Kategorie-Archiv: Dom- und Diözesanmuseum Mainz

Dommuseum Mainz: Flucht 2.0 eröffnet – Großes Rahmenprogramm zur Ausstellung!

Foto © massow-picture
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Während einer kleinen Feierstunde wurde am Freitag, den 18. März 2016,  die  Ausstellung „Flucht 2.0 – AN ODYSSEY TO PEACE EINE AUSSTELLUNG VON FLÜCHTLINGEN“ im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz eröffnet. Für die musikalische Umrahmung sorgten Musiker von der Mainzer Weltmusik Akademie.
Die Ausstellung wird gezeigt vom 18. März bis 1. Mai 2016

Prälat Dietmar Giebelmann, Generalvikar des Bistums Mainz. "Von unseren acht Schutzbefohlenen, von unseren acht Gästen, sprechen alle inzwischen etwas deutsch, in kurzer Zeit, manche nach einem halben Jahr. Und wir spüren die Bedeutung von diesen Jungs von Sprachbildung und Ausbildung in dieser schlimmen Lage." Foto © massow-picture
Prälat Dietmar Giebelmann, Generalvikar des Bistums Mainz. „Von unseren acht Schutzbefohlenen, von unseren acht Gästen, sprechen alle inzwischen etwas Deutsch, in kurzer Zeit, manche nach einem halben Jahr. Und wir spüren die Bedeutung bei diesen Jungs von Sprachbildung und Ausbildung in dieser schlimmen Lage.“ Foto © massow-picture

Die Sonderausstellung „Flucht 2.0 – an odyssey to peace“ im Mainzer Dom- und Diözesanmuseum sei ein „Mahnmal für die Republik und unser Bistum“ sagte Generalvikar des Bistums Mainz, Prälat Dietmar Giebelmann. Sie sei auch „unsere Antwort auf einen Wahlsonntag“ und „unsere Antwort auf Grenzzäune“. „Wir haben zum ersten Mal die Ausstellung in einem Möbelhaus in Ingelheim gesehen, und uns wurde klar: Diese Ausstellung gehört in das Herz unseres Landes, und unseres Bistums, also letztlich in den Dom, oder in das Dom- und Diözesanmuseum!“, so Giebelmann begeistert weiter, der die Ausstellung als Wanderausstellung auf Reisen weiterschicken möchte „in das Bistum hinein und in die Republik hinein“.

 

 

Dr. Anja Lempges, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, die in Vertretung von Dr. Winfried Wilhelmy, Direktor des Dommuseums, ist persönlich aufgrund familiärer Fluchterfahrungen zu tiefst berührt von der Ausstellung, und dankte allen, die diese Ausstellung in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben.Foto © massow-picture
Dr. Anja Lempges, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, die in Vertretung von Dr. Winfried Wilhelmy, Direktor des Dommuseums, ist persönlich aufgrund familiärer Fluchterfahrungen zu tiefst berührt von der Ausstellung, und dankte allen, die diese Ausstellung in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben.Foto © massow-picture

Dr. Anja Lempges, wissenschaftliche Mitarbeiterin, die in Vertretung von Dr. Winfried Wilhelmy, Direktor des Dommuseums, die Veranstaltung eröffnete, konnte es, wie sie sagte, „zunächst nicht deuten, warum sie das Thema Flucht so packt“, bis sie merkte, dass die Thematik „mich an meinen Großvater erinnerte“. Dieser, nahe an der Luxemburgischen Grenze auf deutscher Seite geboren,  hatte sich, so Lempges, in russischer Kriegsgefangenschaft  als „Luxemburger“ ausgegeben, da die Russen nicht den moselfränkischen vom luxemburgischen Dialekt zu unterscheiden vermochten. Die luxemburger wie französischen Soldaten hatten jedoch bei der Übergabe des unechten Luxemburgers an ihre Einheit geschwiegen. „Weil andere Menschen menschliche Größe gezeigt haben, hat mein Großvater überlebt. Wäre das nicht geschehen, ich stünde heute nicht hier“, stellte Lempges fest und appellierte an unser aller gesellschaftliche Verpflichtung, eben solch menschliche Größe heutigen Flüchtlingen gegenüber zu zeigen.

Dr. Doaa Elsayed, Kunsthistorikerin aus Kairo und Kuratorin der Ausstellung, führte die Gäste durch alle Stationen der Ausstellung und interviewte einfühlsam einige der jungen Gäste zu ihren zum Teil unglaublichen, lebensgefährlichen Erlebnissen . Foto © massow-picture
Dr. Doaa Elsayed, Kunsthistorikerin aus Kairo und Kuratorin der Ausstellung, führte die Gäste durch alle Stationen der Ausstellung und interviewte einfühlsam einige der jungen Gäste zu ihren zum Teil unglaublichen, lebensgefährlichen Erlebnissen . Foto © massow-picture

Dr. Doaa Elsayed, Kunsthistorikerin aus Kairo und Kuratorin der Ausstellung, nannte die Ausstellung „eine Brücke zwischen Menschen auf der Flucht und der Bevölkerung in Deutschland“, die Hoffnung spenden und Menschen auf der Flucht ein Gesicht geben wolle. Doaa Elsayed sagte: „es gibt zwei Gruppen von Menschen, zwischen ihnen liegt ein tiefes Tal. Ein Tal voller Krieg, Tod, Armut, Angst und Traurigkeit. Jeder von diesen beiden Gruppen sieht jeweils auf die andere Seite, die Seite, die für ihn völlig unbekannt ist. Diese Ausstellung verbindet die Gruppen der beiden Seiten, oder die beiden Gruppen, und erlaubt, das Tal zu überqueren“.
Für einen Teil der deutschen Gesellschaft seien Flüchtlinge, so Elsayed, ein abstraktes Bild, einfach tausende, ja gar Millionen Menschen, also eine Masse ohne Gesicht. „Wer die Gesichter nicht kennt, hat Angst, Angst vor einer fremden Kultur, Angst vor einer fremden Religion, Angst vor einer fremden Tradition, Angst davor, die eigene Kultur zu verlieren, vielleicht sogar, die eigene Persönlichkeit.“, so Elsayed.
Mit der Brücke, die diese Ausstellung schaffe, wollen wir diese Angst nehmen. Die Flüchtlinge nähmen dazu die Besucher mit auf die andere Seite des Tales, so Elsayed, und weiter: „Durch die Geschichte dieser acht jungen Menschen bekommen Millionen Flüchtlinge ein Gesicht. Ein Gesicht, das selbst Angst hat, weinte, hoffte, und bangte, Tag für Tag, das kämpfte, und alles verloren glaubte, und doch endlich hierher kam, endlich auf die andere Seite des Tals. Sie haben es geschafft.“

Die acht Flüchtlinge haben fast ein Jahr an der Ausstellung gearbeitet. Ahmed, Aron, Farhad, Fisseha, Khaled, Khanum, Rami und Sufyan sind seit 2013/14 in Deutschland. Sie kommen aus Afghanistan, Eritrea, Pakistan und Syrien, sind Muslime und orthodoxe Christen und sprechen drei verschiedene Sprachen: Arabisch, Tigrinia und Englisch und inzwischen auch Deutsch.

Gemeinsam mit zwei Projektleiterinnen, der Journalistin Jeanette Schindler und der Dr. Doaa Elsayed, haben sie das Ausstellungskonzept entwickelt und zuerst in einem Ingelheimer ehemaligen Baumarkt gezeigt.

Foto © massow-picture
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Die Ausstellung zeigt in sechs Stationen – Aufbruch, Marsch, Lager, Mittelmeer, Europa, Ankommen – die persönlichen Fluchterlebnisse der Gruppenmitglieder und wie sie ihre erste Zeit in Deutschland erlebt haben. Die Flüchtlinge in Deutschland sehen sich oft der vorwurfsvollen Frage ausgesetzt, warum sie teure Smartphones besitzen. Ein Aspekt der Ausstellung ist daher, deutlich zu machen, wie wichtig neue Medien für Menschen auf der Flucht sind und wie sie genutzt werden.

Lebensgeschichten auf Videointerviews festgehalten, die die Besucher abrufen können.
Lebensgeschichten auf Videointerviews festgehalten, können  Besucher abrufen.

In der Ausstellung werden stark vergrößerte Handyfotos präsentiert, die Menschen auf ihrem Weg nach Deutschland gemacht haben. Außerdem sind Facebook-Einträge von Geflüchteten und auch von Schleusern zu sehen. In selbstgedrehten Kurzfilmen  erzählen die Gruppenmitglieder persönliche Erfahrungen auf ihrem Weg nach Deutschland. Interaktive Installationen sollen dem Ausstellungsbesucher diese Erfahrungen näher bringen. So können die Besucher in einem nachgebauten Flüchtlingsboot Platz nehmen.

 

In der letzten Station der Ausstellung befassen  sich Ahmed, Aron, Farhad, Fisseha, Khaled, Khanum, Rami und Sufyan mit ihren Eindrücken und Gefühlen während der ersten Zeit in Deutschland – ein Aspekt, der bisher in der gesamten Flüchtlingsdebatte völlig untergegangen ist. Auf kleinen mit Bildern versehenen Texttafeln können Besucher die wichtigsten ihrer Empfindungen  nachlesen, etwa wie die folgende von Farhad:
neuefluegelbekommen

Während Farhad seit geraumer Zeit auf die Bearbeitung seines Asylantrags wartet, arbeitet er wöchentlich drei Tage in einem Restaurant und lernt eifrig Deutsch. Später einmal möchte er deutsche Literatur studieren, um Dolmetscher zu werden.

Khaled hat Asyl in Deutschland bekommen, wohnt in Mainz u. besucht die 10. Gymnasiumklasse und möchte Zahnarzt werden. Dieses Armband hat er von seinem Bruder bekommen, welche er für "kein Geld der Welt verlieren" möchte.  Foto © massow-picture
Khaled hat Asyl in Deutschland bekommen, wohnt in Mainz u. besucht die 10. Gymnasiumklasse und möchte Zahnarzt werden. Dieses Armband hat er von seinem Bruder bekommen, welche er für „kein Geld der Welt verlieren“ möchte. Foto © massow-picture

Zudem zeigen die Projektmitglieder persönliche Dinge, die sie auf ihrer Flucht auf keinen Fall verlieren wollten. Sie waren/ sind die einzigen Erinnerungsstücke an geliebte Menschen und an ihre alte Heimat.

 

 

 

vl. Dr. Doaa Elsayed, Prälat Dietmar Giebelmann, Dr. Anja Lempges. Foto © massow-picture
vl. Dr. Doaa Elsayed, Prälat Dietmar Giebelmann, Dr. Anja Lempges. Foto © massow-picture

Flüchtlinge sind in mehrfacher Hinsicht ihrer Stimme beraubt. Weil sie überwiegend kein Deutsch sprechen, können sie weder ihre Gefühle und Bedürfnisse artikulieren, noch Freundschaften knüpfen. Dazu kommt, dass der „lange Arm“ der Unterdrückerregime, aus denen sie geflohen sind, oft bis in ihre Zufluchtsländer reicht. Sie können selbst in Deutschland nicht frei und öffentlich ihre Interessen vertreten oder über ihre traumatischen Erfahrungen sprechen, auch weil sie fürchten müssen, damit ihre zurückgebliebenen Angehörigen in Gefahr zu bringen. Deswegen können wir an dieser Stelle nicht alle Beteiligten zeigen.

Von diesen hier porträtierten jungen Menschen gehen so viel Lebenswille und Hoffnung, aber auch Leistungsstärke und der Wunsch aus, durch eigene Leistung  den Deutschen einmal für all die Hilfen danken zu können. Ahmed, Aron, Farhad, Fisseha, Khaled, Khanum, Rami und Sufyan dankten –  zum Teil mit Tränen in den Augen – für all das, was ihnen hier Gutes getan wurde, von ihren Gasteltern, den Institutionen, dem Bistum Mainz und den Deutschen.
christenhelfenmuslims

 

 

 

Annita Müller, Medienpädagogin der "medien.rlp, Institut für Medien und Pädagogik e.V.2  führte die Video-Interviews mit den jungen Menschen. Diese sind in der Ausstellung abrufbar.Foto © massow-picture
Annita Müller, Medienpädagogin der „medien.rlp, Institut für Medien und Pädagogik e.V.2 führte die Video-Interviews mit den jungen Menschen. Diese sind in der Ausstellung abrufbar.Foto © massow-picture

Die Filme in der Ausstellung sind mithilfe des großen Engagements der medien.rlp, Institut für Medien und Pädagogik e. V. entstanden.

Das Rahmenprogramm der Ausstellung wird Geflüchteten, Helfern, Gemeinden und Verantwortlichen im Bereich Migration sowie allen Interessierten breiten Raum bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen Blick in die gemeinsame Zukunft zu werfen.

 

Refugee Guide Online 

Der Guide (http://www.refugeeguide.de) /steht den Menschen in den Sprachen
– deutsch,
– englisch,
– französisch,
– arabisch,
– pashto,
– dari,
– farsi,
– urdu,
– tigrinya,
– russisch,
– serbisch,
– albanisch und
– mazedonisch

RAHMENPROGRAMM
Rahmenprogramm_FLUCHT 2.0

 ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN

 Jeden Samstag um 15 Uhr und jeden Sonntag um 14 Uhr starten wir gemeinsam in
 die Ausstellung. Sie erzählt von Menschen, deren Verzweiflung sie nach Europa treibt –ungeachtet aller Gefahren. Die jungen Menschen, die diese Ausstellung zusammengestellt haben, erzählen, warum sie geflohen sind, wie es in ihrer Heimat heute aussieht, wie es ihnen auf der Flucht ergangen ist und wie man überhaupt eine Flucht bewerkstelligt und organisiert. Dauer: 60 Min.

 Kosten: 2,50 € + Eintritt, samstags inkl. Aufbewahrung Ihres Markteinkaufs.
(Eintritt regulär: 4 € / ermäßigt: 2 €; Familienkarte I: 4 € / Familienkarte II: 8 €)

 ABENDÖFFNUNG UND GESPRÄCHSRUNDE – Gäste, Gastgeber und Unterstützer
 In Kooperation mit der Katholischen Hochschule Mainz, Prof. i. K. Dr. Ulrich Papenkort.
 Jeden Mittwoch geben wir unterschiedlichen Verbänden, Helfern und Unterstützern  aber auch den Flüchtlingen selbst ein Forum. Bei der Abendöffnung ab 17 Uhr haben unsere Besucher die Möglichkeit, sich die Ausstellung vor den Gesprächsrunden anzusehen, sich Gedanken zu machen und sich Fragen zu stellen. Anschließend (18 Uhr) setzen wir uns in großer Gesprächsrunde zusammen und diskutieren, thematisieren unsere Ängste und blicken in eine gemeinsame Zukunft. Dauer: ca. 60 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen.

  23.3. und 13.4.: Flucht damals und heute – Ein moderiertes Gespräch.
 30.3.: Gesprächsrunde mit Petra Matthes und Ute Lippert  Psychosoziales Zentrum für Flucht und Trauma des Caritasverband Mainz e. V.

 20.4.: Gesprächsrunde mit Vertretern der Stiftung Juvente Mainz
 27.4.: Gesprächsrunde mit Rudolf Höser, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Trier

 PODIUMSDISKUSSION
Wir haben alle an einen Tisch und in einen Saal geholt. Generalvikar Giebelmann und Frau Joanna Worytko sprechen über die Motivation eines Bistums, sich Flüchtlingen anzunehmen. Wie können wir unsere Gäste aufnehmen, und wie funktioniert die Unterbringung? Welche Sorgen und Nöte haben die Menschen, welche Sorgen bringt die Hilfe mit sich? Pfarrer Stipinovich aus Viernheim berichtet von seinen Ideen zur Hilfe und seinem Modellprojekt in Viernheim. Dr. Elsayed erklärt die Ausstellung und was sie bewegt hat, diese zusammen mit Flüchtlingen zu entwickeln. Rainer Stephan berichtet von seiner Arbeit, dem Umgang mit dem Erwachsenenkatechumenat, dem Taufwunsch von Flüchtlingen und den daraus resultierenden Problemen. Und Irene Alt stellt sich als Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz den Fragen, die mit der „Flüchtlingswelle“ auf uns zugekommen sind.

 Termin: 6.4. um 18.00 Uhr. Dauer: ca. 90 Min. Abendöffnung der Ausstellung ab 17 Uhr.
 Kosten: Spenden sind willkommen.

 „FREMD SIND WIR EINGEZOGEN“ – Konzert
Ein interkulturelles Konzertprojekt mit Liedern aus der „Winterreise“ von Franz Schubert sowie Texten von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen über ihre „Reise“ nach Deutschland. Gesang: Heidrun Kordes, Birgit Thomas. Sprecher: Ulrike Neradt, Wiltrud Heine, Gottfried Herbe, Bernhard Plechinger. Gitarre: Ali Neander, Rainer Michel. Arabische Geige: Walid Khadba. Klavier: Markus Neumeyer.

Konzept und Regie: Sabine Fischmann.
 Termin: 22.4. um 19.30 Uhr. Dauer: ca. 90 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen.

  FINISSAGE am Sonntag, 1. Mai
 Öffentliche Führung 12.00 Uhr, 14.00 Uhr und 16.00 Uhr

 Familienprogramm in der museumspädagogischen Werkstatt von 14.00 – 18.00 Uhr.
VERANSTALTUNGEN für FAMILIEN UND KINDER
 FAMILIENTAG – Das Vertraute im Fremden
Laut UNICEF ist jeder dritte nach Deutschland einreisende Flüchtling ein Kind oder Jugendlicher. Schätzungsweise 65.000 Flüchtlingskinder leben mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland. Deshalb wollen wir gerade auch Kindern und Jugendlichen breiten Raum geben, sich gegenseitig kennenzulernen. Beim Familientag schaffen wir hierfür eine zwanglose Atmosphäre. Kinder erzählen einander von ihrer Heimat, lesen Geschichten, basteln und spielen. Vielleicht entdecken wir beim Lesen, Hören von Geschichten und Basteln Gemeinsamkeiten… und das Vertraute im Fremden.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Familien und Kinder ab 8 Jahren.
 Termine: 19. März, 9. April und 23. April, jeweils um 15 Uhr. Dauer: ca. 90 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen. Bitte vorher anmelden!

 

 MEIN TRAUMBAUM
Mit seinen tiefen Wurzeln ist ein Baum ein starkes Symbol für Heimat. Und Heimat bedeutet für jeden Einzelnen etwas anderes. Wir wollen gemeinsam Euren Träumen, Wünschen und Vorstellungen von Heimat nachgehen. Wir malen auf großer Leinwand unseren Traumbaum, unsere Vorstellung von Heimat. Dabei können wir andere Menschen und andere Kulturen kennenlernen und ihnen begegnen. Das Fremde bekannt machen… Workshop für Kinder ab 8 Jahren.
 Termine: 22. März und 1. April, jeweils um 11 Uhr. Dauer: ca. 180 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen. Bitte vorher anmelden!

 ZEICHEN UND SYMBOLE – Ornamentworkshop
Symbole sind ein elementarer, kraftvoller Ausdruck jeder Kultur. Sie geben uns Sicherheit und ein Gefühl von Heimat in einem fremden Land. In diesem Workshop suchen wir nach unseren eigenen Symbolen und lernen fremde kennen. Workshop für Familien, Erwachsene und Kinder.
 Termine: 16.4. und 30.4., jeweils um 11 Uhr. Dauer: ca. 120 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen. Bitte vorher anmelden!

 „MIT DEM TEDDY AUF DER FLUCHT“ – Erzählrunde mit Zeitzeugen
In Kooperation mit dem Museum bei der Kaiserpfalz, Ingelheim
Der aus dem Libanon stammende Alexander Iskanderani musste vor über vierzig Jahren als Kind zweimal seine Heimat verlassen. Seine Flucht endete glücklich. Heute kann er uns davon erzählen. In der etwa zweistündigen Veranstaltung wird eine kurze historische Einführung zeigen, dass die derzeitige Flüchtlingswelle keineswegs einzigartig in der Geschichte ist.
Im anschließenden Gespräch zwischen der Kulturwissenschaftlerin Dr. Nicole Nieraad- Schalke mit Alexander Iskanderani werden Erinnerungen wach. In einem Koffer gesammelte Erinnerungsstücke regen zum gemeinsamen Gespräch an.
Workshop für Familien und SchülerInnen ab 12 Jahren
Termin: 17.4. um 11 Uhr. Dauer: ca. 120 Min.
 Kosten: Spenden sind willkommen. Bitte vorher anmelden!

  FINISSAGE am Sonntag, 1. Mai
 Öffentliche Führung 12.00 Uhr, 14.00 Uhr und 16.00 Uhr
 Familienprogramm in der museumspädagogischen Werkstatt von 14.00 – 18.00 Uhr.

 AUSSERDEM
 MIT LEEREN HÄNDEN – Was Flüchtlinge durchmachen, bis sie bei uns ankommen
 Workshop für Leute ab 10 Jahren
Niemand verlässt seine Heimat ohne wichtigen Grund. Wir können nur schwer nachvollziehen, was die Flüchtlinge erlitten haben, die deutschen Boden betreten. Diese Gemeinschaftsstunde soll Kindern und Schülern helfen, sich in Flüchtlinge hineinzuversetzen, um ein Verständnis dafür zu bekommen, was sie durchmachen, bis sie bei uns ankommen.
 Termine: nach Vereinbarung. Dauer: 60 Min.
Kosten: Spenden sind willkommen.

Zeit und Ort

Öffnungszeiten DI bis FR 10–17 Uhr | SA, SO und ges. Feiertage 11–18 Uhr
Bei Veranstaltungen ggf. länger geö¬ffnet. Geschlossen 25.-28.3. (Karfreitag bis Ostermontag). Am 1. Mai geöffnet.

Eintrittspreise Regulär: 4 € | Ermäßigt: 2 €
Familienkarte I: 4 € | Familienkarte II: 8 €.

Am persönlichen Namenstag ist der Eintritt frei.

Führungen Ö¬ffentliche Führungen
Samstags um 15 Uhr, Sonntags um 14 Uhr
Jeweils 60 Min., Teilnahmegebühr: 2,50 € + Eintritt

Private Gruppenführungen (bitte telefonisch / per E-Mail vereinbaren):
60 Min. / 60 € + erm. Eintritt

Veranstaltungen Im Rahmen der Sonderausstellung gibt es ein umfangreiches
Veranstaltungsprogramm. Alle Termine auf der Homepage.

Ort:
Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum
Domstraße 3
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 253 344
Fax: 06131 / 253 349
Internet: www.dommuseum-mainz.de
Mail: info@dommuseum-mainz.de

FLUCHT 2.0 im Mainzer Dommuseum – Rahmenprogramm legt Schwerpunkt auf Begegnung

Flucht2PlakatAm Freitag, 18. März, öffnet das Mainzer Dommuseum ab 13 Uhr seine Räume zur Sonderausstellung FLUCHT 2.0 – an odyssey to peace. Die Ausstellung, die von acht Flüchtlingen konzipiert und im letzten November erfolgreich in Ingelheim gezeigt wurde, berichtet anhand von Handybildern, -filmen und ergänzenden Interviews von den Gefahren, die Flüchtende in der Hoffnung auf ein friedliches Leben auf sich nehmen.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Programm begleitet, das die Begegnung zwischen Geflüchteten, Interessierten, Helfern und Verantwortlichen zum Ziel hat.

So bieten die öffentlichen Führungen (samstags um 15 Uhr, sonntags um 14 Uhr) nicht nur Gelegenheit, die Ausstellungsmacher selbst kennenzulernen, die Auskunft geben über die Gründe und Umstände ihrer Flucht, wie es in ihrer Heimat heute aussieht und wie man überhaupt eine Flucht bewerkstelligt.

Jeden Mittwoch um 18 Uhr bekommen unterschiedliche Verbände, Helfer und Unterstützer aber auch Flüchtlingen selbst ein Forum. Bei der Abendöffnung um 17 Uhr haben die Besucher die Möglichkeit, sich die Ausstellung vor den Gesprächsrunden anzusehen und sich Fragen zu stellen. Anschließend wird in großer Runde diskutiert, Ängste thematisiert und ein Blick in eine gemeinsame Zukunft geworfen.

Bei der Podiumsdiskussionam 6. April um 18 Uhr sprechen Generalvikar Giebelmann und Frau Joanna Worytko (Stabsstelle Migration/Integration Bistum Mainz) mit Subregens Lerchl (Bischöfliches Priesterseminar), Pfarrer Stipinovich aus Viernheim, der Ausstellungskuratorin Dr. Elsayed und Irene Alt (Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz) über Motivation und Organisation der Flüchtlingshilfe, die dabei aufkommenden Sorgen, Fragen und Probleme und ihre Ideen und Projekten zur Integration.

„FREMD SIND WIR EINGEZOGEN“ ist ein interkulturelles Konzertprojekt mit Liedern aus der „Winterreise“ von Franz Schubert sowie Texten von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen über ihre „Reise“ nach Deutschland. Das Konzert findet statt am 22. April um 19.30 Uhr.

Flucht und Vertreibung sind nicht zuletzt auch in der christlichen Bildwelt verankert. So berichtet uns zum Beispiel das Matthäus-Evangelium von der Flucht der hl. Familie nach Ägypten. In kurzen Vorträgen wird am 10. und 24. April um 11 Uhr in Sichtweisen – Flucht und Vertreibung in der Kunst den Themen auf den Grund gegangen.

Auf für Kinder und Familien gibt es zahlreiche Angebote: An drei FAMILIENTAGEN erzählen Kinder einander von ihrer Heimat, lesen Geschichten, basteln und spielen. Vielleicht entdecken wir beim Lesen, Hören von Geschichten und Basteln Gemeinsamkeiten… und das Vertraute im Fremden. Termine: 19. März, 9. April und 23. April, jeweils von 15-16.30 Uhr.

Beim Workshop MEIN TRAUMBAUM malen alle ihre jeweiligenTräume, Wünsche und Vorstellungen von Heimat auf eine große Leinwand. Termine: 22. März und 1. April, jeweils von 11-14 Uhr.

Am 17. April um 11 Uhr erzählt der aus dem Libanon stammendeAlexander Iskanderani von seiner Flucht als Kind vor 40 Jahren. In der ERZÄHLRUNDE wird eine kurze historische Einführung zeigen, dass die derzeitige Flüchtlingswelle keineswegs einzigartig in der Geschichte ist. In einem Koffer gesammelte Erinnerungsstücke regen zum gemeinsamen Gespräch an.

ALLE TERMINE, Kosten, Anmeldungen und Altersempfehlungen unter www.dommuseum-mainz.de

Im März startet das Mainzer Dommuseum mit Kreativ-Workshop sein Halbjahresprogramm

Foto © massow-picture
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In Erwartung der Osterzeit könnenERWACHSENE am Samstag, 5. März,unter Anleitung von Beate ZimmermannOsterkränze aus Stoff nach eigenen Wünschen gestalten. Eine Woche später, am12. März, gibt es Gelegenheit, Ostereier und mitgebrachte Gegenstände durch Vergoldenzu verschönern.

Für KINDER gibt es in den OsterferienAltbewährtes und Neues zu tun: In derTöpferwerkstatt kann am 23. und 30. Märzjeder seine Phantasie in Ton formen. Die Arbeiten von Künstlern aus früheren Jahrhunderten sind dabei eine gute Anregung, Stefanie Theberath hilft gerne bei der Umsetzung des eigenen Phantasietiers. Seltsamen Wesen begegnen einem auch in derTextilwerkstatt, die am 29. und am 31. März stattfindet. Nach einem Blick auf mittelalterliche Wandteppiche im Depot werden aus Stoffresten bunte Taschen oder Freundschaftsbändchen gewirkt, geknüpft und gewebt. Die Gelegenheit, Kontakte mit Kindern aus anderen Kulturen zu knüpfen bietet der Workshop Mein Traumbaum. Im Rahmen der Sonderausstellung FLUCHT 2.0 – an odyssey to peace entsteht am 22. März und 1. April aus den gemalten Träumen und Wünschen der TeilnehmerInnen und ihren Vorstellungen von Heimat ein großer Traumbaum auf Leinwand.

Bitte zu allen Workshops anmelden!
Alle Termine für das erste Halbjahr, Kosten und Altersempfehlungen für Kinder unter www.dommuseum-mainz.de oder als kostenlose Broschüre im Dommuseum.

Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum
Domstraße 3
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 253 344
Fax: 06131 / 253 349
Internet: www.dommuseum-mainz.de
Mail: info@dommuseum-mainz.de

Landeshauptstadt Mainz feierte Beitritt zum Museums-PASS-Musées

museumspassMit Museumsrundgang, Verlosung,  Umtrunk  und Grußworten  zahlreicher prominenter Redner wurde  im Gutenberg-Museum vorige Woche der Beitritt der Landeshauptstadt Mainz mit vier Museen zum Museums-PASS-Musées  gebührend gefeiert.

Breits seit dem 1. Januar öffneten das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum, das Gutenberg-Museum, das Landesmuseum und das Naturhistorische Museum ihre Türen für alle Passinhaber kostenfrei.

Mit dem Museums-PASS-Musées können die Bürger aus Mainz und der Region ab 2016 nicht nur die vier Museen in Mainz kostenfrei besuchen, sondern auch namhafte Häuser in der Nähe wie z. B. die Reiss-Engelhorn Museen und die Kunsthalle in Mannheim oder das Historische Museum der Pfalz in Speyer. Aber auch Highlights in anderen Teilen des Pass-Gebietes sind eine Reise wert. So zum Beispiel das Museum Frieder Burda (Baden-Baden), das Zentrum Paul Klee (Bern, Schweiz) und das Centre Pompidou (Metz, Frankreich).

Alle Vorteile des Museums-PASS-Musées auf einen BIick:

  • Freier Eintritt für 1 Jahr in 320 Museen in Deutschland, Frankreich, Schweiz
  • 5 Kinder können kostenlos mit ins Museum
  • Informationen zu allen Museen und aktuellen Ausstellungen über Newsletter und Broschüre
  • Einladung zu Kulturveranstaltungen, Museumsabenden und Reisen

Weitere Infos und Möglichkeiten, den Pass zu erwerben:
Museums-Pass-Musées
Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum,
Gutenberg-Museum,
Landesmuseum Mainz,
Naturhistorische Museum,

Bewegliche Kruzifixe ein mittelalterliches Phänomen – Vortrag im Haus am Dom Mainz

Deutsche und englische Reformatoren berichten über Marienfiguren mit beweglichen Jesuskindern oder Christusfiguren, die am Kreuze starben; das alles sei vom Klerus mittels verborgener Schnüre, Drähte und Schrauben bewegt worden, um eine vollständige Illusion zu erzeugen. Die Berichte klingen teilweise derart fantastisch, dass man ihnen wenig Glauben schenken mag. Jedoch: Solche Figuren haben sich erhalten und stehen samt ihrem kulturgeschichtlichen Zusammenhang im Zentrum eines Vortrags von Prof. Dr. Johannes Tripps, Leipzig. In Kooperation mit dem Dommuseum zur Sonderausstellung Schrei nach Gerechtigkeit lädt der Erbacher Hof am Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr dazu ein. Die Veranstaltung findet im Haus am Dom, Liebfrauenplatz 8, Mainz, statt und kostet 5 Euro.

Die VIERTE Lange Nacht der Heiligen statt Halloween – Dommuseum Mainz am 31.Okt. 2015

© dommuseum Mainz
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Die VIERTE Lange Nacht der Heiligen
Das Mainzer Dommuseum lädt auch dieses Jahr zur Halloween-Alternative ein

Bereits zum vierten Mal veranstaltet das Mainzer Dommuseum am 31. Oktober die Lange Nacht der Heiligen. Von 18-23 Uhr wird es wieder Interessantes, Amüsantes und Entspanntes zum Thema Heilige geben, ob bei Vorträgen, Musik, Lesungen oder den beliebten Taschenlampenführungen durch den dunklen Dom. Die Sonderausstellung wird an diesem Abend nicht zu besichtigen sein.

Der Vorverkauf startet am 1. Oktober, die Karten kosten 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, die Familienkarte 12 Euro.

BISCHÖFLICHES DOM- UND DIÖZESANMUSEUM MAINZ
Domstraße 3
55116 Mainz
Tel 06131 – 253 378
Fax 06131 / 253 349

Ein eigenes Siegel kreieren – am 10. u. 17. Okt. im Dommuseum Mainz

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Ein eigenes Siegel kreieren Dommuseum bietet Töpferkurse für Erwachsene an

Aus Ton werden schon seit tausenden von Jahren sowohl Kunstwerke als auch Alltagsgegenstände hergestellt. An zwei Samstagen im Oktober bietet das Mainzer Dommuseum Workshops für Erwachsene zum Arbeiten mit dieser besonderen Erde an. Nach einer intensiven Betrachtung der mittelalterlichen Tonmodeln in der Sonderausstellung „Schrei nach Gerechtigkeit“ können in der Museumspädagogischen Werkstatt unter fachkundiger Anleitung ein eigenes Siegel hergestellt oder ganz Individuelles kreiert werden.

Termine: Sa, 10.10. und Sa, 17.10., jeweils um 11.00 Uhr (auch einzeln buchbar)
Dauer: ca. 120 Min.
Kosten:15 € inkl. Material und Brennen
Bitte vorher anmelden unter 06131 253 344

Schrei nach Gerechtigkeit – Am Vorabend der Reformation. Im Dommuseum Mainz vom 5.09.15 bis 17.1.2015

n.gerechtigkeitIn einer einmaligen Präsentation stellt die große Sonderausstellung die Frage nach den Lebensverhältnissen am Vorabend der Reformation. Hochkarätige Exponate bieten einen tiefen Einblick in Mentalität und Kultur der Zeit um 1500. Auf 2000 m² werden über 200 Ausstellungsstücke den Glanz des späten Mittelalters erstrahlen lassen.

Der Mittelrhein zählte um 1500 zu den wirtschaftlich stärksten Regionen des Reiches. Bedingt durch einen starken überregionalen Wettbewerb entwickelten sich hier unter der „Wirtschaftsförderung“ der Mainzer Erzbischöfe innovative Produktionsformen wie die serielle Fertigung mit Hilfe von Tonmodeln oder die aus Bayern importierte Flachschnitzerei. In Kloster Eberbach entstand das größte Weinfass der Welt und in der Pfarrkirche zu Lorch der erste Altaraufsatz, dessen Figuren nicht farbig gefasst waren. Einhergehend mit einer überdurchschnittlichen Bildung resultierte aus dieser florierenden Wirtschaft ein ungekannter Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten. Unter diesen Voraussetzungen wurde in den Jahren vor der Reformation der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit immer lauter. Diesen modern anmutenden Entwicklungen folgt die Ausstellung anhand von eindringlichen historischen Dokumenten und herausragenden Kunstwerken der Spätgotik.

DommuseumDie erste Sonderausstellung zur Kunst am Mittelrhein um 1500 mit einer Fülle hochkarätiger, zum Teil noch nie gezeigter Exponate.

 

Ort:
Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Mainz
Domstr. 3
55116 Mainz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage von 11 bis 18 Uhr

Bei Veranstaltungen ggf. länger geöffnet.
Geschlossen am 1.11. (Allerheiligen)
24.-26.12, 31.12.2015 und 1.1.2016

Eintritt:
Regulär 8 € / Ermäßigt 6 €
Familienkarte I: 8 € / Familienkarte II: 16 €
Die Sonderausstellung ist zu 2/3 barrierefrei.

Führungen:
Öffentliche Führungen sonntags um 14 Uhr
Teilnahmegebühr: 2,50 € + Eintritt
Gruppenführungen:
60 Min. / 60 € + erm. Eintritt
90 Min. / 90 € + erm. Eintritt
Private Führungen bitte telefonisch / per E-Mail vereinbaren

Weitere Informationen über das Dommuseum Mainz

Umfangreiches Begleitprogramm hier!

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Begrüßung des Bischofs von Mainz, Karl Kardinal Lehmann, bei der Eröffnung im Mainzer Dom

Frau Ministerpräsidentin mit den Mitgliedern der Landesregierung von Rheinland-Pfalz, Frau Staatsministerin Vera Reiß und Herr Staatsminister Prof. Dr. Gerhard Robbers, Herr Generaldirektor Thomas Metz, meine Herren Oberbürgermeister, Michael Ebling und Michael Kissel, Mainz und Worms, Herr Dekan Klodt, meine Damen und Herren Ehrengäste, vor allem aus allen Ebenen der Politik, besonders der Parlamente: des Europäischen Parlaments, des Bundestags und der Landtage, hochgeschätzte Leihgeber und Autoren, sehr verehrte Damen und Herren, lieber Herr Direktor Wilhelmy mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Dommuseums!

Wir haben schon bei der Eröffnung der Ausstellung „Franz von Sickingen“ betont, wie wichtig es beim Reformationsgedenken ist, neben den klassischen Gedenkstätten vor allem in Mitteldeutschland im Südwesten einen eigenen Schwerpunkt zu setzen, der die drei Ausstellungen zur Reformation als Medienereignis, zu Ritter Franz von Sickingen und nun die dritte und letzte Ausstellung „Schrei nach Gerechtigkeit. Leben am Mittelrhein am Vorabend der Reformation“ umfasst. Ich freue mich über Ihr Interesse und darf Sie alle gemeinsam herzlich begrüßen, vor allem Sie, verehrte Frau Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit den Mitgliedern der Landesregierung. Dankbar erwähne ich auch vielfache finanzielle Hilfen der Generaldirektion Kulturelles Erbe und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Frau Staatsministerin Prof. Dr. Monika Grütters.

Wir wollen erkunden, wie die Menschen um 1500 in unserer Region gelebt haben. Dies ist auch wichtig zu wissen, wenn man auf die Themen und Probleme der Reformationszeit schaut. Manchmal gibt es doch auch in der Reformationsgeschichte Verengungen. Wir haben in den letzten Jahrzehnten gelernt, ohne Martin Luthers Originalität abzustreiten, wie sehr diese Zeit in den mannigfachen Aufbruch- und Erneuerungsbewegungen des zu Ende gehen-den Mittelalters und der frühen Neuzeit wurzelt: Die große Bedeutung der deutschen Mystik, der spätmittelalterlichen Theologie, des gelebten Mönchtums und der zeitgenössischen Reformbewegungen. Gewiss gehört zur Reformationsgeschichte auch die Rolle sozialer Probleme, wie sie uns dann etwa auch im Bauernkrieg und im Täufertum begegnen. Aber das normale Leben der Menschen in jener Zeit war im Kontext der kirchlichen Ereignisse doch ein Stück weit Stiefkind. Bekannt ist jedoch z.B. die Inschrift auf einer Kirchenbank aus dem Jahr 1510 in der Kiedricher Pfarrkirche: „Die Gerechtigkeit lit in grosser Not – die Wahrheit ist geschlagen dot.“ Diese bitteren Worte zeigen, dass die Ängste und Hoffnungen dieser Zeit mit zum Reformationsgedenken gehören. Doch zeigen wichtige Abhandlungen im Katalog, dass man sich kirchlicherseits damit nicht zufrieden gab.

Ganz gewiss wird dies, konzentriert auf die Region am Mittelrhein, in den Grußworten von Frau Ministerpräsidentin Dreyer, Herrn Dekan Klodt und ganz besonders im Festvortrag von Herrn Staatsminister Prof. Dr. Robbers zur Sprache kommen. Sie sind, Herr Staatsminister Robbers, durch Ihre großen wissenschaftlichen Arbeiten zu „Gerechtigkeit als Rechtsprinzip“ und „Sicherheit als Menschenrecht“, um nur diese zu nennen, besonders sensibel für dieses Thema. Sie sind außerdem Regierungsbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz für das Reformationsjubiläum und Vorsitzender des Leitungskreises Reformationsjubiläum 2017, der die Jubiläumsveranstaltungen plant und koordiniert.

Ich heiße alle Vertreterinnen und Vertreter staatlicher und kommunaler Verantwortung herzlich willkommen, Sie, verehrte Frau Staatsministerin Vera Reiß, zugleich „Kirchenministerin“, den Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Herrn Thomas Metz, die Herren Oberbürgermeister Ebling und Kissel aus Mainz und Worms mit den hochverdienten Damen und Herren aus ihrem Bereich. Ich nenne nur Herrn Dr. Joachim Glatz, den ehemaligen verdienstvollen Landeskonservator.

Unsere Ausstellung ist auch ein Erweis hervorragender Zusammenarbeit der Museen unterei-nander. Ich begrüße die Verantwortlichen des Gutenberg-Museums, Frau Dr. Annette Ludwig, des Landesmuseums Mainz (Frau Dr. Andrea Stockhammer) und vor allem auch der Stadtbibliothek, hier namentlich Frau Dr. Annelen Ottermann, und danke Ihnen für die gute Zusammenarbeit. Dies gilt in hohem Maß auch für das Diözesanmuseum in Limburg, besonderen Dank an Herrn Prof. Matthias Kloft. Mit besonderer Dankbarkeit begrüße ich die zahlreichen Damen und Herren aus der Wissenschaft, von denen zahlreiche Autoren wichtige Beiträge aus vielen Disziplinen beigesteuert haben, stellvertretend nenne ich nur für die Kirchengeschichte Herrn Prof. Dr. Johannes Schilling aus Kiel, aus der säkularen Geschichtswissenschaft Herrn Prof. Dr. Michael Matheus, aus der Kunstwissenschaft Herrn Prof. Dr. Andreas Tacke. Ich möchte bewusst aber auch jüngere Wissenschaftler nennen, wie die Privatdozenten Dr. Michael Oberweis und Dr. Christoph Nebgen mit ihren wegweisenden neuen Erkenntnissen. Es ist ein hohes Verdienst nicht nur der Katalogredaktion in Mainz unter Leitung von Herrn Dr. Wilhelmy, sondern auch des Verlages Schnell & Steiner aus Regensburg unter der bewährten Leitung von Dr. Albrecht Weiland, dass wir trotz der drängenden Zeit einen so herausragenden Katalog auf dem Tisch liegen haben. Unter den vielen Leihgebern möchte ich aber auch die Kirchengemeinden, besonders aus dem Rheingau, nicht vergessen, ganz besonders die Pfarrgemeinde St. Valentinus und Dionysius aus Kiedrich, namentlich Herrn Pfarrer Dr. Robert Nandkisore und Herrn Bürgermeister Winfried Steinmacher.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte mich noch besonders bedanken bei der Evangelischen Kirche, besonders dem Mainzer Dekanat, vornehmlich bei Frau Präses Dr. Birgit Pfeiffer und Herrn Dekan Andreas Klodt. Dankbar nenne ich auch als Schirmherrn Herrn Kirchenpräsident Dr. Volker Jung. Zusammenfassend möchte ich den Dank abschließen für mannigfache Unterstützung, wie z.B. von Herrn Prof. Dr. Dr. Andreas Barner, Herrn Stefan Schmitz und Herrn Prof. Stefan Weinfurter.

Den größten Dank möchte ich jedoch Ihnen, Herrn Dr. Winfried Wilhelmy, Direktor des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums, sagen. In einer seltenen Verbindung haben Sie eine außerordentlich große wissenschaftliche Kompetenz mit hohem praktischem Sinn, pädagogischer Einfühlungskraft, Organisationstalent in das Werden dieser Ausstellung eingebracht, dazu noch Ihren immensen Fleiß und Ihre erkennbare Leidenschaft. Sie haben auch dadurch herausragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tief begeistert. Ein relativ kleines Team hat eine große Ausstellung gemeistert. Sie, verehrter und lieber Herr Dr. Wilhelmy, werden dies bei der Einführung in die Ausstellung noch selbst präzisieren können. Sie haben oft weit über alle Maßen und bis an den Rand der Erschöpfung alles für „Ihre“ Ausstellung gegeben. Unser Dank kommt darum auch wirklich von Herzen. Bedanken möchte ich mich auch für die schöne und passende Musik „Ars Choralis“.

Ich danke Ihnen und darf Frau Ministerpräsidentin Dreyer um ihr Grußwort bitten.

Karl Kardinal Lehmann

Sonderausstellung Schrei nach Gerechtigkeit im Diözesanmuseum Mainz ab 5. September

n.gerechtigkeitSchrei nach Gerechtigkeit
Leben am Mittelrhein 
am Vorabend der Reformation

Eine Sonderausstellung des Bischöflichen
Dom- und Diözesanmuseums Mainz
5. September 2015 – 17. Januar 2016

Die Gerechtigkeit lit in grosser Not / die Wahrheit ist geschlagen dot. Mit diesen bitteren Worten beginnt die sog. „Gerechtigkeitsspirale“, die Inschrift einer 1510 in Kiedrich aufgestellten Kirchenbank, in der der Herrschaftsvertreter des Mainzer Erzbischofs Platz zu nehmen hatte. In einer Zeit, die geprägt war von Armut, Krankheit und der ständigen Furcht vor Hölle und Fegefeuer erhebt um 1500 die Bevölkerung am Mittelrhein verstärkten Anspruch auf Wohlstand sowie soziale und politische Selbstbestimmung. Auf diesen Ruf nach gesellschaftlicher und religiöser Gerechtigkeit antworten die Mainzer Erzbischöfe mit einer „Wirtschafts- und Bildungsoffensive“. Mit der Gründung der Mainzer Universität 1477 hält die humanistische Bildung Einzug und erfasst Laien und Kleriker gleichermaßen. In Kloster Eberbach entsteht das – für die Ausstellung in Teilen nachgebaute – größte Fass der Welt mit einem Fassungsvermögen von über 70.000 Litern. Ton wird zum wichtigsten Material der mittelrheinischen Skulptur. Unter Verwendung von Modeln entstehen erstmals auf moderne Weise seriell geformte Werke der Kleinkunst.
Durch diesen wirtschaftlichen Aufbruch entwickelt sich unter der „Regierung des Krummstabes“ eine der Innovativregionen des Reiches, die in der Sonderausstellung „Schrei nach Gerechtigkeit“ umfassend vorgestellt wird. Auf 2.000 qm beantworten ca. 220 hochkarätige, z.T. noch nie gezeigte Werke der Schatz- und Textilkunst, der Buch- und Tafelmalerei sowie der Skulptur die Frage nach den Lebensverhältnissen am Vorabend der Reformation am Mittelrhein.

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 10 – 17 Uhr
Sa und So 11 – 18 Uhr

An kirchlichen Feiertagen geschlossen.
Bei Veranstaltungen ggf. länger geöffnet

Ort:
Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum
Domstraße 3
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 253 344
Fax: 06131 / 253 349
www.dommuseum-mainz.de

Dom- und Diözesanmuseum

DommuseumIn geschichtsträchtigen Räumen präsentiert das Dommuseum – das zweitgrößte seiner Art in Deutschland – sakrale Kunst von der Spätantike bis in die Gegenwart. Zu den Höhepunkten gehören die einzigartige Sammlung frühgotischer Steinskulptur und die Schatzkammer des Mainzer Domes. In Ergänzung zur ständigen Sammlung finden regelmäßig Sonderausstellungen statt.

Text: Stadt Mainz

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag: 10 – 17 Uhr
Samstag und Sonntag: 11 – 18 Uhr

Dom- und Diözesanmuseum
Domstraße 3
55116 Mainz
Telefon 06131 253344
Telefax 0 6131 253349
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