Kategorie-Archiv: Hessische Staatskanzlei

Prof. Dr. Peter Kohlgraf ist neuer Bischof von Mainz

Hohe Dom St. Martin zu Mainz Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Hohe Dom St. Martin zu Mainz Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Heute Punkt zwölf Uhr wurde in Rom und in Mainz Professor Dr. Peter Kohlgrafs Ernennung zum neuen Bischof von Mainz durch Papst Franziskus bekannt gegeben. Der Kölner Theologe wird damit auch Oberhirte vieler Katholiken in Hessen, wozu unter anderem auch die Dekanate Darmstadt, Offenbach, Gießen, Rüsselsheim und Alsfeld sowie Bergstrasse und die Wetteraus zählen.. Als Kardinal Lehmanns Nachfolger tritt er ein großes Erbe an. Nach Angaben des Bistums Mainz steht noch kein Termin für die Bischofsweihe fest, die im Mainzer Dom stattfinden wird.

Bild © Katholische Hochschule Mainz
Bild © Katholische Hochschule Mainz

Professor Kohlgraf ist 50 Jahre alt. Er hat in Bonn Theologie studiert, wurde 1993 in Köln zum Priester geweiht und lehrt seit 2012 an der Katholischen Hochschule in Mainz, wo ihn Kardinal Lehmann ab dem Wintersemester 2016/2017 zum Dekan des Fachbereichs Praktische Theologie ernannte. Kohlgraf ist zudem als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Wörrstadt im Dekanat Alzey/ Gau-Bickelheim in Rheinland-Pfalz tätig.

Zahlreiche Glückwünsche
Zu den ersten Gratulanten zählten Limburgs Bischof Georg Bätzing, der betonte, dass mit Kohlgrafs Wahl dem Mainzer Bistum nichts Besseres hätte passieren können: „Peter Kohlgraf ist ein hervorragender Lehrer, ein guter Seelsorger, ein erfahrener Mensch, auch in der Personalführung“, sagte Limburgs Bischof Georg Bätzing.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte in Ihrer Grußadresse, dass mit Peter Kohlgraf ein Theologe als Nachfolger des international hoch geschätzten Kardinal Lehmann gewählt worden sei, der sich seit vielen Jahren wissenschaftlich und praktisch mit der Zukunft der Gemeinden und mit dem christlichen Glauben in der modernen Gesellschaft befasse und nah bei den Menschen sei: „Sie kennen die Wünsche und Sorgen der Gläubigen, insbesondere die junger Menschen. Als Seelsorger und Theologe haben Sie die überlieferte Lehre immer mit einem klaren Blick auf die gegenwärtige Situation der Kirche verbunden.“

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte in seinem Grußtelegramm. „Es ist für mich eine große Freude, dass die Vakanz des Bistums Mainz so rasch beendet wurde. Herzlich gratuliere ich im Namen der Landesregierung und ganz persönlich Professor Kohlgraf zu seiner Wahl durch das Mainzer Domkapitel und seiner Ernennung durch Seine Heiligkeit Papst Franziskus. Für die Katholiken des Bistums Mainz, die zu einem großen Anteil in Hessen leben und für viele Bürgerinnen und Bürger darüber hinaus ist es sehr erfreulich, dass eines der traditionsreichsten Bistümer Deutschlands nun wieder einen Oberhirten hat. Seine pastoraltheologischen Erfahrungen und Kenntnisse aus der Praxis und Wissenschaft werden sicher mit dazu beitragen, die den Menschen zugewandte Leitung des Bistums auch künftig fortzusetzen. Es ist mein Wunsch, den intensiven und für beide Seiten bereichernden Dialog zwischen Politik und Kirche mit dem neunen Bischof von Mainz nahtlos fortzusetzen“, sagte der Regierungschef.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebeling wünschte dem neuen Mainzer Bischof Peter Kohlgraf „viel Erfolg bei der Führung des Mainzer Bistums. Peter Kohlgraf ist im Bistum Mainz kein Unbekannter. Als Professor an der Katholischen Hochschule Mainz und als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Wörrstadt in Rheinhessen hat er sich als Theologe und Seelsorger in der Region einen Namen gemacht.“

„Die reiche Geschichte unserer Stadt ist eng verbunden mit den Mainzer Bischöfen. Sie haben durch viele Jahrhunderte hindurch das Leben und das Gesicht von Mainz entscheidend mitgeprägt und gerade in schweren Tagen, von denen die Menschen hier viele gesehen haben, das ihre getan, um unsere Stadt immer wieder neu entstehen zu lassen. Bedeutende Persönlichkeiten auf dem Bischofsstuhl, wie Bischof Ketteler, Kardinal Volk oder zuletzt Kardinal Lehmann, haben wichtige Impulse in unserer Stadt gesetzt und auch nach außen hin durch ihr Wirken der alten Bischofsstadt Mainz große Ausstrahlungskraft angesichts höchst gegenwärtiger Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft verliehen. Ich freue mich auf einen anregenden Dialog und Austausch zwischen der Stadt und dem neuen Bischof“, erklärt Oberbürgermeister Ebling.

„Kardinal Lehmann hat die Mainzerinnen und Mainzer durch seine Warmherzigkeit und Empathie als Mensch überzeugt. Als weltoffener Mainzer Ehrenbürger und hochgebildete Persönlichkeit in Weltkirche und Bistum hat Kardinal Lehmnann in herausfordernden Zeiten Orientierung gegeben. Er hat sich als Brückenbauer zwischen Kirche und Gesellschaft sowie als verlässlicher und konstruktiver Partner im Dialog mit den anderen christlichen und nichtchristlichen Religionsgemeinschaften große Anerkennung erworben. Ich wünsche mir, dass Peter Kohlgraf als neuer Bischof von Mainz an die Tradition seines Vorgängers anknüpft, dann wird er als neuer Oberhirte sicherlich schnell die Herzen der Mainzerinnen und Mainzer erobern“, so Oberbürgermeister Michael Ebling.

Hessentag 2017 – Website informiert über Vorbereitungen und Programm

hessentagslogo3„Hessentag in Rüsselsheim am Main vom 8. bis 18. Juni 2017, das bedeutet: 10 Tage, rund 1.000 Veranstaltungen und mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher in einer jungen, internationalen und innovativen Stadt mitten im Rhein-Main-Gebiet. In Zusammenarbeit mit der Hessischen Landesregierung arbeiten wir daran, dass sich unsere Gäste auf ein unterhaltsames und interessantes Programm freuen können, das Rüsselsheim am Main von seiner besten Seite zeigt.“ Oberbürgermeister Patrick Burghardt

Immer aktuell informiert über: Hessentag 2017 über Geschichte des Hessentags

Das süße Gold vom Dach des MMK 1 Die Museumsbienen fliegen wieder – Bienen auch auf Dach der Staatskanzlei – Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“

12 Bienenvölker der Künstlergruppe finger auf dem Dach des MMK beginnen jedes Jahr erneut ihre Sammelflüge in der Frankfurter Innenstadt. Der Produktionsstandort der Stadtimkerei auf dem Dach des MMK umfasst etwa 650.000 Bienen und wird von den Künstlern Florian Haas und Andreas Wolf liebevoll gehegt und gepflegt. Foto: Axel Schneider
12 Bienenvölker der Künstlergruppe finger auf dem Dach des MMK beginnen jedes Jahr erneut ihre Sammelflüge in der Frankfurter Innenstadt. Der Produktionsstandort der Stadtimkerei auf dem Dach des MMK umfasst etwa 650.000 Bienen und wird von den Künstlern Florian Haas und Andreas Wolf liebevoll gehegt und gepflegt. Foto: Axel Schneider

Die ersten Sonnenstrahlen haben bereits den Frühling angekündigt, und mit den Frühlingsgefühlen erwachen auch die Bienen des MMK aus ihrem Winterschlaf. Schon bald werden sie wieder durch die Straßen Frankfurts fliegen, um emsig alle Zutaten für den urbanen Honig zu sammeln.
Das MMK freut sich, dass Andreas Wolf und Florian Haas, auch bekannt als das Künstlerduo finger, seit zehn Jahren die Bienen auf dem Dach des MMK 1 pflegen.

Wer die zwölf Bienenstöcke und ihre rund 600.000 Bewohner auf dem Dach des MMK 1 besuchen möchte, hat die Gelegenheit dazu ab dem 1. April 2017 bei einer der vielen verschiedenen Veranstaltungen, die das Museum für alle Altersgruppen anbietet.
Kinder von sechs bis zehn Jahren können nach einem Honigfrühstück die Insekten unter Aufsicht beobachten und erfahren alles rund um den Aufbau der Bienenstöcke und deren Bewohner. Unter professioneller Anleitung entnehmen sie den Wabenkästen Wachs, welches sie im Anschluss zu Wachsmalern verarbeiten.
Erwachsene sind ebenfalls herzlich eingeladen, das Zuhause der Bienen und darüber hinaus einen von finger gestalteten Lehrpfad zur Stadtimkerei zu besichtigen. Während der Führungen werden neben der konkreten Imker-Praxis Überschneidungen von tierwirtschaftlichen, gesellschaftsgestaltenden und künstlerischen Vorgehensweisen hervorgehoben.

Am 19. August findet das Honigfrühstück statt und der Honig der Saison 2017 darf probiert werden.
Anlässlich der zehn gemeinsamen Jahre, auf die das Künstlerduo und das MMK dann zurückblicken können, wird es an diesem Tag noch weitere besondere Programmpunkte geben. Mehr unter http://mmk-frankfurt.de/de/erleben/bienenprojekt/

Termine:
Führungen für Erwachsene mit den Bienenvätern, 6 € Eintritt
Mittwoch, 26. April, 19 Uhr
Mittwoch, 10. Mai, 19 Uhr
Mittwoch, 7. Juni, 18 Uhr

Bienenworkshops für Kinder (6-10 Jahre), 9 € Eintritt
(mit Anmeldung bis spätestens zwei Tage im Voraus)
Samstag, 1. April, 10-13 Uhr
Samstag, 6. Mai, 10-13 Uhr
Sonntag, 25. Juni, 10-13 Uhr

Ort:
MMK Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
60311 Frankfurt am Main
Telefon +49 69 21230447
Fax +49 69 212 37882
E-Mail: mmk@stadt-frankfurt.de

Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“

Die Wichtigkeit von Bienenvölkern wird zunehmend auch von der Politik erkannt. So startet Staatsminister Axel Wintermeyer und Umweltministerin Priska Hinz starten landesweite Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ und präsentieren Bienenstöcke auf dem Dach der Staatskanzlei „Bedingungen für Bienen verbessern“

Wiesbaden. Der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat heute gemeinsam mit der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz die Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ gestartet. „Für Bienen, Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten, die für die Bestäubung von Pflanzen notwendig sind, werden die Lebensbedingungen zunehmend schwieriger. 80 Prozent unserer Pflanzen sind auf sie angewiesen, um ihre Früchte zu bilden. Deshalb wollen wir gemeinsam die Bedingungen für diese Tiere verbessern und haben die Kampagne ‚Bienenfreundliches Hessen‘ ins Leben gerufen“, sagten der Staatskanzleichef und die Umweltministerin bei der Auftaktveranstaltung in der Hessischen Staatskanzlei. Gemeinsam präsentieren sie auf dem Dach der Staatskanzlei zwei Bienenvölker, zwei weitere werden im Laufe des Frühjahrs hinzukommen. „Im Sommer werden so bis zu 100.000 weitere Bienen im Herzen der Landeshauptstadt leben. Damit setzen wir ein sichtbares Zeichen für Bienenfreundlichkeit und den Erhalt der Biodiversität“, sagte der Staatskanzleichef.

„Im Frühsommer, wenn der Raps verblüht ist, wird es für Bienen oft schwierig, überhaupt noch Futter zu finden. Darum liegt ein Schwerpunkt Kampagne darin, Hessen stärker zum Blühen zu bringen und auf dem Land das Nahrungsangebot für Bienen zu vergrößern. Das gilt natürlich auch für Gärten in der Stadt“, so Ministerin Hinz. Aufklärungsarbeit über bienenfreundliche Landwirtschaft und Gartenbau, eine landesweite Aktionswoche vom 14. bis 20. August zum Thema „Bienen“ und Modellprojekte, wie insektenfreundlichen Alternativen zum Mais beim Energiepflanzenanbau, sind Teil der Kampagne. An dieser beteiligen sich der Landesverband Hessischer Imker, der Hessische Bauernverband (HBV), die Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL), der Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen, das landeseigene Bieneninstitut, der deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund und das Netzwerk Blühende Landschaften.

Die Bienen auf der Staatskanzlei finden unter anderem im Nerotal bei blühenden Rosskastanien und im Kurpark Nahrung. „Der Bestand an Bienenvölkern in Hessen nimmt zwar seit 2009 insgesamt wieder zu – aber nur langsam und vor allem in Ballungszentren. Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir für Honig-, Wildbienen und andere Bestäuber aktiv werden“, so Umweltministerin Hinz.

„Dass mittlerweile 56.000 Honigbienenvölker in Hessen leben, verdanken wir den Imkerinnen und Imkern, die engagierte Arbeit leisten“, sagte Staatsminister Wintermeyer. Die erfreuliche Zahl bei den Honigbienen – 2010 waren es nur 48.000 Bienenvölker – dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viel für Honigbienen, aber vor allem auch für andere Bestäuber wie Wildbienen, Hummeln oder Schwebfliegen getan werden müsse.

Das Land Hessen setzt sich bereits mit verschiedenen Programmen für Bienen und andere Bestäuber ein: Von grundlegender Bedeutung für die Bienen in Hessen ist eine nachhaltige Landwirtschaft. Für diese hat das Land mit dem Hessischen Agrarumwelt- und Landschaftspflegeprogramm (HALM) die Grundlage gelegt. Dazu zählen beispielsweise die Förderung von Blüh- und Ackerrandstreifen und eine verstärkte Förderung des ökologischen Landbaus im Rahmen des Ökoaktionsplans. Auch die Ausbildung und Forschung wird gefördert: 210.000 Euro, davon 50 Prozent Landesmittel, fließen zum einen in die Aus- und Fortbildung der Imkerinnen und Imker, zum anderen in Forschungsprojekte der beiden hessischen Bieneninstitute in Kirchhain und Oberursel. Damit werden auch Maßnahmen gegen Varroa-Milben erforscht, die für Bienen lebensbedrohlich sind.

Die Kommunen spielen bei der bienenfreundlichen Gestaltung der Umwelt eine tragende Rolle. Daher hat Umweltministerin Hinz in einem Schreiben an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auf die Bedeutung einer entsprechenden Bepflanzung von öffentlichen Grünflächen hingewiesen und zum Mitmachen motiviert. „Auch Kinder und Jugendliche wollen wir für das Thema sensibilisieren. Das tun wir unter anderem mit unserm Projekt ‚Bauernhof als Klassenzimmer‘ und mit der Förderung einer Kinder- und Jugendimkerei“, so die Ministerin.

„Alle können etwas dazu beitragen, dass Hessen bienenfreundlicher wird – auf dem eigenen Balkon, in der Kommune, auf den Feldern“, betonte die Umweltministerin. Tipps und Ansprechpartner liefert die neue Homepage www.bienen.hessen.de.

Verbände, die ein bienenfreundliches Hessen unterstützen:

Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes: „Ich befürworte die Initiative der Hessischen Landesregierung und bedanke mich für das Engagement. Intensiv wird sich der Hessische Bauernverband in diese Kampagne einbringen und zusammen und in Absprache mit dem Hessischen Imkerverband in jedem Landkreis Blühstreifen anlegen. Unser Ziel ist es, im Anschluss an die Rapsblüte eine Futtergrundlage für die Bienen zu schaffen.“

Manfred Ritz, Vorsitzender des Landesverbandes Hessischer Imker: „Der Landesverband Hessischer Imker e.V. mit den angeschlossenen Imkervereinen und 10.000 Mitgliedern freut sich darüber, dass das Thema Bienenfreundlichkeit durch die gemeinsame Kampagne an Öffentlichkeit gewinnt. Viele Imkervereine und auch Kreisimkervereine haben schon in den vergangenen Jahren auf Flächen zusammen mit Landwirten ‚Blühende Landschaften‘ angelegt. Dieser ehrenamtliche Einsatz und die gute Zusammenarbeit vor Ort mit den Partnern ist entscheidend für einen Erfolg im Sinne der Bienen.“

Dr. Ralph Büchler, LLH Bieneninstitut: „Die Lebensbedingungen für Bienen haben sich in den letzten Jahren vielerorts verschlechtert. Während viele Wildbienenarten dadurch ernsthaft bedroht sind, können Imkerinnen und Imker ihre Bienenvölker durch gute Pflegemaßnahmen schützen. Dies setzt allerdings eine fundierte Schulung und Beratung voraus.“

Anneke Jostes, Vereinigung Ökologischer Landbau in Hessen (VÖL): „Die VÖL begrüßt die Hessische Bienenkampagne. Es ist wichtig, möglichst viele Menschen für den Schutz der Artenvielfalt zu gewinnen. Öko-Landbau bedeutet Bestäuberschutz im System, beispielsweise durch Verzicht auf Pestizide, weite Fruchtfolgen und den Anbau von blühenden Leguminosen wie Rotklee. Durch den Kauf von regionalen Bioprodukten und Biohonig kann jeder einen konkreten Beitrag zum Erhalt der natürlichen Ökosysteme leisten. Die Anbauverbände vereinen sowohl Landwirte als auch Imker hinter sich, dadurch wird ein fruchtbarer Austausch zwischen beiden Berufsgruppen möglich. Die VÖL wird im Rahmen der Kampagne Veranstaltungen durchführen, um die partnerschaftliche Zusammenarbeit und den Wissenstransfer zwischen Bio-Imkern und Bio-Bauern gezielt zu fördern.“

Thomas Södler, Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen: „Damit auch in kleinen Gärten, auf Balkonen, der Terrasse und sogar auf Friedhöfen in der Stadt Bienenparadiese entstehen können, helfen die Mitglieder des Gartenbauverbandes GVBWH den Bienenfreunden mit einer fundierten Beratung. Mit einer ausgewogenen Pflanzenkombination für eine lückenlose Blütentracht können Bienenfreunde während der Vegetationszeit somit auch ohne eigene Vorkenntnisse und auf kleinem Raum eine Menge tun, um den Erhalt vieler Bienenarten zu sichern. Bei der Auswahl ist es wichtig, neben naturnahen und ungefüllten Arten und Sorten auch auf die Kombination von Pflanzungen zu achten. Der Gartenbauverband empfiehlt seinen Mitgliedsbetrieben zudem auf den Einsatz von Insektiziden, die im Verdacht stehen Bienen zu gefährden, bei der Produktion von Zierpflanzen zu verzichten und den Verkauf von bienengefährlichen B1-Wirstoffen an Verbraucher einzustellen.“

Andreas Kramer, Netzwerk blühende Landschaften: „Würde jeder Bürger einen Quadratmeter seines Gartens, jede Kommune einen Teil ihrer Grünflächen und jeder Landwirt einen Acker insektenfreundlich umgestalten, so wäre bereits ein großer Schritt für die Zukunft unserer Blütenbestäuber getan. Das Netzwerk Blühende Landschaft begrüßt die Hessische Bienenkampagne.“

Hessische Landesregierung debattiert mit Akteuren der Region beim „Zukunftsforum Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main“

(v.li.)Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, Staatsminister Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Staatsministerin Priska Hinz, Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei, Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident, Prof. Dr. Kristina Sinemus, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Darmstadt,  werben gemeinsam zur länderübergreifenden Zukunftssicherung der zur Zeit gut aufgestellten  Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.  Foto: Diether v. Goddenthow
(v.li.)Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, Staatsminister Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Staatsministerin Priska Hinz, Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Staatsminister Axel Wintermeyer, Chef der Hessischen Staatskanzlei, Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident, Prof. Dr. Kristina Sinemus, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Darmstadt, werben gemeinsam zur länderübergreifenden Zukunftssicherung der zur Zeit gut aufgestellten Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Foto: Diether v. Goddenthow

Wiesbaden/Bad Homburg v. d. Höhe. Ziel der Hessischen Landesregierung ist es, die boomende Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main klug zu gestalten und die mit dem Wachstum verbundenen Herausforderungen nachhaltig zu meistern. „Gemeinsam mit allen Akteuren arbeiten wir daran, die dynamische Entwicklung der Metropolregion als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturstandort weiter zu stärken, ihre Attraktivität auch in Konkurrenz zu europäischen Mitbewerbern zu sichern und den Menschen, die dort wohnen und arbeiten, ein lebenswertes Umfeld zu bieten“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Zukunftsforum Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main“ in Bad Homburg. „Wir haben schon viel erreicht. Im Bereich des Wohnungsbaus, öffentlichen Nahverkehrs, der Versorgung mit schnellem Internet und der Fachkräftesicherung existieren leistungsfähige Strukturen. Die Zusammenarbeit funktioniert – auch über Ländergrenzen hinweg. Mit Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gibt es eine Fülle von Kooperationsmöglichkeiten, die wir weiter ausbauen wollen.“
Schätzungen zufolge wird die Einwohnerzahl der Metropolregion bis zum Jahr 2030 um rund 200.000 auf 2,4 Millionen wachsen. „Wir haben uns vorgenommen, die Metropolregion intelligent und nachhaltig weiterzuentwickeln. Heute legen wir dazu den nächsten Baustein“, sagte Ministerpräsident Bouffier. Mit zahlreichen Teilnehmern aus Verwaltung, Verbänden, Wirtschaft und Politik berät die Hessische Landesregierung ganztägig in Bad Homburg in den Fachforen „Bauen und Wohnen“, „Arbeit und Fachkräfte“, „Mobilität und Verkehr“ sowie „Metropolregion 4.0 – Digitalisierung“ über zentrale Zukunftsthemen.

Über 200 Akteure aus Kommunen, Kammern, Verbänden, Wirtschaft und Politik waren  der Einladung der hessischen Landesregierung in den KulturBahnhof Bad Homburg gefolgt. Foto: Diether v. Goddenthow
Über 200 Akteure aus Kommunen, Kammern, Verbänden, Wirtschaft und Politik waren der Einladung der hessischen Landesregierung in den KulturBahnhof Bad Homburg gefolgt. Foto: Diether v. Goddenthow

Die IHK Frankfurt hat für die Weiterentwicklung der Metropolregion FrankfurtRheinMain die Einrichtung einer Strategie-Runde der wesentlichen Akteure in der Region vorgeschlagen. „In einem ‚Strategic Board FrankfurtRheinMain‘ sollen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft mindestens zweimal im Jahr zusammenkommen und die strategische Weiterentwicklung der Region in die Hand nehmen“, sagte Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, auf dem „Zukunftsforum Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main 2020+“ der Hessischen Landesregierung am 29. März 2017 in Bad Homburg.

„Der Vorschlag setzt auf die freiwillige Mitwirkung der wesentlichen Akteure und ergänzt die gleichgelagerten Bemühungen der Landesregierung in Wiesbaden um eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Regierungen der drei Bundesländer Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz.“

„Wir stehen in einem harten Wettbewerb mit anderen Metropolregionen, sowohl national als auch international. Es ist nicht mehr nur der Wettbewerb um Kunden, es ist auch der Wettbewerb um gut ausgebildete Menschen, um Sicherheit, Umweltbedingungen, Unternehmensansiedlungen, Kapital, Investitionen sowie Innovationen und Bildung“, sagte der IHK-Präsident. In einem Umfeld zunehmender Konzentration in Ballungszentren seien nicht mehr einzelne Städte, sondern ganze Regionen der Kristallisationspunkt der wirtschaftlichen Entwicklung.

Die Initiativen der letzten Jahre seien dafür ein klares Indiz: Die Erklärung zur Zukunft der Metropolregion FrankfurtRheinMain in der Paulskirche, die Studie FRM 2030, der Prozess FRM 2020+ der Landesregierungen sowie die projektorientierte und länderübergreifende PERFORM-Initiative der Wirtschaftskammern. „Allen gemein ist, dass sie Handlungserfordernisse in weitgehend deckungsgleichen Themenfeldern erkannt haben. Um diese Bestrebungen in einen strategischen Rahmen zu setzen, bedarf es einer koordinierenden Stelle, die sich als Einrichtung über die hessischen Landesgrenzen hinweg versteht.“

Auf diese Weise werde sichergestellt, dass die Akteure in der Region und die Wirtschaft abgestimmt an einer gemeinsamen Strategie für die Region arbeiten. Das Board solle die aktuellen Initiativen, die große Schnittmengen haben, zusammenzuführen und ihnen einen strategischen Rahmen geben. Für diese Steuerung brauche es keine neue regionale Gesellschaft.

Die Wirtschaftskammern der Metropolregion, die im Mai 2016 die Initiative PERFORM gegründet haben, werden die ersten Ergebnisse ihrer Projekte am 11. Mai 2017 beim Tag der Metropolregion in der IHK Frankfurt am Main vorstellen.

Für jeden Ballungsraum ist der Verkehr ein zentrales Thema. Mobilität ist die Taktgeberin für die prosperierende Region im Herzen von Europa und sichert die nationale, europäische und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Sie ist aber auch von großer Bedeutung für die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. „Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden – gerade in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, die wie kaum eine andere vom Verkehr lebt, aber auch seine Belastungen spürt“, sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. „Deshalb ist es unsere Aufgabe, Mobilität nachhaltig zu machen: ökonomisch, ökologisch und sozial. Ohne eine solche Verkehrswende wird auch die Energiewende nicht gelingen. Die eigentliche Antwort ist ein vernetztes Verkehrssystem, das alle Verkehrsmittel vom Fahrrad bis zum Frachtschiff miteinander verknüpft und gleichberechtigt behandelt.“ Kern eines solchen vernetzten Systems müsse ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr sein. Als wegweisende Projekte nannte der hessische Verkehrsminister den Ausbau der S 6 nach Bad Vilbel, die Wallauer Spange und die Nordmainische S-Bahn, die den Schienennahverkehr der Metropolregion erheblich verbessern werden. Auch das hessenweite Schülerticket und das Jobticket für Landesbedienstete stärkten den ÖPNV erheblich.

Auch der digitale Wandel gehört zu den großen Zukunftsthemen, die Einfluss auf alle Wirtschafts- und Lebensbereiche haben. Um das Potenzial der Metropolregion ausschöpfen zu können, spielt die Leistungsfähigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologien eine zentrale Rolle. „Mit einer flächendeckenden schnellen Breitbandversorgung, einer dynamischen FinTech-Gründerszene und zahlreichen Institutionen für mehr Cyber-Sicherheit ist Hessen bereits heute schon sehr gut aufgestellt. Gemeinsam mit den hiesigen Industrie- und Handelskammern sehen wir als Landesregierung eine herausragende Chance, Frankfurt/Rhein-Main zu einer digitalen Vorzeigeregion, einer ‚smart region‘, zu machen“, betonte der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, der in dieser Funktion auch Beauftragter der Landesregierung für die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main ist. „Intelligent vernetzte Infrastrukturen und Verkehrsangebote wie Carsharing, der Einsatz neuer Technologien wie Fahrerassistenz-Systeme oder Projekte im Bereich integrierter Regional- und Stadtplanung bieten viele Möglichkeiten, die Digitalisierung der Region erfolgreich zu gestalten.“

Der Wohnungsmarkt ist in Teilen Hessens angespannt, insbesondere in der Metropolregion. Priska Hinz, Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sagte dazu: „Bezahlbarer Wohnraum für alle Bürgerinnen und Bürger, das ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung. Darum stellen wir bis Ende 2019 auch 1,2 Milliarden Euro an Fördermitteln für die Schaffung neuen Wohnraums zur Verfügung. Auch bei der Mobilisierung und Entwicklung brachliegender Flächen für den Wohnungsbau wird das Land künftig eine aktivere Rolle einnehmen, um die Kommunen hierbei zu unterstützen. Allerdings können die großen Herausforderungen am Wohnungsmarkt nicht vom Land alleine gestemmt werden. Alle Akteure müssen hierfür zusammenarbeiten – vom Land über die Kommunen bis hin zu den öffentlichen und privaten Wohnungsbaugesellschaften. Dies gilt insbesondere für den Ballungsraum Rhein-Main, denn hier ist der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum am größten. Darum ist es gut, dass wir heute auf der Veranstaltung der Metropolregion zusammentreffen, um zu diskutieren, wie wir möglichst schnell möglichst viele neue Wohnungen zu bezahlbaren Preisen gebaut bekommen.“

Die besondere Attraktivität der Metropolregion liegt auch an ihrem großen Angebot an –qualitativ hochwertigen – Arbeitsplätzen. Jahr für Jahr kommen aktuell rund 30.000 Arbeitsplätze in der Region dazu. Die ansässigen Unternehmen benötigen gut ausgebildete Fachkräfte, die das Rückgrat des Wirtschaftswachstums und des Wohlstandes eines Landes sind. „Hessen verfügt über einen soliden Arbeitsmarkt mit funktionierenden Strukturen und einer ausgeprägten Vernetzung der Arbeitsmarktpartner. Fachkräftesicherung ist originäre Aufgabe der Wirtschaft und als Landesregierung setzen wir seit langem hierfür die Rahmenbedingungen, dass Unternehmen die Fachkräftesicherung gelingen kann. Dafür stellen wir weiterhin zuverlässig die Weichen“, betonte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Dr. Wolfgang Dippel.

Hintergrundinformation

Die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main ist eine dynamische, leistungsfähige und innovative Region. Im Interesse ihrer Weiterentwicklung greift die Landesregierung im „Zukunftsforum Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main“ vorhandene Ansätze auf, um den breiten Dialogprozess von Teilnehmern aus der Verwaltung, Verbänden, Wirtschaft und Politik zu steuern. Zentrales Ziel ist eine bessere Vernetzung und Förderung der Kooperation in der Metropolregion. Der Dialogprozess wird sich in mehreren Veranstaltungen einzelnen Aspekten der Metropolregion widmen, einschließlich der Ausgestaltung der Zusammenarbeit der vier Länder, über die sich die Region erstreckt. Die heutige Auftaktveranstaltung steht unter dem Motto „Eine wachsende Region gestalten – Lebensqualität sichern“ und greift in vier Fachforen zentrale Zukunftsthemen auf.

Hessen zeichnet „Menschen des Respekts“ aus – Alltagshelden gesucht

hessen.lebt.respektMinisterpräsident Volker Bouffier: „Alltagshelden und Vorbilder
respektvollen Verhaltens sollen gewürdigt werden“

Wiesbaden. Hessen zeichnet „Menschen des Respekts“ aus. Mit einem Aufruf wendet sich der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier an die Bürgerinnen und Bürger, die von ihren Vorbildern für respektvolles Verhalten in alltäglichen Situationen und Begegnungen erzählen sollen. „Es sind oft die kleinen Gesten und Taten, die Rücksichtnahme, Wertschätzung und Zusammenhalt ausdrücken. Es gibt viele Menschen, die mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, wie der Zusammenhalt in unserem Land funktionieren kann. Diese Vorbilder und Alltagshelden suchen wir: Ob es nun der Busfahrer mit Herz, die freundliche Polizistin oder der Nachbar von nebenan ist, die allesamt durch ihre Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Höflichkeit einen besonderen Eindruck hinterlassen. Berichten Sie uns von Ihren ‚Menschen des Respekts‘. Denn diese Geschichten sind es wert, erzählt und gewürdigt zu werden“, sagte Ministerpräsident Bouffier.

Respekt_Motive_Dreiklang_AnDie Tageszeitungen der Verlagsgruppe Rhein Main – dem Wiesbadener Kurier, dem Wiesbadener Tagblatt, der Main-Spitze, dem Darmstädter Echo und dem Gießener Anzeiger mit ihren jeweiligen Regionalausgaben – und Hit Radio FFH werden besondere Geschichten respektvollen Verhaltens veröffentlichen. Aus allen Vorschlägen werden herausragende Persönlichkeiten ausgewählt und mit der Auszeichnung „Mensch des Respekts“ gewürdigt.

Im 2017 ausgerufenen „Jahr des Respekts“ wirbt die Landesregierung für Toleranz und Hilfsbereitschaft im Alltag, Rücksichtnahme im Verkehr, Fairness im Sport, Respekt in den sozialen Medien, vor Polizei, Rettungskräften und Ehrenamtlichen sowie bei der Integration von Flüchtlingen. „Mit der Kampagne wollen wir dem rauer werdenden Klima in der Gesellschaft eine klare Haltung entgegensetzen und für Werte wie Rücksichtnahme, Toleranz und Achtung im Umgang miteinander werben. Die ‚Menschen des Respekts‘ sind solche Alltagshelden, die wir als positive Beispiele des Miteinanders herausstellen wollen“, so Volker Bouffier.

Vorschläge für besonders respektvolle Menschen können bei den genannten Zeitungen oder über das Kontaktformular auf der Internetseite https://www.hessen-lebt-respekt.de/menschen eingereicht werden.

In 100 Tagen beginnt der Hessentag in Rüsselsheim

Hessentagslogo2-2017Staatsminister Axel Wintermeyer und Oberbürgermeister Patrick Burghardt geben

Ausblick auf das Programm des 57. Landesfestes

Wiesbaden. 100 Tage vor der Eröffnung des 57. Hessentags in Rüsselsheim am Main geben der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, und Oberbürgermeister Patrick Burghardt einen Ausblick auf das Programm. „Ich bin begeistert von der Mitarbeit der vielen Verbände, Vereine und Initiativen sowie der Evangelischen und Katholischen Kirche, der Bundeswehr und den Hilfsdiensten, die das bunte und interessante Programm gestalten. Neben den vielen Highlights sind sie es, die dem Hessentag erst seine Farbe geben. Besonders hervorheben möchte ich den Einsatz des Teams der Stadt Rüsselsheim am Main und die herausragende Unterstützung der Firma Opel, die dieses großartige Landesfest Wirklichkeit werden lassen“, so Staatsminister Axel Wintermeyer. „Der Hessentag wird viele informative, spektakuläre und sehenswerte Veranstaltungen bieten. Alle Besucherinnen und Besucher können sich auf herrlich erlebnisreiche Tage freuen.“

„Mit der Durchführung des Hessentags möchten wir möglichst viele Menschen vom 9. bis 18. Juni 2017 nach Rüsselsheim einladen und so die Chance ergreifen, ihnen die Stärken unserer Stadt zu präsentieren“, sagte der Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim am Main, Patrick Burghardt. Er sieht im Hessentag die Chance, Rüsselsheim als weltoffene, innovative und lebenswerte Stadt in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet zu darzustellen. „Aufgrund unserer Lage inmitten des Rhein-Main-Gebiets werden wir sicher einen der urbansten Hessentage seit langem haben. Ein Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir den Main mit einbeziehen und damit das Motto ‚MAIN Rüsselsheim, UNSER Hessentag‘ auf den Punkt bringen.“ Rüsselsheim wolle außerdem vor allem die Internationalität der Stadt und den Wandel von der Arbeiterstadt zum Technologiestandort herausstellen und damit für sich werben.

„Wir haben ein vielseitiges und hochwertiges Programm, das die verschiedensten Geschmäcker anspricht. Allein auf den drei großen Bühnen werden in den zehn Festtagen über 40 nationale und internationale Künstler auftreten, wie zum Beispiel die ‚Kings of Leon‘, David Garrett oder Peter Maffay, Silbermond und Andreas Bourani“, zählte Oberbürgermeister Patrick Burghardt einige der Top-Acts auf. Neben den Live-Auftritten der zahlreichen Stars stehen vor allem die kostenlosen Programmpunkte im Mittelpunkt. Für Kinder gibt es eigene Angebote. Sportfans werden genauso auf ihre Kosten kommen wie auch diejenigen, die sich über Hessen informieren wollen. Die Ministerien und Fraktionen des Landtags präsentieren sich und ihre Arbeit zu aktuellen Themen in der Landesausstellung. Zahlreiche Vereine und Unternehmen sind ebenfalls mit Informationsständen vor Ort. Zu den Höhepunkten zählt in diesem Jahr traditionell die Sonderschau „Natur auf der Spur“, die für große und kleine Besucher zeigt, wie wichtig Natur und Umweltschutz sind. Ebenso ist der große Festumzug am Abschlusssonntag am 18. Juni ein Zuschauermagnet.

Im Vordergrund des Hessentags stehe auch in Rüsselsheim der Gedanke der Begegnung: „Der Hessentag, das traditionsreichste Landesfest in Deutschland, ist der Treffpunkt aller Hessen – ob Jung oder Alt, hier können alle zusammen feiern“, sagte Staatsminister Axel Wintermeyer.

Der Hessentag findet in diesem Jahr vom 9. bis 18. Juni in Rüsselsheim am Main statt. Alle Informationen zum Hessentag sind online unter folgenden Kanälen zu finden: Hessentag 2017

Hessische Landesregierung ruft 2017 zum „Jahr des Respekts“ aus – mehr als „nur“ ein Appell an das „Gute“ im Menschen!

(v.li.) RMV-Geschäftsführer Professor Knut Ringat, LPR-Direktor Joachim Becker, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes, die Schriftstellerin Nele Neuhaus, der Vorsitzende des ADAC Hessen-Thüringen, Matthias Feltz, Ministerpräsident Volker Bouffier, VRM-Geschäftsführer Hans Georg Schnücker und FFH-Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
(v.li.) RMV-Geschäftsführer Professor Knut Ringat, LPR-Direktor Joachim Becker, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes, die Schriftstellerin Nele Neuhaus, der Vorsitzende des ADAC Hessen-Thüringen, Matthias Feltz, Ministerpräsident Volker Bouffier, VRM-Geschäftsführer Hans Georg Schnücker und FFH-Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ministerpräsident Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir: „Respekt und Zusammenhalt in der Gesellschaft sind
untrennbar miteinander verbunden – beides wollen wir stärken“

Wiesbaden. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und sein Stellvertreter, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, haben heute das Jahr 2017 zum „Jahr des Respekts“ ausgerufen. „Respekt und der Zusammenhalt in der Gesellschaft sind untrennbar miteinander verbunden – beides wollen wir stärken“, sagten sie bei der Vorstellung der Kampagne „Hessen lebt Respekt“ in Wiesbaden. Diese ist thematisch breit angelegt und wird über konkrete Projekte, die in den kommenden Wochen beginnen werden, alle gesellschaftlichen Bereiche abdecken. Damit wirbt die Landesregierung für Toleranz und Hilfsbereitschaft im Alltag, Rücksichtnahme im Verkehr, Fairness im Sport, Respekt in den sozialen Medien, vor Polizei, Rettungskräften und Ehrenamtlichen und bei der Integration von Flüchtlingen. Die vor allem durch ihre Taunus-Krimis bundesweit bekannte Schriftstellerin Nele Neuhaus unterstützt „Hessen lebt Respekt“ als prominente Patin mit ihrer Nele-Neuhaus-Stiftung.

Als Kooperationspartner der Projekte sind bisher die Verkehrsverbünde RMV, VRN und NVV, die Initiative „Sicher unterwegs in Hessen“, der Landessportbund und die Sportjugend Hessen sowie die Landesanstalt für den privaten Rundfunk und neue Medien beteiligt. Weitere sollen folgen. Medienpartner sind die Verlagsgruppe Rhein Main und Hit Radio FFH. 800.000 Euro stehen aus dem „Aktionsplan zur Integration von Flüchtlingen und Bewahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“ für Veranstaltungen, Projekte, Plakat- und Anzeigenwerbung bereit.

Ministerpräsident Volker Bouffier. "Wir wollen auch Personen und Institutionen, wo beispielhaft Respekt gelebt wird, auszeichnen".Foto: Diether v. Goddenthow
Ministerpräsident Volker Bouffier. „Wir wollen auch Personen und Institutionen, wo beispielhaft Respekt gelebt wird, auszeichnen“.Foto: Diether v. Goddenthow

„Wir sind eine heterogene Gesellschaft. Unsere Kampagne soll helfen, die Grundregeln eines guten Zusammenlebens wieder sichtbar zu machen, die Gesellschaft zusammenzuhalten und in eine gute Zukunft zu führen. Respekt ist für mich die Grundlage eines erfolgreichen und friedlichen Zusammenlebens“, sagte Ministerpräsident Bouffier. „Wir beobachten eine zunehmende Rücksichtslosigkeit im Alltag, ein rauer werdendes Klima in der öffentlichen Debatte bis hin zu Enthemmung und Hass, extreme Einstellungen und eine wachsende Gewaltbereitschaft. Respektlosigkeit ist der Anfang dieses Übels, dem wir uns entschieden mit unserer Haltung, mit unserer Politik und mit dieser Kampagne entgegenstellen wollen. Unser Ziel  muss sein, eine Heimat zu haben in Hessen, in der die Menschen gerne leben, gemeinsam friedlich und erfolgreich für alle“.

Stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir "Man braucht gemeinsame Grundregeln wie wir miteinander umgehen. Und dazu gehört eben erstmal wechselseitiger Respekt." Foto: Diether v. Goddenthow
Stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir „Man braucht gemeinsame Grundregeln wie wir miteinander umgehen. Und dazu gehört eben erstmal wechselseitiger Respekt.“ Foto: Diether v. Goddenthow

Für Wirtschaftsminister Al-Wazir bedeutet Respekt, die Würde, die Rechte und die Gleichheit anderer anzuerkennen – auch, wenn sie anderer Meinung oder Herkunft sind. „Das gilt für alle“, sagte er. „Ohne einen solchen respektvollen Umgang kann es keine freie, offene und friedliche Gesellschaft geben. Respekt ist die Grundlage, auf der die Gesellschaft funktioniert. Wechselseitiger Respekt ist nötig, egal, ob wir uns fortbewegen, also im Verkehr, ob es um die Frage geht, ob Nachbarschaften oder Hausgemeinschaften funktionieren, ob in der Schule, ob in den Medien, ob auch in den sozialen Netzwerken: Man braucht gemeinsame Grundregeln wie wir miteinander umgehen. Und dazu gehört eben erstmal wechselseitiger Respekt.“, so der Wirtschaftsminister. Die Kampagne soll mehr sein, als „nur“ ein Appell an das „Gute“ im Menschen. Vielmehr sollen Menschen gefunden werden, die  sich respektvoll verhalten. Und die man als positive Vorbilder auch hervorheben kann, um auch zu zeigen dass respektvolles Zusammenleben funktioniert, dass es bereits beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement und positive Initiativen gibt.

Bestsellerautorin und Schriftstellerin Nele Neuhaus: Ich bin sehr, sehr gerne dabei. Ich versuche mich einzubringen, wo ich das eben kann. Foto: Diether v. Goddenthow
Bestsellerautorin und Schriftstellerin Nele Neuhaus: Ich bin sehr, sehr gerne dabei. Ich versuche mich einzubringen, wo ich das eben kann. Foto: Diether v. Goddenthow

Nele Neuhaus, die als Patin stellvertretend für weitere Unterstützer der Kampagne steht, will mit ihrer Stiftung ein gemeinsames Projekt zur Werte- und Respektvermittlung einbringen. „In unserer schnelllebigen und immer egoistischer werdenden Gesellschaft, in der das Individuum längst mehr zählt als die Gemeinschaft, in der Werte wie Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Toleranz zu leeren Phrasen werden, ist es unglaublich wichtig, die Bedeutung des Begriffs ,Respekt‘ wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken“, sagte die Autorin. „Gerade letzte Woche“, erzählte Nele Neuhaus bei der Pressevorstellung der Aktion,  „war ich in einer 8. Klasse, und bekam viele Fragen gestellt. Im Gegenzug dazu, habe ich auch Fragen gestellt, unter anderem nach dem Begriff Respekt. Kein einziger der jungen Leute konnte mir eine gute Definition oder überhaupt eine Definition für diesen Begriff geben. Aus diesem Grund glaube ich einfach, dass es dringend notwendig ist, dass von einer Landesregierung ein solches Projekt ins Leben gerufen wird.“, so die Patin der Aktion „Hessen lebt Respekt“.

Die Projekte

© Hessische Staatskanzlei.
© Hessische Staatskanzlei.

Im Laufe des Jahres werden von der Landesregierung regelmäßig „Orte des Respekts“ gefördert und „Menschen des Respekts“ ausgezeichnet, damit das Werben um Fairness, Rücksichtnahme und Gemeinsinn in der Gesellschaft in die Breite getragen wird.

Für die „Orte des Respekts“ stehen insgesamt 150.000 Euro bereit, um geeignete Projekte von gemeinnützigen Vereinen und Institutionen zu unterstützen. „Wir sind uns bewusst, dass gerade auf dem Feld des bürgerschaftlichen Engagements eine Vielzahl positiver Initiativen bestehen und Respekt in Hessen gelebt wird“, betonte Wirtschaftsminister Al-Wazir. „Mit dem Förderprogramm wollen wir Initiativen zur Stärkung friedlichen Zusammenlebens, kultureller Vielfalt und demokratischer Wertvermittlung noch einmal einen besonderen Nachdruck geben.“

Die Medienpartner Hit Radio FFH und die Verlagsgruppe Rhein Main (VRM) werden Geschichten eines guten Miteinanders erzählen. „Unsere Gesellschaft ist voller Menschen, die jeden Tag vorleben, wie wichtig Achtsamkeit und Rücksichtnahme sind. Wir möchten diese Menschen in unserem Verbreitungsgebiet finden und die Gesichter zeigen, die in unserem Land Respekt auf vielfältige Art und Weise leben“, sagte VRM-Geschäftsführer Hans Georg Schnücker. Einige dieser Bürgerinnen und Bürger wird die Landesregierung mit der Auszeichnung „Menschen des Respekts“ würdigen. „Respekt, Fairness, Hilfsbereitschaft, Anerkennung – das geht uns alle an. Im Straßenverkehr, auf dem Fußballplatz, in der Nachbarschaft, in der Politik. Deshalb machen wir uns als meistgehörter Radiosender in Hessen stark für respektvollen Umgang, werden Vorbilder und vorbildliches Handeln vorstellen und unterstützen ‚Hessen lebt Respekt‘ sehr gerne“, sagte FFH-Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth.

© Hessische Staatskanzlei
© Hessische Staatskanzlei

Ein wichtiger Gesellschaftsbereich, der auf ein funktionierendes Miteinander, Regeln und Fairness angewiesen ist, ist der Sport. Gemeinsam mit dem Landessportbund und der Sportjugend Hessen wird „Respekt im Sport“ als ein Baustein in die Aus- und Fortbildung von Trainern, Übungsleitern und Aktiven einbezogen. „,Hessen lebt Respekt‘ stellt für den Landessportbund und die Sportjugend Hessen eine wunderbare Grundregel des sportlichen Miteinanders dar. Im Sport lernen alle, vor allem Kinder und Jugendliche, fair miteinander umzugehen. Sport schafft Respekt und Anerkennung“, betonte Dr. Rolf Müller, Präsident des Landessportbundes.

Eine Kultur des Respekts und der Vielfalt soll auch in den Schulungen der Sportcoaches im Rahmen des Landesprogramms „Sport und Flüchtlinge“ besonders herausgestellt werden. „Kaum ein Bereich eignet sich so wie das sportliche Miteinander, um Werte wie Fairness und Rücksichtnahme gegenüber anderen, die Anerkennung unterschiedlicher Herkunft und Kulturen sowie Teamgeist auf dem Platz und im alltäglichen Zusammenleben zu vermitteln“, unterstrich Ministerpräsident Bouffier. Der Sportbereich startet Ende Februar mit ersten Schulungsmaßnahmen für Multiplikatoren, die sich in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Regierungspräsidiums Gießen bei Sportangeboten für Flüchtlinge engagieren.

© Hessische Staatskanzlei
© Hessische Staatskanzlei

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Verkehr. „Das Drängeln und Hupen auf der Autobahn, das Überfahren von Zebrastreifen oder die Gefährdung von Radfahrern und Fußgängern – jeder erlebt das auf unseren Straßen. Aber auch in Bus und Bahn sind Respektlosigkeit und Aggressivität an der Tagesordnung“, erinnerte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. „Deshalb wollen wir Respekt und Rücksichtnahme im Straßen- und öffentlichen Nahverkehr zu einem weiteren Schwerpunkt unserer Kampagne machen.“

Mit dem Bündnis „Sicher unterwegs in Hessen“ wird auf 150 Plakatwänden entlang hessischer Bundes- und Landstraßen über einen Zeitraum von mehreren Monaten für eine achtsamere Fahrweise geworben. In dem Bündnis engagieren sich das Hessische Verkehrsministerium, der ADAC Hessen-Thüringen, der TÜV Hessen, die Deutsche Verkehrswacht Hessen und der Radiosender HR3. „Trotz hervorragender technischer Entwicklungen im Straßenverkehr bleibt der Mensch der entscheidende Faktor beim Thema Sicherheit“, unterstrich der Vorsitzende des ADAC Hessen-Thüringen, Matthias Feltz, für das Bündnis. „Deshalb unterstützen wir alles, was dem Ziel dient, dass Autofahrer, Motorradfahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger sich nicht als Gegner, sondern mit Respekt als Partner im öffentlichen Verkehr begegnen“, so Feltz.

Die Verkehrsverbünde RMV, NVV und VRN bringen geeignete Werbeflächen in Bahnen und Bussen für ein gemeinsames Motiv zur Rücksicht im ÖPNV ein. „Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen, ist Rücksichtnahme besonders wichtig. Millionen Fahrgäste nutzen täglich die Busse und Bahnen von Frankfurt bis Kassel, vom Odenwald bis nach Waldeck-Frankenberg. Nur mit Rücksichtnahme kommen wir sicher und pünktlich ans Ziel“, sagte RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat.

© Hessische Staatskanzlei
© Hessische Staatskanzlei

Einen weiteren Themenschwerpunkt setzt die Respekt-Kampagne beim Thema Integration. Als Fortsetzung der Kampagne „Löwen im Herz – Hessen integriert“ des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration ist eine Dialogreihe mit regionalen Veranstaltungen geplant. Diese sollen sichtbar machen, dass es überall im Land Menschen gibt, die sich für andere engagieren oder sich selbst erfolgreich integriert haben. Sie stehen nicht nur sinnbildlich für Menschen mit „Löwen im Herz“, sondern verdeutlichen auch eine positive Haltung zur Vielfalt in Hessen. Ziel ist es, diese Integrationsvorbilder mit vielen Bürgerinnen und Bürgern darüber ins Gespräch zu bringen, wie das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen gelingen und das Miteinander in Hessen gestärkt werden kann.

Zu den Projekten für Schülerinnen und Schüler zählt das Medienprojekt „Respekt heißt für mich…“. Unterstützt vom Kultusministerium, dem Justizministerium und dem Landespräventionsrat sollen 15 Schulklassen der Sekundarstufe I ihre Vorstellung von Respekt und einem guten Zusammenleben in Videos erarbeiten. Die Vorstellung und Auslobung des Projektes startet nach den Osterferien. Auf die Zielgruppe junger Menschen der Sekundarstufe II ist das Projekt „Respekt digital“ im Bereich „Soziale Medien“ ausgerichtet. Gemeinsam mit der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) wird mit Jugendlichen in fünf regionalen Workshops das Thema Hass in den sozialen Netzwerken thematisiert und eine Online-Kampagne erarbeitet. „Jugendliche bewegen sich in sozialen Netzwerken, sie wollen sich informieren, kommunizieren und amüsieren. Dort begegnen sie auch den Schattenseiten der modernen Kommunikation, wie Cybermobbing, Hatespeech und Fakenews. Mit unserem Projekt ‚Respekt digital‘ wollen wir diesen Phänomenen entgegenwirken und gemeinsam mit Jugendlichen für ein rücksichtsvolles Miteinander im Netz werben“, sagte LPR-Direktor Joachim Becker.

© Hessische Staatskanzlei
© Hessische Staatskanzlei

Die Projekte von „Hessen lebt Respekt“ werden bei ihrem Start gemeinsam mit den Kooperationspartnern vorgestellt. „Mehr Respekt in der Gesellschaft gibt es nicht allein durch Appelle und Werbemaßnahmen“, hob der Ministerpräsident hervor. „Respekt ist kein Selbstläufer und im Alltag nicht selbstverständlich. Es braucht uns alle, es braucht gesellschaftliche Initiativen und das alltägliche Verhalten eines jeden. Und es braucht Kooperationspartner, für deren Engagement ich mich herzlich bedanke. Wir wollen zeigen, wie eine Kultur des Miteinanders und des Zusammenhalts in Hessen aussehen kann. Seien Sie dabei. Wir laden alle Menschen ein, sich daran zu beteiligen – egal, von woher sie kommen“, sagte der Ministerpräsident.

„Hessen lebt Respekt“ im Internet: www.hessen-lebt-respekt.de

Dreikönigssingen 2017: 40 junge Sternsinger bringen Segen in die Hessische Staatskanzlei

40 Sternsinger in der Hessischen Staatskanzlei aus der Katholischen Pfarrgemeinde St. Gallus in Flörsheim-Weilbach (Bistum Limburg), der Katholischen Pfarrgemeinde St. Edith Stein in Maintal (Bistum Fulda) und der Katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Bad Vilbel (Bistum Mainz) mit  dem  Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (mitte) u. Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer (rechts). Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
40 Sternsinger in der Hessischen Staatskanzlei aus der Katholischen Pfarrgemeinde St. Gallus in Flörsheim-Weilbach (Bistum Limburg), der Katholischen Pfarrgemeinde St. Edith Stein in Maintal (Bistum Fulda) und der Katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Bad Vilbel (Bistum Mainz) mit dem Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (mitte) u. Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer (rechts). Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

40 junge Sternsinger bringen Segen in die Hessische Staatskanzlei
Ministerpräsident Volker Bouffier: „Mit großem ehrenamtlichen Einsatz sorgen kleine Könige für ganz besondere Freude hier und in der Welt“

Eine Sternensingerin bringt den Segen „20*C+M+B+17“ über die Eingangspforte der Staatskanzlei an. Foto: Diether v. Goddenthow
Eine Sternensingerin bringt den Segen „20*C+M+B+17“ hoch oben über die Eingangspforte der Staatskanzlei an. Foto: Diether v. Goddenthow

Wiesbaden. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, haben 40 Sternsinger des Bundes der Deutschen katholischen Jugend Hessen (BDKJ) in der Regierungszentrale empfangen. „Diesen Mädchen und Jungen sind bereits in jungen Jahren die Notlagen von gleichaltrigen Kindern in der Welt bewusst. Mit viel Empathie und Mitmenschlichkeit versuchen sie Not zu lindern. Durch ihre Spendenaktion erinnern sie eindrucksvoll daran, welch schwerwiegende negative Folgen die Veränderungen des Weltklimas für Menschen haben können. Mit ihrem großen ehrenamtlichen Einsatz sorgen die kleinen Könige für konkrete Hilfe in den zahlreichen Projekten und bringen damit nicht nur hier in ihren hessischen Gemeinden, sondern auch den Kindern in vielen Ländern der Erde eine ganz besondere Freude und Unterstützung“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

Sterensinger der Katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Bad Vilbel (Bistum Mainz) Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Sterensinger der Katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Bad Vilbel (Bistum Mainz) Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Die „Heiligen Drei Könige“ aus den drei hessischen Bistümern Limburg, Fulda und Mainz brachten den Segen des neugeborenen Christuskindes beim traditionellen Dreikönigssingen in die Staatskanzlei in Wiesbaden. Ministerpräsident Bouffier und Staatskanzleichef Wintermeyer dankten den Mädchen und Jungen aus der Katholischen Pfarrgemeinde St. Gallus in Flörsheim-Weilbach (Bistum Limburg), der Katholischen Pfarrgemeinde St. Edith Stein in Maintal (Bistum Fulda) und der Katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Bad Vilbel (Bistum Mainz) mit einer Geldspende, die der Aktion Dreikönigssingen 2017 zugutekommt.

Sternensinger Katholischen der Pfarrgemeinde St. Edith Stein in Maintal (Bistum Fulda) Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Sternensinger Katholischen der Pfarrgemeinde St. Edith Stein in Maintal (Bistum Fulda) Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

„Durch das Engagement junger Menschen hat sich der alte Brauch des Dreikönigssingens zur größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Sie beweisen seit mehreren Jahrzehnten, dass man mit Glauben, Nächstenliebe und Gaben – und seien sie noch so klein – viel Gutes in der Welt bewirken kann“, so der Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer.

Sternensinger der Katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Bad Vilbel (Bistum Mainz) Foto: Diether v. Goddenthow  © atelier goddenthow
Sternensinger der Katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Bad Vilbel (Bistum Mainz) Foto: Diether v. Goddenthow © atelier goddenthow

Zum 59. Mal sind die Sternsinger rund um den Dreikönigstag bundesweit unterwegs. „Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit“ heißt das Leitwort der diesjährigen Aktion, bei der in allen deutschen Bistümern Kinder und Jugendliche, als Heilige Drei Könige gekleidet, von Tür zu Tür ziehen. Mit ihrem Motto machen die Sternsinger gemeinsam mit den Trägern der Aktion – dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – auf die Folgen des weltweiten Klimawandels aufmerksam.

Bei ihrer letzten Aktion sammelten die Mädchen und Jungen zum Jahresbeginn 2016 rund
46,2 Millionen Euro. Rund 330.000 Sternsinger und ihre etwa 90.000 Begleiter in über 10.000 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten beteiligen sich bundesweit bei der im Jahre 1959 gegründeten weltweit größten Solidaritätskampagne. Mit den gesammelten Spenden können die Sternsinger rund 1.500 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützen.

Weitere Informationen zur Aktion des Dreikönigsingens 2017  „Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit“!

Festliches Finale „70 Jahre Hessen“ in Wiesbaden am 30.11. u. 1.12.2016

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Am 30. November und 1. Dezember 2016 fand das große Finale zum Jubiläum „70 Jahre Hessen“ in Wiesbaden statt. Im Zentrum der Feierlichkeiten standen die Verleihung der Wilhelm Leuschner-Medaille in Schloss Biebrich, eine Sondersitzung des hessischen Landtags, die Kurhausgeburtstagsparty, der Ökumenische Gottesdienst in der Marktkirche, der Staatsakt im Hessischen Staatstheater, das Feuerwerk auf dem Bowling-Green und das feierliche Abschlusskonzert im Staatstheater.

Die Veranstaltungen am 30. November 2016

Langjähriger Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann von Ministerpräsidenten Volker Bouffier mit höchster hessischer Auszeichnung, der Wilhelm-Leuschner-Medaille, geehrt. Foto: Heike  v. Goddenthow
Langjähriger Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann von Ministerpräsidenten Volker Bouffier mit höchster hessischer Auszeichnung, der Wilhelm-Leuschner-Medaille, geehrt. Foto: Heike v. Goddenthow

Leuschner-Medaille an Bischof Karl Kardinal Lehmann
Auftakt zum großen Hessengeburtstags-Finale bildete am 30. November gegen 10 Uhr der Festakt zur Verleihung der Wilhelm Leuschner-Medaille im Wiesbadener Schloss Biebrich an den früheren Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann durch Ministerpräsident Volker Bouffier (hier).

Sondersitzung des Hessischen Parlaments
Gegen 14 Uhr würdigten die Abgeordneten das bevorstehende Jubiläum der hessischen Landesverfassung mit einer Sondersitzung des Landtags im großen Plenarsaal. Am 1.Dezember 1946 hatten sich die Hessen in einer großen Volksabstimmung für die Annahme der neuen Landesverfassung ausgesprochen. Seither gilt der 1. Dezember als Geburtsstunde Hessens. Übrigens trat die Hessische Verfassung als zweite deutsche Landesverfassung der Nachkriegszeit (nach der des 1952 aufgelösten Württemberg-Badens) in Kraft. Sie ist die älteste noch geltende Landesverfassung Deutschlands.

© Hessischer Landtag
© Hessischer Landtag

Begrüßung durch den Präsidenten des Hessischen Landtags

Während der 2-stündigen Sitzung erinnerte Norbert Kartmann, Präsident des Hessischen Landtags, an die ersten Jahre des Parlaments, als Wiederaufbau und der Wunsch nach einem vereinten Deutschland im Vordergrund standen.

Michael Boddenberg, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, sprach vom hessischen Landtag als eines der „härtesten Parlamente der Republik“, in dem jedoch an der Sache orientiert gerungen und nach der besten Lösung gesucht werde. Er erinnerte an die Entstehung der Grünen-Partei, mit denen „man aber streiten konnte“, nicht so mit den heutigen Parteien aus dem rechtspopulistischen Spektrum, sagte Boddenberg.

Mathias Wagner, Vorsitzender der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen, betonte, dass Hessen oft ein Politiklabor war, das eine Vorreiterrolle eingenommen habe, wie etwa beim Datenschutzgesetz, mit dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt, mit den ersten rot-grünen Koalitionen sowie dem ersten Bündnis aus CDU und Grünen.

Thorsten Schäfer-Gümbel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, unterstrich, dass das Land Hessen sich aufgrund guter Startchancen durch die alliierten Streitkräfte ungeachtet der Verwüstungen durch Nazi-Herrschaft und den Zweiten Weltkrieg habe gut entwickeln können.

Janine Wissler, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag, mahnte ein gerechtes Wirtschaftssystem an und den Verfassungsauftrag „ernst zu nehmen“.

Florian Rentsch, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, rief ins Gedächtnis, dass vor allem unternehmerischer Mut und die Leistungsbereitschaft der Hessen für den Erfolg verantwortlich seien, denen an diesem Tag gedankt werden sollte.

Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident appelliert eindringlich gegen rechten Populismus. Zwar gehöre eine kritische Opposition zu einer erfolgreichen Demokratie. Politik sei aber nicht das wilde Behaupten, das Manipulieren und Missachten von Fakten, sagte der Ministerpräsident.

Festlich illuminiertes Wiesbadener Kurhaus zum 70-Jahre Hessen-Finale. Foto: Diether v. Goddenthow
Festlich illuminiertes Wiesbadener Kurhaus zum 70-Jahre Hessen-Finale. Foto: Heike v. Goddenthow
Großes Bürgerfest im Wiesbadener Kurhaus
Im 50er-Jahre Look präsentierten sich  Schauspieler des Staatstheaters und animierten später zum Tanz. Foto: Heike v. Goddenthow
Im 50er-Jahre Look präsentierten sich Schauspieler des Staatstheaters und animierten später zum Tanz. Foto: Heike v. Goddenthow

2300 Gäste feierten in allen Sälen des Kurhauses von 19.00 bis 0.15 Uhr  die große Hessen-Party mit Riesentorte, einer musikalischen Zeitreise durch die vergangenen 70 Jahre, Tanz im hr1 Hessen-Dancefloor, der Band Niteshit, dem Blauen Bock und Infoständen in der Hessen-Geburtstags-Lounge.

Volker Bouffier (l) und Norbert Kartmann eröffneten das große Bürgerfest. Foto: Heike v. Goddenthow
Volker Bouffier (l) und Norbert Kartmann eröffneten das große Bürgerfest. Foto: Heike v. Goddenthow

Der Hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann und der Ministerpräsident Volker Bouffier begrüßten die Gäste im Eagle-Club, wozu der Friedrich-von-Thiersch-Saal in rötliche Farben getaucht und entsprechend dekoriert worden war.

Bill Ramsey: Foto: Heike v. Goddenthow
Bill Ramsey: Foto: Heike v. Goddenthow

Hier spielten abwechselnd das Landesjugendjazzorchester Hessen und der Musikkorps der Bundeswehr mit Solistenauftritten von Bill Ramsey, Madeline Bell und Humphrey Campbell. Umringt von Schauspielern des Hessischen Staatstheaters im 50-Jahre-Look oblag es Volker Bouffier die Hessen-Geburtstagstorte anzuschneiden. Vorsorglich hatten die Veranstalter mit 50 Käsekuchen-Barren im dicken Zuckergussmantel ausreichend vorgesorgt, so das jeder Gast in den süßen Genuss kam.

Die Veranstaltungen am 1. Dezember 2016

Ökumenischer Gottesdienst in der Marktkirche
Am 1.Dezember 2016 zelebrierten von 9.30 bis 10.30 Uhr Bischof Martin Hein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, und Bischof Heinz-Josef Algermissen vom Bistum Fulda gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst . Nach dem Gottesdienst gingen die Gäste  zu Fuß ins Staatstheater, wo sie  gegen 11.30 Uhr gemeinsam den  Staatsakt zu Hessens 70. begingen.

Staatsakt im Hessischen Staatstheater Wiesbaden
Foto: Heike v. Goddenthow
Foto: Heike v. Goddenthow

Gut 1000 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, unter ihnen zahlreiche Vertreter hessischer Tanz- und Trachtenpflege in Originalkostümen, feierten im Wiesbadener Staatstheater  das 70. Jubiläum Hessens mit einem eindrucksvollen, unterhaltsamen, aber auch nachdenklichem Bühnenprogramm. In einer bunten Geschichts-Revue wurde die Entwicklung des Bundeslandes Hessen aus Ruinen mit Hilfe der Amerikaner bis hin zum internationalen Hightech-Land mit Europas größtem Datenknoten und der Raumfahrt eindrucksvoll umrissen.

Szene: Vertriebene ziehen mit einem Bollerwagen nach Weilburg. Foto: Diether v. Goddenthow
Szene: Vertriebene ziehen mit einem Bollerwagen nach Weilburg. Foto: Diether v. Goddenthow

Das Musikkorps der Bundeswehr und Violinist Thomas Bilowitzki gedachten zum Einstieg mit Musik aus „Schindlers Liste“ von John Williams würdevoll den Opfer der Nazi-Diktatur vor einer Großprojektion des Konzentrationslagers Auschwitz. Bedrückend auch  die nächsten Bühnenszenen von Kapitulation und Flucht, symbolisiert mit weißen Kapitulationsfahnen und einer nachempfundenen Szene Vertriebener, die mit Bollerwagen ihre letzte Habe bis nach Hessen gerollt hatten.  Über eine Millionen  Ostvertriebener fanden nach dem zweiten Weltkrieg in  Hessen nicht nur eine neue Heimat, sondern trieben mit ihrem Know-how und dem unbedingten Willen, Flucht und Elend hinter sich zu lassen, ganz  entscheidend den  Wiederaufbau und Hessens Weiterentwicklung mit voran. In den 50er Jahren war schon jede  vierte Ehe , die in Hessen geschlossen wurde, eine mit einem Vertriebenen-Partner.

Musik- und Tanzszene Elvis und die verrückten 50er Jahre. Foto: Diether v. Goddenthow
Musik- und Tanzszene Elvis und die verrückten 50er Jahre. Foto: Diether v. Goddenthow

Das Bühnenbild wechselte: „Hessen wird von den Amerikanerin befreit“! Elvis Presley platze herein,   gefolgt von lauten, lebhaften Fans, unter ihnen jede Menge hysterischer Mädchen, die im Original-Outfit der 50er zu Rock-’n’-Roll-Klängen durch die Luft gewirbelt wurden. Reihenweise fielen sie in Ohnmacht beim Anblick des „King of Rock ’n’ Roll“.

Landtagspräsident Norbert Kartmann ging in seiner anschließenden Begrüßung auf die zentrale wie segensreiche Rolle der Amerikaner für den Neuanfang Hessens nach dem Krieg ein. So waren die Hessen mit Hilfe der Amerikaner das erste Mal nach dem Krieg aufgerufen, ein frei gewähltes Parlament zu bestimmen. Das war die die Geburtsstunde der Demokratie und des Parlamentarismus in Hessen, so Kartmann.

Norbert Kartmann
Norbert Kartmann

Damit legten die Bürgerinnen und Bürger, so Kartmann, selbst den Grundstein für ein demokratisches und rechtsstaatliches Land und bildeten eine freiheitliche Gesellschaft nach der verherrenden Diktatur des Nationalsozialismus. Auf dieser Grundlage von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, so der Hessische Landtagspräsident, wuchs das Bundesland Hessen in der Gemeinschaft mit den anderen Bundesländern in der seit 1949 durch die Bundesländer begründeten Bundesrepublik Deutschland und auf dem Fundament des Grundgesetzes zu einem blühenden und erfolgreichen Bundesland mitten in Deutschland heran.

Ausschnitt aus Woyzeck.
Ausschnitt aus Woyzeck.

Den „Großen Hessen“ gedachten Maximilian Pulst und Benjamin Krämer-Jenster mit einem Ausschnitt aus dem Theaterstück „Woyzeck“ dem „aufmüpfigen“ Schriftsteller Georg Büchner (1813 – 1837), der Zuflucht vor der Obrigkeit in Straßburg fand, nachdem er im Landboten  mit seiner Schrift „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ die hessische Landbevölkerung zur Revolution gegen die Unterdrückung der Obrigkeit aufgerufen hatte.
Christopher Bolduc (Bariton) sang in Begleitung von Julia Palmova am Klavier Johann Wolfgang von Goethes Lied „Erlkönig“ mit Musik von Franz Schubert. Den Brüdern Grimm gedachte eindrucksvoll das Hessische Staatsballett unter Leitung von Tim Plegge mit Ausschnitten aus dem Ballett „Aschenputtel“.

70 Jahre Frieden, Freiheit und Wohlstand – Hessen eine Erfolgsgeschichte im Herzen Europas

Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident. Foto: Heike v. Goddenthow
Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident. Foto: Heike v. Goddenthow

In seiner vielbeachteten Festrede hob der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hervor, dass der heutige Wohlstand in Frieden, Freiheit und Sicherheit keinesfalls eine Selbstverständlichkeit sei.
Die Rede von Volker Bouffier im Wortlaut:

„Sieben Jahrzehnte Hessen, das bedeutet sieben Jahrzehnte Frieden, Freiheit, Sicherheit und nie gekannten Wohlstand. Ein großartiges Bundesland ist entstanden. Dafür sind wir an diesem Tag besonders dankbar. Und ich sage es bewusst: Wir sind auch stolz auf unsere Heimat Hessen. Ich gratuliere unserem Land, und vor allem seinen Bürgerinnen und Bürgern – es ist ihr Jubiläum! Das Leben unserer Bürgerinnen und Bürger, so wie sie es in Hessen geführt haben, das ist es, was unser Land zum dem gemacht hat, was es heute ist.

Niemand konnte vor 70 Jahren ahnen, was aus unserem in Trümmern liegenden Land werden würde. Die Zeit nach dem Krieg, das war eine Zeit großer Ängste und Sorgen und eine Zeit unglaublichen Mangels. Viele wussten nicht, ob sie den Hunger und den Winter überhaupt überleben würden. Aus Stahlhelmen wurden Nudelsiebe, aus Granaten Wasserkannen und aus Fallschirmseide Kleider. Papier war so knapp, dass die Verwaltung in Wiesbaden die alten Briefumschläge mit dem Nazi-Reichsadler weiter verwendete. Hunderte Druckplatten, mit denen zuvor Hitlers „Mein Kampf“ gedruckt worden war, wurden eingeschmolzen. Aus ihnen wurden Druckplatten für die ersten freien Zeitungen. Auch in Hessen erschienen neue Zeitungen, die über wichtige Ereignisse des Tages, heute vor genau 70 Jahren, berichteten.

Die Zeitungen enthielten damals nur Text, einige wenige Überschriften, keine Werbung – für was sollte auch geworben werden. In unserer digitalen Welt scheint uns nicht mehr viel mit einer solchen Zeitung zu verbinden. Doch der Eindruck täuscht: Die Schlagzeile von damals verweist auf den Grund unserer heutigen Feierlichkeiten: Zu 77 Prozent hatten sich die Hessen in der Volksabstimmung für die neue Verfassung ausgesprochen, vermeldet die Titelseite, zum Beispiel des Wiesbadener Kuriers. Fast zwei Drittel der Wahlberechtigten waren zur Urne gegangen.

Damit war die erste demokratisch legitimierte Landesverfassung Deutschlands nach zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft angenommen. Das Fundament eines der erfolgreichsten Bundesländer der kommenden Republik war gelegt. Das Bemühen der Amerikaner, dem Land demokratisch auf die Beine zu helfen, war aber längst nicht bei allen willkommen. Die Soldaten ihrer Armee hatten die Innenstädte von Frankfurt, Kassel, Offenbach oder Gießen ausgelöscht, auch viele kleinere Städte wie Dietzenbach, Bensheim oder Bad Vilbel waren in Schutt und Asche gelegt worden.

Die gleichen Soldaten standen nun vor den Deutschen und unterrichteten sie über Grundsätze der neuen Staatsform. Aber die militärische und moralische Niederlage war vielen Hessen schmerzlich genug. Sie wollten jetzt nicht auch noch belehrt und umerzogen werden. Viele wollten nicht akzeptieren, dass die alliierten Bomben eine Folge des von den Deutschen mit äußerster Brutalität geführten Krieges war. Und so äußerten 50 Prozent der Hessen nach dem Krieg, der Nationalsozialismus sei nach wie vor eine gute Idee, die einfach nur schlecht ausgeführt worden sei. Heute völlig unverständlich und nicht ansatzweise zu tolerieren.

Unser Land lag nicht nur in Trümmern, viele Millionen Tote waren zu beklagen, viele Familien bangten um ihre Söhne, Väter, Männer, die vermisst oder in Kriegsgefangenschaft waren. Das Land war auch moralisch diskreditiert und aus der Gemeinschaft der Völker ausgeschlossen.
Doch die Amerikaner glaubten an unser Land. Sie legten trotz allem das Schicksal zurück in die Hände der Bürgerinnen und Bürger. Ein mutiger Schritt und ein enormer Vorschuss an Vertrauen nur wenige Monate nach Ende des Krieges.

Sie wurden nicht enttäuscht. Nach und nach wurden aus den Kriegsgegnern und der Besatzungsmacht Befreier, Verbündete und Freunde. Immer mehr Hessen verstanden die Befreiung und neue Demokratie als das, was sie war: Eine Chance für persönliche Entfaltung und einen Neubeginn in Freiheit. Die Demokratie festigte sich. Hessen wurde ein weltoffenes, ein tolerantes Land.

Wir Hessen haben aus den Verbrechen des Krieges Lehren für den Frieden gezogen. Der Weg dorthin war nicht leicht. Die Titelseiten der Zeitungen vor 70 Jahren berichten nicht nur über die erfolgte Zustimmung zur Verfassung. Es findet sich auch eine Meldung über eine Änderung des Kontrollrates bei der Verordnung zum Wohnungsgesetz. Das klingt heute wie eine unbedeutende Nebensache. Aber für die Menschen vor 70 Jahren waren Regelungen darüber wer, wie und wo wohnen durfte, existentiell. Wohnraum war knapp und er wurde noch knapper, nachdem die Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten nach Hessen kamen.

Es gehört zu den größten Leistungen der hessischen Nachkriegsgeschichte, dass trotz der schwierigen Verhältnisse fast eine Million Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen wurden. Und so schlägt auch diese Meldung, über die Wohnraumnutzung 70 Jahre später, die Brücke in unsere Zeit. Die Vorbehalte waren ähnlich hoch, wie in der Flüchtlingskrise unserer Tage, ja sogar noch größer. Denn das Teilen der knappen Nahrung, das Teilen der kaum vorhandenen Arbeit, und vor allem der noch verbliebenen intakten Wohnungen stieß auf größte Ablehnung. Mit der Schaffung des „Hessenplans“ aber wurde die Eingliederung vorangebracht – und sie wurde zu einem großen Erfolg. Der kulturellen, konfessionellen und landsmannschaftlichen Aussöhnung wurde der Weg bereitet. Im Jahr 1953 zeigte sich sogar: Bei jeder vierten Ehe-schließung war nun einer der beiden Partner ein Heimatvertriebener. Hessen wuchs zusammen! Damals wie heute gilt der legendäre Satz von Ministerpräsident Georg August Zinn: Hesse ist, wer Hesse sein will. So zeigt der Blick zurück, dass wir keinen Zweifel haben sollten, dass auch uns – mit weitaus größeren Ressourcen – die Integration der Flüchtlinge gelingen kann.

Eine große Herausforderung für viele Jahre, die wir aber meistern werden, wenn sowohl Einheimische als auch Neubürger es ernsthaft wollen. Aus Nebeneinander ein fruchtbares Miteinander, aus Flüchtlingen, denen die Heimat zur Fremde und die Fremde noch nicht zur Heimat geworden ist, Mitbürger werden zu lassen, das ist unser Ziel. So muss es dann auch gelingen, erneut eine gemeinsame Identität und eine gemeinsame Heimat entstehen zu lassen.

Hessen gelang es nach dem Krieg, nicht nur die Integration voran zu bringen, sondern unser Land wurde auch Teil des Wirtschaftswunders. Industrie und Handel expandierten, die Menschen hatten Arbeit und schon Anfang der sechziger Jahre kamen die ersten Gastarbeiter. Der neue Wohlstand erreichte nun auch viele Familien. Das erste Auto, vielleicht ein Opel aus Rüsselsheim oder ein VW-Käfer aus Baunatal, an denen die Väter selbst mitgeschraubt hatten, und bald sogar wieder eine Urlaubsreise und ja sogar ins Ausland, bevorzugt nach Österreich oder Italien, waren die sichtbarsten Zeichen dieses Aufschwungs. Aus Hessen wurde einer der stärksten Regionen Deutschlands und Europas.

Das Wirtschaftswunder und das zunehmende Wachstum riefen aber auch Konflikte zwischen Mensch und Natur hervor, die uns bis heute beschäftigen. Die heftigen Auseinandersetzungen um die Atomkraft oder den Bau der Startbahn West am Frankfurter Flughafen prägten das politische und gesellschaftliche Leben in Hessen ganz wesentlich und mögen als Beispiele genügen. Es waren Vorboten eines notwendigen Ausgleichs zwischen Ökologie und Ökonomie. Ein solcher Ausgleich war und ist anspruchsvoll. Den technischen Fortschritt zu ermöglichen, die Umwelt zu wahren und gleichzeitig den Wohlstand der Gesellschaft zu erhalten, wenn möglich zu mehren, muss das Ziel sein. Hier galt und gilt es immer wieder, innovative Lösungen zu finden.

Hessen hat sich dabei immer als eines der innovativsten Länder gezeigt. Gesellschaftliche und technische Herausforderungen fanden in Hessen schon früh erfolgreiche Antworten: Hierzu gehörte zum Beispiel die Idee der Dorfgemeinschaftshäuser, als Treffpunkt für alle in den Dörfern. Oder auf der anderen Seite unsere Vorreiterrolle bei neuen technischen Entwicklungen. Hessen war Sitz der ersten deutschen Zentrale für Datenverarbeitung und Hessen hatte den ersten Datenschutzbeauftragten der Welt. Und heute wollen wir mit unserem Leistungszentrum für Sicherheit und Datenschutz in der digitalen Welt in Darmstadt die Chancen der Digitalisierung mit den Erfordernissen eines sicheren Datenaustauschs erfolgreich verbinden.

Hessen war auch politisch besonders innovativ. Nach jahrzehntelanger sozial-demokratischer Dominanz wandelte sich auch in Hessen die politische Landschaft. Hessen wurde mit der ersten rot-grünen und später ersten schwarz-grünen Regierung in einem Flächenland zum Politlabor der Republik.

Hessen setzte auch in anderer Hinsicht besondere Akzente, die für die ganze Republik große Bedeutung hatten. In der Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders blieb wenig Raum sich mit dem Krieg, der Nazidiktatur und ihrer Verbrechen näher auseinander zu setzen. Und mancher wollte es auch nicht.

Es war der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der sich gegen dieses Vergessen stemmte. Seine Arbeit im Frankfurter Auschwitzprozess trug mit dazu bei, dass das NS-Unrecht nicht vergessen und ungesühnt blieb. Er holte in Hessen nach, was anderenorts verdrängt wurde. Wie kaum ein anderes Land hat Hessen sich gegen die Schlussstrich-Mentalität gewandt und sich für die Aussöhnung mit den jüdischen Bürgern engagiert.

Dass wir in Hessen wieder eine lebendige und reiche Kultur jüdischer Gemeinden haben, dafür bin ich außerordentlich dankbar. Aber Hessen hatte sich nicht nur mit dem rechten Terror auseinanderzusetzen. Es galt auch, dem Terror von links entgegenzutreten. Die Studentenunruhen an den hessischen Universitäten waren fast schon wieder vorbei, als das Protestpotential sich zu radikalisieren begann. Die ersten Anschläge der Roten Armee Fraktion erfolgten in Hessen: mit dem Angriff auf Frankfurter Kaufhäuser und sie endeten auch in Hessen mit dem Anschlag auf die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt.

Unser Land ist den extremistischen und terroristischen Angriffen stets entschlossen entgegengetreten. Das galt und es gilt auch heute, zum Beispiel, wenn der islamistische Terror uns vor neue Herausforderungen stellt. Wir werden wachsam sein, damit Extremismus und Terrorismus egal welcher Art auch in den nächsten 70 Jahren keinen Platz in unserem Land haben. Unsere Demokratie ist stark geworden und wird stark bleiben. Sie hält Widerspruch und Gegensätze aus. Was sie nicht aushält, sind Gleichgültigkeit, Hass und Gewalt. Deshalb brauchen wir auch in Zukunft Menschen, die sich engagieren und für Demokratie und Freiheit eintreten.

So wie die Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen DDR, die mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit friedlich eine Diktatur überwandten. Mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 öffnete sich auch die Grenze zwischen Hessen und Thüringen und so kam unser Land zurück in die Mitte Europas. Deutschland wurde wieder vereinigt und die Spaltung Europas überwunden. Extremismus und Nationalismus haben die Länder Europas in den Abgrund geführt. Gerade jetzt ist es notwendig, daran wieder zu erinnern. Eine Zukunft in Frieden, Freiheit und Wohlstand kann es nur in einem geeinten Europa geben.

Wir feiern unsere Verfassung in einer Zeit großer Verunsicherung und krisenhafter Entwicklungen innerhalb und außerhalb der EU. Aber gerade das Glück der Wiedervereinigung zeigt uns, es lohnt sich, auch in schwierigen Zeiten an der Idee des friedlichen Miteinanders festzuhalten. Im Übrigen war die Lage zur Zeit der Verabschiedung unserer Verfassung weit schwieriger.

Auf derselben Titelseite, die über die Verfassung und die Wohnungsverordnung informierte, findet sich an diesem Tag eine weitere kleine Meldung, die keine gute Zukunft verhieß: „Unerwünscht und gefährlich“, so lautete die Überschrift. Gemeint war Deutschland. Es wird über die ablehnende bis feindliche Auffassung der niederländischen Regierung berichtet. Die Teilnahme Deutschlands an einem Block westeuropäischer Staaten wurde von der niederländischen Regierung radikal zurückgewiesen. Mehr noch: Zitat: „Die Keimzelle aller europäischen Probleme sei Deutschland“, so die zitierte Agenturmeldung und die damalige Auffassung unseres Nachbarlandes.

Heute hingegen unterhält Deutschland nicht nur ausgezeichnete Beziehungen zu den Niederlanden, sondern ist entscheidender Motor in Europa geworden, wirtschaftlich und politisch. Eine solche Stellung musste dem Leser vor 70 Jahren unvorstellbar erscheinen.

Gerade beim gegenwärtigen Blick auf die Vereinigten Staaten sollten wir nie vergessen, es waren die Amerikaner, die uns den Weg zur Selbstbestimmung und Demokratie öffneten, die uns Vertrauen schenkten und auch kulturell unser Land stark beeinflussten. Auf der Basis unserer freiheitlichen Grundwerte verbindet uns deshalb viel mehr, als uns trennt. Weder Europa noch Amerika hätten alleine das erreichen können, was wir gemeinsam erreicht haben. Dieses Erreichte mahnt uns auch, auch an jene zu denken, die heute unsere Unterstützung brauchen, die sich heute für Demokratie und Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen. Der Blick auf die Schlagzeilen der Zeitung vor 70 Jahren zeigt, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben.

Wir haben Herausforderungen gemeistert und Chancen wahrgenommen. So wollen wir es auch in der Zukunft halten.

Meine Damen und Herren,
über unseren Tag informieren heute in Echtzeit Fernsehen, Facebook oder Twitter. Doch auch morgen werden in Hessen wieder eine Reihe Zeitungen erscheinen, die über das Tagesgeschehen berichten. Ich maße mir nicht an, die Schlagzeilen vorweg zu nehmen. Aber eine besonders zutreffende könnte durchaus lauten: „70 Jahre Frieden, Freiheit und Wohlstand – Hessen eine Erfolgsgeschichte im Herzen Europas“.

Hessen im Umbruch

Von den Hesselbachs über Blaue-Bock-Legende Heinz Schenk (Lied: „Es ist alles nur geliehen“) bis hin zum Hessentag, erinnerten zahlreiche Filmausschnitte sowie ein bunter Auftritt des jungen Hessischen Staatsmusicals mit Intendant Uwe Eric Laufenberg an Hessens Entwicklung, die letztlich nur durch 70 Jahre Frieden in Freiheit und Weltoffenheit möglich waren.

Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Großprojektionen, musikalisch mit Kompositionen von Guido Rennert umrahmt, ermahnten, dass Freiheit auch nach dem Krieg nicht in ganz Deutschland  selbstverständlich war. Gezeigt wurden rasch wechselnde Bildfolgen von der ehemaligen Zonengrenze zum DDR-Nachbarland Thüringen, von der friedlichen DDR-Revolte mit dem Fall der Berliner Mauer, von den Mauerspechten, die sich in die Freiheit durch die Mauer klopften, von Trabi-Kolonnen, berührenden Umarmungen  Wildfremder und der Erfolgsgeschichte deutsch-deutscher Wiedervereinigung.

Michael Quast. Foto: Diether v. Goddenthow
Michael Quast. Foto: Diether v. Goddenthow

Dass aber auch bei manchem Ernst der Lage  die Dinge in Hessen stets auch mit Humor gesehen wurden und werden, inszenierte eindrucksvoll der bekannte hessische Schauspieler, Kabarettist und Regisseur Michael Quast. In vier Minuten „ritt“ Quast grandios, kenntnisreich und pointiert durch „20 (wilde) Jahre Politik“, inklusive  parodistischen Gedenkens an Frankfurter Sponti-Szene, Häuserkampf ,  Startbahn-West-Schlachten und Räumung des Hüttendorfes.

Astronaut Thomas Reiter
weltraumNoch atemlos vom Quast’schen  historischen Vier-Minutengalopp, war das Festpublikum reif dafür,  in die unendlichen Weiten des Weltalls entführt zu werden. Vor einem auf Großleinwand  projizierten Planeten Erde schwebte ein Astronaut quer durch den Bühnenhimmel, während Hessens berühmtester Raumfahrer, Thomas Reiter, am Stehpult von seinen grandiosen Eindrücken und Erkenntnissen im All  berichtete. Zweimal habe er die Gelegenheit erhalten, in den Weltraum zu fliegen und „unseren Planeten aus einer Höhe von etwa 400 Kilometern zu bewundern“. Aus dieser Entfernung auf die kleine Erde geblickt, erkenne man die Anfälligkeit unseres Planeten, den wir Menschen nur gemeinsam bewahren könnten.  In der unendlichen Weite des Weltalls  schrumpfe unsere Erde auf die Größe eines einsamen Sandkorns unter Milliarden anderer Sterne in der Galaxie. So betrachtet, schrumpften   auch „von hier oben“ die irdischen Probleme, weswegen die Menschen all das Elend verursachten und Kriege gegeneinander führten, statt gemeinsam die Erde als Lebensgrundlage für den Menschen zu bewahren, so Reiter.
Bislang habe noch jeder der insgesamt 550 Astronauten die Erfahrung gemacht, am ersten Tag seine Heimatstadt zu suchen, am zweiten Tag sein Land, aber schon am dritten oder vierten Tag zeige jeder auf seinen Kontinent, „und am 5 Tag achteten wir auch nicht mehr auf die Kontinente, wir sahen nur noch die Erde als den einen ganzen Planeten.“ Aus dieser großen Überblicks-Entfernung nivellierten sich nationale Grenzen und ethnische Unterschiede. Und es zeige wie Perspektivenwechsel Probleme und Konflikte mit einem Mal  völlig anders und unerheblich erscheinen ließen.

Hessen heute – Multinationale Tradition

Foto: Heike v. Goddenthow
Foto: Heike v. Goddenthow

War zu Beginn die  Vertreibung Millionen Deutscher nach dem Kriege aus den Ostgebieten Thema, bildete die Erinnerung an die multinationale Tradition Hessens den Abschluss des feierlichen Staatsaktes im Hessischen Staatstheater. Hierzu betrat eine Gruppe junger Menschen mit verschiedenen National-Fahnen die Bühne, während der palästinensisch-syrische Pianist und Beethoven-Preisträger 2015 Aeham Ahmad über den Schmerz seines in Trümmern liegenden Heimatortes Jarmuk als Mahnung an die Welt für Freiheit, Frieden und Integration sang.

Die Hessische Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege vertritt rund 17 000 Mitglieder  aus  Volkstanz, Trachten und Brauchtum in Hessen. Zahlreiche Vertreter nahmen in entsprechender Tracht am Staatsakt im Wiesbadener Staatstheater teil. Foto: Heike v. Goddenthow
Die Hessische Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege vertritt rund 17 000 Mitglieder aus Volkstanz, Trachten und Brauchtum in Hessen. Zahlreiche Vertreter nahmen in entsprechender Tracht am Staatsakt im Wiesbadener Staatstheater teil. Foto: Heike v. Goddenthow
Großes Jubiläumsfeuerwerk auf dem Bowling-Green
Foto: Diether v. Goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow

Gut 7000 Menschen verfolgten zum Abschluss der Jubiläums-Feierlichkeiten das große Jubiläumsfeuerwerk auf dem Bowling-Green. Das von Radio FFH gesponserte Lichterspektakel war perfekt auf die Musik abgestimmt. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier startete den fulminanten Abschluss mit einem Druck auf den „grünen Knopf“. Zu sehen waren 15 Minuten lang bunte Raketen und unterschiedliche Feuerfontänen vor dem von etwa 120 Strahlern in den Hessenfarben illuminierten Kurhaus. Dies war zudem links und rechts umrahmt von zwei Heizluftballons.

Abschluss-Festkonzert „70 Jahre Hessen“
Pausieren im herrlichen Theater-Foyer. Foto: Diether v. Goddenthow
Pausieren im herrlichen Theater-Foyer. Foto: Diether v. Goddenthow

Im Anschluss zum Feuerwerk hatte das Hessische Staatstheater zum großen Festkonzert anlässlich der Feierlichkeiten zum 70. Jubiläum der hessischen Verfassung eingeladen. Gespielt wurden Werke von Ludwig van Beethoven, Alban Berg, Engelbert Humperdinck, Fazil Say, Richard Wagner & Hans Zender unter Leitung von Patrick Lange, der mit Beginn der Spielzeit 2017.2018 als Nachfolger von Zsolt Hamaran sein Amt als Generalmusikdirektor antreten wird. Katja Leclere, Dramaturgin am Staatstheater, führte mit kulturhistorischen Einblicken und Anmerkungen unterhaltsam durchs Programm.

Festkonzert »70 Jahre Hessen« In der ersten Reihe v.r. Dirigent Patrick Lange (hinter Podest), Bariton (Mahler-Lieder) Benjamin Russell, Dramaturgin (Moderation) Katja Leclere, Sopran (Fazil Say Goethe-Lieder) Nihan Inan, Sopran (Clärchen-Lieder) Katharina Konradi, im Hintergrund das Hessisches Staatsorchester und der Jugendchor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow
Festkonzert »70 Jahre Hessen« In der ersten Reihe v.r. Dirigent Patrick Lange (hinter Podest), Bariton (Mahler-Lieder) Benjamin Russell, Dramaturgin (Moderation) Katja Leclere, Sopran (Fazil Say Goethe-Lieder) Nihan Inan, Sopran (Clärchen-Lieder) Katharina Konradi, im Hintergrund das Hessisches Staatsorchester und der Jugendchor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Foto: Diether v. Goddenthow

Dokumentation: Diether v. Goddenthow (Rhein-Main.Eurokunst)

 

 

Bischof der Herzen, Kardinal Lehmann, ist mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille im Wiesbadener Schloss Biebrich geehrt worden

Langjähriger Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann von Ministerpräsidenten Volker Bouffier mit höchster hessischer Auszeichnung, der Wilhelm-Leuschner-Medaille, geehrt. Foto: Heike v. Goddenthow
Langjähriger Mainzer Bischof Karl Kardinal  Lehmann von Ministerpräsidenten Volker Bouffier mit höchster hessischer Auszeichnung, der Wilhelm-Leuschner-Medaille, geehrt. Foto: Heike v. Goddenthow

Der frühere Mainzer Bischof Karl Kardinal  Lehmann ist während eines Festaktes am 30. November 2016 mit der Wilhelm Leuschner-Medaille ausgezeichnet worden. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, der auch die Laudatio hielt, überreichte Lehmann die höchste Auszeichnung des Landes Hessens im Wiesbadener Biebricher Schloss.

Bouffier  würdigte Lehmann als „Idealbesetzung im Amt des Bischofs“ ,als  einen „herausragenden Brückenbauer“ und als einen „Mittler zwischen den Welten“. Wörtlich sagte der Hessische Ministerpräsident: „Sie haben die Fähigkeit zu verbinden und sowohl menschlich als auch intellektuell Gegensätze zu überwinden. Ihnen ist es gelungen, ein Mittler zwischen der Wissenschaft und dem Glauben, der katholischen und der evangelischen Kirche, zwischen den christlichen und nichtchristlichen Religionen, zwischen Gesellschaft und Politik, ja sogar zwischen Kirche und Sport“, sagte der Ministerpräsident in seiner Laudatio im Wiesbadener Schloss Biebrich. „Sie sind ein Mann unserer Zeit und waren als Bischof von Mainz eine Idealbesetzung. Die Menschen in und um Hessen haben ‚ihren Karl‘ tief ins Herz geschlossen und Ihre Arbeit sehr geschätzt.“

Ministerpräsident Bouffier  würdigte Lehmann als „Idealbesetzung im Amt des Bischofs“ ,als  einen „herausragenden Brückenbauer“ und als einen „Mittler zwischen den Welten“. Foto: Heike v. Goddenthow
Ministerpräsident Bouffier würdigte Lehmann als „Idealbesetzung im Amt des Bischofs“ ,als einen „herausragenden Brückenbauer“ und als einen „Mittler zwischen den Welten“. Foto: Heike v. Goddenthow

In Anspielung auf das auf Georg August Zinn  zurückgehende Zitat „Hesse ist, wer Hesse sein will“, sei auch Lehmann ein Hesse, selbst wenn er bekennender Mainzer sei, so Bouffier. Immerhin befänden sich  zwei Drittel des Mainzer Bistums auf hessischer Seite. So  war Kardinal Lehmann als Bischof von Mainz auch für den größten Teil der in Hessen lebenden Katholiken das geistliche Oberhaupt. „Karl Kardinal Lehmann war wie kein anderer in mehr als drei Jahrzehnten, fast 33 Jahren, der Repräsentant des Katholizismus in der Diözese Mainz. Von 1987 bis 2008 war er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. An seinem 80. Geburtstag trat er im Mai als Bischof von Mainz zurück. Durch sein fundiertes theologisches Wissen und seine mitmenschliche Ausstrahlung hat er dem Bistum und seinen Gläubigen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus eine geachtete Stimme verliehen. Kardinal Lehmann war und ist für gesellschaftliche und politische Fragen stets ein wichtiger und allseits geschätzter Ratgeber. Er war ein beliebter Verwalter und Gestalter eines jahrtausendealten Erbes. Für sein Lebenswerk bei der Erneuerung der Kirche und den gelebten Geist der Ökumene erhält Kardinal Lehmann die höchste Auszeichnung des Landes Hessen“, sagte der Ministerpräsident.

Volker Bouffier hob in seiner Laudatio Kardinal Lehmanns Standfestigkeit in Glaubensfragen hervor. Als Sprecher der deutschen Bischöfe habe Lehmann mit Entschiedenheit und großem Engagement die Interessen der deutschen Katholiken auch immer wieder vor dem Vatikan vertreten.

„Sie haben den Menschen auch außerhalb der katholischen Kirche Ihre Hand gereicht und sich mit Einfühlungsvermögen, Kraft und Beharrlichkeit für das Miteinander eingesetzt. Das Zusammenführende von katholischer und evangelischer Kirche war immer Triebfeder, um sich mit Beharrlichkeit für die Gemeinsamkeiten der Christen im Glauben einzusetzen. Ihr Wort war stets geschätzt und hat auch weiterhin für die Katholiken in Hessen, in Deutschland, und für unsere gesamte Gesellschaft Gewicht. So wurden Sie zum Gesicht einer menschenfreundlichen Kirche“, sagte Regierungschef Volker Bouffier und betonte, dass Lehmann stets zum wertschätzenden Miteinander eintreten sei, das Gemeinsame unter Menschen zu suchen, ohne das Trennende zu missachten. Lehmann sei ein „Glücksfall“ für sein Bistum und sein Land gewesen.

Seine Eminenz Karl Kardinal Lehmann, Bischof em. von Mainz: "Ich verstehe die Verleihung der Medaille als Dank für die Anerkennung meines Dienstes für die Demokratie und das Gespräch zwischen Staat und Kirche“  Foto: Diether v. Goddenthow
Seine Eminenz Karl Kardinal Lehmann, Bischof em. von Mainz: „Ich verstehe die Verleihung der Medaille als Dank für die Anerkennung meines Dienstes für die Demokratie und das Gespräch zwischen Staat und Kirche“ Foto: Diether v. Goddenthow

In seinem Dankwort sagte Kardinal Lehmann, die Verleihung als „Dank für die Anerkennung meines Dienstes für die Demokratie und das Gespräch zwischen Staat und Kirche“ zu verstehen. Er wolle sich für die „Art und Weise des Umgangs miteinander im politischen Geschäft und zumal mit den Kirchen und Religionen“ bedanken. „Es gibt in diesem Land klare Konturen der einzelnen Parteien und der verantwortlichen Persönlichkeiten, auch gelegentlichen Streit und – gar nicht so selten – ein erstaunliches, geradezu friedliches Miteinander. Dies ist gewiss nicht alle Tage so. Aber ich meine darin doch etwas von den bleibenden Errungenschaften der Widerstandskämpfer für uns und – wie es schon in der Gründungsurkunde des Preises heißt – vom Geist Wilhelm Leuschners‘ zu erkennen“, betonte der Kardinal.

Dem Lande Hessen sei er seit 1983 in besonderer Weise verbunden, sagte Lehmann: „Weit über zwei Drittel der katholischen Christen im Bistum Mainz, für die ich 33 Jahre Bischof sein durfte, leben in Hessen. Ich lernte Land und Leute schätzen und nicht selten lieben. Dies gilt besonders auch für die wirtschaftlichen und sozialen, die kulturellen und wissenschaftlichen Beiträge von vielen Frauen und Männern.“

Kardinal Lehrmann ist der 226. Träger der Wilhelm Leushcner-Medaille, die der  ehemalige Ministerpräsident Georg August Zinn am 29. September 1964 anlässlich des 20. Todestages Wilhelm Leuschners stiftete. Wilhelm Leuschner war von 1928 bis 1933 hessischer Innenminister. Leuschner zählte zu den wichtigsten Persönlichkeiten des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler wurde Leuschner zum Tode verurteilt und am 29. September 1944 hingerichtet. Die nach ihm benannte Medaille wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich beispielhaft für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit eingesetzt haben. Die Medaille wird seit 1965 verliehen. Zu den Trägern der Medaille gehören etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Philosoph Jürgen Habermas und der vor drei Jahren verstorbene Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

Die Ehrung markiert den  Auftakt der  Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag des Landes, der am 30. November und 1. Dezember mit vielen Programmpunkten in der Landeshauptstadt gefeiert wird.