Kategorie-Archiv: Buchkultur

Carolin Emcke erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2016

Foto © Andreas Labes
Foto © Andreas Labes

Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat die deutsche Journalistin und Publizistin Carolin Emcke zur diesjährigen Trägerin des Friedenspreises gewählt. Das gab Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, auf der Hauptversammlung des Verbandes in Leipzig bekannt. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 23. Oktober 2016, in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2016 an Carolin Emcke und ehrt damit die Journalistin und Publizistin, die mit ihren Büchern, Artikeln und Reden einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog und zum Frieden leistet. Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei besonders jenen Momenten, Situationen und Themen, in denen das Gespräch abzubrechen droht, ja nicht mehr möglich erscheint. Carolin Emcke setzt sich schwierigen Lebensbedingungen aus und beschreibt – vor allem in ihren Essays und ihren Berichten aus Kriegsgebieten – auf sehr persönliche und ungeschützte Weise, wie Gewalt, Hass und Sprachlosigkeit Menschen verändern können. Mit analytischer Empathie appelliert sie an das Vermögen aller Beteiligten, zu Verständigung und Austausch zurückzufinden. Das Werk von Carolin Emcke wird somit Vorbild für gesellschaftliches Handeln in einer Zeit, in der politische, religiöse und kulturelle Konflikte den Dialog oft nicht mehr zulassen. Sie beweist, dass er möglich ist, und ihr Werk mahnt, dass wir uns dieser Aufgabe stellen müssen.“

Carolin Emcke, geboren am 18. August 1967 in Mülheim an der Ruhr, lebt als freie Publizistin in Berlin. Sie studierte ab 1987 Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt am Main und an der Harvard University. Ihre Doktorarbeit „Kollektive Identitäten. Sozialphilosophische Grundlagen“ wurde 2000 im Campus Verlag veröffentlicht.

Von 1998 bis 2006 arbeitete Carolin Emcke als festangestellte Redakteurin beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Ab 1999 bereiste sie als Auslandsredakteurin zahlreiche Krisenregionen und berichtete unter anderem aus dem Kosovo, Afghanistan, Pakistan, Irak und dem Gaza-Streifen. Aus den Briefen, die sie zwischen 1999 und 2003 an ihre Freunde schrieb, entstand 2004 ihr erstes Buch „Von den Kriegen – Briefe an Freunde“ (S. Fischer Verlag).

2003 bis 2004 ging Carolin Emcke für ein Jahr als Visiting Lecturer an die Yale University und lehrte unter anderem über „Theorien der Gewalt“. Seit 2004 kuratiert und moderiert sie zudem die monatliche Diskussionsreihe „Streitraum“ an der Berliner Schaubühne. Von 2007 bis 2014 arbeitete sie als freie Autorin für DIE ZEIT und veröffentlichte Reportagen aus dem Irak, Haiti, dem Gazastreifen sowie zahlreiche Essays. Seit Oktober 2014 schreibt sie für die Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung eine wöchentliche Kolumne.

Carolin Emcke wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Lessing-Preis des Freistaats Sachsen (2015), dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay (2014) und dem Theodor-Wolff-Preis (2008). 2010 wurde sie zur Journalistin des Jahres gewählt. Im Oktober 2016 wird mit „Gegen den Hass“ eine essayistische Auseinandersetzung mit dem Rassismus, dem Fanatismus und der Demokratiefeindlichkeit erscheinen.

3. Mai: Welttag der Pressefreiheit

Khadija Ismayilova aus Aserbaidschan erhält UNESCO/Guillermo Cano-Preis für Pressefreiheit 2016

Am 3. Mai ist Welttag der Pressefreiheit. Im Rahmen von über 100 Veranstaltungen setzen sich Menschen weltweit an diesem Tag für das Recht auf Meinungsfreiheit und Zugang zu Informationen ein. Die zentrale Veranstaltung findet in diesem Jahr in Helsinki, Finnland statt. Dort wird die Journalistin Khadija Ismayilova aus Aserbaidschan mit dem UNESCO/Guillermo Cano-Preis für Pressefreiheit 2016 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 US-Dollar dotiert.

„Angesichts der Komplexität und rasanten Veränderung unserer Welt ist der Bedarf an qualitativ hochwertigen Informationen für jeden einzelnen von enormer Bedeutung. Der Zugang zu Informationen ist eine Grundfreiheit und Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung. Um diese zu gewährleisten, brauchen wir ein starkes Umfeld für die Pressefreiheit. Überwachung und Zensur müssen bekämpft werden. Nur wenn Journalisten frei und ungehindert arbeiten können, entstehen unabhängige Berichte und Informationen, auf denen Gesellschaften ihre Meinungsbildung stützen können,“ sagt Prof. Dr. Wolfgang Schulz, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission.

Die Journalistin Khadija Ismayilova aus Aserbaidschan wird für ihren herausragenden Beitrag zur Verteidigung der Pressefreiheit unter schwierigen Umständen mit dem UNESCO/ Guillermo Cano-Preis 2016 ausgezeichnet. Ismayilova ist freie Journalistin und Mitarbeiterin des aserbaidschanischen Dienstes von Radio Free Europe. Sie wurde im Dezember 2014 verhaftet und im September 2015 aufgrund des Vorwurfs von Machtmissbrauch und Steuerhinterziehung zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Präsidentin der Jury des Guillermo Cano-Preises 2016  Ljiljana Zurovac betonte, „Khadija Ismayilova hat den Preis sehr verdient und ich bin glücklich zu sehen, dass ihr Mut und ihre Professionalität anerkannt werden.“

Hintergrund

Der Guillermo Cano-Preis für Pressefreiheit wird seit 1997 jährlich von der UNESCO vergeben. Er zeichnet Personen oder Organisationen aus, die oft unter hohem Risiko einen herausragenden Beitrag zur Verteidigung oder Förderung der Pressefreiheit geleistet haben. Der Preis ist nach dem kolumbianischen Journalisten Guillermo Cano Isaza benannt, der 1986 vor dem Redaktionsgebäude seiner Zeitung in Bogotá hingerichtet wurde.

Die UNESCO hat als einzige Sonderorganisation der Vereinten Nationen das Mandat, die Meinungs- und Pressefreiheit zu schützen. Sie unterstützt den Aufbau unabhängiger und pluralistischer Medien. Besonders in Krisen- und Konfliktregionen hilft die UNESCO freien und unabhängigen Medien dabei, Prozesse der Konfliktlösung, der Demokratisierung und der Friedenssicherung voranzutreiben und zu gestalten. Mit zahlreichen regionalen Projekten fördert sie die Aus- und Fortbildung von Journalisten. Auch die Sicherheit von Journalisten ist ein Aspekt der Meinungs- und Pressefreiheit: Die UNESCO prangert die Ermordung von Journalisten an und fordert verstärkte Maßnahmen zur Aufklärung von Verbrechen an Journalisten.

Weitere Informationen

DUK-Webseite zum Welttag der Pressefreiheit
Videomessage der UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova
Veranstaltungen anlässlich des Welttags
Infografiken
Kernbotschaften und Zitate

Sven Regener mit Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet

vl. Malu Dreyer, Ministerpräsidentin, Seven Regener, Preisträger, Markus MÜller, Intendant Mainzer Theater. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
vl. Malu Dreyer, Ministerpräsidentin, Seven Regener, Preisträger, Markus MÜller, Intendant Mainzer Theater. Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeichnet Sven Regener mit Carl-Zuckmayer-Medaille aus

Der Schriftsteller, Musiker und Sänger Sven Regener erhält die Carl-Zuckmayer-Medaille 2016. „Sven Regener ist ein Allroundtalent, das mit seinen deutschsprachigen Songtexten und Romanen unglaublich viele Menschen erreicht. Seine Kunst ist erfrischend kompromisslos und deutlich“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie wird ihm die bundesweit beachtete Auszeichnung bei einem Festakt am 18. Januar 2016, dem Todestag des großen rheinhessischen Dichters, im Mainzer Staatstheater verleihen.

Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow
Foto: Diether v. Goddenthow © atelier-goddenthow

„Sven Regener hat es geschafft, dass die von ihm getexteten Lieder seiner Band Element of Crime in WG-Wohnküchen ebenso gehört werden wie in Häusern mit Designer-Ausstattung. Auch seine Bücher erreichen ein Millionenpublikum aus allen Gesellschaftsschichten, begründete die Ministerpräsidentin ihre Entscheidung, die sie aufgrund von Vorschlägen einer Kommission getroffen hat.

Während die Rock- und Pop-Songs von Element of Crime mit ihrer Melange aus melancholischen Melodien und einfallsreichen Texten die Zuhörerinnen und Zuhörer verzauberten, sei es in den Romanen der schnoddrig-norddeutsche Ton, der einen nicht mehr loslasse. „Sven Regeners Texte ziehen in den Bann. Wenn man angefangen hat, ihn zu lesen oder zu hören, will man immer mehr davon haben“, so die Ministerpräsidentin. So wie auch Carl Zuckmayer habe Sven Regener keinen intellektuellen Dünkel, der Mainstream war ihm stets egal. „Auch wenn Sven Regener sehr erfolgreich ist, hat er sich nicht verbiegen lassen. Seinem Stil ist er immer treu geblieben“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Sven Regener wurde 1961 in Bremen geboren. Gemeinsam mit anderen gründete er 1985 die Band Element of Crime, die seither in nahezu unveränderter Besetzung knapp 20 CDs eingespielt und Kultstatus erlangt hat. 2001 gelang ihm mit seinem Debütroman Herr Lehmann über einen sympathischen Loser im Kreuzberg der Vorwende-Zeit ein Sensationserfolg. Mit seinen nachfolgenden Veröffentlichungen Neue Vahr Süd, Der kleine Bruder, Meine Jahre mit Hamburg-Heiner und Magical Mystery oder Die Rückkehr des Karl Schmidt konnte Regener an diesen Erfolg anknüpfen. Seine Bücher verkauften sich bislang mehr als drei Millionen Mal; Regener gehört damit zu den auflagenstärksten deutschsprachigen Autoren unserer Zeit.

Mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ehrt das Land Rheinland-Pfalz seit 1979 Persönlichkeiten, die sich um die deutsche Sprache verdient gemacht haben. Der Preisträger bekommt die von dem Künstler Otto Kallenbach geschaffene Medaille sowie ein 30-Liter-Fass mit dem von Carl Zuckmayer geschätzten Nackenheimer Wein.

Der Jury unter Leitung von Kulturministerin Vera Reiß gehörten an:

Bruno Ganz (Preisträger 2015), Peter Krawietz (Präsident der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft Mainz e.V.), Professor Dr. Ulrich Port (Universität Trier), Professorin Dr. Dagmar von Hoff (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz), Professor Dr. Lothar Bluhm (Universität Koblenz-Landau), Monika Böss (stellvertretende Landesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller), Denis Scheck (Literaturkritiker), Dr. Joachim Unseld (Verleger, Frankfurter Verlagsanstalt), Martina Zöllner (Journalistin und Autorin), Petra Gerster (Moderatorin und Autorin), Petra Plättner (Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz), Eberhard Duchstein (Buchhändler), und Ernst Schwall (Staatskanzlei).

Trägerinnen und Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille sind:

Günther Fleckenstein (1979), Werner Hinz (1980), Georg Hensel (1982), Friedrich Dürrenmatt (1984), Ludwig Harig (1985), Dolf Sternberger (1986), Tankred Dorst (1987), Günter Strack (1988), Hanns Dieter Hüsch (1989), Martin Walser, Adolf Muschg, André Weckmann (1990), Albrecht Schöne (1991), Hilde Domin (1992), Hans Sahl (1993), Fred Oberhauser (1994), Grete Weil (1995), Mario Adorf (1996), Katharina Thalbach (1997), Harald Weinrich (1998), Eva-Maria Hagen (1999), Peter Rühmkorf (2000), Mirjam Pressler (2001), Herta Müller (2002), Monika Maron, Wolf von Lojewski (2003), Edgar Reitz (2004), Thomas Brussig (2005), Armin Mueller-Stahl (2006), Udo Lindenberg (2007), Bodo Kirchhoff (2008), Volker Schlöndorff (2009), Emine Sevgi Özdamar (2010), Hans Werner Kilz (2011), Uwe Timm (2012), Doris Dörrie (2013), Dieter Kühn (2014) und Bruno Ganz (2015).

Lesefest 2015 – „1000 Bücher – 1000 Sprachen“ in Wiesbaden und Rheingau-Taunus-Kreis ab 13. Oktober

© Netzwerk Leseförderung Rheingau-Taunus e.V.
© Netzwerk Leseförderung Rheingau-Taunus e.V.

In diesem Jahr findet in den Monaten Oktober und November zum 13. Mal das Lesefest von „Netzwerk Leseförderung Rheingau-Taunus e.V.“ in Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden statt.

 

Es wird mittlerweile in allen 17 Städten und Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises mit insgesamt mehr als 100 Veranstaltungen jährlich organisiert. Seit vier Jahren gibt es die Kooperation mit dem Kulturamt Wiesbaden. In diesem Jahr steht das Fest unter dem Motto „1000 Bücher – 1000 Sprachen“, einer besonders aktuellen Thematik. Dabei stehen Sprachenvielfalt und Toleranz, kunterbuntes Miteinander und Kennenlernen im Zentrum der Veranstaltungen.

In diesem Rahmen sind so bekannte Autoren wir Uticha Marmon, Dorit Linke, Anja Tuckermann oder Rüdiger Bertram im Literaturhaus Villa Clementine zu Gast. Außerdem finden in Wiesbaden Lesungen in der Oranienschule statt sowie eine Fortbildung mit Barbara Knieling zur „Literacy-Förderung“ am Donnerstag, 1. Oktober, um 19 Uhr in der Mauritius-Mediathek.

Folgende Termine für die Schulen finden im Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Straße 1, statt:

Dienstag, 13. Oktober, 9 Uhr, Uticha Marmon „Mein Freund Salim“, für Klassen 3 und 4;

Mittwoch, 14. Oktober, 9 Uhr Anja Tuckermann „Alle da! Unser kunterbuntes Leben“, für Klassen 1 und 2;

Montag, 2. November, 9 Uhr und 11 Uhr, Uticha Marmon „Mein Freund Salim“; für Klassen 3 und 4;

Mittwoch, 4. November, 11.15 Uhr, Dorit Linke „Fett Kohle“, für Klassen 5 und 6;

Donnerstag, 12. November, 9 Uhr, Anja Tuckermann „Alle da! Unser kunterbuntes Leben“, für Klassen 1 und 2;

Donnerstag, 19. November, 11 Uhr, Rüdiger Bertram „Coolman und ich“, für Klassen 4 und 5; Freitag, 20.

November, 8.30 Uhr und 10.15 Uhr und 12 Uhr, Rüdiger Bertram „Coolman und ich“.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.lesefest.de. Der
Eintritt zu den Lesungen im Literaturhaus ist frei, und interessierte Schulen können sich anmelden unter literaturhaus-kartenreservierung@freenet.de.

Clemens Meyer wird 2016 Mainzer Stadtschreiber

Neuer Mainzer Stadtschreiber gewählt: Clemens Meyer
wird 32. Träger des Literaturpreises von ZDF, 3sat und
der Stadt Mainz

Clemens Meyer Foto: Gaby Gerster
Clemens Meyer Foto: Gaby Gerster

Meyer folgt Feridun Zaimoglu / Amtseinführung im Februar 2016 Clemens Meyer wird der Mainzer Stadtschreiber des Jahres 2016. Meyer, 1977 in Halle an der Saale geboren und wohnhaft in Leipzig, ist der 32. Träger des renommierten Literaturpreises. Zum ersten Mal wurde der Mainzer Stadtschreiber-Preis 1985 an die Schriftstellerin Gabriele Wohmann verliehen. Clemens Meyer wird, wie sein Vorgänger Feridun Zaimoglu, gemeinsam mit dem ZDF eine Dokumentation nach freier Themenwahl produzieren und die Stadtschreiberwohnung im Mainzer Gutenberg-Museum beziehen. Die Verleihung des mit 12 500 Euro dotierten Preises ist für Februar 2016 geplant. Oberbürgermeister Michael Ebling zur Wahl der Jury: „Clemens Meyer verkörpert den im Osten zur Wendezeit aufgewachsenen Autoren, der sich oftmals weit abseits der herkömmlichen Genese eines Schriftstellers bewegte – er atmet den talentierten Autor, der abseits piefiger Konventionen sehr eigene Wege beschritten hat – und diese ausdrucksstark, wortgewaltig und gegen viele Widrigkeiten mit großem Erfolg in die deutsche Gegenwartsliteratur hineingepflanzt hat. Meyer wandelt als Typ wie als Literat nicht selten auf unbekannteren Pfaden – gerade dies macht ihn umso interessanter, zumal ihm im Leben wenig auf dem polierten Silbertablett angereicht wurde: ein Schriftsteller abseits gängiger Konventionen mit ganz eigenen Neigungen und Blickwinkeln. Dies passt in unsere junge, umtriebige Stadt – Clemens Meyer wird in Mainz zahlreiche Andockpunkte finden, welche Aufenthalte für ihn lohnend und inspirierend machen. Wir freuen uns, dass er zum Stadtschreiber 2016 avanciert!“

Clemens Meyer kennt sich aus in den abseitige Gefilden unserer Gesellschaft. Als „Meister des Ungeschönten“ bezeichnete ihn die „Neue Zürcher Zeitung“. Präzise und einfühlsam erzählt Meyer von prekären Existenzen, Freundschaften am Abgrund, von Bier, Gewalt und Boxen, zart und traurig, kämpferisch und berührend, so die Jury. Zugleich ist Meyer ein luzider Kenner der Literatur, ein souveräner Stilist. Mit seinem Debütroman „Als wir träumten“ gelang ihm 2006 ein sensationeller Überraschungserfolg, der auch als Theaterstück und als Verfilmung Eindruck machte. Meyer, 1977 in Halle an der Saale geboren und im Arbeiterviertel Leipzig-Ost aufgewachsen, wollte schon als Kind Schriftsteller werden. Die Zeit der Wende um 1989 erlebte er als „Tanz auf den Trümmern“. Meyer studierte von 1998 bis 2003 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig – unterbrochen von einem Gefängnisaufenthalt. Sein Studium finanzierte er mit Stipendien und mit der Arbeit als Möbelpacker, Gabelstaplerfahrer und Wachmann. 2006 erschien sein erster Roman, mit autobiografischen Bezügen: „Als wir träumten“.

Die nacht-die lichterHier beschreibt er ein wildes Leben zwischen Techno-Partys, Drogen, Bier und Tätowierungen. 2015 wurde der Debütroman von Regisseur Andreas Dresen verfilmt. 2008 erschien der Kurzgeschichtenband „Die Nacht, die Lichter“, für den er den Preis Pressemitteilungen Stadt Mainz Seite 3 24.09.2015 der Leipziger Buchmesse erhielt. Neben seiner Arbeit als Schriftsteller war Meyer als Gastdozent am Leipziger Literaturinstitut tätig.

GewaltenSein drittes Buch „Gewalten. Ein Tagebuch“ (2010) versammelt Erzählungen, die in chronologischer Reihenfolge das Jahr 2009 abbilden. Zocker, Loser, Barbesucher, Amokläufer und Menschen in der Psychiatrie lässt Meyer hier zu Wort kommen. 2013 kam sein Roman „In Stein“ heraus, der sich mit Sexarbeit, Zwangsprostitution und den wirtschaftlichen Verwicklungen und Skandalen der Leipziger Realität der 1990er Jahre beschäftigt. 2015 hatte Meyer die vielbeachtete Poetik-Dozentur an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main inne, die den Titel „Der Untergang der Äktschn GmbH“ trug.

Clemens Meyer, der in Leipzig lebt, sich ebenso mit Theater wie mit der Bildenden Kunst beschäftigt, ist stolz auf seinen tätowierten Körper, liebt den Galoppsport ebenso wie Fußball. Er ist mit zahlreichen Preisen geehrt worden.

Meyer wird – wie seine Vorgänger Feridun Zaimoglu, Judith Schalansky und Peter Stamm – gemeinsam mit dem ZDF eine Dokumentation nach freier Themenwahl produzieren und die komplett sanierte – Stadtschreiberwohnung im Mainzer GutenbergMuseum beziehen. Die Verleihung des mit 12.500 Euro dotierten Preises findet voraussichtlich im Februar 2016 statt.

Bisherige Auszeichnungen für Clemens Meyer (u.a.)
2001 MDR-Literaturpreis
2002 Literaturstipendium Sächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
2006 Rheingau Literatur Preis
2007 Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen, Clemens-Brentano-Preis Märkisches Stipendium für Literatur
2008 Preis der Leipziger Buchmesse
2013 Finalist „Shortlist“ Deutscher Buchpreis mit Im Stein
2014 Bremer Literaturpreis
2015 Deutscher Drehbuchpreis für In den Gängen, zusammen mit Thomas Stuber

Deutscher Cartoonpreis: „Hoffentlich sieht das keiner!“ auf der Frankfurter Buchmesse

© Frankfurter Buchmesse
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Die Nominierten 2015 stehen fest / Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse am Freitag, 16. Oktober

Frankfurt, 22.09.2015 – „Hoffentlich sieht das keiner!“: So lautet das Motto des Deutschen Cartoonpreises 2015. Mehr als 250 Künstlerinnen und Künstler sind der Aufforderung gefolgt und haben über 670 Werke für den Wettbewerb eingereicht. Die Auszeichnung ist in zwei Kategorien unterteilt: In Kategorie A können Cartoonisten, die noch kein eigenes Buch veröffentlicht haben, ihre Cartoons einreichen. In der Kategorie B finden sich Cartoons von Cartoonisten, die bereits in Buchform publiziert wurden. Eine Jury, der neben Buchmesse-Direktor Juergen Boos und Carlsen-Verlegerin Renate Herre auch Vorjahressieger Rattelschneck sowie Rolf Dieckmann (Journalist und Autor) und Antje Haubner (Humorlektorin des Carlsen Verlags) angehören, hat nun die jeweils zehn Nominierten einer Kategorie bekannt gegeben.

Nominierte Kategorie A:
Brause&Pulver, Henning Christiansen, Birgit Dodenhoff, Pascal Heiler, Anton Heurung, Steffen Huber, Jan Kunz, Frederik Mettjes, Schlorian und Theodor Schneckensteiff.

Nominierte Kategorie B:
Adam, Lilli Bravo, Steffen Butz, Markus Grolik, Kittihawk, Dorthe Landschulz, Mario Lars, Piero Masztalerz, Schilling&Blum und ZAK.

Der erste Platz der Kategorie A ist mit 1.000 Euro Förderpreisgeld dotiert. Die drei Sieger der Kategorie B erhalten einen exklusiven Cartoonbembel.

Die Preisverleihung findet am Freitag, 16. Oktober 2015, um 14 Uhr im Lesezelt auf der Agora der Frankfurter Buchmesse statt. Moderiert wird die Veranstaltung von Matthias Wieland. Pünktlich zur Preisverleihung erscheint bei Carlsen außerdem der Cartoonband „Hoffentlich sieht das keiner! – Schwarzer Humor in Bildern“, der zahlreiche Werke aus dem diesjährigen Wettbewerb enthält und den die Gewinner im Anschluss an die Preisverleihung signieren werden.

Die Werke der Nominierten sind ab sofort auf http://www.carlsenhumor.de zu sehen und werden auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 3.0 ausgestellt.

Der Deutsche Cartoonpreis wurde von der Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit dem Carlsen Verlag ins Leben gerufen, um den Cartoon als Kunstform einem breiten Publikum zu präsentieren und begabte (Nachwuchs-)Künstler zu fördern. Er wird in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal vergeben.

Anreise Messegelände

„Bücher sagen Willkommen“: Buchbranche startet Initiative für Flüchtlinge auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse

Spendenaktion im Buchhandel / Sonderprogramm für Flüchtlinge auf der Frankfurter Buchmesse

© Frankfurter Buchmesse
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Frankfurt am Main, 07.09.2015 – Die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland nimmt täglich zu. Viele der asylsuchenden Menschen werden länger in Deutschland bleiben. Neben den lebensnotwendigen Ressourcen wie Unterkunft und Verpflegung können Bildung und Kultur die Integration entscheidend unterstützen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Frankfurter Buchmesse und die LitCam rufen zum Weltbildungstag am 8. September 2015 eine gemeinsame Initiative für Flüchtlinge ins Leben. Unter dem Motto „Bücher sagen Willkommen“ erhalten Flüchtlinge einen einfachen und schnellen Zugang zu Lern- und Lesematerial. Den Kern bildet die Einrichtung von „Lese- und Lernecken“ in der unmittelbaren Umgebung von Flüchtlingsunterkünften durch die LitCam. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterstützt die Aktion mit einem Spendenaufruf, die Frankfurter Buchmesse bietet kostenlose Eintrittskarten und Veranstaltungen für Flüchtlinge auf der Messe an.

Schirmherr der Aktion ist der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani, der in diesem Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird. „Die Flüchtlingszahlen steigen auf der ganzen Welt. Und in der unmittelbaren Umgebung Europas richten Krieg, Rechtlosigkeit, Vertreibung, Massenmorde, systematische Vergewaltigungen und ethnische Säuberungen ganze Länder zugrunde – wie Europa es aus der eigenen Geschichte kennt. Wir sollten uns nicht abschotten und könnten es auch gar nicht. Die Flüchtlinge brauchen Schutz, Hilfe und Unterstützung“, sagt Navid Kermani.

Lese- und Lernecken für Flüchtlinge

Die Lese- und Lernecken sollen in Stadt- und Ortsteilen eingerichtet werden, in denen eine große Zahl an Flüchtlingen untergebracht ist. Als Standort kommen z.B. Bildungszentren, Sprachschulen und andere Einrichtungen in Frage, die sich in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften befinden. Die Lese- und Lernecken werden mit Büchern und Lernmaterialien ausgestattet: Vorgesehen sind sowohl Deutsch-Lehrbücher, Wörterbücher und Lexika als auch Romane und Sachbücher in entsprechenden Fremdsprachen. Verlage erstellen dazu Empfehlungslisten, ausgewählt werden die Materialien von erfahrenen Leseförderungsexperten. Zum Experten-Team zählt u.a. der renommierte Professor für Entwicklungspsychologie Wassilios E. Fthenakis. Vorbild sind die „Reading and Learning Rooms“, die die LitCam im Township Mfuleni in Kapstadt betreibt.

„Flüchtlinge kommen mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen nach Deutschland. Durch einen einfachen Zugang zu Lern- und Lesematerial wollen wir ihnen ermöglichen, sich individuell auf die neuen Herausforderungen einzustellen, z. B. Deutsch zu lernen, aber auch einmal für einen Moment Ablenkung und Zerstreuung zu finden. Zusammen mit unserem Expertenteam und den Flüchtlingsprojekten versuchen wir, Bücher für die jeweiligen Gegebenheiten und Bedürfnisse zusammenzustellen“, sagt Karin Plötz, Direktorin der LitCam.

Den Start macht eine Lese- und Lernecke in einem Lernzentrum in Frankfurt am Main, im Stadtteil Gallus. Asylbewerber aus den umliegenden Unterkünften erhalten dort bereits Deutschunterricht, zudem sind in dem Gebäude selbst rund 30 unbegleitete Jugendliche untergebracht. Durch Spendenaktionen sollen weitere Lese- und Lernecken im gesamten Bundesgebiet ermöglicht werden.

Spendenaktion in Buchhandlungen

Die deutsche Buchbranche startet einen bundesweiten Spendenaufruf für die Initiative. Ab dem 19. September können Kunden in Buchhandlungen in ganz Deutschland für die Einrichtung und Ausstattung der Lern- und Leseecken spenden. Dazu stehen in viele Buchhandlungen Spendenboxen bereit. Darüber hinaus machen Buchhändlerinnen und Buchhändler die Geschichten von Menschen auf der Flucht zum Thema. Unter dem Motto „Fremd in der Fremde – 1001 Lebensgeschichten“ organisieren sie z.B. Lesungen von Flüchtlingen und für Flüchtlinge oder präsentieren eine besondere Buchauswahl im Laden.

„Wo Menschen aufgrund von Not, Unterdrückung oder Verfolgung Zuflucht in unserem Land suchen, sehen wir auch uns als Buchbranche in der Pflicht. Bücher öffnen die Türe zu Sprache, zu Wissen und Kultur und ermöglichen Verständigung. Gemeinsam mit den Buchhandlungen und Verlagen, den Kunden und Lesern möchten wir Flüchtlinge dabei unterstützen, in unserer Gesellschaft Fuß zu fassen. Gleichzeitig wollen wir ein Zeichen setzen: Wir stellen uns entschieden gegen Fremdenhass und Ausgrenzung und treten für Offenheit und Vielfalt ein“, so Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Angebote auf der Frankfurter Buchmesse für Flüchtlinge

Die Frankfurter Buchmesse stellt in diesem Jahr kostenlose Eintrittskarten für Flüchtlinge zur Verfügung. LitCam betreut die Verteilung an interessierte Flüchtlinge durch eine enge Kooperation mit Flüchtlingsprojekten im Rhein-Main-Gebiet. Die Eintrittskarten gelten für den Sonntag, 18. Oktober 2015.

Auf der Messe wird es für Flüchtlinge einen „Welcome Place“ geben. Zudem finden zwei Veranstaltungen statt, die auf die größten Zielgruppen sprachlich und thematisch zugeschnitten sind. Es sind Führungen für einzelne Gruppen geplant, bei denen auch Stände von Verlagen aus den entsprechenden Regionen besucht werden können. Das Programm wird den kooperierenden Flüchtlingsprojekten frühzeitig vor der Messe übermittelt.

„Die Frankfurter Buchmesse ist ein kulturelles Großereignis, sie zieht Jahr für Jahr hunderttausende aufgeschlossene, tolerante und engagierte Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Welt an. Sie ist weit mehr als ein Handelsplatz für Inhalte – in einer weltoffenen Atmosphäre werden hier Debatten angestoßen, Ideen und Gedanken ausgetauscht. Wir laden dieses Jahr Menschen ein, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, die Buchmesse zu besuchen und mitzudiskutieren. Mit dieser gemeinsamen Aktion möchten wir einmal mehr den Dialog zwischen Kulturen initiieren und mögliche Berührungsängste auflösen“, sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Die Aktion mit einer Spende unterstützen

Neben einer Spende in den Buchhandlungen können Interessierte die Aktion auch per Überweisung unterstützen. Spendenkonto:

LitCam gGmbH
Verwendungszweck: Bücher sagen Willkommen
Commerzbank AG
Kontonummer: 95963701
BLZ: 500 800 00
IBAN: DE80 5008 0000 0095 9637 01
BIC: DRESDEFFXXX

Webseite zur Aktion: http://www.buecher-sagen-willkommen.de

Frankfurter Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober 2015 – Indonesien Gastland

© massow-picture
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Die weltweit größte Bücherschau wird von Mittwoch, den 14. bis Sonntag, den 18.Oktober 2015 ihre Tore öffnen, zunächst für Fachbesucher (Verleger, Buchhändler, Agenten, Filmproduzenten, Autoren und Journalisten) und ab Samstag, den 17.Oktober für alles literaturinteressierten Privatbesucher.

Ehrengast in diesem Jahr ist Indonesien. Aus diesem Anlass wird die Frankfurter Buchmesse in der internationalen Buchausstellung  „Books on Indonesia“  die  Übersetzungen indonesischer Literatur sowie Titel zur Kultur, Geschichte, Politik und Gegenwart Indonesiens im Pavillon (Forum, Ebene 1) des Gastlandes auf der Messe präsentieren.

Die größte Bücherschau der Welt

logobuchmesseDie Frankfurter Buchmesse ist mit 7.100 Ausstellern aus über 100 Ländern, rund 270.000 Besuchern, über 4.000 Veranstaltungen und rund 9.300 anwesenden akkreditierten Journalisten die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Darüber hinaus ist sie ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus der Filmwirtschaft und der Gamesbranche. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an rund 20 internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Mit der Gründung des Frankfurt Book Fair Business Clubs bietet die Frankfurter Buchmesse Unternehmern, Verlegern, Gründern, Vordenkern, Experten und Visionären ideale Voraussetzungen für ihr Geschäft. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. www.buchmesse.de

Adresse und Anreise hier/

Minipressenmesse Mainz – Neue Chancen für Kleinverleger –

Ein Treffen zwischen ganz besonderen Menschen mit Visionen und Leidenschaft für Bücher und Buchkunst und Künstlerische Handpressen ist seit 45 Jahren immer wieder die Internationale Mainzer Minipressenmesse, die nun zum zweiten Mal in der Rheingoldhalle und nicht mehr in Zelten am Rheinufer stattfand. © massow-picture
Ein Treffen zwischen ganz besonderen Menschen mit Visionen und Leidenschaft für Bücher und Buchkunst und Künstlerische Handpressen ist seit 45 Jahren immer wieder die Internationale Mainzer Minipressenmesse, die nun zum zweiten Mal in der Rheingoldhalle und nicht mehr in Zelten am Rheinufer stattfand. © massow-picture

Am Sonntag-Nachmittag  ging nach fünf turbulent-kreativen Tagen  das internationale Treffen der Kleinverlage und künstlerischen Handdruckpressen erfolgreich in der Mainzer Rheingoldhalle zu Ende. Auftakt bildete am Mittwochabend die 19. Stomps-Preisverleihung im Gutenberg-Museum Mainz, bevor die Minipressenmesse am Donnerstag, den 4. Juni 2015 durch die Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur, Marianne Grosse in der Rheingoldhalle eröffnet wurde.  Die Stadt Mainz war  Träger der 23. Internationalen Mainzer Minipressen-Messe, die  vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und vom Kultursommer Rheinland-Pfalz der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur gesponsert wurde. Erstmals 1970 ins Leben gerufen, ist die Mainzer Minipressen-Messe mit 45 Jahren  die beständigste und älteste Veranstaltung ihrer Art in Europa. Verdanken ist das vor allem  Jürgen Kipp, der seit praktisch  30 Jahren immer wieder die Minipressenmesse mit viel Herzblut und Know-how organisiert hat.

Über 250 Aussteller präsentierten ihre Produkte vom komplett selbstgemachten Buch (Text, Handdruck, Bindung), über Handpressendrucke und  Bücher im Selbstverlag  bis hin zu Kleinverlagen mit ihren spannenden, bisweilen skurrilen, sozialkritischen und belletristischen Programmen sowie Spezialarchiven wie dem Kleist-Archiv sowie Spiele und Künstlerarbeiten (Holz, Siebdrucke etc.).

Kontrastprogramm der Aussteller

Thorsten Low verlegt vor allem Phantasik-Bücher, hier präsentiert er seine mit  Recycelingstoff – wie einer Jeans oder Slip - überzogenen Tagebuch-Buchcover. © massow-picture
Thorsten Low verlegt vor allem Phantasik-Bücher, hier präsentiert er seine mit Recycelingstoff – wie einer Jeans oder Slip – überzogenen Tagebuch-Buchcover. © massow-picture

frivolestagebuch

Frech präsentierte sich der „bissige“ Verleger Thorsten Low mit seinen Recyceling-Cover Tagebüchern, eines davon  mit ausrangierten Slip designed . Eigentlich sei es nicht sein Genre, nur ein Gag.  Der Jungverleger Torsten Low fing mit einem selbstgeschriebenen Roman an. Inzwischen bietet sein Kleinverlag 32 gedruckte und 5 digitale Werke sowie Hörbücher im Bereich Phantastik und Mystery-Horror an. Eine kleine Erfolgsgeschichte.

Ein Kontrastprogramm hierzu bot Günther Emig, der das  „halbe“ Heilbronner Kleist-Archiv – mittels Gesamtverzeichnis und einigen Neuerscheinungen – präsentierte. Emig ist Bibliothekar und Direktor des Kleist-Archivs

Günther Emig aus Niederstetten, deutscher Bibliothekar, Direktor des Kleist-Archivs Sembdner in Heilbronn, Autor, Förderer und Verleger alternativer Literatur, Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft alternativer Verlage und Autoren e.V. und vieles mehr. © massow-picture
Günther Emig aus Niederstetten, deutscher Bibliothekar, Direktor des Kleist-Archivs Sembdner in Heilbronn, Autor, Förderer und Verleger alternativer Literatur, Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft alternativer Verlage und Autoren e.V. und vieles mehr. © massow-picture

Sembdner in Heilbronn. Er gilt als Förderer und Verleger alternativer Literatur und ist vor allem als Autor, Herausgeber und exzellenter Kenner Heinrich von Kleist’scher Werke bekannt. Seine Publikationsliste, etwa die Heilbronner Kleist-Reprints, ist unendlich lang.

Bei Wikipedia lesen wir über Emig:
Noch während seiner Studienzeit editierte Emig vier Bände der Gesamtausgabe des Dichters Erich Mühsam (1878–1934). 1972 gründete Emig den Kleinverlag „Günther Emigs Literaturbetrieb – verhält sich zu Andy Warhols Factory wie eine postmoderne Melkmaschine zur Milch der frommen Denkungsart“, der bis 1984 bestand. Emig gilt als „one of the most prominent alternative publishers“.[2] Er war Mitbegründer der kleistarchiv2Arbeitsgemeinschaft alternativer Verlage und Autoren e.V. (AGAV) und der IG Literaturzeitschriften; Zusammenschlüsse, in denen sich junge Autoren ein Forum gegen den etablierten Literaturbetrieb suchten. In diesem Zusammenhang gab Emig u. a. von 1979 bis 1984 dreimal das „Verzeichnis deutschsprachiger Literaturzeitschriften“ (VdL) heraus. Ein Teil seiner Literaturzeitschriftensammlung ging an das Minipressenarchiv der Stadt Mainz. Die Zahl seiner herausgegebenen Veröffentlichungen pflegt er in lfdm auf den Buchrücken anzugeben (3 lfdm, Stand: 8. Februar 2013). Er ist Gründer und Redakteur der Internetseiten zu Ludwig Pfau und Justinus Kerner.“

Gute Chancen, sich als Selbst- und Kleinverleger selbständig zu machen

Besonders ermutigend war, zu erfahren, dass  trotz allgemeiner Verlagskrise eine Existenzgründung als Selbst- oder Kleinverleger auch heute noch funktionieren kann. Ein weiteres Erfolgsbeispiel neben Torsten Lows Weg vom Autor zum Kleinverleger  ist die Gründergeschichte des Archäologen und Historikers  Michael Kuhn, der erst 2008, also vor sieben Jahren, mit einer eigenen Buchveröffentlichung  begann und  mittlerweile – auch mit Hilfe der neuen Medien –  zum  Amminanus-Kleinverlag metaphorisierte:

vl. Verlagsgründer und Bestseller-Autor Michael Kuhn (Marcus-Trilogie), Jungautorin Isabella Benz (Roman: Die Dämonen von Lorch, wunderbar), Yvonne van Acht (Die Hüter des Siebensterns - Zero. Auftakt der mystischen Fantasy-Trilogie) .© massow-picture
Stand des Amminiusverlags auf der Mainzer Minipressenmesse 2015 vl. Verlagsgründer und Bestseller-Autor Michael Kuhn (Marcus-Trilogie), Jungautorin Isabella Benz (Roman: Die Dämonen von Lorch, wunderbar), Yvonne van Acht (Die Hüter des Siebensterns – Zero. Auftakt der mystischen Fantasy-Trilogie) .© massow-Picture

„Gut 30 Prozent unseres Umsatzes machen wir inzwischen über Amazon, und demnächst wird es unsere Bücher auch als E-Book-Ausgaben geben. Ohne diese Mischung aus traditionellem Büchermachen und der Nutzung neuer Technologien und Vertriebswege wären wir als Kleinverlag kaum überlebensfähig“, erläutert Michael Kuhn, Historiker M.A., einen wesentlichen Aspekt des Erfolges seines erst 2008 in Aachen  gegründeten Ammianus-Verlag. Begonnen hatte der langjährig tätige Archäologe Michael Kuhn („habe die halbe Eifel durchgraben“) als Selfpublishing-Autor mit  der im antiken Rom und Germanien angesiedelten Marcus-Trilogie. Inzwischen fesselten die Marcus-Abenteuer über 30 000 Leser, die mit Hilfe des Buchanhangs ganz gezielt auf archäologische Spurensuche gehen können in der ehemaligen römischen Provinz Germaniens, sprich in Westdeutschland.

Michael Kuhn besucht zum wiederholten Mal die Mainzer Minipressenmesse. Zudem ist er auch auf anderen kleineren Regional-Buchmessen vertreten  „weil ich hier meine Leser am ehesten treffe und die lockere Atmosphäre auf der Mainzer Minipressenmesse einfach wunderbar finde“. Kuhn liest aus seinen Büchern in regionalen Buchhandlungen, auf historischen  Veranstaltungen  und präsentiert die Werke seines Verlages auch auf Römertagen und ähnlichen Festen etc. Dies alles mache ihm viel Spaß und sei wichtig für einen nachhaltigen Erfolg. Man müsse immer wieder präsent sein und so viele Leser wie möglich, persönlich kennen lernen.

Die eigentliche Verlags-Geschichte begann eigentlich erst vor drei Jahren, als sich 2012  weitere Autoren zu ihm gesellten. Sie hatten sich ebenfalls die Faszination für Geschichte auf ihre Fahnen geschrieben und waren froh, in Michael Kuhn einen Verleger gefunden zu haben, mit dem sie kooperativ auf gleicher Augenhöhe zusammenarbeiten können.

Ob Mittelalter-Epos, historischer Kriminalroman, Tatsachenroman über die Hexenverfolgung oder Phantastik mit dem Schwerpunkt Mythologie: In seinem Verlagsprogramm, welches übrigens seit 2014 zum ersten Mal nun mit Buchhandelsvertreter durch die Buchhandlungen tourt, werden  Freunde historischer Romane und Fantasy-Books fündig.

Michael Kuhns Erfolgsgeschichte zeigt, dass es auch heutzutage – trotz  wachsendem E-Book-Markt und Krise der Verlagslandschaft – noch möglich ist, mit guter Qualität, einem passenden Konzept und ein wenig Glück, erfolgreich einen Verlag  zu gründen.

freiberufler_at15cov160wWie man  einen Kleinverlag als Self-Publisher (Selbstverleger) kostengünstig freiberuflich und/oder gewerblich starten kann, erläutert Martin Massow ab Seite 410 in seinem sehr empfehlenswerten,  2015 aktualisiertem, Standardwerk Freiberufler-Atlas. Schnell und erfolgreich selbständig werden,  505 Seiten, 12,99 Euro, aus dem Ullsteintaschenbuchverlag Berlin.

Dass neue digitale technologische Möglichkeiten wie  E-Book, Internetvertriebe und Social-Media durchaus sinnvoll von  Kleinverlegern, Druckpressenbetreibern und Künstlern ergänzend genutzt werden können, statt sie von vornherein  generell als Totengräber der Print- und traditionellen  Verlags-Kultur zu verteufeln, war bei den Ausstellern der Mainzer Minipressenmesse ziemlich breiter Konsens. Das Paradoxon besteht dabei für etliche gestandene Büchermacher, Künstler, Autoren und Handdruckpressenbetreiber jedoch darin, sich ausgerechnet digital engagieren zu sollen, um den Fortbestand traditioneller Herstell-Techniken rund um Druck und Büchermachen zu sichern. Doch schon heute sichert   vielen alternativen Verlegern und Druckern die Präsens und Vertriebsmöglichkeit im Internet ihre Existenz.  Beispielsweise können Handdruckpressenbetreiber dank Internet-Popularität ihre ausgefallenen Produkte jetzt bis nach Übersee vertreiben und sind unabhängiger geworden von einem regionalen Markt.

Ungeachtet der Entdeckung mancher Vorteile von E-Book und Internet-Vertrieb  stand die Mainzer Minipressenmesse jedoch einmal mehr als Fels in der Brandung für traditionelles Büchermachen und haptisches Lesevergnügen. Darauf hatte bereits die Mainzer Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur Marianne Grosse in ihrer Eröffnungsrede mit den Worten hingewiesen: „Die Minipressen-Messe ist der Beweis, dass wir nicht allein mit E-Books leben“.

Kommunikation und gemeinsames Soziales Engagement auf der Minipressenmesse

Studenten der Buchwissenschaften Mainz unterzeichnen auf der Minipressenmesse Mainz eine  Petition zum Erhalt des alten Gerichtes in Wiesbaden
Svenja Heinle und Lukas Lineke, Studenten der Buchwissenschaft der Universität Mainz, präsentieren ihren zweijährigen typographischen Kalender. Nebenbei bekunden sie Solidarität zur Erhalt des alten Gerichtes Wiesbaden und unterzeichnen die Petition. © massow-picture

Die 23. Mainzer Minipressenmesse ließ vor allem auch wieder viel Raum für Kommunikation und Austausch über alternative und soziale Projekte, man lernte sich kennen und gegenseitig unterstützen, und wenn es beispielsweise darum ging, das alte Amtsgericht in Wiesbaden, ein Neorenaissance-Bau der Gründerzeit, vor der Zerstörung  durch Umnutzung in Eigentumswohnungen zu bewahren. Ob am Stand der Fakultät der Mainzer Buchwissenschaften oder des Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V. : Viele Aussteller bekundeten sogleich ihre Solidarität mit der Wiesbadener  Initiative „Haus der Stadtkultur und Stadtgeschichte“  und traten der Petition bei.

Künstler und Rahmenprogramm

 

Ellen Löchner. Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht, meinen Stand vorzubereiten und es ist toll hier zu sein. © massow-picture
Ellen Löchner. Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht, meinen Stand vorzubereiten und es ist toll hier zu sein. © massow-picture

Viele Künstler, vom Illustrator bis zum Siebdrucker, waren mit eigenen Werken oder auch als Dienstleister mit ihrem Angebot vertreten. Beispielsweise auch wieder vertreten mit neuesten siebdrucktechnischen Kreationen war Ellen Löchner, Kunst- und Musikpädagogin, Mitglied in der Künstlergruppe Nahe und seit 2010 mit einen eigenen Siebdruck-Atelier in Undenheim.  Sie strahlt über das ganze Gesicht und findet die Minipressenmesse unheimlich inspirierend und motivierend und aktivierend, die vielen Gespräche mit Gleichgesinnten, die Lesungen, einfach die Atmosphäre, da kann ich so richtig auftanken.

Hanna Rut Neidhardt absolvierte ihr Kunststudium an der Städelschule Ffm als  Meisterschülerin. Studienaufenthalte in Westafrika usw. lebt in Frankfurt a. Main. © massow-picture
Hanna Rut Neidhardt absolvierte ihr Kunststudium an der Städelschule Ffm als Meisterschülerin. Studienaufenthalte in Westafrika usw. lebt in Frankfurt a. Main. © massow-picture

Manch  Autor ist nicht nur schreibgewandt, sondern auch verbaler Wortkünstler, wie beispielsweise die Multikünstlerin und „Märchentante“ Hanna Rut Neidhardt aus Frankfurt, die Kids an Kunst heranführt, mit Kindern und Familien und in sozialen Projekten arbeitet, Bücher illustriert und eben  Märchen und andere Texte vorliest.

 

 

Freundeskreis Buchkinder Leipzig e.V. zeigt Kindern, wie sie selbst ein Buch machen können. © massow-picture
Freundeskreis Buchkinder Leipzig e.V. zeigt Kindern, wie sie selbst ein Buch machen können. © massow-picture

Begleitet wurde die Mainzer Minipressenmessen von einem  umfangreichem Rahmenprogramm  in Rheingoldhalle, Eisenturm (Kunst-Ausstellung) und Gutenberg-Museum mit: Poetry-Slam, Seminaren (z.B. booktree – E-Books aus der Buchhandlung von Guido Stemme, und Selfpublishing 2.0 Matthias Matting), täglichen Marathonlesungsprogrammen, Kinderprogrammen mit Dimido, Lese-Showabend „Erotischer Nachschub: LOVE Bites“ sowie Sonderaktionen wie: „Papier schöpfen“, „Drucken direkt“, „Klassischer Kupferstich“, „Linoldruck“, „Drucktechniken-Präsentation“ und begleitende Ausstellungen im Gutenberg-Museum: „e-wald – Buchkunstwerke der Berliner Katzengraben-Presse seit 1990″ (Stomps-Preisträger 2013), geht bis 9. August, und „Am 8. Tag schuf Gott die Gloud“ noch bis September (über Medienentwicklung von Gutenberg bis I-Pad).

Hier finden Sie weitere Infos zur Minipressenmessen 2015 und demnächst zur 24. Internationalen Buchmesse der Kleinverlage und künstlerischen Druckpressen.

Stomps-Preis 2015 am Vorabend der Minipressenmesse Mainz verliehen

Stomps-Preis an vl.: Annette Köhn, (Kulturdezernentin Marianne Grosse Grußwortrednerin),  Bettina Haller, Birgit Reichert, Andrea Lange. © massow-picture
Stomps-Preis an vl.: Annette Köhn, (Kulturdezernentin Marianne Grosse Grußwortrednerin),
Bettina Haller, Birgit Reichert, Andrea Lange. © massow-picture

Am 3. Juni 2015, am Vorabend der Internationalen Minipressen-Messe, verlieh die Stadt Mainz in Andenken an den Verleger, Schriftsteller und Literaturförderer Victor Otto Stomps (1897 – 1970) den 19. Stomps-Preis. Dies geschah zum ersten Mal separat im Gutenberg-Museum. Denn die „Eröffnung der Minipressen-Messe“ sei „schon aufregend und Ereignis genug“, erklärte Marianne Grosse, Dezernentin für Bauen, Denkmalpflege und Kultur in Mainz. Das habe in den vorigen Malen mitunter ein wenig vom Stomppreis abgelenkt. Deswegen solle der Stomps-Preis ab diesem Jahr in einem würdigen Rahmen separat vom Aufbautrubel im Vortragssaal verliehen werden.

Der Förderpreis in Höhe von 1.500 Euro ging an Annette Köhn und ihren vor erst fünf Jahren gegründeten Jaja-Verlag Berlin. In ihrer Laudatio lobte Amelie Persson die Leistungen des erst vor fünf Jahren gegründeten Ein-Frau-Unternehmen, welches inzwischen eine weitere feste Miterarbeiterin, Praktikanten und etwa 60 Autoren habe und inzwischen in Berlin-Neukölln in der Tellstrasse mit seiner Musenstube zu einer Institution geworden sei. Bereits 50 Werke hätten hier das Licht der Welt erblickt, beispielsweise der von ihr selbst verfasste Comic über den Drachen Leto mit seinen Reiseerlebnissen in die Halong-Bucht in Vietnam. Annette Köhn war selbst dort. Inzwischen wurde ihr Comic ins Vietnamesische übersetzt.

Den Hauptpreis mit 3.500 Euro erhielt die Sonnenberg-Presse Chemnitz/Kemberg vertreten durch das Autorenkollektiv Andrea Lange, Bettina Haller und Birgit Reichert. Die Laudatio hielt der extra aus der Schweiz angereiste Rainer Stöckli, der die „eigenhändigen, stupend gestalteten Buchkorpora“ lobte und feststellte, „dass zu einer jeden leinengedeckelten oder schubergeschützten Textauswahl der Chemnitzer/Kemberger Buchgraphikerinnen sich die Textquellen befänden. Am Oeuvre des Verlages falle Parteinahme für ältere und zeitgenössische Belletristik sowie die bemerkenswerte Wahl der Formate auf.

Mit dem V.O. Stomps-Preis werden Qualität und persönliches Engagement im Bereich der Kleinver-lagsszene honoriert. Diese Auszeichnung gilt nicht dem wirtschaftlichen Erfolg, sondern solchen Leistungen, die unter den schwierigen Bedingungen kleinverlegerischen Arbeitens besonderes Talent und Einfallsreichtum erkennen lassen.
Bisherige V.O. Stomps-Preisträger sind die Verlage: Rainer Verlag (1978), Galerie Patio (1980), Edition Dieter Wagner (1984), Edition Fundamental (1987), Flugblatt-Presse (1989), Schierlings-presse (1991), Herbst-Presse Wien ( 1993), Herbstpresse Düsseldorf (1995), Edition Thanhäuser (1997), Hertenstein-Presse (1999), Mariannen-Presse (1999), Edition Atelier Bodoni (2001), Edition Dschamp (2003), Rixdorfer Druckwerkstatt (2005), Kunsthaus hinter den Zäunen (2007), Corvinus Presse (2009/Hauptpreis), Edition Thurnhof (2011/Hauptpreis), Katzengraben-Presse (2013/Hauptpreis), SchwarzHandPresse (Förderpreis/2013), und die Zeitschriften: Heft (1982), Dire (1987), Plages (1989), Entwerter/Oder (1991), Freibord (1993), Pips (1995), Das Gedicht (1997), miniature obscure (2001), Wespennest (2003), Herzattacke (2005), plumbum (2007), Buchmacherey H. Helserdeich (Förderpreis 2009) und der SuKuLTur-Verlag (Förderpreis 2011).

e-wald- Ausstellung im Gutenberg-Museum Mainz © massow-picture
e-wald- Ausstellung im Gutenberg-Museum Mainz © massow-picture

Christian Ewald, e-wald – Buchkunstwerke der Berliner Katzengraben-Presse, (2013) Seine originelle Ausstellung „e-wald“ ist noch bis 9. August im Gutenberg-Museum zu sehen.