giebel-Ansicht. Foto Achim Karn
Der 1. Preis für Privatpersonen ging an Achim Karn für sein für 3,5 Mio. Euro restauriertes Wamboltsches Schloss in Groß Umstadt Curtigasse 6. Hier Giebel-Ansicht. Foto Achim Karn

Wiesbaden. Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat heute den Hessischen Denkmalschutzpreis 2019 überreicht. In der Rotunde des Biebricher Schlosses ehrte sie Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuellen Lösungen, handwerklich-technischem Geschick und besonderem Einsatz Denkmäler restauriert oder erforscht. Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Darmstadt-Dieburg, dem Vogelsbergkreis, dem Werra-Meißner-Kreis sowie aus Frankfurt, Offenbach am Main, Gießen und Limburg.

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. ©  Foto: Diether v Goddenthow
Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. © Foto: Diether v Goddenthow

Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn: „Die Jury des Hessischen Denkmalschutzpreises hat eine beneidenswerte Aufgabe: Sie reist quer durch Hessen, um sich Denkmäler anzuschauen, in die Menschen viel Arbeit, Herzblut und natürlich auch Geld gesteckt haben, um sie wieder zum Strahlen zu bringen. In diesem Jahr war die Qualität der Bewerbungen so großartig, dass es nur erste und zweite Preise gibt und die Hessen Lotto GmbH ihr Preisgeld aufgestockt hat. Das ist eine wunderbare Entwicklung und zeigt, wie der Denkmalschutz immer mehr an Bedeutung gewonnen hat – auch für die Hessinnen und Hessen. Baudenkmäler und ganze Ensembles, historische Stadtkerne und neu genutzte Bauten der Industriegeschichte tragen zur Urbanität und Lebensqualität in unserem Land bei. Das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger erhält diese Schätze für uns alle – dafür danke ich Ihnen herzlich und wünsche weiterhin viel Schaffenskraft bei der Pflege Ihrer historischen Schätze.“

Den ersten Preis für Institutionen gewann die Kirchengemeinde Sickendorf (Vogelsbergkreis) Hier: Chorfenster in der Heidbergkapelle .
Den ersten Preis für Institutionen gewann die Kirchengemeinde Sickendorf (Vogelsbergkreis) Hier: Chorfenster in der Heidbergkapelle .

Der Hessische Denkmalschutzpreis ist in diesem Jahr mit insgesamt 32.000 Euro dotiert: Statt wie sonst 20.000 Euro stiftet die Lotto Hessen GmbH diesmal 24.500 Euro. Die hessische Lotteriegesellschaft hatte Preis gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen im Jahr 1986 begründet und stellt seitdem das Preisgeld zur Verfügung. Hinzu kommt als eigene Kategorie der Ehrenamtspreis. Das Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro stellt die Hessische Staatskanzlei.

Erster Preis für eine Privatperson

1.Preis für eine Privatperson v.li:Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Achim Karn, Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2019, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.©  Foto: Diether v Goddenthow
1.Preis für eine Privatperson v.li:Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, Achim Karn, Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2019, Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v Goddenthow

Der erste Preis für eine Privatperson geht an Achim Karn. Er hat das Wambolt’sche Schloss in Groß-Umstadt vor dem Verfall bewahrt, indem er es saniert und ihm seine städtebauliche Bedeutung zurückgegeben hat. Durch eine Gastronomie ist das Wamboltsche Schloss wieder in das Alltagsleben der Stadt eingebunden.

Erster Preis für Institutionen

1. Preis für Institutionen für die Kirchengemeinde Allmenrod für ihre Sanierung der Kapelle Heidbergkapelle (vli.):Heinz-Georg Sundermann (Lotto Hessen), Laudator Dr. Burghard Preusler, Ehemalige Diözesanbaumeister u. Leider der Bauabteilung des Bistums Fulda, mit Vertretern/innen der Kirchengemeinde Allmenrod-Sickendorf, Ministerin Angela Dorn und Denkmalamts. ©  Foto: Diether v Goddenthow
1. Preis für Institutionen für die Kirchengemeinde Allmenrod für ihre Sanierung der Kapelle Heidbergkapelle (vli.):Heinz-Georg Sundermann (Lotto Hessen), Laudator Dr. Burghard Preusler, Ehemalige Diözesanbaumeister u. Leider der Bauabteilung des Bistums Fulda, mit Vertretern/innen der Kirchengemeinde Allmenrod-Sickendorf, Ministerin Angela Dorn und Denkmalamts. © Foto: Diether v Goddenthow

Den ersten Preis für Institutionen gewann die Kirchengemeinde Sickendorf (Vogelsbergkreis) für die sensible und zurückhaltende Sanierung der Heidbergkapelle. Mit Hilfe eines Spendenkomitees gelang es der Gemeinde, die idyllisch am Waldrand gelegene kleine Kirche mit ihren prächtigen bunten Glasfenstern instand zu setzen.

Viermal zweiter Preis

2. Preis unter anderem für Anton Schreibweis für die Sanierung seines historischen Fachwerkwerkhauses in  Frankfurt-Höchst Bolongarostr.166.
2. Preis unter anderem für Anton Schreibweis für die Sanierung seines historischen Fachwerkwerkhauses in Frankfurt-Höchst Bolongarostr.166.

Der zweite Preis wurde viermal vergeben: Horst und Lutz von Buttlar haben mit der Sanierung der alten Dorfschule in Herleshausen-Markershausen dazu beigetragen, den historischen Ortskern zu erhalten. Für die behutsame und liebevolle Sanierung des Weinhauses Schultes in Limburg wurde Achim Kramb ausgezeichnet. Anton Schreibweis bekam die Auszeichnung für sein gelungenes Vorhaben, ein Stück historisches Frankfurt-Höchst wieder aufleben zu lassen: Er hat sein Fachwerkhaus in der Bolongarostraße in Höchst liebevoll saniert. Und Wolfgang Lust hat den Alten Schlachthof in Gießen saniert, den Jugendstilcharakter des Industriedenkmals wieder zum Vorschein gebracht und es zum Teil für die Öffentlichkeit geöffnet.

Drei Ehrenamtspreise

Drei Ehrenamtspreise, unter anderem für Henning Hehner und Bruno Schmück sowie der Bürgerinitiative Rumpenheim für ihre  Rettung des Uhrwerks der historischen Turmuhr in der evangelischen Schlosskirche in Offenbach-Rumpenheim.
Drei Ehrenamtspreise, unter anderem für Henning Hehner und Bruno Schmück sowie der Bürgerinitiative Rumpenheim für ihre Rettung des Uhrwerks der historischen Turmuhr in der evangelischen Schlosskirche in Offenbach-Rumpenheim.

Zudem wurden drei Ehrenamtspreise verliehen. Der Arbeitskreis Rückblende – Gegen das Vergessen e.V. hat das Gustav-Hüneberg-Haus in Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg) zu einem außerschulischen Lernort über die regionale deutsch-jüdische Geschichte ausgebaut. Für die Jugendbauhütte der Jugendburg Ludwigstein wurden Dirk Osmers und Jule Stiebing ausgezeichnet. Mit der Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer gaben sie der Burg Ludwigstein in Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) eine neue Bestimmung als Ort der Begegnung und des Lernens. Henning Hehner und Bruno Schmück sowie der Bürgerinitiative Rumpenheim ist es zu verdanken, dass das Uhrwerk der historischen Turmuhr in der evangelischen Schlosskirche in Offenbach-Rumpenheim wieder funktionstüchtig ist und besichtigt werden kann.

Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.©  Foto: Diether v Goddenthow
Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v Goddenthow

„In Zeiten von Globalisierung und Klimawandel ist die Auszeichnung der Preisträger mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis auch ein Statement für das ressourcenschonende Wieder- und Weiterverwenden historischer Baumaterialien“, so Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. „Ausgezeichnet werden Menschen, die sich leidenschaftlich für den Erhalt von Kulturdenkmälern eingesetzt und sich so mit dem Ort und seiner Geschichte verbunden haben. Dies tut nicht nur den Gebäuden, sondern auch den Orten, der Region und ihren Bewohnern gut.“

Dr. Heinz-Georg Sundermann, Geschäftsführer LOTTO Hessen GmbH, ergänzte: „238 Objekte konnten im Zuge der Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises seit 1986 bereits ausgezeichnet werden, weitere kommen heute hinzu. Der Preis soll Engagement belohnen, Leuchtturmobjekte auszeichnen und zukünftige Denkmalinhaber anspornen. Neben dem Preisgeld tragen auch die Erlöse der von LOTTO Hessen angebotenen Rubbellose zum Denkmalschutz in Hessen bei.“

Musikalische Umrahmung vom Feinsten durch das Streichquartett des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen u.a. mit: 12. Adagio – Allegro vivace von Felix Mendelssohn Bartholdy u. aus der Peer-Gynt-Suite In der Halle des Bergkönigs von Edvard Grieg sowie: Libertango von Astor Piazzolla ©  Foto: Diether v Goddenthow
Musikalische Umrahmung vom Feinsten durch das Streichquartett des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen u.a. mit: 12. Adagio – Allegro vivace von Felix Mendelssohn Bartholdy u. aus der Peer-Gynt-Suite In der Halle des Bergkönigs von Edvard Grieg sowie: Libertango von Astor Piazzolla © Foto: Diether v Goddenthow

Ausführliche Informationen zu den Objekten einschließlich Fotomaterial gibt es unter diesem Link. Eine Übersicht der preisgekrönten Projekte finden Sie auch auf www.kunst.hessen.de/Denkmalschutzpreis2019.

Projekte einzeln vorgestellt!

Wiesbadener Fototage – „Grenzgang Fotokunst“ ist der Schwerpunkt des Festivals für zeitgenössische Fotografie vom 17. 08. – 1.09.

logo-wsbn.fototageAus der Pressemeldung: „Grenzgang Fotokunst“ ist das Motto der Wiesbadener Fototage, die vom 17. August bis 1. September bei freiem Eintritt dazu einladen, zeitgenössische Fotografie zu entdecken.

Das Ausloten von Grenzen ist seit jeher immanenter Bestandteil von Fotokunst.

Die 11. Wiesbadener Fototage machen dies nun selbst zum Thema wobei Finnland in diesem Jahr mit 12 vielschichtigen fotografischen Positionen den diesjährigen Länderschwerpunkt bildet.

Die grundsätzliche Fragestellung mit welchen Grenzgängen  -inhaltlichen sowie fotografischen – sich die Fotografen auseinandersetzen bildet den Ausgangspunkt und Kern der Fototage.
Einen weiteren Schwerpunkt stellen die Fotoarbeiten von blinden Fotografen dar.
Zu insgesamt 5 verschiedenen Ausstellungsorten wird das Publikum eingeladen, die jeweiligen Grenzgänge von 57 Fotografen zu entdecken.

Ergebnisse aktueller Fotokunst sind immer daran zu messen, inwieweit sie die Grenzen der Fotografie neu ausloten. Reale Grenzen der Welt und Sichtweisen gehören ebenso dazu wie ästhetische, physische und psychische Grenzen. Das betrifft sowohl reale als auch fiktive Grenzen. Dabei geht es um die grundsätzliche Fragestellung des „So noch nicht Gesehenen“.

Ab 2019 werden die Wiesbadener Fototage durch die Eingliederung in eine Foto-Triennale im Rhein-Main-Gebiet in eine neue Phase eintreten. Gemeinsam mit Frankfurt und Darmstadt wird abwechselnd jedes Jahr ein Fotofestival stattfinden.

Ausstellungsorte:

  • Ministerium für Wissenschaft und Kunst – Rheinstraße 23-25
  • SV SparkassenVersicherung – Bahnhofstraße 69
  • Kunsthaus Wiesbaden – Schulberg 10 (Vernissage am 17.08. um 20.00 Uhr)
  • frauen museum wiesbaden – Wörthstraße 5
  • Rathaus Wiesbaden

Die Veranstalter freuen sich wieder auf die Zusammenarbeit mit der Filmbühne Caligari, in dem sie ihre Reihe „Fotografie im Film“ als erfolgreiche Rahmenprogrammserie der Fototage fortsetzen können.

In diesem Jahr werden bei den Wiesbadener Fototagen zwei Förderpreise von je 1.500,- Euro ausgelobt.
Die Förderpreise, gestiftet von der SV SparkassenVersicherung, werden als Publikums- und Jurypreis ausgeschrieben. Für die Jury konnte zusätzlich Andreas Trampe, jahrelanger Bildchef beim Stern, gewonnen werden.

Wiesbadener Fototage vom 17.8 bis 1.9. 2019
Öffnungszeiten jeweils am Wochenende: Fr. Sa. und So. von 13 bis 18 Uhr.
Der Eintritt ist frei!

Alle Detail-Infos finden Sie hier!