Kategorie-Archiv: Gutenberg Museum

Stomps-Preis 2015 am Vorabend der Minipressenmesse Mainz verliehen

Stomps-Preis an vl.: Annette Köhn, (Kulturdezernentin Marianne Grosse Grußwortrednerin),  Bettina Haller, Birgit Reichert, Andrea Lange. © massow-picture
Stomps-Preis an vl.: Annette Köhn, (Kulturdezernentin Marianne Grosse Grußwortrednerin),
Bettina Haller, Birgit Reichert, Andrea Lange. © massow-picture

Am 3. Juni 2015, am Vorabend der Internationalen Minipressen-Messe, verlieh die Stadt Mainz in Andenken an den Verleger, Schriftsteller und Literaturförderer Victor Otto Stomps (1897 – 1970) den 19. Stomps-Preis. Dies geschah zum ersten Mal separat im Gutenberg-Museum. Denn die „Eröffnung der Minipressen-Messe“ sei „schon aufregend und Ereignis genug“, erklärte Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur in Mainz. Das habe in den vorigen Malen mitunter ein wenig vom Stomppreis abgelenkt. Deswegen solle der Stomps-Preis ab diesem Jahr in einem würdigen Rahmen separat vom Aufbautrubel im Vortragssaal verliehen werden.

Der Förderpreis in Höhe von 1.500 Euro ging an Annette Köhn und ihren vor erst fünf Jahren gegründeten Jaja-Verlag Berlin. In ihrer Laudatio lobte Amelie Persson die Leistungen des erst vor fünf Jahren gegründeten Ein-Frau-Unternehmen, welches inzwischen eine weitere feste Miterarbeiterin, Praktikanten und etwa 60 Autoren habe und inzwischen in Berlin-Neukölln in der Tellstrasse mit seiner Musenstube zu einer Institution geworden sei. Bereits 50 Werke hätten hier das Licht der Welt erblickt, beispielsweise der von ihr selbst verfasste Comic über den Drachen Leto mit seinen Reiseerlebnissen in die Halong-Bucht in Vietnam. Annette Köhn war selbst dort. Inzwischen wurde ihr Comic ins Vietnamesische übersetzt.

Den Hauptpreis mit 3.500 Euro erhielt die Sonnenberg-Presse Chemnitz/Kemberg vertreten durch das Autorenkollektiv Andrea Lange, Bettina Haller und Birgit Reichert. Die Laudatio hielt der extra aus der Schweiz angereiste Rainer Stöckli, der die „eigenhändigen, stupend gestalteten Buchkorpora“ lobte und feststellte, „dass zu einer jeden leinengedeckelten oder schubergeschützten Textauswahl der Chemnitzer/Kemberger Buchgraphikerinnen sich die Textquellen befänden. Am Oeuvre des Verlages falle Parteinahme für ältere und zeitgenössische Belletristik sowie die bemerkenswerte Wahl der Formate auf.

Mit dem V.O. Stomps-Preis werden Qualität und persönliches Engagement im Bereich der Kleinver-lagsszene honoriert. Diese Auszeichnung gilt nicht dem wirtschaftlichen Erfolg, sondern solchen Leistungen, die unter den schwierigen Bedingungen kleinverlegerischen Arbeitens besonderes Talent und Einfallsreichtum erkennen lassen.
Bisherige V.O. Stomps-Preisträger sind die Verlage: Rainer Verlag (1978), Galerie Patio (1980), Edition Dieter Wagner (1984), Edition Fundamental (1987), Flugblatt-Presse (1989), Schierlings-presse (1991), Herbst-Presse Wien ( 1993), Herbstpresse Düsseldorf (1995), Edition Thanhäuser (1997), Hertenstein-Presse (1999), Mariannen-Presse (1999), Edition Atelier Bodoni (2001), Edition Dschamp (2003), Rixdorfer Druckwerkstatt (2005), Kunsthaus hinter den Zäunen (2007), Corvinus Presse (2009/Hauptpreis), Edition Thurnhof (2011/Hauptpreis), Katzengraben-Presse (2013/Hauptpreis), SchwarzHandPresse (Förderpreis/2013), und die Zeitschriften: Heft (1982), Dire (1987), Plages (1989), Entwerter/Oder (1991), Freibord (1993), Pips (1995), Das Gedicht (1997), miniature obscure (2001), Wespennest (2003), Herzattacke (2005), plumbum (2007), Buchmacherey H. Helserdeich (Förderpreis 2009) und der SuKuLTur-Verlag (Förderpreis 2011).

e-wald- Ausstellung im Gutenberg-Museum Mainz © massow-picture
e-wald- Ausstellung im Gutenberg-Museum Mainz © massow-picture

Christian Ewald, e-wald – Buchkunstwerke der Berliner Katzengraben-Presse, (2013) Seine originelle Ausstellung „e-wald“ ist noch bis 9. August im Gutenberg-Museum zu sehen.

Gutenberg-Museum

Ausstellungskalender

Mainzer Gutenberg-Museum, © massow-picture
Mainzer Gutenberg-Museum, © massow-picture

Das Mainzer Gutenberg-Museum dokumentiert, archiviert und präsentiert  alles rund um  den Erfinder des Buchdrucks und seine einstmals bahnbrechenden Innovationen sowie über Buch- und Schriftgeschichte aller Kulturen. Darüber hinaus können Interessenten im  museumseigenen Druckerladen  unter fachkundiger Anleitung selbst das Setzen und Drucken von „anno dazumal“ erleben.

Wichtige Erfindungen Gutenbergs

Zu den zentralen Erfindungen Johannes Gutenbergs, der im Jahr 1400 in Mainz geboren wurde, gehörte, den Buchdruck mit beweglichen Metall-Lettern zu organisieren und hierdurch das Drucken rationeller zu machen.  Dadurch  war Gutenberg nun in der Lage, jeden beliebigen Text  aus den einzelnen Buchstaben (Figuren)  setzen zu können, statt wie bisher zuvor einen hölzneren Druckstock anfertigen zu müssen, der zudem für keine hohen Auflagen taugte.    Die Herstellung der Druckstempel per Matrize  in größerer Menge erfolgte mit Hilfe eines Handgießgerätes – Zudem entwickelte Gutenberg und seine Leute aus  Öl-, Wein- und Papier-Spindelpressen neue Druckpressen.

druckerpresse im Gutenberg-Museum
© massow-picture

Die verschiedensten Satz- und Druck-Gerätschaften,  darunter viele seltene Druckpressen sowie wertvolle Dokumente und  erste Druck-Erzeugnisse,  darunter eine Gutenberg-Bibel, und Vieles mehr präsentiert das Mainzer Gutenberg-Museum.

Druckladen
Im selben Gebäude befindet sich der Druckladen, eine museumspädagogische Werkstatt. Ohne den Anspruch einer Lehrwerkstatt zu erheben, versteht sich als ein praxisbezogener Ort für jedermann, unter fachkundlicher Anleitung hier mit Holz- und Bleistiften selbst setzen und drucken und kleinere Drucksachen herstellen zu können.

Infos www. gutenberg.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag: 9 bis 17 Uhr
Sonntag: 11 bis 17 Uhr
Sowie Sonderöffnungszeiten (erfragen)
Montags und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen.

Gutenberg Museum
Liebfrauenplatz 5
55116 Mainz
Telefon: +49 6131 12 26 40 / 44
Telefax: +49 6131 12 34 88
gutenberg-museum@stadt.mainz.de
www.gutenberg-museum.de