Kategorie-Archiv: Deutsches Filminstitut

CARTE BLANCHE: PEPE DANQUART Filmreihe im August, Deutsches Filmmuseum Frankfurt, Pepe Danquart zu Gast am Donnerstag, 13. August, um 20:15 Uhr

© massow-picture Filmmuseum Frankfurt a. Main
© massow-picture Filmmuseum Frankfurt a. Main

CARTE BLANCHE: PEPE DANQUART
Filmreihe im August
Pepe Danquart zu Gast am Donnerstag, 13. August, um 20:15 Uhr

Das Deutsche Filmmuseum ehrt den Regisseur und Oscar®-Preisträger Pepe Danquart mit einer Carte Blanche: In der Wunschfilmreihe zeigt er neun Filme, die ihn nachhaltig geprägt und beeinflusst haben. Er stellt Herbert Achternbuschs BIERKAMPF neben Quentin Tarantinos RESERVOIR DOGS und präsentiert Klassiker von Yasujirō Ozu, Wim Wenders und John Cassavetes. Am Donnerstag, 13. August, ist Pepe Danquart im Kino zu Gast und stellt seinen Film NACH SAISON vor, in dem er 1994 den UN-Sondergesandten Hans Koschnick ins umkämpfte Kriegsgebiet im bosnischen Mostar begleitete.

Pepe Danquart, geboren 1955 in Singen/Hohentwiel, war 1977 Mitbegründer des Filmkollektivs der Medienwerkstatt Freiburg, das mit radikalen politischen Videos zu gesellschaftlichen Debatten Stellung bezog. 1994 erhielt Danquart den Oscar® für seinen Kurzfilm SCHWARZFAHRER. Als Regisseur, Produzent und Autor schuf er zahlreiche preisgekrönte Filme, unter anderem eine Sporttrilogie zu Eishockey (HEIMSPIEL, DE 1999), Tour de France (HÖLLENTOUR, DE 2004), und Extrembergsteigen (AM LIMIT, DE/AT/US 2007). Viel Beachtung fanden auch sein Dokumentarfilm JOSCHKA UND HERR FISCHER (DE 2011) sowie zuletzt LAUF JUNGE LAUF (DE/FR/PL 2013), den er in der Reihe „Was tut sich – im deutschen Film?“ vorstellte. Pepe Danquart ist Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie und lehrt als Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg.

Donnerstag, 13. August, 20:15 Uhr
NACH SAISON
Deutschland 1997. R: Pepe Danquart, Mirjam Quinte
Dokumentarfilm. 125 Min. 35mm. OmU
Der deutsche EU-Sondergesandte Hans Koschnick kommt im Sommer 1994 in die von zwei Bürgerkriegen zerstörte Stadt Mostar. Der Friede ist brüchig, das Misstrauen zwischen den beiden Bevölkerungsteilen groß: Der Westen ist kroatisch, die Muslime leben im Osten. Durch Mostar zieht sich eine unsichtbare Grenze mit einem Übergang, den die Bewohner „Checkpoint Charly“ nennen. Pepe Danquart und Mirjam Quinte begleiten Koschnick zwei Jahre lang und liefern Einblicke in eine Gesellschaft, die von Krieg und Hass gezeichnet ist. NACH SAISON war für den Deutschen Filmpreis nominiert.
Vor dem Film spricht Urs Spörri (Deutsches Filminstitut) mit Pepe Danquart über seine Filmauswahl

Samstag, 1. August, 20:30 Uhr
THE THIRD MAN Der dritte Mann
GB 1949. R: Carol Reed
D: Orson Welles, Joseph Cotten, Alida Valli. 105 Min. Blu-ray. OmU
THE THIRD MAN zählt zu den Meilensteinen des europäischen Nachkriegskinos – nicht zuletzt dank der unvergesslichen Musik des Zitherspielers Anton Karas. Carol Reed drehte eine Mixtur aus Krimi, Thriller und Melodram um einen US-amerikanischen Schriftsteller, der sich im geteilten Nachkriegs-Wien auf die Suche nach seinem zynischen Freund Harry Lime macht. Pepe Danquart hat einen ganz persönlichen Bezug zu THE THIRD MAN, spielte doch Alida Valli im letzten Film vor ihrem Tod unter
Danquarts Regie, in SEMANA SANTA (GB/FR/DE/ES/IT/DK 2002).

Sonntag, 2. August, 20 Uhr
Donnerstag, 6. August 2015, um 20 Uhr
THE DEER HUNTER Die durch die Hölle gehen
USA 1978. R: Michael Cimino. D: Robert De Niro, Christopher Walken,
John Cazale, Meryl Streep. 183 Min. DCP. OmU
THE DEER HUNTER ist ein Antikriegsfilm, der Pepe Danquart maßgeblich beeinflusst hat. Die Protagonisten Michael, Steven und Nick sind drei befreundete russischstämmige Stahlarbeiter aus Pennsylvania, die gemeinsam in einen sinnlosen Krieg ziehen müssen. In Gefangenschaft bei den Vietcong werden sie gezwungen, „Russisches Roulette“ zu spielen – eine Metapher, die für internationales Aufsehen sorgte. Die sowjetische Delegation reiste 1979 geschlossen von der Berlinale ab, Ciminos Film gewann im selben Jahr fünf Oscars®.

Freitag, 7. August, 18 Uhr
Samstag, 22. August, um 20:30 Uhr
BAKUSHŪ Weizenherbst
Japan 1951. R: Yasujirō Ozu
D: Setsuko Hara, Chishū Ryū, Chikage Awashima. 124 Min. 35mm. OmeU
„Irgendwo weint jetzt wohl ein Kind“, sagt ein alter Mann, als ein Luftballon am Himmel vorbeigeweht wird. Diese Szene beschreibt sehr gut die Stimmung in BAKUSHŪ, einem Meisterwerk Yasujirō Ozus. Als Marniya Noriko darin gegen ihren Willen eine Zweckehe eingehen soll, heiratet sie im Geheimen einen Jugendfreund. Es folgt ein Eklat, den Ozu brillant in scheinbar schlichten Bildern auf die Leinwand zaubert. Pepe Danquart sah den Film als Jugendlicher im Kommunalen Kino Freiburg, wo ihn die fremde Kultur, das Spiel mit Nähe und Distanz sowie das Kino zwischen Tradition und Moderne stark beeindruckte.

Samstag, 8. August, um 20:30 Uhr
BIERKAMPF
BRD 1977. R: Herbert Achternbusch. D: Herbert Achternbusch, Annamirl
Bierbichler, Josef Bierbichler. 85 Min. 16mm
Während des Oktoberfests schlüpft der Trinker Herbert in eine gestohlene Polizeiuniform. Um sich seiner neuen Position zu vergewissern, fängt er an, Besucher des Volksfestes zu maßregeln. Als die „richtige“ Polizei ihn schließlich aufspürt, kommt es zu einem tragischen Ereignis. Achternbusch drehte seinen Film beim Oktoberfest 1976. Sein „eingreifendes Kino“ (O-Ton Danquart) kann mit seiner absurden und anstößigen Attitüde analog zu den Filmen der Medienwerkstatt Freiburg gedeutet werden.

Sonntag, 9. August, 20:15 Uhr
Mittwoch, 12. August, 20:15 Uhr
MOARTEA DOMNULUI LAZARESCU Der Tod des Herrn Lazarescu
Rumänien 2005. R: Cristi Puiu
D: Ion Fiscuteanu, Luminita Gheorghiu, Doru Ana. 150 Min. 35mm. OmeU
Voll schwarzem Humor zeigt Cristi Puiu den Tod des Herrn Lazarescu und karikiert tragikomisch die Zustände im rumänischen Gesundheitswesen. Lazarescu, ein 63-jähriger Rentner, lebt mit seinen drei Katzen alleine in einer Mietwohnung im Bukarester Plattenbau. Aus Kopfschmerz und Magendrücken entwickelt sich für ihn eine nächtliche Krankenhaus-Odyssee. Mit ihrem „beteiligten Realismus“ (O-Ton Danquart) kreierten die Filmemacher der Romanian New Wave einen Stil, der seit dem Jahr 2000 international für Furore sorgt. MOARTEA DOMNULUI LAZARESCU wurde 2005 in Cannes uraufgeführt und erhielt die Auszeichnung „Un Certain Regard“. In Deutschland kam der Film nie regulär in die Kinos.

Freitag, 14. August, um 18 Uhr
PARIS, TEXAS
BRD/Frankreich/Großbritannien 1984. R: Wim Wenders
D: Harry Dean Stanton, Nastassja Kinski. 147 Min. DCP. engl. OmU
Ein Klassiker von Wim Wenders: In PARIS, TEXAS irrt Travis halb verdurstet durch die texanische Wüste, vor Jahren bereits zerbrach seine Familie. Jahrelang war er wie vom Erdboden verschluckt, dann taucht er, ohne Erinnerung an seine Vergangenheit, in Devil’s Graveyard auf. Mithilfe seines Bruders gelingt es ihm, Sprache, Erinnerung und seinen Sohn wiederzufinden. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach seiner Frau Jane. Laut Pepe Danquart ist Wenders der prägendste Filmstar Deutschlands, da er seinen Rhythmus gegen jeden Zeitgeist und jede Mode einer inneren Stimme folgend entwickelt.
Anlässlich des 70. Geburtstags von Wim Wenders.

Samstag, 15. August, 20 Uhr
Freitag, 21. August, 18 Uhr
HUSBANDS Ehemänner
USA 1970. R: John Cassavetes
D: Ben Gazzara, Peter Falk, John Cassavetes. 138 Min. DCP. OF
John Cassavetes ist ein großes Vorbild für Pepe Danquart, vor allem wegen seiner Radikalität und dem Glauben an seine Ästhetik. HUSBANDS handelt von den drei New Yorker Freunden Harry, Gus und Archie, die über vierzig und mehr oder weniger glücklich verheiratet sind. Als ein gemeinsamer Freund von ihnen stirbt, stürzen sie in eine Midlife-Crisis und beschließen, endlich wieder richtig zu leben. Eine Sauftour nach London soll ihr Neubeginn sein. Filmkritiker Gregor Torinos schrieb: „Selten hatte ich in einem Film so sehr das Gefühl, durch und durch echten Menschen zu begegnen, die man […] trotz all ihrer offensichtlichen Fehler sofort in sein Herz schließen muss.“

Sonntag, 16. August, 20:30 Uhr (Teil 1)
Mittwoch, 19. August, 20 Uhr (Teil 2 & 3)
LA HORA DE LOS HORNOS: NOTAS Y TESTIMONIOS SOBRE
EL NEOCOLONIALISMO, LA VIOLENCIA Y LA LIBERACIÓN
Stunde der Hochöfen
Argentinien 1968. R: Octavio Getino, Fernando Ezequiel Solanas
Teil 1: 90 Min. 16mm. OmeU · Teil 2: 127 Min. 35mm. OmeU · Teil 3: 45 Min. 35mm. OmeU
LA HORA DE LOS HORNOS ist einer der berühmtesten Essayfilme Lateinamerikas und gilt als Schlüsselwerk des politischen Kinos. Das Filmemachen als Revolution und das Leben von „Pepe“ Solanas – vom Filmemacher zum Präsidentschaftskandidaten, der später verfolgt wurde – bewegte Pepe Danquart sehr. Der Film versteht sich als Agitations- und Propagandafilm gegen die neokolonialistische Repression. Gedreht wurde er im Untergrund, fertiggestellt auf der Flucht ins Exilland Italien. In einer orgienhaften Montage aus Ton, Bild und Text erzählt der Film von Abhängigkeiten, Ausbeutung und Unterdrückung in Argentinien Ende der 1960er-Jahre.

Mittwoch, 26. Augsut, 20:30 Uhr
WHORES‘ GLORY
Österreich/Deutschland 2011. R: Michael Glawogger
Dokumentarfilm. 110 Min. DCP. OmU
In WHORES’ GLORY porträtiert Michael Glawogger Frauen, die in Thailand, Bangladesh und Mexiko von der Prostitution leben. Ihre Beweggründe sind so unterschiedlich wie die Traditionen des jeweiligen Landes. Einige Frauen streben nach schnellem Geld und wissen ihr Geschäft professionell umzusetzen, während andere von Armut und Aussichtslosigkeit getrieben sind. Der Dokumentarfilm zeigt, wie dicht Glamour und Elend im Beruf der Prostituierten beieinander liegen und lässt den Zuschauer nah an die Protagonistinnen heran. Produziert wurde WHORES´ GLORY von Pepe Danquart, der über den tragischen Malaria-Tod Glawoggers sagt: „Er starb und lebte, wie seine Filme waren.“

Freitag, 28. August, 18 Uhr
Samstag, 29. August, 20:30 Uhr
RESERVOIR DOGS Reservoir Dogs – Wilde Hunde
USA 1992. R: Quentin Tarantino
D: Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen. 99 Min. 35mm. OmU
Das Regiedebüt von Quentin Tarantino: Acht Männer sitzen in einem Lokal, jeder kennt nur den Decknamen des anderen. Mr. White, Mr. Orange, Mr. Blonde, Mr. Pink, Mr. Blue, Mr. Brown (Tarantino selbst) und Nice Guy Eddie haben sich nie zuvor gesehen. Sie diskutieren inbrünstig über Madonnas „Like A Virgin“, doch ihr Ziel ist klar: Sie sollen einen Diamantenraub für Gangsterboss Joe Cabot ausführen. Der Plan misslingt, es kommt zur blutigen Schießerei mit der Polizei. Mit der gefeierten Premiere dieses Films 1992 beim Sundance Festival gelang Quentin Tarantino der Durchbruch. Pepe Danquart drehte mit seinem Kurzfilm PLAYBOYS (DE 1997) eine Hommage an die legendäre Eröffnungssequenz von RESERVOIR DOGS.

Neu: Internetplattform filmportal.de gestartet

Internetplattform filmportal.de Neuer Service ermöglicht die Recherche von digitalen Verleihkopien

filmmuseum0-800filmportal.de, die zentrale Internetplattform zum deutschen Film, erweitert ihr Service- und Informationsangebot um den Nachweis verfügbarer digitaler Verleihkopien. Damit eröffnet das Portal des Deutschen Filminstituts insbesondere professionellen Nutzern wie Kinobetreibern, Festivalmachern und Kuratoren neue Recherchemöglichkeiten.

filmportal.de reagiert auf die veränderten Anforderungen, die mit der flächendeckenden Digitalisierung der Kinolandschaft einhergehen, und erweitert seine Informationen zur Verfügbarkeit von Filmen um den Nachweis digitaler Verleihkopien. Dies ermöglicht Nutzern zukünftig eine differenzierte und komfortable Recherche nach Titeln, zum Beispiel für die Programmierung von Festivals, Retrospektiven und Kinoprogrammen.

So findet sich unter der Rubrik „Filme von A-Z“ ein Gesamtverzeichnis der derzeit mehr als 85.000 im Portal dokumentierten Filme, die nun sowohl nach Produktionsjahren, als auch nach ihrer Verfügbarkeit als digitale und/oder analoge Verleihkopie gefiltert werden können. Momentan sind hier insgesamt mehr als 1.700 digitale Kopien erfasst. Neben den Verfügbarkeitsangaben zu neuen Filmen erfasst das Portal in seiner fortlaufenden Dokumentation auch nachträglich in Kinoqualität digitalisierte Produktionen, etwa Filme des Weimarer Kinos oder der deutschen Nachkriegszeit. Zu einigen der Filme konnten dank Förderung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und durch die Filmförderungsanstalt (FFA) erstmals digitale Verleihkopien erstellt werden.

Entsprechend sind der neue Service und das erweiterte Informationsangebot von filmportal.de für Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts, auch Bestandteil einer langfristig erfolgreichen Digitalisierungsstrategie für das deutsche Filmerbe: „Die BKM wie auch die Filmförderungsanstalt haben mit ihren jeweiligen Förderprogrammen erste, wichtige Impulse für die retrospektive Digitalisierung von Filmen in Deutschland gesetzt. Dabei ist es in den laufenden, von diversen engagierten Interessengruppen oft sehr leidenschaftlich geführten Diskussionen um Digitalisierungsmaßnahmen ganz entscheidend, auf verifizierte Informationen zum eigentlichen Gegenstand zurückgreifen zu können. Mit der Erweiterung seiner Verfügbarkeitsangaben um die Nachweise von digitalen Verleihkopien unterstützt filmportal.de die Arbeit von Kinematheken, Programmkinos und Festivals und leistet erneut einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation und Zugänglichmachung des deutschen Filmerbes.“

Weblinks:
www.filmportal.de
www.deutsches-filminstitut.de

Das Deutsche Filminstitut wurde 1949 gegründet und ist damit das älteste filmwissenschaftliche Institut der Bundesrepublik. Gemeinsam mit anderen Archiven erfüllt das Deutsche Filminstitut mit Sitz in Frankfurt am Main die Aufgaben einer zentralen deutschen Kinemathek. Seit 2006 führt das Institut unter Leitung von Claudia Dillmann auch das Deutsche Filmmuseum, das mit seinem Kino- und Ausstellungsbetrieb zu den bundesweit bedeutenden Kultureinrichtungen zählt.

Mit filmportal.de betreibt das Deutsche Filminstitut die zentrale Internetplattform zum deutschen Film. Entsprechend seines öffentlichen Auftrags bietet filmportal.de verifizierte Daten und ausführliche Inhalte zu allen deutschen Kinoproduktionen. Neben bio-filmografischen Angaben umfasst die umfangreiche Dokumentation Texte, Fotos sowie ein kuratiertes Bewegtbildangebot.

Klassiker-Raritäten „Menschen im Hotel“ im Deutschen Filmmuseum Frankfurt

KLASSIKER & RARITÄTEN: Menschen im Hotel
Filmreihe von Dienstag, 7., bis Dienstag, 28. Juli 2015

Hotels sind Orte der Ankunft, der Abreise und der sich kreuzenden Schicksale ganz unterschiedlicher Menschen, die hier aufeinandertreffen – kein Wunder, dass Hotels ein überaus beliebtes Sujet für Filmemacher sind. Das Kino des Deutschen Filmmuseums zeigt von Dienstag, 7., bis Dienstag, 28. Juli 2015 vier Klassiker-Hotelfilme – mit höchst eigenwilligen Hotelgästen.

Dienstag, 07. Juli 2015, um 18:00 Uhr
HOTEL SACHER
DE 1939. R: Erich Engel. D: Sybille Schmitz, Willy Birgel, Wolf Albach-Retty, Elfie Mayerhofer. 88 Min. 35mm
Ganz Wien feiert den Silvesterabend der Jahreswende 1913/14, es ist der Vorabend des Ersten Weltkriegs. Obwohl die politische Atmosphäre aufgeladen ist, herrscht im Hotel Sacher ausgelassene Stimmung. Hier treffen sich hohe Beamte, Offiziere und die Mädchen des Opernballetts – hier begegnen sich die russische Spionin Nadja und der österreichische Staatsbeamte Stefan. Er verliebt sich in sie, gerät aber durch diese Begegnung selbst in den Verdacht, ein Agent zu sein.

Dienstag, 14. Juli 2015, um 18:00 Uhr
GRAND HOTEL Menschen im Hotel
USA 1932. R: Edmund Goulding. D: Greta Garbo, John Barrymore, Joan Crawford, Wallace Beery. 115 Min. Blu-ray. OF
„Menschen kommen, Menschen gehen. Nie passiert etwas“, sagt Dr. Otternschlag zu Beginn dieser Verfilmung des Romans Menschen im Hotel von Vicki Baum. Dass das nicht stimmt, beweist Edmund Goulding im weiteren Verlauf von GRAND HOTEL. Hier kreuzen sich die Schicksale von Grusinskaya, einer ehemals berühmten Tänzerin, dem abgehalfterten Lebemann Baron Gaigern, von Direktor Preysing, einem Fabrikbesitzer in Geldnöten, und Flämmchen, seiner tüchtigen Sekretärin.

Dienstag, 21. Juli 2015, um 18:00 Uhr
HOTEL ADLON
BRD 1955. R: Josef von Baky. D: Sebastian Fischer, Nelly Borgeaud, René Deltgen, Werner Hinz, Nadja Tiller. 100 Min. 35mm
In HOTEL ADLON werden zwölf Episoden aus der knapp 40-jährigen Geschichte des berühmtesten deutschen Hotels erzählt, von seiner Eröffnung im Jahr 1907 durch Wilhelm II. bis zu seiner Zerstörung durch einen Brand kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges. Regisseur Josef von Baky, der einst selbst ein Hotel leitete, orientiert sich an der Autobiografie von Hedda Adlon, erzählt die Geschichten aber aus der Sicht von Page Paul Rippert, der kurz nach der Eröffnung eingestellt wird und im Lauf seines Berufslebens auf viele illustre Gäste – Monarchen, Regierungschefs, Stars und Sternchen – trifft.

Dienstag 28. Juli 2015, um 18:00 Uhr
MYSTERY TRAIN
USA 1989. R: Jim Jarmusch. D: Masatoshi Nagase, Youki Kudoh,Nicoletta Braschi, Joe Strummer. 113 Min. 35mm. OmU
24 Stunden im Hotel Arcade in Memphis, der Heimatstadt von Elvis Presley: Die japanischen Rock’n’Roll-Touristen Jun und Mitsuko sind auf den Spuren ihres Idols Elvis unterwegs, DeeDee hat sich gerade erst von ihrem Freund Johnny getrennt, die Italienerin Luisa will die Leiche ihres Mannes nach Italien zurückbringen, und die drei Freunde Johnny, Will und Charlie wollen einfach nur irgendwie die Zeit totschlagen. Jim Jarmuschs Film über Zufälle, die Banalität und die Unwägbarkeiten des Lebens wurde beim Filmfestival von Cannes 1989 mit einem Sonderpreis für die besondere künstlerische Leistung ausgezeichnet.

„Bounden“ holt European Innovative Games Award (EIGA)

erste Reihe v.l.: Juror  Horst Streck, Preisträger Adriaan de Jongh, Juror u. ZDF-Redakteur Andreas Garbe (führte durch den Abend), stehend Andreas Rauscher, Juror u. Kurator. Zweite Reihe die Juroren mit dem Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (dritter v. r.) ©massow-picture
Abschlussfoto der EIGA-Preisverleihung. Erste Reihe v.l.: Juror Horst Streck, Preisträger Adriaan de Jongh, Juror u. ZDF-Redakteur Andreas Garbe (führte durch den Abend), stehend Andreas Rauscher, Juror u. Kurator. Zweite Reihe die Juroren mit dem Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (dritter v. r.) ©massow-picture

Am frühen Abend wurde heute die herausragendste Innovationsleistung der europäischen Spielebranche mit dem European Innovative Games Award geehrt. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an „Bounden“ vom niederländischen Studio Game Oven.

Frankfurt/Main, 30. Juni 2015 – Zum fünften Mal wurde heute in Frankfurt am Main der rote Teppich für die europäische Gamesbranche ausgerollt: bei der Eröffnung von ‚Film & Games. Ein Wechselspiel‘ im Deutschen Filmmuseum, Frankfurt a. Main,  wurde am frühen Abend die herausragendste Innovationsleistung mit dem European Innovative Games Award (E.I.G.A.) geehrt. Die vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an „Bounden“ vom niederländischen Studio Game Oven. Ebenfalls nominiert waren „Ryse: Son of Rome“ (Crytek) und „Professor S.“ (Ludinc).

Insgesamt waren 93 Titel aus 15 Ländern ins Rennen um den seit 2008 EU-weit ausgelobten Preis gegangen. An der feierlichen Verleihung des E.I.G.A. 2014 nahmen zahlreiche prominente Branchenvertreter, darunter Bernd Fakesch (Nintendo Deutschland), Avni Yerli (Crytek), André Bernhardt (Target Games) und Prof. Bernd Kracke (HFG Offenbach) teil. Neben dem Hessischen Wirtschaftsminister, Tarek Al-Wazir, richteten auch die Direktorin des Deutschen Filmmuseums Claudia Dillmann sowie der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank das Wort an die Gäste; im Namen der Europäischen Kommission sprach Maciej Szymanowicz. Laudator war der Vorstandsvorsitzende des GAME Bundesverbands der deutschen Games-Branche und gamearea-FRM-Vorstand Dr. Florian Stadlbauer.

An „Bounden“, einer Tanz-App nach einer Choreographie des niederländischen Nationalballetts, faszinierte die Jury vor allem die gelungene Kombination aus innovativem Game-Design und neuartiger Steuerung. Diese basiert nämlich auf den in vielen Handys verbauten Kreiselinstrumenten. Es sei immer spannendend, wenn innovative Game-Technologien außerhalb des Kontextes von ‚Adventure‘, ‚First-Person-Shooter‘ oder ‚Strategiespiel‘ verwendet würden, so Laudator Dr. Florian Stadlbauer. Mit „Bounden“ habe das Game-Oven-Team gezeigt, dass sich zwei x-beliebige Video-Spieler dank einer ausgeklügelten Spielmechanik in grazile Tänzer verwandeln können. Dies, so Stadlbauer weiter, sei „technisch innovativ und ästhetisch umwerfend“.

Tarek Al-Wazier, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.©massow-picture
Tarek Al-Wazier, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. „Die European Innovative Games Award 2014 ehrt die oft spektakuläre Innovationen bei der Entwicklung der Spiele in der Kategorie Innovative Game Technology erreicht. Wir freuen uns auf die innovative Hard- und Softwareprodukte in der Europäischen Union entwickelt.“ „©massow-picture

Vom hohen Stellenwert der an Innovationen reichen Games-Branche sprachen auch der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir, und der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank. „Die hessische Wirtschaft lebt von Innovationen. Wie kaum eine andere Branche vereint die Games-Industrie Hightech und Kreativität. Mit ihren Innovationen liefern die Spiele-Entwickler längst auch Impulse für andere Wirtschaftszweige“, so Al-Wazir in seiner Rede.

 

 

Markus Frank, Stellvertretender Bürgermeister. Leiter der Abteilung für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr  der Stadt Frankfurt."Die Games-Branche floriert und zukunftsorientiert. Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet ist eine enorm kreative, wettbewerbsfähigen und technologisch hoch entwickelten Standort für die Games-Branche. Deshalb sind wir stolz darauf, die EIGA 2014 bekannt zu geben! " ©massow-picture
Markus Frank, Stellvertretender Bürgermeister. Leiter der Abteilung für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr
der Stadt Frankfurt.“Die Games-Branche floriert und zukunftsorientiert. Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet ist eine enorm kreative, wettbewerbsfähigen und technologisch hoch entwickelten Standort für die Games-Branche. Deshalb sind wir stolz darauf, die EIGA 2014 bekannt zu geben! “ ©massow-picture

Dass das, was für das Bundesland gilt, auch, um nicht zu sagen: insbesondere auf Frankfurt am Main zutrifft, bestätigte Wirtschaftsdezernent Markus Frank: In der Mainmetropole arbeiteten große Studios auf internationalem Niveau, kleine Entwickler überraschten mit ebenso kunstvollen wie originellen Projekten und der dort ausgebildete Nachwuchs sei begehrt.“Die Stadt Frankfurt am Main ist sehr stolz auf ihre prominente Stellung in dieser jungen und nach wie vor wachsenden Branche,“ so Frank.

 

 

Die Arbeiten können unter anderem in der aktuellen Ausstellung Film und Games.  Ein Wechselspiel im Filmmuseum Frankfurt a. Main Museumsufer, vom 1. Juli 2015 bis 16. Januar 2016 besichtigt werden.

Der European Innovative Games Award (E.I.G.A.) wurde 2008 ins Leben gerufen. Mit der in Kooperation mit der Europäischen Kommission realisierten Auszeichnung, die mit 10.000 Euro dotiert ist, werden alle zwei Jahre besondere Innovationsleistungen im Bereich Computer- und Videospiele geehrt. Teilnahmeberechtigt sind Produkte und Projekte aus allen Mitgliedsstaaten der EU. Veranstalter des European Innovative Games Award ist eine Trägergemeinschaft, der die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH, die Standortinitiative gamearea-FRM e.V. sowie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung im Rahmen der Aktionslinie Hessen-IT angehören. Mehr Informationen sowie das vollständige Reglement finden sich unter www.innovative-games.eu.

eiga-jury

Jury des European Innovative Games Award 2014 obere Reihe v. l.: Linda Breitlauch, Andreas Garbe, Silja Gülicher, Hendrik Lesser, Andreas Rauscher. untere Reihe v.l.: Florian Stadlbauer, Horst Streck, Maciej Szymanowicz, Thorsten Unger, Sebastian Weber

 

Film und Games im Wechselspiel – Interaktive Ausstellung und Begleitprogramm im Filmmuseum Frankfurt v. 1. Juli 2015 bis 31.Januar 2016

FILM UND GAMES. EIN WECHSELSPIEL
Ausstellung, Filmreihe, Katalog, Begleitprogramm und Summer Games (1. Juli 2015 bis 31. Januar 2016)

In rasantem Tempo haben sich viele Computerspiele in den vergangenen Jahren in Richtung Film entwickelt. Die bewegten Bilder dieser Spiele sind heute von so herausragender Qualität und kompositorischer Dichte, dass sie häufig kaum noch von Film zu unterscheiden sind. Überfällig ist daher eine eingehende vergleichende Auseinandersetzung mit den beiden Medien.

Die Wechselwirkungen zwischen Film und Games untersucht erstmals die gleichnamige Ausstellung (1. Juli 2015 bis 31. Januar 2016) im Deutschen Filmmuseum. Ziel der Schau ist es, zu vermitteln, wie sich Filme und Spiele ästhetisch und thematisch beeinflussen, wo es grundlegende Gemeinsamkeiten oder Unterschiede sowie ähnliche Entwicklungen gibt. Auf welche Weise erschaffen Filme und Spiele ihre Bildwelten? Wie erzeugen sie Spannungsmomente? Lösen die von den Spielern interaktiv in Bewegung gesetzten Bilder der Games das klassische Bewegtbild des Kinos ab? Oder ergeben sich aus der wechselseitigen Beeinflussung neue kreative und künstlerische Möglichkeiten für die Zukunft?

Film und Games - Ein Wechselspiel. Kurator Andreas Rauscher  führt durch die Ausstellung und erläutert die sechs Bereiche der Ausstellung: Übertragungen, Genres, Tansmedia Welten und Figuren, Game-Ästhetik - Film-Äshetik, Filmische Reflexionen sowie Art Games. © massow-picture
Film und Games – Ein Wechselspiel. Kurator Andreas Rauscher führt durch die Ausstellung und erläutert die sechs Bereiche der Ausstellung: Übertragungen, Genres, Tansmedia Welten und Figuren, Game-Ästhetik – Film-Äshetik, Filmische Reflexionen sowie Art Games. © massow-picture

Aus verschiedenen Perspektiven (Adaption, Genres, Transmediale Welten, Bild- und Klangräume, Spielerische Einflüsse in Filmen, Art Games) erkundet die Ausstellung das Verhältnis von Filmen und dem Kulturgut Games: So untersucht sie, auf welche Art und Weise sich Games-Einflüsse in Filmen wiederfinden und wie Filmstoffe direkt auf Spiele übertragen werden. Umgekehrt funktioniert es etwa bei Silent Hill: In einem mehr als vier Minuten langen Loop – dem längsten in der gesamten Ausstellung – lässt sich anhand einer Schlüsselszene nachvollziehen, wie sehr sich SILENT-HILL-Regisseur Christophe Gans (USA 2006) auf die Spieldramaturgie eingelassen hat und diese übernimmt. Während im Split-Screen auf der einen Seite die männliche Spielfigur, ein Vater auf der Suche nach seiner Tochter, im Ascheregen durch das geisterhafte Dorf Silent Hill wandert, ist es in der Projektion rechts die filmische Mutter (Radha Mitchell), die in verwirrender Parallelität in einem ganz ähnlich vernebelten Silent Hill nach ihrer verschwundenen Tochter sucht. In der Frühzeit der Games war es weit üblicher, dass sich die Games-Branche bei Filmstoffen bediente, um diese für Spiele zu nutzen (E.T., die Indiana Jones-Reihe, GREMLINS, THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW; RAMBO). SILENT HILL steht in der Ausstellung dagegen stellvertretend für eine außergewöhnlich gut gelungene Spieleverfilmung.

Genres, ob Fantasy, Science-Fiction, Western oder Horror, sind medienübergreifend. Auch in Spielen haben sie sich ganz selbstverständlich herausgebildet: So gibt es schon einfache 8-Bit-Western wie Gun Fight (1975), die mit simplen Bildpunkten Kakteen als genretypische Merkmale konstruieren. Zieht eine Spielfigur in einem solchen Setting eine Waffe, weiß jeder, dass ein Duell oder eine Schießerei bevorsteht. Eines von vier Western-Spielen in der Ausstellung ist das 2010 erschienene Red Dead Redemption, das mit der Projektion eines in den Sonnenuntergang reitenden Lonesome Cowboy die emotionale Bildkraft der modernen Spiele verdeutlicht.Die Schau stellt Bild- und Klangwelten in Spielen vor, wenn sie etwa bei Assassin’s Creed nachspürt, wie das Set-Design die historischen Stadtlandschaften von Istanbul oder Florenz originalgetreu rekonstruiert oder an einer Audio-Station die musikalische Bandbreite von Spiele-Soundtracks erfahrbar macht. Sie stellt die oft unabhängig von großen Firmen entstandenen Art Games vor und fächert auf, wie sich rund um bestimmte Filme und Spiele (STAR WARS, USA 1977 ff., R: George Lucas oder Tomb Raider) in verschiedenen Medien ganz eigene Erzählstränge entfalten.

Ein dramatisch-dunkler Raum aus Pixel-Quadraten empfängt die Besucher/innen im Deutschen Filmmuseum, eine Black Box für Film und Games, die als leuchtende Projektionen aus dem Dunkel treten: „Uns war es wichtig, dass die Ausstellung nicht nur über die Inhalte zu packen versteht, sondern auch emotional über die Raumatmosphäre anspricht“, sagte Projektleiter und Kurator Dr. Wolfger Stumpfe auf der Pressekonferenz am Montag vormittag. „Deshalb lag uns eine ansprechende Ausstellungsgestaltung besonders am Herzen, die den passenden ästhetischen Rahmen für ein sinnliches Erlebnis bietet.“

Diesen sinnlichen Zugang bieten 20 Projektionen von Film- und Spielausschnitten, anhand derer die Besucher Ästhetik, Wirkung und erzählerische Mittel von Computerspielen und Filmen vergleichend betrachten können. An sieben interaktiven Stationen sind wichtige Games (darunter Indiana Jones, Lego Star Wars, Tomb Raider, Psychonauts, Bit Trip Beat oder FEZ) anspielbar. Ergänzt werden die bewegten Bilder durch Objekte wie Entwurfsskizzen, Materialien aus dem Produktionsprozess von Games, einen Spielautomaten sowie diverse Sammlerstücke.

vl. Prof. Felix  Semmelroth. Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filmmuseums,  Dr. Wolfger Stumpfe , Projektleiter und Kurator,   Andreas Rauscher Kurator, Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. auf der Eröffnungspresskonferenz. © massow-picture
vl. Prof. Felix Semmelroth. Kulturdezernent der Stadt Frankfurt, Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filmmuseums, Andreas Rauscher Kurator, Dr. Wolfger Stumpfe , Projektleiter und Kurator, Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. auf der Eröffnungspressekonferenz. © massow-picture

„Das Deutsche Filmmuseum betritt mit seiner innovativen Ausstellung wieder einmal Neuland und bietet nun erstmals eine vergleichende Betrachtung auf Filme und Spiele und damit einen ungewöhnlichen, populären, ganz neuen Zugang zu den beiden Medien“, betonte Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filmmuseums. Der thematische Bogen sei dabei so breit gespannt wie der zeitliche: „Der älteste Film, STEAMBOAT WILLIE, stammt aus dem Jahr 1928; das neueste Spiel, ALIEN: ISOLATION, aus dem Jahr 2014.“
„Weil man im Spiel fast wie in einer Plansequenz durchgehend den filmischen Raum erkundet, hat man die Möglichkeit, dorthin zu gehen, wo im Film das Geschehen vielleicht ausgeblendet würde“, nannte Kurator Andreas Rauscher ein Beispiel für einen interessanten Aspekt beim Vergleich zwischen Film und Games: „Der Spieler hat mehr Handlungsmöglichkeiten und mehr ästhetische Eigenverantwortung, weil er die Kamera kontrolliert.“ Die interessanteren Adaptionen heute übertrügen eben nicht den Film eins zu eins in ein Spiel, „sondern sie gestalten stattdessen die Storyworld weiter aus und erkunden dabei neue Aspekte, die im Film angedeutet und im Spiel weiter vertieft werden können.“

Auf der ersten Ausstellung ihrer Art werden Filme und daraus entwickelte Videospiele parallel auf Monitoren gezeigt, um Betrachtern audiovisuelle Vergleiche zu ermöglichen. Hier am Beispiel des Filmklassikers THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW, der Vorlage für eines der ersten Videospiele war.
Auf der ersten Ausstellung ihrer Art werden Filme und daraus entwickelte Videospiele parallel auf Monitoren gezeigt, um Betrachtern audiovisuelle Vergleiche zu ermöglichen. Hier am Beispiel des Filmklassikers THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW, der Vorlage für eines der ersten Videospiele war.

Dass sich das Deutsche Filmmuseum „als Leuchtturm-Einrichtung am Frankfurter Museumsufer mit der Ausstellung Film und Games erneut wichtigen Fragen, wie der nach der Zukunft des Geschichtenerzählens im digitalen Zeitalter stellt“, hob Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth lobend hervor. Es sei Zeit, die Computerspiele aus den Kinder- und Hinterzimmern herauszuholen, „um zu untersuchen, wie sich das bewegte Bild abseits vom Kino in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat. Jugendliche leben selbstverständlich in dieser Medienwelt und die Wirkungsanalyse auf den Einfluss von Sinn, Ästhetik und Gesellschaft ist unabdingbar für die offene Auseinandersetzung mit den medialen Veränderungen unserer Zeit“, ergänzte der Stadtrat.
Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, unterstrich: „Es ist für den Kulturfonds sehr erfreulich, dass das Deutsche Filmmuseum mit Film und Games in einer Zeit, in der die Medien immer stärker konvergieren und die Kooperation zwischen den unterschiedlichsten Sparten immer enger wird, völlig neuartige Wege geht. Ich wünsche dem Filmmuseum, dass durch die Tore, die es damit eröffnet, viele begeistert mitgehen.“
Die Ausstellung ist für Kinder und Jugendliche geeignet und bietet der gesamten Familie aufschlussreiche, spannende und unterhaltsame Begegnungen mit der faszinierenden Film-und-Games-Welt der vergangenen vierzig Jahre. Einige wenige Spiele in der Ausstellung sind allerdings #erst ab zwölf Jahren freigegeben.
Filmreihe, Veranstaltungen, Workshops, Summer Games und ein Katalog
Eine Filmreihe und ein Programm mit Diskussionen, Events und Workshops begleiten die Ausstellung im Deutschen Filmmuseum. In den Sommerferien laden die Summer Games Jugendliche dazu ein, die Beziehungen von Filmen und Games spielerisch zu erkunden. Ein umfangreicher Katalog (in deutscher und englischer Ausgabe) erforscht das Thema als Dialog zwischen wissenschaftlicher Theorie und Praxis. Für den Luftraum des Filmmuseums, der sich im Foyer über 14 Meter Höhe erstreckt, haben Master-Studierende der Hochschule Darmstadt eine interaktive Installation konzipiert, in der das Publikum Wünsche und Träume auf die Reise schicken kann.

Öffnungszeiten:
Di 10 – 18 Uhr
Mi 10 – 20 Uhr
Do – So 10 – 18 Uhr

Ort:
Film und Games und unter www.filmundgames.de
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
info@deutsches-filminstitut.de
Kasse Deutsches Filmmuseum
Tel.: +49 (0)69 961 220 220
Fax: +49 (0)69 961 220 999

Führungen
Tel. 069 961220 – 223
museumspaedagogik@deutsches-filminstitut.de

Begleitprogramm und Filmreihe

Der Kosmos des bewegten Bildes besteht nicht nur aus Filmen. Videospiele sind schon lange ein aus Sicht der E-Kultur wenig beachtetes Massenphänomen. Das Filmmuseum untersucht deshalb in der Sonderausstellung „Film und Games. Ein Wechselspiel“ (1. Juli 2015 bis 31. Januar 2016) die Wechselwirkungen zwischen den beiden Medien mit Blick auf ästhetische wie inhaltliche Bezüge. Ein Programm mit Diskussionen, Events und Workshops begleitet die Ausstellung. Die Filmreihe bringt Games-Verfilmungen und Filme mit Videospiel-Anleihen ins Kino.

Mittwoch, 1. Juli, 18 Uhr
Freitag, 10. Juli, 18 Uhr
TRON
USA 1982. R: Steven Lisberger
D: Jeff Bridges, Bruce Boxleitner, David Warner. 96 Min. Blu-ray. OF
Ein Videospielprogrammierer wird beim Versuch, in das Computersystem seiner ehemaligen Firma einzudringen, in das System hineingezogen und muss dort einen Kampf auf Leben und Tod bestehen. TRON war in mehrfacher Hinsicht ein Pionierfilm: Als einer der ersten verwendete er Computeranimationen, besteht also in Teilen aus komplett im Rechner entstandenen Sequenzen, und er adaptierte als erster die Videospielästhetik und -dramaturgie für den Spielfilm.

Freitag, 3. Juli, 20:30 Uhr
Donnerstag, 9. Juli, 18 Uhr
BEN X
Belgien 2007. R: Nic Balthazar
D: Greg Timmermans, Laura Verlinden. 90 Min. 35mm. OmU
Der 17-jährige Ben ist Autist und den Anforderungen des „normalen“ Lebens nicht gewachsen. In der Welt des Onlinespiels Archlord jedoch fühlt er sich zu Hause: Hier verfügt er über einen Avatar namens Ben X, der es in ein hohes Level geschafft hat. Nic Balthazars Debütfilm vermittelt auch in seiner Dramaturgie und Ästhetik ein Gefühl für Bens Hin- und Hergerissensein zwischen den parallelen Welten, der realen und der virtuellen.

Samstag, 4. Juli, 20 Uhr (Ausstellungsfoyer)
Spiel-Film-Quartett mit Uwe Boll
Zur Ausstellung Film und Games erscheint das Spiel-Film-Quartett als klassisches Kartenspiel. Im Museumsfoyer wird es im Juli offiziell
„vorgespielt“: Regisseur Uwe Boll, Christian Schiffer, Redakteur beim Bayerischen Rundfunk und beim WASD Games-Magazin, und Avni Yerli, Chef des erfolgreichen deutschen Spieleentwicklerstudios Crytek, spielen vor Publikum Karten und fachsimpeln über Filme und Videospiele. Die Moderation übernimmt ZDF-Redakteur Andreas Garbe. In der Spätvorstellung läuft Uwe Bolls Film FAR CRY, der auf dem Videospiel von 2004 basiert.

Samstag, 4. Juli, 22:30 Uhr
FAR CRY
Deutschland/Kanada 2008. R: Uwe Boll
D: Til Schweiger, Udo Kier. 94 Min. Blu-ray. engl. OmU
Der Ex-Elitesoldat Carver soll die Journalistin Valerie Cardinal auf eine durch das Militär gesperrte Insel bringen. Dort versucht ihr Onkel, die Machenschaften eines Wissenschaftlers aufzudecken, der menschliche Superkiller züchtet.

Mittwoch, 8. Juli, 19 Uhr (Treffpunkt: Ausstellungsfoyer)
Film und Games After Work
Zu einer entspannten Feierabend-Stunde in der Ausstellung Film und Games lädt das Deutsche Filmmuseum während der Laufzeit der
Ausstellung ein. Immer am zweiten Mittwoch im Monat führen fachkundige Mitarbeiter durch die Film- und Videospielwelt der Schau und liefern Hintergrundinformationen zu den Exponaten. Bei einem Glas Wein gibt es im Anschluss die Gelegenheit zum Austausch mit den anderen Teilnehmern und Museumsmitarbeitern.

Mittwoch, 15. Juli, 18 Uhr
Freitag, 17. Juli, 20:30 Uhr
LOLA RENNT
Deutschland 1998. R: Tom Tykwer
D: Franka Potente, Moritz Bleibtreu. 80 Min. 35mm
Um 11:40 Uhr erhält Lola einen Anruf ihres Freundes Manni: Der hat einen Job für einen Gangster vermasselt und 100.000 Mark liegengelassen; wenn Lola nicht bis 12 Uhr die Summe auftreibt, wird Manni umgebracht. So läuft sie los zur Bank – in drei kontrastierenden Erzählungen. Mit LOLA RENNT gelang Tom Tykwer eine rasante, hyperkinetische Tour de force durch Berlin, in welcher die Chaostheorie alle Ereignisse zu bestimmen scheint. Wie in einem Computerspiel hebt die Repetition die Geschichte jeweils auf ein neues Level, Lolas Wettlauf mit der Zeit ist das reinste Jump´n´Run-Spiel.

Freitag, 17. Juli, 20 Uhr (Ausstellungsfoyer)
Nacht des nacherzählten Spiels
Die Games-Variante des Poetry Slam: Sechs Redner treten gegeneinander an und berichten begeistert oder gefrustet, spannend oder humorvoll von ihren Erfahrungen mit ausgewählten Videospielen. Zwei Vertreter der Band „Hans HiScore“ sorgen für passende musikalische Akzente.

Mittwoch, 22. Juli, 18 Uhr
Freitag, 24. Juli, 20:15 Uhr
NIRVANA
Italien/Frankreich 1997. R: Gabriele Salvatores
D: Christopher Lambert, Diego Abatantuono. 114 Min. 35mm. OmeU
Jimi hat ein neues Spiel namens Nirvana entwickelt. Kurz bevor dieses auf den Markt kommen soll, entdeckt er, dass die Hauptfigur des Spiels, Solo, ein menschliches Bewusstsein erlangt hat. Solo weiß, dass er zur Wiederholung des Immergleichen verdammt ist, und verlangt von Jimi, dass dieser das Programm löscht. Doch es ist längst ins System des Konzerns, für den es entwickelt wurde, eingespeist. NIRVANA verbindet Warnungen vor dem Überwachungsstaat mit einer philosophischen Reflexion über das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit.

Samstag, 25. Juli, 10 bis 20 Uhr (Museumsfoyer)
Ghostbusters-Tag
Geisterjäger aus ganz Deutschland treffen sich am Samstag, 25. Juli, im Filmmuseum. Die Besucher können im Foyer in einer kleinen Extra-Ausstellung und an Videospielstationen in die Welt der Ghostbusters eintauchen. Geisterjäger-Doubles stehen für Fotos zur Verfügung, nachmittags dann auch in einer ganz besonderen Kulisse: Das Bluescreen-Studio im vierten Stock zaubert eine geisterhafte Atmosphäre. Zum Abschluss ist im Kino der erste GHOST-BUSTERS-Film zu sehen.

Samstag, 25. Juli, 20:15 Uhr
GHOST BUSTERS
USA 1984. R: Ivan Reitman. D: Bill Murray, Dan Aykroyd,
Sigourney Weaver. 107 Min. Blu-ray. OmU
Der von drei arbeitslosen Parapsychologen gegründete „Kammerjägerservice für übernatürliche Aktivitäten“ läuft schleppend an. Der einzige Fang ist der niedliche giftgrüne Slimer, den die drei als Haustier adoptieren. Doch schon bald haben sie es mit einem anderen Kaliber zu tun: Die Geisterjäger rücken aus, um New York vor einem jahrtausendealten Zerstörungsgott zu beschützen.

Mittwoch, 29. Juli, 18 Uhr
Donnerstag, 30. Juli, 20:30 Uhr
INCEPTION
USA 2010. R: Christopher Nolan
D: Leonardo DiCaprio, Ken Watanabe. 148 Min. 35mm. OmU
In INCEPTION spielt Leonardo DiCaprio einen Industriespionage-Spezialisten namens Cobb, der in die Träume seiner Opfer eindringt und dort Informationen absaugt. Als er den japanischen Magnaten Saito auszuspionieren versucht, wird Cobb allerdings von seiner verstorbenen Frau Mal gestört. Saito heuert ihn an, um eine Idee in das Gehirn eines Rivalen zu implantieren. Cobb und sein Team versetzen die Zielperson in Schlaf und gehen ans Werk. Allerdings mischt sich auch Mal wieder ein. Virtuos spielt Christopher Nolan mit den verschiedenen Ebenen von Traum und Realität und verschränkt beide Ebenen bis zur Ununterscheidbarkeit.

Die bisher feststehenden Termine im August und September:

Samstag, 1. August, 18 Uhr
Mittwoch, 5. August, 18 Uhr
WARGAMES War Games – Kriegsspiele
USA 1983. R: John Badham
D: Matthew Broderick, Dabney Coleman. 110 Min. 35mm. DF

Samstag, 1. August, 22:30 Uhr
Freitag, 14. August, 22:30 Uhr
TRON LEGACY
USA 2010. R: Joseph Kosinski
D: Jeff Bridges, Garrett Hedlund. 127 Min. 3D. DCP. OF

Samstag, 15. August, 18 Uhr
Mittwoch,19. August, 18 Uhr
GROUNDHOG DAY Und täglich grüßt das Murmeltier
USA 1993. R: Harold Ramis
D: Bill Murray, Andie MacDowell. 103 Min. Blu-ray. OF

Samstag, 22. August, 22:30 Uhr
Samstag, 29. August, 22:30 Uhr
EXISTENZ
Kanada/Großbritannien 1999. R: David Cronenberg
D: Jennifer Jason Leigh, Jude Law, Willem Dafoe. 97 Min. 35mm. OF

Freitag, 4. September, 20 Uhr
Spielung: Vorstellung eines Spiels und seiner filmischen Aspekte

Freitag, 4. September, 22:30 Uhr
Samstag, 19. September, 22:30 Uhr
FINAL FANTASY. THE SPIRITS WITHIN Final Fantasy. Die Mächte in dir
Japan/USA 2001. R: Hironobu Sakaguchi, Motonori Sakahibara
Animationsfilm. 106 Min. Blu-ray. engl. OF

Samstag, 5. September, 22:30 Uhr
Freitag, 18. September, 22:30 Uhr
DARK CITY
USA/Australien 1998. R: Alex Proyas
D: Rufus Sewell, Kiefer Sutherland. 111 Min. Blu-ray. OF

Mittwoch, 9. September, 18 Uhr
Samstag, 12. September, 18 Uhr
HOLY MOTORS
Frankreich/Deutschland 2012. R: Leos Carax
D: Denis Lavant, Edith Scob. 116 Min. 35mm. OmU

Mittwoch, 23. September, 18 Uhr
Samstag, 26. September, 18 Uhr
STRANGER THAN FICTION Schräger als Fiktion
USA 2006. R: Marc Forster. D: Will Ferrell. 113 Min. Blu-ray. OF

Öffnungszeiten:
Di 10 – 18 Uhr
Mi 10 – 20 Uhr
Do – So 10 – 18 Uhr

Ort:
Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
info@deutsches-filminstitut.de
Kasse Deutsches Filmmuseum
Tel.: +49 (0)69 961 220 220
Fax: +49 (0)69 961 220 999

Führungen
Tel. 069 961220 – 223
museumspaedagogik@deutsches-filminstitut.de