Kategorie-Archiv: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Hessischer Denkmalschutzpreis ehrt Engagement für Kulturschätze Preise im Wert von insgesamt 27.500 Euro vergeben

Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Hessischen Denkmalschutzpreise auf der Freitreppe des Biebricher Schlosses. © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Hessischen Denkmalschutzpreise auf der Freitreppe des Biebricher Schlosses. © Foto: Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute den Hessischen Denkmalschutzpreis 2018 vergeben. In der Rotunde des Biebricher Schlosses ehrte er Privatpersonen und Organisationen, die eine Leidenschaft teilen: Sie haben mit individuelle Lösungen, handwerklich-technischer Qualität und besonderem Engagement Denkmäler restauriert oder erforscht. Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus den Landkreisen Bergstraße, Darmstadt Dieburg, Gießen, Kassel, Limburg-Weilburg, dem Hochtaunuskreis, dem Lahn-Dill-Kreis, dem Main-Kinzig-Kreis, dem Main-Taunus Kreis, dem Odenwaldkreis, Schwalm-Eder-Kreis und der Stadt Frankfurt.

„Wer glaubt, Denkmalpflege sei irrational und sentimental und habe vor allem mit der Vergangenheit und ihren Lasten zu tun, der irrt gründlich. Das Gegenteil ist richtig: Denkmalpflege ist eine Investition in die Zukunft“, betonte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. „Baudenkmäler und ganze Ensembles, historische Stadtkerne und neu genutzte Bauten der Industriegeschichte tragen zur Urbanität und Lebensqualität in unserem Land bei. Das wäre allerdings nicht möglich ohne das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, wie unser Denkmalschutzpreis Jahr für Jahr deutlich macht. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich und wünsche Ihnen weiterhin viel Schaffenskraft bei der Pflege ihrer historischen Schätze.“

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, hier während seines Grußwortes,  hat heute im Schloss Biebrich den Hessischen Denkmalschutzpreis 2018 vergeben.© Foto: Diether v. Goddenthow
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein, hier während seines Grußwortes, hat heute im Schloss Biebrich den Hessischen Denkmalschutzpreis 2018 vergeben.© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Hessische Denkmalschutzpreis ist mit insgesamt 27.500 Euro dotiert, 20.000 Euro stiftet die Lotto Hessen GmbH. Die hessische Lotteriegesellschaft hatte den Hessischen Denkmalschutzpreis gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen im Jahr 1986 ins Leben gerufen und stellt seitdem das Preisgeld zur Verfügung. Hinzu kommt der Ehrenamtspreis, der seit dem vergangenen Jahr als eigene Kategorie vergeben wird. Das Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro stellt die Hessische Staatskanzlei.

Der mit 8.000 Euro dotierte erste Preis für eine Privatperson geht an Dr. Jochen Karl. Er hat ein 1669 erbautes ehemaliges Forsthaus an der Hauptstraße in Staufenberg- Treis restauriert und dabei Inschriften, alte Putze und Schablonenmalereien aus dem 18. und 19. Jahrhundert entdeckt. Mit seiner Arbeit hat Dr. Karl einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität des historischen Ortskerns geleistet, befand die Jury. Den ersten Preis für Institutionen (undotiert) gewann die Evangelische Kirche von Kurhessen für die Renovierung und behutsame Umwandlung des kleinen Sommerschlösschens in Hofgeismar in ein Tagungsgebäude.

Roswitha Bruggaier und Diez Eichler aus Nidderau im Main-Kinzig Kreis freuten sich über den mit 7.000 Euro dotierten zweiten Preis. Sie haben das ehemalige Pfarrhaus in ihrem Wohnort restauriert. Der dritte Preis (5.000 Euro) ehrt den Förderverein Synagoge Schupbach in Beselich im Landkreis Limburg-Weilburg. Die Mitglieder haben das Gebäude vor dem Verfall gerettet und vor allem die aufwändige Deckenmalerei, die einen Sternenhimmel zeigt, wieder zum Vorschein gebracht.

Die Ehrenamtspreise, je dotiert mit 2.500 Euro, belohnten das Engagement der Interessengemeinschaft Jüdischer Friedhof Bad Soden (Main-Taunus-Kreis), den Arbeitskreis Denkmal im Verein für Heimatgeschichte Leun (Lahn-Dill-Kreis) und den Verein Altbergbau Bergstraße-Odenwald. Gewürdigt wurden zudem Projekte in Frankfurt-Höchst, Frankfurt Sachenhausen, Bad Homburg und Homberg Efze.

„Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie vielfältig Denkmalschutz ist. Und auch die Hessische Landesregierung arbeitet mit verschiedenen Mitteln daran, unsere Kulturschätze zu bewahren. So haben wir zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und zur Betonung der ehrenamtlichen Denkmalpflege die Denkmal- Fördermittel um 200.000 Euro auf 8,21 Millionen Euro erhöht. Zudem habe ich im Juni dieses Jahres erstmalig die Auszeichnung ,Denkmal des Monats‘ überreicht, die Denkmäler in den Fokus rückt, über die der Blick sonst vielleicht hinwegschweifen würde. Kulturdenkmäler sind Zeugnisse der Heimat- und Landesgeschichte und identitätsstiftend für die hessischen Bürgerinnen und Bürger. Nicht selten werden sie zudem von ihnen restauriert und gepflegt. Dieses Engagement wollen wir auf vielfältige Art würdigen“, so Kunst- und Kulturminister Boris abschließend.

Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2018

Preisträger: Dr. Jochen Karl, Staufenberg-Treis (Landkreis Gießen)

Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow

Projekt: Ehemaliges Forsthaus
Preis: 1. Preis privat (8.000 Euro)
Mit der Sanierung des ehemaligen Forsthauses in Staufenberg-Treis hat Herr Dr. Karl gezeigt, dass insbesondere „schwierige“ Kulturdenkmäler einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Identität des historischen Ortskernes leisten.

Preisträger: Evangelische Kirche von Kurhessen Waldeck, Hofgeismar (Landkreis Kassel)

Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow

Projekt: Schloss Schönburg
Preis: 1. Preis öffentlich (ohne Preisgeld)
Für ihre behutsame Anpassung des Schlösschens Schönburg an die Anforderungen einer modernen Tagungsstätte und die Wiederherstellung eines homogenen Erscheinungsbildes sowohl der Gebäudehülle als auch der historischen Oberflächen.

Preisträger: Roswitha Bruggaier und Diez Eichler, Nidderau-Windecken (Main-Kinzig-Kreis)

Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow

Projekt: Ehemaliges Pfarrhaus
Preis: 2. Preis (7.000 Euro)
Für die einfühlsame Sanierung und Wiederherstellung des ehemaligen Pfarrhauses in Nidderau-Windecken.

Preisträger: Förderverein Synagoge Schupbach, Beselich-Schupbach (Landkreis Limburg-Weilburg)

Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow

Projekt: Ehemalige Synagoge
Preis: 3. Preis (5.000 Euro)
Dem besonderen Engagement des Fördervereins Synagoge Schupbach ist es zu verdanken, dass die Decke mit ihrem Sternenhimmel nun wieder sicher über dem Betraum verankert ist und künftig als Veranstaltungsort und Treffpunkt für Überlebende aus der ganzen Welt genutzt werden kann.

Projekte: „Zum Goldenen Anker“ u. Ehemalige Scheune Landesfeind

Die Preisträger "Zum Goldenen Anker“ und "Ehemalige Scheune Landesfeind" mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger „Zum Goldenen Anker“ und „Ehemalige Scheune Landesfeind“ mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow

Preisträger: KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft, Rainer Wrenger, Frankfurt-Höchst
Projekt: „Zum Goldenen Anker“
Preis: Würdigung
Für die Instandsetzung des Gebäudes, Bolongarostrasse 156, die auch einen wichtigen Beitrag zur städtebaulichen Denkmalpflege leistet.

Preisträger: Magistrat der Stadt Homberg/Efze, Schwalm-Eder-Kreis
Projekt: Ehemalige Scheune Landesfeind
Preis: Würdigung
Der Umbau der historischen Scheune Landesfeind in eine Kindertagesstätte ist ein wichtiger Beitrag zur Revitalisierung der Altstadt von Homberg-Efze.

Projekte: Ehemalige Bundesschuldenverwaltung und Wohnhaus Mäckler

Die Preisträger "Ehemalige Bundesschuldenverwaltung“ und "Wohnhaus Mäckler" mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger „Ehemalige Bundesschuldenverwaltung“ und „Wohnhaus Mäckler“ mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow

Preisträger: Magistrat der Stadt Bad Homburg (Hoch-Taunus-Kreis)
Projekt: Ehemalige Bundesschuldenverwaltung
Preis: Würdigung
Für die zurückhaltende Herstellung und zeitgemäße Weiterentwicklung des ursprünglichen Erscheinungsbildes des Gebäudes, das nun wieder eine wichtige Funktion im Stadtbild von Bad Homburg hat.

Preisträger: Anna von Lüneburg und Christian Gärtner, Frankfurt-Sachsenhausen
Projekt: Wohnhaus Mäckler
Preis: Würdigung
Für den behutsamen Umgang mit der historischen Bausubstanz bei den umfassenden Renovierungsarbeiten.

Preisträger: Interessengemeinschaft Jüdischer Friedhof Bad Soden

Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow

(Main-Taunus-Kreis)
Projekt: Jüdischer Friedhof
Preis: Ehrenamtspreis (2.500 Euro)
Der Verein Interessengemeinschaft Jüdischer Friedhof in Bad Soden hat vorbildliche Erinnerungsarbeit geleistet und dazu beigetragen, dass ein besonderes Kulturdenkmal nun hervorragend dokumentiert ist.

Preisträger: Arbeitskreis Denkmal im Verein für Heimatgeschichte Leun (Lahn-Dill-Kreis)

Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow

Projekt: Denkmal für die „Helden-Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III.“ und vier Leuner Bürger, gefallen 1870/71
Preis: Ehrenamtspreis (2.500 Euro)
Der intensiven Überzeugungs- und Öffentlichkeitsarbeit des „Arbeitskreises Denkmal“ ist es zu verdanken, dass das historisch bedeutsame Mahnmal und seine Außenanlagen denkmalgerecht saniert wurden.

Preisträger: AG Altbergbau des Vereins Altbergbau Bergstraße-

Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger mit Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Dr. Markus Harzenetter
Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.© Foto: Diether v. Goddenthow

Odenwald, Birkenau (Landkreis Bergstraße)
Projekt: Bergbau im Odenwald
Preis: Ehrenamtspreis (2.500 Euro)
Für seinen Beitrag zur interdisziplinären Kulturlandschaftsforschung.

Die Preisträger des Hessischen Denkmalschutzpreises 2018

Robert Gernhardt Preis 2018 an Julia Wolf und Florian Wacker im Frankfurter Mousonturm verliehen

Robert-Gernhardt-Preisträger: Julia Wolf für ihr Romanprojekt "Alte Mädchen". Florian Wacker für sein Romanprojekt "Dikson". Foto: Diether v. Goddenthow
Robert-Gernhardt-Preisträger: Julia Wolf für ihr Romanprojekt „Alte Mädchen“. Florian Wacker für sein Romanprojekt „Dikson“. Foto: Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute den Robert Gernhardt Preis 2018 vergeben. Im Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm nahmen Julia Wolf und Florian Wacker die Auszeichnung entgegen, die das Land Hessen und die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) gemeinsam vergeben. Der Robert Gernhardt Preis soll Autorinnen und Autoren die Realisierung eines größeren literarischen Vorhabens ermöglichen und ist mit insgesamt 24.000 Euro dotiert. Das Preisgeld teilen sich die Geehrten.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. Foto: Diether v. Goddenthow
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. Foto: Diether v. Goddenthow

„In diesem Jahr gingen so viele Bewerbungen um den Robert Gernhardt Preis ein wie noch nie. Über 100 Autorinnen und Autoren aus ganz Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland bewarben sich mit einem noch nicht vollendeten literarischen Projekt“, stellte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein heraus. „Das ist ein hervorragender Erfolg für die Preisträgerin und den Preisträger – und zeigt, welchen Stellenwert der Robert-Gernhardt-Preis in der literarischen Welt genießt. Ich gratuliere Julia Wolf und Florian Wacker herzlich zu dieser Auszeichnung und wünsche ihnen, dass die Auszeichnung Ansporn ihren Werken Flügel verleiht.“

Juli Wolf. Foto: Diether v. Goddenthow
Juli Wolf. Foto: Diether v. Goddenthow

Julia Wolf erhält die Auszeichnung für ihr Romanprojekt „Alte Mädchen“, den dritten Teil einer Romantrilogie, die die Autorin als eine poetische Erforschung eines kleinbürgerlichen, westdeutschen Milieus versteht. Der Text überzeugte die Jury wegen seiner gelungenen Mischung aus Distanz und Warmherzigkeit. „Sprachlich sicher und mit ungewöhnlichen Mitteln karikiert sie ihre Protagonistinnen nicht, sondern bringt sie ihren Lesern schon auf wenigen Seiten so nah, dass man mehr über diese Frauen wissen will. Dazu trägt die leichthändig und souverän gemeisterte Form des inneren Monologs bei“, so die Jury.

(v.li.) Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Strukturbank Hessen (WiBank), Julia Wolf (Preisträgerin), Florian Wacker (Preisträger), Almut Gehebe-Gernhardt (Witwe von Robert Gernhardt), Boris Rhein, Staatsminister im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.) Dr. Michael Reckhard, Mitglied der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Strukturbank Hessen (WiBank), Julia Wolf (Preisträgerin), Florian Wacker (Preisträger), Almut Gehebe-Gernhardt (Witwe von Robert Gernhardt), Boris Rhein, Staatsminister im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.© Foto: Diether v. Goddenthow

Florian Wacker wird für sein Romanprojekt „Dikson“ ausgezeichnet. Es erzählt vom mysteriösen Verschwinden zweier Teilnehmer einer norwegischen Arktisexpedition zu Beginn der 1920er Jahre. Die Jury überzeugte das Projekt, das souverän Elemente des Abenteuer- und des Kriminalromans mit der Geschichte einer Freundschaft an der Grenze des Todes verbindet. „Florian Wacker weiß Spannung zu erzeugen, verfügt aber auch über die sprachlichen Mittel, die Verschmelzung von Realität und albtraumartiger Phantasie im Todeskampf der Verschollenen darzustellen“, heißt es in der Begründung.

"Der Chor", mit vertonten Robert Gernhardt-Gedichten, unter Leitung von Michael Weber. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Der Chor“, mit vertonten Robert Gernhardt-Gedichten, unter Leitung von Michael Weber. © Foto: Diether v. Goddenthow

„Zur zehnten Verleihung des Robert Gernhardt Preises fällt unsere Bilanz sehr gut aus: Elf Autoren und acht Autorinnen konnten bisher davon profitieren, neun Romane und vier Lyrikbände sind erschienen. Wir können stolz sein auf diese Bibliothek, die jährlich wächst. Und auch in Zukunft werden wir die Literaturförderung weiter ausbauen: So haben wir in diesem Jahr erstmals den Hessischen Verlagspreis verliehen, der die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen würdigt. Zudem ist das Land Hessen 2018 zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Hessische Literaturinstitutionen können sich und ihre Programme präsentieren, kleine Verlage, die sonst nicht auf der Messe vertreten wären, ihr neues Programm vorstellen. Ich lade alle lesebegeisterten Hessinnen und Hessen ein, mit uns in die Welt der Literatur einzutauchen“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Ausstellungsumfeld für antiken römischen Pferdekopf Exponat wird erstmals öffentlich bei Familientag am Sonntag, 19.08.2018, präsentiert

Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)
Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)

Bad Homburg. Der rund 2000 Jahre alte antike Pferdekopf aus vergoldeter Bronze, der 2009 bei archäologischen Grabungen in Lahnau-Waldgirmes gefunden wurde, ist ab Sonntag, 19. August, erstmals öffentlich zu sehen. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein hat heute auf der Saalburg die neue Dauerausstellung zu den Funden in Waldgirmes, deren Höhepunkt der Pferdekopf ist, vorab den Medien präsentiert.

Weit über die Grenzen Hessens bekannt
Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein: „Das Römerkastell Saalburg ist weit über die Grenzen Hessens hinaus bekannt und bietet mit seiner Expertise ein ideales Ausstellungsumfeld für den römischen Pferdekopf: Es ist das Vermittlungszentrum für die Provinzialrömische Archäologie in Hessen, Standort des Informationszentrums für die UNESCO-Welterbestätte Limes und widmet sich als einziges Museum in Hessen ausschließlich der Römerzeit. Aufgrund dieser ausgezeichneten Gegebenheiten ist die Saalburg für den Pferdekopf der ideale Ausstellungsort. Es ist daher eine Win-Win-Situation für alle. Denn die Saalburg ist mit dem Pferdekopf um eine Attraktion reicher.“

Teil einer Reiterstatue
Der 59 Zentimeter lange und 15 Kilogramm schwere Kopf, der Teil einer Reiterstatue gewesen ist, auf der vermutlich Kaiser Augustus saß, bildet den inhaltlichen und gestalterischen Höhepunkt der neuen Dauerausstellung über das römische Waldgirmes. In den zurückliegenden Jahren ist die Dauerausstellung der Saalburg überarbeitet und modernisiert worden. Dabei wurde die künftige Präsentation des Pferdekopfes aus Waldgirmes bereits berücksichtigt. Ein wandhohes Banner verdeutlicht die Größe der einst lebensgroßen Statue, von der neben dem Pferdekopf auch der linke Fuß und ein Stück des Zaumzeuges gefunden wurden. Ein großes Banner gibt einen Eindruck von den aufwändigen Grabungsarbeiten und den technischen Schwierigkeiten, die damit verbunden waren, in elf Metern Tiefe am Boden eines Brunnenschachts den Pferdekopf aus einem Holzfass zu bergen.

Guter allgemeiner Erhaltungszustand
Das feuchte Milieu unter Sauerstoffausschluss hat zu einem relativ guten allgemeinen Erhaltungszustands der vergoldeten Bronze geführt. Allerdings war es sehr schwierig, die an vielen Stellen der Oberfläche abgelagerten Korrosionsprodukte der Bronze auf der Goldschicht zu entfernen, denn die Vergoldung ist nur hauchdünn. An manchen Stellen mussten die Restauratoren die Oberfläche mit einem Acrylharz festigen und zum Abschluss der Restaurierung die gesamte Oberfläche mit einem dünnen Schutzüberzug aus Acrylharz versehen. Eine neuerliche Vergoldung der weiteren Teile wurde bewusst nicht vorgenommen. Die Restaurierungskosten inklusive sämtlicher Begleitanalytik belaufen sich auf 75.000 Euro.

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein und Dr. Carsten Amrhein, Direktor des Römerkastells, enthüllen den Pferdekopf. Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)
Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein und Dr. Carsten Amrhein, Direktor des Römerkastells, enthüllen den Pferdekopf. Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)

Lebendigkeit und Plastizität
„Den Restauratoren muss ich ein ganz großes Lob aussprechen. Denn ohne ihre äußerst präzise Feinarbeit könnten wir den Pferdekopf jetzt nicht in so einem hervorragenden Zustand bewundern“, sagte Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein, der zudem begeistert über die präzise Gestaltung der Statue ist. „Schon auf den ersten Blick sieht man die große Lebendigkeit und Plastizität, mit der Aufbau und Erscheinung des Kopfes vom Bildhauer erfasst wurden – und das, obwohl die Herstellung des Reiterstandbildes auf die Zeit zwischen 4 v. Chr. und 16 n. Chr. geschätzt wird. Das ist wirklich sehr beeindruckend.“ Die Wiedergabe der einzelnen Details von Muskelsträngen, Nüstern und Augenbildung zeuge von großem handwerklichen Geschick und künstlerischer Auffassungsgabe.

Minister Rhein dankte bei dieser Gelegenheit auch der Kulturstiftung der Länder für ihre Bereitschaft, das Land Hessen bei der Sicherung des Pferdkopfs zu unterstützen.

Zeitstrahl hilft bei der Einordnung
Ausgangspunkt der inhaltlichen Konzeption der neuen Dauerausstellung, die in enger Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Ausgräbern der Römisch-Germanischen Kommission und den Museumspädagogen der Saalburg erarbeitet wurde, ist die historische Verortung des bedeutenden Fundplatzes Waldgirmes zum Ausstellungsort Römerkastell Saalburg. Denn Waldgirmes lag außerhalb der Grenzen des damaligen römischen Reiches. Daher gibt es zu Beginn der Ausstellung einen Zeitstrahl an der Wand zu sehen, der bei der Einordnung der Abfolge der historischen Epochen helfen soll. Dazu werden vorrömische Funde präsentiert, ebenso wie steinzeitliche Funde, Objekte aus der Bronzezeit und der Eisenzeit sowie aus der Kultur der Kelten und der Merowinger. Einige sind in der unmittelbaren Umgebung der Saalburg gefunden worden.

Fundstätte wird gezeigt
Zwei Räume sind gänzlich dem römischen Waldgirmes gewidmet. Mittels einer Landschaftsfotografie des modernen Waldgirmes, in das die Rekonstruktion der römischen Siedlung maßstabsgerecht eingefügt ist, sollen die Besucherinnen und Besucher einen Eindruck von der Fundstätte bekommen. „Dadurch bekommt man erst einen Eindruck von den Dimensionen des Areals, die man ohne Veranschaulichung gar nicht erahnen kann“, zeigt sich Minister Rhein beeindruckt. Etwa 4,4 der insgesamt 8 Hektar großen Siedlung, die vermutlich im Zusammenhang mit der für die Römer katastrophalen Niederlage in der Varusschlacht 9 n. Chr. zerstört wurde, sind zwischen 1993 und 2012 ausgegraben worden. In Vitrinen sind die wichtigsten Fundgattungen wie Keramik, Werkzeuge und Geräte aus Eisen sowie besondere Einzelfunde zu sehen. Dazu kommen Schriftquellen, Fundmünzen oder Holzfragmente, die zur historischen Datierung der Siedlung herangezogen wurden.

3D-Film und Objekte zum Anfassen
Auch wenn die Ausstellung so konzipiert ist, dass die Exponate selbst im Vordergrund stehen, sollen zusätzliche Angebote beim Betrachten und Verstehen helfen. Es gibt Objekte zum Anfassen und Großfotos einiger Objekte ermöglichen eine genaue Betrachtung aller Details. Ferner bieten Touchscreens die Möglichkeit, vertiefende Informationen zu erhalten. Unter anderem gibt es einen 3D-Animationsfilm, in dem anschaulich das ganze Gelände virtuell rekonstruiert wurde. Ein Blick in die rekonstruierte Werkstatt der Bronzegießer macht den Herstellungsprozess einer Bronzestatue verständlich. Auch Hörstationen, in denen Interviews mit Ausgräberin und Restauratorin zu hören sind, gehören zur modernen Gestaltung der Schau. Es soll bei der Konzeption nämlich nicht nur um die Präsentation der Fundstücke gehen, sondern auch um deren Erforschung.

Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein mit Römischen Pferderkopf. Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)
Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein mit Römischen Pferderkopf. Foto: wissenschaft.hessen.de (Christoph Schlein)

Pferdekopf geht auf Reisen
In einem anderen Umfeld wird der Pferdekopf ab Mitte November zu sehen sein. Das Exponat wird dann für sechs Wochen nach Berlin ausgeliehen. Im Martin-Gropius-Bau läuft anlässlich des Europäischen Jahres des kulturellen Erbes ab Ende September die Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“, eine Sonderausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Kooperation mit dem Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland. Gezeigt werden hochrangige Exponate aus allen Bundesländern.

Familientag auf der Saalburg
Zuerst ist der Fund jedoch in seiner Heimat Hessen zu sehen. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein eröffnet am Sonntag, 19. August, den Familientag auf der Saalburg, bei dem Besucherinnen und Besucher erstmals selbst die Funde besichtigen können. Das Römerkastell bietet an dem Tag von 10 bis 17 Uhr zusätzlich ein umfangreiches Begleitprogramm an. Unter anderem werden Mitarbeiter der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen beispielhaft ihre Arbeit vorstellen, es gibt eine Bildpräsentation zu den Ausgrabungen und Römer zeigen, wie Metallhandwerker gearbeitet haben und Brot gebacken wurde. Zudem werden regelmäßig Führungen durch die neue Dauerausstellung angeboten und für Kinder gibt es eigene Programmpunkte wie zum Beispiel ein Training zum Bilden der berühmten Formation der Schildkröte (Testudo) mit Übungsschilden. Zu der neuen Ausstellung ist auch ein neuer Museumsführer mit dem Titel „Rom in Germanien. Waldgirmes – Dauerausstellung im Römerkastell Saalburg“ erschienen.

„Die Saalburg ist schon immer einen Besuch wert gewesen. Aber mit dem Pferdekopf und den anderen Funden aus Waldgirmes ist ein Besuch noch interessanter geworden“, ermuntert Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein zu einem Ausflug in den Hochtaunus. Die neue Dauerausstellung im Römerkastell ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, zwischen November und Februar dienstags bis sonntags von 9 bis 16 Uhr.

Da das Parkplatzangebot auf der Saalburg begrenzt ist, empfiehlt die Saalburg, für den Familientag am Sonntag wenn möglich, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Die Buslinie 5 fährt an diesem Tag von Bad Homburg aus jede halbe Stunde zur Saalburg. Der erste Bus fährt ab Bad Homburg Bahnhof Richtung Saalburg um 9.25 Uhr, der letzte von der Saalburg nach Bad Homburg Bahnhof um 18.46 Uhr.

Ob das Land Hessen in der juristischen Auseinandersetzung vor dem Landgericht Limburg um eine angemessene Entschädigung für den Landwirt, auf dessen Grundstück 2009 der Pferdekopf gefunden wurde, Berufung vor dem Oberlandesgericht Frankfurt einlegt, ist noch nicht entschieden. Das Gericht hatte am 27. Juli in erster Instanz entschieden, dass das Land Hessen dem Landwirt neben bereits gezahlten 48.000 Euro weitere 773.000 Euro zahlen muss.

Weitere Infos zur Saalburg

Land Hessen fördert Kinofilm „Crescendo“ mit 350.000 Euro Setbesuch in Wiesbaden mit Peter Simonischek, Daniel Donskoy und Bibiana Beglau

Land Hessen fördert Kinofilm „Crescendo“ mit 350.000 Euro
Setbesuch in Wiesbaden mit Peter Simonischek, Daniel Donskoy und Bibiana Beglau

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute die Dreharbeiten zum Kinofilm „Crescendo“ im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden besucht. Die Hallen sind neben der Goethe-Universität und dem Flughafen in Frankfurt sowie dem Theater Rüsselsheim Drehorte in Hessen für das Drama um ein israelisch-palästinensisches Jugendorchester. Weitere Schauplätze sind in Südtirol und Israel.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Dass gleich mehrere hessische Städte für diesen Film als Drehorte ausgewählt wurden, zeigt, welche Vielfalt an Locations Hessen zu bieten hat. Das ist eine tolle Imagewerbung für unser Bundesland.“

Das Projekt, das von Dr. Alice Brauner produziert wird und in dem Dror Zahavi Regie führt, wird unter anderem von HessenFilm und Medien mit 350.000 Euro gefördert. In der Hauptrolle ist Peter Simonischek, bekannt aus „Toni Erdmann“, als Dirigent zu sehen. Es ist damit das dritte Engagement des Österreichers in Zusammenarbeit mit HessenFilm, nach den Filmen „Die Welt der Wunderlichs“ und „Nur Gott kann mich richten“. Daniel Donskoy gibt in der jugendlichen Hauptrolle sein Kinodebüt. Außerdem stehen Bibiana Beglau, Sabrina Amali und Götz Otto vor der Kamera in der Produktion von CCC Filmkunst.

Der Film hat neben den Drehorten noch einen weiteren hessischen Bezug: Die Neue Philharmonie Frankfurt übernimmt den Part des Jugendorchesters in dem Film. „Wir fördern als Land Hessen nicht nur regelmäßig Filmproduktionen, sondern auch den musikalischen Nachwuchs. Mit einem Kinofilm bekommt die Neue Philharmonie Frankfurt noch einmal eine ganze andere Plattform geboten, um ihr Talent zu zeigen“, freut sich Kunst- und Kulturminister Boris Rhein über die Auswahl des Ensembles.

Zum Film: Im Rahmen von Friedensverhandlungen zwischen Diplomaten aus Israel und Palästina soll in Südtirol ein Konzert eines Jugendorchesters junger Palästinenser und Israelis unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Die Jugendlichen wollen die Friedensbemühungen, die in ihrem Mikrokosmos bereits gefruchtet haben, nicht aufgeben und sehen nach und nach im gemeinsamen Zueinanderfinden und Musizieren einen ersten Weg zur Überbrückung von Hass, Intoleranz und Terror. Hat die Musik die Kraft, trotz der vielen Herausforderungen und Hindernisse Brücken zwischen den jungen Menschen verschiedener Religionen und verhasster Nationalitäten zu bauen?

Im Jahr 2017 standen den Filmschaffenden und hessischen Filminstitutionen zehn Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung, wovon fünf Millionen Euro aus dem Etat des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst kamen, vier Millionen Euro aus Garantiemitteln aus dem Finanzministerium sowie 750.000 Euro vom Hessischen Rundfunk und 250.000 Euro vom ZDF. In 2018 wurde die Förderung auf 11,5 Millionen Euro aufgestockt. Gefördert werden unter anderem Filmproduktionen, Kinos sowie Festivals.

Land Hessen fördert Festivals und Filmreihen mit rund 118.000 Euro

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute bekannt gegeben, dass das Land Hessen in der ersten Abspiel-Förderrunde des Jahres fünf Festivals, acht Filmreihen sowie zwei Veranstaltungen mit rund 118.000 Euro fördert. Dies ist das Ergebnis intensiver Beratungen der aus Fachleuten zusammengesetzten Jury unter der Leitung des Geschäftsführers der HessenFilm und Medien GmbH, Hans Joachim Mendig.

 © Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Die hessische Kino- und Festivalkultur bereichert die Kulturlandschaft in Hessen. Wir wollen die Institutionen des Films in Hessen halten und fördern. Mit der Förderung in Höhe von 118.000 Euro können wir die Festivals in ihrer Bandbreite erhalten und stärken. Die Hessische Landesregierung ist stolz auf die vielfältige, bunte Festivallandschaft in Hessen, die in Deutschland in diesem Umfang einmalig ist.“

Unter den Festivals sind beispielsweise der mit 24.000 Euro geförderte „kinoSommer Hessen“. Die Reihe funktioniert hessische Ausflugsziele zu Kinos um und zeigt große Filmkunst vor historisch und architektonisch reizvollen Kulissen. 20.000 Euro gehen an die 18. Ausgabe des Türkischen Filmfestivals in Frankfurt, einen Botschafter der türkischen Filmkultur, der die Nationen miteinander verbindet. Auch das „QUEER Filmfest Weiterstadt“ profitiert von der Förderung: Das Land Hessen gibt 4.500 Euro für das bunte Film-Event, das traditionelle Denk- und Sehgewohnheiten hinterfragt. Das „WMK – Wir machen Kino“, gefördert mit 5.500 Euro, konzentriert sich hingegen auf Filmvorführungen für Kinder und Jugendliche. In der Jury unter Vorsitz von Hans Joachim Mendig (Geschäftsführer HessenFilm und Medien) entschieden Maike Mia Höhne, Iris Praefke und Christiane Schleindl.

„Die Bandbreite der geförderten Reihen und Festivals zeigt, welch abwechslungsreiche Filmlandschaft wir in Hessen zu bieten haben. Und das ist auch das Ziel unserer Förderung: mehr Menschen, vor allem Jugendliche, für den kulturell anspruchsvollen Film zu gewinnen. Dabei arbeiten wir Hand in Hand mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Denn ohne ihre tatkräftige Unterstützung wären solche Festivals kaum zu realisieren“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Die Förderentscheidungen im Überblick:

Reihen und Veranstaltungen

365 Tage Dokumentarfilm – Das Kasseler Dokfest das ganze Jahr präsent
Antragsteller/in: Filmladen Kassel e.V.
Fördersumme: 5.000 Euro
Ort: Kassel

Días de Cine Filmfest
Antragsteller/in: Café Azul e.V.
Fördersumme: 4.000 Euro
Ort: Frankfurt

Hessen Film Tour 2018
Antragsteller/in: Film- und Kinobüro Hessen e.V.
Fördersumme: 9.500 Euro
Ort: Frankfurt

kinoSommer Hessen 2018
Antragsteller/in: Film- und Kinobüro Hessen e.V.
Fördersumme: 24.000 Euro
Ort: Frankfurt

Kurz und hessisch 2018
Antragsteller/in: Film- und Kinobüro Hessen e.V.
Fördersumme: 7.600 Euro
Ort: Frankfurt

Mobiles Kino Hanau – Kino-Highlights on Tour
Antragsteller/in: Cine-Max GmbH
Fördersumme: 15.000 Euro
Ort: Hanau

Open Air Kino Ginsheim-Gustavsburg
Antragsteller/in: Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Fördersumme: 1.280 Euro
Ort: Ginsheim-Gustavsburg

Randfilm-Nights
Antragsteller/in: Randfilm e.V. Kassel
Fördersumme: 5.000 Euro
Ort: Kassel

WMK – Wir machen Kino: Filmfest für Kinder und Jugendliche
Antragsteller/in: Capitol Kino Witzenhausen
Fördersumme: 5.500 Euro
Ort: Witzenhausen

Wochenende des Stummfilms
Antragsteller/in: Filmlanden Kassel e.V.
Fördersumme: 6.000 Euro
Ort: Kassel

Festivals

8. Türkisches Filmfestival
Antragsteller/in: Transfer zwischen den Kulturen e.V.
Fördersumme: 20.000 Euro
Ort: Frankfurt

22. QUEER Filmfest Weiterstadt
Antragsteller/in: Kommunales Kino
Fördersumme: 10.000 Euro
Ort: Weiterstadt

3. Kurzfilmfestival
Antragsteller/in: Stadt Ginsheim-Gustavsburg
Fördersumme: 1.210 Euro
Ort: Ginsheim-Gustavsburg

Hungry Eyes Festival
Antragsteller/in: Kunstrasen Gießen e.V.
Fördersumme: 2.000 Euro
Ort: Gießen

Randfilmfest 2018
Antragsteller/in: Randfilm e.V. Kassel
Fördersumme: 7.000 Euro
Ort: Kassel

Robert Gernhardt Preis 2018 geht an Julia Wolf und Florian Wacker

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Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat die Jury-Entscheidung für den Robert Gernhardt Preis 2018 bekannt gegeben. Julia Wolf und Florian Wacker erhalten die gemeinsam vom Land Hessen und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) ausgelobte Auszeichnung und teilen sich das Preisgeld in Höhe von 24.000 Euro. Beide Gewinner haben Hessenbezug: Julia Wolf wurde in Groß-Gerau geboren und wuchs in Südhessen auf, Florian Wacker lebt und arbeitet in Frankfurt. Der Robert Gernhardt Preis soll Autorinnen und Autoren die Realisierung eines größeren literarischen Vorhabens ermöglichen.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Ich gratuliere Julia Wolf und Florian Wacker herzlich zum Robert Gernhardt Preis 2018. Die Auszeichnung ist eine hervorragende Basis für eine erfolgreiche Schriftsteller-Karriere und hilft den Autorinnen und Autoren, ihre im Entstehen begriffenen Romane zu vollenden und zu veröffentlichen. Die über 100 Bewerbungen zeigen zudem eindrücklich seinen hohen Stellenwert innerhalb der Literaturpreise.“

Auch dankte der Minister der WIBank für die Bereitstellung des Preisgeldes und ihr kontinuierliches Engagement in der hessischen Literaturförderung.

„In Zeiten, in denen ein Miteinander und Füreinander immer stärker verteidigt werden muss, kann Literatur dabei helfen, die Menschen wieder näher zusammenzubringen. Denn indem wir uns mit unterschiedlichen Geschichten auseinandersetzen, lernen wir andere Perspektiven kennen und entwickeln mehr Verständnis füreinander. Mit dem Robert Gernhardt Preis leistet die WIBank seit einer Dekade dazu einen Beitrag und freut sich auch in diesem Jahr wieder, eine Preisträgerin und einen Preisträger bei der Vollendung ihrer Werke unterstützen zu können“, so Dr. Michael Reckard, Mitglied der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen.

Julia Wolf erhält die Auszeichnung für ihr Romanprojekt „Alte Mädchen“, den dritten Teil einer Romantrilogie, die die Autorin als eine poetische Erforschung eines kleinbürgerlichen, westdeutschen Milieus versteht. Der Text überzeugte die Jury wegen seiner gelungenen Mischung aus Distanz und Warmherzigkeit. „Sprachlich sicher und mit ungewöhnlichen Mitteln karikiert sie ihre Protagonistinnen nicht, sondern bringt sie ihren Lesern schon auf wenigen Seiten so nah, dass man mehr über diese Frauen wissen will. Dazu trägt die leichthändig und souverän gemeisterte Form des inneren Monologs bei“, so die Jury.

Florian Wacker wird für sein Romanprojekt „Dikson“ ausgezeichnet. Es erzählt vom mysteriösen Verschwinden zweier Teilnehmer einer norwegischen Arktisexpedition zu Beginn der 1920er Jahre. Die Jury überzeugte das Projekt, das souverän Elemente des Abenteuer- und des Kriminalromans mit der Geschichte einer Freundschaft an der Grenze des Todes verbindet. „Florian Wacker weiß Spannung zu erzeugen, verfügt aber auch über die sprachlichen Mittel, die Verschmelzung von Realität und albtraumartiger Phantasie im Todeskampf der Verschollenen darzustellen“, heißt es in der Begründung.

Der Robert Gernhardt Preis 2018 wird am 28. August 2018 in einer Feierstunde in Frankfurt am Main verliehen.

Der erste Hessische Verlagspreis geht an Verlage aus Kassel und Marburg

Wie die Pressestelle des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst heute meldet, hat Kunst- und Kulturminister Boris Rhein die Sieger des Hessischen Verlagspreis 2018 bekannt gegeben. Hauptpreisträger ist der 2007 in Kassel gegründete Verlag für grafisches Erzählen ROTOPOL. Den Nachwuchspreis für Gründer erhält der Büchner-Verlag in Marburg, der im vergangenen Jahr von einem neuen Team übernommen wurde. Der Preis ist insgesamt mit 20.000 Euro dotiert: Auf den Hauptpreis entfallen 15.000 Euro, auf den Gründerpreis 5.000 Euro. Das Land Hessen hat gemeinsam mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. den Hessischen Verlagspreis in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt.

Viele gute Bewerbungen
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Uns haben viele Bewerbungen von Verlagen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten und Konzepten erreicht. ROTOPOL und der Büchner-Verlag konnten die Jury von sich überzeugen. Ich gratuliere den Preisträgern zu diesem Erfolg und bin sicher, dass der Preis dazu beiträgt, die vielversprechende Arbeit der Verlage noch weiter auszubauen.“

Barbara Jost, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins, ergänzt: „Beide Verlage haben ihre Auszeichnung verdient, wenngleich die Jury hier keine leichte Aufgabe hatte. Die Bewerbungen haben gezeigt, wie vielfältig die hessische Verlagslandschaft ist und mit welcher Leidenschaft, aber vor allem mit welcher Profession die Verlage arbeiten. Der Verlagspreis setzt hier genau den richtigen Fokus und würdigt die kreative Verlagsarbeit in ganz Hessen. Dieses Jahr geht unser Glückwunsch also nach Kassel und Marburg“.

Ausschreibung richtet sich an kleine Verlage
Bewerben konnten sich alle unabhängigen Verlage mit Firmensitz in Hessen, deren jährlicher Umsatz unter 2 Millionen Euro liegt. Die Ausschreibung richtete sich an alle Verlagssparten (Belletristik, Lyrik & Sachbuch, Fachbuch & Wissenschaft sowie Kunst- & Regionalbuch). Die Jury bewertete Verlagsstrategie und das Gesamtprogramm, nicht einzelne Bucherfolge oder bekannte Autoren. Mitglieder sind Siv Bublitz (S. Fischer), Jutta Leimbert (Buchhandlung Vaternahm, Wiesbaden), Katharina Hesse (Stiftung Buchkunst), Florian Balke (FAZ), Ute Schwens (Deutsche Nationalbibliothek), Björn Jager, (Hessisches Literaturforum) und Bärbel Schäfer (Autorin, Journalistin, Moderatorin).

Kasseler Verlag mit „bemerkenswertem Durchhaltevermögen“
In der Jurybegründung zum Hauptpreis heißt es: „Mit Rotopol aus Kassel ehrt die Jury einen Verlag mit einer ganz besonderen Ausrichtung, einer außerordentlich klaren Vorstellung vom eigenen Tun und bemerkenswertem Durchhaltevermögen. Das vor zwölf Jahren gegründete und seit elf Jahren an der Kasseler Friedrich-Ebert-Straße ansässige Unternehmen setzt auf grafische Erzählformen und bringt Bücher zwischen Comic und Illustration heraus. Sein ungewöhnliches Geschäftsmodell kreist um die Werkstatt und Ladengalerie des Verlags, setzt auf eine möglichst enge Zusammenarbeit mit den Autoren und sucht mit regelmäßigen Veranstaltungen die Nähe zum Kunden. Rotopol verbindet Verlegerisches, Künstlerisches und Marketing in gekonnter Weise. Die Konsequenz, mit der die beiden derzeitigen Leiterinnen des Unternehmens am einmal eingeschlagenen Weg festhalten, ist beispielhaft für den Umgang mit den Herausforderungen, denen sich die Buchbranche zurzeit gegenübersieht. Rotopol reagiert auf die Veränderungen im Geschäft mit Büchern mit einer Kombination aus Einfallsreichtum, sorgfältiger Arbeit und persönlichem Engagement, die die Branche in Zukunft immer stärker prägen wird. Dieser Verlag will neue Wege gehen und sich und seine Leser überraschen. Es gelingt ihm: Seine Titel sind eine Liebeserklärung an das, was die Künste und die Buchbranche können.“

„Mut und Tatkraft“ aus Marburg
Zur Wahl des Gründerpreises sagt die Jury: „Mit dem Marburger Büchner-Verlag zeichnet die Jury ein Verlagshaus aus, das vier abenteuerlustige Angestellte eines anderen Unternehmens im Sommer vorigen Jahres übernommen haben. Mit Mut und Tatkraft haben sie sich selbstständig gemacht und einen Verlag erworben, den sie ihren eigenen Vorstellungen gemäß umgestalten wollen. In kurzer Zeit ist es ihnen gelungen, dem Programm ein geschärftes Profil zu geben. Mit der Zuerkennung des Gründerpreises ehrt die Jury neben dem beherzten Bekenntnis der vier zur Zukunft der Buchbranche auch den Rückgriff auf das alt-ehrwürdige, von den neuen Besitzern wiederentdeckte genossenschaftliche Betriebsmodell des Verlags.“

Preis fördert Verlage
„Der Verlagspreis ist Teil einer Initiative zur Verlagsförderung des Landes Hessen und des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. Wir wollen damit die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen würdigen, sie unterstützen und erhalten. Zudem wirft die Auszeichnung Licht auf eine Branche, die die Digitalisierung vor besondere Herausforderungen stellt. An unseren Lesegewohnheiten von morgen wird heute in den Verlagen getüftelt – insofern ist unser Verlagspreis auch ein Zukunftspreis“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Die Preise werden in einer Feierstunde am 22. Juni 2018 in Wiesbaden verliehen.

Online-Umfrage zur Kultur in Hessen startet

Befragung richtet sich an alle kulturinteressierten Bürgerinnen und Bürger

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein lädt alle Kulturinteressierten ein, an der Online-Umfrage zum Thema Kultur in Hessen teilzunehmen. Der Fragebogen folgt auf den Kulturatlas Hessen, den der Minister im April vorgestellt hat. Er stellt einen weiteren Schritt zu einem Masterplan Kultur dar, der im Dialog mit den Kulturakteuren entstehen soll.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Ziel der Hessischen Landesregierung ist es, die einzigartige Kulturlandschaft Hessens auch weiterhin zu sichern und weiterzuentwickeln. Mit dem Kulturatlas haben wir die erste umfassende Bestandsaufnahme der staatlichen Kulturförderung vorgelegt. Nun gilt es, auch die kulturinteressierten Bürgerinnen und Bürger zu beteiligen: Die Umfrage soll uns zum Beispiel zeigen, wo noch mehr Informationsbedarf herrscht, welche Angebote ausgebaut werden müssen und in welchen Sparten Änderungsbedarf besteht.“

Die Umfrage zur Kultur in Hessen ist ab sofort auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst unter kunst.hessen.de/kulturatlas freigeschaltet. Sie richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende, Beschäftigte von Kulturverwaltungen und alle weiteren kulturinteressierten Menschen. Gefragt wird zum Beispiel nach ihrer Einschätzung zur hessischen Kulturlandschaft, zur Förderpolitik, zum Ehrenamt und zur Digitalisierung im Kulturbereich, zur Kulturellen Bildung und zur künftigen Entwicklung der Sparten.

Die Datenerhebung erfolgt anonym, die Teilnahme ist freiwillig und dauert etwa zehn bis 15 Minuten. Die Befragung wird bis zum 31. August 2018 freigeschaltet sein. Danach beginnt die Auswertung.

Der Kulturatlas Hessen, der der Umfrage vorausging, ist mittlerweile in gedruckter Form an fast 400 Personen, Institutionen, Initiativen, Interessenvertretungen, Dachverbände, staatliche und kommunale Einrichtungen, kommunale Spitzenverbände, Ministerien und Ämter verteilt worden. Er liefert nach Kultursparten geordnete Informationen zu den kulturellen Aktivitäten, die das Land Hessen gefördert hat, und bietet eine Übersicht über die Grundsätze der Kulturpolitik Hessens. Zudem beschreibt er die Kulturförderung in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen. Dabei liegt der Fokus auf dem demografischen Wandel, dem ländlichen Raum und Ehrenamt. Eine kostenlose Version steht auf der Website zum Download bereit.

„Das Feedback zu unserem Kulturatlas war bisher positiv. Nun bin ich gespannt auf die Ergebnisse und Anregungen, die unsere Umfrage hervorbringen wird – und freue mich über eine rege Beteiligung. Je mehr Menschen teilnehmen, desto repräsentativer, aussagekräftiger und verwertbarer ist das Ergebnis“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Hessischer Hochschulpreis von insgesamt 115 000 Euro für Exzellenz in der Lehre ehrt herausragende Lehr- und Lernkonzepte

Die Preisträger des Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2018 im SENCKENBERG BIODIVERSITÄT UND KLIMA FORSCHUNGSZENTRUM (SBIK-F), Frankfurt, am 17. Mai 2018 © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Preisträger des Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre 2018 im SENCKENBERG BIODIVERSITÄT UND KLIMA FORSCHUNGSZENTRUM (SBIK-F), Frankfurt, am 17. Mai 2018
© Foto: Diether v. Goddenthow

Wiesbaden/Frankfurt. Gestern Abend verlieh Wissenschaftsminister Boris Rhein  in einer Feierstunde im Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum (SBiK-F) den insgesamt mit 115.000 Euro dotierten Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre 2018  in mehreren Kategorien.
Den 1. Projektpreis in Höhe von 60.000 Euro erhielt das Schwerpunktcurriculum „Global Health“ der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zwei weitere Projekte in dieser Kategorie wurden mit insgesamt 45.000 Euro ausgezeichnet. Der Preis für eine studentische Initiative in Höhe von 10.000 Euro erhielten sieben Studierende der Universität Kassel für ihre englischsprachige Ringvorlesung „Climate Change, Migration And Violent Extremism: The United Nations’ Role In Preventing Conflicts Spurred By The Challenges Of Our Time“.

Praxisnahe Lehrkonzepte
Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich zu ihrem Erfolg. Ihre Lehrkonzepte sind sehr praxisnah und greifen auf unterschiedliche Weise zukunftsweisende Themen auf. Sie ermöglichen Studierenden neue Blickwinkel auf aktuelle Probleme und kombinieren den theoretischen Lernstoff hervorragend mit Fragestellungen der Praxis, die für die jeweiligen späteren Tätigkeitsfelder der Studierenden relevant sind.“

1. Projektpreis: Medizin in einer globalisierten Welt

Preisträger des 1. Projektpreises: Medizin in einer globalisierten Welt. © Foto: Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokuns
Preisträger des 1. Projektpreises: Medizin in einer globalisierten Welt. © Foto: Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokuns

Der mit 60.000 Euro dotierte 1. Projektpreis ging an Dr. Michael Knipper, Prof. Dr. Rolf Korte, Annika Hartmann, Prof. Dr. Volker Roelcke, Svenja Hemmer, Thomas Gerhardus und Christine Hofstetter von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das Schwerpunktcurriculum „Global Health“ vermittelt angehenden Ärztinnen und Ärzten neben sozialen, kommunikativen und kulturellen Kompetenzen eine breit angelegte, interdisziplinäre Perspektive auf Gesundheit, Medizin und ärztliches Handeln in der globalisierten Welt von heute. Die Lehrinhalte umfassen neben verschiedenen Gesundheitswissenschaften wie Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie auch Kultur- und Sozialwissenschaften. Auch Medizinethik sowie das Thema „Menschenrechte“ werden in enger Kooperation mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft und der „Refugee Law Clinic“ behandelt. Aus der „globalen“ Perspektive wird die Aufmerksamkeit auch auf den „lokalen“ Kontext gelegt, da z.B. durch Fernreisen das Auftreten von Tropenkrankheiten in Deutschland zunimmt. Das Projekt überzeugte durch die medizinische Relevanz der Thematik, den wichtigen fachlichen Wissenserwerb als auch durch die dezidierte Förderung von Auslandsaufenthalten der Medizinstudierenden, die die Module über einen Zeitraum von vier bis sechs Semestern absolvieren.

2. Projektpreis: Studierende planen für Studierende

Preisträger des 2. Projektpreises Studierende planen für Studierende.© Foto: Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokuns
Preisträger des 2. Projektpreises Studierende planen für Studierende.© Foto: Diether v. Goddenthow /Rhein-Main.Eurokuns

Den 2. Projektpreis in Höhe von 30.000 Euro erhielten Prof. Dr.-Ing. Jens Knissel, Stefan Reuther, Prof. Wolfgang Schulze, Alexander Söder und Jonathan Scheder von der Universität Kassel. Die Idee ihres interdisziplinären Lehrprojekts „Studierende planen für Studierende“ ist „ganz einfach“: Die Universität Kassel beteiligt Architektur- und Ingenieurstudierende an der Planung und Umsetzung ihrer Gebäude. Durch studentische Architekturwettbewerbe oder das Erstellen von Gebäudeentwürfen wenden die Studierenden ihr Wissen an konkreten Neubau- oder Modernisierungsprojekten der Hochschule an und lassen ihre Ergebnisse in die professionelle Planung einfließen. Dabei bekommen sie Rückmeldung, wie ihre Ideen von den ausführenden Profis bewertet, aufgegriffen oder auch weiterentwickelt werden: So werden sie optimal auf ihre spätere Berufspraxis vorbereitet, in der sie häufig mit Wettbewerbssituationen konfrontiert sind. Das Projekt überzeugte durch den klaren Mehrwert, die Praxiserfahrung und praxisnahe Ausbildung sowie den großen Lerneffekt für die Studierenden auch im Bereich von Schlüsselkompetenzen, die trainiert werden.

3. Projektpreis: Mathe gut unterrichten

Preisträger des 3. 3. Projektpreises: Mathe gut unterrichten. © Foto: Diether v. Goddenthow
Preisträger des 3. 3. Projektpreises: Mathe gut unterrichten. © Foto: Diether v. Goddenthow

Mit 15.000 Euro ausgezeichnet wurde das Seminar „Mathematische Modellierungstage – Verzahnung von Fachdidaktik, Fachwissenschaft und Praxis für das Lehramt (MaMo)“, ein Lehrprojekt von Prof. Dr. Rita Borromeo Ferri und Prof. Dr. Andreas Meister von der Universität Kassel. Durch das Teamteaching der Fachdidaktikerin und des Fachmathematikers erhalten die Studierenden zwei Perspektiven zum mathematischen Modellieren, wie das Bearbeiten von realitätsbezogenen Fragestellungen mit Hilfe mathematischer Mittel offiziell heißt. Das Seminar vermittelt Lehramtsstudierenden, wie sie Schülerinnen und Schülern Mathematik anhand von Alltagssituationen anschaulich erklären und zum selbstständigen Lösen komplexer Fragen führen können. So stehen Fragen wie „Fließt der Verkehr besser in einem Kreisverkehr oder durch eine Ampelkreuzung?“ oder „Wie viele LTE-Sendemasten werden in Deutschland benötigt, damit alle problemlos ihr Handy nutzen können?“ im Mittelpunkt des Unterrichts. Wesentlich ist das gemeinsame Erarbeiten und Präsentieren der Aufgaben, da es stets mehrere Lösungswege gibt.

Studentische Initiative: Ringvorlesung zur UN-Vollversammlung

Preisträger der Studentischen Initiative: Ringvorlesung zur UN-Vollversammlung. © Foto: Diether v. Goddenthow
Preisträger der Studentischen Initiative: Ringvorlesung zur UN-Vollversammlung. © Foto: Diether v. Goddenthow

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis für eine studentische Initiative geht an Rami Al Sidawi, Hichem Fourati, Bianca Gonçalves da Costa, Isabel Greenberg, Diana Ismael, Foruq Zahra Kanaani Kotamjani und Olga Olashyn von der Universität Kassel. Die englischsprachige Ringvorlesung (UN-Vollversammlung) „Climate Change, Migration And Violent Extremism: The United Nations’ Role In Preventing Conflicts Spurred By The Challenges Of Our Time” zielt darauf ab, Studierende auf aktuelle, weltpolitisch bedeutende Themen wie Hunger, Klimawandel, Migration und Ressourcenknappheit aufmerksam zu machen und sich damit auseinanderzusetzen. Expertinnen und Experten sowie Institutionen aus aller Welt werden in der Ringvorlesung per Video zugeschaltet. So entsteht ein internationaler Austausch.

Besuche der Jury vor Ort
Die eingereichten Vorschläge wurden von einer vom Wissenschaftsministerium eingesetzten Jury – bestehend aus Studierenden, Lehrenden und einem Vertreter des Ministeriums – geprüft. Nach einer ersten Auswahl wurden die Lehrveranstaltungen vor Ort von Jurymitgliedern besucht, bevor das Gremium die endgültige Entscheidung getroffen hat.

„Mit der Vergabe des Hessischen Hochschulpreises für Exzellenz in der Lehre haben wir bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen. Die Auszeichnung stellt die herausragende Bedeutung der Lehre für die Ausbildung des akademischen Nachwuchses heraus. Außerdem schafft sie einen Anreiz, sich in der Hochschullehre zu engagieren“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

Preisträger/innen und ihre Projekte im Einzelnen!

AUSSCHREIBUNG
Der Hochschullehrpreis 2019

„Museum des Monats“ und „Denkmal des Monats“ würdigen Engagement für Kultur Neue Auszeichnungen ehren vor allem Perlen im ländlichen Raum

Museum Castellum, Kasteler Museumsufer - 55252 Mainz-Kastel. © Foto: Diether v. Goddenthow
Museum Castellum, Kasteler Museumsufer – 55252 Mainz-Kastel. © Foto: Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein hat heute die beiden neuen Aktionen „Museum des Monats“ und „Denkmal des Monats“ auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Beide Auszeichnungen sollen vor allem das Engagement der Bürgerinnen und Bürger ehren, die sich für Kultur in ihrem Heimatort einsetzen. Die Preise sind mit jeweils 1.000 Euro dotiert.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Wer an Museen in Hessen denkt, hat oft die großen Flaggschiffe vor Augen: Unsere Landesmuseen in Wiesbaden, Darmstadt und Kassel zum Beispiel oder die großartigen Häuser in Frankfurt mit Kunst aus aller Welt. Aber die vielfältige Kulturlandschaft Hessens lebt auch von kleinen Perlen auf dem Land, die oft von Ehrenamtlichen liebevoll betreut werden, wie Heimat, Spielzeug- oder Handwerksmuseen. Sie wollen wir mit unserer neuen Auszeichnung in den Mittelpunkt rücken.“

Die Vorauswahl der Kandidaten für das „Museum des Monats“ übernimmt der Hessische Museumsverband. Er leitet auch die Museumsförderung des Landes Hessen an die privaten Museen weiter und hat so einen Überblick über die Qualität der einzelnen Einrichtungen. Drei Auswahlkriterien nimmt der Museumsverband als Grundlage: Erstens müssen die Museen die Mindestanforderungen an ein Museum erfüllen. Sie sind festgeschrieben, auf der Website des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst einsehbar und beinhalten zum Beispiel Grundsätze wie Inventarisation, regelmäßige Öffnungszeiten oder systematische Bildungsarbeit. „Museum des Monats“ soll zudem werden, wer besonders qualitätsvolle Museumsarbeit wie abwechslungsreiche Vermittlung, besonders sehenswerte Ausstellungen oder gute Forschung vorweisen kann. Außerdem sollen mit der Auszeichnung bevorzugt Museen im ländlichen Raum geehrt werden.

„Als zweite Auszeichnung haben wir das ‚Denkmal des Monats‘ ins Leben gerufen. In Hessen stehen zahlreiche Objekte unter Denkmalschutz. Und auch hier gibt es neben imposanten Monumenten wie etwa dem Dom in Fulda jede Menge kleinerer Objekte, die weniger im öffentlichen Bewusstsein verankert sind, aber genauso ihre eigene, erzählenswerte Geschichte haben. Kulturdenkmäler sind Zeugnisse der Heimat- und Landesgeschichte und identitätsstiftend für die hessischen Bürgerinnen und Bürger. Nicht selten werden sie zudem von ihnen restauriert und gepflegt. Dieses Engagement wollen wir ebenso würdigen“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein.

Die Auszeichnung „Denkmal des Monats“ können Personen, Initiativen oder Körperschaften erhalten. Sie sollen sich bei der Erhaltung ihrer Denkmäler in besonderer Weise verdient gemacht haben. Vorgestellt werden denkmalpflegerische Maßnahmen, die individuell, mit handwerklich-technischer Qualität und besonderem Engagement ausgeführt wurden. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen wählt die Preisträgerinnen und Preisträger aus den Bewerbungen für den Hessischen Denkmalschutzpreis aus.

Die Urkunden „Museum des Monats“ und „Denkmal des Monats“ sowie das Preisgeld werden von Kunst- und Kulturminister Boris Rhein persönlich vor Ort überreicht. Die Preisträger werden zudem auf kunst.hessen.de vorgestellt.

„Ich freue mich sehr darauf, mit dem ‚Museum des Monats‘ und dem ‚Denkmal des Monats‘ auf Entdeckungsreise durch Hessen zu gehen. Vor allem der ländliche Raum ist voller kultureller Schätze – die wir gemeinsam bekannter machen wollen“, so Kunst- und Kulturminister Boris Rhein abschließend.

Mindestanforderungen an ein Museum
Als Museum ist nur eine Einrichtung anzusehen, die über ein tragfähiges Museumskonzept verfügt und darüber hinaus folgende Mindestanforderungen erfüllt, die bereits in den „Grundlinien eines Konzepts der hessischen Museumsentwicklung“ in Ziffer 1.4. genannt sind.1
Dies sind im wesentlichen:
• Ausstellungswürdige Bestände, die dauernd oder langfristig dem öffentlichen Museumszweck gewidmet sind
• Bearbeitung der Bestände einschließlich Inventarisation
• Pflegliche Behandlung des Museumsgutes nach konservatorischen, restauratorischen und präparatorischen Gesichtspunkten
• Bereitschaft, die Bestände für die wissenschaftliche Forschung zu nutzen und nutzbar zu machen
• geeignete Ausstellungsräume und Depots
• regelmäßige Öffnungszeiten
• systematische Bildungsarbeit, bei der didaktische und pädagogische Grunderfordernisse beachtet werden
• eine dem Museumszweck entsprechende personelle und sachliche Ausstattung und Finanzierung.

Nur wenn diese Anforderungen erfüllt sind, trägt das Museum erfolgreich dazu bei, dass die Besucher ausgesuchte Museumsobjekte in geeigneter Weise bereitgestellt finden, über naturwissenschaftliche, technische, kultur- und kunsthistorische Entwicklungen informiert werden, im Museum Kenntnisse zum Verständnis von Gegenwart und Vergangenheit erwerben und den Museumsbereich als Möglichkeit der Weiterbildung und als Freizeitangebot annehmen.