Kategorie-Archiv: Fastnacht

Satirekunst vom Feinsten auf MCV-Motivwagen – Mainzer Rosenmontagszug wird politisch wie nie!!

"Auf die Fresse" gefallen ist Andrea Nahles. Wie gern wäre Andrea Nahles in die Opposition gegangen. Endlich wieder auf Angriff schalten, endlich wieder für die eigenen Positionen einstehen können, keine Kompromisse mehr in der eisernen Umarmung der Kanzlerin eingehen müssen. Der Jamaika-Koalition wollte man auf die Fresse geben, die Vorfreude auf die Oppositionsführerschaft war groß. Doch daraus wurde nichts und es trat ein, was alle befürchteten: Wahlschlappen und miese Umfragewerte – die SPD und ihre Vorsitzende fielen selbst „auf die Fresse“. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Auf die Fresse“ gefallen ist Andrea Nahles. Wie gern wäre Andrea Nahles in die Opposition gegangen. Endlich wieder auf Angriff schalten, endlich wieder für die eigenen Positionen einstehen können, keine Kompromisse mehr in der eisernen Umarmung der Kanzlerin eingehen müssen. Der Jamaika-Koalition wollte man auf die Fresse geben, die Vorfreude auf die Oppositionsführerschaft war groß. Doch daraus wurde nichts und es trat ein, was alle befürchteten: Wahlschlappen und miese Umfragewerte – die SPD und ihre Vorsitzende fielen selbst „auf die Fresse“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Überlebensgroß karikierte Kunstwerke – mit Themen von Trump über Merkel bis zur Queen

Unter dem Motto „Der Gardisten bunte Pracht erfreut ganz Meenz an Fassenacht“ startet am Rosenmontag 2019 der 117. närrische Zug seit Gründung des Mainzer Carneval-Vereins 1838 e.V. durch die Straßen der Stadt. An der Josefsstraße Ecke Boppstraße macht sich der vierfarbbunte Lindwurm traditionell um 11:11 Uhr auf seine rund sieben Kilometer lange Strecke mit insgesamt 132 Zugnummern, begleitet von rund 8.600 Teilnehmern und erwarteten 550.000 Zuschauern entlang der Strecke.

"Ausgemerkelt". Nur noch mühsam mit der "AKK-Möhre" versucht die Kanzlerin den lahmenden Koalitionsgaul in Bewegung zu halten.  Im Hintergrund der Motivwagen mit "Trumpwagen" unter dem doppelsinnigen Motto „Rindvieh belastet das Weltklima“. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Ausgemerkelt“. Nur noch mühsam mit der „AKK-Möhre“ versucht die Kanzlerin den lahmenden Koalitionsgaul in Bewegung zu halten. Im Hintergrund der Motivwagen mit „Trumpwagen“ unter dem doppelsinnigen Motto „Rindvieh belastet das Weltklima“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Einer der Höhepunkte und Markenzeichen des Mainzer Rosenmontagszugs sind die Motivwagen, die alljährlich herrlich humorvoll mit satirischen Seitenhieben gespickt Ereignisse und Persönlichkeiten auf die närrische Schippe nehmen. In diesem Jahr ziehen insgesamt 11 Motivwagen ihre überlebensgroß karikierten Kunstwerke durch die Gassen.

Selbstverständlich darf Donald Trump nicht fehlen, der als Rindvieh das Weltklima belastet, genauso wenig wie Angela Merkel, die auf einem recht schlappen Koalitions-Gaul versucht, weiter zu reiten, auch die Queen wirkt recht sportiv und flieht vor dem Brexit. Einen satirischen Seitenhieb bekommt Horst Seehofer ab, der einen unfreiwilligen Jagdunfall zu spüren bekommt. Karikiert werden unter anderem der Schilder- und Baustellen-Wald in Mainz mit Endzeit-Stimmung, die Nachwirkungen des Bibelturm-Projekts oder Andrea Nahles, die ein wenig mit der Schuhgröße zu kämpfen hat.

"Zum Kotzen" , während die Welt, insbesondere die Weltmeere  im Plastik-Müll verversinken, versucht auf dem hinteren "Brexit-Wagen" Queen Elisabeth einen Asylantrag in die EU zu stellen. © Foto: Diether v. Goddenthow
„Zum Kotzen“ , während die Welt, insbesondere die Weltmeere im Plastik-Müll versinken, versucht auf dem hinteren „Brexit-Wagen“ Queen Elisabeth einen Asylantrag in die EU zu stellen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Vorgestellt wurden heute die Motivwagen traditionell am Dienstag vor Fastnacht, wobei die vom MCV gebauten Motivwagen seit Anbeginn ein ganz wesentlicher Aspekt des Mainzer Rosenmontagszugs sind. Gebaut werden sie seit über 55 Jahren vom MCV-Wagenbauer Dieter Wenger und seinem Team. Die Motivwagen glossieren sowohl innerstädtische oder regionale wie auch bundes- oder weltpolitische Themen. Mit der Planung und dem Bau der Motivwagen wird bereits im Herbst des jeweiligen Vorjahres angefangen. Alle Motivwagen werden am Fastnachtssonntag in der Innenstadt auf der Ludwigsstraße im Rahmen der Veranstaltung „Tanz auf der Lu“ aufgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

„Wanderprediger“ heißt dieser klerikale "MeToo"-Wagen, der mit Nonnen- und insbesondere Kindesmissbrauch   abrechnet, unter anderem mit: "Schweinepriesters Nachtgebet: „Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich zu den Kindlein komm. Schließ die Augen, schau nicht hin, wenn ich übergriffig bin. Werdʼ ich doch geschnappt dabei, schick mich in die nächst Pfarrei.“ © Foto: Diether v. Goddenthow
„Wanderprediger“ heißt dieser klerikale „MeToo“-Wagen, der mit Nonnen- und insbesondere Kindes-Missbrauch abrechnet, unter anderem mit dem Reim: „Schweinepriesters Nachtgebet: „Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich zu den Kindlein komm. Schließ die Augen, schau nicht hin, wenn ich übergriffig bin. Werdʼ ich doch geschnappt dabei, schick mich in die nächst Pfarrei.“ © Foto: Diether v. Goddenthow

Über die Motivwagen im Rosenmontagszug entscheidet die Zugleitung des MCV. Jedes Jahr stimmt sie in einer Sitzung über die Ideen und Entwürfe ab, mit denen die aktuelle Politik karikiert werden soll. Zeichnerisch umgesetzt hat sie wie schon im vergangenen Jahr Michael Apitz. Ist die endgültige Entscheidung gefallen, werden die Plastiken in der Wagenhalle des MCV in Mombach gebaut und die passenden Verse geschmiedet. Früher wurden die Figuren aus Maschendraht geformt, mit Rupfen (poröses Gewebe) bezogen, eingegipst und bemalt. 1967 kam erstmals Styropor zum Einsatz. Heute werden die Figuren der Motivwagen mit der Säge aus Styroporblöcken herausgeschnitten. Die Feinarbeit erfolgt mit dem „heißen“ Draht und elektrischen Schlingen. Polierwerkzeuge geben den letzten Schliff, bevor die Figuren farbig gestaltet werden. Veranstalter der Mainzer Straßenfastnacht ist der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. (MCV).

Programm am Weiberdonnerstag
28.02.2019 ab 11:11 Uhr Schillerplatz, Mainz
MCV/RPR Weibertanz auf der Lu
ca. Uhrzeit Nr. Interpret
10:30 Aufbau – Soundcheck
11:00-11:11 Warm UP – Leber / Kunze RPR
11:15-11:30 Jeremy und die Chaote Cheerleader
11:30-12:00 1 Bockius /RotRockRappers
12:00-12:15 2 Kira Resch
12:15-12:40 3 Rheinmainzer
12:40-12:55 4 Pit Rösch
12:55-13:25 5 Spassmacher
13:25-13:35 6 Secco Sisters
13:35-13:50 7 Frederick van der Sonne/Tobias Mayer
13:50-14:05 8 Altrheingarde
14:10-14:30 9 die Humbas
14:30-14:40 10 x-Act Dance
14:40-15:10 11 Oliver Mager
15:10-15:25 12 Handkäs un sei Mussig
15:25-15:35 13 TCV-Menshow
15:35-15:50 14 Sironaboys
15:50-16:05 15 Die Meenzer Meedscher
16:05-16:20 16 Ciro Visone
16:20-17:00 17 Dirty Glamour

17:11 Uhr Ende Liveprogramm

Programm am Fastnachtsonntag

Alle Motivwagen werden am Fastnachtssonntag in der Innenstadt auf der Ludwigsstraße im Rahmen der Veranstaltung „Tanz auf der Lu“ aufgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

Fastnachtsonntag, 03.03.2019 ab 12:11 Uhr Schillerplatz, Mainz
MCV/RPR Tanz auf der Lu
Uhrzeit Nr. Interpret
Ab 11:00 Aufbau, Soundcheck
Anschließend Warm UP
12:45-13:10 1 DoppelBock /
RotRockRappers
13:10-13:40 2 Spassmacher
13:40-13:50 3 Kira Resch
13:50-14:10 4 Rheinmainzer
14:15-14:35 5 Oliver Mager
14:35-14:45 6 X-Act-Dance
14:50-15:05 7 Pit Rösch
15:05-15:25 8 die Humbas
15:25-15:35 9 Sweet Diamonds
15:40-15:55 10 Handkäs un sei Mussig
15:55-16:10 11 Ciro Visone
16:15-16:30 12 Fleischworschtathlete
16:35-16:55 13 Altrheingarde
17:00-17:10 14 O-Town-Player
17:10-17:30 15 Ernesto Negro un die geheilte Gänsjer

Aufbau + Soundch. ab 17:30 Kontrollverlust

Rosenmontagszug am 4.März 2019

An der Josefsstraße Ecke Boppstraße macht sich der vierfarbbunte Lindwurm traditionell um 11:11 Uhr auf seine rund sieben Kilometer lange Strecke mit insgesamt 132 Zugnummern, begleitet von rund 8.600 Teilnehmern und erwarteten 550.000 Zuschauern entlang der Strecke.

Ausgangspunkt des Mainzer Rosenmontagszuges sind die Straßen rund um die Josefs- und die Boppstraße. Hier stellen sich die einzelnen Gruppierungen auf und werden von MCV-Zugordnern eingewiesen. Von der Boppstraße geht der Zug zur Kaiserstraße zuerst in Richtung Hauptbahnhof, um dann kurz davor eine 180°-Wendung zu machen und auf die andere Straßenseite in Richtung Rhein zu gelangen. Er umrundet die Christuskirche und biegt in die Bauhofstraße ein. Von dort führt der Zugweg in die Große Bleiche, die Große Langgasse und über die Ludwigsstraße zum Gutenbergplatz, Theater und Höfchen. Weiter geht der Zug am Mainzer Dom entlang über die Domplätze zur Rheinstraße und biegt dort in südlicher Richtung auf die Rheinstraße ab. Über die Holzhofstraße, Weißliliengasse geht es zurück zur Ludwigsstraße und weiter zum Schillerplatz und an dem Fastnachtsbrunnen entlang. Über die Schillerstraße führt der Zugweg zur Münsterstraße und in Richtung Alicebrücke/Binger Schlag, wo sich der Zug dann auflöst.

Infos zum Rosenmontagszug

 

 

Ein Schloss voller Narren – Empfang der Tollitäten 2019 in Wiesbaden-Biebrich

Ministerpräsident Volker Bouffier dankt den 32 Kinderprinzenpaaren in ihren wunderschönen, fantasievollen Kostümen für ihren Einsatz und dafür, dass sie Freude unter die Menschen bringen. © Foto: Diether v. Goddenthow
Ministerpräsident Volker Bouffier dankt den 32 Kinderprinzenpaaren in ihren wunderschönen, fantasievollen Kostümen für ihren Einsatz und dafür, dass sie Freude unter die Menschen bringen. © Foto: Diether v. Goddenthow

Ganz in Narrenhand befand sich das Biebricher Schloss am vergangen Samstag beim großen, mehrstündigen Defilee der hessischen Prinzenpaare, Prinzessinnen und Prinzen, zu dem der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier mit seiner Frau Ursula stellvertretend für alle Fastnachter und Karnevalisten eingeladen hatte. Zuerst begrüßten der Ministerpräsident und seine Frau die 32 Kinderprinzenpaare. Im Anschluss fand der Empfang der erwachsenen Tollitäten statt.

Aufstellung zum Einmarsch, in erster Reihe mit Prinz Karsten I. und Prinzessin Alexandra I. der Freien Turnerschaft 06 e.V. Dörnigheim, Karnevalsabteilung "Blau Weiß";( Karsten Harder, Alexandra Harder) © Foto: Diether v. Goddenthow
Aufstellung zum Einmarsch, in erster Reihe mit Prinz Karsten I. und Prinzessin Alexandra I. der Freien Turnerschaft 06 e.V. Dörnigheim, Karnevalsabteilung „Blau Weiß“;( Karsten Harder, Alexandra Harder) © Foto: Diether v. Goddenthow

Die „regierenden“ närrischen Oberhäupter aus 120 Karnevalsvereinen waren mit ihrem närrischen Hofstaat aus ganz Hessen angereist. Sie alle sind Mitglieder der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval e.V. oder gehören dem Karnevalverband Kurhessen e.V. an.

Der Regierungschef bedankte sich mit der Veranstaltung insbesondere für das ehrenamtliche Engagement der hessischen Vertreterinnen und Vertreter des Frohsinns und des närrischen Brauchtums.

Die komplette Bildergalerie finden Sie unter www.hessen.de

Am 11.11. um 11.11 Uhr wird in Mainz wieder das Närrische Grundgesetz verkündet

„Der 11.11. ist nicht der Anfang der Fastnachtskampagne, an diesem Tag wollen wir lediglich der Narrenzahl Elf huldigen.“ MCV-Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban. Gefeiert wird rund um den Fastnachtsbrunnen am Schillerplatz. Archivbild: © Foto: Diether v. Goddenthow
„Der 11.11. ist nicht der Anfang der Fastnachtskampagne, an diesem Tag wollen wir lediglich der Narrenzahl Elf huldigen.“ MCV-Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban. Gefeiert wird rund um den Fastnachtsbrunnen am Schillerplatz. Archivbild: © Foto: Diether v. Goddenthow

Der fastnachtliche Count-down läuft: Am 11.11. um 11 Uhr 11 ist es wieder soweit: Dann findet sich das Meenzer Narrenvolk mit Kind und Kegel in närrischer Kluft wieder auf dem Schillerplatz ein, um vom Balkon des Osteiner Hofs endlich das Närrische Grundgesetz zu vernehmen und so angeturnt, bis zum frühen Abend feuchtfröhlich bei einem Nonstop-Topp-Bühnenprogramm rund um den Fastnachtsbrunnen am Schillerplatz zu feiern. Sie wollen damit der  Narrenzahl Elf zu huldigen.

„Nach getaner Narretei werden die närrischen Fahnen erstmal wieder eingepackt und die vierfarbbunte Narrenschar verabschiedet sich in die winterliche Adventszeit, bis dann am 1. Januar 2019 mit dem Neujahrsumzug der Mainzer Garden die Kampagne so richtig losgehen wird“, so MCV-Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban beim heutigen Pressegespräch im MCV-Haus. Er und die Vorstandsmitglieder Michael Bonewitz (MCV-Pressesprecher), sowie Markus Perabo (MCV-Zugmarschall) und Walter Born (Sprecher des Plakettenausschusses) stellten gemeinsam mit Thomas Neger, dem Verantwortlichen des Bühnenprogramms, den Ablauf am 11.11.2018 vor:

(v.l.n.r.): MCV-Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban,  Michael Bonewitz (MCV-Pressesprecher), sowie Markus Perabo (MCV-Zugmarschall). Foto: Agentur Bonewitz
(v.l.n.r.): MCV-Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, Michael Bonewitz (MCV-Pressesprecher), sowie Markus Perabo (MCV-Zugmarschall). Foto: Agentur Bonewitz

Bereits ab 10.00 Uhr werden viele Narren zum Schillerplatz strömen und dort gemeinsam nach dem Soundcheck mit Thomas Neger und der Lisa Bund die Stimmung langsam auf Betriebstemperatur bringen, während die Schwellköpp weithin sichtbar einen Sternmarsch vor der MCV-Bühne vollführen.

Wenn dann schließlich auch die Fahnen am Fastnachtsbrunnen gehisst sind, wird MCVPräsident Reinhard Urban die Gäste samt Publikum begrüßen und dem neuen GCVPräsidenten, Martin Krawietz, und dem Programmchef des GCV, Thomas Becker, das Mikrofon überreichen. Der GCV feiert in der kommenden Kampagne 125-jähriges Jubiläum und wird in diesem Jahr das Närrische Grundgesetz verlesen. Auch Oberbürgermeister Michael Ebling, bekennender Fastnachter und selbst jahrelang als Protokoller aktiv, wird die Narrenschar auf das besondere Ereignis einstimmen, bevor ein kunterbuntes Bühnenprogramm das närrische Publikum zum Mittanzen und Mitsingen animieren wird.
Angeleitet von Thomas Neger und Lisa Bund, die die Moderation von der MCV-Bühne (präsentiert von Radio Rockland) aus dirigieren, werden zahlreiche Stimmungssänger und Fastnachtsgruppen bis in die Abendstunden aufspielen und für beste Stimmung sorgen, darunter unter anderem die Mainzer Hofsänger, die Spaßmacher Company, Pizzabäcker Ciro Visone, Pit Rösch, die Meenzer Zippelkappe und natürlich auch Thomas Neger und Die HUMBAs.

Mainzer Zugplakettchen. In diesem Jahr die drei Gardisten Füsilier-, Ranzen- und Prinzengarde, gezeichnet von Michael Apitz. © Foto: Diether v. Goddenthow
Mainzer Zugplakettchen. In diesem Jahr die drei Gardisten Füsilier-, Ranzen- und Prinzengarde, gezeichnet von Michael Apitz. © Foto: Diether v. Goddenthow

Die neue Saison 2019 steht unter dem Kampagnen-Motto „Der Gardisten bunte Pracht erfreut ganz Meenz an Fassenacht“. Passend hierzu hat der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. (MCV) mit Unterstützung der Mainzer Volksbank die Zugplakettchen ausgewählt: In diesem Jahr gibt es ein wunderbares Set von gleich drei originell gestalteten Mini-Gardisten nach Zeichnungen des bekannten Rheingauer Künstlers  Michael Apitz: Je ein Füsilier-, Ranzen- und Prinzen-Gardist. Der Verkauf dieser Zugplaketten, im Set oder einzeln, kosten 4,50 Euro pro Gardist. Am besten nimmt man gleich das ganze Set, denn der gesamte Erlös fliest in die Finanzierung des Rosenmontagszugs. „Das Zugplakettchen ist nicht nur ein schönes Sammelobjekt“, erklärt MCV-Präsident Reinhard Urban, „vielmehr ist es für jeden Narren, der am Zug teilnimmt sozusagen das Eintrittsgeld für den Rosenmontag“.

Wie bereits im vergangenen Jahr appellieren die Veranstalter an alle Meenzer Narren, bitte kein Glas auf den Schillerplatz mitzubringen, um Schnittverletzungen vorzubeugen und den Scherbenhaufen möglichst klein zu halten. Ebenso wird gebeten, möglichst auf große Taschen und Rucksäcke  zu verzichten. Diese Maßnahmen gehören zum Sicherheitskonzept, welches sich schon im letzten Jahr bestens bewährt hat.

Ein wenig wie Fasnacht: Beim zünftigen Zürcher Frühlingsfest „Sechseläuten“ wird der Winter „verbrannt“

Zum Schluss des Sechseläuten wird durch’s Verbrennen der Schneemann-Strohpuppe „Böögg“ der Winter ausgetrieben. Noch hat der „Böög“ eine Gnadenfrist bis sich zum Ende des Umzugs alle auf Festplatz versammelt haben. © Foto:  Jutta Ziegler
Zum Schluss des Sechseläutens wird durch’s Verbrennen der Schneemann-Strohpuppe „Böögg“ der Winter ausgetrieben. Noch hat der „Böög“ eine Gnadenfrist bis sich zum Ende des Umzugs alle auf  dem Festplatz versammelt haben. © Foto: Jutta Ziegler

Das moderne Zürich wird nicht nur seit Jahren als eine der Städte mit der weltweit höchsten Lebensqualität gewählt. Die an Limmat und Zürichsee gelegene Finanzmetropole pflegt mit dem Frühlingsfest Sechseläuten (oder: „Sächsilüüte“, wie es bei den Einheimischen heißt) auch einen Brauch, der tief in der Geschichte der Stadt verwurzelt ist. Gemäß einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 1525 läutete nämlich die zweitgrößte Glocke des Grossmünsters im Sommerhalbjahr, das mit der Tagundnachtgleiche Ende März begann, den Feierabend der Handwerker um 18 Uhr, statt bereits um 17 Uhr ein. Seit dem frühen 19. Jahrhundert kam hinzu, dass Buben zu diesem Anlass den Winter symbolisierende Strohpuppen durch die Stadt trugen und diese schließlich zur Austreibung des Winters verbrannten. Zudem haben die Zürcher Zünfte über 450 Jahre die Geschicke der Stadt gelenkt und bestimmt. All diese Wurzeln verbinden sich im heutigen Fest des Sechseläutens.

Zwar wurden die Zürcher Zünfte im Zuge der französischen Revolution aufgelöst, doch gründeten sie sich im 19. Jahrhundert neu und existieren heute noch.

Junge Damen rokokotypisch im Reifrock. © Foto:  Jutta Ziegler
Junge Damen rokokotypisch im Reifrock. © Foto: Jutta Ziegler

Die 26 Zünfte veranstalten jedes Jahr im April das Frühlingsfest Sechseläuten. Sonntagnachmittags findet ein großer Kinderumzug statt, der ein bisschen an Fastnachtsumzüge erinnert. Die rund 3.000 Kinder, die sich bei der diesjährigen Ausgabe des Anlasses sehr ernsthaft, diszipliniert und mit einer Portion Stolz in ihre jeweiligen Rollen versetzten, verkörpern in historischen Kostümen verschiedene Epochen von der Romanik über die Gotik, Barock und Rokoko bis hin zum modernen weltoffenen Zürich. Historische Ereignisse wie etwa die Hirsebreifahrt in der Mitte des 15. Jahrhunderts oder der Aufmarsch zum Knabenschießen 1848 wurden mit reichen Kostümen und möglichst detailgetreu dargestellt.

3. Bildunterschrift: Die Händler aus dem Orient hatten ihre Kamele dabei – die an normalen Tagen als Trampeltiere ein ruhigeres Leben im Zürcher Zoo verbringen. © Foto: Jutta Ziegler
Die Händler aus dem Orient hatten ihre Kamele dabei – die an normalen Tagen als Trampeltiere ein ruhigeres Leben im Zürcher Zoo verbringen. © Foto: Jutta Ziegler

Die Händler aus dem Orient hatten sogar zwei Kamele dabei, andere Gruppen führten allerlei historische Gefährte mit und machten den Kinderumzug auch zu einem Streifzug durch die Geschichte der Mobilität, von der Pferdekutsche über das Boot bis hin zu Fahrradtypen des 19. Jahrhunderts.

Bildunterschrift: Auch das Landvolk aus dem 15. Jahrhundert wurde am Sonntagnachmittag von den Kindern dargestellt. © Foto: Jutta Ziegler
Auch das Landvolk aus dem 15. Jahrhundert wurde am Sonntagnachmittag von den Kindern dargestellt. © Foto: Jutta Ziegler

Am Montagnachmittag zogen dann ca. 3.500 männliche Zünfter, 350 Reiter und etwa 1.200 Musiker und Musikerinnen beim Zug der Zünfte durch die Stadt. Traditionell laden die Zünfte Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Teilnahme ein, und so kommt es, dass die Teilnehmerliste zu einem Who’s who der Wirtschaftsbosse und Politiker der Schweiz gerät. Außerdem ist es Brauch, dass die Frauen, die die Strecke entlang des Umzugs säumen, die vorbeiziehenden Männer mit Blumen beschenken, und dass die Zünfte eben keine weiblichen Mitglieder haben. Vielleicht, so wird gemunkelt, werde irgendwann einmal über eine Frauenquote nachgedacht. Doch so lange muss es wohl reichen, dass die Gesellschaft zu Fraumünster, eine rein weibliche Vereinigung, seit ein paar Jahren immerhin zwischen den Zünften mitmarschieren darf. Ziel des farbenfrohen Umzugs ist die Sechseläutenwiese am Zürichsee, wo die Verbrennung des Bööggs stattfindet.

Gastkanton ist in diesem Jahr Basel-Stadt

Geschenk des Gastkantons an die Zürcher: die Basler Laterne, gestaltet von Christoph Knöll, beim Zug der Zünfte am Montagnachmittag.© Foto: Carsten Siebert
Geschenk des Gastkantons an die Zürcher: die Basler Laterne, gestaltet von Christoph Knöll, beim Zug der Zünfte am Montagnachmittag.© Foto: Carsten Siebert

Zur Tradition des Sechseläutens gehört es seit 1991 auch, dass jedes Jahr ein Schweizer Kanton als Gastkanton zum Sechseläuten eingeladen wird. Diesmal war dies Basel-Stadt. Die am Rheinknie gelegene Stadt präsentierte sich getreu ihrem Motto „Basler Hochkultur und Alltagskunst“ auf dem Lindenhof. Hier konnte man nicht nur Laternenmaler Christoph Knöll über die Schulter schauen, sondern auch selbst Hand anlegen und auf einem rund hundert Jahre alten Nachbau einer Gutenbergpresse aus dem Basler Papiermühle-Museum ein Sechseläutenmotiv drucken: einen Schneemann mit rauchender Pfeife, in der einen Hand einen Besen, in der anderen ein Schild mit dem Basler Stadtwappen. Auch bei den Umzügen zeigten die Basler Präsenz.

Vogel Gryff, Wild Maa und Leu – Kleines Vogel Gryff Spiel beim Kinderumzug auf der Zürcher Quaibrücke. © Foto:  Jutta Ziegler
Vogel Gryff, Wild Maa und Leu – Kleines Vogel Gryff Spiel beim Kinderumzug auf der Zürcher Quaibrücke. © Foto: Jutta Ziegler

Beim Kinderumzug wirkten rund 160 Basler Kinder mit, das Kleine Vogel Gryff Spiel kam zum Einsatz, und der Zug der Zünfte wurde von einer rund 470-köpfigen Delegation aus Basel angeführt, darunter Fasnächtler in ihren typischen Kostümen, Ehrengesellschaften, Basler Zünfte, Polizeimusik und Sportverbände. Zwischen die Gruppen der Zünfte mischten sich in schöner Schissdräckzügli-Manier Basler Trommler oder Pfeifer. Schade nur, dass Jean Tinguelys monumentale Maschinenskulptur „Klamauk“, die zischend und rauchend mitgeführt werden und wohl dem Böögg ein bisschen Konkurrenz machen sollte, dem unbeständigen Wetter zum Opfer gefallen war. Am Ende blieb es trocken, aber man wollte das knapp vierzig Jahre alte Kunstwerk aus dem Museum Tinguely in Basel nicht der Gefahr aussetzen, nass zu werden.

Bei den Umzügen und der Präsentation des Gastkantons verbanden sich Zürcher Sechseläuten und Basler Fasnacht auf das Schönste, und die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann hatte die ehrenvolle Aufgabe, mit dem Glockenschlag um 6 Uhr abends den Scheiterhaufen unter dem Böögg anzuzünden. Beim Böögg, was in Zürich so viel heißt wie „verkleidete, vermummte Gestalt“, handelt es sich um einen 3,60 Meter großen als Schneemann dargestellten Strohmann auf einem etwa zehn Meter hohen Scheiterhaufen. Der Strohmann ist übrigens mit über hundert Feuerwerkskörpern gespickt. Die Zeit, die vergeht, bis der Bööggenkopf mit großem Donnerknall abfällt, gilt in Zürich und darüber hinaus als Gradmesser für die Qualität des Sommers.

Der angesagte Club Mascotte veranstaltete eine Sächsilüüte-Party für geladene Gäste mit Böögg-Toto und bestem Blick auf den Sechseläutenplatz. Auch Böögg-Bauer Lukas Meier schaute kurz vorbei und gab seinen Tipp ab: 11 Minuten und 48 Sekunden würde es dauern, bis der Böögg seinen Kopf verliert.

Schnell lodern die Flammen empor, während der Böögg von den Reitergruppen der Zünfte umrundet wird, Der zündende Moment: Nach 20 Minuten und 31 Sekunden ist es so weit – der Kopf des Bööggs wird mit lautem Knall vom Körper getrennt. © Foto:  Jutta Ziegler
Schnell lodern die Flammen empor, während der Böögg von den Reitergruppen der Zünfte umrundet wird, Der zündende Moment: Nach 20 Minuten und 31 Sekunden ist es so weit – der Kopf des Bööggs wird mit lautem Knall vom Körper getrennt. © Foto: Jutta Ziegler

Spannend wurde es auf dem Festplatz, wo nach und nach die Zünfter eintrafen und die Reitergruppe jeder Zunft unter den beschwingten Klängen des Sechseläutenmarsches drei Runden um den Scheiterhaufen drehte. Nach 20 Minuten und 31 Sekunden hatten sich die lodernden Flammen nach oben gearbeitet. Für den Moment kurz bevor der Kopf endlich mit dem ersehnten Donnerschlag abfiel, hatte sich Böögg-Bauer Lukas Meier einen Gag erlaubt: Aus dem Hut stieg roter und blauer Rauch, eine Hommage an den Basler Fußballclub FCB. Was die Brenndauer anbelangt: Der Böögg strafte seinen Erbauer, der auf 11 Minuten und 48 Sekunden getippt hatte, Lügen und bewerkstelligte ein mittelmäßiges Ergebnis, das keinen allzu guten Sommer verheißt. Andere meinen jedoch, wie sich in den letzten Jahren gezeigt habe, tauge der Böögg als Wetterfrosch ohnehin nicht viel. Sei’s drum, ein tolles Spektakel, das auch eine weitere Anreise lohnt, ist das Sechseläuten allemal.

(Jutta Ziegler – Rhein-Main.Eurokunst)

Mainzer Rosenmontagszug wird als einer der schönen und entspannten in die närrischen Annalen eingehen

Impression vom 116. Mainzer Rosenmontagszug. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression vom 116. Mainzer Rosenmontagszug.© Foto: Diether v. Goddenthow

Er wird wohl als einer der „schönen und entspannten Züge“ in die Mainzer Fastnachtsgeschichte eingehen, ist sich Zugmarschall Marcus Perabo sicher:“Es lief einfach rund!“ Sogar die Sonne machte mit, nachdem der Morgen doch recht unwirtlich trüb und kühl begonnen hatte. Vielleicht war das auch mit ein Grund dafür, dass zunächst wohl rund 10 Prozent weniger Zuschauer nach Mainz gefunden hatten, als in den Vorjahren. Später aber füllte sich die Stadt. Die Polizei war auch zufrieden und meldete weiter keine Vorkommnisse bis zum Mittag.

Impression vom 116. Mainzer Rosenmontagszug. © Foto: Diether v. Goddenthow
Impression vom 116. Mainzer Rosenmontagszug.© Foto: Diether v. Goddenthow

Um 11.11 Uhr startete pünktlich der 116. Mainzer Rosenmontagszug in der Neustadt mit einer Zuglänge von etwa 8,5 Kilometer, 8800 Teilnehmern, 139 Zugnummern, 161 Närrischen Wagen, Motivwagen und Komitees, 70 Musikgruppen, 107 Reitern, über 2200 Musikern, Tanzgruppen und vielem mehr.
Über 500 000 -zumeist fantasievoll verkleidete – Zuschauer, unter ihnen zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland, säumten die 7,2 Kilometer lange Strecke, die der nicht enden wollende närrische Lindwurm durch die Straßen der Neu- und Altstadt nahm.

Einer der Höhepunkte und Markenzeichen des Mainzer Rosenmontagszugs waren wieder die insgesamt 13 Motivwagen mit ihren überlebensgroßen karikierten Kunstwerken zur großen und kleinen Politik:

In Frankreich heißt es nun „En Marche!“ Doch vieles dort ist noch im A…  Wenn auch lädiert ist die „Karosse“, Macron macht weiter unverdrosse. Drum fragt man sich, schafft er die Chose, kann der Garcon noch mehr als Pose? © Foto: Diether v. Goddenthow
In Frankreich heißt es nun „En Marche!“ Doch vieles dort ist noch im A…
Wenn auch lädiert ist die „Karosse“, Macron macht weiter unverdrosse. Drum fragt man sich, schafft er die Chose, kann der Garcon noch mehr als Pose? © Foto: Diether v. Goddenthow

Der neue französische Präsident Macron wird in der Pose des nach vorne die Marschrichtung vorgebenden Feldherrn im defekten „2CV“ vom „hohen Roß“ geholt. Da in Frankreich viele Reformen überfällig sind, will man wieder eine Führungsrolle in Europa übernehmen, ist evident. Doch Macron lässt sich nicht beirren und will sich der „Herkules-Aufgabe“ stellen und die „Karre“ wieder „flott“ machen.

Stoisch zerkaut sie ihre Blätter, der Panzer schützt vor Wind und Wetter. Droht Ungemach und Missgeschick, zieht sie den Kopf einfach zurück. Die Art ist ihr Erfolgsgarant, für ewig Kanzlerschaft im Land. © Foto: Diether v. Goddenthow
Stoisch zerkaut sie ihre Blätter, der Panzer schützt vor Wind und Wetter. Droht Ungemach und Missgeschick, zieht sie den Kopf einfach zurück. Die Art ist ihr Erfolgsgarant, für ewig Kanzlerschaft im Land. © Foto: Diether v. Goddenthow

Angela Merkel gleicht zunehmend einer Gattung, die selbst die größten Katastrophen der Erdgeschichte mit stoischem Gleichmut überstanden hat. Eine Überlebenskünstlerin im politischen Geschäft, die, einer Schildkröte gleich, mit einem dicken Panzer ausgestattet ist und sich in ihn zurückzieht, wenn es mal ungemütlich ist. So wurde sie zur „Letzten ihrer Art“. Dass die nun kommende Legislaturperiode ihre letzte sein soll, kann man wohl erst dann glauben, wenn sie wirklich ihren langen Dienst beendet hat.

Abschlag geht wohl voll  „enaus“, so sieht´s mit  dem Klima düster aus. Viel Luft unnerm Scheitel, dort kaum was zu hole, für ihn heißt´s halt immer: „Hauptsache Kohle“!  © Foto: Diether v. Goddenthow
Abschlag geht wohl voll „enaus“, so sieht´s mit dem Klima düster aus. Viel Luft unnerm Scheitel, dort kaum was zu hole, für ihn heißt´s halt immer: „Hauptsache Kohle“!
© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Golfspieler Donald Trump steht am Abschlag und schwingt seinen Schläger. Er ist im Begriff, abzuschlagen. Das Paris-Abkommen wurde von ihm abgelehnt. So ist der Golfball die Erde, die auf dem Eifelturm sitzt. Im „Spiel“ des Donald Trump ist sie nur ein x-beliebiger Ball, der im nirgendwo landet. So geht „Verantwortung“ für den Präsidenten!

Die Fraa von Welt hot, Gott sei Dank, stets was Passendes im Schrank. Drum wird von Merkel, keine Frage, die alt rot Jack jetzt uffgetrage! © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Fraa von Welt hot, Gott sei Dank, stets was Passendes im Schrank. Drum wird von Merkel, keine Frage, die alt rot Jack jetzt uffgetrage! © Foto: Diether v. Goddenthow

Auch wenn Angela Merkel die „Knopfleisten“ in „Lindner-gelb“ und „Cem-grün“ gerne in Zukunft abwechselnd getragen hätte, es ließ sich zu ihrem Leidwesen nicht einrichten. Stattdessen muss sie notgedrungen wieder auf das rote alte, abgewetzte Jackett zurückgreifen, das sie eigentlich schon abgelegt hatte. Da lila ihr noch nie stand und das blaue Jackett mit hässlichen braunen Flecken verunreinigt ist, kommt also nur der „alte rote Fetzen“ in Frage, denn mit dem blau-weißen engen Mieder alleine kann „Frau von Welt“ ja nicht aus dem Haus!

„All inclusive!“, seid dabei! Im Urlaubsparadies Türkei, gibt´s Brot und Wasser und - ganz schicke Gitterzell mit Meeresblick! © Foto: Diether v. Goddenthow
„All inclusive!“, seid dabei! Im Urlaubsparadies Türkei, gibt´s Brot und Wasser und – ganz schicke Gitterzell mit Meeresblick! © Foto: Diether v. Goddenthow

Wer sich dem Potentaten Erdogan in den Weg stellt – und sei es mit einer kritischen journalistischen Arbeit – wandert schnell in den „Knast“. Unrechtsstaat und Urlaubsparadies sind hier nun mal zwei Seiten einer Medaille und kritisch möge sich der Betrachter fragen, ob er das eine vom anderen so getrennt wahrnehmen mag, dass er seine Ferien dort genießen kann.

 

Die Stadt war einst besonders schlau, verpachtete den Schwimmbad-Bau. Der Pächter, ein gewiefter Hase, sparte sich ne goldne Nase. Der ist nun weg und voller Schreck Macht den Dreck weg Günter Beck!  © Foto: Diether v. Goddenthow
Die Stadt war einst besonders schlau, verpachtete den Schwimmbad-Bau. Der Pächter, ein gewiefter Hase, sparte sich ne goldne Nase. Der ist nun weg und voller Schreck Macht den Dreck weg Günter Beck!
© Foto: Diether v. Goddenthow

„Becks Spassbad“: Mit einem „Pümpel“ in der einen Hand und Kelle in der anderen, sitzt er in einer defekten Wanne, aus deren Boden sein „Hinterteil“ herausschaut. Irgendwie muss mit der Renovierung schließlich ja begonnen werden! Das Ganze ist ein Ärgernis für den Steuerzahler, der für Missmanagement und bauliche Schäden aufkommen muss.

Der Bibelturm kippt hin und her, die Entscheidung fällt so schwer. Jetzt ist der Bürger in der Pflicht, zu sagen: „Baut ihn oder nicht“. © Foto: Diether v. Goddenthow
Der Bibelturm kippt hin und her, die Entscheidung fällt so schwer. Jetzt ist der Bürger in der Pflicht, zu sagen: „Baut ihn oder nicht“. © Foto: Diether v. Goddenthow

Über den „Bau des Bibelturms“ am Gutenberg-Museum soll per Bürgerentscheid entschieden werden. Und so, wie der Bibelturm auf dem Motivwagen mal zur einen und mal zur anderen Seite zu wanken scheint, geht es auch in der Mainzer Bevölkerung hin und her. Auf der einen Seite die Gegner, angeführt von der Bürgerinitiative und auf der anderen Seite die Befürworter, repräsentiert durch die Baudezernentin Marianne Grosse, die vehement verhindern will, dass das Projekt im wahrsten Sinne „gekippt“ wird.

MCV-Motivwagen mit satirischen Seitenhieben auf Trump über Erdogan bis Macron

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Unter dem Motto „So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt“ startet am Rosenmontag 2018 der 116. närrische Zug seit Gründung des Mainzer Carneval-Vereins 1838 e.V. durch die Straßen der Stadt. An der Josefsstraße Ecke Boppstraße macht sich der vierfarbbunte Lindwurm traditionell um 11:11 Uhr auf seine rund sieben Kilometer lange Strecke mit insgesamt 139 Zugnummern, begleitet von rund 8.800 Teilnehmern und erwarteten 550.000 Zuschauern entlang der Strecke.

Einer der Höhepunkte und Markenzeichen des Mainzer Rosenmontagszugs sind die Motivwagen, die alljährlich herrlich humorvoll mit satirischen Seitenhieben gespickt Ereignisse und Persönlichkeiten auf die närrische Schippe nehmen. In diesem Jahr ziehen insgesamt 13 Motivwagen ihre überlebensgroß karikierten Kunstwerke durch die Gassen.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Selbstverständlich darf Donald Trump nicht fehlen, der im Wettstreit mit Nordkorea fragt „Wer hat den Größten?“, genauso wenig wie der türkische Machthaber Erdogan, der „Urlaub bei Freunden“ etwas anders interpretiert. Einen satirischen Seitenhieb bekommt auch der französische Präsident Macron ab, der mit einer lädierten Karosse zu kämpfen hat. Karikiert werden unter anderem auch Günter Beck mit seinem Spaßbad und Marianne Grosse als Bücherstütze am Bibelturm.

Vorgestellt werden die Motivwagen traditionell am Dienstag vor Fastnacht, wobei die vom MCV gebauten Motivwagen seit Anbeginn ein ganz wesentlicher Aspekt des Mainzer Rosenmontagszuges sind. Gebaut werden sie seit über 55 Jahren vom MCV-Wagenbauer Dieter Wenger und seinem Team. Die Motivwagen glossieren sowohl innerstädtische oder regionale wie auch bundes- oder weltpolitische Themen. Mit der Planung und dem Bau der Motivwagen wird bereits im Herbst des jeweiligen Vorjahres angefangen. Alle Motivwagen werden am Fastnachtssonntag in der Innenstadt auf der Ludwigsstraße im Rahmen der Veranstaltung „Tanz auf der Lu“ aufgestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

Motivwagen 2017 © Foto: Diether v. Goddenthow
Motivwagen 2017
© Foto: Diether v. Goddenthow

Über die Motivwagen im Rosenmontagszug entscheidet die Zugleitung des MCV. Jedes Jahr stimmt sie in einer Sitzung über die Ideen und Entwürfe ab, mit denen die aktuelle Politik karikiert werden soll. Zeichnerisch umgesetzt hat sie in diesem Jahr Michael Apitz. Ist die endgültige Entscheidung gefallen, werden die Plastiken in der Wagenhalle des MCV in Mombach gebaut und die passenden Verse geschmiedet. Früher wurden die Figuren aus Maschendraht geformt, mit Rupfen (poröses Gewebe) bezogen, eingegipst und bemalt. 1967 kam erstmals Styropor zum Einsatz. Heute werden die Figuren der Motivwagen mit der Säge aus Styroporblöcken herausgeschnitten. Die Feinarbeit erfolgt mit dem „heißen“ Draht und elektrischen Schlingen. Polierwerkzeuge geben den letzten Schliff, bevor die Figuren farbig gestaltet werden. Veranstalter der Mainzer Straßenfastnacht ist der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. (MCV).

Mainzer Rosenmontagszug 2018: Zahlen, Daten und Fakten

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Motto: „So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt“.

Historie: Im Jahr 2018 geht der 67. Zug nach dem 2. Weltkrieg und der 116. Zug seit Gründung des Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. am 19. Januar 1838 durch die Straßen der Stadt. Veranstalter der Mainzer Straßenfastnacht ist der Mainzer Carneval-Verein, MCV. In diesem Jahr feiert der MCV 180. Geburtstag.

Termine: Am Rosenmontag, am 12.02.2018,
11.11 Uhr ist Abfahrt ab Josefs-/Ecke Boppstraße,
12.15 Uhr Tribüne Gutenbergplatz, Beginn der TV-Übertragung,
13.30 Uhr erreicht die Spitze des Zugs den Münsterplatz, danach löst sich der Zug auf.
Die letzten Teilnehmer werden gegen 16.30 Uhr am Münsterplatz eintreffen.

Zugweg: Der Rosenmontagszug bewegt sich durch die schönsten Straßen der Innenstadt. Der Zugweg beträgt ca. 7,2 km, die Zuglänge beläuft sich auf ca. 9 km.

Erwartete Zugteilnehmer und Gäste:
Anzahl Zugnummern: 139
Musikgruppen: 70
Musiker: 2124
Reiter: 107
Zugpferde: 33
Närrische Wagen, Motivwagen und Komitees: 161
Traktoren, Zugmaschinen (PKW/LKW): 113
Fahnen- und Schwellkoppträger: 92
Gesamtteilnehmer: ca. 8804
Zuschauer: ca. 550.000

Kosten: Der Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. ist Veranstalter und Organisator des Rosenmontagszugs.
Der Finanzierungs-, der Plakettenausschuss und das Web-Marketing-Team des MCV sowie unsere Partner und Sponsoren helfen, den Rosenmontagszug zu finanzieren.
Förderer, Spender, die heimische Wirtschaft sowie die Einnahmen aus den Sitzungen des MCV liefern die finanzielle Basis für die Mainzer Straßenfastnacht, insbesondere des Rosenmontagszugs.

Hintergründe und Wissenswertes zum Zug

– Seit 1838 gab es insgesamt 35 verschiedene Zugwege für den Mainzer Rosenmontagszug. Das letzte Mal musste die Zugstrecke 1995 geändert werden, als die ansteigenden Besucherzahlen die Durchführung des Zuges in Teilen der Altstadt, dort speziell in der Augustinerstraße, aus sicherheitstechnischen Gründen unmöglich machten. Die Streckenänderung 2010, die den Zug entlang des Kurfürstlichen Schlosses führte, wurde nur ein Jahr später wieder zurückgenommen. Die aktuelle Zugstrecke ist über 7 km lang und führt in etwa 4 Stunden von der Mainzer Neustadt in die Altstadt.

Aufstellung des Zuges  2017 Motivwagen 2017 © Foto: Diether v. Goddenthow
Aufstellung des Zuges 2017 Motivwagen 2017 © Foto: Diether v. Goddenthow

– Ausgangspunkt des Mainzer Rosenmontagszuges sind die Straßen rund um die Josefs- und die Boppstraße. Hier stellen sich die einzelnen Gruppierungen auf und werden von MCV-Zugordnern eingewiesen. Von der Boppstraße geht der Zug zur Kaiserstraße zuerst in Richtung Hauptbahnhof, um dann kurz davor eine 180°-Wendung zu machen und auf die andere Straßenseite in Richtung Rhein zu gelangen. Er umrundet die Christuskirche und biegt in die Bauhofstraße ein. Von dort führt der Zugweg in die Große Bleiche, die Große Langgasse und über die Ludwigsstraße zum Gutenbergplatz, Theater und Höfchen. Weiter geht der Zug am Mainzer Dom entlang über die Domplätze zur Rheinstraße und biegt dort in südlicher Richtung auf die Rheinstraße ab. Über die Holzhofstraße, Weißliliengasse geht es zurück zur Ludwigsstraße und weiter zum Schillerplatz und an dem Fastnachtsbrunnen entlang. Über die Schillerstraße führt der Zugweg zur Münsterstraße und in Richtung Alicebrücke/Binger Schlag, wo sich der Zug dann auflöst.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

– Um die schon früher oft problematische Finanzierung zu sichern, führte der MCV 1950 zum ersten Rosenmontagszug der Nachkriegszeit Zugplaketten (mainzerisch: Zuchplakettcher) ein. Dies sind kleine Plastikfiguren zum Umhängen mit einem jährlich wechselnden Motiv. Der Verkaufserlös fließt vollständig in die Zugfinanzierung ein. Bis heute wurden über 3 Millionen Zugplaketten seit 1950 verkauft.

– Als Motiv für die Figuren dienen – bei entsprechenden Vereinsjubiläen – Vertreter der einzelnen Mainzer Fastnachtsgarden, typische Charaktere der Mainzer Fastnacht wie der Till, der Bajazz mit der Laterne oder die beliebten Mainzer Schwellköpp. Das Motiv 2010 war ein radelnder Narr auf einer „60“, da die Zugplakette zu dieser Zeit 60 Jahre alt wurde. In der MCV-Jubiläumskampagne 2013 war das Zugplakettchen der „Bajazz mit der Laterne“ -die Symbolfigur des MCV.

Passend zum diesjährigen Motto „So wie der Mond die Nacht erhellt, strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt“ wurde auch das Zugplakettchen 2018 mit dem Mond als Hauptmotiv ausgewählt. Der Verkauf der Zugplaketten, die für 4,50 Euro das Stück angeboten werden, ist eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung des Rosenmontagszuges. Auch in diesem Jahr gibt es zusätzlich eine „deluxe“-Version. Für 9 Euro präsentiert sich das Zugplakettchen mit Musik und spielt neun Sekunden lang das von Margit Sponheimer gesungene Lied: „Am Rosenmontag bin ich geboren…“.
„Das Zugplakettchen ist nicht nur ein schönes Sammelobjekt“, erklärt MCV-Präsident Reinhard Urban, „vielmehr ist es für jeden Narren, der am Zug teilnimmt, sozusagen das Eintrittsgeld für den Rosenmontag“

Schwellköpp

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

In der Mainzer Straßenfastnacht haben die sogenannten „Schwellköpp“ seit dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ihren Platz. Sie zeigen, satirisch überspitzt, typische Physiognomien von Mainzer Charakteren beiderlei Geschlechts. Die überdimensional großen Pappmachéköpfe werden von Trägern bei Straßenumzügen zur Auflockerung des Zuges zwischen den einzelnen Zugnummern getragen und präsentiert. Der Nachwuchs der Schwellkopp-Familie entsteht in der Wagenhalle des MCV. Die „Määnzer Schwellköpp“ haben Hals und Oberkörper und sind individuell gekleidet. Sie dürfen nicht mehr als 25 Kilo wiegen und müssen bequem zu tragen sein; die Träger müssen gut sehen und frei atmen können. Deshalb wird bis heute Pappmaché und kein Kunststoff verwendet. Berühmte MCV-Schwellköpp wie „Eulefons“, „Karlche“, „Bawett“ oder „Fleebutz“ kennt man landauf, landab. Wie kaum etwas anderes sind sie ein Symbol der Mainzer Straßenfassenacht. Die Produktion der aufwändigen Figuren verschlingt heute zirka 7.000 Euro. Vier Neue kamen im Jahr 2000 zu den bereits bestehenden hinzu, und die Schar wird weiter wachsen. Eigentlich sind es nur wenige Vorlagen, aus denen stets neue Gesichter entstehen. Sie werden liebevoll ummodelliert, bis sie einen neuen Typ ergeben. Die Originalformen sind ins Eigentum des MCV übergegangen. Wer die Schwellköpp tragen will, braucht Kondition: Rund vier Stunden dauert der Einsatz beim Rosenmontagszug. Doch der legendäre Zugmarschall Ady Schmelz, selbst mal Schwellkoppträger, wusste aus Erfahrung: „Man gerät wie in einen Rausch. Dann spürt man das Gewicht gar nicht.“

MCV-Zugleitung
Seit 1838 ist der Mainzer Carneval-Verein (MCV) ununterbrochen für die Organisation, Finanzierung und Durchführung des Mainzer Rosenmontagszuges verantwortlich. Innerhalb des MCV gibt es ein Organisationskomitee, die Zugleitung. Nach außen hin wird diese von den verantwortlichen Zugleitern, die auch am Zug teilnehmen, ausgeübt. Derzeit sind dies Zugmarschall Markus Perabo als Sprecher und Ann Müller-Hegemann als seine Stellvertreterin.

Die vorbereitende Arbeit der 27-köpfigen Zugleitung für einen Rosenmontagszug dauert etwa ein halbes Jahr. Die Planungsmitglieder erstellen Termin- und Etatpläne, laden Vereine und Gruppen zur Teilnahme ein, sichten eingegangene Bewerbungen für die Zugteilnahme und schließen Verträge ab. Nach dem 11.11., dem traditionellen Beginn der närrischen Zeit in Mainz, beginnt die Planung der Motivwagen. Mögliche Motivthemen werden erörtert und schließlich für rund 13 große Motivwagen festgelegt. Diese werden in einer vereinseigenen Halle im Stadtteil Mombach gebaut. Nach Eingang der Bewerbungen für eine Zugteilnahme legt die Zugleitung die Reihenfolge der einzelnen Zugelemente fest, die Anfang Januar allen Teilnehmern bekannt gegeben wird. Für alle Teilnehmer werden Aufmarschplätze in der Mainzer Neustadt festgelegt, wobei Rettungs-und Feuerwehrwege eingeplant werden müssen.

Teilnehmende Fahrzeuge (Motivwagen, Zugfahrzeuge usw.) werden danach vom TÜV Rheinland geprüft und freigegeben. Die Zugleitung sorgt außerdem für die Einhaltung rechtlicher Vorschriften zum Rosenmontagszug: Haftpflichtversicherung für die MCV-Teilnehmer werden abgeschlossen, Termin-und Einsatzpläne erstellt, musikalische Beiträge werden bei der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) gemeldet. Letzte Tätigkeiten der Zugleitung vor dem Rosenmontagszug sind eine große Abschlussbesprechung mit allen an der Organisation Beteiligten einschließlich der Mainzer Polizei.

Unabhängig von den Mitarbeitern des MCV sind bei der Zugdurchführung über 1500 weitere Personen in den Rosenmontagszug eingebunden: städtische Mitarbeiter, Polizeibeamte, Feuerwehrleute sowie Ärzte und Sanitätsdienste.

Der MCV

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Der Mainzer Carneval-Verein, kurz MCV, wurde am 19. Januar 1838 gegründet. Somit gilt er als ältester Mainzer Fastnachtsverein und gehört heute zu den größten und bekanntesten Fastnachtskorporationen überhaupt. Der MCV organisiert und veranstaltet den Rosenmontagszug mit der gesamten Straßenfastnacht und richtet die alljährliche Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ in Kooperation mit dem MCC, KCK und GCV aus.

Schon die erste Kampagne nach der MCV-Gründung enthielt fast alle bis heute beibehaltenen Bestandteile: die Saalfastnacht mit Sitzung, Komitee, Kappe und Orden, die Straßenfastnacht mit Rosenmontagszug, Prinz, Garde und Kappenfahrt und die Fastnachtsposse sowie die Fastnachtszeitung Narrhalla.
An der Spitze des MCV stand und steht bis heute ein Präsident – aktuell Reinhard Urban –, unterstützt von einem Vorstand. Auch die ersten Sitzungen enthielten schon alle Elemente, die auch heute jede Sitzung prägen, besonders die politischen und gesellschaftskritischen Vorträge in Reim oder Prosa, den Kokolores und die musikalischen Beiträge.

Die musikalischen Beiträge wurden meistens durch die Hofkapelle intoniert, die schon durch Carl Zulehner, einem Mitbegründer des MCV, den Komponisten des Narrhallamarsches und Prinz der Kampagne 1844, zu einem Begriff wurde. Aus dem „Sekretär“ entwickelte sich der „Chef des Protokolls“, für den Seppel Glückert Maßstäbe setzte. Der MCV, der „Gründerverein der Mainzer Fastnacht“, übt bis heute noch die wichtigsten Funktionen im Fastnachtsgeschehen aus. Er veranstaltet und organisiert die Fastnachtsposse, den Aufgalopp zur Fastnachtskampagne am 11.11., den Neujahrsumzug, die Straßenfastnacht und die Kappenfahrt am Fastnachtsdienstag und vor allem den Rosenmontagszug.
Kurzum: Ohne den MCV wäre die Meenzer Fassenacht nicht das geworden, was sie heute ist und natürlich auch immer sein wird.

Wichtige Infos rund um den Mainzer Rosenmontags-Zug

Hellau-Fensterplatz  © Foto: Diether v. Goddenthow
Hellau-Fensterplatz
© Foto: Diether v. Goddenthow

Unter dem Motto „So wie der Mond die Nacht erhellt,
strahlt Mainzer Fastnacht in die Welt.“ feiern am 12. Februar 2018 die Mainzer (Närrinnen mitgemeint) zum 67. Mal nach Ende des 2. Weltkrieges und zum 116. Male seit 1838 die Straßenfastnacht mit einem der populärsten Umzüge der Republik: 9 Kilometer Gesamtlänge mit 8800 Aktiven, 139 Zugnummern, 161 Närrischen Wagen, Motivwagen und Komitees, 70 Musikgruppen, 107 Reitern, über 2200 Musikern, Tanzgruppen und vielem mehr.

© Foto: Diether v. Goddenthow
© Foto: Diether v. Goddenthow

Nach seiner Aufstellung in Goethestraße – Kreyßigstraße – Kaiser-Wilhelm-Ring – Boppstraße – Colmarstraße – und Josefstraße –    wird sich der Zug um 11.11 Uhr in Bewegung setzen. Er wird wie in den vergangenen Jahren den  unveränderten Zugweg nehmen, nämlich:
Josefstraße – Boppstraße – Kaiserstraße – Stadthaus – Kaiserstraße (rund um Christuskirche) – Bauhofstraße – Große Bleiche – Große Langgasse – Ludwigsstraße – Theater/ Gutenbergplatz – Domplätze – Rheinstraße – Holzhofstraße / Schifffahrtsmuseum – Weißliliengasse bis Ludwigsstraße – Schillerplatz / Fastnachtsbrunnen – Schillerstraße

Ende des Zuges wird wieder sein am:  Münsterplatz in Richtung Binger Straße / Bahnhofstraße

Jugendmaskenzug am Fastnachtssamstag
Der Jugendmaskenzug stellt sich am Fastnachtssamstag, 10. Februar 2018 ab 12.00 Uhr erneut wie im Vorjahr im Bereich Josefstraße, Leibnizstraße, Gartenfeldplatz, Nackstraße, Kurfürstenstraße auf.
Auch hier wird der Lautsprecherwagen der Verkehrsüberwachung zuletzt um 11.00 Uhr seine Runde drehen – auch dort muss notfalls verwarnt oder gar abgeschleppt werden: Bitte auch hier die Halteverbotsschilder beachten und außerhalb des Areals parken!

Sicherheit geht vor:

Wie die Stadt Mainz  mitteilt gelten auch in diesem Jahr die erweiterten Glasverbotszonen und das LKW-Fahrverbot an zwei Tagen.

!! Wie in jedem Jahr sei darauf verwiesen, dass alle Anwohner im Aufstellungsbereich der Mainzer Neustadt gebeten werden, die in diesen Tagen aufgestellten Halteverbots-Beschilderungen strikt zu beachten und ihre Fahrzeuge am Rosenmontag sowie im Vorfeld des Jugendmaskenzugs (Samstag, 10. Februar 2018) aus dem weiträumigen Aufstellungsbereich sowie entlang des Zugweges als Beitrag für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung frühzeitig zu entfernen !!

Rettungswege: Zugstrecke ist erneut in 64 Hilfe-Sektoren aufgeteilt – Halteverbotsschilder unbedingt beachten!

Für die Feuerwehr und Rettungsdienste wird die Zugstrecke auch im Jahre 2018 in insgesamt 64 Sektoren eingeteilt. Hierzu werden erneut „Sektorenschilder“ angebracht sein – diese Sektoren helfen bei einem Schadensereignis, den Ort des Geschehens schneller und genauer zu lokalisieren und beschreiben zu können.
Für die jederzeitige Erreichbarkeit aller Gebäude in Mainz – auch während des Zuges – ist die Freihaltung von Rettungswegen notwendig. Teilweise sind auf diesen Rettungswegen daher Halteverbote angeordnet. Gerade hier wird das Verkehrsüberwachungsamt falsch geparkte Fahrzeuge abschleppen müssen. Daher die Bitte an die Mainzer Bürger: Aufgestellte Halteverbote strikt beachten!

Hier: weitere Infos und Details zur Mainzer Straßenfastnacht

Höhepunkte der Wiesbadener Straßenfastnacht

Der Wiesbadener Fastnachtszug startet am Fastnachtsonntag, 11. Februar, um 13.11 Uhr am Elsässer Platz. Von dort bahnt sich der Umzug seinen Weg durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und an Tausenden von Närrinnen und Narren am Straßenrand. © Foto  Diether v. Goddenthow, zeigt den grandiosen Zug von 2017.
Der Wiesbadener Fastnachtszug startet am Fastnachtsonntag, 11. Februar, um 13.11 Uhr am Elsässer Platz. Von dort bahnt sich der Umzug seinen Weg durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und an Tausenden von Närrinnen und Narren am Straßenrand. © Foto Diether v. Goddenthow, zeigt den grandiosen Zug von 2017.

In der hessischen Landeshauptstadt werden die närrischen Tage auch in diesem Jahr wieder ausgiebig mit der Rathausstürmung, dem Kinderfastnachtsumzug und, als Höhepunkt, dem großen Fastnachtssonntagszug gefeiert. Und wer gerne „Fastnacht uff de Gass“ erlebt, findet in der Innenstadt und rund um das Rathaus zahlreiche Anlaufpunkte, um mit Gleichgesinnten närrisch und fröhlich zusammen zu sein.

Los geht es am Samstag, 10. Februar, um 11.11 Uhr mit dem Sturm auf die Ortsverwaltung Kastel/Kostheim am St. Veiter Platz 1. Der AKK-Fastnachtszug startet im Anschluss um 13.11 Uhr.

Ebenfalls am Samstag steht die Wiesbadener Innenstadt ganz im Zeichen der Kinderfastnacht. Das Bühnenprogramm beginnt um 10.33 Uhr auf dem Schlossplatz, der Kinderfastnachtsumzug unter der Schirmherrschaft von Sozialdezernent Christoph Manjura startet um 15.33 Uhr am Luisenplatz. Nach dem Umzug durch die Fußgängerzone werden dem Kinderprinzenpaar, Prinzessin Laura I. und Prinz Fabian I., auf der Rathaustreppe von Oberbürgermeister Gerich Stadtorden verliehen. Im Anschluss, etwa gegen 16.30 Uhr, erfolgt der Sturm auf das Wiesbadener Rathaus. Ob es dem Oberbürgermeister mit seinen Helferinnen und Helfern in diesem Jahr gelingt, das Rathaus zu verteidigen? Wenn nicht, können sich alle kleinen Narren freuen, denn die „Beute“, die vor dem Eingang des Rathauses aufgeteilt wird, ist sicherlich ganz nach ihrem Geschmack. Und auf der Bühne am Marktbrunnen findet die Prämierung der besten Kinderumzugnummern mit Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel statt.

Der große Fastnachtssonntagszug startet am Fastnachtsonntag, 11. Februar, um 13.11 Uhr am Elsässer Platz. Von dort bahnt sich der Umzug seinen Weg durch die Innenstadt, vorbei am Rathaus und an Tausenden von Närrinnen und Narren am Straßenrand. Entlang der Zugstrecke gibt es wieder Sprechzellen, von denen aus einzelne Zugnummern erläutert werden. Die Auflösung und das Ende des Zugs am Elsässer Platz sind für circa 18 Uhr geplant. Die Zugstrecke verläuft auch in diesem Jahr wieder über Elsässer Platz, Klarenthaler Straße, An der Ringkirche (nördliche Fahrbahn), Rheinstraße (nördliche Fahrbahn), Wilhelmstraße, Taunusstraße, Kranzplatz/Georg-August-Zinn-Straße, Langgasse/ Webergasse, An den Quellen, Schloßplatz, Marktstraße, Friedrichstraße, Schwalbacher Straße, Bleichstraße, Bismarckring, Dotzheimer Straße, Klarenthaler Straße und zurück zum Elsässer Platz.

Der Zug wird gegen 15 Uhr vor dem Rathaus erwartet. Die Rathaustreppe steht allen Närrinnen und Narren – nach dem Motto „Wer zuerst kommt …“ zur Verfügung. Im Rathaus findet keine Fastnachtsparty statt, da nach dem Zug „Uff de Gass“ gefeiert wird. Das Rathaus ist jedoch ab 14.11 Uhr geöffnet, um sich aufzuwärmen, die Toilette zu besuchen und Getränke zu kaufen; der Verkaufserlös dient der Finanzierung des Fastnachtssonntagszugs. Nach der letzten Zugnummer feiert die DACHO die Straßenfastnacht mit Band und Verkaufsständen auf dem Schloßplatz. „Die Filsbacher“ und das „Spaßrebellen“ werden den Närrinnen und Narren kräftig einheizen.

Malu Dreyer gratuliert Margit Sponheimer zum 75. Geburtstag – Mainzer Ehrenbürgerschaft für Fastnachts-Urgestein

Margit Sponheimer soll für ihre großen Verdienste um die Landeshauptstadt zur Mainzer Ehrenbürgerin ernannt werden. © Archivbild 2017: Diether v. Goddenthow
Margit Sponheimer soll für ihre großen Verdienste um die Landeshauptstadt zur Mainzer Ehrenbürgerin ernannt werden. © Archivbild 2017: Diether v. Goddenthow

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert der Mainzer Fastnachtsikone Margit Sponheimer zu ihrem 75. Geburtstag am 7. Februar. Sie würdigt sie als sympathisches Aushängeschild und mitreißende Botschafterin für ein lebensfrohes Mainz. „Margit Sponheimer hat mit ihren Auftritten Millionen Menschen begeistert. Auch nach ihrem Abschied von der närrischen Bühne ist sie die berühmteste Repräsentantin der Mainzer Fastnacht geblieben. Ihre Lieder gehören zu jeder Kampagne, einer ihrer bekanntester Schlager ‚Am Rosenmontag bin ich geboren‘ darf in der fünften Jahreszeit einfach nicht fehlen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Ganz nebenbei habe Margit Sponheimer als erster weiblicher Fastnachtsstar mit ihrem Vorbild dazu beigetragen, dass Frauen auf dem närrischen Parkett zahlreicher und selbstbewusster wurden. Bewundernswert sei auch ihre Karriere als Volksschauspielerin.

Die Ministerpräsidentin nannte es eine gute Entscheidung, dass Margit Sponheimer für ihre großen Verdienste um die Landeshauptstadt zur Mainzer Ehrenbürgerin ernannt werden soll. „Auch hierzu gratuliere ich sehr herzlich und wünsche ihr viel Glück und Gesundheit für das neue Lebensjahr“, sagte die Ministerpräsidentin. So wie viele andere Menschen freue sie sich auf noch ganz viele Überraschungsauftritte, bei denen Margit Sponheimer den Saal zum Toben bringt.

Närrische „Nachtvorlesung für jedermann“ an der Unimedizin Mainz, 6.2.2018 um 19.11 h

"Närrische Nachtvorlesung für Jedermann" -   © Archivbild 2015: Diether v. Goddenthow
„Närrische Nachtvorlesung für Jedermann“ – © Archivbild 2015: Diether v. Goddenthow

Vierfarbbunte Sonderedition der „Nachtvorlesung für jedermann“ an der Universitätsmedizin Mainz am 06.02.

(Mainz, 05. Februar 2018, ok) Am morgigen Dienstag, 06. Februar, um 19.11 Uhr lädt die Universitätsmedizin Mainz zur Närrischen Nachtvorlesung ein. Mit dabei sind einige Größen der Meenzer Fassenacht wie beispielsweise der singende Brezelmann Buddy Becker, Dr. Markus Weber als Fräulein Baumann oder Gaby Elsener, bekannt als Kultfigur „Apollonia“. Moderiert wird die Veranstaltung von der Ersten Vorsitzenden des Närrischen Stammtisches die „Allerscheenste“ Karin Junker. Veranstaltungsort ist der große Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Eintritt und Bewirtung sind frei.

Im Mittelpunkt der Närrischen Nachtvorlesung stehen närrische Vorträge und Gesangsdarbietungen. Die politische Fastnacht repräsentieren beispielsweise Peter Krawietz oder Rene Psychierer. Geistreicher Kokolores ist von Gaby Elsener in der Rolle der altjüngferlichen und treudoofen „Apollonia“ mit Blumentopfhut und grauem Oma-Kostüm sowie Dr. Markus Weber als herrlich schrullige Grande Dame zu erwarten. Musikalische Beiträge kommen vom singenden Brezelmann, Horst „Buddy“ Becker, sowie von Dirk Loomans. Als Repräsentant der Wissenschaft wird der Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Univ.-Prof. Dr. Christian Friedrich Vahl, in seinem Vortrag auf humorige Weise Wissen vermitteln und dabei den Wissenschaftsbetrieb aufs Korn nehmen.

 © Archivbild 2015: Diether v. Goddenthow
© Archivbild 2015: Diether v. Goddenthow

„Es ist eine wahrhaft große Geste dieser gestandenen Fastnachtsgrößen, dass sie die Närrische Nachtvorlesung der Universitätsmedizin mitgestalten“, unterstreicht Professor Vahl. „Mit diesen spaßerprobten Närrinnen und Narrhalesen bleibt kein Auge trocken“.