Kategorie-Archiv: Caricatura Frankfurt

„Lebe Deinen Traum“ BeCK-Cartoons ab 11. Feb. 2016 im caricatura museum frankfurt

Foto © massow-picture
Foto © massow-picture

Das caricatura museum frankfurt zeigt vom 11. Februar bis zum 12. Juni 2016 Cartoons von BeCK.

BeCK wurde 1958 in Leipzig geboren. Bereits als junger Mensch faszinierten ihn Cartoons und Karikaturen, beispielsweise seines Landsmanns Henry Büttner. In seiner Haltung als Cartoonist wurde er von Künstlern wie Ernst Volland, Chlodwig Poth und F.K. Waechter sowie von amerikanischen und englischen Zeichnern beeinflusst, deren Cartoons er im Monatsheft Das Magazin entdeckte. Im französischen Kulturzentrum in Ost-Berlin lernte er außerdem die Arbeiten von Sempé, Wolinski und Claire Bretécher kennen und lieben.

Seit Ende der 1990er Jahren gehört BeCK selbst zu den erfolgreichen Cartoonisten, mehrfach mit dem Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet und 2011 vom Göttinger Kunsthistoriker und Kurator W.P. Fahrenberg zu Recht in die erste Staffel der Reihe „Meister der komischen Kunst“ im Kunstmann-Verlag aufgenommen.

BeCK studierte an der Weimarer Hochschule für Architektur und Bauwesen Architektur (heute Bauhaus-Universität), brach sein Studium aber kurz vor dessen Ende 1984 ab, um ins Fach Gebrauchsgrafik an der Kunsthochschule Berlin Weißensee zu wechseln. Dort wurde er jedoch wegen eines „politisch-moralischen Fehlverhaltens“ bald von der Schule verwiesen. Nach einem Jahr angestellter Tätigkeit, BeCK war Werbegestalter beim KONSUM Ost-Berlin, arbeitete er ab 1987 freiberuflich u.a. als Illustrator, Plakatgestalter und Layouter. Bereits in jenen Tagen pflegte BeCK einen Cartoonstil, in seinen Illustrationen dominierten „lange Nasen“ und Humor.

Nach der Wende veröffentlichte BeCK Cartoons in der Ost-Berliner Zeitschrift die andere, im West-Berliner Stadtmagazin zitty und in der taz. Die Zeichnerin Anke Feuchtenberger holte ihn in die von Henning Wagenbreth und Holger Fickelscherer gegründete Künstlergruppe PGH Glühende Zukunft, mit der er auf Ausstellungstour in Deutschland und Frankreich ging. Höhepunkt für ihn war eine BeCK-Ausstellung im Goethe-Institut Paris. Seinen Lebensunterhalt verdiente BeCK zu der Zeit noch vornehmlich als Grafiker und Gestalter. Erst Ende der 90er Jahre begann er regelmäßig für größere Magazine und Zeitschriften zu zeichnen, unter anderem für Reader’s Digest, Brigitte, Natur und Kosmos (heute natur), Eulenspiegel und Die ZEIT, und arbeitet seitdem hauptberuflich als Cartoonist. Seit dem Jahr 2003 veröffentlicht BeCK, anfangs täglich, Cartoons auf seiner Webseite schneeschnee.de.

Zu BeCKs Themen zählen vor allem die alltäglichen Geschichten. Lust und Leid der Technik wurde zu einem Lieblingssujet. In seinen Cartoons verbildlicht er politische und soziale Ärgernisse und Verlogenheiten, genauso häufig erzählt er einfach nur absurde Geschichten, schreckt durchaus nicht vor Kalauerpointen zurück und hat oft Spaß am Spiel mit den Wörtern.

Ort:
caricatura museum frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17
D-60311 Frankfurt am Main
Tel +49 (0) 69 212 301 61
http://caricatura-museum.de/

 

 

 

 

Die Ausstellung wird begleitet von den Büchern:

„BeCK, Lebe Deinen Traum!“
Erschienen bei Lappan.

„Meister der Komischen Kunst: BeCK“
Erschienen bei Kunstmann.

Am 23. April kommt BeCK zur Frankfurter Nacht der Museen:
caricatura museum frankfurt
Von 19 bis 2 Uhr
Cartoonlesung mit BeCK und Jens Kreitmeyer.
Musik: Das Spardosenterzett, die Band von Helge Schneider.

 

Bücher und Publikationen — Cartoons

Schnee, Schnee Beck. – Berlin: Jochen Enterprises, 1998
Am Strand bei Windstärke 12
Beck. – Hamburg : Carlsen, 2006, Orig.-Ausg.

Zum ersten Mal beim Aquajogging
Beck. – Augsburg: MaroVerlag, 2006

Wir haben ihn Ihnen höher gelegt
Beck. – Augsburg: MaroVerlag 2007

Cut and Paste
Beck. – Wien: Heft 15 der Kabinettpassage im MuseumsQuartier Wien, 2009

Beck, Fahrenberg, WP (Hrsg.) Beck. Meister der komischen Kunst, – München: Kunstmann, 2011

Lebe deinen Traum! Beck. – Oldenburg: Lappan , 2014
Beteiligt an folgenden Publikationen (Auswahl)

Geheimnisse der russischen Küche. Markus Wolf
Illustriert von Beck
Hamburg: Rotbuchverlag, 1995

Die Welt der Vornamen. Alfons Kaiser (Hrsg).
Mit Vignetten von Beck Hamburg: Europäische Verlagsanstalt, 1998
Vermischtes aus dem Reich der Toten. Bernd Mollenhauer
Mit einem Totentanz von Beck
Hamburg: Europäische Verlagsanstalt, 2000

Reich-Ranicki – Seine Sprüche, seine Verrisse, seine Weisheiten. Matthias Ohnsmann
Illustrationen von Beck
Hamburg, Europa-Verlag, 2002

Häuptling Eigener Herd. Wiglaf Droste und Vincent Klink (Hg)
Illustrationen von Beck
Heft 15. Stuttgart, Edition Vincent Klink, 2003

Der Harz. Moritz Götze und Peter Lang (Hg)
Katalog zur Ausstellung, Aschersleben, 2005

Gibt’s was zu feiern. Silke Petersdorf und Mark Kuntz
Illustrationen von Beck
München, Goldmann Verlag, 2005

Der Alltagsprofi. Lorenz Schröter
Illustrationen von Beck
München, Goldmann Verlag, 2006

Top Tips for Life. David Harris (Hg)
Illustrations by Beck
London, Ebury Press, 2014

Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)
2015 „Tierische Cartoons von BeCK“.
Galerie Barbakane, Moritzbastei, Leipzig
„Von Menschen, Büchern und mehr“,
Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Specks Hof, Leipzig
2014 „Lebe Deinen Traum“, Kunstraum Praline, Leipzig
2011 BeCK Cartoons im Café Grundmann, Leipzig
2009 BeCK, KABINETTpassage im MuseumsQuartier, Wien
„Sag’s mit Büchern“. Haus des Buches, Leipzig
„Wenn Vegetarier jagen“. Heimatverein Röcknitz-Treben e.V.
2008 „Der kleine Beitrag“. Denkmalschmiede Höfgen, Grimma-Kaditzsch
„Man muss sich auch mal treiben lassen“. Zeitkunstgalerie, Halle/Saale
2007 „The first German on the ‚Kehrseite‘ of the moon“. galerieKO, Leipzig
„Best of Geisterfahrer“. Galerie Der Rote Pinguin, Köln
BeCK. Galerie Zum Prellbock, Lunzenau
„Letzter Wunsch“. Historisches Museum zu Mölln
2006 BECK. Cartoonfabrik, Berlin
Am Strand bei Windstärke 12, Kunstverein Rügen, Putbus
BeCK bei Galerie Linda, Hamburg
2005 „BeCKs Rundgang“. Öllager Baumwollspinnerei, Leipzig
„Horst ist absolut kein Sitzgruppenmensch“.
Galerie im Wartezimmer e.V., Hamburg
BECK, Galerie Barbakane, Moritzbastei, Leipzig
2004 „Diese Frisur wird Ihr Leben verändern“. Buchhandlung Herschel, Berlin BeCK bei Galerie Streitenfeld, Oberursel
BeCK im Glücklichen Eins, Weimar
2003 BeCK. BStU, Ausstellung im Lesesaal der BStU-Außenstelle Leipzig
„Heute blockieren sie die Badezimmer, morgen das ganze Land“, Lauenburgischer Kunstverein, Geesthacht
BeCK im Shining Labor, Berlin

Auszeichnungen
2001 Deutscher Karikaturenpreis; 3. Platz
2003 Deutscher Karikaturenpreis; 1. Platz
2007 Deutscher Karikaturenpreis; 1. Platz
2007 Till 2007, Preis der Eulenspiegel-Gilde zu Mölln
2007 Zweiter Preis, Stuttgart Award
2012 Deutscher Cartoonpreis; 2. Platz
2013 Deutscher Karikaturenpreis; 1. Platz
2015 Schluss mit lustig? Karikaturenpreis des Bundesministeriums
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; 1. Preis Kategorie Jung & Alt

Caricatura Museum Frankfurt zeigt am 26.Nov ‚Prinz Hamlet‘ von F.K. Waechter

Prinz Hamlet  Foto © Anna Zufall
Prinz Hamlet Foto © Anna Zufall

(pia) Am Donnerstag, 26. November, erinnert das Caricatura Museum mit der Aufführung einer Bühnenfassung von F.K. Waechters Stück „Prinz Hamlet“ an den Satiriker, Zeichner und Mitglied der Neuen Frankfurter Schule. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr, Karten kosten 15, ermäßigt 9 Euro, unter Telefon 069/212-30161 kann man sie vorbestellen.

Hamlet verliert ob des plötzlichen Todes seines Vaters seine Sprache und zieht sich zurück in eine innere Welt der Briefe an seine Liebe Ophelia. Seine besten Freunde, Bär und Kasper, sind ratlos. Ihr Versuch Hamlet zu helfen, scheitert kläglich und das Unvermeidliche nimmt seinen Lauf. Durchdrungen von Shakespeares Geist, aber frei in der Bearbeitung des bekannten Shakespeare-Stoffes, macht F. K. Waechter in seinem komisch-tragischen Spiel Bär und Kasper zu den tragenden Protagonisten.

Das Mensch & Welt Ensemble unter der Leitung des Frankfurter Theatermachers Ferenc Kréti greift in seiner Bühnenadaption von Waechters Drama zusätzlich auf dessen illustriertes Buch zurück. Waechters Zeichnungen setzen dabei ästhetisch-bildnerische Impulse für die Rolleninterpretation und bereichern so die tragische Geschichte des Prinzen um komisch-skurrile Facetten.

Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 15 € / erm. 9 €
carictaura museum frankfurt
Weckmarkt 17
60311 Frankfurt am Main
Karten unter 069 212 30161

Freakadelle oder Bulletten – Seyfried-Ausstellung im Caricatura Frankfurt eröffnet

Achim Frenz begrüßt die zahlreichen Gäste. © massow-picture
Achim Frenz begrüßt die zahlreichen Gäste. © massow-picture

Gemäß F.W. Bernsteins Motto „Gelobt sei seine pusselige, wuselige Linie, die sich um die winzigsten Kleinigkeiten kringelt…“ eröffnete am Sonntag Achim Frenz, der unermüdlich engagierte Museumsleiter, die Ausstellung des Comicszeichners und Cartonnisten Gerhard Seyfried.

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfond Rhein-Main hatte die Ausstellung finanziell unterstützt. © massow-picture
Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfond Rhein-Main hatte die Ausstellung finanziell unterstützt. © massow-picture

Ermöglicht wurde die Ausstellung auch mit Hilfe des Kulturfonds Frankfurt Rhein Main, und Dr. Helmut Müller, Wiesbadener Ex-Oberbürgermeister und Geschäftsführer des Kulturfonds, erinnerte sich noch eine seine Kasseler Studienzeit als er für die Studentenzeitung per „Klebelayout“ Seyfried-Cartoons „geklaut“ hatte, wofür er sich in seinem Grußwort nun coram publico beim Meister entschuldigte, der ihm sogleich rückwirkende Absolution erteilte.

Arnulf Rating, hier in seiner Paraderolle als Krankenschwester, brachte Gerhard Seyfrieds Leben und die derzeitigen Verhältnisse im Merkelland, inklusiv der Flüchtlings-Tragödie urkomisch auf den Punkt © massow-picture
Arnulf Rating, hier in seiner Paraderolle als Krankenschwester, brachte Gerhard Seyfrieds Leben und die derzeitigen Verhältnisse im Merkelland, inklusiv der Flüchtlings-Tragödie urkomisch auf den Punkt © massow-picture

Nachdem der Kabarettist  Arnulf Rating als Krankenschwester von der Flüchtlingsfront berichtet hatte und vorschlug, statt Seyfried „zu hängen“, lieber Flüchtlinge ins Caricatura einzuweisen und schließlich einen urkomischen Abriss von Seyfrieds Leben und Schaffen gegeben hatte, fehlten dem so geehrten und mit langem Applaus Gefeierten einfach die Worte. Gerhard Seyfried war sichtlich gerührt, und überwältigt von der Situation.

Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfond Rhein-Main hatte die Ausstellung finanziell unterstützt. © massow-picture
Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer des Kulturfond Rhein-Main hatte die Ausstellung finanziell unterstützt. © massow-picture

Noch bis zum 24. Januar 2016 zeigt das caricatura museum Frankfurt – Museum für Komische Kunst mit 474 Exponaten einen Querschnitt von Gerhard Seyfrieds Werk, eine lohnenswerte Ausstellung, die man nicht versäumen sollte! Öffnungszeiten jeweils Di.-So. 11-18.00 Uhr. Mi. 11 – 21 Weitere Informationen: www.caricatura-museum.de

 

 

 

Caricatura auf der Buchmesse!
14.10.2015 – 18.10.2015
Halle 3.0 / K45 – der schönste Messestand der Welt!
Signierstunden am Freitag, den 16.10.2015
11 Uhr: Steffen Gumpert / Denis Metz
12 Uhr: Burkhard Fritsche (BURKH)
13 Uhr: Wolf-Rüdiger Marunde
14 Uhr: Schilling & Blum
15 Uhr: Piero Masztalerz
16 Uhr: Gerhard Seyfried

Signierstunden am Samstag, den 17.10.2015
12 Uhr: Michael Holtschulte / Oli Hilbring
13 Uhr: Rudi Hurzlmeier / Günter Mayer
14 Uhr: Dorthe Landschulz
15 Uhr: André Sedlaczek / Piero Masztalerz
16 Uhr: Gerhard Seyfried
17 Uhr: ©Tom

Signierstunden am Sonntag, den 18.10.2015
12 Uhr: Michael Holtschulte

Underground-Comics-Star Gerhard Seyfried mit 474 Werken ab 27.09.15 im Caricatura Museum in Frankfurt

Vorneweg:
ausstellungsraum

Seyfrieds große Werkschau vom 27. September bis 24. Januar 2016 im Frankfurter Caricatura ist auch ein urkomischer Rückblick auf 50 Jahre deutsche Geschichte, stets so herrlich bitterbös auf den wunden Punkt gebracht, dass es selbst Geschichtsmuffeln wieder warm um ihr politverdrossenes Herz wird. Seyfrieds Werke sind tiefgründig erheiternd, anarchisch ansteckend und dazu erfrischend lehrreich und handwerklich großartig, sowieso. Seyfried sagt von sich „ich bin Anarchist“ und lehnt Ideologien und religiöse Dogmen ab, „die nur Gewalt, Kriege und Leid über Menschen gebracht haben“.

Zur Ausstellung

Das caricatura museum präsentiert in einer großen Werkschau die gesamte Bandbreite von Gerhard Seyfrieds Schaffen. Gezeigt werden frühe Cartoons aus dem Münchner Blatt, Comics aus den letzten 35 Jahren, seine großformatigen Wimmelbilder und Plakate, Einzel- und tagespolitische Cartoons, Illustrationen und Objekte.
In der Galerie im ersten Stock werden frühe Arbeiten ausgestellt, oft Kleinstformate in Schwarzweiß. Hier sind neben Zeichnungen für Pardon und Titanic Blätter aus Seyfrieds Zeit in den USA zu sehen (ab 1978), darunter eine Fülle an Skizzenblättern aus San Francisco und Berkeley. Gezeigt werden hier u.a. Cartoons aus seinen ersten Büchern und ein großartiger Polizeiautobastelbogen, sowie Seyfrieds Anfangswerke aus der Werbegrafik.

Im Erdgeschoss werden Auszüge und Materialien zu Seyfrieds Comics Invasion aus dem Alltag (1980), Das schwarze Imperium (1986) und Flucht aus Berlin (1990) präsentiert. Daneben sieht man die in Zusammenarbeit mit Ziska entstandenen Science Fiction-Blätter, Geschichten rund um den Hanf, Plakate und nicht zuletzt aktuelle tagespolitische Cartoons.

 

Der Künstler

Gerhard Seyfried, Portrait aus einem Seyfried-Video, welches in der Ausstellung gezeigt wird. © massow-picture
Gerhard Seyfried, Portrait aus einem Seyfried-Video, welches in der Ausstellung gezeigt wird. © massow-picture

Gerhard Seyfried ist der Star des deutschen Underground-Comics. 1948 geboren, verbrachte er Kindheit, Jugend, Lehr- und Studienjahre in seiner Heimatstadt München. Nach einer Lehre als Industriekaufmann und als Gebrauchsgrafiker begann er 1967 ein Studium der Malerei und Grafik an der Münchner Akademie für das Graphische Gewerbe. Ende 1969 erfolgte sein erzwungener Austritt aus der Akademie wegen Streiks gegen die Notstandsgesetze. Seit 1970 arbeitete er als selbstständiger Grafiker und Karikaturist für Werbeagenturen und lokale Firmen, hauptsächlich jedoch für das alternative Münchner Stadtmagazin Das Blatt, wo er zum politischen Zeichner der linken Szene wurde.
1976 verließ Seyfried München und zog in das damalige West-Berlin, wo er längst Kult war in der linksalternativen Szene. Die Stadt ist von da an Hintergrund seiner Comics und Cartoons. Von mehreren Auslandsaufenthalten u.a. in den USA und in der Schweiz kehrte Seyfried immer wieder nach Berlin zurück.
Heute lebt er in Schöneberg, er arbeitet als Zeichner, Schriftsteller und Historiker.

Das Werk
Gerhard Seyfried ist ein großer Geschichtenerzähler – viele seiner Tableaus wimmeln von Längs- und Querverweisen, die vom geduldigen Betrachter herausgelesen und entschlüsselt werden wollen. F.W. Bernstein rühmte seine Zeichentechnik im Vorwort zu Seyfrieds Die Werke. Alle!: „Gelobt sei seine pusselige, wuselige Linie, die sich um die winzigsten Kleinigkeiten kringelt…“

Seyfried war als Comiczeichner und Cartoonist Teil und Chronist der undogmatischen linken und alternativen Szene. Titel wie Freakadellen und Bulletten (1979), Invasion aus dem Alltag (1980), ganz besonders aber sein erstes Buch Wo soll das alles enden (1978) fehlten in keiner Wohngemeinschaft der APO-Nachfolgegenerationen. Das Buch vereinte viele seiner Zeichnungen, die in den 1970ern ursprünglich für Das Blatt entstanden waren. Mit dem Geld aus dem Verkauf seines ersten Buches flog Gerhard Seyfried 1978 das erste Mal in die USA. Er blieb einige Monate in San Francisco und Berkeley und lebte und arbeitete mit Gilbert Shelton und Paul Mavrides, den Schöpfern der Fabulous Furry Freak Brothers, zusammen bei deren Verlag Rip Off Press. Shelton und Mavrides waren – neben Robert Crumb (Fritz the Cat) – die wohl prominentesten Vertreter des USA-Underground Comics. Seyfried wirkte von da an selbst bei etlichen Rip Off Press-Produktionen mit und übersetzte viele weitere ins Deutsche.

Seyfried veröffentlichte neben seinen Cartoons auch mehrere längere Comicbände, angefangen mit „Invasion aus dem Alltag“ aus dem Jahr 1980. Die Geschichten erzählen, wie auch seine Cartoons, von den Lebenswelten der Westberliner Freaks, angereichert mit angeblichen Aliens mit Anarchie-Bomben („Invasion aus dem Alltag“), sagenhaften Zeichner-Imperien („Das schwarze Imperium“, 1986) und Irrfahrten durch Sowjetrussland und Führer-Bunker („Flucht aus Berlin“, 1990)

1990 lernte Gerhard Seyfried die Berliner Künstlerin Ziska Riemann kennen. Dies war der Beginn einer langen Freundschaft und Zusammenarbeit: Die beiden bilden von da an das Künstlerduo „Harmonian Anarchists“. Gemeinsam veröffentlichten sie unter anderem vier Science Fiction-Comics, in denen zwischen Erde und Weltraum spielende dystopische Szenarien ausgemalt werden – keine Kreuzberger Freaks, keine blöden Bullen mehr, sondern völlig neues Personal in gänzlich anderer Umgebung.
Ständig wiederkehrendes Thema in Seyfrieds Schaffen ist neben den alternativen Aktivisten und ihren Widersachern der Hanf.

Das Thema zieht sich durch sein Werk von Anbeginn an – in vielen seiner Zeichnungen nebeln sich die Figuren aus dem alternativen Milieu mit Cannabis ein. Gemeinsam mit Mathias Bröckers verfasste er bspw. 1996 Hanf im Glück mit allerlei Wissenswertem über Hanf in Form von Gedichten und Illustrationen. 2002 verließ Seyfried Berlin und zog zusammen mit Bröckers nach Solothurn (CH), wo die beiden an weiteren Hanf-Geschichten arbeiteten. Im schweizerischen Barockjuwel hielt es Seyfried zwei Jahre, 2004 kehrt er nach Berlin zurück.

Seit Anfang der 2000er Jahre gestaltete Gerhard Seyfried für den Kreuzberger Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele mehrere Plakate. Auch für kulturelle Institutionen und Künstler ist Seyfried als Plakatkünstler tätig, wie z.B. regelmäßig für den deutschen Kabarettisten Arnulf Rating.

Gerhard Seyfried ist nicht nur Zeichner, sondern auch Romanautor. Sein erster Roman erzählt vom Herero-Aufstand 1904 in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Ein Aufenthalt für das Goethe-Institut in Namibia verschaffte ihm seinen eigenen Zugang zur deutschen Kolonialgeschichte. Er arbeitete sich in die Details von Waffentechnik und Militärgeschichte ein – so entsteht 2003 sein erster Roman „Herero“. Die NZZ lobt: „Virtuos verwebt er historische Ereignisse, Figuren und Dokumente mit Fiktivem“. Daraufhin folgt Seyfrieds weitgehend autobiographischer Roman Der schwarze Stern der Tupamaros (2004), der in der linken Szene Münchens und Berlins Anfang der 1970er Jahre spielt. Mit Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer (2008) über Deutschlands koloniale Vergangenheit in China und den Boxeraufstand in Peking im Jahr 1900. und Verdammte Deutsche! (2012), einem Spionageroman aus der Zeit am Vorabend des ersten Weltkrieges, veröffentlichte er zwei weitere Romane aus der Zeit des deutschen Kaiserreichs.

 

Rahmenprogramm zur Ausstellung SEYFRIED

16_Cover-Verdammte-DeutscheGerhard Seyfried liest aus „Verdammte Deutsche!“
Vom 27.9.2015 bis zum 24.1.2016 zeigt das caricatura museum frankfurt Karikaturen, Cartoons und Comics von Gerhard Seyfried.

Gerhard Seyfried ist jedoch nicht nur Zeichner, sondern ebenfalls erfolgreicher Autor, unter anderem von historischen Romanen wie etwa „Herero“ und „Gelber Wind oder Der Aufstand der Boxer“. Im Rahmenprogramm zur Ausstellung finden mehrere Lesungen an verschiedenen Orten aus Seyfrieds neustem Roman „Verdammte Deutsche!“ statt.

Der Roman thematisiert das Verhältnis zwischen Großbritannien und Deutschland vor dem ersten Weltkrieg von 1914. Zwischen Berlin, Kiel und London geht es für den jungen Marineoffizier Adrian Seiler um Spionage, Politik und große Gefühle. Ein Werk, das seine Leser sehr authentisch in die damalige Lebenswelt eintauchen lässt, in unverhohlene Feindbilder und Kriegsspielzeug als Weihnachtsgeschenk. „Verdammte Deutsche!“ ist dabei mehr als ein kluger historischer Roman. Spätestens wenn man sich Seyfrieds Karikaturen zu Angela Merkel und der NSA, oder seine „Conspiracy“-Diagramme von vor gut einem Jahrzehnt anschaut, wird deutlich, dass die Themen des Romans hochaktuell sind: Verschwörungstheorien, politische Macht – und das korrumpierbare Individuum auf der Suche nach Erfolg und Glück.
Die Ausstellung Seyfried vom 27.09.2015 bis 24.01.2016 findet statt:
caricatura museum frankfurt
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17
D-60311 Frankfurt am Main
Tel +49 (0) 69 212 301 61
caricatura.museum@stadt-frankfurt.de

Orte und Termine weiterer Veranstaltungen auch außerhalb Frankfurts wie folgt:

Samstag, 26.9.2015 in Hanau
um 19 Uhr
im Autonomen Kulturzentrum Metzgerstraße
Metzgerstraße 8, 63450 Hanau
4,- €
nur Abendkasse
in Kooperation mit dem Autonomen Kulturzentrum Metzgerstraße

Mittwoch, 7.10.2015 in Idstein
um 19:30 Uhr
im Gerberhaus
am Löherplatz, 65510 Idstein
6,- € / erm. 5,- €
in Kooperation mit dem Hexenbuchladen, Obergasse 10, 65510 Idstein,
Tel. 06126-6437; Vorverkauf nur im Hexenbuchladen

Samstag, 17.10.2015 in Frankfurt
um 19:30
in der Buchhandlung BUCH & WEIN
Berger Straße 122, 60316 Frankfurt
8,- € incl. ein Glas Wein / erm. 6,- €
in Kooperation mit Buchhandlung BUCH & WEIN, Tel. 069-23807963
Vorverkauf nur in der Buchhandlung BUCH & WEIN

Mittwoch, 18.11.2015 in Wiesbaden
um 18 Uhr
im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden
Mosbacher Straße 55, 65187 Wiesbaden
4,- €
nur Abendkasse
in Kooperation mit dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden

Mit der Eintrittskarte für die Lesung erhält man beim Besuch der Seyfried-Ausstellung im caricatura museum frankfurt den ermäßigten Eintrittspreis von 3 €.

Gefördert werden die Lesungen wie die Ausstellung SEYFRIED durch den Kulturfonds RheinMain. Der Kulturfonds fördert kulturelle Projekte im RheinMain-Gebiet insgesamt und unterstützt insbesondere Aktivitäten abseits der großen Zentren. http://kulturfonds-frm.de.

AUSSTELLUNGEN im Caricatura 2015 / 2016

Gerhard Seyfried
27. September 2015 bis 24. Januar 2016
Eröffnung: Sonntag, 27. September 2015

Dauerausstellung
Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule
Neue Hängung ab 27. September 2015

VERANSTALTUNGEN 2015
Frankfurter Buchmesse
Mittwoch, 14. bis Sonntag, 18. Oktober 2015
caricatura-Stand Halle 3.0 K45

Gerhard Seyfried signiert!
Freitag, 16.10.2015. 16-17 Uhr
Samstag, 17.10.2015. 16-17 Uhr

 

Cartoonlesung „Hier lacht der Betrachter“:
Hauck & Bauer, Rattelschneck und Rudi Hurzlmeier
Freitag, 30. Oktober 2015 – 20 Uhr
caricatura museum Frankfurt

Prinz Hamlet von F.K. Waechter
Ensemble Mensch & Welt
Donnerstag, 26. November 2015 – 20 Uhr
caricatura museum Frankfurt

Seyfried – Neue Ausstellung im Frankfurter Caricatura Museum für komische Kunst

Gerhard Seyfried, Portrait aus einem Seyfried-Video, welches in der Ausstellung gezeigt wird. © massow-picture
Gerhard Seyfried, Portrait aus einem Seyfried-Video, welches in der Ausstellung gezeigt wird. © massow-picture

SEYFRIED
„Gelobt sei seine pusselige, wuselige Linie, die sich um die winzigsten Kleinigkeiten kringelt…“ – so rühmt F.W. Bernstein den Berliner Zeichner Gerhard Seyfried. Dessen Werke werden nun im caricatura museum gezeigt.

 

Einladung zur Vernissage am 27. September 2015,

Festival der Komik VII vor dem Caricatura zum Museumsuferfest vom 28.08. – 30.08.2015

© massow-picture - der Elch, Symbol der neuen Frankfurter Schule grüßt hintersinnig die Besucher des Caricatura.
© massow-picture – der Elch, Symbol der neuen Frankfurter Schule, grüßt hintersinnig die Besucher des Caricatura.

Zum Museumsuferfest veranstaltet das komischste Museums Deutschlands visavis auf dem Weckmarkt das 7. Festival der Komik. An diesen drei Tagen, vom 28.08. bis 30.08.2015 treten die erlesensten komischen Bühnenkünstler auf – moderiert wird das Festival von Bernd Gieseking.

Festival der Komik VII
28.08.2015 – 30.08.2015
3 Tage lang Komische Kunst auf der Bühne!

Bereits zum siebten Mal findet vom 28. bis 30. August 2015 das Festival der Komik statt – draußen und umsonst! Im Rahmen des Museumsuferfestes präsentiert das caricatura museum auf dem Weckmarkt drei Tage lang erlesenste satirische Bühnenkunst, moderiert von Bernd Gieseking.

Hier geht’s zum Programm-Heft!

Freitag, 28. August:
20.00 – 22.00 Pit Knorr, Oliver Maria Schmitt und Hans Zippert: 1000 Fragen, die uns plagen

Samstag, 29. August:
14.00 – 15.30 Dietmar Wischmeyer: Wischmeyer liest vor und zurück!
16.00 – 17.30 Severin Groebner: Daß ich das noch erleben muß!
18.00 – 19.30 Gerhard Henschel: Künstlerroman
20.00 – 21.30 Fil: Die Verschiedenheit der Dinge

Sonntag, 30. August:
14.00 – 15.30 Heiko Werning: Die weiße Lesung
16.00 – 17.30 Thomas Koch: Ein Mann liest zurück!
18.00 – 19.30 Torsten Gaitzsch, Moritz Hürtgen, Tim Wolff: Die 3 TITANIC-Chefredakteure
20.00 – 21.30 Wohnraumhelden: Rettung naht!

Kontakt

caricatura museum frankfurt –
Museum für Komische Kunst
Weckmarkt 17 (Leinwandhaus)
60311 Frankfurt am Main

Tel.: 069/21 23 01 61
Fax: 069/21 23 88 47

Internet:
E-Mail: caricatura.museum@stadt-frankfurt.de
WWW: www.caricatura.museum.de
FB: www.facebook.com/caricaturamuseum

Öffnungszeiten:
Fr. – So.: 11.00 – 22.00 Uhr, Ausstellung: „Glück im Museum“

Caricatura – Museum für Komische Kunst

Veranstaltungskalender – derzeit: Glück im Museums

© massow-picture - der Elch, Symbol der neuen Frankfurter Schule grüßt hintersinnig die Besucher des Caricatura.
© massow-picture – der Elch, Symbol der neuen Frankfurter Schule, grüßt hintersinnig die Besucher des Caricatura.
Chlodwig Poth, F.W. Bernstein, F.K. Waechter, Robert Gernhard, Hans Traxler, die Begründer der ironischerweise "neuen Frankfurter Schule" begrüßen die Besucher in der dritten Etage des Caricatura in Frankfurt
Chlodwig Poth, F.W. Bernstein, F.K. Waechter, Robert Gernhard, Hans Traxler, bildende Künstler und Schriftsteller und Begründer der ironischerweise genannten „neuen Frankfurter Schule“ , begrüßen die Besucher in der dritten Etage des Caricatura. © massow-picture

Das Frankfurter Museum für Komische Kunst,  eines der jüngsten
Museen Frankfurts, entstand 2008 im Geiste der „Neuen Frankfurter Schule“.

Die „Neue Frankfurter Schule“ geht zurück auf die Gruppe um die  bildenden Künstler und Schriftsteller F.W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F.K. Waechter, die mit der Gründung der Satirezeitschriften Pardon und Titanic Frankfurt zur „Hauptstadt der Satire“ machten. Zu Beginn der achtziger Jahre gab sich die Gruppe, nunmehr um die Autoren Bernd Eilert, Eckhard Henscheid und Peter Knorr gewachsen, den Namen „Neue Frankfurter Schule“. Mit satirischer Respektlosigkeit spielten sie damit auf die alte „Frankfurter Schule“ an. Sie  hielten den Philosophen- und Sozialforscher-Häuptern der „Kritischen Theorie“,  des „Autoritären Charakters“ und  der „Dialektik der Aufklärung“,  Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, mit dem Spruch „Die größten Kritiker der Elche, waren früher selber welche!“ schelmisch erbarmungslos einen  Spiegel vor. Ungeplant wurde so der Elch  zum Symbol der Neuen Frankfurter Schule. Als Bronzefigur steht er nun vor dem Caricatura als  Mahner vor eigener Überheblichkeit, verbohrter Ideologien und Allmachtsfantasien und vor allem als Botschafter für eine „endgültige Humorisierung des Landes“.

erdgeschoss-show-room des caricatura musesums für komische KunstDas Caricatura zeigt in seiner ständigen Ausstellung eine Auswahl aus zirka 7000 Werken von F. W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F. K. Waechter. Darüber hinaus finden – in der Regel im halbjährigen Wechsel – Sonderausstellungen statt.

Zur Zeit  findet bis zum 13. September 2015 die an feinsinniger und hintergründiger Ironie kaum zu überbietende Ausstellung „Glück im Museum“ zum 70. Geburtstag des Großmeisters der Satire-Malerei Gerhard Glück statt.

Zahlreiche Veranstaltungen,  Lesungen, Buchpräsentationen und  Bühnen-Kleinkunst sind weitere Säulen des Museums für komische Kunst.

Neue Öffnungszeiten seit 2. April 2015

Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr
Mittwoch 11-21 Uhr
Montag geschlossen

Zur Nacht der Museen am 25. April 2015 ist das Museum von 19 bis 2 Uhr geöffnet. Näheres zum Programm finden Sie hier.

Museum für Komische Kunst – Caricatura
historisches museum frankfurt 
Weckmarkt 17
60311 Frankfurt am Main
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